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Liebe ADFDler,

Wir haben eine große Softwareaktualisierung durchgeführt. Im Ideal funktioniert alles wie bevor, nur dass ein paar Details ein wenig anders aussehen. Falls es in den nächsten Tagen doch Probleme gibt, bitte beschreibt was ihr gemacht habt und was nicht so war, wie ihr es erwartet in diesem Thread:

Problemsammlung nach Softwareaktualisierung (Januar 2018)

Vielen Dank für Eure Hilfe.

Euer ADFD Team

Citalopram. Ich hoffe ich bin hier richtig

Stell Dich bitte hier vor, wenn Du Probleme mit Psychopharmaka hast, Infos brauchst oder noch nicht weißt, ob Du abdosieren solltest.
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s3bkun
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Citalopram. Ich hoffe ich bin hier richtig

Beitrag von s3bkun » Dienstag, 12.09.17, 13:19

Hallo zusammen,

ich hoffe ich bin hier in diesem Forum richtig. Seit nunmehr ca. 8 Jahren nehme ich täglich 20mg Citalopram aufgrund einer Panikstörung. Nachdem es mir jedoch die letzten Monate echt gut ging und ich der Meinung war endlich mal wieder „clean“ zu werden fragte ich meine Ärztin, anfang Juni, wie es mit dem Absetzen aussieht. Sie machte folgenden Plan: von diesen Tag am sollte ich meine morgendliche Dosis von 20mg auf 10mg reduzieren, dies zwei Wochen so handhaben und dann nur noch jeden zweiten Tag eine Tablette von 10mg nehmen.

Also nahm ab dem nächsten Tag nur noch 10mg vom Citalopram. Doch anstelle eines Zeitraums von 2 Wochen hielt ich diese Dosis ca. 4 Wochen aufrecht. Da darauf hin eine für mich stressige Zeit begann nahm ich das Citalorpram nur noch sporadisch. Mal dachte ich am Morgen dran, Mal nicht. Machte mir aber nicht wie sonst einen Kopf darüber dass ich Sie nicht genommen hatte, da ich sie ja eh absetzen wollte und letztendlich fühlte ich mich ja auch gut.

Doch seit vier Wochen ist alles anders. Am 10.08. war ich mit einem Arbeitskollegen auf dem weg zur Baustelle als ich das erste Mal seit langem wieder eine Richtige Panikattacke hatte. Habe versucht mich von dieser nicht aus der Bahn werfen zu lassen aber dennoch hat sich seit dem alles verändert. Ich bekam regelrechte Schweißausbrüche, ein komisches Gefühl im Bauch, Beinen und Armen, Kribbeln im Gesicht und und und. All dad kannte ich in der Kombination nicht.

Also ging ich einige Male zum Arzt. Es wurde ein EKG gemacht, ein kleines, sowie ein großes Blutbild. Jedoch alles ohne irgendwelche Auffälligkeiten. Dies hat mich dann irgendwie noch verrückter gemacht, weil ich es einfach nicht wahrhaben wollte dass ich mit meiner Panik wieder rückfälligwr geworden bin.

Dann kam es mir in den Kopf: Ich habe ja meine Dosis reduziert und teilweise tagelang keine Tablette genommen. Dachte, dass all diese Symptome evtl daher kommen. Von dem Tag an, jetzt ca. zwei Wochen nehme ich morgendlich 10mg Citalopram. Doch eine Besserung ist noch immer nicht zu spüren. Daher meine Frage an euch ob ihr meint dass das alles mit dem Aufs und Abs des Citas zu tun haben könnte. Oder fällt euch zu diesen Symptomen doch evtl noch etwas anderes ein? LG und vielen Dank
Zuletzt geändert von padma am Dienstag, 12.09.17, 13:25, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Absätze wegen der besseren Lesbarkeit eingefügt
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Re: Citalopram. Ich hoffe ich bin hier richtig

Beitrag von Jamie » Dienstag, 12.09.17, 13:47

Hallo sebkun,

willkommen im Forum :)

Ein Teil der Teammitglieder ist krank, ich wollte dich um etwas Geduld bitten, es kann mit Feedback etwas dauern, aber vergessen wird keiner :roll: .

Bitte stöbere doch ein wenig in der Zwischenzeit hier im Forum herum und klicke in den ein- oder anderen Thread - du wirst sehen, wie sich die Themen gleichen und sicher hilfreiche Infos aufschnappen.
Citalopram. Ich hoffe ich bin hier richtig
Klar. Definitiv. :)

Grüße
Jamie
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Re: Citalopram. Ich hoffe ich bin hier richtig

Beitrag von Murmeline » Dienstag, 12.09.17, 14:01

Hallo Sebkun,

Du kannst mal in die Fachinformatioenn schauen, den "Beipackzettel" für Ärzte:
Absetzreaktionen treten bei einer Beendigung der Behandlung häufig auf, besonders wenn die Behandlung plötzlich abgebrochen wird (siehe Abschnitt 4.8). In einer klinischen Studie mit Citalopram zur Vorbeugung eines Rückfalls wurden nach Beendigung der Behandlung bei 40% der Patienten unerwünschte Ereignisse beobachtet im Vergleich zu 20% der Patienten, die weiterhin Citalopram einnahmen.

Das Risiko von Absetzreaktionen kann von mehreren Faktoren abhängen, einschließlich Dauer der Behandlung, Dosis und Geschwindigkeit der Dosisreduktion. Schwindelgefühl, Empfindungsstörungen (einschließlich Parästhesien), Schlafstörungen (einschließlich Schlaflosigkeit und intensive
Träume), Erregtheit oder Angst, Übelkeit und/oder Erbrechen, Zittern und Kopfschmerzen sind die am häufigsten berichteten Reaktionen.

Im Allgemeinen sind diese Symptome leicht bis mäßig schwer, bei einigen Patienten können sie jedoch schwerwiegend sein. Sie treten normalerweise innerhalb der ersten Tage nach Absetzen der Behandlung auf, aber in sehr seltenen Fällen wurde von solchen Symptomen bei Patienten nach unbeabsichtigtem Auslassen einer Dosis berichtet. Im Allgemeinen bilden sich diese Symptome von selbst zurück und klingen innerhalb von 2 Wochen ab. Bei einigen Personen können sie länger anhalten (2 – 3 Monate oder länger). Es wird daher empfohlen bei einer Beendigung der Behandlung mit Citalopram AL die Dosis über einen Zeitraum von mehreren Wochen oder Monaten schrittweise zu reduzieren, entsprechend den Bedürfnissen des Patienten (siehe Abschnitt 4.2).
http://fachinformation.srz.de/pdf/aliud ... letten.pdf

Acht jahre sind eine lange Zeit - die Tipps zur Reduktionsgeschiwndigkeit seitens der Ärztin sind typisch, aber leider nicht verträglich, wie Du merkst. :x

Bitte lege gleich eine Signatur an. Rechts oben auf deinen Namen, persönlicher Bereich, Profil, Signatur ändern und Ausgangsproblematik eintragen, mit halbwegs genauen Daten dazu, wieviel wann von welchem Medikament genommen und wie reduziert/absgesetzt/wieder ein- und aufdosiert wurde. Die Signatur ist eine Kurzfassung, um sich einen Überblick zu verschaffen, sie ist auch Absetzdokumentation und ohne geht es hier jedenfalls auf Dauer nicht :) app.php/rules#signatur-erstellen Es sind hier ja sehr viele Menschen, die schreiben, man kann sich unmöglich den individuellen Verlauf merken oder immer wieder nachlesen. Dankeschön!
Ich habe ja meine Dosis reduziert und teilweise tagelang keine Tablette genommen. Dachte, dass all diese Symptome evtl daher kommen.
Große Dosisschritte und schwankende Einnahme sind nach Erfahrunsgberichten leider eher mit solchen Symptomen verbudnen als von Anfang an in kleineren Schritten auszuschleichen.

Hier ein informatiber Thread mit weiteren Leseverweisen: viewtopic.php?f=18&t=12880
Von dem Tag an, jetzt ca. zwei Wochen nehme ich morgendlich 10mg Citalopram. Doch eine Besserung ist noch immer nicht zu spüren. Daher meine Frage an euch ob ihr meint dass das alles mit dem Aufs und Abs des Citas zu tun haben könnte. Oder fällt euch zu diesen Symptomen doch evtl noch etwas anderes ein?
Symptome, die in einem Zusammenhang mit dem Absetzen auftreten, ob als bekannte Symptome in verstärkter Intensität oder als neue/zusätzlcihe Symptome in ungewohnten Kombinationen können vorrangig dem Absetzen zugeordnet werden.

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Dein Behandler nimmt Absetzproblematik nicht ernst? Das geht anderen auch so, siehe hier
Einer Deiner Ärzte erkennt Probleme mit Psychopharmaka an? Dann berichte doch hier

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Re: Citalopram. Ich hoffe ich bin hier richtig

Beitrag von Anikke » Dienstag, 12.09.17, 16:21

hallo sepkun,
herzlich willkommen hier im forum :-)
nach dem was du schreibst, glaube ich schon, dass du hier richtig bist.
die panikanfälle können durch die dosisschwankungen bzw. das abrupte absetzen kommen.
hier wird geraten, alle vier bis sechs Wochen höchstens 10% der letzten Dosis abzusetzen. außerdem ist es sehr wichtig, dass die Dosis konstant bleibt und nicht schwankt, denn dadurch wird das ZNS sehr gereizt.
zur gewohnten Dosis zurückzukehren bzw. zur regelmäßigen Einnahme war schon mal ein guter schritt.
ich würde noch bei dieser Dosis bleiben und schauen ob sich die Symptome mit der Zeit bessern, und nachdem du dich stabilisiert hast, in kleinen schritten sehr langsam reduzieren.
hast du "Handwerkszeug" im Umgang mit Panikattacken? hast du eine Therapie gemacht bzw machst du eine?
liebe grüße anikke
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Re: Citalopram. Ich hoffe ich bin hier richtig

Beitrag von padma » Dienstag, 12.09.17, 17:24

hallo Sepkun, :)

auch von mir willkommen.
Ich bekam regelrechte Schweißausbrüche, ein komisches Gefühl im Bauch, Beinen und Armen, Kribbeln im Gesicht und und und. All dad kannte ich in der Kombination nicht.
Das hört sich sehr nach Absetzsymptomen an.
Von dem Tag an, jetzt ca. zwei Wochen nehme ich morgendlich 10mg Citalopram. Doch eine Besserung ist noch immer nicht zu spüren
Wahrscheinlich wäre es besser gewesen mit etwas weniger als 10 mg wiedereinzudosieren. Da du jetzt bereits seit 2 Wochen wieder 10 mg nimmst, bleib bitte zunächst dabei. Es kann dauern bis du dich wieder stabilisiert hast.

Tipps zum Umgang mit Panikattacken findest du hier: viewtopic.php?f=50&t=11591

liebe Grüsse,
padma
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Re: Citalopram. Ich hoffe ich bin hier richtig

Beitrag von s3bkun » Donnerstag, 14.09.17, 8:13

Guten Morgen,

recht herzlichen Dank für eure Antworten. Ein wenig beruhigt mich das ja schon dass es wahrscheinlich alles an der Medikation liegt. Doch machen mich all diese Symptome ziemlich fertig.

Gestern bin ich dann nochmals zu meiner Ärztin, da einfach keine geringste Besserung auftritt. Vorab hatte ich auf einem Zettel all meine momentan auftretenden Symptome geschrieben, da ich das Gefühl habe dass wenn ich bei ihr bin vergesse die Hälfte zu erwähnen. Sie laß sich ihn durch, stellte fest dass es die verschiedensten Körperregionen betrifft, schaute sich nochmals meine letzten Blutergebnisse sowie EKG an und sagte dass sie davon aussgeht dass all die Symptome höchstwahrscheinlich psychisch bedingt sind.

Naja wie dem so ist, das kennen die meisten von euch bestimmt auch, einerseits freut man sich dass körperlich alles in Ordnung zu sein scheint, aber dass es die Psyche ist will man trotzdem nicht wahrhaben.

Also sprachen wir nochmals über die Medikation. Er erzählte ihr dass ich seit ein paar Wochen wieder 10mg vom Citalopram nehme, da ich denke und hier im Forum erfahren habe dass das Möglich sein kann dass es daran liegt. Sie ist der Meinung dass ich num wieder auf meine Ausgangsdosis von 20mg erhöhen soll. Leider aber bin ich ein Mensch der totale Angst vor Nebenwirkungen etc. hat und mache mir darüber leider total den Kopf was passiert wenn ich jetzt die 20mg nehme. Was denkt ihr darüber? Und falls 20mg wirklich zu einer Besserung meines Befindens beitragen kann, wie lange dauert es ungefähr bis Man Besserungen spüren kann nach dem erhöhen? Morgen bereits? Oder in 14 Tagen?

Ich weiss, es sind Fragen über Fragen. Aber ich bin derzeit einfach so verunsichert.

Normalerweise kenne ich mich mit Panikattacken aus, doch es fällt mir jedes mal erneut schwer bis unmöglich damit umzugehen. In den letzten acht Jahren, seit dem ich diese Erkrankung habe war ich zwei mal stationär, zwei mal teilstationär in einer Tagesklinik (zuletzt im Jahr 2016) und habe eine ambulante, jedoch damals nicht von Erfolg gekrönten, Therapie gemacht. Leider ist es hier in Essen und Umgebung sehr sehr schwer eine ambulante Therapie zu bekommen.

LG Sebastian
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Re: Citalopram. Ich hoffe ich bin hier richtig

Beitrag von lakeSonne1 » Donnerstag, 14.09.17, 9:35

hallo Sebastian,

auch von mir ein herzliches Willkommen :) !
Ich bin auch so ein Citalopram-"Absetz-Opfer".
Ich nahm jahrelang Citalopram 20mg, es ging mir gut, bis auf die Nebenwirkungen wie Müdigkeit etc..
In Absprache mit dem Doc wollte ich reduzieren. Kurz: ging total in die Hose, weil zu schnell.
Ich hatte üble Symptome.
Ich hab dann wieder aufdosiert, um mich zu stabilisieren.
Dann bin ich in 1mg Schritten runter: Und oh Wunder! Es klappte!
Mein Fazit: Die Ärzte sind beim Verschreiben von ADs ok, aber vom wieder Absetzen haben sie keine Ahnung.
Ich habe Glück, mein Arzt erkennt die Absetzproblematik an, sagt aber auch, daß das bei weitem nicht alle Patienten haben.
Er unterstützt mich jetzt beim langsamen Absetzen, weil er sieht das es klappt.

du bist nicht allein :hug: !
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Medi: Citalopram 20 mg, Eindosiert über 4 Wochen , war ok. sonstige Medis: Thyronajod 50 morgens, Pantoprazol 20mg abends
Erster Misslungener Absetzversuch 2012:
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Neuer Absetzversuch 2016:
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ABDOSIER-PAUSE: 3.9.2016 - 2.3.2017 Stabilisierung auf 15mg

ab März 2017:
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2018:
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Re: Citalopram. Ich hoffe ich bin hier richtig

Beitrag von Jamie » Donnerstag, 14.09.17, 10:38

Hallo s3bkun, :)

du musst bitte etwas Geduld mitbringen, ich würde keinesfalls jetzt schon wieder hochgehen auf 20mg.

Die meisten Ärzte haben erschreckend wenig Wissen über Absetzsymptome; deine ganzen Beschwerden sind vermutlich auf das falsche / zu schnelle Absetzen zurückzuführen und "viel hilft viel" ist bei AD falsch.
Es ist überhaupt nicht gesagt, dass 20mg "besser" als 10mg wirken, im Gegenteil.
Es kann auch sein, dass dein ZNS mittlerweile so gereizt ist, dass du die 20mg gar nicht mehr vertragen würdest.
Mache dich mit dem Gedanken vertraut, dass du die Option zum Hochgehen immer noch hast, aber selbst da würde ich dann nicht direkt auf 20mg hochgehen, sondern vielleicht von 10mg auf 12,5mg.

Es ist leider recht individuell, ob und wann eine Wiedereinnahme greift. Manchen geht es bereits Stunden! nach der Wiedereinnahme besser, andere brauchen 2-3 Wochen. Leider kann man das nicht beeinflussen, das ZNS ist diesbezüglich wieder bestechlich noch einzwingbar in seiner Reaktion.
Normalerweise kenne ich mich mit Panikattacken aus, doch es fällt mir jedes mal erneut schwer bis unmöglich damit umzugehen
Vielleicht fällt es leichter, wenn du das Wissen hast, dass ein Großteil davon dem Absetzen geschuldet ist, was wiederum die Angst vor einem "Rückfall" nehmen sollte.
Dein armes ZNS fährt aktuell gerade Achterbahn, mit Akzeptanz und Fürsorge kannst du dir selbst Gutes tun und kommt die nächste Panikattacke, dann lässt sie sich vielleicht etwas leichter ertragen, wenn man sich sagt "OK - das ist mein verstörtes ZNS, es versucht gerade, wieder ins Lot zu kommen und quält mich nicht absichtlich".
Es macht wirklich einen Unterschied, einen solchen Zustand eher "liebevoll" als widerwillig anzunehmen, das wirst du sehen.

Grüße
Jamie
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Re: Citalopram. Ich hoffe ich bin hier richtig

Beitrag von s3bkun » Donnerstag, 14.09.17, 16:11

Danke für deine lieben Worte Jamie,

leider habe ich deinen Post zu spät gelesen und habe bereits heute Nachmittag eine 20mg Tablette genommen, ob es mit dadurch gerade schlechter geht, ich es mir einbilde oder es daran liegt dass ich nochmals für ein paar Stunden geschlafen habe, weiss ich gerade nicht.

Jedoch sind mir diese Dosierungen wie du sie z.B. mit 12,5mg nennst, garnicht bekannt. Habe diese immer nur in 10mg-Schritten kennengelernt und wüsste auch nicht wie ich auf 12,5 mg kommen sollte mit meinen Tabletten
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Re: Citalopram. Ich hoffe ich bin hier richtig

Beitrag von Jamie » Donnerstag, 14.09.17, 16:17

Hallo sebkun, :)

du kannst es noch revidieren. Bitte nimm morgen dann erst einmal nur 12,5mg.
Du gehst wirklich zu schnell vor!
Ich verlinke dir die Methoden, wie man auf krumme Dosierungen kommen kann; dazu müsstest du heute noch in eine Apotheke. Geht das?

(Link folgt gleich)--> eingefügt
Wasserlösemethode (zu bevorzugen). Sie ist bei Citalopram anwendbar:
viewtopic.php?f=16&t=10923

Kaufen einer Feinwaage:
viewtopic.php?f=15&t=9608

Grüße
Jamie
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Re: Citalopram. Ich hoffe ich bin hier richtig

Beitrag von s3bkun » Donnerstag, 14.09.17, 16:57

Leider heute und in den nächsten Tagen nicht möglich zur Apotheke zu kommen, da ich im Moment finanziell blank bin. Kann die Tage höchstens meine Mutter fragen.

Habe dennoch noch eine Frage was das hochdosieren anbetrifft: Woran mache ich aus dass die genommenen 20mg zu viel sind? Damals während meines ersten Klinikaufenthalts wurde ich nach zwei Wochen 10mg-Einnahme auf 20mg umgestellt. Ohne irgendwelche Zwischenschritte. Habe es damals, meines Wissens, gut vertragen. Kann sich die Verträglichkeit ändern? Sind die in den Kliniken wirklich so unwissend?

Es soll jetzt nicht heissen dass ich gegen die von dir empfohlene Methode bin, um gottes Willen. Icn echt für jeden Ratschlag dankbar.

LG
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Re: Citalopram. Ich hoffe ich bin hier richtig

Beitrag von live-slow » Freitag, 15.09.17, 0:12

hallo,
ich bin noch nicht so lang hier. aber ich habe schon viel hier gelernt.

und meiner erfahrung nach: ja sie sind unwissend!
wenn sie von absetzsympthomen oder gar von entzugserscheinungen hören glauben die das meißt nicht....!

20mg sind definitiv zu viel!
bitte pump deine mutter an und besorg dir 2 spritzen,
60ml, 5ml und eventuell noch eine 3. mit 1 ml
damit kannst du wunderbar dosieren :-)
wenn die in der apo doof fragen sag einfach du brauchst es zum basteln oder so ;-)

bitte lies dir die informationen durch z.b. erste hilfe ad absetzen
lies ganz viel!
und vertraue dir selbst! du hast auch einen "inneren arzt"!

bitte hab etwas geduld mit den mods, die sind selbst auch betroffen.
dh, warte mit veränderungen deiner dosis bis du meinungen abholen konntest.
bleib erst mal auf 10 mg
keine dosissprünge! dein zentrales nervensysthem kann dir das ganz ganz übel nehmen!
geduld ist gefragt

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Re: Citalopram. Ich hoffe ich bin hier richtig

Beitrag von padma » Samstag, 16.09.17, 13:24

hallo Sebkun, :)

ja die Verträglichkeit kann sich ändern. Erfahrungsgemäss reagiert das ZNS umso sensibler je öfters man ein AD einnimmt. Dosissprünge sowohl nach unten als auch nach oben sind grosser Stress für das ZNS.
Hier ist erklärt, wie sich die AD Einnahme auf das ZNS auswirkt viewtopic.php?f=6&t=8621

Einmalspritzen sind sehr preiswert, gibts ab so um die 50 cents.
Mit einer 10 ml und einer 2 ml Spritze ist es auch gut machbar.

liebe Grüsse,
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Beitrag von s3bkun » Freitag, 05.01.18, 8:13

Guten Morgen zusammen,

vor einigen Monaten habe ich hier schon einmal Geschrieben. Da ging es darum dass es mir im letzten Sommer wirklich gut ging Und meine Ärztin auf die Idee kam das Citalopram absetzen. Dies tat ich wie bekannt aus einem anderen Thread ja auch, aber So wie auch hier im Forum vermutet wurde zu schnell. Ich war damals mit Der Situation vollkommen überfordert und habe den Kopf in den Sand gesteckt. So habe ich hier nicht mehr geschrieben und täglich eine 10 mg Dosis Citalopram eingenommen. Meine Psychiaterin war der Meinung dass ich bereits nach einigen Tagen wieder auf 20 mg erhöhen sollte dies traute ich mich jedoch bis heute nicht. Vor ungefähr einem Monat konnte ich psychisch nicht mehr und ich machte mir echt Gedanken darüber ob es wirklich an der dort es liegen könnte. Weil man ja bekanntlich weiß liegen 10 mg nicht therapeutischen Sinne. Ich suchte im Internet nach Antworten auf Fragen wie ob ich das Citalopram noch Vertrage oder ob Nebenwirkungen bei der Dosiserhöhung auftreten können. Dabei bin ich darauf gestoßen das Citalopram die QT Zeit verlängert. Seitdem traue ich mich erst recht nicht die Dosis zu erhöhen und nehme auch nur sporadisch die 10 mg Dosis. Was soll ich nur tun?
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Re: Citalopram. Ich hoffe ich bin hier richtig

Beitrag von Bittchen » Freitag, 05.01.18, 9:15

Hallo s3bkun,

ich kann dir zu deinen Fragen sehr wenig sagen.
Hier ist ja eher die Möglichkeit dich schlau zu machen,wie du am besten die Medikamente ausschleichst ,ohne dass du große Absatzprobleme bekommst.
Ich selbst habe Es-Citalopram hoch dosiert genommen und es hat mir auf Dauer nicht geholfen.
Allerdings habe ich viel zu schnell abgesetzt und das hat mir nicht gut getan.
Jetzt bin ich 9 Monate auf 0 und mir geht es nicht gut,aber mit PP ging es mir auch nicht besser.
Nur das ich immer mehr körperliche Nebenwirkungen hatte.
Hier kannst du viele Erfahrungen mit PP lesen und dir deine eigene Meinung dazu bilden.

Gute Besserung für dich .
LG Bittchen
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LinLinaJamie
Vorgeschichte:
Als junge Frau hatte ich schon zwei Suizidversuche,18 u.24.Jahre,1968 verbunden mit schmerzhaften Trennungen.

1986 nach der Geburt von der dritten Tochter das erste Mal Diagnose durch Frauenarzt ,Depression.


Medikationsverlauf:


Seit Feb.1992 trockene Alkoholikerin.Halbes Jahr später depressive Phase. Hausarzt spritzt alle 4 Wochen Imap.


1994 erneut starke depressive Symptome,jüngste Tochter hatte bald Kommunion,ich wollte funktionieren.
Hausarzt verschreibt das 1.Mal Aurorix(Mao-Hemmer),hat schnell gewirkt.
Ich hatte eine kurze Hypomanie. In den langen Jahren immer Mal wieder,jetzt schon ein paar Jahre nicht mehr.
Eingenommen bis 2004,dann keine Wirkung mehr.

2004,das erste Mal Akut-Psychiatrie, umgestellt worden auf Trevilor(Venla),immer wenn Wirkung nach ließ, erhöht worden,bis 300 mg.


Dann Inkontinenz und weitere Nebenwirkungen,zu schnell ausgeschlichen.
Umgestellt auf Escitalopram,zwischendurch Citralopram,
Nach ein paar Jahren wieder abgesetzt,immer zu schnell,i

2009 erneut schwere Episode,Hausarzt verschreibt wieder Aurorix,wirkt nicht mehr.
Auch 2009,endlich Psychotherapie,
Psychiater verschreibt Sertralin 25 mg, sehr starke Nebenwirkungen,Zittern,Unruhe,Angst,Selbstmordgedanken,so dass ich erneut,während der Psychotherapie, in die Akut- Psychiatrie muss.
Entlassung mit 50 mg Sertralin. als Nebenwirkung ,starken Durchfall.


Dann ohne Ausschleichen ,Umstellung auf Citalopram 40 mg. dann umgestellt auf 20 mg Es-Citalopram,

Absetzversuche scheitern immer wieder,da erneutes Auftreten der Krankheit diagnostiziert wird.

Absetzverlauf:
Anfang 2017 : Vom neuen Hausarzt ließ ich mir dann Tropfen verschreiben und reduzierte jede Woche einen Tropfen.
Seit Mai 2017 ohne Ad.

3.12.2017 Versuch der Wiedereindosierung von 0,5 mg Escitalopram - starker Durchfall, wieder weggelassen


Seit Ewigkeiten 125 mg L-Thyroxin gegen Unterfunktion der SD.

aktuelle Symptome
Jetzt bin ich in eine, angeblich leichte, Überfunktion geraten.
Symptome sind starke Schlafstörungen,Gereiztheit,Wut ,innere Unruhe und Beben,Kribbeln in Füßen und Waden,schwitzen,sehr trockener Mund,immer Durst.
Plaque in Halsschlagader ,vorgestern beim Endokrinologen fest gestellt,auch Polyneuropathie ,wird in beiden Beinen vermutet.

Erst einmal will ich versuchen ohne erneutes PP auszukommen.
Kein PP hat mich stabilisiert ,eigentlich hatte ich immer nur Nebenwirkungen,wie Inkontinenz und Schleimhautbluten erneut auftraten,beschloss ich auszuschleichen.
Auch Sehstörungen,Magengeschwüre,mit Teerstuhl hatte ich in den letzten drei Jahren .

lollarossa
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Re: Citalopram. Ich hoffe ich bin hier richtig

Beitrag von lollarossa » Freitag, 05.01.18, 9:21

Guten Morgen S3bkun,
ich versuche mich mal an einer Antwort an dich, es werden dir bestimmt noch andere mehr schreiben können :)
Alle Antidepressiva haben Nebenwirkungen und je länger man diese einnimmt, umso mehr können Körper und Psyche darauf reagieren.
Lies dich am besten Mal in dem Thread Erste Hilfe- Antidepressiva absetzen ein,dort findest du ein paar grundlegende Informationen zu dem Thema.
Aus eigener Erfahrung kann ich dir sagen, dass langsames Absetzen (darunter versteht man hier 10% der Dosis und dann mindestens 4 Wochen halten) sehr wichtig ist. Dein ganzes zentrales Nervensystem hat sich an den Wirkstoff gewöhnt und muss schonend entwöhnt werden, sonst treten Absetzsymptome auf. Diese werden bei sehr vielen Ärzten fehlgedeutet, in dem Sinne "Ihre Grunderkrankung ist wieder da, bzw. neue psychische Komponente ist dazu gekommen."
Das kennen hier im Forum fast alle, weshalb viele (auch ich) sehr wenigen Psychiatern Vertrauen schenken.
Ich habe Escitalopram eingenommen und musste im letzten Jahr durch einen Kaltentzug gehen, weil es mir in Verbindung mit einem anderen Medi gegeben wurde, was nich hätte passieren dürfen.
Dem entsprechenden Arzt ist da ein großer Fehler passiert und ich durfte es ausbaden. In meinem Falle hätte die Kombination mit dem anderen Medi eine Qt Zeit Verlängerung auftreten können.
Aber Citalopram und auch Escitalopram sind bekannt dafür, dass sie Probleme am Herzen machen können.
Das tun sie im Übrigen auch beim Absetzen, habe auch immer wieder Probleme mit Herzstolpern, tatsächlich auch jetzt noch, nachdem das Zeug über 2 Monate draussen ist und stecke übrigens immer noch in einer Art Entzug, was mir auch kein Arzt glauben will.
Hier im Forum kennen das alle und deswegen fühle ich mich hier so gut aufgehoben und meiner Probleme angenommen :group:
Auch 10 mg Citalopram haben einen Wirkstoff, manche nehmen sehr sehr viel weniger, teilweise mehr als einen mg und merken sofort, wenn sie den kleinen Teil an Wirkstoff nicht zu sich genommen haben.
Ich kann dir raten, wenn du Absetzen willst, dich hier etwas umzuschauen und reinzulesen. Es gibt auch eine sehr lange Liste zu den ganzen Absetzreaktionen, die eintreten können. In meinem Kaltentzug konnte ich fast jeden zweiten Punkt unterschreiben und wäre sehr froh darüber gewesen, wenn ich die Möglichkeit gehabt hätte im Sinne des Forums mit der 10 % Regel abzusetzen. :zombie:
Ich wünsche dir einen schönen Tag heute. :wink: Liebe Grüße, LOLLA
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LinLinaJamieLiese75
2008 Klinikaufenthalt, Diagnose: Borderline, Medikation: 20mg Citalopram

2009: Klinikaufenthalt, Medikation: Citalopram und 200mg Amisulpirid, entdeckter Hashimoto

2010-2013: mehrere Aufenthalte in verschiedenen Kliniken, Medikation: beibehalten, in der Zeit Absetzversuch Amisulpirid gestartet, darunter sehr gelitten, sowohl körperlich als auch physisch, Ende vom Lied, Medikation wieder genommen, erhöhter Prolaktinwert, keine Menstruation, Milchfluss, keine Libido

2013-2016: klinikfreie Zeit, ambulante Therapie läuft, viele berufliche Schwierigkeiten, entdeckt, dass ich hochsensibel, eventuell auch hochbegabt bin, diverse Ängste, vor allem zwischenmenschlich, Ausbildung zur Heilerziehungspflegerin nicht abschließen können... einmaliger Krampfanfall, Verordnung von 100mg Lyrica, Umstellung auf 10mg Escitalopram, immer noch erhöhter Prolaktinwert

2016:
Lyrica erfolgreich abgesetzt, erhöhter Prolaktinwert beibehalten, Hashimoto muss überprüft werden
2017:
kein Hashimoto mehr festgestellt worden
November 2017:
neue Psychiaterin hat Escitalopram kalt abgesetzt, darf nicht mit Amisulpirid kombiniert werden, ist ein Medikamentenfehler gemacht worden. Umstellung erfolgt seit einer Woche auf Venlaflaxin 37,5 mg.
Aktuell: Erhöhung auf 75mg Venlaflaxin net vertragen, Entzug spürbar vom Escitalopram, Schwindel, wacklige Beine und verzehrte Wahrnehmung, teilweise Panik, wieder zurück auf Venlaflaxin 37,5mg und auf der Suche nach einer Lösung
11.11:
kein Venlaflaxin mehr eingenommen, die Deckelung als Entzug zum Escitalopram funktioniert nicht
zum Schwindel kommt noch Übergeben dazu
18.11:
Nehme nur 200 mg Amisulpirid und hoch konzentriertes Vitamin B 12, Symptome kommen in Schüben, fühlt sich ziemlich unkontrollierbar an, Entzugsdeckelung mit Venlaflaxin 2, 5 mg ist nur die Notfalloption
27.11:
körperlich besser, aber an zwei Abenden kurz vor dem Einschlafen Aussetzer beim Atmen, Stimmung schlechter, reagiere dünnhäutiger und gleichzeitig fühle ich mich abgestumpft. Überlege an einer Omega 3 Ergänzug, in einer Woche bin ich wieder auf der Arbeit, hoffe, das klappt
1.12:
körperliche Symptome fast abgeklungen, Psyche geht jetzt in den Entzug. Allerdings schwer ein- und abzuschätzen, viel Triggermomente erlebt.
Seit gestern mit 2,5 mg venlaflaxin gestartet. Mich gegen Omega 3 entschieden, vorerst.
Trinke ergänzend ca 2 Liter Frauenmantel am Tag, Durch den durch Amisulprid erhöhten Prolaktinwert kriege ich meine Tage nicht,versuche sie anzuregen, sonst steht mir eine "Ausschabung" bevor :cry:
13.12: gute Nachricht, es wird keine Ausschabung gemacht, zweite Meinung bei anderem Arzt eingeholt
14.01: zweites Mal meine Periode bekommen tatsächlich in der regulären Zeit. Frauenarzt Termin steht an, Vorgehensweise wird da besprochen, ansonsten abwarten, gesundes Essen, genug Schlaf und Meinung von Stress nach Möglichkeit.

Jamie
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Re: Citalopram. Ich hoffe ich bin hier richtig

Beitrag von Jamie » Freitag, 05.01.18, 9:44

Hallo sebkun, :)

warum hast du nicht etwas früher hier nachgefragt?
Was du da gerade machst ist absoluter Bockmist für dein ZNS, sorry, dass ich das ganz direkt schreibe, ich meine das aber nicht böse.

Ein Antidepressivum ist kein Schmerzmittel, das man nur ab und zu nimmt.
Das Gehirn muss es kontinuierlich zugeführt bekommen, um funktionieren zu können, wenn du, wie du schreibst es so handhabst:
nehme auch nur sporadisch die 10 mg Dosis.
dann ist das ein riesen Stress für dein ZNS und absolut kontraproduktiv.
Entweder du nimmst es regelmäßig oder du schleichst es bitte langsam aus.
So verschlechterst du deinen Zustand aktiv selbst.
Es nur mal hier mal da zu nehmen ist so, als ob du die Antibabypille nur alle 3 Tage mal nimmst; da ist nicht viel mit Wirkung, aber du produzierst garantiert ein ansehnliches Hormonchaos und deinem ZNS geht es da gerade nicht anders.

Eine QTc Zeit Veränderung ist eine mögliche Nebenwirkung, keine "muss"-Nebenwirkung.
Und sie betrifft vor allem Ältere und am Herzen Vorgeschädigte.
Ich schlage vor, du lässt mal ein simples EKG beim Hausarzt schreiben, der sieht dann sofort, ob die Zeit Okay ist oder nicht.
Und dann kannst du einen Haken dran setzen und das innerlich zu den Akten legen.

Das würde ich aber erst machen, nachdem ich mal ein paar Wochen eine feste kontinuierliche Dosis genommen habe.
Ich würde dir aktuell empfehlen jeden Tag 5mg zu nehmen und zu beobachten, was passiert.
Und dann ein EKG schreiben lassen.
Halte gerne Kontakt zu uns, wenn du Sorgen oder Ängste hast.

Und bitte belese dich unbedingt mehr zu diesen Mitteln und wie man Absetzen sollte!
Dein eigenes fehlendes Wissen schafft dir Probleme und das ist nun wirklich etwas, was unnötig ist.
Es ist einfach auch völlig falsch zu behaupten, bei 10mg sei die Dosis zu niedrig und nicht wirksam; gerade hier sind SSRI noch besonders potent, was du auch gerne anhand der Graphik der Serotonintrabsporterbelegung nachvollziehen kannst und darfst.

LINK: viewtopic.php?f=18&t=12880

besonders die Punkte: Was passiert bei der AD Einnahme und im Entzug und Serotonintransporterbelegung / Rezeptorenbelegung


Viele Grüße
Jamie
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