Präparat wechseln wegen Gewichtszunahme

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Nordlicht1980
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Präparat wechseln wegen Gewichtszunahme

Beitragvon Nordlicht1980 » Freitag, 22.09.17, 16:53

Hallo,
ich habe mich neu angemeldet weil mich die Einnahme meines Antidepressivums von Woche zu Woche mehr beschäftigt.

Erstmal zu mir :) : ich komme aus dem hohen Norden, bin 37 Jahre alt, Mutter von zwei jungen Kindern, in Vollzeit berufstätig mit viel Personalverantwortung.

Exakt vor einem Jahr hat sich bei mir eine schwere Lebenskrise zusammengebraut. Ich war beruflich und privat stark überlastet, habe keinen Schlaf mehr gefunden, habe viel geweint, hatte Herzrasen und war oft gereizt und im Job nicht mehr in der Lage 100% zu geben.

Nach zwei Gesprächen mit meinem HA habe ich Psychotherapie und Citalopram20 verordnet bekommen. Beides tat mir schnell gut.

Ich bemerke grundsätzlich keine Nebenwirkungen, das Medikament hat mir schnell eine neue Lebensqualität wieder gegeben, ich schlafe nachts gut und habe über Tag viel Energie, bin fröhlich. Ok, meine Libido schwankt etwas, aber insgesamt würde ich Citalopram die volle Punktzahl geben - wenn da meine (für mich) heftige Gewichtszunahme nicht wäre! Zu Beginn der Einnahme war ich appetitlos, nach 2-3 Monaten schlug es um in großen Appetit! Ich kann einfach nicht nein sagen zu leckeren Dingen, bin selten nach einem Teller satt. Bis vor ein paar Wochen überwog mein Inneres Glücksgefühl und die Gleichgültigkeit gegenüber meiner Zunahme.

Leider sind es heute, ein Jahr später 12 kg mehr auf der Waage, und von Größe 40 bin ich auf 44 und laut BMI übergewichtig. Das ist ganz schlimm für mich, denn ich lege auf mein Äußeres viel Wert und kleide mich gerne trendy. Das geht nun nicht mehr. Meine komplette Garderobe muss im Prinzip erneuert werden. Das quält mich sehr.

Ich weiß nicht, ob ich hier Rat dazu finde. Ich würde mich sehr darüber freuen. Aus dem Bauch heraus würde ich sagen, dass ich noch nicht ohne Antidepressiva klar komme. Eine äußere Umstände in meinem Leben sind dafür noch zu belastend.

Hat jemand Erfahrung mit einem Wechsel des Präparats?
Mein Arzt ist dafür offen, aber er sagt, dass oft Gewichtszunahme als Nebenwirkung angezeigt ist. Dann habe ich es erstmal bei Citalopram20 belassen, aber ich würde nun doch gern was ändern.

Freu mich auf eure Antworten.

LG
Nordlicht

padma
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Re: Präparat wechseln wegen Gewichtszunahme

Beitragvon padma » Freitag, 22.09.17, 17:04

hallo Nordlicht, :)

willkommen im ADFD.

Das ADFD ist ein psychopharmakakritisches Forum, wir sprechen keine Empfehlungen für "gute" oder nebenwirkungsarme Antidepressiva aus.

Gewichtszunahme ist eine sehr häufige NW bei AD, und nicht nur ein kosmetisches Problem.

Da eine Lebenskrise der Auslöser deiner Problematik war, wäre es m.E.n. wichtig diese zu be- bzw. verarbeiten. Ein Medikament kann bestenfalls Symptome deckeln, es hilft nicht, Probleme zu bewältigen.

. Aus dem Bauch heraus würde ich sagen, dass ich noch nicht ohne Antidepressiva klar komme. Eine äußere Umstände in meinem Leben sind dafür noch zu belastend.

Es erscheint mir nicht sinnvoll zu sein, belastende Umstände mithilfe eines Medikamentes auszuhalten.
Hilft dir deine Therapie?

Wenn du irgendwann bereit dafür bist, Citalopram auszuschleichen, unterstützen wir dich gerne.

liebe Grüsse,
padma
Diagnose: somatoforme Schmerzstörung ,Fibromyalgie
seit 2002 Fluoxetin zur Schmerztherapie

Kaltentzug 2012, Wiedereindosierung, schleiche im :schnecke: Tempo aus
Absetzverlauf:
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1.09.2017: 0,5 mg


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Re: Präparat wechseln wegen Gewichtszunahme

Beitragvon micha68 » Freitag, 22.09.17, 17:27

Hallo Nordlicht,

ein herzliches Willkommen!

Wie Du sicher beim Lesen hier im Forum feststellen wirst, ist das eher ein Psychopharmaka kritisches Forum und wir versuchen uns gegenseitig beim Absetzen der Medikamente zu unterstützen. Deshalb kann ich mir nicht vorstellen, dass Dir jemand "einfach" ein anderes Präparat ans Herz legen wird...

Andere Antidepressiva haben z.T. viel stärkere Gewichtszunahme in den Nebenwirkungen erwähnt als es jetzt für Citalopram typisch wäre. Dies hat Dir Dein Arzt ja auch gesagt. So könntest Du mit einem Wechsel durchaus noch mehr Gewicht zunehmen... :cry:

Der "beste" Weg Gewicht zu reduzieren ist oft gekoppelt mit einer Medikamentenreduzierung. Diese sollte jedoch sehr langsam (10% alle 4-6 Wochen) erfolgen. Und natürlich erst, wenn Du dazu bereit bist!

Vorher kannst Du durch genaue Analyse Deines Essverhaltens ggf schon Alternativen finden, dabei wird Dir sicher Deine Psychotherapie behilflich sein können. Zu schauen, wann und warum esse ich, was könnte ich statt dessen tun, oder auch vor dem Mittagessen erst einen Salat (dann ist hoffentlich nicht mehr so viel Platz für "hochkalorisches") und vor dem Abendessen eine Suppe... Was wird "geschnuckelt", kann ich da etwas dran drehen? etc.

Ich kann Dich sehr gut verstehen, wenn es Dir gerade so gut geht mit dem Citalopram, dass Du es noch nicht reduzieren möchtest. Wenn die Zeit zum Reduzieren kommt, ist es auf jeden Fall jetzt schon mal PRIMA :) das Du hierher gefunden hast. Hier bekommt man eine tolle Unterstützung! :group:

Es wird sich ganz sicher noch jemand vom Team/andere Foris melden.

Wünsche Dir alles Gute!
Micha

(ups überschnitten :D )
Reduktion von Valproinsäure retardiert und Quetiapin (Wasserlösemethode)
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Benedikt24
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Re: Präparat wechseln wegen Gewichtszunahme

Beitragvon Benedikt24 » Freitag, 22.09.17, 20:07

Hallo Nordlicht,

herzlich willkommen hier im ADFD. Gut das Du Dich uns anvertraut hast.

Mich würde interessieren wogegen Du das AD nimmst. Was ist Dein Krankheitsbild. Überbelastung? Wir Menschen halten Belastungen nur bis zu einem bestimmten Zeitpunkt aus. Der Körper sendet dann Signale. Langsam zu machen. Geht man dann weiter - bricht man normalerweise zusammen. Das ist dann der Schutzmechanismus des Körpers um endlich Ruhe zu finden. Aber in unserer Gesellschaft muss man ja omnipräsent sein. 100% Leistungsfähig.(24/7) Funktionieren wie eine Maschine. :frust: Dafür gibt es dann Medizin. Eben auch PP. Es wäre gut - wenn Du Ausschleichen würdest und die Therapie für Dich erfolgreich beenden könntest.

Wir sind für Dich gerne da. Und helfen Dir - ursächlich zur Heilung zu kommen. Aber entscheiden musst Du.

Herzlich, Benedikt
2010 - Ende 2011 Aufdosierung auf 200 mg Seroquel (Panik und Wahnvorstellungen - ich nahm mal Seroquel- mal nicht, Vertrauen hatte ich keins)
Nehme seit 2012 Olanzapin (auf Grund einer (Absetz)Psychose) (wurde in Psychatrie eingewiesen) Grund der Psychose: Traumata - noch nicht bearbeitet
Von 2012-2015, 15 mg Olanzapin (40 kg Gewichtszunahme)
2015 Absetzversuch auf 0 (gescheitert nach Arztempfehlung) Absetz- Psychose!
2015 wieder hoch auf 15 mg
Anfang 2016 auf 10 mg (ging gut)
12/2016 5 Tage mit 5 mg Olanzapin (laienhaft zerbrochen!) Große Absetzproblematik Danach auf 10 mg hochdosiert.
Seit Kindertagen diverse Asthmamittel (bis heute), Zaditen, Viani 50/250, Ditec, Salbutamol, Ultibro Breezhaler
Kortisonbehandlung über viele Jahre (Asthma, Morbus Crohn) seit 2008 nicht mehr.
Reduzierung von 10 mg Olanzapin - auf 9 mg (12.1.17)
Seit 20.1.17 schnell fettende Haare; Seit 2.2.17 Zittern in den Finger; 8.2.17 kein Zittern mehr
Reduzierung von 9 mg Olanzapin auf 8 mg (12.2.17)
Reduzierung von 8 mg Olanzapin auf 7 mg (12.3.17)
Seit ca. 3.3.17 massive Darmbeschwerden.
Es wurden am 14.3.17 schlechte Leberwerte, Vitamin D, Folsäure und B12- Mangel festgestellt.
8.4.17 Darmbeschwerden sind verschwunden.
Reduzierung von 7 mg Olanzapin auf 6 (15.4.17)
Nehme ab den 20.4.17, 1 Kapsel Zinkamin-Falk (Zinktabletten) 1x täglich (15 mg)
5.4.17 Einnahme von Mariendistel - Kapseln 500 mg Extrakt (80% Silymarin) 1x täglich. (Kräuterhandel Sankt Anton)
Reduzierung von 6 mg Olanzapin auf 5 mg (15.5.17)
22.6.17 Leberwerte verbessert (durch Olanzapin-Reduktion,Verzicht auf Alkohol und Mariendiestel-Präparat. Zinkamin schadet auch nicht.) Durch Zinkamin keine schnell fettende Haare
Reduzierung von 5 mg auf 4 mg Olanzapin (20.6.17)
Durch Reduzierung fühle ich mich insgesamt aktiver und lebendiger.
Seit Januar 2017, gehe ich 1x monatlich zumTherapeutischen Malen bei einer Kunsttherapeutin. (6h) Durch die Bilder kann ich meine Gefühle zum Ausdruck bringen. Den Gefühlsstau später auflösen und wieder fühlen. (Angst, Verlassenheit, Wut, Demütigung) Die Bilder nehme ich zum Therapeuten mit. Dort werden sie im geschützten Rahmen besprochen und ich durchlebe den dargestellten Ausdruck des Bildes dann bewusst- was vorher unbewusst durch das Malen geschah. So kann ich Verdrängtes wieder aktivieren.Therapie ist anstrengend. 1-2 Tage hat meine Seele dann noch zu tun. Die Arbeit (6 h täglich) stabilisiert mich wieder, holt mich ins Jetzt zurück.
5.7.17 Meine Psychotherapie wurde verlängert. Um 140 h. Insgesamt:300 h von 2014-2022.
Reduktion 4 mg auf 3 mg Olanzapin (25.7.17)
Reduktion 3 mg auf 2,5 mg Olanzapin (25.8.17)
5.9.17 Probleme mit der Wahrnehmung, (Ich - Umgebung) (Schizophrenie) kann es aber aushalten. Bleibe bei 2.5 mg.
Einnahme von Chia-Samen (13.10.) umgemahlen - sehr gut bei Darmproblemen

Jamie
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Re: Präparat wechseln wegen Gewichtszunahme

Beitragvon Jamie » Freitag, 22.09.17, 20:33

Hallo ihr beiden Neuen (Nordlicht, crozilla)

Willkommen im Forum :)

crozilla, es ist unumgänglich, dass du bitte noch mal einen eigenen Beitrag schreibst (einen eigenen Thread eröffnest, der dann alleine dir gehört), damit sich künftig die Themen von dir und Nordlicht nicht mischen.
Hier "darf" jeder seinen eigenen Thread / Faden haben :roll: und das ist auch wichtig, da "Beratung über kreuz" nicht gut geht.

Bitte stell dich doch noch mal vor, wie gesagt in einem eigenen Thread

Grüße
Jamie
...........SIGNATUR...............


:arrow: Eure Mithilfe ist gefragt - wer benutzt die Wasserlösemethode?


:!: mein Erfahrungsbericht (AD absetzen / erzwung. Kaltentzug / SSRI / Akathisie): viewtopic.php?f=51&t=12478


Meine PN-Funktion ist deaktiviert. Ich danke für euer Verständnis.

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Re: Präparat wechseln wegen Gewichtszunahme

Beitragvon Anikke » Samstag, 23.09.17, 10:04

liebe Nordlicht,
herzlich willkommen hier im forum :-)
ich kann dir wie die anderen zu keinem anderem ad raten. wir sind javein psychopharmakakritisches und versuchen diese langsam auszuschleichen.
als du deine Lebenssituation beschriebst musste ich schlucken - zwei Kinder uuund vollzeit Mut hoher Verantwortung ist sehr sehr viel. ich weiß dass einige Menschen sowas locker schaffen, aber es ist für viele einfach zu viel Lebenskraft. Kinder aufzuziehen ist bereits ein fulltime-job. dazu noch ein fulltimejob ist echt sehr viel. wie schafft du das?
wenn dir dazu als erstes dein ad einfällt, solltest du über eine andere lebensorganisation nachdenken, ein Medikament bringt dich toll zum funktionieren aber auf lange Zeit kann es dich sehr viel kosten, u d es wirkt nicht ewig, und du kommst schwer davon los.
zur gewichtszunahme: du schreibst, dass du großen appetit hast. mir ging das mit Mirtazapin auch si, ich hatte gar kein sättigungsgefühl mehr und habe auch etwas zugenommen. da ich große magenorobleme habe, musste ich den appetit eh zügeln und habe ganz auf Zucker und kohlehydrate also auch auf alles Mehl, Reis usw. verzichtet. also quasi lowcarb, wobei ich auf Fleisch auch verzichte.
dadurch geht der Heißhunger gut weg, der wird ja durch die blutzuckerschwankungen ausgelöst.
liebe grüße anikke
01.03. bis 21.06. täglich 15 mg Mirtazapin
seit 21.06. 2017 täglich ca 11 mg Mirtazapin
seit 06.07.2017 täglich 12 mg Mirtazapin
seit 03.08.2017 täglich 10 mg Mirtazapin
seit 09.09.2017 täglich 9 mg Mirtazapin
seit 08.10.2017 täglich 8 mg Mirtazapin


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