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Buetzfeld: Ich möchte gerne weg vom Citalopram

Wenn Antidepressiva abgesetzt werden, kann dies zu schweren und langwierigen Entzugserscheinungen führen. Viele Hersteller und Ärzte verharmlosen diese Problematik leider.
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Re: Ich möchte gerne weg vom Citalopram

Beitrag von Buetzfeld » Freitag, 18.05.18, 8:34

Hallo zusammen,
bitte verzeiht mir, wenn ich schon wieder so am jammern bin. Ich habe solch ein Brennen der Füße. Das hatte ich letzte Woche ja auch schon mal, bis es vom Schwindel abgelöst wurde. Seit einigen Tagen ist der Schwindel weg und das Fußbrennen ist wieder da. Ich kann zur Zeit nicht rational denken. Ich grübel nur zwischen MS oder Hirntumor. Abends im Bett ist es bis auf die schon jahrelang vorhandenen leichten Taubheitsgefühle weg, um pünktlich morgens mit den ersten Gedanken daran wieder zu kommen. Es steht eindeutig im Zusammenhang mit der Reduzierung, aber ich hatte diese Symptomatik früher noch nie. Können es denn wirklich Absetzsymptome sein, auch wenn ich sie früher nie hatte ? Ich hatte ja jahrelang Herzprobleme, dann Schwindelgefühle, jetzt Fußbrennen. Hat sich meine Psyche eventuell ein neues körperliches Ventil geschaffen. Bitte helft mir. Ich habe gestern auf 6 mg hochdosiert. Hoffe dass das irgendwann hilft. Was ist, wenn nicht ? Vor 6 Wochen war ich noch sehr stark und selten aus der Fassung zu bringen. Bitte, hätte nicht gedacht, dass ich nochmal wieder so ins Jammertal abrutschen würde, dachte ich wäre stärker geworden. Danke euch schon mal sehr.....Buetze
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2009 Beginn der Depressionen mit extremen Schwindel, Angstzustände, Hypochondrie, Panikattacken.
Hausarzt: 20mg Citalopram mit extremen Nebenwirkungen (Schwindel, extreme Ängste, Panik) für 8 Wochen
Psychiater20 mg Citalopram 8 Wochen krankgeschrieben
2009 - 2011 kaum Probleme, jedoch Beginn von leichten Taubheitsgefühlen an den Zehen
2011 Absetzen von Citalopram dann im 4 Wochen Rythmus -20mg-15mg-10mg-5mg , danach 3 Monaten keine Probleme
Mitte 2012 nach großer psychischer Belastung wieder extremer Schwindel, Angstzustände, Hypochondrie, Panikattacken. Psychiater20 mg Citalopram 8 Wochen krankgeschrieben
2014 Nach 2 Jahren guten Befinden außer den immer leicht tauben Zehen, 2.Absetzversuch, wie beim ersten Mal. Reduzierung alle 4 Wochen von 20mg-15mg-10mg-5mg.
Mitte 2014 nach 3 Monaten AD-frei wieder Beginn von massivem Schwindel, Panik, Hypochondrie etc. Psychiater20 mg Citalopram 10 Wochen krankgeschrieben. Danach für lange Zeit richtig gut
Mitte 2017 3.Absetzversuch, dieses Mal langsamer, 6 Monate auf 15mg, dann 3 Monate auf 10 mg.
Anfang April 2018 Reduzierung auf 5mg. Seitdem haben die Taubheitsgefühle und Missempfindungen in den Füssen stark zugenommen. Dadurch hypochondrische Befürchtungen und Grübeleien über mögliche andere Ursachen wie Tumor oder MS. Zeitweise stehen jedoch auch unterschiedlich andere Symptome wie Schwindelgefühle im Vordergrund und die Missempfindungen in den Füssen sind im Hintergrund so stark ausgeprägt. Die Symptome sind allerdings auszuhalten und ich kann nach wie vor meinem Job nachgehen.
Am 17.05.18 mit Wasserlösemethode wieder auf 6 mg hochdosiert. Seitdem sind die Missempfindungen mit Brennen in den Füssen extrem verstärkt. Außerdem Antriebslosigkeit, Schwäche, Appetitlosigkeit. Ich schleppe mich durch den Tag und bin extrem unglücklich und hypochondrisch.
seit 24.05.18 plötzlich einsetzende Besserung. Ängste und Panik sind verschwunden, die Dosierung mit 6 mg scheint gegriffen zu haben.
30.05.18 Das Fenster ist leider vorbei, die Missempfindungen in den Zehen, Füßen und Beinen werden wieder schlimmer. Die Ängste und Panik sind wieder da. Ich bin weinerlich und antriebslos, kein Vergleich und genau das Gegenteil von letzte Woche. Ich bin am Boden zerstört.
Juni 2016 So ganz langsam wechseln sich leichte Fenster mit zum Teil noch heftigen Wellen ab. Geht es mir zum Teil tagelang ganz mies, ändert sich das Befinden dann plötzlich innerhalb einer Stunde. Die Beschwerden sind dann weitaus geringer ausgeprägt und die Stimmung verbessert sich sehr. Für jemanden, der das noch nie erlebt hat, ist das unbegreiflich und kaum nachvollziehbar. Eben noch bricht die Welt zusammen und etwas später dann genau das Gegenteil. Allerdings schlägt es danach auch sehr schnell wieder um und die Ängste und Missempfindungen sind massiv wieder präsent. Ich hoffe jedoch auf zunehmende Stabilisierung. Die Fenster machen mir Mut, dass es tatsächlich nur Absetzsymptome sind und keine ernsthafte Krankheit. Aber die Symptome sind schon sehr heftig.

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Re: Ich möchte gerne weg vom Citalopram

Beitrag von Gwen » Freitag, 18.05.18, 9:47

Moin Buetze,

das Symptome wechseln ist ganz normal im Entzug! Das beschreiben ganz viele hier, dass sie dauernd andere und auch neue Symptome haben. Um so mehr Du Dich darauf konzentrierst, um so mehr beeinträchtigt es Dich.
Buetzfeld hat geschrieben:
Freitag, 18.05.18, 8:34
Abends im Bett ist es bis auf die schon jahrelang vorhandenen leichten Taubheitsgefühle we
Wenn Du eine ernsthafte Erkrankung hättest, würden die Smptome nicht gegen Abend besser werden. Diese abendliche Besserung ist auch ganz klassisch im Entzug. Morgens, wenn der Cortisolspiegel hoch ist, treten oft die meisten Symptome wie Unruhe, Angst etc auf. Nachmittags/Abends ist der Spiegel niedrig und die Smptome gehen weg.

Dosierst Du jetzt mit der Wasserlösemethode? Die ungenauen Einnahmen in letzter Zeit waren bestimmt Stress für Deinen Körper. Achte ab sofort drauf, die Dosis wirklich genau einzuhalten!

Viele Grüße Gwen
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Re: Ich möchte gerne weg vom Citalopram

Beitrag von Buetzfeld » Freitag, 18.05.18, 10:38

Danke Gwen,
ja, seit gestern Abend nehme ich 6 mg mit der Wasserlösemethode. Das ging super, da sich die Citalopram-Tablette sehr schnell komplett aufgelöst hat. Habe mir vorher auch das Video zu der Methode angesehen. Mein Fußbrennen ist abends deutlich abgeschwächter, ich kann ja auch nachts ganz gut schlafen. Letzte Woche habe ich hier im Forum noch erzählt, dass das Brennen bedeutend besser ist und ich damit leben kann. Diese Unterschiede zeigen ja eigentlich, dass es nichts Ernsthaftes sein kann. Trotzdem fühlt es sich in seiner Intensität ganz furchtbar an.
LG Buetze
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2011 Absetzen von Citalopram dann im 4 Wochen Rythmus -20mg-15mg-10mg-5mg , danach 3 Monaten keine Probleme
Mitte 2012 nach großer psychischer Belastung wieder extremer Schwindel, Angstzustände, Hypochondrie, Panikattacken. Psychiater20 mg Citalopram 8 Wochen krankgeschrieben
2014 Nach 2 Jahren guten Befinden außer den immer leicht tauben Zehen, 2.Absetzversuch, wie beim ersten Mal. Reduzierung alle 4 Wochen von 20mg-15mg-10mg-5mg.
Mitte 2014 nach 3 Monaten AD-frei wieder Beginn von massivem Schwindel, Panik, Hypochondrie etc. Psychiater20 mg Citalopram 10 Wochen krankgeschrieben. Danach für lange Zeit richtig gut
Mitte 2017 3.Absetzversuch, dieses Mal langsamer, 6 Monate auf 15mg, dann 3 Monate auf 10 mg.
Anfang April 2018 Reduzierung auf 5mg. Seitdem haben die Taubheitsgefühle und Missempfindungen in den Füssen stark zugenommen. Dadurch hypochondrische Befürchtungen und Grübeleien über mögliche andere Ursachen wie Tumor oder MS. Zeitweise stehen jedoch auch unterschiedlich andere Symptome wie Schwindelgefühle im Vordergrund und die Missempfindungen in den Füssen sind im Hintergrund so stark ausgeprägt. Die Symptome sind allerdings auszuhalten und ich kann nach wie vor meinem Job nachgehen.
Am 17.05.18 mit Wasserlösemethode wieder auf 6 mg hochdosiert. Seitdem sind die Missempfindungen mit Brennen in den Füssen extrem verstärkt. Außerdem Antriebslosigkeit, Schwäche, Appetitlosigkeit. Ich schleppe mich durch den Tag und bin extrem unglücklich und hypochondrisch.
seit 24.05.18 plötzlich einsetzende Besserung. Ängste und Panik sind verschwunden, die Dosierung mit 6 mg scheint gegriffen zu haben.
30.05.18 Das Fenster ist leider vorbei, die Missempfindungen in den Zehen, Füßen und Beinen werden wieder schlimmer. Die Ängste und Panik sind wieder da. Ich bin weinerlich und antriebslos, kein Vergleich und genau das Gegenteil von letzte Woche. Ich bin am Boden zerstört.
Juni 2016 So ganz langsam wechseln sich leichte Fenster mit zum Teil noch heftigen Wellen ab. Geht es mir zum Teil tagelang ganz mies, ändert sich das Befinden dann plötzlich innerhalb einer Stunde. Die Beschwerden sind dann weitaus geringer ausgeprägt und die Stimmung verbessert sich sehr. Für jemanden, der das noch nie erlebt hat, ist das unbegreiflich und kaum nachvollziehbar. Eben noch bricht die Welt zusammen und etwas später dann genau das Gegenteil. Allerdings schlägt es danach auch sehr schnell wieder um und die Ängste und Missempfindungen sind massiv wieder präsent. Ich hoffe jedoch auf zunehmende Stabilisierung. Die Fenster machen mir Mut, dass es tatsächlich nur Absetzsymptome sind und keine ernsthafte Krankheit. Aber die Symptome sind schon sehr heftig.

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Re: Ich möchte gerne weg vom Citalopram

Beitrag von StefanKremer377 » Freitag, 18.05.18, 11:23

Hallo Buetzfeld!

Herzlichen Dank für deinen ausführlichen Bericht zum Thema Herzsymptomatik. Ich sehe da immer große Parallelen. Da ich zur Zeit stationär bin, fand ich bis dato nicht wirklich die Zeit zu antworten. Dazu die Wahrnehmung und Konzentration. Verzeihe dies bitte.

Zum Thema Mißempfindungen in den Beinen kann ich dir berichten, dass ich das gefühl von Kälte auch fast täglich habe. Heeute allerdings komischerweise nicht. Wäre für mich mal wieder ein Indiz für die Absetz-Misere....
Bei mir fängt es im Fuß an und strahl richtig über die Wade aus. Also der komplette rechte Unterschenkel.
Auch im Fußrücken zieht es wie ein kalter Windhauch rüber.

Das fiel mir ab dem dritten Monat nach null das erste Mal auf. War für paar Wochen intensiv wo ich auch zum Arzt rannte. Der machte aber nur die Reflexe-Tests und meinte nur das es die Psyche sei :-( Mal wieder!
Auch ständig kalte Fusse und Hände. Das bestärkt natürlich die Anststörung immens.

Lass uns einfach Tag für Tag stark sein. Werde mal die Meditation bei youtube ausprobieren.

Lg Stefan
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2008 Schilddrüse wegen kalten Knoten komplett entfernt. Danach PA ohne Ende. War per Du mit den Notärzten und Krankenhäusern. Schwindel, Herzrasen

2011 Einweisung in die Psychiatrie Schlüchtern für 4 Monate
Diagnosen: Schwere Depression/Burn Out, Hypochondrische Angststörung, angeblich Bipolar
Medikamente: Abilify, Citalopram, Seroquel, Mirtazapin, Zyprexa

2012 Tagesklinik Gelnhausen Citalopram 30 mg, Mirtazapin 15 mg zur Nacht

2014 Trennung der 15 jährigen Beziehung. Kinder leben bei Mutter. Tiefes Loch. Alkohol

Feb. 2016 Jobverlust durch massive Konzentrationsprobleme Einweisung in die Psychiatrie, Schlüchtern.
Diagnosen: wie gehabt plus ADHS im Erwachsenenalter.
Medikamente: Citalopram 30 mg, Strattera. Letzteres nicht vertragen. Selbstverletzungen

März 2016 Suizidversuch. 24 h Ingewahrsamnahme durch die Polizei in Psychiatrie Schlüchtern. 2,5 Promille

Mai 2016 Geburt meiner 3. Tochter mit neuer Partnerin

Aug 2016 Tagesklinik Gelnhausen. Citalopram 30 mg plus 20 mg Medikinet. Dadurch SD Werte im Keller. Starkes Herzstolpern, Angst, Panik, Schwindel. VierWochen Citalopram abgesetzt. Würde sich nicht mit Medikinet vertragen
Danach ständig Panik, Angst

Nov 2016 Reha in Bad Wildungen. Cita wieder rein qui 15 mg. Wirkte aber nicht mehr richtig.
Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung

April 2017 Beginn der beruflichen Reha (LTA)

Sept 2017 Einweisung in die Psychiatrie, Lohr
Nach vier Tagen Citalopram raus. Stattdessen Tianeptine, Duloxetin, Sertralin 50 mg Erneut Medikinet, Würde nicht auf die SD Werte gehen lt Oberarzt. Starke Herzrythmusstörungen. Langzeit EKG löste sich ständig das Kabel. Dadurch wohl verfälscht. Lt Oberarzt bräuchte ich einen Schrittmacher da 8 Sekunden Herzaussetzer.
Brach den Aufenthalt sofort ab und ging in ein normales Krankenhaus.
Vier Tage Untersuchungen. Alles in Ordnung. Keine Aussetzer. Verurteilten sogar im Abschlussbericht die Diagnose der Psychiatrie
Innerhalb 4 Tagen wurde das Sertralin 50 mg abgesetzt.

Seid Mitte November ohne AD.
Symptome:
Schwindel, Angst, Panik, Herzrasen, Zwänge.. 50 Mal Puls messen, starke Derealisation, Depersonalisation, Kopfschmerzen, starke Blähungen, Augendruck bei Bewegung der Augäpfel, Durchfall, Gereiztheit, kalte Hände und Füße, Kribbeln in den Beinen

Januar 18
Befinde mich jetzt wohl auch im Langzeit-Entzug:
Benommenheit, Gangunsicherheit, Schwäche in den Beinen, allgemein kraftlos, Schwindel... Warte auf die besagten Fenster, die ich soooo gerne weit öffnen würde
Februar 18
Seid Anfang Februar durchgehend Benommenheit, Schwindel, unregelmäßiger Herzschlag, Surren im rechten Ohr. Psychisch komischerweise recht stabil. Wutausbrüche
März 18
Extreme Krankheitsängste. Bislang aber nur eine Panikattacke. Speziell die Herz-Angst EKG o.B. Trotzallem Herzstolpern bei Anstrengung und Aufregung, Schwindelschläge, dauerhafte Benommenheit, DP/DR.
Verliere langsam den Mut das es wirklich "nur" der Entzug ist...
April 18
Körperliche Symptome unverändert. Besonders morgens schneller Puls, Schwindel, Benommenheit, Muskelschwäche.
2 Wochen Psychiatrie
Mai 18
Erneut 2 Wochen stationär. Garnicht so einfach ständig die Tabletten verschwinden zu lassen.
Neuerdings gibt es immer mal Stunden wo ich mich "wie früher fühle". Allerdings 10 Tage Welle.... 2 Std durchatmen.... Dann geht es von vorne los. Komisches Wellenmuster...
Seid 30.05. In der Tagesklinik

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Re: Ich möchte gerne weg vom Citalopram

Beitrag von Buetzfeld » Freitag, 18.05.18, 12:34

Hallo Stefan,
macht dir keinen Stress, du schreibst wenn du schreiben möchtest oder kannst, wenn nicht, dann ist das eben so und dann ist keiner böse drum.
Den Usern hier geht es ja allen irgendwo nicht so besonders gut und jeder hat Respekt und Verständnis gegenüber den anderen. Das hoffe ich jedenfalls.
Du hast das mit dem Kältegefühl in Füßen und Beinen ganz gut beschrieben, so ähnlich fühlt es sich bei mir auch an, es scheint also tatsächlich mit dem Absetzen zusammen zu hängen.
Habe in deinem Anhang das mit dem 50x Pulsmessen gelesen. Das hatte ich auch, ständige Kontrolle der eigenen Körperfunktionen, Hand an der Halsschlagader ob der Rhythmus regelmäßig ist, Blutdruck messen etc. Das habe ich gar nicht mehr, glaube mir irgendwann wird das bei dir auch wieder verschwinden. Dafür sind andere Symptome da, Schwindelgefühle über Schwindelgefühle...ich war eine Zeit lang nicht fähig die Wohnung zu verlassen.....das verschwand auch wieder. Das vegetative Nervensystem sucht sich anscheinend immer eine körperliche Schwachstelle. Im Prinzip weiß man das alles selber, wenn man es dann jedoch erlebt, ist es eine angsteinflößende starke Bedrohung.
Ich war vor 1 Jahr ja auch zum Neurologen wegen den Missempfindungen in den Füßen. Der Arzt überprüfte mittels Strom die Nervenfasern mit dem Ergebnis dass alles in Ordnung ist. Damit hat er es abgetan. Ich war beruhigt und die Symptome kaum noch spürbar. Jetzt, seitdem ich mich da wieder voll reinsteigere, spüre ich es auch sehr extrem.
Ach Stefan, manchmal hätte ich lieber einen gebrochenen Arm, da weiß man was man hat und ungefähr wann er wieder verheilt ist. Aber die wirren und undurchschaubaren Symptome der Psyche, das wünsche ich niemanden.
Von Herzen.....
Buetze :hug:
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Am 17.05.18 mit Wasserlösemethode wieder auf 6 mg hochdosiert. Seitdem sind die Missempfindungen mit Brennen in den Füssen extrem verstärkt. Außerdem Antriebslosigkeit, Schwäche, Appetitlosigkeit. Ich schleppe mich durch den Tag und bin extrem unglücklich und hypochondrisch.
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30.05.18 Das Fenster ist leider vorbei, die Missempfindungen in den Zehen, Füßen und Beinen werden wieder schlimmer. Die Ängste und Panik sind wieder da. Ich bin weinerlich und antriebslos, kein Vergleich und genau das Gegenteil von letzte Woche. Ich bin am Boden zerstört.
Juni 2016 So ganz langsam wechseln sich leichte Fenster mit zum Teil noch heftigen Wellen ab. Geht es mir zum Teil tagelang ganz mies, ändert sich das Befinden dann plötzlich innerhalb einer Stunde. Die Beschwerden sind dann weitaus geringer ausgeprägt und die Stimmung verbessert sich sehr. Für jemanden, der das noch nie erlebt hat, ist das unbegreiflich und kaum nachvollziehbar. Eben noch bricht die Welt zusammen und etwas später dann genau das Gegenteil. Allerdings schlägt es danach auch sehr schnell wieder um und die Ängste und Missempfindungen sind massiv wieder präsent. Ich hoffe jedoch auf zunehmende Stabilisierung. Die Fenster machen mir Mut, dass es tatsächlich nur Absetzsymptome sind und keine ernsthafte Krankheit. Aber die Symptome sind schon sehr heftig.

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Re: Ich möchte gerne weg vom Citalopram

Beitrag von StefanKremer377 » Samstag, 19.05.18, 13:14

Hey, Buetze !

Das denke ich auch. Viele hier haben zu kämpfen, daher dauert wohl eine Antwort, bzw eine Stellungnahme ab und an ein wenig. Bei mir ist es so, dass ich überhaupt keine Konzentration mehr habe. Merken kann ich mir auch nichts mehr. Habe jetzt schon wieder im Großen vergessen was du schriebst. Muss dann immer wieder hochscrollen ;-)

Pulsmessen, das ist mein größtes Übel. Mache es auch heimlich, dass es keiner sieht. Die Freundin ertappt mich aber trotzdem ständig. Ist aber sehr verständnisvoll. Ließ mir sogar mehrmals im Auto ihr Handy geben,da ich meins vergaß. So ne Stoppuhr am Handy ist gold wert. Aber leider übel um die Angst aufrecht zu erhalten
Nach all en Therapien bekomme ich das alles immer noch nicht im Alltag geregelt. Angstkreislauf etc. Nun gut!

Den Schwindel den du beschreibst habe ich 24/7. und das seid Jahren. Unter AD war es wirklich mal eine zeitlang besser. Für mich aber trotzdem kein Grund das wieder zu nehmen. Bei schnellen Kopfbewegungen, Augenbewegungen, besonders nach oben ---> Schwindel. Ich glaube wenn ich den damals schon nicht gehabt hätte wäre ich niemals so tief in die Hypochondrie rein.

Wie du es sehr sinnvoll beschreibst. Reinsteigern verursacht Sypmtome. Das typischste Merkmal einer hypochondrischen Angststörung: Der Patient ist nicht lange beruhigt bei einem positiven Untersuchungsergenis.
Ich fange nach einem EKG immer an zu weinen. Was da für ein Druck dahinter steckt.

Das mit den Wellen erlebe ich auch irgendwie anders. Habe ständig meine Symptome, nur ab und an mal eine kleine Besserung ("so wie früher") für ne Stunde. Lena beschrieb mal sehr treffend die unterschiedlichsten Arten.

Jetzt bin ich platt. Wünsche dir weiterhin viel Stärke und Gelassenheit

Lg Stefan
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2012 Tagesklinik Gelnhausen Citalopram 30 mg, Mirtazapin 15 mg zur Nacht

2014 Trennung der 15 jährigen Beziehung. Kinder leben bei Mutter. Tiefes Loch. Alkohol

Feb. 2016 Jobverlust durch massive Konzentrationsprobleme Einweisung in die Psychiatrie, Schlüchtern.
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März 2016 Suizidversuch. 24 h Ingewahrsamnahme durch die Polizei in Psychiatrie Schlüchtern. 2,5 Promille

Mai 2016 Geburt meiner 3. Tochter mit neuer Partnerin

Aug 2016 Tagesklinik Gelnhausen. Citalopram 30 mg plus 20 mg Medikinet. Dadurch SD Werte im Keller. Starkes Herzstolpern, Angst, Panik, Schwindel. VierWochen Citalopram abgesetzt. Würde sich nicht mit Medikinet vertragen
Danach ständig Panik, Angst

Nov 2016 Reha in Bad Wildungen. Cita wieder rein qui 15 mg. Wirkte aber nicht mehr richtig.
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April 2017 Beginn der beruflichen Reha (LTA)

Sept 2017 Einweisung in die Psychiatrie, Lohr
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Brach den Aufenthalt sofort ab und ging in ein normales Krankenhaus.
Vier Tage Untersuchungen. Alles in Ordnung. Keine Aussetzer. Verurteilten sogar im Abschlussbericht die Diagnose der Psychiatrie
Innerhalb 4 Tagen wurde das Sertralin 50 mg abgesetzt.

Seid Mitte November ohne AD.
Symptome:
Schwindel, Angst, Panik, Herzrasen, Zwänge.. 50 Mal Puls messen, starke Derealisation, Depersonalisation, Kopfschmerzen, starke Blähungen, Augendruck bei Bewegung der Augäpfel, Durchfall, Gereiztheit, kalte Hände und Füße, Kribbeln in den Beinen

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Februar 18
Seid Anfang Februar durchgehend Benommenheit, Schwindel, unregelmäßiger Herzschlag, Surren im rechten Ohr. Psychisch komischerweise recht stabil. Wutausbrüche
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Extreme Krankheitsängste. Bislang aber nur eine Panikattacke. Speziell die Herz-Angst EKG o.B. Trotzallem Herzstolpern bei Anstrengung und Aufregung, Schwindelschläge, dauerhafte Benommenheit, DP/DR.
Verliere langsam den Mut das es wirklich "nur" der Entzug ist...
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Körperliche Symptome unverändert. Besonders morgens schneller Puls, Schwindel, Benommenheit, Muskelschwäche.
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Re: Ich möchte gerne weg vom Citalopram

Beitrag von Buetzfeld » Dienstag, 22.05.18, 14:39

Hallo Leute,
seit Donnerstag habe ich ja wieder etwas hochdosiert und nehme mit der Wasserlösemethode 6 mg Citalopram.
Mir geht es heute sehr schlecht. An Pfingsten war es nicht viel besser. Die Missempfindungen in den Füssen sind für mich extrem spürbar. Ich habe Angst ohne Ende, dass es was Schlimmes ein könnte. Ich teile jedem mein Leid mit, einige sind schon echt genervt davon. Ich weine viel, habe zudem noch starkes Sodbrennen, Freudlosigkeit und wache morgens schon immer sehr früh auf. Die ersten Gedanken gehen dann Richtung Füsse und sofort spüre ich dieses Gefühl als wenn man ständig zu enge Socken anhat. Auf der Arbeit kann ich mich kaum konzentrieren. Wenn ich versuche logisch zu denken, dann traten die Missempfindungen während meines 1. Absetzversuches 2012 erstmals auf. Seitdem waren sie immer leicht vorhanden und jetzt bei der Reduzierung von 10 auf 5 mg sind sie stärker ausgeprägt, sodass sie mir mehr Angst machen. Habe mir in 2 Tagen einen Termin beim Hausarzt geben lassen. Letztes Jahr wurden die Nervenreizungen ja mal mit Strom getestet, da waren keine Auffälligkeiten. Trotzdem spüre ich ja, dass es nicht in Ordnung ist.
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Mitte 2012 nach großer psychischer Belastung wieder extremer Schwindel, Angstzustände, Hypochondrie, Panikattacken. Psychiater20 mg Citalopram 8 Wochen krankgeschrieben
2014 Nach 2 Jahren guten Befinden außer den immer leicht tauben Zehen, 2.Absetzversuch, wie beim ersten Mal. Reduzierung alle 4 Wochen von 20mg-15mg-10mg-5mg.
Mitte 2014 nach 3 Monaten AD-frei wieder Beginn von massivem Schwindel, Panik, Hypochondrie etc. Psychiater20 mg Citalopram 10 Wochen krankgeschrieben. Danach für lange Zeit richtig gut
Mitte 2017 3.Absetzversuch, dieses Mal langsamer, 6 Monate auf 15mg, dann 3 Monate auf 10 mg.
Anfang April 2018 Reduzierung auf 5mg. Seitdem haben die Taubheitsgefühle und Missempfindungen in den Füssen stark zugenommen. Dadurch hypochondrische Befürchtungen und Grübeleien über mögliche andere Ursachen wie Tumor oder MS. Zeitweise stehen jedoch auch unterschiedlich andere Symptome wie Schwindelgefühle im Vordergrund und die Missempfindungen in den Füssen sind im Hintergrund so stark ausgeprägt. Die Symptome sind allerdings auszuhalten und ich kann nach wie vor meinem Job nachgehen.
Am 17.05.18 mit Wasserlösemethode wieder auf 6 mg hochdosiert. Seitdem sind die Missempfindungen mit Brennen in den Füssen extrem verstärkt. Außerdem Antriebslosigkeit, Schwäche, Appetitlosigkeit. Ich schleppe mich durch den Tag und bin extrem unglücklich und hypochondrisch.
seit 24.05.18 plötzlich einsetzende Besserung. Ängste und Panik sind verschwunden, die Dosierung mit 6 mg scheint gegriffen zu haben.
30.05.18 Das Fenster ist leider vorbei, die Missempfindungen in den Zehen, Füßen und Beinen werden wieder schlimmer. Die Ängste und Panik sind wieder da. Ich bin weinerlich und antriebslos, kein Vergleich und genau das Gegenteil von letzte Woche. Ich bin am Boden zerstört.
Juni 2016 So ganz langsam wechseln sich leichte Fenster mit zum Teil noch heftigen Wellen ab. Geht es mir zum Teil tagelang ganz mies, ändert sich das Befinden dann plötzlich innerhalb einer Stunde. Die Beschwerden sind dann weitaus geringer ausgeprägt und die Stimmung verbessert sich sehr. Für jemanden, der das noch nie erlebt hat, ist das unbegreiflich und kaum nachvollziehbar. Eben noch bricht die Welt zusammen und etwas später dann genau das Gegenteil. Allerdings schlägt es danach auch sehr schnell wieder um und die Ängste und Missempfindungen sind massiv wieder präsent. Ich hoffe jedoch auf zunehmende Stabilisierung. Die Fenster machen mir Mut, dass es tatsächlich nur Absetzsymptome sind und keine ernsthafte Krankheit. Aber die Symptome sind schon sehr heftig.

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Re: Ich möchte gerne weg vom Citalopram

Beitrag von Ululu 69 » Dienstag, 22.05.18, 21:14

Hallo Buetzfeld,

ich kann mir gut vorstellen, dass dich diese Symptome verrückt machen, kann mir aber vorstellen, dass das Kopfkino, was das sein könnte, schlimmer ist als das Gefühl selbst, oder ?
Ich bin davon überzeugt, dass deine Beschwerden auf ein irritiertes Nervensystem zurückzuführen sind.
Ich kann mir sogar vorstellen, dass die extreme Angst, die dir das macht, ebenfalls vom Absetzen ausgelöst wird.

Krankheitsangst ist ja, wenn ich deine Signatur richtig deute, schon immer ein Thema bei dir. Oftmals treten Absetzerscheinungen dort auf, wo man ohnehin schon eine Schwachstelle hat.

Bei mir ist das Schwindel und das ist auch mies.

Ich habe nach jeder Reduktion meines Mirtazapins brennende Fußsohlen, das ist unangenehm aber da es mir keine Angst macht, ist es auszuhalten.

Die Angst kannst du natürlich nicht abstellen aber vielleicht hilft es dir etwas, wenn du sie verstehst und als Absetzsymptom oder auch als Symptom eines überreizten Nervensystems annehmen kannst.

LG Ute
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Re: Ich möchte gerne weg vom Citalopram

Beitrag von Buetzfeld » Dienstag, 22.05.18, 22:49

Liebe Ute,
ich danke dir sehr für deine Antwort. Das mit dem Schwindel kenne ich auch sehr gut. Das hatte ich bislang immer. Schwindel über Schwindel, während der Depressionen und während der Einschleichphase des Citaloprams. Diese Mal ist es anders, Schwindelgefühle habe ich komischerweise überhaupt nicht oder nur ganz leicht. Fussbrennen und Missempfindungen hatte ich bislang noch nie so ausgeprägt wie jetzt. Vielleicht hat sich meine Psyche eine neue körperliche Ebene geschaffen auf der sie sich austoben kann. Du hast Recht wenn du sagst, dass meine Ängste vielleicht auch eine Reaktion des Absetzens sind. Was soll ich meinem Hausarzt denn Donnerstag bloß erzählen. Das ich eigenmächtig Citalopram reduziere obwohl mein Psychiater mir dazu gar nicht geraten hat ? Und das ich seitdem dieses starke Fußbrennen und Bruzzeln habe und das ich Panik vor einer schlimmen Krankheit habe ? Der hält mich doch für bescheuert und sagt bestimmt, dass ich mal schön das Citalopram weiter nehmen soll. :(
LG Buetze
2009 Beginn der Depressionen mit extremen Schwindel, Angstzustände, Hypochondrie, Panikattacken.
Hausarzt: 20mg Citalopram mit extremen Nebenwirkungen (Schwindel, extreme Ängste, Panik) für 8 Wochen
Psychiater20 mg Citalopram 8 Wochen krankgeschrieben
2009 - 2011 kaum Probleme, jedoch Beginn von leichten Taubheitsgefühlen an den Zehen
2011 Absetzen von Citalopram dann im 4 Wochen Rythmus -20mg-15mg-10mg-5mg , danach 3 Monaten keine Probleme
Mitte 2012 nach großer psychischer Belastung wieder extremer Schwindel, Angstzustände, Hypochondrie, Panikattacken. Psychiater20 mg Citalopram 8 Wochen krankgeschrieben
2014 Nach 2 Jahren guten Befinden außer den immer leicht tauben Zehen, 2.Absetzversuch, wie beim ersten Mal. Reduzierung alle 4 Wochen von 20mg-15mg-10mg-5mg.
Mitte 2014 nach 3 Monaten AD-frei wieder Beginn von massivem Schwindel, Panik, Hypochondrie etc. Psychiater20 mg Citalopram 10 Wochen krankgeschrieben. Danach für lange Zeit richtig gut
Mitte 2017 3.Absetzversuch, dieses Mal langsamer, 6 Monate auf 15mg, dann 3 Monate auf 10 mg.
Anfang April 2018 Reduzierung auf 5mg. Seitdem haben die Taubheitsgefühle und Missempfindungen in den Füssen stark zugenommen. Dadurch hypochondrische Befürchtungen und Grübeleien über mögliche andere Ursachen wie Tumor oder MS. Zeitweise stehen jedoch auch unterschiedlich andere Symptome wie Schwindelgefühle im Vordergrund und die Missempfindungen in den Füssen sind im Hintergrund so stark ausgeprägt. Die Symptome sind allerdings auszuhalten und ich kann nach wie vor meinem Job nachgehen.
Am 17.05.18 mit Wasserlösemethode wieder auf 6 mg hochdosiert. Seitdem sind die Missempfindungen mit Brennen in den Füssen extrem verstärkt. Außerdem Antriebslosigkeit, Schwäche, Appetitlosigkeit. Ich schleppe mich durch den Tag und bin extrem unglücklich und hypochondrisch.
seit 24.05.18 plötzlich einsetzende Besserung. Ängste und Panik sind verschwunden, die Dosierung mit 6 mg scheint gegriffen zu haben.
30.05.18 Das Fenster ist leider vorbei, die Missempfindungen in den Zehen, Füßen und Beinen werden wieder schlimmer. Die Ängste und Panik sind wieder da. Ich bin weinerlich und antriebslos, kein Vergleich und genau das Gegenteil von letzte Woche. Ich bin am Boden zerstört.
Juni 2016 So ganz langsam wechseln sich leichte Fenster mit zum Teil noch heftigen Wellen ab. Geht es mir zum Teil tagelang ganz mies, ändert sich das Befinden dann plötzlich innerhalb einer Stunde. Die Beschwerden sind dann weitaus geringer ausgeprägt und die Stimmung verbessert sich sehr. Für jemanden, der das noch nie erlebt hat, ist das unbegreiflich und kaum nachvollziehbar. Eben noch bricht die Welt zusammen und etwas später dann genau das Gegenteil. Allerdings schlägt es danach auch sehr schnell wieder um und die Ängste und Missempfindungen sind massiv wieder präsent. Ich hoffe jedoch auf zunehmende Stabilisierung. Die Fenster machen mir Mut, dass es tatsächlich nur Absetzsymptome sind und keine ernsthafte Krankheit. Aber die Symptome sind schon sehr heftig.

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Re: Ich möchte gerne weg vom Citalopram

Beitrag von Gwen » Mittwoch, 23.05.18, 0:49

Hallo Buetze,

ich würde an Deiner Stelle das Reduzieren anfanfs gar nicht erwähnen, sondern eben nur Beschreiben, was Du an den Füßen hast und dass Dich das extrem beunruhigt. Wenn Du dem Arzt von vornherein was vom Reduzieren erzählst, kann ich mir sonst auch gut vorstellen, dass Du eben nur die Standartantwort vom "Rückfall" und "wieder die volle Dosis nehmen" bekommst. Es ist zwar traurig, aber man wird ja dann oft direkt in die Schublade psychisch geschoben und damit ist dann alles erklärt.

Ich glaube zwar nach Deiner Schilderung auch, dass das bei Dir durch den Entzug kommt, aber eine vernünftige Untersuchung macht trotzdem Sinn. Und dann wüsstest Du auch, dass Du keine schlimme Erkrankung hast.

Viele Grüße Gwen
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Re: Ich möchte gerne weg vom Citalopram

Beitrag von Buetzfeld » Mittwoch, 23.05.18, 11:45

Danke liebe Gwen,
es tut mir sehr gut, dass ich dieses Forum gefunden habe. Es ist für mich zu einer Art Rettungsanker geworden, wo ich meinen Gefühlen und Ängsten freien Lauf lassen kann. Es ist sehr schwer im "normalen" Leben stark zu bleiben, wenn man solche mir furchtbaren Symptome hat. Ich arbeite ja noch und normalerweise bin ich meist ganz lustig und mache auch Späße mit den Kollegen. Zur Zeit bin ich jedoch sehr in mich gekehrt, manchmal weine ich, wenn ich mich unbeobachtet fühle. Dazu das stete Grübeln und Gucken im Internet (natürlich nach schlimmen Krankheiten). Manchmal habe ich das Gefühl, dass es leicht besser ist, allerdings nur für 15 Minuten, dann habe ich gleich Hoffnung, danach geht es mir wieder sehr schlecht. Heute morgen bin ich um 4 Uhr aufgewacht und hatte Herzrasen. Symptome über Symptome wie Appetitlosigkeit, Sodbrennen dazu ständiges Jammern und Wehklagen, ich habe beschlossen vorerst bei 6 mg zu bleiben. Anfang des Jahres habe ich einen schönen Urlaub geplant und gebucht, im August soll es losgehen, ich hatte mich so darauf gefreut. Momentan habe ich nur Angst davor wie ich das alles überstehen soll. Ich danke jeden für eine Antwort und für eine Aufmunterung.
LG Buetze
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Am 17.05.18 mit Wasserlösemethode wieder auf 6 mg hochdosiert. Seitdem sind die Missempfindungen mit Brennen in den Füssen extrem verstärkt. Außerdem Antriebslosigkeit, Schwäche, Appetitlosigkeit. Ich schleppe mich durch den Tag und bin extrem unglücklich und hypochondrisch.
seit 24.05.18 plötzlich einsetzende Besserung. Ängste und Panik sind verschwunden, die Dosierung mit 6 mg scheint gegriffen zu haben.
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Re: Ich möchte gerne weg vom Citalopram

Beitrag von Robina » Donnerstag, 24.05.18, 21:21

Hallo Buetzfeld, ich nehme ebenso wie du seit 2009 Citalopram und möchte weg davon. Allerdings nehme ich seit zwei Jahren nur 10 mg täglich.

Aber: ich bin ehrlich entsetzt, dass ein Hausarzt Citalopram verschreiben darf. Das gehört doch ins Fachgebiet von einem Psychiater, oder? Man ann doch auch nicht mal eben so von jetzt auf dann mit 20 mg anfangen...

Alles Liebe dir!
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Re: Ich möchte gerne weg vom Citalopram

Beitrag von Gwen » Donnerstag, 24.05.18, 22:33

Hallo Robina,

herzlich Willkommen hier im Forum!

Bitte stell Dich und Dein Anliegen hier im Bereich "neue Teilnehmer/hier bist Du richtig" vor. Du kannst dazu einfach einen neuen Thread aufmachen.

Das ein Hausarzt Psychopharmaka aufschreibt ist leider nicht so selten. Grundsätzlich kann Dir jeder Arzt praktisch alles verordnen.

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Re: Ich möchte gerne weg vom Citalopram

Beitrag von padma » Donnerstag, 24.05.18, 22:35

hallo Buetze, :)

die Symptome früh morgens haben mit der Cortisolausschüttung zu tun viewtopic.php?f=50&t=15126.

Dieses Brennen an den Fusssohlen und das Gefühl von zu engen Socken habe ich auch nach den Reduktionen.
Manchmal habe ich das Gefühl, dass es leicht besser ist, allerdings nur für 15 Minuten, dann habe ich gleich Hoffnung, danach geht es mir wieder sehr schlecht.
Das sind sogenannte Fenster. Sie sind zunächst nur kurz, sind aber ein sehr gutes Zeichen.

Bis August ist es ja noch einige Zeit, bis dahin geht es dir vielleicht (hoffentlich) ja schon deutlich besser.

Es ist jetzt eine schwierige Zeit, doch sie wird vorbeigehen.
"Mut mach"

liebe Grüsse,
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Re: Ich möchte gerne weg vom Citalopram

Beitrag von Buetzfeld » Donnerstag, 24.05.18, 22:43

Hallo Robina,
nicht nur mein früherer Hausarzt, nein auch mein Psychiater sind große Nichtskönner , verantwortungslos im Umgang mir diesem Medikament. Beide haben mich insgesamt dreimal vom 0 auf 20 mg gesetzt. Mit dem Ergebnis dass ich dreimal wochenlang mir schwersten Symptomen krankgeschrieben war. Mir wurde erzählt dass es meine schweren Depressionen wären. Auch beim Absetzen lief es viel zu schnell. Nach Auftreten der Entzugssymptome hieß es wieder, dass die Depression zurückgekehrt wäre. Erst hier im Forum habe ich die ganzen Zusammenhänge erklärt und verstanden bekommen. Es wird blind verordnet, Nebenwirkungen und Absetzsymptome gibt es für diese Pfuscher nicht, die sehen nur, dass sie mit dem Medikament verdienen können. LG Buetze :)
2009 Beginn der Depressionen mit extremen Schwindel, Angstzustände, Hypochondrie, Panikattacken.
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Am 17.05.18 mit Wasserlösemethode wieder auf 6 mg hochdosiert. Seitdem sind die Missempfindungen mit Brennen in den Füssen extrem verstärkt. Außerdem Antriebslosigkeit, Schwäche, Appetitlosigkeit. Ich schleppe mich durch den Tag und bin extrem unglücklich und hypochondrisch.
seit 24.05.18 plötzlich einsetzende Besserung. Ängste und Panik sind verschwunden, die Dosierung mit 6 mg scheint gegriffen zu haben.
30.05.18 Das Fenster ist leider vorbei, die Missempfindungen in den Zehen, Füßen und Beinen werden wieder schlimmer. Die Ängste und Panik sind wieder da. Ich bin weinerlich und antriebslos, kein Vergleich und genau das Gegenteil von letzte Woche. Ich bin am Boden zerstört.
Juni 2016 So ganz langsam wechseln sich leichte Fenster mit zum Teil noch heftigen Wellen ab. Geht es mir zum Teil tagelang ganz mies, ändert sich das Befinden dann plötzlich innerhalb einer Stunde. Die Beschwerden sind dann weitaus geringer ausgeprägt und die Stimmung verbessert sich sehr. Für jemanden, der das noch nie erlebt hat, ist das unbegreiflich und kaum nachvollziehbar. Eben noch bricht die Welt zusammen und etwas später dann genau das Gegenteil. Allerdings schlägt es danach auch sehr schnell wieder um und die Ängste und Missempfindungen sind massiv wieder präsent. Ich hoffe jedoch auf zunehmende Stabilisierung. Die Fenster machen mir Mut, dass es tatsächlich nur Absetzsymptome sind und keine ernsthafte Krankheit. Aber die Symptome sind schon sehr heftig.

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Re: Ich möchte gerne weg vom Citalopram

Beitrag von Buetzfeld » Sonntag, 27.05.18, 7:01

Hallo zusammen,
mein Zustand hat sich in den letzten 3 Tagen sehr gebessert und scheinbar auch vorerst stabilisiert. Von Mittwoch auf Donnerstag habe ich sehr schlecht geschlafen, mir war sehr schwach und antriebslos und ich wusste nicht wie ich den folgenden Arbeitstag überstehen sollte.
Ich bin dann hin zur Arbeit und wie aus dem nichts wurde trotz der Müdigkeit meine Stimmung auf einmal viel besser. Die Ängste und Panik verschwanden urplötzlich, ich kann nicht sagen warum.
Ich denke dass die Hochdosierung auf 6 mg Citalopram gegriffen hat. Abends war ich noch beim Hausarzt wegen meinen Missempfindungen an den Füßen. Auch anhand der Nervenreizleitungs-Überprüfung eines Neurologen im letzten Jahr, hat der mich zusätzlich beruhigt.
Bei mir kommen mehrere Faktoren zusammen, eine richtige Neuropathie konnte ja gar nicht bestätigt werden. Ich habe wohl eine Fehlstellung der Füsse und dadurch bedingt eine völlig falsche Belastung die Missempfindungen und Schmerzen auslöst.
Zusätzlich das Medikament Citalopram, dass Taubheitsgegühle und Missempfindungen auslösen kann und schließlich meine mir eigene Hypochondrie, die diese Missempfindungen sehr stark wahrnimmt.
Mein Hausarzt hat mit bestätigt, dass mein Psychiater mich mit dem Citalopram völlig fehlinformiert hat und dass ich das zu Beginn niemals von 0 auf 20 mg hätte nehmen dürfen. Ihm ist auch bekannt, dass viele Menschen beim Absetzen große Probleme und starke Entzugssymptome haben.
Ich hoffe, dass mein jetziger Zustand stabil bleibt. Ich spüre zwar nach wie vor die Missempfindungen an den Füßen aber ich bin vorerst beruhigt und ich beachte die kaum noch.
Ich habe beschlossen erst einmal 6 mg Citalopram weiter zunehmen, zumindest bis Ende meine Urlaubs im August, den ich geniessen möchte. Danach will ich weiter runter dosieren, aber in kleinen Schritten, wahrscheinlich wohl auf 5 mg.
Ich kann allen Leidensgenossen (-innen) nur Mut machen. Haltet durch, vertraut den vielen Aussagen und Hilfen dieses Forums, es wird wieder besser ! Ab er es braucht seine Zeit, bei dem einen länger, bei dem anderen kürzer.
Wenn ihr meine obigen Beiträge lest, dann seht ihr wie schlecht und hoffnungslos es mir ging. Das ist momentan völlig vorbei, von einem auf den anderen Moment.
Ich erkenne mich selbst zur Zeit nicht wieder und denke manchmal, was für 2 völlig verschiedene Menschen doch in einem selber stecken können.
Von Herzen an alle
Buetze :)
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2009 - 2011 kaum Probleme, jedoch Beginn von leichten Taubheitsgefühlen an den Zehen
2011 Absetzen von Citalopram dann im 4 Wochen Rythmus -20mg-15mg-10mg-5mg , danach 3 Monaten keine Probleme
Mitte 2012 nach großer psychischer Belastung wieder extremer Schwindel, Angstzustände, Hypochondrie, Panikattacken. Psychiater20 mg Citalopram 8 Wochen krankgeschrieben
2014 Nach 2 Jahren guten Befinden außer den immer leicht tauben Zehen, 2.Absetzversuch, wie beim ersten Mal. Reduzierung alle 4 Wochen von 20mg-15mg-10mg-5mg.
Mitte 2014 nach 3 Monaten AD-frei wieder Beginn von massivem Schwindel, Panik, Hypochondrie etc. Psychiater20 mg Citalopram 10 Wochen krankgeschrieben. Danach für lange Zeit richtig gut
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Am 17.05.18 mit Wasserlösemethode wieder auf 6 mg hochdosiert. Seitdem sind die Missempfindungen mit Brennen in den Füssen extrem verstärkt. Außerdem Antriebslosigkeit, Schwäche, Appetitlosigkeit. Ich schleppe mich durch den Tag und bin extrem unglücklich und hypochondrisch.
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Juni 2016 So ganz langsam wechseln sich leichte Fenster mit zum Teil noch heftigen Wellen ab. Geht es mir zum Teil tagelang ganz mies, ändert sich das Befinden dann plötzlich innerhalb einer Stunde. Die Beschwerden sind dann weitaus geringer ausgeprägt und die Stimmung verbessert sich sehr. Für jemanden, der das noch nie erlebt hat, ist das unbegreiflich und kaum nachvollziehbar. Eben noch bricht die Welt zusammen und etwas später dann genau das Gegenteil. Allerdings schlägt es danach auch sehr schnell wieder um und die Ängste und Missempfindungen sind massiv wieder präsent. Ich hoffe jedoch auf zunehmende Stabilisierung. Die Fenster machen mir Mut, dass es tatsächlich nur Absetzsymptome sind und keine ernsthafte Krankheit. Aber die Symptome sind schon sehr heftig.

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Re: Ich möchte gerne weg vom Citalopram

Beitrag von Buetzfeld » Donnerstag, 31.05.18, 7:56

Hallo liebe Mitbetroffene,
was für eine Enttäuschung, nachdem es mir eine Woche richtig klasse ging, gestern nun der Rückschritt.
Es geht mir seit gestern Morgen extrem schlecht. Starkes Brennen der Füsse bis in die Beine hoch, dazu negative Gedanken, Ängste, hypochondrische Befürchtungen, leichte Antriebslosigkeit etc.
Dabei habe ich brav und gewissenhaft meine tägliche Dosis von 6 mg Citalopram mit der Wasserlösemethode eingehalten.
Ich bin weinerlich und grübel darüber nach warum das wohl so ist. Kann es denn sein dass die sogenannten Fenster fast 6 Tage anhalten und dann trotzdem noch wieder Wellen auftreten ? Das zermürbt und frustriert. Ist das so ? Oder habe ich doch eine schlimme Krankheit, einen MS-Schub oder so ?
Ich war ja zum Arzt, der hat zwar keine großen Untersuchungen gemacht, sondern sich an dem orientiert was der Neurologe an Reizstromprüfungen vor 1 Jahr gemacht hat.
Aber ich zweifel in meinem jetzigen Zustand mal wieder alles an. Bitte helft mir mich wieder ein bisschen einzukriegen.
Danke !

Euer Buetze
Zuletzt geändert von Buetzfeld am Donnerstag, 31.05.18, 8:59, insgesamt 1-mal geändert.
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Mitte 2017 3.Absetzversuch, dieses Mal langsamer, 6 Monate auf 15mg, dann 3 Monate auf 10 mg.
Anfang April 2018 Reduzierung auf 5mg. Seitdem haben die Taubheitsgefühle und Missempfindungen in den Füssen stark zugenommen. Dadurch hypochondrische Befürchtungen und Grübeleien über mögliche andere Ursachen wie Tumor oder MS. Zeitweise stehen jedoch auch unterschiedlich andere Symptome wie Schwindelgefühle im Vordergrund und die Missempfindungen in den Füssen sind im Hintergrund so stark ausgeprägt. Die Symptome sind allerdings auszuhalten und ich kann nach wie vor meinem Job nachgehen.
Am 17.05.18 mit Wasserlösemethode wieder auf 6 mg hochdosiert. Seitdem sind die Missempfindungen mit Brennen in den Füssen extrem verstärkt. Außerdem Antriebslosigkeit, Schwäche, Appetitlosigkeit. Ich schleppe mich durch den Tag und bin extrem unglücklich und hypochondrisch.
seit 24.05.18 plötzlich einsetzende Besserung. Ängste und Panik sind verschwunden, die Dosierung mit 6 mg scheint gegriffen zu haben.
30.05.18 Das Fenster ist leider vorbei, die Missempfindungen in den Zehen, Füßen und Beinen werden wieder schlimmer. Die Ängste und Panik sind wieder da. Ich bin weinerlich und antriebslos, kein Vergleich und genau das Gegenteil von letzte Woche. Ich bin am Boden zerstört.
Juni 2016 So ganz langsam wechseln sich leichte Fenster mit zum Teil noch heftigen Wellen ab. Geht es mir zum Teil tagelang ganz mies, ändert sich das Befinden dann plötzlich innerhalb einer Stunde. Die Beschwerden sind dann weitaus geringer ausgeprägt und die Stimmung verbessert sich sehr. Für jemanden, der das noch nie erlebt hat, ist das unbegreiflich und kaum nachvollziehbar. Eben noch bricht die Welt zusammen und etwas später dann genau das Gegenteil. Allerdings schlägt es danach auch sehr schnell wieder um und die Ängste und Missempfindungen sind massiv wieder präsent. Ich hoffe jedoch auf zunehmende Stabilisierung. Die Fenster machen mir Mut, dass es tatsächlich nur Absetzsymptome sind und keine ernsthafte Krankheit. Aber die Symptome sind schon sehr heftig.

Clown
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Re: Ich möchte gerne weg vom Citalopram

Beitrag von Clown » Donnerstag, 31.05.18, 8:53

Hallo Buetzfeld,

bei mir hat, nachdem ich eine Absetzpause eingelegt hatte, eine ganz fiese Welle zugeschlagen.
Mir ging es Wochen richtig gut und dann... Ich habe mich damit abgefunden das es immer wieder
Wellen geben wird. Mir geht es auch heute wieder gut(seit ein paar Tagen) und ich weiß das die nächste
Welle schon in den Startlöchern steht. Ich akzeptiere das und freue mich über das jetzige Fenster.

Es ist natürlich für mich leicht( dem es jetzt gut geht) dir mit weisen Worten daher zu kommen.
Fenster und Wellen gehören zum Absetzen halt dazu. Das schöne ist, das die Fenster immer größer werden.
LG
Achim
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BuetzfeldcarlottalakeSonne1Gwenpadma
2008/2009 Tagesklinik und Reha
Verordnung Pipamperon und Mirtazapin 45mg
1 Q 2013 Tagesklinik
Verordnung Citalopram 30 mg
1 Q 2014. Reha
Kaltenzug Zopiclon
3 Q 2014 Kaltenzug Pipamperon
1Q 2015 Absetzen Citalopram 30-15-7,5-0
Bei 7,5 auf 0 sehr starke Absetzsymtome
1.1.2016 Mirtazapin von 45 auf 30 reduziert
Übelkeit,Kopfschmerzen, Tinitus verstärkt,
kein Selbstwert, Blutdruckschwankungen,
Magenschmerzen, Darmprobleme nach dem Mittagessen
1.2.2016 Reduziert auf 29, 13.2. auf 28, 22.2. auf 27, 7.3. auf 25
28.32016 Reduziert auf 23, 15.4 auf 22, 30.4 auf 21, 8.5 auf 20
1.6.2016. Reduziert auf 19, 26.6 auf 18, 23.7. auf 17, 21.8. auf 16
25.9.2016 Reduziert auf 15 Mg
Omeprazol 20 Mg ab ca. 2007, Omeprazol 40 Mg ab 2012
14.10.2016 Omeprazol wöchentlich um ca. 5% reduziert
20.12.2016 Omeprazol 20 Mg
16.01.2017 Omeprazol wöchentlich um ca. 10% reduziert
13.02.2017 Omeprazol 10 Mg
22.05.2017 Omeprazol wöchentlich um 1 Mg reduziert
12.06.2017 Omeprazol wöchentlich um 0,5 Mg reduziert
31.07.2017 Omeprazol abgesetzt
01.01.2018 Mirtazapin reduziert auf 14 Mg, 24.1. auf 13 Mg, 16.2. auf 12 Mg,
09.03.2018 Umstieg auf Wasserlösmethode reduziert auf 11 Mg, 1.4. auf 10 Mg, 30.4. auf 9,5
12.5 auf 9 Mg, 26.5 auf 8,5 Mg, 2.6. auf 8,25 Mg, 10.6. auf 8 Mg, 17.6. auf 7,75

Buetzfeld
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Re: Ich möchte gerne weg vom Citalopram

Beitrag von Buetzfeld » Donnerstag, 31.05.18, 9:09

Hallo Achim,
danke...du redest nicht weise daher.
Du machst mir Mut und Hoffnung, dafür danke ich dir von herzen.
Ja ich habe mich vor 6 Tagen auch wie ein kleines Kind über das Fenster gefreut, ich war voller Elan und habe meine Missempfindungen an den Füssen, die nicht weg waren, kaum gespürt. Heute ist alles hinüber und ich bin weinerlich und ängstlich.
Ich hoffe auf das nächste Fenster und danke dir von Herzen !

LG
Buetze
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2009 Beginn der Depressionen mit extremen Schwindel, Angstzustände, Hypochondrie, Panikattacken.
Hausarzt: 20mg Citalopram mit extremen Nebenwirkungen (Schwindel, extreme Ängste, Panik) für 8 Wochen
Psychiater20 mg Citalopram 8 Wochen krankgeschrieben
2009 - 2011 kaum Probleme, jedoch Beginn von leichten Taubheitsgefühlen an den Zehen
2011 Absetzen von Citalopram dann im 4 Wochen Rythmus -20mg-15mg-10mg-5mg , danach 3 Monaten keine Probleme
Mitte 2012 nach großer psychischer Belastung wieder extremer Schwindel, Angstzustände, Hypochondrie, Panikattacken. Psychiater20 mg Citalopram 8 Wochen krankgeschrieben
2014 Nach 2 Jahren guten Befinden außer den immer leicht tauben Zehen, 2.Absetzversuch, wie beim ersten Mal. Reduzierung alle 4 Wochen von 20mg-15mg-10mg-5mg.
Mitte 2014 nach 3 Monaten AD-frei wieder Beginn von massivem Schwindel, Panik, Hypochondrie etc. Psychiater20 mg Citalopram 10 Wochen krankgeschrieben. Danach für lange Zeit richtig gut
Mitte 2017 3.Absetzversuch, dieses Mal langsamer, 6 Monate auf 15mg, dann 3 Monate auf 10 mg.
Anfang April 2018 Reduzierung auf 5mg. Seitdem haben die Taubheitsgefühle und Missempfindungen in den Füssen stark zugenommen. Dadurch hypochondrische Befürchtungen und Grübeleien über mögliche andere Ursachen wie Tumor oder MS. Zeitweise stehen jedoch auch unterschiedlich andere Symptome wie Schwindelgefühle im Vordergrund und die Missempfindungen in den Füssen sind im Hintergrund so stark ausgeprägt. Die Symptome sind allerdings auszuhalten und ich kann nach wie vor meinem Job nachgehen.
Am 17.05.18 mit Wasserlösemethode wieder auf 6 mg hochdosiert. Seitdem sind die Missempfindungen mit Brennen in den Füssen extrem verstärkt. Außerdem Antriebslosigkeit, Schwäche, Appetitlosigkeit. Ich schleppe mich durch den Tag und bin extrem unglücklich und hypochondrisch.
seit 24.05.18 plötzlich einsetzende Besserung. Ängste und Panik sind verschwunden, die Dosierung mit 6 mg scheint gegriffen zu haben.
30.05.18 Das Fenster ist leider vorbei, die Missempfindungen in den Zehen, Füßen und Beinen werden wieder schlimmer. Die Ängste und Panik sind wieder da. Ich bin weinerlich und antriebslos, kein Vergleich und genau das Gegenteil von letzte Woche. Ich bin am Boden zerstört.
Juni 2016 So ganz langsam wechseln sich leichte Fenster mit zum Teil noch heftigen Wellen ab. Geht es mir zum Teil tagelang ganz mies, ändert sich das Befinden dann plötzlich innerhalb einer Stunde. Die Beschwerden sind dann weitaus geringer ausgeprägt und die Stimmung verbessert sich sehr. Für jemanden, der das noch nie erlebt hat, ist das unbegreiflich und kaum nachvollziehbar. Eben noch bricht die Welt zusammen und etwas später dann genau das Gegenteil. Allerdings schlägt es danach auch sehr schnell wieder um und die Ängste und Missempfindungen sind massiv wieder präsent. Ich hoffe jedoch auf zunehmende Stabilisierung. Die Fenster machen mir Mut, dass es tatsächlich nur Absetzsymptome sind und keine ernsthafte Krankheit. Aber die Symptome sind schon sehr heftig.

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Re: Ich möchte gerne weg vom Citalopram

Beitrag von carlotta » Donnerstag, 31.05.18, 14:27

Hallo Buetze,

dass es auch nach längeren Fenstern wieder Wellen geben kann, ist leider - wie Achim schon sagt - im Entzug völlig "normal". Fenster können ganz kurz sein (wenige Stunden) oder auch richtig lang, über Wochen und Monate andauern. Und dennoch kann einen dann wieder eine Welle überrollen.

Aber sei froh, dass Du Fenster hast. :) Es gibt nämlich auch Verläufe, wo es sehr lange Zeit gar keine Lichtblicke gibt. Das ist für die Betroffenen dann auch sehr zermürbend.

Aber ich gebe Dir recht, wenn nach einer besseren Phase wieder Symptome aufflammen, zieht einen das meist enorm runter, weil es sich auch wie ein Rückschritt anfühlt - aber keiner ist, es zeigt nur an, dass das Nervensystem wieder aktiv am Justieren ist und das spürt man (leider). Es ist dennoch oft nicht so leicht zu verdauen, auch weil man dann immer gerne das Gefühl hat, dass das Ganze nie ein Ende nimmt und man sich auch in Fenstern nie ganz sicher sein kann, dass es nicht wieder kippt. Das ist natürlich äußerst anstrengend und daran knabbern wir alle, die wir betroffen sind. :hug:

Akzeptanz ist der Schlüssel, aber daran kann man nur arbeiten, täglich immer wieder. Das ist m. E. kein Zustand, sondern ein ewiger Prozess (mit Höhen und Tiefen).

Liebe Grüße
Carlotta
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"For the illicit drugs, we call this process addiction. For the prescribed medications, we call this process therapeutic." (Robert Whitaker)


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