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Psychisches Wrack nach 1 Woche Duloxetin (+ Kaltentzug Tramal)

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Violetta1231
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Psychisches Wrack nach 1 Woche Duloxetin (+ Kaltentzug Tramal)

Beitrag von Violetta1231 » Dienstag, 22.05.18, 8:25

Hallo zusammen,

ich brauche ganz dringend euren Rat, weil man von Ärzten immer nur tiefer in die Sch :censored: geritten wird....Zu meiner Geschichte und aktuellen Situation: Letztes Jahr hatte ich eine vermeintliche vaginale Entzündung. Der Frauenarzt hat mir eine Salbe verschrieben, worauf ich heftigstes Brennen hatte. Nach erneutem Frauenarztbesuch wurde mir eine noch heftigere Salbe und Antibiotika verordnet. (Im Nachhinein hat sich herausgestellt, dass es nie Bakterien oder Pilze oder irgendwas gab, nur Unverträglichkeitsreaktionen. Aber diese Spinner haben mich nie getestet!!). Seitdem erholt sich mein Unterleib nicht mehr, alles ist chronisch schmerzhaft. Ich kann weder sitzen noch arbeiten, noch sonst was tun. Ärztemarathons und Krankenhausaufenthalte haben nix gebracht.

Ich habe meinen Job verloren und bin depressiv, weil ich durch die Schmerzen nicht am Leben teilnehmen kann. Daraufhin bin ich zu einem Schmerztherapeuten mit dem Wunsch nach Hilfe. Der verschrieb mir Duloxetin "um die Nerven zu beruhigen". Er meinte ich solle es ausprobieren, schaden können es nicht. Ich hab lange gezögert es zu nehmen, weil ich Ärzten natürlich nicht mehr traue. Aber irgendwann nahm ich es dann, weil ich dachte, ich hätte nix mehr zu verlieren. Wie sehr man sich täuschen kann....

Ich habe Duloxetin 30mg einmal täglich morgens für eine Woche genommen. Es ging eigentlich noch von den Nebenwirkungen, mir war nur übel und ich war sehr sehr müde. Hab teilweise 15 Stunden und mehr am Tag geschlafen. Auf Nachfrage bei meinem Arzt meinte er, ich solle das Medikament Abends nehmen, dann würde ich keine Nebenwirkungen mehr spüren. Gesagt, getan. Ich habe dann letzten Donnerstag morgens Duloxetin genommen und dann Freitag Abend wieder, weil ich nicht 2 an einem Tag nehmen sollte. Die Nacht von Freitag auf Samstag war die Hölle. Ich konnte null schlafen, hatte Panik und richtig Verfolgungswahn. Zudem das Gefühl meine Arme und Beine nicht stillhalten zu können und starke Muskelschmerzen.

Daraufhin habe ich das Medikament abgesetzt. Ich dachte bei einer Woche Einnahme und nur 30 mg müsste ich nicht ausschleichen. Ich habe keine neuen Beschwerden seit dem Absetzen dazu bekommen, aber die nächtliche Situation ist unverändert, obwohl ich seit Freitag Abend keine Tablette mehr genommen habe! Ich kann quasi gar nicht schlafen, werde ständig wach und habe total unruhige, stark schmerzende Arme und Beine. Bleibt das jetzt so? Ich habe wirklich tierische Angst.das nächste Chronische an der Backe zu haben...Was noch zu erwähnen ist, ist dass ich vor Duloxetin noch eine zeitlang (circa 4-5 Monate) Tramadol (2 mal täglich je 100 mg Retard) genommen habe. Die habe ich aber innerhalb ein paar Tage ausschleichen lassen, da ich Angst vor Wechselwirkungen mit Duloxetin hatte. Aktuell nehme ich keine Tabletten außer LThyroxin 75 für die Schilddrüsenunterfunktion, Cetirizin gegen Heuschnupfen und ab und an eine Ibu gegen Kopfweh.

Ich bin so tierisch verzweifelt! Ich war bis vor einem halben Jahr halbwegs gesund, frisch verheiratet und in Lohn und Brot. Und jetzt ist mein Leben im Eimer, ich habe Suizidgedanken, Schmerzen und komme so gar nicht mehr klar. Habt ihr eine Idee, was ich jetzt machen kann? Ich habe das Gefühl ich halte diese Sch :censored: keine Nacht mehr aus....Habt ihr eine Idee, wann ich wieder normal Schlafen kann und meine Arme und Beine sich nicht mehr so schlimm anfühlen?

Danke und lg, Vio
Zuletzt geändert von Gwen am Freitag, 25.05.18, 15:14, insgesamt 2-mal geändert.
Grund: Titel um Wirkstoff ergänzt
Diagnose: Sehr schmerzhafte Vulvodynie nach Fehlbehandlung durch Pilzcremes und Antibiotika Ende 2017. Sämtliche Versuche, das Ganze lokal mit Cremes zu behandeln sind fehlgeschlagen. Schmerzmittel und Antidepressiva wurden zur Schmerzbehandlung empfohlen. Zusätzlich Psychotherapie, aber Versuche einen Therapieplatz zu bekommen bisher gescheitert. Jobverlust hat Situation verschlimmert.

Tramadol 100 retard (Erst circa 4 Wochen 1 Mal, dann 2 Mal täglich von Februar 2018 bis Mai 2018)
10. Mai 2018 bis 17. Mai 2018: Duloxetin 30 mg 1 Mal täglich (morgens) Tramadol 100 retard nur noch 1 Mal täglich (abends)
18. Mai 2018: Umstellung von Duloxetin auf abendliche Einnahme wegen Müdigkeit, komplettes Weglassen von Tramadol -->starke Nebenwirkungen: Schlafstörungen, Restless Legs (nachts).
Seit 19. Mai: Weglassen von Duloxetin. Dafür wieder Tramadol 1 Mal täglich 50 mg. Wieder etwas besser in Bezug auf die Nebenwirkungen.Ausschleichen angestrebt.

Jamie
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Re: Psychisches Wrack nach 1 Woche Duloxetin

Beitrag von Jamie » Dienstag, 22.05.18, 9:24

Hallo Vio,

willkommen im Forum :).

Es tut mir leid, was dir da widerfahren ist.
Fehlbehandlungen im urogenital-Trakt können lang anhaltende Folgen haben, die Schmerzen müssen schrecklich sein.
Schlimm, dass das bis zum Jobverlust geführt hat :( Man wird doppelt bestraft für Krankheit :evil: .

Das Duloxetin hat dir überhaupt nicht gut getan.
Warum es jetzt so eskaliert ist, als du auf abends umgestellt hast, das kann ich nicht beantworten, ich weiß aber, dass Psychopharmaka das Potential haben so etwas auszulösen; vermutlich ist dein ZNS völlig in den Streik gegangen.
Bei so heftigen Nebenwirkungen (NW) war es völlig richtig es nach diesen acht Tagen einfach wegzulassen. Du hast es nicht ausschleichen brauchen bei dieser kurzen Einnahmezeit; immerhin hast du ein schönes Restless Legs Syndrom bzw. Akathisie-artige Symptome und Vefolgungswahn entwickelt... :o
Das sind deutliche Zeichen, dass der Körper das überhaupt nicht verträgt!

Wie lange vor der Einnahme des Duloxetins hast du das Tramadol ret. weggelassen?
Das drf man in der Tat nicht kombinieren wegen der Gefahr eines Serotoninsyndroms.
Da du es retard genommen hast, war vielleicht noch etwas davon nicht abgebaut und kann zu der verstärkten Reaktion geführt haben - aber du musst jetzt keine Sorge haben, dir droht keine Gefahr.

Ich denke der Körper braucht dringend Ruhe und muss diesen Eingriff erst mal verdauen.
Da die Symptome arzneimittelinduziert sind, ist die Chance groß, dass diese Beschwerden abebben werden und langsam besser werden, es kann allerdings seine Zeit dauern.
Gerade Schlafprobleme sind hartnäckig und ihnen muss mit Gelassenheit begegnet werden.
Ganz wichtig ist es den Schlaf nicht erzwingen zu wollen, weil dieser Druck jeden Schlaf verunmöglicht.
Hole dir doch mal Impulse aus unserem diesbez. Thread:
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Grüße
Jamie
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Re: Psychisches Wrack nach 1 Woche Duloxetin

Beitrag von Violetta1231 » Dienstag, 22.05.18, 11:04

Hallo Jamie, vielen Dank für deine Antwort! Am Anfang als ich morgens noch das Duloxetin genommen habe, habe ich Abends noch Tramadol 100 retard genommen, weil mein Schmerztherapeut mir beide Medikamente verschrieben hat. Er meinte, da ich das Tramadol ja schon ein paar Monate genommen habe, könnte ich es ruhig weiter nehmen zu dem Duloxetin. Aber mir kam das nach Lesen der Packungsbeilage doch auch spanisch vor. Ich habe dann versucht das Tramadol zu reduzieren und als ich dann abends das Duloxetin genommen habe, habe ich das Tramadol ganz sein gelassen. Das war dann die erste Horrornacht...Mein Mann meinte gerade eben, dass es vielleicht gar nicht am Duloxetin liegt, das ich ja relativ kurz genommen habe, sondern an dem Absetzen vom Tramadol, dass ich ja über Monate genommen habe...Meinst du, dass das sein könnte? Würde es dann Sinn machen, wieder anzufangen mit Tramadol und dann ganz langsam damit aufzuhören? Lg, Vio
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Re: Psychisches Wrack nach 1 Woche Duloxetin

Beitrag von Gwen » Dienstag, 22.05.18, 11:48

Hallo Vio,

herzlich Willkommen auch von mir hier im Forum!

Ich habe mir gerade Mal einen Beipackzettel von Tramadol angesehen:
Im Allgemeinen wird ein Abbruch der Einnahme von Tramadolor 100 mg ID keine Nachwirkungen haben.
Einige wenige Patienten, die Tramadolor 100 mg ID
über einen langen Zeitraum eingenommen haben, füh-
len sich eventuell unwohl, wenn sie die Einnahme
plötzlich abbrechen. Sie könnten sich unruhig, ängst-
lich, nervös oder zittrig fühlen. Sie könnten hyperaktiv
sein, Schlafstörungen und Magen- oder Darmbe-
schwerden haben. Sehr wenige Personen könnten Pa-
nikanfälle, Halluzinationen, Fehlempfi ndungen wie
Kribbeln, Prickeln und Taubheitsgefühl oder Ohrgeräu-
sche (Tinnitus) bekommen. Weitere ungewöhnliche
Symptome des zentralen Nervensystems, wie z. B.
Verwirrung, Wahn, veränderte Wahrnehmung der eige-
nen Person (Depersonalisation) und der Realität (De-
realisation) sowie Verfolgungswahn (Paranoia), sind
sehr selten beobachtet worden. Wenn eine dieser Ne-
benwirkungen nach Abbruch der Behandlung mit
Tramadolor 100 mg ID bei Ihnen auftritt, wenden Sie
sich bitte an Ihren Arzt.
Beipackzettel Tramadolor® 100 mg ID Retardtabletten von Hexal

Das was Du beschreibst, können also die Entzugserscheinungen vom Tramadol sein. Eventuell verstärkt durch das Duloxetin? Hast Du noch Tramadol da?

Kannst Du bitte noch eine Signatur anlegen, dann kann man genau sehen, was Du wann genommen hast und kann Dir genauer raten. Anleitung dazu findest Du hier viewtopic.php?f=46&t=15035

Viele Grüße Gwen
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Re: Psychisches Wrack nach 1 Woche Duloxetin

Beitrag von Violetta1231 » Mittwoch, 23.05.18, 18:08

Liebe Gwen,

danke dir für deine Nachricht und sorry für die späte Antwort. Wir hatten gestern blöderweise Internetausfall. Signatur habe ich angelegt, wobei ich mir bei den Zeiten der Tabletteneinnahme manchmal nicht auf den Tag genau sicher bin.

Tramadol habe ich noch da. 100 mg als Retard und 50mg normal ohne Retard. Weil es mir gestern so mies ging, habe ich gestern Nachmittag eine 50er Tramadol eingeschmissen um zu testen, ob es am Tramadol liegt und ich bilde mir ein, dass es mir danach etwas besser ging. Aber sicher bin ich nicht und jetzt geht es auch wieder schlechter. Aber ich will jetzt versuchen von 50 auf Null ausschleichen zu lassen. Ich weiß aber nicht, wie ich das am besten anstelle. Das sind ja gepresste Tabletten, die in der Mitte zu teilen geht noch, vierteln vielleicht auch noch. Aber dann wird es schwer. Würde ja am liebsten die Retardtabletten nehmen, aber Retardtabletten darf man ja eigentlich gar nicht teilen, oder? Weisst du dazu was und kannst mir dazu einen Tipp geben?

Blöderweise kommen jetzt auch wieder die Vulvodynie Schmerzen wieder. Mit Duloxetin hatte ich zwar fiese Nebenwirkungen, aber immerhin waren diese Schmerzen so gut wie weg. Wobei mein Mann der Meinung ist, dass das eher ein Placeboeffekt ist, weil Duloxetin nicht nach einer Woche schon helfen kann. Weisst du was dazu? Jedenfalls habe ich hier ein bisschen quer gelesen, da bekommt man ja echt Angst....Mein Schmerztherapeut hat mir Duloxetin als easy Mittel verkauft mit dem ich die Schmerzen leicht in den Griff bekomme und wieder am Leben teilhaben kann. Mein Gefühl sagt mir aber, dass der Preis dieser Medikamente sehr hoch ist und dass ich besser aufhöre solange ich noch kann. Unerträgliche Schmerzen sind echt nicht toll, aber sich durch die Medikamente so psycho zu fühlen irgendwie auch nicht....

Liebe Grüße, Vio
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Re: Psychisches Wrack nach 1 Woche Duloxetin

Beitrag von padma » Donnerstag, 24.05.18, 18:56

hallo Vio, :)

wenn du einfache Tramal Tabletten hast, geht vermutlich die Wasserlösemethode viewtopic.php?f=16&t=10923

Tramal gibt es auch als Tropfen, das wäre auch eine Möglichkeit.


Die Retardtabletten würde ich nicht teilen, da der Wirkstoff dann zu schnell anflutet.
Evtl. wäre es sinnvoll, das nichtretardierte auf 2 Einnahmen tgl. zu verteilen, damit der Spiegel nicht so weit absinkt.
Mit Duloxetin hatte ich zwar fiese Nebenwirkungen, aber immerhin waren diese Schmerzen so gut wie weg. Wobei mein Mann der Meinung ist, dass das eher ein Placeboeffekt ist, weil Duloxetin nicht nach einer Woche schon helfen kann. Weisst du was dazu?
Es kann der Placeboeffekt sein, es kann aber auch sein, dass es bei dir tatsächlich die Schmerzen dämpft. Es ist wirklich eine Frage der Abwägung.
Vermutlich würde die schmerzdämpfende Wirkung (so sie vorhanden ist) allerdings nicht ewig anhalten.

liebe Grüsse,
padma
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Re: Psychisches Wrack nach 1 Woche Duloxetin

Beitrag von Violetta1231 » Donnerstag, 24.05.18, 20:14

Liebe Padma,

danke dir für deine Antwort. Die Idee die 50er nochmal zu teilen und auf 2 Dosen zu verteilen find ich super, das werde ich probieren. Bin nur echt ratlos, was ich gegen die Schmerzen tun soll. Du meinst, dass die Antidepressiva eh nicht auf Dauer helfen würden? Hattest du das so wahrgenommen? Ich habe gelesen, dass du mit Fibromyalgie zu kämpfen hast. Das sollen ja ähnliche Mechanismen wie bei der Vulvodynie sein, von daher finde ich das sehr interessant, auch wenn dein Leidensweg natürlich furchtbar ist. Frage mich echt, womit wir das verdient haben....

Liebe Grüße, Vio
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Re: Psychisches Wrack nach 1 Woche Duloxetin

Beitrag von padma » Freitag, 25.05.18, 13:38

liebe Vio, :)

auf Dauer helfen AD i.d.R. nicht, der Körper wehrt sich gegen den künstlichen Eingriff in sein System und arbeitet dagegen an.

AD sind ja auch keine Schmerzmittel im klassischen Sinne, sie sollen durch die allgemeine Dämpfung auch die Schmerzwahrnehmung dämpfen.

Ich kenne mich mit Vulvodynie nicht aus, ich denke, dass bei dir da schon noch eine Hoffnung besteht, dass sie wieder vergeht.
Ich stelle mir diese Schmerzen sehr schimm vor :hug:

Hast du dich mal mit alternativen Behandlungsansätzen beschäftigt?
Wenn Tramadol dir hilft und du es einigermassen verträgst, würde ich überlegen, das zunächst weiterhin zu nehmen. (Ich hatte es auch eine zeitlang, mir hat es aber nicht geholfen)

Mir haben auch AD nie geholfen. Blöderweise habe ich sie dennoch weiter genommen, da ich keine NW hatte und dachte, dass sie vielleicht eine Verschlimmerung verhindern könnten.

Wenn du Duloxetin nun weglässt, gibt es ja auch kein Problem mit den WW.

liebe Grüsse,
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Re: Psychisches Wrack nach 1 Woche Duloxetin (+ Kaltentzug Tramal)

Beitrag von Violetta1231 » Montag, 04.06.18, 13:39

Liebe Padma,

entschuldige bitte, dass ich wieder so spät antworte. Ich wohne auf dem Land und oft fällt hier tageweise das Internet aus, das ist wirklich die Pest....

Auf jeden Fall ganz lieben Dank für deine Antwort. Das Duloxetin nehme ich nicht mehr und merke auch jetzt zum Glück keine Nachwirkungen mehr. Ich nehme jetzt wieder Tramadol, weil es ohne einfach nicht geht, die Schmerzen sind einfach zu schlimm. Ich nehme jetzt einmal täglich (abends) 100 mg retard, wenn es ganz schlimm ist, morgens noch eine zweite Tablette zusätzlich. Ich merke aber schon, wie sehr das Zeug abhängig macht und leider nimmt es auch nur die Schmerzspitzen, der Rest der Schmerzen ist immer noch da.

Die Idee hinter dem Antidepressivum war damit das Schmerzgedächtnis zu löschen. Der Schmerztherapeut und der Gynäkologe meinen nämlich, dass die "Wunden" an der Scheide nicht mehr so stark da sind, die Schmerzen aber so krass sind, weil sich der Körper an die Schmerzen quasi gewöhnt hat und die Nerven quasi dauerfeuern. Meinst du das geht nicht mit dem Löschen durch Antidepressiva?

Ich bin so hin- und hergerissen. Einerseits denke ich, dass ich viele Probleme, die ich aktuell habe und auch diese Schmerzen darauf zurück zu führen sind, dass ich 5 Jahre lang nur auf Verschleiß gelebt habe. Sprich 70 Stunden die Woche gearbeitet, nur Mist gegessen, wenig geschlafen, kaum Bewegung, kaum Sonne - dafür viel Mobbing und Schreibtischarbeit.

Vor 5 Jahren bin ich ins Berufsleben gestartet, da ging das alles los. Und nach und nach kam alles mögliche dazu: Verschiedene Allergien, Schlafstörungen, Magenschmerzen, Migräne, Zähneknirschen, Übergewicht, geklemmte Nerven, Depressionen - aber irgendwie habe ich die Beschwerden mit Medikamenten auf ein aushaltbares Level bringen können.

Und dann kam jetzt die Vulvodynie und plötzlich hilft gar nix mehr - ich bin seit vielen Wochen krank geschrieben und mittlerweile auch gekündigt. Wenn man nicht mehr kann, wird man aussortiert....

Jedenfalls denke ich vom Gefühl her, ich sollte einfach viel schlafen, mich bewegen, mich erholen und zu mir kommen. Vielleicht werde ich dann wieder der kerngesunde Mensch, der ich vor 5 Jahren noch war. Ich hab als die Schmerzen mit der Vulvodynie anfingen auch die Pille (Ministon 20 fem) abgesetzt, weil ich keinen so starken Eingriff in meinen Körper mehr wollte. Und das Antidepressivum ist natürlich auch echt ein Rieseneingriff...

Andererseits bin ich schon versucht ein Antidepressivum zu nehmen, weil ich natürlich will, dass die Schmerzen schnell aufhören und weil ich Angst habe, dass sich das Schmerzgedächtnis sonst irgendwann gar nicht mehr löschen lässt – das ist meine allergrößte Angst!!! Und der Schmerztherapeut (und auch andere Ärzte, bei denen ich war) vertritt diese These.

Aber ich hab auch ein bisschen das Gefühl, dass der Schmerztherapeut und vor allem die Krankenkasse ( die mich eine schwachsinnige Reha, die nix mit meinem Problem zu tun hat, machen lassen will) mich total drängeln, damit ich schnell wieder irgendwie arbeitsfähig werde. Deswegen bin ich halt so unsicher, was ich tun soll. Wenn es wirklich darum geht Langzeitschäden zu vermeiden indem man das Schmerzgedächtnis löscht, will ich das Antidepressivum nehmen – wenn es nur darum geht, dass ich schnell wieder arbeite, dann will ich das nicht.

Ich habe das Problem doch nur, weil ich jahrelang Medis eingeworfen habe um zu funktionieren – und wenn man dann wenn man so ein Problem hat einfach nur stärkere Medis einwirft, macht das wohl keinen Sinn. Zumal ich dann irgendwann berufsunfähig bin….Ich möchte lieber noch etwas „ausheilen“ und dann erst wieder arbeiten gehen.

Es ist so schwer, eine unabhängige Meinung zu bekommen, was jetzt das Richtige ist. Was meinst du denn? Der Schmerztherapeut möchte, dass ich Escitalopram jetzt nehme. Zum Einschleichen 20 mg morgens, mit Zieldosis 40 mg täglich.
Ich würde mich sehr freuen, wenn du mir nochmal antworten würdest, das wäre sehr sehr lieb.
Liebe Grüße, Vio
Zuletzt geändert von padma am Montag, 04.06.18, 17:31, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Absätze wegen der besseren Lesbarkeit eingefügt
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Re: Psychisches Wrack nach 1 Woche Duloxetin (+ Kaltentzug Tramal)

Beitrag von Jamie » Montag, 04.06.18, 14:45

Hallo Vio, :)

die These mit dem Schmerzgedächtnis ist anerkannt und wird auch von mir zB respektiert.
Ich glaube aber, dass AD nicht das Schmerzgedächtnis löschen können.
Da wird ihnen mehr zugeschrieben als sie zu leisten imstande sind.

Kein Mittel auf der Welt kann das Schmerzgedächtnis löschen, aber vielleicht beeinflussen - oder anders ausgedrückt: umprogrammieren

Hier wird das sehr schön erklärt:
https://www.schmerzhilfe.de/schmerzgedaechtnis/

Insofern kann man AD nutzen um das Schmerzgedächtnis zu modulieren.
Ich habe auch vollstes Verständnis, dass Menschen mit starken Schmerzen nicht willens sind das für immer aushalten zu wollen und zu können und sich nach medikamentöser Erleichterung sehnen.

Gewisse AD haben anscheinend einen Einfluss darauf, was die Nervenbahnen bei Schmerz an das Gehirn weiterleiten bzw. was an Signalen vom Gehirn / ZNS in die Peripherie zurück gesendet wird.
Ob sie wirksam sind, muss jeder selbst herausfinden.

Ich halte einen multimodalen Ansatz bei chronischen Schmerzen aber für unerlässlich; bitte nicht nur auf die Medikamente schauen. Therapeutische Unterstützung, Selbsthilfegruppen, das Erlernen von Entspannungsmethoden, ggf. Ernährungsumstellung, die Einnahme sanfter pflanzlicher Mittel, moderater Sport etc.... all das gehört als Gesamtpaket geschnürt, wenn man chronisch schmerzkrank ist.

Es tut mir sehr leid, dass dir gekündigt wurde. Bei mir war das damals auch der Fall. Ich war immer länger krank und dann flatterte die Kündigung ins Haus - und das, obwohl ich mir vorher den Ars*h aufgerissen habe für den Betrieb - ich hab mich so schlecht und auch ungerecht behandelt gefühlt :cry:.
Als Kranker wird man aussortiert wie ein alter Putzlappen - ist schon schlimm.
Das muss man alles erst mal verkraften - diese doppelte Bestrafung.

Alles Gute
Jamie
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Re: Psychisches Wrack nach 1 Woche Duloxetin (+ Kaltentzug Tramal)

Beitrag von carlotta » Montag, 04.06.18, 15:36

Hallo Vio,

Du hast Dir die Antwort schon selbst gegeben:
Jedenfalls denke ich vom Gefühl her, ich sollte einfach viel schlafen, mich bewegen, mich erholen und zu mir kommen. Vielleicht werde ich dann wieder der kerngesunde Mensch, der ich vor 5 Jahren noch war.

Du schilderst die Zusammenhänge so dermaßen klar, dass es schon grob fahrlässig wäre, wieder mit Medikamenten zu experimentieren, erst recht mit AD.

Und Du drückst einen tiefen Wunsch nach Ruhe aus, dem solltest Du folgen.

Klar machen Behandler und KK Druck. Das ist an der Tagesordnung bei längeren Krankschreibungen. Es geht um viel Geld. Du sollst möglichst schnell wieder in Arbeit, darauf liegt deren Fokus in der Regel.

Selbst wenn sich mit Medikamenten vorübergehend Entlastung erreichen ließe, ist das trügerisch, v. a. was AD angeht. Es sind letzten Endes Nerven- und Zellgifte, bei längerer Einnahme können sie dem Körper wirklich viel zusetzen und das nachhaltig. Da wäre ich vorsichtig. Wenn es denn überhaupt etwas bringt; nach einer Vorgeschichte, in der bereits mehrere Medikamente im Spiel waren, die zentral wirken (müssen nicht unbedingt AD sein), sinkt die Wahrscheinlichkeit dafür, dass sie wie gewünscht wirken. Ist im Grunde ein Spiel mit dem Feuer, da man selbst bei ausbleibender/paradoxer Wirkung nicht sagen kann, ob man problemlos wieder davon loskommt.

Ich denke, bei Dir wäre der Weg, einer längeren Auszeit/Genesungsphase erst einmal eine Chance zu geben, in der Du vieles in Deinem Leben änderst, auch auf die Ernährung achtest (ganz wichtiger Eckpfeiler, wird oft unterschätzt), Bewegung und genug Entspannungszeiten in Deinen Alltag einbaust.

Das kann allerdings einige Zeit dauern, ehe der Körper sich wieder regeneriert, schließlich gibt es einiges zu entgiften langfristig, wie ich Deinen Schilderungen entnehme. Das geht nicht von heute auf morgen. Die Schäden sind schließlich auch nicht über Nacht entstanden, da kam einiges zusammen.

Wenn sich mit der Zeit immer noch nicht ausreichend was tut und/oder Zustände für Dich unaushaltbar werden, kann man immer noch weitersehen. Allerdings wäre ich speziell beim Thema AD sehr vorsichtig. Wenn sie denn etwas für Dich tun sollten, dann hält die Wirkung im Regelfall auch nur begrenzte Zeit an plus Nebenwirkungen, die auch im Laufe der Zeit zunehmen, neu auftreten können.

Erwarte bitte nicht, dass Ärzte Dich darüber umfassend aufklären. Sie haben leider noch immer von der AD-Problematik wenig bis gar keine Ahnung. Man muss da notgedrungen sein eigener Experte werden.

Liebe Grüße, alles Gute
Carlotta
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Re: Psychisches Wrack nach 1 Woche Duloxetin (+ Kaltentzug Tramal)

Beitrag von padma » Montag, 04.06.18, 17:57

liebe Vio, :)
Die Idee hinter dem Antidepressivum war damit das Schmerzgedächtnis zu löschen.
Ich bin da skeptisch, dass ein AD das kann. Dazu müsste es eine starke schmerzstillende Wirkung haben und die hat es so eher nicht.

Es wird ja quasi als Wirkverstärkung zu herkömmlichen Schmerzmittel gegeben. Wenn bei dir Tramal nicht ausreichend greift, halte ich es für unwahrscheinlich, dass dann ein AD greift.

Wurden schon mal Nervenblockaden versucht?

Bei mir persönlich haben AD nicht gegen Schmerzen geholfen (war bei mir der Einnahmegrund), aber natürlich reagiert jeder anders darauf.

Falls du dich auf ein AD einlässt, würde ich es wirklich nur kurz nehmen und auch das nur, wenn es die Schmerzen sehr deutlich reduziert.

Wobei ich das Risiko sehe, dass wenn das AD dann abgesetzt wird, die Schmerzen als Rebound wieder kommen. Eine Dauereinnahme halte ich allerdings auch nicht für sinnvoll, da es über kurz oder lang, zum Wirkverlust kommt und du deinen Körper damit sehr belastest.


liebe Grüsse,
padma

Nachtrag: hier haben wir einen thread zum Thema: viewtopic.php?f=8&t=10737
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GwencarlottaJuna
Diagnose: somatoforme Schmerzstörung ,Fibromyalgie
seit 2002 Fluoxetin zur Schmerztherapie

Quasi - Kaltentzug 2012, Wiedereindosierung, schleiche im :schnecke: Tempo aus
Absetzverlauf:
► Text zeigen
6.05.2018: 0,275 mg :schnecke:


Hinweis:
Das Team sorgt für die Rahmenbedingungen im Forum und organisiert den Austausch. Ansonsten sind wir selbst Betroffene und geben vor allem Erfahrungswerte weiter, die sich aus unserer eigenen Geschichte und aus Erfahrungen anderer ergeben haben.

Violetta1231
Beiträge: 6
Registriert: Dienstag, 22.05.18, 7:57
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Re: Psychisches Wrack nach 1 Woche Duloxetin (+ Kaltentzug Tramal)

Beitrag von Violetta1231 » Dienstag, 05.06.18, 18:02

Jamie, Carlotta und Padma, ich wollte nur schonmal lieben Dank für eure Anworten sagen. Ich arbeite mich da jetzt mal durch und melde mich morgen nochmal....Toll, dass man hier Hilfe bekommt! Ganz liebe Grüße,Vio
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padma
Diagnose: Sehr schmerzhafte Vulvodynie nach Fehlbehandlung durch Pilzcremes und Antibiotika Ende 2017. Sämtliche Versuche, das Ganze lokal mit Cremes zu behandeln sind fehlgeschlagen. Schmerzmittel und Antidepressiva wurden zur Schmerzbehandlung empfohlen. Zusätzlich Psychotherapie, aber Versuche einen Therapieplatz zu bekommen bisher gescheitert. Jobverlust hat Situation verschlimmert.

Tramadol 100 retard (Erst circa 4 Wochen 1 Mal, dann 2 Mal täglich von Februar 2018 bis Mai 2018)
10. Mai 2018 bis 17. Mai 2018: Duloxetin 30 mg 1 Mal täglich (morgens) Tramadol 100 retard nur noch 1 Mal täglich (abends)
18. Mai 2018: Umstellung von Duloxetin auf abendliche Einnahme wegen Müdigkeit, komplettes Weglassen von Tramadol -->starke Nebenwirkungen: Schlafstörungen, Restless Legs (nachts).
Seit 19. Mai: Weglassen von Duloxetin. Dafür wieder Tramadol 1 Mal täglich 50 mg. Wieder etwas besser in Bezug auf die Nebenwirkungen.Ausschleichen angestrebt.

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