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Vorstellung Pauli / Oxazepam, Quetiapin, Venlafaxin

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Pauli1
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Vorstellung Pauli / Oxazepam, Quetiapin, Venlafaxin

Beitrag von Pauli1 » Samstag, 09.06.18, 11:55

Hallo liebe Teilnehmer,
seid geraumer Zeit verfolge ich dieses interessante Forum und möchte mich nun auch hier beteiligen, um aufschlussreiche Informationen zu meinem Problem zu erhalten und eventuell mit meinen Erfahrungen anderen behilflich zu sein und auch Erfahrungsberichte bzw. Erfolgsgeschichten von anderen Teilnehmern erhalten.

Zu meiner Person:
Ich bin mitte 50 und seid Anfang der neunziger Jahre benzodiazebinabhängig. Habe dieses Medikament zu Beginn für meine Panikattaken verschrieben bekommen. In weitere Folge kamen Angstzustände und Depressionen dazu. Die ganze Palette an Medikamenten welche ich in den letzten 25 Jahren bekommen habe kann ich gar nicht mehr aufzählen. Auch alle Nebenwirkungen (Suizidgedanken, Sprachstörungen usw.) habe ich auch schon hinter mir, bin dadurch auch in der Psychratischen Klinik gelandet. Nach einem mehrmonatigen Aufenthalt - wieder entlassen, mit mehr Benzos und anderen Antidepressiva.
Im Jahr 2009 war ich wieder in der Klinik, um jetzt einen Entzug für die Benzos zu machen. Die Benzos wurden gegen andere Wikstoffe (z.B. Venlafaxin , Quetiapin und Olanzapin) ausgetauscht.
Durch diesen Klinikaufenthalt habe ich auch meinen Job verloren.
Danach schaffte ich es 6 Jahre ohne Benzos auszukommen.
Die Anforderungen in meinem neuen Job wollte ich unbedingt bestehen, als ich die Zustände nicht mehr ausgehalten habe, habe ich wieder zu den Benzos gegriffen. Fataler Fehler - aber niemand konnte mir einen besseren Tipp geben.
Hier ist zu erwähnen, dass ich nach tausenden Psychotherapiestunden und natürlich auch mehreren Therapeuten als austherapiert bzw. nicht therapierbar entlassen wurden.

Nun zu meinem eigenlichen Anliegen. Ich möchte nun von den Benzos und den ganzen anderen Medikamenten loskommen - ist ein ergeiziges Projekt, aber ich hoffe, dass der Austauch mit Gleichgesinnten mir die nötige Kraft bzw. Motivation gibt.
Derzeit nehme ich ca. 20 mg Oxazepam manchmal auch mehr pro Tag , noch 50 mg Quetiapin und 150mg Venlafaxin.
Wie ich mit den Arbeitsalltag mit den Entzugserscheinungen durchstehen werde, weiß ich noch nicht,
möchte es aber versuchen.
Euer Pauli
Zuletzt geändert von Murmeline am Samstag, 09.06.18, 11:57, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Titel ergänzt

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Re: Vorstellung Pauli / Oxazepam, Quetiapin, Venlafaxin

Beitrag von Jamie » Samstag, 09.06.18, 13:40

Hallo Pauli,

willkommen im Forum :)

Bei so einer langen Einnahme von Benzos wirst du dich auf einen mehrjährigen Entzug gefasst machen müssen, genauso was die anderen Medikamente betrifft.
Es sollte hier unbedingt in Etappen vorgegangen werden - oft bringt bereits eine gewisse Dosisssenkung eine Erleichterung und gesundheitliche Besserung.
Aber das ist vielleicht auch ganz gut so, da bleibt man halbwegs alltagskompatibel.

Venlafaxin wirkt pushend und aktivierend. Es kann sein, dass wenn du das (beruhigende) Benzo runtersetzt, dann auch diese Nebenwirkung stärker durchschlägt.
Deswegen macht es ggf. Sinn auch mal zu pausieren und zB das Venlafaxin etwas runterzusetzen, ehe man wieder mit dem Oxazepam weitermacht.
Wenn du Quetiapin verträgst, würde ich das beibehalten und erst zum Schluss absetzen, da dessen beruhigende Wirkung evtl. ein wenig den Benzoentzug auffangen kann.

Hast du weitere Fragen?
Für das Ausschleichen des Oxazepams wirst du entweder eine Feinwaage benötigen oder du kannst es in Wasser versuchen aufzulösen. Damit kriegt man super feine Dosierungen hin.

Absetzbasics Benzos: viewtopic.php?f=16&t=12883
Absetzbasics AD / Neuroleptika: viewtopic.php?f=18&t=12880
Video Wasserlösemethode: viewtopic.php?f=43&t=14698

PS. Um den Benzoentzug irgendwann beginnen zu können, darf die tägliche Dosis nicht mehr schwanken, das heißt an einem Tag mehr nehmen ist nicht erlaubt. Überlege dir daher von Anfang an eine Menge, von der es realistisch ist, dass du über den Tag kommst und von der du dann das Abdosieren aus starten kannst.

Viele Grüße
Jamie
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Re: Vorstellung Pauli / Oxazepam, Quetiapin, Venlafaxin

Beitrag von Pauli1 » Sonntag, 10.06.18, 22:44

Hallo Jamie,
danke für deine promte Antwort.
Das es eine langwierige Angelegenheit sein wird ist mir bewusst. Aber es muss sich einfach etwas ändern, denn ich kann nicht mehr unterscheiden, ob meine Zustände Entzugserscheinungen sind oder Nebenwirkungen von den Medikamenten und das macht mir Sorgen. Ich weiss gar nicht mehr wie es ist, ohne Chemie zu leben.
Mein Plan für die Zukunft wäre vorerst schrittweise auf Diazepam umzusteigen, da habe ich einen guten Bericht von einer britischen Professoren H.A gelesen, wie so ein Absetzplan aussehen soll und das Diazepam eine längere Halbwertszeit hat, und man vielleicht mit weniger Entzugserscheinungen durch diese Zeit kommt. Wie du erwähnt hast, kann ich mich da schon einmal auf Jahre einstellen. :(
Das Diazepam bekommt man in flüssiger Form, da kann ich hoffentlich auch die Dosierung besser handhaben.
Deinen Tip Venlafaxin am Morgen zu nehmen werde ich versuchen.
Was mich noch innteressieren würde, was ihr gemacht habt, um mit den Entzugserscheinungen klar zu kommen. Bei meinem ersten Entzug wurde ich ja mit anderen Medikamenten vollgepumpt, dass ich das gar nicht so richtig mitbekommen habe.
Lg
Pauli

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Re: Vorstellung Pauli / Oxazepam, Quetiapin, Venlafaxin

Beitrag von Jamie » Montag, 11.06.18, 15:17

Hallo, :)

ist ja super, dass du auf Heather Ashton gestoßen bist.
Nach ihren Vorschlägen empfehlen wir hier im ADFD Benzoentzüge :fly: .

Ich selbst habe einen Entzug nach Ashton hinter mich gebracht.
Erfolgreich. :party2:
Was mich noch innteressieren würde, was ihr gemacht habt, um mit den Entzugserscheinungen klar zu kommen. Bei meinem ersten Entzug wurde ich ja mit anderen Medikamenten vollgepumpt, dass ich das gar nicht so richtig mitbekommen habe.
Soooo langsam absetzen, dass man alltagkompatibel bleibt und daher bestenfalls kaum Symptome verspürt.
Schonendes Tempo, Rücksicht aufs eigene Befinden, kein Zeitdruck - das sind Erfolgskomponenten.

Ein paar Symptome wird es wohl immer geben und mit denen wird man sich arrangieren müssen; und alles, was sonst noch auftaucht, kann man symptomatisch behandeln.

Wir nehmen davon Abstand Entzüge mit anderen Psychopharmaka deckeln zu wollen; in Einzelfällen kann das der richtige Weg sein, aber die Mehrheit profitiert von Entzugsdeckelung nicht, da kein AD oder NL auf der Welt so wunderbar Gaba-Rezeptoren bedient wie ein Benzo und daher kaum einen Entzug abfängt. Dafür wirbeln sie erneut alles im ZNS durcheinander und haben teils massive Nebenwirkungen, die denen von Entzugssymptomen ähnlich sein können (zB Unruhe).

Entzugsdeckelung sollte den Schwerstfällen vorbehalten sein; und selbst da gibt es keine Garantien auf gar nichts.

Grüße
Jamie
Zuletzt geändert von Jamie am Montag, 11.06.18, 15:49, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Vorstellung Pauli / Oxazepam, Quetiapin, Venlafaxin

Beitrag von Murmeline » Montag, 11.06.18, 15:31

Hallo Pauli,

in Forumsbereich Umgang mit dem Entzug findest du auch viele Tipps, zum Beispiel diesen Thread: viewtopic.php?f=50&t=7663

Murmeline
Erfahrung mit Psychopharmaka (Citalopram, langjährig Venlafaxin und kurzzeitig Quetiapin), seit Sommer 2012 abgesetzt
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