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Venlafaxin absetzen: Auch als Tropfen verfügbar?

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venlamaus
Beiträge: 1
Registriert: Mittwoch, 13.06.18, 11:13

Venlafaxin absetzen: Auch als Tropfen verfügbar?

Beitrag von venlamaus » Mittwoch, 13.06.18, 11:58

[b]Ich bin ein Mann, Baujahr 1957, bekam 2010 starke bis sehr starke Depressionen.[/b]

• 2010-07 bis 10: Hausarzt: Einnahme von pflanzlichen Hilfsmitteln: Keine Wirksamkeit
• 2010-11 bis 2011-04: Psycho-Facharzt: Einnahme von Citalopram. Helfende Wirkung setzt langsam ein. Nebenwirkungen: Blähungen und sehr müde und antriebsschwach.
• 2011-05: Wechsel auf Venlafaxin (2 x 37.5 mg ?): Belebende Wirkung setzt langsam ein. Wieder Antrieb und Lust etwas zu machen. Negative Auswirkungen auf die erotische Komponente.
• 2013-01 bis 04: Venlafaxin: Absetzversuch über ca. 3 Monate: Kügelchen aus den Retard-Kapseln abgezählt und in leere Kapseln vorgefüllt. Nebenwirkungen enorm. Positiv: Ungeahnte Energie und Kraft. Stehe manchmal morgens schon um fünf Uhr auf, mache eine Radtour, Arbeit macht mir Spaß und ich werde kaum müde. Negativ:
Bin so von mir überzeugt, dass ich in der Firma überall versuche meine Meinung durchzusetzen, bin z. T. auch im Freundeskreis und der Familie aggressiv.
• 2013-05: Psycho-Facharzt: Diagnose einer "Manie": Überschäumende Kraft und Energie. Folge des Absetzens von Venlafaxin ohne ein gegensteuerndes Medikament. Wiedereinnahme von Venlafaxin und zusätzlich Verordnung von "Lithium". Lithiumcarbonat allein hätte angeblich auch schon antidepressive Wirkungen. Hinweis: Eine verstärkte Einnahme von Lithium kann zu einem Wachstum der Schilddrüse führen. Deshalb muss der Litihum-Gehalt im Blut ca. halbjährlich überprüft werden. Die Schilddrüse sollte wohl jährlich mittels Ultraschall kontrolliert werden.

• Meine vereinfachende Interpretation dazu: Das Venlafaxin verhindert anscheinend das Absinken des Serotonin-Spiegels zu weit nach unten (= Depression). Das Lithium begrenzt das zu große Ansteigen nach oben (= Euphorie, Manie). Ich vermute, dass durch die längere Einnahme des Antidepressivas diverse Energien blockiert oder gedämpft werden, und beim Ausschleichen des Antidepressivas nach und nach freigesetzt werden. Leider auch mit negativen Folgen. Manisch-depressiv heißt dann wohl, dass man diese Schwankungen im Sinne eines Ab-und-Auf durchleben würde.
• 2013:05 2 x Venlafaxin 37,5mg + 2x Litihiumcarbonat 225 mg. Hier trat nach ca. 2-3 Wochen wieder eine Stabilisierung des Befindens ein und die Euphorie verschwand wieder. Diese enorme Kraft und Energie zu besitzen war trotzdem ein echt tolles Gefühl.

[b]Mein Problem oder meine Frage bzgl. des Absetzens von Venlafaxin:[/b]
• Gibt es Venlafaxin, das sehr gut wirkt und vertragen wird, auch in flüssiger Form?
• Das Abzählen der Kügelchen ist zwar möglich oder ziemlich mühsam, da man ja einen Absetzzeitraum von 2-3 Monaten vorsehen sollte.
• Die parallele Einnahme von Lithium halte ich auf jeden Fall für ratsam und notwendig. Evtl. kann man nach einem erfolgreichen Absetzen von Venlafaxin auch versuchen, das Lithium langsam zu reduzieren.

Gwen
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Re: Venlafaxin absetzen: Auch als Tropfen verfügbar?

Beitrag von Gwen » Mittwoch, 13.06.18, 12:11

Hallo Venlamaus,

herzlich Willkommen hier im Forum!
venlamaus hat geschrieben:
Mittwoch, 13.06.18, 11:58
2013-01 bis 04: Venlafaxin: Absetzversuch über ca. 3 Monate: Kügelchen aus den Retard-Kapseln abgezählt und in leere Kapseln vorgefüllt. Nebenwirkungen enorm. Positiv: Ungeahnte Energie und Kraft. Stehe manchmal morgens schon um fünf Uhr auf, mache eine Radtour, Arbeit macht mir Spaß und ich werde kaum müde. Negativ:
Bin so von mir überzeugt, dass ich in der Firma überall versuche meine Meinung durchzusetzen, bin z. T. auch im Freundeskreis und der Familie aggressiv.
Das Absetzen über nur 3 Monate war sehr schnell. Gerade wenn Du vorher bislang nicht manisch warst, ist zu vermuten, dass es sich bei den manischen Reaktionen dann um ein Absetzsymptom gehandelt hat.
venlamaus hat geschrieben:
Mittwoch, 13.06.18, 11:58
Gibt es Venlafaxin, das sehr gut wirkt und vertragen wird, auch in flüssiger Form?
Nein, bei Venlafaxin gibt es nur Präparate mit einer unterschiedlichen Anzahl Kügelchen. Für das Absetzen eigenen sich Präparate mit vielen Kügelchen!
venlamaus hat geschrieben:
Mittwoch, 13.06.18, 11:58
Das Abzählen der Kügelchen ist zwar möglich oder ziemlich mühsam, da man ja einen Absetzzeitraum von 2-3 Monaten vorsehen sollte.
Dieses Zeitfenster ist aus unserer Erfahrung hier im Forum viel zu knapp. Wir emp, jeweils nur 5-10% der Dosis zu reduzieren und dann 4-6 Wochen abzuwarten, bis der Körper sich angepasst hat. Damit zieht sich das Absetzen dann zwar über sehr lange Zeiträume, man bleibt aber soweit wie möglich "alltagskompatibel".
Lies Dich bitte Mal hier in die Grundlageninfos zum Absetzen von Antidepressiva ein: viewtopic.php?f=18&t=12880
Bitte leg auch eine Signatur an (Info in den Grundlageninfos)
venlamaus hat geschrieben:
Mittwoch, 13.06.18, 11:58
Die parallele Einnahme von Lithium halte ich auf jeden Fall für ratsam und notwendig. Evtl. kann man nach einem erfolgreichen Absetzen von Venlafaxin auch versuchen, das Lithium langsam zu reduzieren.
Genau, es macht keinen Sinn, gleichzeitig zwei Medikamente zu reduzieren. Gegebenenfalls kann wechselschrittig vorgegangen werden.

Viele Grüße und einen guten Austausch,
Gwen
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Re: Venlafaxin absetzen: Auch als Tropfen verfügbar?

Beitrag von Jamie » Mittwoch, 13.06.18, 12:21

Hallo venlamaus und Gwen :)

Ich darf korrigieren.
Es gibt Venlafaxin Tropfen.
Unretardiert.

Kann aber sein, dass eine horrende Aufzahlung nötig wird.
Name des Präparats: Zaredrop

PS hab gegooglet - Aufzahlung ist moderat


Grüße
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Re: Venlafaxin absetzen: Auch als Tropfen verfügbar?

Beitrag von padma » Mittwoch, 13.06.18, 13:16

hallo Venlamaus, :)
Psycho-Facharzt: Diagnose einer "Manie": Überschäumende Kraft und Energie. Folge des Absetzens von Venlafaxin ohne ein gegensteuerndes Medikament. Wiedereinnahme von Venlafaxin und zusätzlich Verordnung von "Lithium"
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Wie auch Gewn schrieb, hattest du eine hypomanische Phase als Absetzsymptom. Das ist nicht dein Grundproblem, lass dir das nicht einreden. Dass der Arzt gleich zu Lithium gegriffen hat, halte ich für einen Fehler :frust: . Bei einer Absetzsymptomatik reicht es zumeist aus, das zu schnell abgesetzte AD in einer niedrigen Dosis wieder einzudosieren. Jetzt hast du leider 2 Psychopharmaka an der Backe.

Da du ganz offensichtlich sehr sensibel auf das Absetzen reagierst, wäre es wirklich wichtig, sehr langsam über einen Zeitraum von mindestens einem Jahr auszuschleichen.

Übrigens gibt es keinen Zusammenhang zwischen einem niedrigen Serotoninspiegel und einer Depression. Diese sogenannte "Serotoninhypothese" ist mittlerweile widerlegt.

liebe Grüsse,
padma
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seit 2002 Fluoxetin zur Schmerztherapie

Quasi - Kaltentzug 2012, Wiedereindosierung, schleiche im :schnecke: Tempo aus
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6.05.2018: 0,275 mg :schnecke:


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