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Mentale Techniken zur Unterstützung

Was gibt es für andere Behandlungsformen? Was hast Du ausprobiert? Was hilft Dir? Antidepressiva, Benzodiazepine, Neuroleptika und andere Psychopharmaka können manchmal kurzfristig helfen, sind aber keine dauerhafte Lösung.
Jamie
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Mentale Techniken zur Unterstützung

Beitragvon Jamie » Freitag, 26.04.13, 18:43

Hallo liebe adfd.-ler

Immer wieder klingt in vielen Threads hier an, dass Techniken des Positiven Denkens, Meditation, Kontemplation, spirituelle Weiterentwicklung etc. die Phasen des Absetzens von Antidepressiva, Neuroleptika und Benzodiazepinen maßgeblich positiv beeinflussen können.

Sicher ist nicht jeder Mensch der Typ für solche Dinge, aber für all jene, die interessiert sind, soll hiermit ein Thread gestartet werden, der Anregungen geben kann.
Schön wäre es auch, wenn nach und nach der ein- oder andere berichten würde, was ihm hilft und geholfen hat, sodass hier hoffentlich bald einige hilfreiche und inspirierende Beiträge stehen werden.



Den Eröffnungsartikel hat Sladinka geschrieben. Vielen Dank dafür!!!! :group:

>>Hier ein paar Tipps wie ich mit meiner Angst klarkomme

Was mir sehr geholfen hat war das erlernen des positiven Selbsgesprächs, dabei ersetzt man negative Gedanken durch positive. Am Anfang war ich immer mit einem kleinen Block unterwegs und schrieb mir jeden negativen Gedanken auf, dann überlegte ich kurz und notierte einen positiven Ersatzgedanken. Ein Beispiel ich denke : Es geht mir so schlecht, ich werde niemals mehr ohne diese Panik leben können. Positiver Ersatzgedanke: Ich arbeite daran meine Angst zu überwinden. Mit der Zeit wird sie vergehen, ich habe vertrauen in mich selbst.

Unter diesem Gesichtspunkt möchte ich das Buch Angstfrei leben von Lucinda Bassett empfehlen, ich habe damit gearbeitet es hat mir sehr viel geholfen. Auch habe ich das Buch Kognitive Verhaltenstherapie bei Hypochondrie und Krankheitsangst von Bleichhardt und Weck durchgearbeitet und mit ihm gearbeitet. Sehr wichtig ist das man wirklich mit den Büchern arbeitet und sie nicht nur liest.

Desweiteren nehme ich Angst und Panik ihre Bedrohlichkeit mit Humor, man sollte sich und die Situation nicht immer allzu ernst nehmen. Gedanklich dem ganzen eine humorvolle Note geben kann enorm helfen, daran denken: Nichts wird so heiß gegessen wie gekocht.

Sehr empfehlen kann ich außerdem sich genau darüber zu informieren was im Körper passiert wenn man Angst hat. Was der Flucht/Kampf Impuls bedeutet, was im Körper vor sich geht. Das zu verstehen hilft vielen mit der Angst besser umgehen zu können.

Des weiteren richte ich meine Aufmerksamkeit nach aussen, ich atme langsam ein und aus und konzentriere mich darauf was ich höre, sehe, fühle. Konzentriere mich auf Farben, auf meine Umgebung, beobachte. Manchmal singe ich oder lese laut etwas vor, man kann unmöglich Singen und Lesen UND gleichzeitig Angst haben. Ich mache mich mir selbst bewusst! Ganz wichtig, ich bin der Meinung das man sich selbst heilen kann, natürlich dauert es und man braucht Geduld und muss aktiv daran arbeiten aber jeder kann das schaffen. In einer Therapie bekommt man auch nur das Werkzeug an die Hand, gehen muss man den Weg letztendlich alleine. Und ist es nicht ein beruhigendes Gefühl wenn man weiß, dass man sich selbst Sicherheit geben kann?

Bei einer Panikattacke, also wenn ich schon mittendrin stecke, hilft es mir mich daran zu erinnern das ich schon mind. 1000 Panikattacken hatte und das mir noch NIE eine geschadet hat, ja es ist unangenehm aber NICHT gefährlich! Manchmal hilft es etwas zu trinken (kalt), das beruhigt bei mir oft das Herzrasen. Auch Kaugummikauen hilft oder eine halbe Banane hat mir auch schon oft geholfen (ob Einbildung oder nicht, egal, wenn es hilft ist es okay). Ich habe oft und viel mit Herzrasen und Stolpern (Extrasystolen) zu tun. Aber das ist wieder eine andere Geschichte.

Wer kann, der sollte einfach mal ordentlich weinen, das hilft zumindest bei mir enorm negative Spannungen abzubauen. Das Problem man kann es nicht immer. Ich bin in schlechten Zeiten manchmal tagelang im "Panikzustand", d.h. nervös, herzrasen, dauernd wechselnde Symptome, von A bis Z. Man kann es mit einem Auto vergleichen das im höchsten Gang und mit angezogener Handbremse fährt. Über Derelisation bis hin zum ...jetzt werde ich verrückt...mache ich dann alles durch habe das aber heute weitgehend mit oben genannten Strategien im Griff.

Es gibt noch soviel mehr dazu zu schreiben und zu sagen und wer Fragen hat kann sich immer und egal mit was an mich wenden, ich versuche so gut zu helfen wie ich kann. Es gibt kein Patentrezept aber wenn nur es nur einigen ein bißchen hilft ist schon viel gewonnen.

Das alles beruht auf meinen eigenen Erfahrungen mit Angst und Panik, an denen ich leide seit ich klein war, ich habe viel dazu gelernt in diesen Jahren, vor allem habe ich gelernt mir selbst zu helfen da der Spruch: Hilf dir selbst, sonst hilft dir keiner! Leider noch vieel zu oft einfach zutrifft.

Ich möchte auch jedem Mut machen egal in welcher Lebenssituation er sich befindet,ich war auch schon ganz unten und wo das Martyrium endete kann jeder in meiner Signatur lesen, jeder kann es schaffen wieder ein Leben zu leben das sich lohnt. Jedes Leben zählt und jeder von euch ist auf seine Art und Weise ein ganz besonderer Mensch.

Das Leben ist wundervoll, es kommt auf unsere Sichtweise an! Und zu kämpfen lohnt sich immer, denn wir haben nur dieses eine!

Mit ganz lieben Grüssen

Sladinka <<

Inga
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Re: Mentale Techniken zur Unterstützung

Beitragvon Inga » Montag, 27.05.13, 8:19

Guten Morgen,

ich weiß nicht ob mein Bericht hilfreich sein könnte, weil ich eigentlich nicht viel mehr dazu schreiben kann, Sladinka hat es ja schon ausführlich beschrieben.

Als ich trocken wurde hatte ich keinen blassen Schimmer davon was mir noch bevorstand. Gut so...

4 Jahre hatte ich die schlimmsten Panikattacken die man sich denken kann. Immer bis zum Kollaps.

Weiß nicht mehr wie oft ich die Nacht im KH verbracht habe wenn man mich mal wieder irgendwo aufheben mußte.

Was ich heute weiß ist, ich habe mich vier Jahre gegen diese Attacken mit dem Verstand gewehrt.
Erst dachte ich ich hab ne Herzkrankheit.

Dann dachte ich es kommt von Unterzuckerung und bin nie mehr ohne Traubenzucker aus dem Haus.


Nach zig Ärztehopperreien habe ich die komplette Kompetenz ALLER Ärzte angezweifelt.

Viele Verhaltenstherapien haben mir nicht geholfen, auch Tageskliniken waren dabei.
Sobald es darum ging mir den Traubenzucker "wegzunehmen" gings los.

Dann kam die Angst vor der Angst.

Autofahren ging nicht mehr, Tunnel unmöglich zu durchfahren, auch als Beifahrer nicht, mir lief der Schweiß in Strömen und der BD sackte ab.

Ich dachte, nun bist Du trocken und wirst bei klarem Verstand verrückt.

Ich habe es NICHT glauben wollen das es meine Seele ist die nach Hilfe schreit.

Als 100% "Kopfmensch" der ich wurde um zu überleben, war es mir unmöglich diesen "Zustand" zu akzeptieren.

Und es wurde immer immer schlimmer, je mehr ich versuchte mit dem Kopf zu steuern.

Ich gehe seit über 20 Jahren in eine SHG mit spirituellem Hintergrund.

Anfangs hat sich jede meiner Körperzellen gegen so einen "Humbug" gewehrt.
Trotzdem bin ich immer weiter hingegangen....regelmäßig.

Erst als "Exot", ja ja lasst die mal reden...und ganz langsam kam es mir, das es mehr geben muß als das, was ich mit meinem Verstand erfassen kann. Viel mehr...

Ich glaube nicht an den konventionellen Gott, aber ich glaube an (m)eine höhere Macht,...für mich ist dies die Natur..das Universum....

Meinen Kopf "abgeben" an etwas Größerem als ich selbst es bin.

Nie werde ich es vergessen als ich im Supermarkt an der Kasse stand, meine Tochter damals erst 6 Jahre alt und es wieder los ging.

Ich habe gedacht: Von mir aus fall ich jetzt tot um, es ist mir egal.

Wirklich Ihr dürft mir das glauben, seit diesem Gedanken hatte ich nie wieder eine Panikattacke.
Das war so was von unglaublich.

Ich habe "nichts" gemacht, nach jahrelanger therapeutischer Arbeit kam einfach dieser Gedanke. Ich war vom Donner gerührt.

Und ich wußte SOFORT die PA werden nicht mehr wiederkommen.

Als junge Frau hatte ich keinen Schimmer was da abgegangen ist, heute mit 51 Jahren WEIß ich, ich habe aus tiefster Seele losgelassen.

Dies ist einfach nur meine Geschichte, möge sich jemand etwas davon nehmen können.

liebe Grüße

Inge
Seit knapp 5 Monaten Diazepam, meistens in hohen einmaligen Dosen bis 50 mg abends.Venlafaxin jeweils 75 mg in Tablettenform, morgens und mittags.

29.01. Morgens 20 mg, mittags 20 mg, abends 20 mg .......... 05.02. 5+10+20 mg ........... 12.02. 5+5+5+15 mg
30.01. Morgens 20 mg, mittags 10 mg, abends 20 mg .......... 06.02. 5+10+20 mg .......... 13.02. 5+5+5+15 mg
31.01 Morgens 10 mg , mittags 20 mg, abends 5 mg .......... 07.02. 10+5+5+15 mg .......... 14.02. 5+5+5+15 mg
01.02.Morgens 5 mg ,mittags 20 mg, abends 20 mg .......... 08.02. 5+10+5+15 mg .......... 15.02. 5+5+5+15 mg
02.02.Morgens 10 mg, mittags 10 mg, abends 15 mg .......... 09.02. 5+10+5+15 mg .......... 16.02.5+5+5+15 mg
03.02.Morgens 10 mg, mittags 10 mg, abends 15+ mg ......... 10.02. 5+10+5+15 mg .......... 17.02.5+5+5+15 mg
04.02.Morgens 10 mg, mittags 10 mg, abends 20 mg .......... 11.02. 5+10+5+15 mg ........ 18.02.3+3+3+5+10mg
-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Abdosiert vom 19.02. - 09.03. auf 26 mg, verteilt über den Tag
Abdosiert vom 10.03 bis auf weiteres auf 25 mg, verteilt über den Tag
Abdosiert vom 17.03. -20.03. auf 21 mg verteilt über den Tag
Abdosiert vom 21.03. auf 19 mg bis auf weiteres verteilt über den Tag

Venlafaxin:
Morgens: 75 mg Mittags 75 mg,nicht retardiert
----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Ich kann sicher nicht die ganze Welt verändern, aber mit Sicherheit verändert sich die ganze Welt für dieses Eine Tier.......

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Re: Mentale Techniken zur Unterstützung

Beitragvon Nobby » Sonntag, 28.07.13, 18:28

Meine Geanken waren heute posiiv und ich habe mich dann auf die Suche gemacht und habe folgende Entdeckung gemacht <3

http://www.youtube.com/watch?v=bIKn6pP6LfU

Gedanken sind Kräfte

Die Menschen sind nicht Gefangene ihres Schicksals; sie sind Gefangene ihrer Gedanken.
Franklin D. Roosevelt
Das Leben eines Menschen ist das, was seine Gedanken daraus machen.
Marc Aurel

Die Qualität des Denkens bestimmt die Qualität des Lebens

Am Anfang war der Gedanke.....
ohne es vorher zu denken kann der Mensch nichts (gar nichts) tun...
Sind wir uns unserer Gedanken wirklich bewusst??

Achte auf deine Gedanke,sie werden deine Wörter. Achte auf deine Wörter, sie werden deine Taten. Achte auf deine Taten, sie werden dein Charakter. Achte auf dein Charakter, er wird dein Schicksal.

Geheimnis der Gedanken
Etwa 60 000 Gedanken denkst Du als Mensch im Durchschnitt täglich
3% - aufbauende, hilfreiche Gedanken, die Dir selbst oder anderen nützen
25% - destruktive Gedanken, die Dir selbst oder anderen schaden
72% - flüchtige, unbedeutende Gedanken, die nur vergeudete Zeit und Energie sind

Ist das nicht eine riesige Verschwendung :)

von 60000 Geanken sind lediglich 1800 hilfreich und alles andere ist nur destruktiv und unbedeutend! :(
Quelle: http://www.paranormal.de/paramirr/gedanke/gtext.html

Daraus habe ich die Erkenntnis gewonnen: Das Gehirn ist eine tote Masse die nur durch die Gedanken am Leben ist und formbar ist. Das heißt mit anderen Worten man kann das Gehirn durch Gedannken neu FORMatieren und in eine andere Richtung lenken das ist eine wunderbare Erkenntnis für mich als Schmerzpatient mit depressiven Gedanken.
1. Das positive sieht in jeder Schwierigkeit eine Möglichkeit
2. Das negative sieht in jeder Möglichkeit eine Schwierigkeit

Daraus habe ich die Erkenntnis gezogen dass Glück kein Zufall sein kann aber Glück gibt es nicht ohne Bedingungen
Glück ist demnach wie ein Maßanzug.
Unglückliche Menschen sind meist jene die versuchen den Maßanzug eines anderen anzuziehen.
Deshalb sollte man ausgiebig an dem eigenen Glücksmodell basteln.

Schau in den Spiegel dann siehst du denjenigen der für dein Glück oder Unglück verantwortlich ist.

Ich bin der Schöpfer meiner eigenen Welt durch meine eigenen Denkprozesse .

Das was ich denke werde ich auch fühlen und alles was ich fühle wird Wirklichkeit werden und schafft so die Umstände meines Lebens.

Ich bin derjenige der die volle Verantwortung trägt für alles was ich je gewesen bin getan oder erfahren habe. Ich selbst habe jeden
Augenblick und Umstand meines Lebens geschaffen denn alles entsteht in der Phantasie.

So entehen Ängste und Sorgen oder Glück und Zufriedenheit.

Zum Abschluss möchte ich euch noch eine Seite ans Herz legen die mir immer wieder neue Kraft gibt nicht aufzugeben.
https://www.facebook.com/Inner.Solution1?ref=ts&fref=ts
Wenn Leid sinnvoll geworden ist, dann bist du darüber hinaus gegangen

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Re: Mentale Techniken zur Unterstützung

Beitragvon padma » Montag, 29.07.13, 18:55

Hallo Nobby, :)

echt klasse Beitrag, danke dir. :D

Ich möchte noch ein paar Ergänzungen aus meiner (buddhistisch geprägter) Sicht hinzu fügen:

Gedanken enstehen, ziehen durch uns hindurch und vergehen, hilfreiche Gedanken genauso wie nicht hilfreiche, bedeutungsvolle, belanglose etc. Wir haben nicht unbedingt Einfluss darauf, was für Gedanken/Emotionen entstehen, aber wir sind frei darin, wie wir mit ihnen umgehen.

Wieviel Gewicht geben wir ihnen? Glauben wir ihnen? Halten wir an ihnen fest? Verstärken wir sie durch endlose Wiederholungsschleifen im Geist? Nähren wir heilsame Gedanken und Emotionen?

Der Schlüssel ist Achtsamkeit: mitzubekommen was in unserem Geist vor sich geht; zu erkennen, was hilfreich und was schädlich für uns und andere ist; zu begreifen, dass wir dann die Wahl haben. Folgen wir einprogrammierten Mustern, die nicht länger hilfreich für uns sind oder wagen wir, was Neues auszuprobieren?

Diese Arbeit fördert längerfristig das Auftreten heilsamer Gedanken und verringert die Häufigkeit unhilfreicher Gedanken.
Wir "erziehen" unseren Geist.

Ganz wichtig ist, uns nicht wegen negative Gedanken/Emotionen zu verurteilen ("ich sollte diesen Gedanken/diese Emotion nicht haben"), sondern sie einfach als negative Gedanken Emotonen zu erkennen, sie nicht weiter zu nähren, falls möglich loslassen oder einen hilfreicheren Gedanken/Emotion hinzu zu nehmen.

Wir können die Bedingungen für unser eigenes Glück schaffen. Das heisst aber nicht, dass wir völlig frei sein werden von leidvollen Erfahrungen. Leidvolle Erfahrungen gehören zum Leben dazu, aber sehr viel unnötiges Leid ensteht durch unserer Reaktionen auf unsere Erfahrungen. Daran können wir arbeiten.

"Dein schlimmster Feind, kann dir nicht soviel anhaben, wie deine eigenen Gedanken.
Aber hast du sie erst einmal unter Kontrolle, kannn dir niemand hilfreicher sein" (Buddha)
Diagnose: somatoforme Schmerzstörung ,Fibromyalgie
seit 2002 Fluoxetin zur Schmerztherapie

Kaltentzug 2012, Wiedereindosierung, schleiche im :schnecke: Tempo aus
Absetzverlauf:
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1.09.2017: 0,5 mg


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Das Team sorgt für die Rahmenbedingungen im Forum und organisiert den Austausch. Ansonsten sind wir selbst Betroffene und geben vor allem Erfahrungswerte weiter, die sich aus unserer eigenen Geschichte und aus Erfahrungen anderer ergeben haben.

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Re: Mentale Techniken zur Unterstützung

Beitragvon Nobby » Dienstag, 30.07.13, 6:07

padma hat geschrieben:Hallo Nobby, :)

echt klasse Beitrag, danke dir. :D

"Dein schlimmster Feind, kann dir nicht soviel anhaben, wie deine eigenen Gedanken.
Aber hast du sie erst einmal unter Kontrolle, kannn dir niemand hilfreicher sein" (Buddha)


Danke für die Blumen padma. Dein Beitrag hat mir auch gut gefallen. ich glaube ich habe meine Spirualität entdeckt <3

Die Macht der Gedanken

Wer ein Übel erkennt, hat es schon halb geheilt

Dieser Satz ist für mich sehr positiv denn er teilt mir mit daß das Wort Unmöglich in dem Moment nicht existiert wenn ich ein Übel erkannt habe.

Mit diesen Geanken fällt es mir leichter mein Medikament abzusetzen da ich ja an der Möglichkeit des Unmöglichen festhalte und an der Erkenntnis dass dann das Übel schon zur Hälfte geheilt ist wenn ich positiv motiviert bin. Gedanken sind eine interessante Sache. Man kann sie nicht sehen und doch bestimmen sie die Qualität unseres ganzen Lebens wenn wir die Zügel in der Hand behalten und Sie nicht alleine schalten und walten lassen :roll:
Das ganze habe ich auf dieser Seite entdeckt dort stehen noch viel mehr hilfreiche Dinge die dem einen oder anderen nützlich sein könnten. Quelle:
Gruss Nobby :group:
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Die sieben kosmischen Gesetze

Beitragvon Jamie » Montag, 09.09.13, 0:10

Die sieben kosmischen (universellen) Gesetze.

Auch hermetische Sätze genannt (nach Hermes Trismegistos) (= Thot)





1. Prinzip des Geistes

Alles ist Geist. Die Quelle des Lebens ist unendlicher Schöpfergeist. Das Universum ist mental. Geist herrscht über Materie.

Jeder Mensch kann jederzeit aus der Unwissenheit in das Wissen des Lebens eintreten und bewusst das Erbe der Vollkommenheit des Menschen und der Schöpfung annehmen. Dadurch verändert er die Welt. Gedanken schaffen und verändern. Deine Gedanken, dein Bewusstsein schaffen deine Erlebniswelt. Entscheidend ist dabei die Intensität des inneren Wünschens und Sehnens.
Achte auf deine Gedanken - sie können schaffen und zerstören!
Erklärende Aufzählungen von: Sabine Friedrichs und Mario Kienappel


2. Prinzip von Ursache und Wirkung = Karma
Jede Ursache hat eine Wirkung - Jede Wirkung hat eine Ursache. Jede Aktion erzeugt eine bestimmte Energie, die mit gleicher Intensität zum Ausgangspunkt /zum Erzeuger zurückkehrt.

Die Wirkung entspricht der Ursache in Qualität und Quantität. Gleiches muss Gleiches erzeugen. Aktion = Reaktion. Dabei kann die Ursache auf vielen Ebenen liegen. Alles geschieht in Übereinstimmung mit der Gesetzmäßigkeit. Jeder Mensch ist Schöpfer, Träger und Überwinder seines Schicksals. Jeder Gedanke, jedes Gefühl, jede Tat ist eine Ursache, die eine Wirkung hat. Es gibt keine Sünde, keine Schuld, kein Zufall und kein Glück, nur Ursache und Wirkung, die viele Jahrhunderte und Existenzen auseinander liegen können. Glück und Zufall sind Bezeichnungen für das noch nicht erkannte Gesetz.
Warum hast du bestimmte Eigenschaften? Woher kommen deine Verhaltensmuster? Bedenke bei all deinem Denken, Fühlen und Handeln die Wirkung. Lasse Hass, Wut und Angst los und öffne Dich dem unbedingten Trauen und der Liebe. Du allein bist für Dich selbst verantwortlich!
Erklärende Aufzählungen von: Sabine Friedrichs und Mario Kienappel


3. Prinzip der Entsprechungen oder Analogien
Wie oben - so unten, wie unten - so oben. Wie innen - so außen, wie außen - so innen. Wie im Großen - so im Kleinen.

Für alles, was es auf der Welt gibt, gibt es auf jeder Ebene des Daseins eine Entsprechung.
Du kannst das Große im Kleinen und das Kleine im Großen erkennen. Wie du innerlich bist, so erlebst du deine Außenwelt. Umgekehrt ist die Außenwelt dein Spiegel. Wenn du dich veränderst, verändert sich alles um dich herum. In dir steckt das, was du von anderen denkst.
Erklärende Aufzählungen von: Sabine Friedrichs und Mario Kienappel


4. Prinzip der Resonanz
Gleiches zieht Gleiches an und wird durch Gleiches verstärkt. Ungleiches stößt einander ab.

Das persönliche Verhalten bestimmt die persönlichen Verhältnisse und die gesamten Lebensumstände. Angst zieht das Übel an. Wer mit Krankheit, Hass, Eifersucht etc. in Resonanz steht, erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass die befürchteten Dinge geschehen.
Du bist, was du tust. Du ziehst all das in dein Leben, was deinen täglichen Handlungen, Gedanken und Emotionen entspricht. Negativität zieht Negatives, Dunkles an und kann zu Depression und Tod führen.
Erklärende Aufzählungen von: Sabine Friedrichs und Mario Kienappel



5. Prinzip der Harmonie oder des Ausgleichs

Der Fluss allen Lebens heißt Harmonie. Alles strebt zur Harmonie, zum Ausgleich. Das Stärkere bestimmt das Schwächere und gleicht es sich an.

Das Leben besteht aus dem harmonischen Miteinander, dem Geben und Nehmen der Elemente und Kräfte, die in der Schöpfung wirken. Durch Horten und Festhalten entsteht ein Stau, der zu Krankheit und Tod führt. Leben ist Austausch, Bewegung. Verschiedene Wirkungen gleichen sich immer aus, so dass so schnell wie möglich wieder Harmonie und Ausgleich hergestellt wird. Das Leben ist ständiges Geben und Nehmen. Das Universum lebt durch dynamischen Ausgleich in Leichtigkeit, Harmonie und Liebe. Geben und Nehmen sind verschiedene Aspekte des Kosmischen Energiestromes. Indem wir das geben, was wir suchen, lassen wir den Überfluss in unser Leben. Indem wir Harmonie, Freude und Liebe geben, erschaffen wir in unserem Leben Glück, Erfolg und Fülle. Von der Fülle des Lebens bekommt man nur so viel, wie man sich selbst der Fülle gegenüber öffnen kann. Der Mensch öffnet sich, indem er alle bewussten und unbewussten Gedanken an Mangel und Begrenzung in sich auflöst, sich von allen alten Begrenzungen trennt und Neues, Unbegrenztes wagt. Wer Fülle nicht lebt, dem bleibt sie versagt.
Nimm die Fülle an. Bereichere dich nicht auf Kosten anderer. Du musst alles bezahlen, was du bekommst - es sei denn, es wurde dir geschenkt. Gib, um zu bekommen. Über diesem Gesetz - über allen Gesetzen - steht die Gnade Gottes!
Erklärende Aufzählungen von: Sabine Friedrichs und Mario Kienappel


6. Prinzip des Rhythmus oder der Schwingung
Alles fließt hinein und wieder hinaus. Alles besitzt seine Gezeiten. Alles steigt und fällt. Alles ist Schwingung.

Nichts bleibt stehen - alles bewegt sich. Der Pendelschwung zeigt sich in allem. Das Ausmaß des Schwunges nach rechts entspricht dem Ausmaß des Schwunges nach links. Rhythmus ist ausgleichend.
Überwinde Starrheit und lebe Flexibilität. Alles, was starr ist, muss zerbrechen.
Erklärende Aufzählungen von: Sabine Friedrichs und Mario Kienappel


7. Prinzip der Polarität und der Geschlechtlichkeit
Alles besitzt Pole. Alles besitzt ein Paar von Gegensätzen. Gleich und Ungleich sind dasselbe.

Gegensätze sind ihrem Wesen nach identisch, sie tragen nur entgegengesetzte Vorzeichen, haben unterschiedliche Schwingungsfrequenzen. Alle Wahrheiten sind halbe Wahrheiten - außer der Wahrheit Gottes, die eins ist. Jedes Paradoxon soll in Einklang gebracht werden - in die Mitte.
Urteile und werte nicht. Erkenne auch die Gegenmeinung an. Verurteile nicht. Alle haben, vom jeweiligen Standpunkt aus gesehen, Recht.
Geschlechtlichkeit ist in allem. Alle Geschlechtlichkeit ist gleichzeitig Einheit.

Geschlechtlichkeit manifestiert sich auf allen Ebenen. Alles besitzt männliche und weibliche Elemente. Alles ist männlich und weiblich zugleich. Geschlechtlichkeit drängt zur Einheit - Geschlechtlichkeit ist Einheit, denn Einheit enthält das männliche und das weibliche Prinzip.
Lebe deinen männlichen und weiblichen Aspekt gleichermaßen. Sei ausgewogen. Sei im Gleichgewicht - in deiner Mitte.
Erklärende Aufzählungen von: Sabine Friedrichs und Mario Kienappel


Kosmische (Hermetische) Gesetze, unter anderem aufgezählt von: Hermes Trismegistos (Thot) (violett und kursiv unterlegt). Erklärende Aufzählungen von: Sabine Friedrichs und Mario Kienappel
Quelle: http://equapio.com/de/kultur/kosmische-gesetze/

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Re: Mentale Techniken zur Unterstützung

Beitragvon sigli » Sonntag, 02.02.14, 21:25

Hallo an alle hier,

ich habe total verpennt, dass dieser Bereich schon lebt.

Das ist einfach genial, was ich oben gelesen habe. Wenn man das umsetzen könnte, hätte man die Ruhe und Gelassenheit, die alles leichter geschehen lassen würde.

Wenn ich von mir spreche, fällt mir auf, dass ich zwar gute Kontakte, sprich' gute Heiler habe; aber ich spüre, dass ich die Heilung von außen suche. Selbst mein Heiler sagt, dass er nur die Selbstheilung anregt; also ich mich selbst heile. Ich und auch viele anderen hätten nur Gottes Liebe vergessen.

Ich beobachte dies bei mir schon seit Jahren. Ich finde dann zwar den oder die, die mir helfen kann. Doch ich weiß, wie vorhin am Telefon die Schwiegermutter meiner Tochter, eine HP, sagte: "Du weißt doch alles selbst. Warum suchst du jetzt schon wieder da und dort Hilfe? Warum ist das so? Ich denke, weil ich meine Mitte noch nicht gefunden habe und kein Vertrauen zu mir selbst habe. Und genau deswegen kommt immer wieder was Neues an Krankheit oder Herausforderung. Das weiß ich genau.

Ich habe schon ein paar mal erfahren, wie es ist, aufzugeben. Aufzugeben bedeutet, in den schwierigsten Situationen mit den krassesten Ängsten loszulassen. Auch wenn man sich vorstellt "dann sterbe ich eben". Und was passiert? Alles reguliert sich von alleine. Der Kampf löst sich auch; denn er ist ein Kampf gegen mich selbst. Wenn ich Vertrauen haben könnte und loslassen könnte, bräuchte ich keine Hilfe von außen; denn ich bekäme sie umsonst von Oben.

Ich habe es erkannt; aber dies umzusetzen ist nicht einfach.

lg Sigli
Wer kämpft, kann verlieren, wer aufgibt, hat schon verloren.

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Bewell
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Re: Mentale Techniken zur Unterstützung

Beitragvon Bewell » Montag, 03.02.14, 8:49

Hey ho

auch hier an dieser Stelle mag ich den besonders interessanten Vortrag posten.

es lohnt sich einmal zu hören:...und sich auf diese Themen einzulassen :wink:

http://www.youtube.com/watch?v=_km8VEr26_w

Gute Besserung allen

wünscht
Bewell <3

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Re: Mentale Techniken zur Unterstützung

Beitragvon sigli » Dienstag, 06.05.14, 13:56

Ein freundliches Hallo an alle,

hier ein Buch mit einer CD, das ich empfehlen kann. Die Meditation auf der CD hat sich bei mir (ich betone, bei mir!) absolut schnell auf meinen kurzfristig hoffnungslos hohen Blutdruck ausgewirkt. Ich war sehr überrascht.

Buch: "Achtsamkeitstraining, von Jan Thorsten Eßwein, inklusive CD mit 70 Minuten". ISBN 978-3-8338-1829-5

lg Sigli
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Re: Mentale Techniken zur Unterstützung

Beitragvon Mariie » Sonntag, 21.09.14, 10:45

Hallo,

Ein schöner Artikel. .Ich werde das eine oder andere versuchen.
Danke

Mariie





:D
Jamie1979 hat geschrieben:Hallo liebe adfd.-ler

Immer wieder klingt in vielen Threads hier an, dass Techniken des Positiven Denkens, Meditation, Kontemplation, spirituelle Weiterentwicklung etc. die Phasen des Absetzens von Antidepressiva, Neuroleptika und Benzodiazepinen maßgeblich positiv beeinflussen können.

Sicher ist nicht jeder Mensch der Typ für solche Dinge, aber für all jene, die interessiert sind, soll hiermit ein Thread gestartet werden, der Anregungen geben kann.
Schön wäre es auch, wenn nach und nach der ein- oder andere berichten würde, was ihm hilft und geholfen hat, sodass hier hoffentlich bald einige hilfreiche und inspirierende Beiträge stehen werden.



Den Eröffnungsartikel hat Sladinka geschrieben. Vielen Dank dafür!!!! :group:

>>Hier ein paar Tipps wie ich mit meiner Angst klarkomme

Was mir sehr geholfen hat war das erlernen des positiven Selbsgesprächs, dabei ersetzt man negative Gedanken durch positive. Am Anfang war ich immer mit einem kleinen Block unterwegs und schrieb mir jeden negativen Gedanken auf, dann überlegte ich kurz und notierte einen positiven Ersatzgedanken. Ein Beispiel ich denke : Es geht mir so schlecht, ich werde niemals mehr ohne diese Panik leben können. Positiver Ersatzgedanke: Ich arbeite daran meine Angst zu überwinden. Mit der Zeit wird sie vergehen, ich habe vertrauen in mich selbst.

Unter diesem Gesichtspunkt möchte ich das Buch Angstfrei leben von Lucinda Bassett empfehlen, ich habe damit gearbeitet es hat mir sehr viel geholfen. Auch habe ich das Buch Kognitive Verhaltenstherapie bei Hypochondrie und Krankheitsangst von Bleichhardt und Weck durchgearbeitet und mit ihm gearbeitet. Sehr wichtig ist das man wirklich mit den Büchern arbeitet und sie nicht nur liest.

Desweiteren nehme ich Angst und Panik ihre Bedrohlichkeit mit Humor, man sollte sich und die Situation nicht immer allzu ernst nehmen. Gedanklich dem ganzen eine humorvolle Note geben kann enorm helfen, daran denken: Nichts wird so heiß gegessen wie gekocht.

Sehr empfehlen kann ich außerdem sich genau darüber zu informieren was im Körper passiert wenn man Angst hat. Was der Flucht/Kampf Impuls bedeutet, was im Körper vor sich geht. Das zu verstehen hilft vielen mit der Angst besser umgehen zu können.

Des weiteren richte ich meine Aufmerksamkeit nach aussen, ich atme langsam ein und aus und konzentriere mich darauf was ich höre, sehe, fühle. Konzentriere mich auf Farben, auf meine Umgebung, beobachte. Manchmal singe ich oder lese laut etwas vor, man kann unmöglich Singen und Lesen UND gleichzeitig Angst haben. Ich mache mich mir selbst bewusst! Ganz wichtig, ich bin der Meinung das man sich selbst heilen kann, natürlich dauert es und man braucht Geduld und muss aktiv daran arbeiten aber jeder kann das schaffen. In einer Therapie bekommt man auch nur das Werkzeug an die Hand, gehen muss man den Weg letztendlich alleine. Und ist es nicht ein beruhigendes Gefühl wenn man weiß, dass man sich selbst Sicherheit geben kann?

Bei einer Panikattacke, also wenn ich schon mittendrin stecke, hilft es mir mich daran zu erinnern das ich schon mind. 1000 Panikattacken hatte und das mir noch NIE eine geschadet hat, ja es ist unangenehm aber NICHT gefährlich! Manchmal hilft es etwas zu trinken (kalt), das beruhigt bei mir oft das Herzrasen. Auch Kaugummikauen hilft oder eine halbe Banane hat mir auch schon oft geholfen (ob Einbildung oder nicht, egal, wenn es hilft ist es okay). Ich habe oft und viel mit Herzrasen und Stolpern (Extrasystolen) zu tun. Aber das ist wieder eine andere Geschichte.

Wer kann, der sollte einfach mal ordentlich weinen, das hilft zumindest bei mir enorm negative Spannungen abzubauen. Das Problem man kann es nicht immer. Ich bin in schlechten Zeiten manchmal tagelang im "Panikzustand", d.h. nervös, herzrasen, dauernd wechselnde Symptome, von A bis Z. Man kann es mit einem Auto vergleichen das im höchsten Gang und mit angezogener Handbremse fährt. Über Derelisation bis hin zum ...jetzt werde ich verrückt...mache ich dann alles durch habe das aber heute weitgehend mit oben genannten Strategien im Griff.

Es gibt noch soviel mehr dazu zu schreiben und zu sagen und wer Fragen hat kann sich immer und egal mit was an mich wenden, ich versuche so gut zu helfen wie ich kann. Es gibt kein Patentrezept aber wenn nur es nur einigen ein bißchen hilft ist schon viel gewonnen.

Das alles beruht auf meinen eigenen Erfahrungen mit Angst und Panik, an denen ich leide seit ich klein war, ich habe viel dazu gelernt in diesen Jahren, vor allem habe ich gelernt mir selbst zu helfen da der Spruch: Hilf dir selbst, sonst hilft dir keiner! Leider noch vieel zu oft einfach zutrifft.

Ich möchte auch jedem Mut machen egal in welcher Lebenssituation er sich befindet,ich war auch schon ganz unten und wo das Martyrium endete kann jeder in meiner Signatur lesen, jeder kann es schaffen wieder ein Leben zu leben das sich lohnt. Jedes Leben zählt und jeder von euch ist auf seine Art und Weise ein ganz besonderer Mensch.

Das Leben ist wundervoll, es kommt auf unsere Sichtweise an! Und zu kämpfen lohnt sich immer, denn wir haben nur dieses eine!

Mit ganz lieben Grüssen

Sladinka <<

Bertaeyish
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Re: Mentale Techniken zur Unterstützung

Beitragvon Bertaeyish » Mittwoch, 05.11.14, 0:18

Also, ich hör mir deratiges immer gerne an - sehr routiniert, mind. 1x am Tag, und gerade wenn es mir schlecht geht:

Beispielhaft:

https://www.youtube.com/user/meditaton/videos (MeditaTON Kanal bei Youtube)

http://www.psychotherapie-schwabbaur.de ... ation.html (Progressive Muskelentspannung eingesprochen von einem Psychologen, extrem schön zu hören, finde ich!)

https://www.youtube.com/watch?v=Yw1Mx4u ... M2Lrs4-cTQ (Anregung, um dem negativen Gedankenkarussel zu entkommen, wenn es einem mal wieder richtig dreckig geht.)

Es gibt auch Meditationen von einem Herrn Robert Betz - die sind ein bisschen spirituell / esoterisch, aber vor allem auch sehr lebenspraktisch anwendbar. Ich überhör das spirituelle (blitzt nur ab und an durch) einfach und der Rest ist echt aufmunternd. Es gibt ein paar Sachen v. ihm auch auch youtube.
Im Oktober 2013 mittelschwere Depression diagnostiziert: heftige Schlafstörungen, Weinerlichkeit, "schwarze Wolke", Antriebslosigkeit, Verzweiflungsgefühl. = Therapie besucht und erfolgreich beendet. Diese ursprünglichen Symptome sind abgeklungen.
- Seit Oktober 2013: mal 50 mg mal 100 mg Opripramol. (Durch Hausarzt)
- Seit November 2013: Verhaltenstherapie, langsame Besserung spürbar
- Seit Dezember 2013: täglich 50 mg Opripramol abends (bei 100 mg: Vergesslichkeit, Sprachfindungsschwierigkeiten, Konzentrationsstörungen)
- Ende Januar 2014: Versuch der Umstellung auf Serotonin, Anfangsdosis 25 mg (leichte Nebenwirkungen, stärker werdend). Nach Erhöhen auf 50 mg nach einer Woche plötzlich heftige Nebenwirkungen (Übelkeit ganztägig, starker Schwindel.) --> Sofortiges Absetzen. (Noch mehrere Wochen immer wieder stundenweise starker, aber abnehmender Schwindel, vermutlich Nachwirkungen), inzwischen weg (März 2014)
- Letzte Märzwoche: depressiver "Flash" innerhalb weniger Tage kurzzeitig zurück auf Anfangssymptome
- 03.03.2014: Versuch der Umstellung auf Venlafaxin, 1. Tabl. 37,5 mg; sofort spürbare Wirkung (Stimmungsaufhellend), sofort spürbare Nebenwirkungen (Übelkeit) - nach drei Tagen wieder aufgrund Verdacht eines Serotoninsyndroms --> Sofortiges Absetzen. Seitdem auch Opipramol nicht wieder eingenommen.
- Seit einem halben Jahr: Mal mehr mal weniger intensiv, aber deutlich spürbar: Körperliche Abgeschlagenheit, "Watte" im Kopf, Konzentrationslosigkeit und Müdigkeit v.a. "im Kopf", Schlafschwierigkeiten, ab und an Schwindelattacken, Nahrungsintoleranzen haben sich entwickelt. Sich rückblickend langsam wieder bessernd.
Taktiken: Viel Ausdauersport, Yoga, Meditation, Ernährungsumstellung auf "clean" und viel Vitamine, Nahrungsergänzung: Vit. C, B-Vitamine, Magnesium und wahlweise andere Mineralstoffe.

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Re: Mentale Techniken zur Unterstützung

Beitragvon Jamie » Mittwoch, 05.11.14, 15:48

Genial, lauter Eckhart Tolle Meditationen bei MeditaTon.
Ich bin ein riesiger Eckhart Tolle Fan <3 .
Sein Hörbuch "Jetzt! Die Kraft der Gegenwart" ist mir seit Jahren steter Begleiter und ein lebensettendes Hörbuch gewesen.

LG und Dank für den Link
Jamie
...........SIGNATUR...............


:arrow: Eure Mithilfe ist gefragt - wer benutzt die Wasserlösemethode?


:!: mein Erfahrungsbericht (AD absetzen / erzwung. Kaltentzug / SSRI / Akathisie): viewtopic.php?f=51&t=12478


Meine PN-Funktion ist deaktiviert. Ich danke für euer Verständnis.

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Re: Mentale Techniken zur Unterstützung

Beitragvon Tami » Mittwoch, 26.11.14, 14:20

Hallo!

The Mindful Way Through Depression: Freeing Yourself from Chronic Unhappiness (Book & CD) http://www.amazon.com/Mindful-Way-Throu ... depression
hab ich mir angeschaut.

Es ist der Versuch kognitive therapy (willliams et al) und Achtsamkeitsmeditation (Kabat-Zinn) zu verbinden.

Mein persönlicher Eindruck: Ich habe mir mal (auf pirate bay ) das Hörbuch runtergeladen, weil das für mich weniger anstrengend ist, auf jeden fall gibt es auch beim buch eine von Kabat Zinn gesprochene CD mit Meditationsanleitungen. es wirkt sehr beruhigend und ich habe das gefühl, dass das im moment sein (im unterschied zum tun-Modus) sehr wichtig ist gerade für Leute mit Depressionen oder die mit Absetzerscheinungen kämpfen. Ich sehe es an mir: Man neigt dazu, negative Gefühle und Gedanken wegzuschieben, und spürt das im Körper (Verkrampfungen,...). Die Gefühle sind aber nun mal da und da kann man sich dann auch mit ihnen auseinandersetzen. ohne zu bewerten. Auch ist es eine andere Art der Aufmerksamkeit als das negative immer nur die Symptome anschauen (suchen?) und darüber grübeln. Bei der Meditation geht es nicht darum was zu erreichen sondern einfach zu fühlen, zu sein. Die Autoren weisen drauf hin, dass man in einer schweren Depression nicht das ganze programm machen sollte (das buch versucht erfahrungen aus einem 10 Wochen Therapie Programm weiterzugeben), sondern auch mal nur einen teil. Ich habe die Meditation im Liegen (Body Scan) hilfreich gefunden als Einstieg (man muss nicht mal aufstehen :wink: )

lg
Tami
Geschichte der Medikation:
Jahre immer wieder Antidepressiva, zuletzt Fluoxetin 2,5 ml (10 mg über mehrere Jahre), und Trazodon-Hydrochlorid 12,5 mg (ca. 1 Jahr und schon mal davor)
2014 Juli : Trazodon-Hydrochlorid abgesetzt
Juli- Mitte August: Fluoxetin ausgeschlichen
ca. 8. Okt-21. Okt. Fluoxetin 2,5 ml (10 mg) wieder genommen (wg. Beschwerden v.a. Heulkrämpfe)
22.-31- Okt. Fluoxetin 2 ml -1,5 ml (Dosisreduktion wg. körperlichen Beschwerden)
1. -9- Nov: Fluoxetin ganz abgesetzt
10.-12. Nov: ca. 0,2 ml Fluoxetin (0,8 mg)
13. -18.Nov: 1 ml Fluoxetin (4 mg)
19.-22-Nov: ca. 0,7 ml (Dosisreduktion wg. Unruhe)
23. Nov.: ca. 1 ml (wieder Dosiserhöhung wg. anhaltender Traurigkeit)...

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Re: Mentale Techniken zur Unterstützung

Beitragvon sinua » Freitag, 20.02.15, 12:51

Hallo,
auch ich würde gern etwas zu diesem enorm wichtigen Thema beitragen. Dabei geht es um mich und meine Erfahrungen, ich erhebe keinen Anspruch auf Allgemeingültigkeit.

Ich war immer ein extrem kopflastiger, analytischer Mensch. Ich habe versucht, alles mit dem Verstand, meinem Perfektionismus und Einsatz bis zur Erschöpfung anzugehen und zu lösen. Alles Körperliche, Geistige, Spirituelle war mir suspekt und "ganz sicher nichts für mich". Kombiniert mit einem sehr geringen Selbstwertgefühl, der Überzeugung, dass alles, selbst meine bloße Daseinsberechtigung verdient werden muss und es Zuneigung/Anerkennung nur gegen Leistung und Funktionieren gibt. Das alles gewürzt mit einer ängstlichen Weltsicht. Mein Handeln war geprägt von "müssen" und "sollen", "wollen" und "dürfen" gab es bei mir praktisch nicht. Die Fassade aufrechtzuerhalten war immer meine oberste Priorität.
Im Nachhinein ist es für mich ganz logisch, dass ich Depressionen "bekommen" habe. Ich habe noch keine abschließende Meinung darüber, ob (meine) Depression eine Krankheit ist. Was ich aber ganz klar sehe, ist der riesige Beitrag, den meine Art auf meine Gedanken zu reagieren und die Gegenwart abzulehnen, dazu geleistet haben. Ich war so in meinen Gedankenkreisen und der Ablehnung meiner Situation gefangen, dass ich durch die ständige Beschäftigung damit mein Leben verpasst habe. Da ist es im Nachhinein nicht verwunderlich, dass ich Krankheitssymptome entwickelt habe und irgendwann das alles nicht mehr wollte und konnte.

Mir persönlich hat die Lehre von Eckhart Tolle enorm geholfen. Ich denke nicht, dass er der Einzige ist, der Achtsamkeit, im Hier und Jetzt leben, Gedanken/Gefühle/Reaktionen bewusst wahrnehmen und zulassen sowie Meditationsübungen miteinander verbindet. (Aber ich habe hier das erste Mal den Ansatz gesehen, die Identifikation mit den eigenen Gedanken, Emotionen und der eigenen Lebenssituation zu verringern).
Etwas an seinen Worten, seiner Art und seinem Werk spricht mich an. Vielleicht hat er mich auch einfach nur im genau richtigen Moment "erwischt". Denn ich bin mir sicher, wenn ich sein Buch 1-2 Jahre früher oder auch viel früher gelesen hätte, hätte ich vieles einleuchtend gefunden, manches zu weit hergeholt, aber es hätte nicht den selben Effekt auf mein Leben gehabt. Für manche Dinge muss man eben erst reif/bereit sein, man kann es nicht erzwingen!

In dem Zusammenhang habe ich mich auch mit meiner Depression "versöhnt". Ich bin heute dankbar, dass ich damals zusammengebrochen bin. Denn ohne das hätte ich mein Leben lang versucht, weiter zu leben wie oben beschrieben, ich hätte mich weiter von "hundsmiserabel" zu "gerade irgendwie erträglich" gehangelt und hätte mich weiter kaputt funktioniert. Meine Depression hat mich gezwungen (!), die kraftraubende Fassade aufzugeben und mit dem ewigen Funktionieren aufzuhören. Damit war sie das letzte Mittel, mich dort hin zukriegen, denn ich hätte mich bis zum Ende mit allem dagegen gewährt. Insofern ist meine krasseste depressive Episode mit Klinikaufenthalt & Co. eine Art Wiedergeburt, ein Neubeginn, der mir erst ermöglicht hat, selbstzerstörerische Gewohnheiten ganz langsam loszulassen.
Doch ich sehe, ich drifte vom Thema ab, das ich eigentlich Eckhart Tolle widmen wollte. Aber vielleicht ist die Akzeptanz der eigenen Krankheit ja genauso wichtig wie der Umgang damit.

Zu Tolle also: ich habe „Jetzt! Die Kraft der Gegenwart“ im Oktober 2014 das erste Mal gelesen. Davor habe ich ein anderes Meditations-/Achtsamkeits-Programm gemacht, mit dem ich noch in der Tagesklinik angefangen habe. Auch das hat mir geholfen, aber bei Tolles Buch hat es sofort mehrmals Klick bei mir gemacht.
Wie ich damit umgehe?
Ich lese sein Buch von Zeit zu Zeit, nach keinem verkopften, festgelegten Rhythmus, sondern wenn ich den Impuls dazu habe. Das hilft mir, mir vieler Dinge in meinem Verhalten und Denken bewusst zu werden. Ich mache morgens und abends eine von ihm angeregte Meditationsübung, die ich im Laufe der Zeit verändert habe, so dass sie besser zu mir passt. Außerdem gibt es Übungen, die man sozusagen „nebenbei“ machen kann, für die man also keine extra Zeit einplanen muss.
Was es mir bisher gebracht hat?
Lebensqualität! Zuerst habe ich eine tiefe, für mein früheres Ich völlig untypische Gelassenheit entwickelt. Meine Ängste sind weitgehend verschwunden, meine Selbstzweifel ebenso. Ich habe große Fortschritte dabei gemacht, meine Gegenwart, mich selbst und andere zu akzeptieren. Ich habe eine Lebensfreude entwickelt, die ich vorher nicht kannte. Ich habe eine ganz neue Ebene der Kommunikation und des Miteinanders in meiner Beziehung entdeckt. Ich habe meiner Herkunftsfamilie teilweise verzeihen können. Ich schaffe es immer öfter, in der Gegenwart zu leben. Ich habe keine depressiven Rückfälle gehabt trotz einiger schwieriger Situationen.
Ich bin weit davon entfernt, Eckhart Tolles Anregungen perfekt umzusetzen und vollkommen erleuchtet durch das eine, ewige Leben zu wandeln :). Ich glaube auch nicht, dass das überhaupt mein Ziel ist. Ich falle hier und da in alte Muster und Gewohnheiten zurück, lasse mich mitreißen, verurteile mich und andere, hänge in meinen Gedanken fest, habe keinen Bock auf die Übungen, habe auf einmal wieder Ängste und Selbstzweifel usw... Das Ganze ist ein (Lern-)Prozess. Und ich bin für jeden einzelnen Schritt dankbar.

Vielleicht kann mein Erfahrungsbericht für andere ein positiver Anstoß sein.
Viele Grüße,
Sinua

P.S.: Ich habe mir auch das Programm von Kabat-Zin angesehen, es gibt einige Parallelen zu „Jetzt!“ und ich kann mir vorstellen, dass es ebenfalls eine große Hilfe sein kann. Ebenso das MBCT/MBSR.
Mein Ausschleich-Thread

>Diagnose schwere Depression (rezidiv.) 2014 -> Klinikaufenthalte 4 Monate
Seit Sommer 2014 psychisch stabil bis heute dank Achtsamkeit

>Medikation + Nebenwirkungen (NW)
>11 Monate Venlafaxin ret. 300mg morgens - keine positive Wirkung bemerkt:
-dauerhaft: starke Kraftlosigkeit/Erschöpfung, extreme unstillbare Kopfschmerzen ("Venla-Kopfschmerz"), gestörte Temperaturregulierung, null Sexualtrieb
>zeitgleich 6 Wochen Lorazepam 2mg - nach kaltem Absetzen starke Einschlafstörungen
>dagegen zusätzl. 7 Monate Mirtazapin 15mg - wirkt anfangs "schlafanstoßend":
-dauerhaft: Schwindel/Gleichgewichtsprobleme leicht, selten mittel
->Mirta deckelt die Venla-NW teilw. (bes. Erschöpfung, Venla-Kopfschmerz "nur" 1x/Monat)
>9 Wo. Pantoprazol 20mg als Magenschutz

>Absetzen Mirtazapin 15mg 12/2014-2/2015 (2 Monate): 11,25-7,5-3,75-0mg (zu schnell)
Symptome: extreme Erschöpfung/Kopfschmerzen/Übelkeit, Muskelschmerzen überall, Schwitzen - nur Dahinvegetieren
-> nach einigen Wochen Mirta-Entzug vorbei; Venla-NW wieder voll da -> stark eingeschränktes Leben

>Ausschleichen Venlafaxin ret. 300mg 3/2015-1/2016 (11 Monate): Reduktionen idR. alle 4 Wochen: 250-200-150-110-80-60-45-31-19-9,5-0mg, Symptome:
-bei jeder Reduktion: "Venla-Kopfschmerz" extrem - oft tagelang, meist mehrmals; wochenlang: Durchfall/Erschöpfung extrem, hohes Schlafbedürfnis
-bei den meisten: Zyklusschwankungen/-störungen; Übelkeit; Schwindel; gestörtes Hunger- u. Sättigungsgefühl; Unwohlsein/erschwerte Achtsamkeit; viel Durst
-bei einigen: Einschlafstörung; zusammenhängende/bewusste Träume; Gefühl Blasenentzündung; 2x Panik "ich halte die Kopfschmerzen nicht mehr aus"
-bei einer: Konzentrationsprobleme/Wortfindungsschwierigkeiten/Vergesslichkeit; leichte Absetzgrippe 2 Tage
-> Leben stark eingeschränkt, wäre nur wenige Tage arbeitsfähig gewesen
-> Besserung aller Nebenwirkungen


>Nach dem Absetzen: sehr langsame Normalisierung ohne Medikamente
-erste Monate: übliche Symptome s.o., Durchfall + Erschöpfung langanhaltend; kurz Sport -> Verstärkung Symptome; ungewöhnlich starke+lange Erkältung; Venla-Kopfschmerzen
-ab 4. Monat: durch noch mehr Schonung Besserung Durchfall u. Erschöpfung; monatelang erhöhtes Schlafbedürfnis; leichte Trigger -> Entzugssymptome; Zaps/pulsierende Schmerzen vom Hals ausgehend; Zyklusschwankungen/-störungen
-ab 6. Monat: stärkere/mehrere Trigger -> Entzugssymptome; Einschlafstörung; starke+lange Erkältung; sehr kurzer Ausdauersport -> wochenlange Symptom-Welle + verstärkte Schlafprobleme; keine Venla-Kopfschmerzen mehr, stattdessen ab hier Migräne
-ab 8. Monat: wochenlang Schwindel-Schwäche; Einschlafstörung sehr langsame Besserung; Durchschlafstörung eher kurz
-ab 10. Monat: weiter langsame Besserung des Grundzustandes, nur noch starke Trigger (zB. Zyklusende) lösen Entzugssymptome aus; Ernährungsumstellung (Ketose) Ende 10. Monat triggert Symptome und verschlechtert Grundzustand bis in den 14. Monat hinein, dann langsamer Übergang in Fenster
-Ernährungsumstellung (ohne Ketose) im 16. Monat beseitigt Absetz-Durchfall ohne zu triggern, seitdem schnellere Besserung des Grundzustandes, Migräne abgemildert
-ab 20. Monat wieder welliger, aber nicht mehr so tief wie vorher

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Re: Mentale Techniken zur Unterstützung

Beitragvon Murmeline » Samstag, 21.02.15, 8:08

Hallo sinua, vielen Dank fuer deinen ausführlichen Erfahrungsbericht der bestimmt auch anderen mut macht, sich mit Alternativen zu beschäftigen! Gruesse murmeline
Erfahrung mit Psychopharmaka (Citalopram, langjährig Venlafaxin und kurzzeitig Quetiapin), seit Sommer 2012 abgesetzt
Hinweis: Das Team sorgt für die Rahmenbedingungen im Forum und organisiert den Austausch. Ansonsten sind wir selbst Betroffene und geben vor allem Erfahrungswerte weiter, die sich aus unserer eigenen Geschichte und aus Erfahrungen anderer ergeben haben.

Dein Behandler nimmt Absetzproblematik nicht ernst? Das geht anderen auch so, siehe hier
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Re: Mentale Techniken zur Unterstützung

Beitragvon sinua » Dienstag, 28.04.15, 13:58

Hallo nochmal,
hier noch zur Ergänzung:
viewtopic.php?f=35&t=9596&start=20#p100195

Hallo Eva,

einiges von dem, was du beschreibst, kenne ich gut aus meiner Krankheitsgeschichte. Vielleicht kann dir meine Erfahrung eine Hilfe sein :hug: .

Ich will nicht sagen, dass es bei mir genauso schlimm war wie bei dir, vor allem was die Dauer betrifft, aber auch ich kenne solche Gedanken gut. Dass es nie wieder besser wird, dass die letzten Menschen, die noch zu mir halten, mir auch noch genommen werden, dass ich durch die schlechte Gesundheit auch noch den letzten, kleinen Rest Lebenswertes verliert usw. Auch ich hatte solche Gedanken immer wieder, vor allem bevor ich das Forum gefunden habe.
Ich weiß, wie schlimm diese Gedanken und Gefühle sind, doch aus meiner ganz eigenen Erfahrung kann ich dir sagen: es sind nur Gedanken, Befürchtungen, Ängste - sie entsprechen nicht der Wahrheit! Sie sind Produkte deines Verstandes, nichts weiter. Gedanken können mit der Realität übereinstimmen, aber es gibt genauso viele, die daran weit vorbeigehen. Es ist wichtig, sich diese Dinge vor Augen zu halten. Bei diesen Gedanken und Gefühlen geht es nicht um Dinge, die jetzt akut sind, und um die du dich kümmern musst und kannst - im Gegenteil, sie sind in deinem Kopf, mal zutreffend und mal nicht, und du musst ihnen nicht glauben. Du musst auch keine Lösung dafür 'ergrübeln', weil das gar nicht jetzt anliegt. Diese Ängste und Horrorvisionen betreffen oft die Zukunft. Aber die Zukunft ist noch gar nicht da, und sie wird auch nie da sein, denn wenn sie dann da ist, ist sie es in Form der Gegenwart. Und mit der Gegenwart konntest du bisher immer gut umgehen, das hast du schon so oft gezeigt.
D.h. du musst deinen Horroversionen weder glauben, noch dagegen arbeiten, noch Lösungen dafür finden - denn sie sind nicht real.
Für mich waren diese Erkenntnisse eine totale Erleichterung. Solche Horrorgedanken und die Gefühle, die sie auslösen, können trotzdem sehr heftig sein, auch ich habe das erlebt. Mit der Zeit habe ich aber gelernt, damit umzugehen. Ich glaube mir nicht mehr alles, was ich den ganzen Tag so daherdenke und kehre wieder zu dem zurück, was bei mir in der Gegenwart gerade anliegt. Wenn sich etwas aufdrängt (Gefühle, Gedanken), dann versuche ich sie wahrzunehmen, anzunehmen, ihnen Aufmerksamkeit zu schenken und mir dabei bewusst zu sein 'Ich bin nicht dieser Gedanke/dieses Gefühl. Das ist einfach ein Gedanke/ ein Gefühl von mir, das sehr herausfordernd ist'. Bisher ist alles, was ich annehmend und aufmerksam wahrnehme, von allein wieder verschwunden (das ist nur eine Frage der Zeit, manches geht sehr schnell, anderes beruhigt sich für den Moment "nur" ein wenig und ich brauche später noch mehrere Anläufe).
Bei mir haben Meditations- und Achtsamkeitsübungen sehr gut gegen solche Dinge geholfen.
Mit deinem Yoga hast du da schon einen guten Anfang gemacht.

Eine andere Äußerung von dir hat mich auch sehr an mich erinnert, vielleicht kann ich dir da einen Anstoß geben.
Ich hatte letztes Jahr im Krankenhaus eine Phase, in der ich ganz verzweifelt war, weil ich einfach nicht erkennen konnte, ob bestimmte Impulse, Gefühle und Gedanken von mir waren (also "meine", die aus meinem "wahren Ich" kommen - denen ich also vertrauen/glauben kann) oder von der Depression kamen (also "nicht meine" und damit feindlich, intrusiv und zu bekämpfen). Ich bin regelrecht daran verzweifelt, habe alles versucht, um das rauszukriegen, was natürlich unmöglich war, und bekam ein wachsendes Misstrauen mir selbst gegenüber und allem, was in mir vorging. Ich versuchte, alles einzuteilen, den Feind in mir zu fassen, beobachtete mich ständig, grübelte darüber herum und war immer weniger "präsent", da ich nur noch damit beschäftigt war. Damals stand ich kurz vor einem heftigen Rückfall/weiteren Abrutschen.
Mir hat dann etwas entscheidend geholfen, was mir ein anderer Patient in der Gesprächsgruppe für Depressive gesagt hat. Er hatte selbst schon mehrere depressive Episoden überstanden, erzählte mir auch, dass er diese Gefühle und Gedanken von damals kennt. Er sagte mir dann, dass spätestens ab dem Moment, in dem es ihm besser ging, es ihm total egal war, ob das davor nun von ihm kam oder von der Depression. Er hatte es geschafft, damit umzugehen und nun ging es ihm etwas besser. Das war alles, was für ihn zählte. Das hat mich so beeindruckt, ja fast geschockt, dass sich mir ganz neue Möglichkeiten eröffneten: 'Vielleicht ist es total Wurscht, ob es von der Depression kommt oder von mir. Wenn ich lerne, damit umzugehen und es mir dann besser geht, dann ist es mir spätestens ab dann egal, von wo es nun herkam...'. Ich weiß nicht genau, wie ich das gemacht habe, aber ab dem Punkt habe ich aufgehört, unterscheiden zu wollen. Ich habe aufgehört zu beurteilen, zu kategorisieren und einzuteilen, woher etwas kommt. Und ab da ging es einen gewaltigen Schritt voran in meiner Heilung. Weil ich aufhörte, darüber nachzugrübeln. Weil ich dadurch wieder an dem teilnehmen konnte, was um mich herum geschah. Weil ich endlich davon profitieren und lernen konnte, was um mich herum passierte. Weil ich endlich aus meinen theoretischen Szenarien und Kategorisierungen aussteigen und im Hier und Jetzt ankommen konnte.
Heute sehe ich, dass ich damals nicht nur mit dem Grübeln aufhörte, sondern (was genauso wichtig war), aufhörte, alles was in mir vorging zu beurteilen/verurteilen. Was mir der andere Patient erzählt hat, hat mir ein Stück weit zu achtsamer Gelassenheit verholfen: 'es ist da, es darf da sein, ich muss nichts damit tun. Ich nehme es wahr und kehre jetzt wieder zu dem zurück, was ich im Hier und Jetzt tue.'

Ich hoffe, dass du dich nicht unter Druck fühlst oder veruteilst, wenn das bei dir (noch) nicht klappt. So etwas braucht viel Übung und etwas Zeit, aber es ist möglich und ich war vorher absolut nicht der Typ für sowas :D

Nichts bleibt genau so, wie es jetzt ist, das ist ein Naturgesetz. Es wird also Veränderungen geben und ich drücke dir alle Daumen, dass sie dir das Leben wieder einfacher machen.
Alles Gute von mir,
du bist nicht allein,
Sinua

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Re: Mentale Techniken zur Unterstützung

Beitragvon padma » Freitag, 18.09.15, 19:20

hallo,

ich verlinke hier mal Buchtipps von Jamie :) zur Angstbewältigung:
viewtopic.php?p=114861#p114861

lg padma

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Re: Mentale Techniken zur Unterstützung

Beitragvon schneefloeckchen » Mittwoch, 23.09.15, 15:21

Hallo Ihr Lieben!
Ich habe seit ca.2 1/2 Jahren 3 gute Bücher mit denen ich arbeite um meine Ängste und falsche
Verhaltensmuster zu bewältigen.
Sie enthalten nicht nur Tipps,sondern auch Arbeitsbögen,Checklisten,Strategien und Techniken
um Denkmuster zu hinterfragen und um sein eigenes Verhaltensmuster zu verstehen und zu erkennen.
Sie enthalten viele Strategien und Technicken um Ängste,Sorgen und Panik unter Kontrolle zu bekommen,
Angstauslöser erkennen und angstlösende Situationen zu bewältigen.
Ich bin überaus glücklich sie zu haben und finde sie sehr hilfreich.
Vielleicht interessiert sich der eine oder andere auch dafür.
1. Übungsbuch :Kognitive Verhaltenstherapie für Dummies von Rhena Brauch und Rol Willson
2. Übungsbuch :Angstfrei Leben für Dummies von Charles H.Elliot und Laura Smith
3. Übungsbuch :Kognitive Verhaltenstherapie für Dummies von Rhene Brauch und Rob Willson
Bei Amazoon,gibt es auch gebraucht
Liebe grüße Monika
Seit 1995 Bromazanil 6 mg täglich
Seit 2004 Tramadol 3 mal 40 Tropfen
Seit 2007 Fentanylpflaster 25 mg/h
Seit 2008 Bromazanil 12 mg täglich
November 2010 Psychatrie für 12 Wochen,alles entzogen,dabei 7 Epi`s gehabt
2011 in der Psychatrie 20 mg Citalopram,1 Woche später 40 mg,am Entlassungstag (10.01.2011) erhöht auf 60 mg .Schwere Nebenwirkungen.Psychatrie war die Hölle.
bis 12.06. 2011 Cita genommen.Selbst abgesetzt 60-40-20-10-0,innerhalb von 3 Wochen.Ich dachte ich sterbe.
Juli 2011 Gallen Not-OP
Oktober 2011 3 Wochen Moclobemid,schwere Nebenwirkung,sofort abgesetzt
November 2011 Promethazin 25 mg 1-1-2
Ende Novenmber 2011 Venlafaxin 150 mg ,1 Tablette genommen,Hölle,ich dachte ich verbrenne innerlich.
Januar 2012 3 Tage Opipramol,schwere Nebenwirkung,abgesetzt
Juni 2014 Meine heutige Meditaion : mg Promethazin 1-0-2
Blutdrucktbl. Carmen 10/10 1-0-0
Betablocker 1-0-0
Pantoprazol 20 mg 1-0-0
Symptome:Wie Bleigewicht im Kopf,Kopfschmerzen,Tinnitus,Zungen und Lippenkribbeln,Nackenschmerzen,Nackenversteifung,
Arme und Beine wie gefesselt,Taubheitsgefühl in den Fingern und Füssen,brennen am und im ganzen Körper,Sehstörung,
verkrampfung der Extremitäten,Harndrang,Stuhldrang,Verzweiflung,Weinen,krampfartige Schmerzen im Oberbauch,Blutdrucksprünge,
körperliche Schwäche,Übelkeit,Appetitlosigkeit,Unwirklichkeitsgefühl,DR,Erkältungssymptome,starke innere Unruhe
Alle genannten Symptome mal mehr oder weniger,aber nie weg
18,10,2014 Promethazin 20 mg
27.11.2014 Promethazin 15 mg
24,01 2015 Promethazin 10 mg
13.06.2016 Promethazin 9 mg
11.07.2016 Promethazin 8 mg
28.03.2017 Promethazin 7,5 mg
03.04.2017 Promethazin 8 mg

Freudentraenchen
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Re: Mentale Techniken zur Unterstützung

Beitragvon Freudentraenchen » Mittwoch, 23.09.15, 16:32

Nun folgt ein Bericht, der auf persönliche Erfahrungen aufbaut, sie aber nur versteckt wiedergibt. ;-)

Seit einigen Wochen befinde ich mich in Therapie und erfahre dadurch Neues und Ermutigendes. Meine Therapeutin arbeitet mit einem schematherapeutischen Ansatz. Im Folgenden kann ich nicht auf das gesamte Modell der Schmematherapie eingehen, es fehlt mir dazu auch noch an Kenntnis, aber worauf ich an dieser Stelle durchaus eingehen kann, sind meine ersten Eindrücke und positiven Erlebnisse.
Kurz vorweg: ein Schema wird in dieser Therapieform ein Muster aus Verhalten, Gefühl und Kognition genannt, dass sich aufgrund früher, in der Kindheit und Jugend stattfindener Verletzungen von Grundbedürfnissen etabliert. Diese Schemata wirken sich schädlich aus, das heißt, sie bereiten dem Betroffenen mitunter große Schwierigkeiten im Bezug auf ihn selbst und den Kontakt mit anderen. Ein Betroffener, der beispielweise immer wieder erleben musste, wie er als Kind im Stich gelassen wurde, wird als Erwachsener mitunter reagieren wie dieses verlassene Kind. Unter Umständen erlebt er die Situation des Verlassenwerdens immer wieder aufs Neue - wobei der Auslöser in scheinbaren Kleinigkeiten bestehen kann, wie etwa einer Verspätung des Partners.
Schemata gibt es noch viele weitere. Obiges soll nur einen kleinen Eindruck vermitteln.

In meiner bisherigen Therapie arbeiten wir mit Bewältigungsmodi. Ein Bewältigungsmodus dient dazu mit den schmerzhaften Erfahrungen des Schemas umzugehen.
Verinnerlichte schädigende Elternanteile bilden dabei den "Inneren Kritiker" und den "Inneren Antreiber". Der "Innere Kritiker" redet die eigene Person schlecht, wertet sie ab. Der "Innere Antreiber" fordert zu immer höheren, unerfüllbaren Leistungen heraus.
So ein "Innerer Kritiker" sagt vielleicht: "Lisa, du bist hässlich wie die Nacht. Keiner schaut sich nach dir um. Höchstens um dich auszulachen."
Oder der "innere Antreiber" sagt: "Lisa, du musst besser werden, du kannst doch gar nicht gut malen, es reicht nicht, reiß dich zusammen."
Das ruft vielleicht Kindermodi auf den Plan. Zu nennen wären da unter Anderem das "verletzte Kind" oder das "wütende Kind".
Das "verletzte Kind" wird vielleicht ganz traurig und hoffnungslos, weil der "Innere Kritiker" es so gängelt. In meinem Fall reagiert es manchmal mit Depressionen.
Während das "wütende Kind" innerlich fast platzt, weil der "innere Antreiber" so unerbittlich fordert.
Damit wären wir bei verschiedenen Bewältigungsmodi. Die gliedern sich auf in: Erdulden, Vermeiden und Überkompensation.
Lisa denkt sich z.B. wenn sie erduldet: "Ja ganz recht, ich bin häßlich." Es macht sich nicht schick und verkriecht sich am liebsten im Zimmer. Es hält als die negativen Zuschreibungen für wahr.
Vermeiden hieße für Lisa, dass es die Arbeit, das Malen, einfach sein lässt und lieber tagträumt um die schmerzhaften Ansprüche nicht hören zu müssen.
Überkompensation beudetet, das Gegenteil dessen machen, was einen das Schema diktiert. Fühlt sich Lisa eigentlich sehr wertlos und unattraktiv, dann legt es bei der Überkompensation besonderen Wert auf sein Äußeres und gibt sich sehr selbstbewusst.

In meiner Therapie übe ich den Modus des "gesunden Erwachsenen". Dieser geht selbstbewusst und fürsorglich, der Realität angemessen mit Bedrüfnissen und Forderungen um. Er reagiert flexibel.
Mithilfe einer Übung, die ich bisher angewendet habe, will ich das verdeutlichen:
Lisas"innerer Kritiker" beschimpft sie wieder als häßlich. Lisa redet nun also, im Modus des "gesunden Erwachsenen" gegen den "inneren Kritiker" an. Sie meint: "Von dir lasse ich mich nicht so behandeln. Du hast genug Unrecht gestiftet. Du verziehst dich jetzt und lässt mich in Frieden. Geh einfach weg". Sie schickt den "Inneren Kritiker" imaginativ auf den Mond. Zum Ende wendet sie sich dem "verletzten Kind" zu. Sie tröstet es und nimmt es innerlich in den Arm. "Du bist nicht häßlich. Du bist okay wie du bist. Außerdem kommt es auf das Äußere gar nicht so sehr an. Ich halte dich jetzt und beschütze dich."

Hiermit wären wir vorerst am Ende. Für Interessierte lasse ich noch ein paar Links und Buchempfehlungen da:

Wikipedia, schöne, recht übersichtliche Zusammenfassung.
https://de.wikipedia.org/wiki/Schematherapie

Das ganze spannend und journalistisch aufgearbeitet. Ein Spiegelartikel.
http://www.spiegel.de/gesundheit/psycho ... 64780.html

Ein Selbsthilfebuch. "Wer A sagt, muss noch lange nicht B sagen". Ich finde es sehr hilfreich und super, da man auch unabhängig von der Therapie Ansatzpunkte hat.
http://www.amazon.de/sagt-muss-lange-ni ... ht+b+sagen

"Raus aus den Lebensfallen". Für alle, die an der Therapieform selbst interessiert sind.
http://www.amazon.de/Raus-aus-den-Leben ... matherapie
Diagnose: emotional-instabile Persönlichkeitsstörung und/oder paranoide Schizophrenie
Neuroleptika nehme ich wegen Wahnzuständen.

2010: hohe Dosen von unterschiedlichen Neuroleptika (Zeldox, Risperdal, Clozapin), zum Schluss 30 mg Abilify + 300 mg Amisulprid.
Anfängliche Wahnvorstellungen (vor Einnahme von Neuroleptika) steigerten sich nach plötzlichem Absetzen dieser und ließen sich lange Zeit nicht bessern. Es dauerte über 2,5 Jahre um wieder stabil zu werden.
2014: Nach Stabilisierung alles abgesetzt, falls ich Absetzerscheinungen hatte, habe ich diese nicht als solche eingeordnet
April 2015: Rückfall der Psychose, 8 mg Risperdal
ca. Mitte Juli: Reduktion von 8 mg auf 6 mg.
24.07.15: 3 mg Risperdal, Absetzerscheinungen: Kribbeln im Kopf, Herzklopfen, Kopfweh, Zittern, Dröhnen im Ohr, dass Tage später anhält
28.07.15: Dosis wieder auf 4 erhöht. Nehme kognitive Einbußen wahr, die sich bessern umso länger die Einnahme her ist.
02.08.15: Die starken Nebenwirkungen nicht länger ausgehalten. Reduktion auf 3 mg. Nach zwei Tagen Lichtempfindlichkeit, sich von Reizen (akustisch) schnell gestresst fühlen. Ansonsten alles o.k. Nach ca. einer Woche mäßige psychotische Symptome.
15.08.15: Aufgrund der psychotischen Symptome Erhöhung auf 3,5
(in der Zwischenzeit schwankte die Dosis leicht. Dummerweise habe ich experimentiert... aus Ungeduld. Ich weiß, nicht, überhaupt nicht gut.)
15.11.15: Runterdosiert auf 3,0
7.12.15: Erhöhung auf 3,25
12.12.15: Erhöhung auf 3,5

Meine AD-Geschichte bekomme ich nicht mehr ganz auf die Reihe. Hatte teilweise öfter ausgesetzt (bevor ich wusste wie gefährlich das werden kann).
2007: Fluoxetin (kalt abgesetzt)
Ab 2010: Citalopram (kalt abgesetzt)
Ab März 2015: 50 mg Sertralin

Freudentraenchen
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Re: Mentale Techniken zur Unterstützung

Beitragvon Freudentraenchen » Samstag, 10.10.15, 9:11

Liebe Leute,

habe mir gestern eine tolle Doku angesehen, in der es um traditionelle Methoden der Heilung geht, die ich hier einfach posten muss.
Es wird auch der Aspekt der Imagination behandelt - einer Person in der Doku gelingt es kraft der Imagination einen Hirntumor "verschwinden" zu lassen - und so habe ich es gestern einfach ausprobiert. Da ich in letzter Zeit sehr verspannt war, habe ich mir vorgestellt, das Licht und Wärme in meinen Nacken und Schultern einfließen. Und schwupp, heute morgen wachte ich mit wesentlich weniger Verspannungen auf, als sonst. Ich kann wieder gerade sitzen. :-D
Probiere das ganze nun mit meinem Kopf: stelle mir vor, dass Licht und Energie mein Gehirn neu aufbauen.
Für alle, die das etwas speziell finden, guckt euch die Doku an, die hat nix Esoterisches.
Mir geht es da auch nur um einen Glauben an die Kraft der Selbstheilung. Ich werde weiter berichten...

https://www.youtube.com/watch?v=T-SJvjpEtAQ

Liebe Grüße
S.
Diagnose: emotional-instabile Persönlichkeitsstörung und/oder paranoide Schizophrenie
Neuroleptika nehme ich wegen Wahnzuständen.

2010: hohe Dosen von unterschiedlichen Neuroleptika (Zeldox, Risperdal, Clozapin), zum Schluss 30 mg Abilify + 300 mg Amisulprid.
Anfängliche Wahnvorstellungen (vor Einnahme von Neuroleptika) steigerten sich nach plötzlichem Absetzen dieser und ließen sich lange Zeit nicht bessern. Es dauerte über 2,5 Jahre um wieder stabil zu werden.
2014: Nach Stabilisierung alles abgesetzt, falls ich Absetzerscheinungen hatte, habe ich diese nicht als solche eingeordnet
April 2015: Rückfall der Psychose, 8 mg Risperdal
ca. Mitte Juli: Reduktion von 8 mg auf 6 mg.
24.07.15: 3 mg Risperdal, Absetzerscheinungen: Kribbeln im Kopf, Herzklopfen, Kopfweh, Zittern, Dröhnen im Ohr, dass Tage später anhält
28.07.15: Dosis wieder auf 4 erhöht. Nehme kognitive Einbußen wahr, die sich bessern umso länger die Einnahme her ist.
02.08.15: Die starken Nebenwirkungen nicht länger ausgehalten. Reduktion auf 3 mg. Nach zwei Tagen Lichtempfindlichkeit, sich von Reizen (akustisch) schnell gestresst fühlen. Ansonsten alles o.k. Nach ca. einer Woche mäßige psychotische Symptome.
15.08.15: Aufgrund der psychotischen Symptome Erhöhung auf 3,5
(in der Zwischenzeit schwankte die Dosis leicht. Dummerweise habe ich experimentiert... aus Ungeduld. Ich weiß, nicht, überhaupt nicht gut.)
15.11.15: Runterdosiert auf 3,0
7.12.15: Erhöhung auf 3,25
12.12.15: Erhöhung auf 3,5

Meine AD-Geschichte bekomme ich nicht mehr ganz auf die Reihe. Hatte teilweise öfter ausgesetzt (bevor ich wusste wie gefährlich das werden kann).
2007: Fluoxetin (kalt abgesetzt)
Ab 2010: Citalopram (kalt abgesetzt)
Ab März 2015: 50 mg Sertralin


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