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Zwangsbehandlungen auf der Offenen und im "normalen" Krankenhaus verhindern!

Neuigkeiten rund um das Forum. Veranstaltungshinweise.
Anne Murnau
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Zwangsbehandlungen auf der Offenen und im "normalen" Krankenhaus verhindern!

Beitragvon Anne Murnau » Donnerstag, 04.05.17, 20:34

Bundesverband Psychiatrie-Erfahrener e.V.

Aufruf und große Bitte: bitte werdet aktiv -
Zwangsbehandlungen auf der Offenen und im "normalen" Krankenhaus verhindern!


Die Bundesregierung plant die Zwangsbehandlung auszuweiten. Dafür soll die Zwangsbehandlung von der Zwangsunterbringung getrennt werden. Man nennt dies "entkoppeln".
Bisher war völlig klar: Nur wer mit richterlicher Genehmigung zwangsweise in der Psychiatrie untergebracht ist (Geschlossene/Geschützte), der darf - nur in diesem Fall - zwangsbehandelt werden. Wer nicht zwangsweise untergebracht ist, der hat - bis jetzt - auch keine Zwangsbehandlung zu befürchten.

Die Gesetzesänderung im Bürgerlichen Gesetzbuch eröffnet die Möglichkeit für mehr Zwangsbehandlungen:
Wer sich freiwillig im Krankenhaus aufhält, der darf zwangsbehandelt werden! Auch wenn er das nicht möchte! Und zwar völlig ohne Unterbringung in der Psychiatrie.
An dieser Stelle kommt man auf den zufällig entdeckten Krebs zu sprechen. Dieser soll nach ärztlichem Dafürhalten sofort behandelt werden. Die Patientin will das aber nicht. In solch einer Konfliktsituation wird regelmäßig an dem Willen und der Einsichtsfähigkeit der Patientin gezweifelt!
Sehr schnell wird eine Betreuung eingerichtet, falls sie nicht schon besteht. In der Regel folgt der Betreuer und der Richter den Entmündigungswünschen der Ärzte. Die erklärte Dr. Martin Zinkler (Chefarzt psychiatr. Klinik Heidenheim) in der Anhörung des Rechtsausschusses am Mittwoch, 29.4.
Niemand käme auf die Idee einen Patienten zu entmündigen/unter Betreuung zu stellen, wenn dieser der Krebstherapie zustimmt. Dann besteht ja kein Grund...

Die mit dem neuen Gesetz bestehenden Möglichkeiten betreffen somatische Krankenhäuser und offene psychiatrische Stationen. Die Ausweitung der Zwangsbehandlung wollen wir nicht hinnehmen!
Daher rufen wir alle Mitglieder und Freunde des Bundesverbands Psychiatrie-Erfahrener auf, sich an ihren örtlich zuständigen Bundestagsabgeordneten im Wahlkreis zu wenden. Im September sind Bundestagswahlen!

Weise Deinen Abgeordneten auf dieses entwürdigende Gesetz hin und frage ihn oder sie, ob er/sie das wirklich möchte. Vielleicht kannst du ihm/ihr von eigenen Erfahrungen erzählen oder hast davon gehört wie es Menschen geht, die eine Zwangsbehandlung erlitten haben.

Ein Anschreiben kann handschriftlich oder per Computer oder per E-Mail verfasst werden. Wichtig ist es, um einen Gesprächstermin zu bitten und diesen Termin innerhalb von wenigen Wochen telefonisch einzufordern.

Gerne unterstützen wir in unseren Telefonzeiten auf Bundes- und Landesebene bei offenen Fragen; z.B. wer der Bundestagskandidat in deinem Wahlkreis ist. Auch können wir gerne ausführliche Informationen schicken. Diese findest Du auch hier:

Montag: 10-13 h  0234 - 68 70 5552,
14:30 h -17:00 h / 19:00 h - 21:30 h  02 12 - 53 641

Dienstag: 10-13 h & 14-17 h  0234 - 640 51 02

Mittwoch: 14-19 h  0221 - 964 76 875
11-14 h  0234 - 640 51 02
Donnerstag: 10-13 h  0234 - 68 70 5552

Vielen Dank für Eure Mitarbeit! Zusammen sind wir stark und haben eine Chance gegen den neuen §1906a!

Herzliche Grüße,

Der geschäftsführende Vorstand des Bundesverbands Psychiatrie-Erfahrener
Martin Lindheimer Ruth Fricke Jurand Daszowski Karla Keiner
Vicky Pullen Mirko Ološtiak-Brahms Matthias Seibt

http://www.kobinet-nachrichten.org/de/1 ... indern.htm
https://www.change.org/p/rechtsausschus ... ig-bleiben
https://www.bundestag.de/ausschuesse18/ ... gen/502656
https://www.bundestag.de/abgeordnete18/
http://www.bpe-online.de/

BPE e.V.
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Pulsatilla
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Re: Zwangsbehandlungen auf der Offenen und im "normalen" Krankenhaus verhindern!

Beitragvon Pulsatilla » Samstag, 03.06.17, 20:31

Hallo liebes team!

Danke für diese info!

Diese bestätigt nicht nur das, was ich letztens schon läuten hörte: vermehrte zwangsbehandlung in zukunft;

Sondern auch, wie schnell man unter betreung gestellt werden kann. Und das man mit dieser immer noch entmündigt ist und entgegen des eigenen Willen zu irgendwas gezwungen wird. (Wird ja dementiert! Der betreuer setzt ja heutzutage angeblich nur den Willen des betreuten durch).

Als autistin lebe ich seit Jahren mit der angst, dass ich unter Betreuung gestellt werde. Zuerst fing es relativ harmlos an, hatte ja keine Ahnung anfangs, was das alles bedeutet. Ich hatte lediglich eine assitenz im Alltag beantragt für ein paar stunden die woche nach der Wiedereingliederungshilfe behinderte. Wurde abgelehnt, "solle mir gerichtlichen betreuer bestellen".

Seitdem wird mir immer wieder von allen möglichen beratungs stellen angeboten, wenn ich hilfe brauche (zuletzt, weil die Sprechstunden drachen meines Arztes mir keinen Termin geben wollten):

"ob ich nicht schon mal über Betreuung nachgedacht hätte. Das sei doch auf lange Sicht besser".

Mich erschüttert hier zweierlei:

A) WIE leichtfertig sowas angeboten wird, auch bei sogar hochintelligenten menschen.

B) für wie normal das erachtet wird, dass jemand über den Kopf eines anderen entscheidet.

Und eigtlich C) nur weil jemand ein paar kleinere hilfen im Alltag benötigt, ihm auch heutzutage noch kaum andersartige hilfen angeboten werden. (Nur mit jahrelangem gerichtlichen kampf; der auch nach hinten los gehen kann).

In meinem Falle wären es zb in Regel nur ein paar Telefonate. Weil ich das selbst nicht kann und zb Arztermine auch heutzutage in Regel nicht per Sms oder Email zu erhalten sind. Sowie das einkürzen offizieller anschreiben und briefe + ab und an begleitung.



Wenn das wahr ist, dass sogar krebs kranke (oder sonstige) nunmehr zur Therapie gezwungen werden sollen, dann fällt mir dazu wirklich alles aus dem gesicht.

Dankeschön für den Aufruf!

Lieb gruss Pulsatilla
"Wenn du als Pinguin geboren wurdest, machen auch 7 Jahre Psychotherapie aus dir keine Giraffe!" (Eckart von Hirschhausen)

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Arianrhod
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Re: Zwangsbehandlungen auf der Offenen und im "normalen" Krankenhaus verhindern!

Beitragvon Arianrhod » Sonntag, 04.06.17, 18:06

Anne Murnau hat geschrieben:An dieser Stelle kommt man auf den zufällig entdeckten Krebs zu sprechen. Dieser soll nach ärztlichem Dafürhalten sofort behandelt werden. Die Patientin will das aber nicht. In solch einer Konfliktsituation wird regelmäßig an dem Willen und der Einsichtsfähigkeit der Patientin gezweifelt!
Sehr schnell wird eine Betreuung eingerichtet, falls sie nicht schon besteht. In der Regel folgt der Betreuer und der Richter den Entmündigungswünschen der Ärzte. Die erklärte Dr. Martin Zinkler (Chefarzt psychiatr. Klinik Heidenheim) in der Anhörung des Rechtsausschusses am Mittwoch, 29.4.
Niemand käme auf die Idee einen Patienten zu entmündigen/unter Betreuung zu stellen, wenn dieser der Krebstherapie zustimmt. Dann besteht ja kein Grund...


Vorallendingen ist das Ablehnen einer Krebstherapie aus irgendwelchen religiösen Gründen, zum Beispiel einer Sektenzugehörigkeit, überhaupt kein Problem:


Herr Danilo nimmt das Formular bedächtig in die Hand, lächelt, und schüttelt den Kopf. „Nein!‟, sagt er.
„Er entscheidet, wann es Zeit ist, zu gehen!‟
Sarah zuckt zusammen. „Wie meinen Sie das?‟
„Sie werden mir keine Bluttransfusionen verabreichen!‟
„Äh ... warum nicht?‟
„Weil es nicht richtig ist. Weil es so geschrieben steht.‟
„Aber Sie haben eine Menge Blut verloren. Das muss ersetzt werden!‟
„Und wenn nicht?‟
„Sie könnten sterben!‟
Herr Danilo lächelt erneut. „Er allein entscheidet, wann es Zeit ist, zu gehen!‟, sagt er und deutet mit dem Zeigefinger nach oben.
Sarah schaut auf das Formular.
„Das heißt ... Sie verweigern die Transfusion?‟
Herr Danilo nimmt den Kugelschreiber in die Hand. „Ich unterschreibe Ihnen gerne, dass Sie mich nach allen Regeln der Kunst ausführlich aufgeklärt haben und ich auf eigene Verantwortung dagegen entscheide.‟
Er tut das offenbar nicht zum ersten Mal. Sarah nickt ihm freundlich zu, verlässt rasch das Zimmer und kommt in die Stationsküche.....
„Was machen wir jetzt?‟, fragt sie.
„Die Blutkonserven abbestellen!‟, sagt Kalle.




http://news.doccheck.com/de/blog/post/6 ... 21(Freitag)-2017-05-26&user=4075d63ec602c5eb8960a4200d5f368f&n=4040&d=28&chk=ebcd6bb762fb75a3c6ca86e25f884f4b&nl=4040&block=26171


schon merkwürdig dieses Messen mit zweierlei Maß.

liebe Grüße Arian
2005 mit Burnout und Depression in eine Tagesklinik gekommen.

Zuerst einmonatige Behandlung mit diversen Antidepressiva: Doxepin, Mirtazipin, Sulprid,
hypomane Reaktion
wobei die AD sofort und ohne Ausschleichen von den Ärzten abgesetzt wurden.


Verschiedene Diagnosen: schizoaffektive Psychose, Depression, bipolare Störung, Schizophrenie, dissoziative Identitätsstörung


Erst 2 Jahre Behandlung mit Amisulprid . Zu schnell auf eigene Faust abgesetzt.
Schwere Supersensitivitätspsychose .

Einstellen auf verschiedene Neuroleptika: Haloperidol, Quetiapin, Olanzapin, Risperidon, Paliperidon, Aripiprazol
Außerdem Lorazepam, Promethazin, Chlorprothixen, Melperon, Pipamperon

jahrelang , vieles gleichzeitig und in höchster Dosierung.
u.a. Berentung, 60 kg Gewichtszunahme
seit 2012 Ausschleichen von 800 mg Quetiapin retard innerhalb von 2 Jahren.
Seit Januar 2014 keine Neuroleptika mehr.

Ich leide seit 3 Jahren unter Nervenschmerzen, Kribbeln und Lähmungen. Bei mir wurde eine Polyneuropathie diagnostiziert und ein Zusammenhang mit NL vermutet - leider nicht beweisbar.

Außer Neuroleptika habe ich zwischenzeitlich auch Oxycodon ( ein Opioid) und Trimipramin nach zweijähriger Einnahme abgesetzt , die ich wegen chronischer Schmerzen verschrieben bekommen habe.
Pregabalin habe ich am 7.9.2016 endgültig ausgeschlichen.

Die Anzahl meiner Dauermedikamente beträgt gerade "0". :)

carlotta
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Re: Zwangsbehandlungen auf der Offenen und im "normalen" Krankenhaus verhindern!

Beitragvon carlotta » Freitag, 23.06.17, 17:59

Hallo in die Runde,

jetzt hat der Bundestag die sogenannte "Gesetzeslücke" bei Zwangsbehandlungen geschlossen. Ist qua Gesetz in jeder stationären Einrichtung möglich, wenn sinngemäß die "nötige Krankheitseinsicht" bzw. die "Einsicht in eine notwendige Behandlung" fehlt. :frust: :vomit:

Da fehlen einem die Worte!

Hier ein kurzer Artikel dazu:
http://www.aerztezeitung.de/praxis_wirt ... ossen.html

Aufgebrachte Grüße :group:
Carlotta
"For the illicit drugs, we call this process addiction. For the prescribed medications, we call this process therapeutic." (Robert Whitaker)


"We need to stop harming each other in the false name of medicine." (Monica Cassani)

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Re: Zwangsbehandlungen auf der Offenen und im "normalen" Krankenhaus verhindern!

Beitragvon Arianrhod » Sonntag, 25.06.17, 18:35

Orwell lässt grüßen.

Wer das Buch 1984 gelesen hat, weiß, dass in "Neusprech" Krieg Frieden bedeutet. So ähnlioch ist wohl hier der "Neusprech" zu sehen: "Selbst­bestimmungs­recht von Betreuten soll gestärkt werden" und "Schließen einer Schutzlücke"
23.38 bei sehr magerer Anwesenheit wurde von SPD und CDU gegen die Stimmen der Linken und mit Enthaltung der Grünen das neue Gesetz innerhalb zwei Minuten durchgepeitscht.
https://www.bundestag.de/dokumente/text ... ter/509802
(Video!)
http://dip21.bundestag.de/dip21/btp/18/18240.pdf (ab S. 213 pdf die Protokolle des Bundestages)

Die Patientin, um die es ursprünglich ging, tut mir von Herzen leid. Das war wohl eine schon ältere Dame mit Demenz , bereits so schwach, dass sie alleine das KH nicht mehr verlassen konnte. Sie stand nicht unter Betreuung und war auch nicht psychotisch, aber erschöpft und lebensmüde, das war sie schon. Dann wird ein Brustkrebs entdeckt und als diese Frau Brustabnahme , Lymphknotenentnahme und Chemo ablehnt - fällt den Ärzten ein, dass ja auch noch irgendwo die Diagnose einer schizoaffektiven Erkrankung existiert - und die Frau wird zwangsbehandelt.

Auf jeden Fall ein Grund für Psychisch Diagnostizierte jetzt auch normale Krankenhäuser zu meiden - denn man weiß ja nie. Zwangs- OPs und Medikation stehen vor der Tür . Das dann in einem anderen Artikel die Nachricht erscheint, Schizophrene hätten eine zehn Jahre niedrigere Lebenserwartung, das ist an Zynismus nicht zu überbieten. :frust:

traurige Grüße Arian
2005 mit Burnout und Depression in eine Tagesklinik gekommen.

Zuerst einmonatige Behandlung mit diversen Antidepressiva: Doxepin, Mirtazipin, Sulprid,
hypomane Reaktion
wobei die AD sofort und ohne Ausschleichen von den Ärzten abgesetzt wurden.


Verschiedene Diagnosen: schizoaffektive Psychose, Depression, bipolare Störung, Schizophrenie, dissoziative Identitätsstörung


Erst 2 Jahre Behandlung mit Amisulprid . Zu schnell auf eigene Faust abgesetzt.
Schwere Supersensitivitätspsychose .

Einstellen auf verschiedene Neuroleptika: Haloperidol, Quetiapin, Olanzapin, Risperidon, Paliperidon, Aripiprazol
Außerdem Lorazepam, Promethazin, Chlorprothixen, Melperon, Pipamperon

jahrelang , vieles gleichzeitig und in höchster Dosierung.
u.a. Berentung, 60 kg Gewichtszunahme
seit 2012 Ausschleichen von 800 mg Quetiapin retard innerhalb von 2 Jahren.
Seit Januar 2014 keine Neuroleptika mehr.

Ich leide seit 3 Jahren unter Nervenschmerzen, Kribbeln und Lähmungen. Bei mir wurde eine Polyneuropathie diagnostiziert und ein Zusammenhang mit NL vermutet - leider nicht beweisbar.

Außer Neuroleptika habe ich zwischenzeitlich auch Oxycodon ( ein Opioid) und Trimipramin nach zweijähriger Einnahme abgesetzt , die ich wegen chronischer Schmerzen verschrieben bekommen habe.
Pregabalin habe ich am 7.9.2016 endgültig ausgeschlichen.

Die Anzahl meiner Dauermedikamente beträgt gerade "0". :)


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