Hinweis: hier klicken zum Schließen dieser Ankündigung ->
Liebe ADFDler,

Wir haben eine große Softwareaktualisierung durchgeführt. Im Ideal funktioniert alles wie bevor, nur dass ein paar Details ein wenig anders aussehen. Falls es in den nächsten Tagen doch Probleme gibt, bitte beschreibt was ihr gemacht habt und was nicht so war, wie ihr es erwartet in diesem Thread:

Problemsammlung nach Softwareaktualisierung (Januar 2018)

Vielen Dank für Eure Hilfe.

Euer ADFD Team

Umgang mit Angst und Panik

Guglhupf
Beiträge: 128
Registriert: Sonntag, 23.07.17, 14:26
Hat sich bedankt: 97 Mal
Danksagung erhalten: 257 Mal

Re: Umgang mit Angst und Panik

Beitrag von Guglhupf » Mittwoch, 11.10.17, 2:50

Hallo :)

ich möchte nach den vielen schon sehr guten Tipps noch meine persönliche Erfahrung anmerken.

Ich habe an Beruhigungstropfen und Tees alles Zuhause was der Markt hergibt aber bei einer richtig argen PA kann das nicht helfen. Man drosselt die Symptome (Herzrasen, Hitze..) kurzfristig zwar, doch kommt die Panik kurz darauf wieder weil es einfach bis zu 30 Min dauert ehe der Körper das ausgestoßene Adrenalin abbaut.

Ich hatte jetzt länger keine mehr, das letzte mal dass ich spürte wie sich eine anbahnte war aber erst letzte Woche. Aber seit ich die Panikattacke nicht mehr als einschüchternde Panikattacke sondern banalen Adrenalinschub sehe, hat sie für mich den Reiz verloren. Und ich bin davon überzeugt, dass man so am besten damit klarkommt.

Wenn ich jetzt zB spüre dass mir der Nacken heiß kribbelt (so beginnen sie bei mir immer) läuft schon ein Gedankenprozess ab der diesen Empfindungen keinen Wert mehr beimisst. So quasi 'aha ja heißer Nacken, kommt noch mehr? Hab jetzt eigentlich keine Zeit dafür..' und zack ist der Schreck vorbei.

Uns Panikpatienten kann aber fast überall die Angst treffen und deshalb ist es wichtig, dem Körper in ruhigen Situationen ein Alternativverhalten zu lernen. Dazu übe ich regelmäßig eine bewusste, entspannende Atmung. Ich atme auch bur noch durch die Nase wenn ich Panik bekomme weil sich so alles am schnellsten beruhigt. Beim Kampfsport lernt man zb auch richtige Atmung. In einer Reportage hab ich gesehen, dass die Shaolinmönche mit geschlossenem Mund über Treppen laufen, sie sind sozusagen vollends Herr über ihren Körper.

Zusammenfassend: ab und an paar Tropfen sind ok aber man sollte sie nicht als Anker in der Not sehen, denn der sind wir für uns selbst.

Glg Anna
Folgende Benutzer bedankten sich beim Autor Guglhupf für den Beitrag (Insgesamt 8):
lakeSonne1padmaLinLinaEvaJamieRosenrotArianrhodcarlotta
Liebe Grüße Anna

2011 - erstmalig Citalopram (heißt bei mir in Ö Cipralex) eingeschlichen in 5mg Schritten bis 20mg
Okt. 2013 - von heute auf morgen aufgehört - Symptome: nicht enden wollende Panikattacke, ÜW in KH, nach Anraten der Ärzte Citalopram wieder eingeschlichen auf 15mg
2016 - Zustand stabil und alles super, 2. Absetzversuch wieder viel zu schnell - Folge: erneut heftige Entzugserscheinungen, wieder eingeschlichen auf 15mg
April 2017 - Reduktion auf 10mg
Mai 2017 - Reduktion auf 5mg
Juli 2017 - Reduktionsversuch auf 2,5mg - leichte Absetzerscheinungen: Verdauungsprobleme, Gedankenkreisen, innere Unruhe - Dosisanpassung auf 5mg, nach Anmeldung im Forum weiß ich nun, dass ich viel zu ungeduldig bin :whistle:
August 2017: 5mg - nach 3 Wochen NW wie Ein- und Durchschlafstörungen, sehr lebhafte Träume, vermehrte Zuckungen vor dem Einschlafen
26.8.17 - Reduktion auf 4,5mg
27.9.17 - Reduktion auf 4,1mg
6.11.17 - Reduktion auf 3,6mg
9.11.17 - hoch auf 4,1mg
18.11.17 - Reduktion auf 3,8mg
1.12.17 - Reduktion auf 3,6mg
28.1.18 - Reduktion auf 3,3mg

Ergänzend seit 2016: 1/2 Pkg Magnosolv pro Tag, spürbare Entspannung bei Herz und allgemeiner Muskulatur.

Straycat
Beiträge: 210
Registriert: Montag, 10.10.16, 16:51
Hat sich bedankt: 166 Mal
Danksagung erhalten: 482 Mal

Re: Umgang mit Angst und Panik

Beitrag von Straycat » Montag, 23.10.17, 19:11

Hallo,
Jamie hat geschrieben:Viele Grüße, falls es bei dir vorkommen, berichte bitte, wie es war :)
Jamie
Also ich hatte letztens eine "heraufziehende Panikattacke" - sprich, sie war erst im Kommen, als ich sie bemerkt habe. Ich habe mir daraufhin intensiv kontrastreiche Muster (bunte Buchrücken am Bücherregal) angesehen und die Panikattacke ist tatsächlich wieder abgezogen.
Wie viel davon nun "Placeboeffekt" war, kann ich natürlich nicht sagen, aber es hat jedenfalls gut geklappt.

Alles Liebe,
Cat
Folgende Benutzer bedankten sich beim Autor Straycat für den Beitrag (Insgesamt 4):
LinLinaGuglhupfcarlottapadma
Symptome : Weinen ohne Grund, grundlose Hoffnungslosigkeit, keine Motivation für irgendwas; Panikattacken/ Neuralgien seit 2017 Diagnose: unipolare Depression (2006), Panikstörung (2017)
Behandlung mit Escitalopram 10mg, später Steigerung auf 15mg und 20mg - ingsgesamt 10 Jahre
08/2016: Bupropion 300mg - eingeschlichen 1 Woche 150mg, dann 300mg
seit Volldosierung Bupropion (300mg) schrittweises Ausschleichen von Escitalopram (1 Woche 15mg, 2 Wochen 10mg, 1 Woche 5mg)
Bupropion: - 10 Tage 150mg (noch während voller Dosis Escitalopram), danach auf 300mg für 7 Wochen, dann wieder Reduzierung auf 150mg für 7 Tage aufgrund von übermäßiger Agitation und am 26.10.2016 auf 0mg (eigene Entscheidung ohne Arzt, da die Agitation und Panikattacken nicht abnahmen)
Seit 03/2017: 2 Wochen 37,5mg Venlafaxin, seither 75mg Venlafaxin
04-05/2017: 50mg Trittico, wieder abgesetzt
Link zu meinem Thread

Guglhupf
Beiträge: 128
Registriert: Sonntag, 23.07.17, 14:26
Hat sich bedankt: 97 Mal
Danksagung erhalten: 257 Mal

Re: Umgang mit Angst und Panik

Beitrag von Guglhupf » Dienstag, 24.10.17, 1:33

Straycat hat geschrieben:Hallo,
Jamie hat geschrieben:Viele Grüße, falls es bei dir vorkommen, berichte bitte, wie es war :)
Jamie
Also ich hatte letztens eine "heraufziehende Panikattacke" - sprich, sie war erst im Kommen, als ich sie bemerkt habe. Ich habe mir daraufhin intensiv kontrastreiche Muster (bunte Buchrücken am Bücherregal) angesehen und die Panikattacke ist tatsächlich wieder abgezogen.
Wie viel davon nun "Placeboeffekt" war, kann ich natürlich nicht sagen, aber es hat jedenfalls gut geklappt.

Alles Liebe,
Cat
Hallo Cat

glaube ich sofort, weil du in dem Moment keine Zeit mehr hattest, dich in deine Panikattacke reinzusteigern. Du warst sozusagen zu sehr abgelenkt.

Hatte erst heute gerade vorhin wieder meinen typischen heißen kribbeligen Nacken. Auch ein paar ängstliche Gedanken, aber ich kann das inzwischen wirklich wie von der Seite beobachten. Ich lasse es erst etwas geschehen und beobachte wie es sich entwickelt. Dann sage ich mir 'du kannst selbst entscheiden: willst du die panikattacke erleben oder ziehst du dich lieber in dein inneres zurück?'. Dann kehre ich ganz bewusst in mein Inneres und konzentriere mich auf Empfindungen, die die PA verstärken - zB schwache, zittrige Arme die ich dann ganz entspannt ausstreiche oder mit Muskelspannung schnell für Entspannung sorge. Oder angespannter Rücken - entspanne ich dann bewusst. Wenn 'äußerlich' mal alles entschärft ist, beginne ich mit der ruhigen Atmung und konzentriere mich so sehr darauf, dass ich so wie bei einem intensiven Muster keine 'Ressourcen' mehr für die PA habe. Und zu wissen, dass der eigene Körper eigentlich die beste Sicherheit gibt hilft enorm.

Glg Anna
Folgende Benutzer bedankten sich beim Autor Guglhupf für den Beitrag (Insgesamt 4):
MonalindeEvacarlottapadma
Liebe Grüße Anna

2011 - erstmalig Citalopram (heißt bei mir in Ö Cipralex) eingeschlichen in 5mg Schritten bis 20mg
Okt. 2013 - von heute auf morgen aufgehört - Symptome: nicht enden wollende Panikattacke, ÜW in KH, nach Anraten der Ärzte Citalopram wieder eingeschlichen auf 15mg
2016 - Zustand stabil und alles super, 2. Absetzversuch wieder viel zu schnell - Folge: erneut heftige Entzugserscheinungen, wieder eingeschlichen auf 15mg
April 2017 - Reduktion auf 10mg
Mai 2017 - Reduktion auf 5mg
Juli 2017 - Reduktionsversuch auf 2,5mg - leichte Absetzerscheinungen: Verdauungsprobleme, Gedankenkreisen, innere Unruhe - Dosisanpassung auf 5mg, nach Anmeldung im Forum weiß ich nun, dass ich viel zu ungeduldig bin :whistle:
August 2017: 5mg - nach 3 Wochen NW wie Ein- und Durchschlafstörungen, sehr lebhafte Träume, vermehrte Zuckungen vor dem Einschlafen
26.8.17 - Reduktion auf 4,5mg
27.9.17 - Reduktion auf 4,1mg
6.11.17 - Reduktion auf 3,6mg
9.11.17 - hoch auf 4,1mg
18.11.17 - Reduktion auf 3,8mg
1.12.17 - Reduktion auf 3,6mg
28.1.18 - Reduktion auf 3,3mg

Ergänzend seit 2016: 1/2 Pkg Magnosolv pro Tag, spürbare Entspannung bei Herz und allgemeiner Muskulatur.

Angstmaus
Beiträge: 72
Registriert: Samstag, 21.10.17, 21:44
Hat sich bedankt: 66 Mal
Danksagung erhalten: 85 Mal

Re: Umgang mit Angst und Panik

Beitrag von Angstmaus » Freitag, 22.12.17, 21:00

Hallo ihr Lieben,

Gerade gefunden und möchte dazu auch noch was beisteuern :)

Je nach Intensität meiner Angstgefühle oder Panikattacken helfen mir folgende Sachen:

Bei leichter Angst: so blöd es sich anhört, ich habe mir erst vor 3 Monaten eine Gamecube gekauft und Spiele dort MarioKart zur Ablenkung und es hilft größtenteils ;)

Bei starken Symptomen: Hilft mir die 5-4-3-2-1 Methode.
5 Sachen erspähen, die man sieht, 5 Sachen, die man hört und weiter mit 4.. Und so weiter. Hilft mir deswegen, da ich nicht mehr in mich hineinhöre, sondern auf die Umgebung fixiert bin.

Bei starken Attacken: Wenn das volle Programm eintrifft bleibt mir leider nur im Bett zu liegen und den momentanen Zustand so gut es geht anzunehmen und zu wissen, dass er wieder vorübergeht ( leider fühlt es sich immer so an als würde es nicht vorbeigehen)

Was mir außerdem noch hilft:
Mir hat mal ein Arzt erklärt, dass bei einer Hyperventilation "nichts schlimmes " passiert. ( ich hatte lange das Gefühl keine Luft mehr zu bekommen und starken Druck auf der Brust). Im schlimmsten Fall fällt man in Ohnmacht und der Körper reguliert sich selbst und atmet ganz normal weiter. Dann steht man auf als wäre nichts gewesen.
Das hat mir insofern geholfen, dass ich wusste, mein Körper regelt das schon ;)

Liebe Grüße,
Angstmaus
Folgende Benutzer bedankten sich beim Autor Angstmaus für den Beitrag (Insgesamt 2):
LinLinapadma
Diagnose: generalisierte Angststörung mit Panikattacken und Zwangsgedanken seit 2008.
Ersteinstellung 20mg Cipralex -> Wirkungslosigkeit nach ca. 2 Jahren
In einem Klinikaufenthalt Umstellung auf Venlafaxin 150 mg 1-1-0
-> Verbesserung aller Symptome
Ca. Ende 2014 leider zu schnelles Ausschleichen Venlafaxin in 37,5er Schritten bis 0
Februar 2015 nach 4 Monaten starker Rückfall mit Zwangsgedanken, Panikattacken schlimmer als die vorausgegangene Grunderkrankung
-> langsame Wiedereindosierung Venlafaxin bis 112,5 unter starken Nebenwirkungen ( es war die Hölle)
Dann wieder Stabilisierung
Wegen Kinderwunsch und Stabilität erneut zu schnelles Absetzen August 2017 von 112,5 Venlafaxin auf 75mg
Ab September 2 Wochen 37,5mg, dann seit Mitte September auf 0
-> 4 Wochen super gefühlt, dann schlimmer Rückfall mit Zwangsgedanken, Panikattacken auch zu Hause, Durchdrehgefühl, Verzweiflung,
-> Wiedereindosieren Venlafaxin 37,5 am 16.10
-> Verstärkung aller oben genannten Symptome
-> seit 23.10 75mg Venlafaxin morgens: immer noch Zwangsgedanken, depressive Symptome, Panikattacken , Verzweiflung, Weinkrämpfe, Hautbrennen, Schwitzen, Angst vor Psychose, Angst vor Schizophrenie
Bei Bedarf (im Notfall) Tavor 0,5
Werde auch regelmäßig mit homöopathischen Mitteln unterstützt :)
30.12.17: 1. Reduktion auf 70 mg Venla unretardiert
7.2.18: 2. Reduktion auf 63mg

padma
Team
Beiträge: 12873
Registriert: Sonntag, 06.01.13, 17:04
Hat sich bedankt: 31053 Mal
Danksagung erhalten: 15940 Mal

Re: Umgang mit Angst und Panik

Beitrag von padma » Samstag, 23.12.17, 22:50

von LenaLena:

Man darf eines nie verwechseln: Angsterkrankung/-störung und Angst als Symptom beim Entzug!!!

Bei Angst im Entzug hilft keine Therapie - glaub mir, ich hab alles durch, da ich ja nicht wusste, dass das nicht die Grunderkrankung ist. Wie hier überall zu lesen ist: Im Entzug hilft einfach nur abwarten.
(Das ist auch ein Thema, das mir mittlerweile klar geworden ist nach Finden dieses Forums)

Wenn man die Absetzproblematik nicht kennt - als Patient, Therapeut, Arzt - dann ist das fatal in der Hinsicht Angst. Denn, wie ich oben schon geschrieben habe: Was man gegen Angststörungen, Panik, Phobien macht, ist gerade komplett falsch bei Angst als Symptom im Entzug!
Ich kann mir lebhaft vorstellen, dass, wie du sagst, Konfrontationstherapie nicht nur fehlschlägt beim Entzug, sondern das Ganze sogar schlimmer macht. Oder wie ich oben geschrieben habe: Bei Angst kriegt man immer gesagt, man soll sich zwingen, das Haus zu verlassen, sonst wirds chronisch - bei Entzug ist genau das Gegenteil der Fall, es ist okay, sich zu schonen und nicht noch mehr Reizen auszusetzen, damit man heilen kann.

Ich habe meine Therapie jetzt stillgelegt, bis ich den Entzug durch habe. Meine Therapeutin hat wirklich versucht, mir zu helfen (hat sie auch mit ihren Aussagen), aber im Entzug muss man einfach abwarten, es gibt ganz wenig, was man dagegen machen kann, außer sich zu schonen. Ich habe über 3 Monate gesehen, dass die Therapie nicht hilft.
Therapie ist für eine andere Ebene gemacht als für die, die der Entzug aufreibt.

Das ist mittlerweile meine Meinung.

Klar kann Gesprächstherapie oder das Erlernen von Atemtechniken oder Beruhigung helfen, mit Entzugserscheinungen besser umzugehen. Aber das wirkliche Arbeiten an der Seele - das ist besser vorher oder nachher anzusetzen :)

LG Lena
http://www.adfd.org/austausch/viewtopic ... 35#p222835
Folgende Benutzer bedankten sich beim Autor padma für den Beitrag (Insgesamt 2):
Ululu 69Vorby

padma
Team
Beiträge: 12873
Registriert: Sonntag, 06.01.13, 17:04
Hat sich bedankt: 31053 Mal
Danksagung erhalten: 15940 Mal

Re: Umgang mit Angst und Panik

Beitrag von padma » Dienstag, 16.01.18, 22:42

von Carlotta :) :
ich wollte nur kurz etwas anmerken, evtl. hilft Dir das ja, diese sich auch körperlich anfühlende Angst (und körperlich ist sie schließlich) besser einzuordnen.

Die Botenstoffe (allen voran Cortisol), die frühmorgens ausgeschüttet werden, um den Körper auf den Tag (mitsamt seinen Herausforderungen) vorzubereiten, werden im Entzug nicht in gewöhnlichen Mengen ausgeschüttet, sondern völlig "übertrieben" hoch. Deswegen reagiert man so fertig, verängstigt, panisch. Und wenn der Spiegel gegen Abend sinkt, kommt man ggf. etwas zur Ruhe.

Diese völlig überzogene Ausschüttung von Stresshormonen rührt daher, dass der Körper sich entzugsbedingt häufig im Alarmzustand befindet, auch hervorgerufen durch das extrem hohe Stresslevel, das Dosisveränderungen oder gar Kaltabsetzen mitsamt den dadurch angestoßenen Kettenreaktionen auslösen können. Alles geht drunter und drüber im Nervensystem, allein durch die Großbaustelle, die da für den Körper überraschenderweise eröffnet wurde.

Dieser sog. "Fight-or-Flight"-Modus ist ein Zustand, den man normalerweise nur in Zeiten sehr großer Gefahr erlebt - also bspw. bei unseren Vorfahren, wenn der Säbelzahntiger um die Ecke kam. Dann schüttet der Körper verstärkt diese Unmengen an anregenden Botenstoffen aus, um gewappnet zu sein für Kampf oder Flucht. Und wenn die Gefahr vorüber ist, ist es dann auch wieder gut, der Spiegel sinkt.

Im akuten Entzug ist quasi während eines Großteils des Tages "Säbelzahntiger-Zeit". So verhält sich jedenfalls der Körper, obwohl im Außen keine reale Bedrohung lauert, die solch eine heftige Reaktion erklären könnte. Wohl aber im Innen, wo alles gar nicht mehr rund läuft im ZNS. Das lässt sich leider kaum steuern, da fährt der Körper seine Eigendynamik.

Leider powern sich die Nebennieren in diesem ganzen Prozess auch ziemlich aus. Aber auch das sollte sich, wie so vieles andere durch dem Entzug hervorgerufene auch, früher oder später wieder regulieren.
viewtopic.php?p=226508#p226508
Folgende Benutzer bedankten sich beim Autor padma für den Beitrag (Insgesamt 2):
JofabFibie77

Anke13
Beiträge: 169
Registriert: Dienstag, 05.09.17, 15:30
Hat sich bedankt: 172 Mal
Danksagung erhalten: 176 Mal

Re: Umgang mit Angst und Panik

Beitrag von Anke13 » Mittwoch, 17.01.18, 14:39

Hallo :)

ich möchte gerne den interessanten Satz von LenaLena aufgreifen:
Nie verwechseln: Angsterkrankung/Störung und Angst als Symptom bei Entzug

Bei mir ist ja die Grunderkrankung Panikstörung/Angsterkrankung und bin aufgrund dessen nicht mehr arbeitsfähig. Seit Jahren bekomme ich jeden Morgen !!! Panikattacke und Hyperventilation und das wünsche ich Niemanden. Ich versuche es dann mit Atemübungen in den Griff zu bekommen.

Alprazolam hat mir damals meine Panikattacken genommen (zu Anfang) und ich war befreit und glücklich und mußte leider einen hohen Preis dafür bezahlen, ein schreckliches Leiden im Entzug.

Alprazolam Entzug habe ich ja vom Hochdosisbereich alleine geschafft und nun ist noch der Kampf mit dem Diazepam durchzustehen. Diese Panikattacken/Hyperventilation jeden Morgen sind noch schlimmer als vor Einnahme der Medikamente.

Will damit sagen, wenn man sowieso schon als Grunderkrankung Panikstörung hat verschlimmert sich dieses im Entzug.

Mit der Angst ist es leider so, wie mir eine Therapeutin mal erklärte, dass sie sich immer weiter ausweitet. Habe ich damals nicht geglaubt und gedacht, trifft vielleicht auf Andere zu. Aber es ist tatsächlich so, die Angst hat sich extrem ausgeweitet bei mir. Kann kein Telefonklingeln mehr ertragen (Panik), Türklingel (Panik), kann nicht mehr auf die Strasse gehen, kann keinen Besuch mehr empfangen, sobald etwas zwickt oder schmerzt sofort Panikattacke (muß ich ins Krankenhaus? Krankenhausphobie).

Nun habe ich heute den ersten Schritt getan, denn so kann es nicht weitergehen. Da ich viele Traumata habe (auch bezüglich Telefonaten) habe ich eben (auch wenn das Gespräch mir sehr schwer fiel) einen Trauma Therapeuten angerufen und habe am Dienstag einen Termin. Natürlich weiß ich nicht, ob er der Richtige ist und mir helfen kann aber zumindest habe ich den ersten kleinen Schritt getan und es fühlt sich gut an. :)

Liebe Grüsse :group:
Anke
Folgende Benutzer bedankten sich beim Autor Anke13 für den Beitrag (Insgesamt 6):
LinLinasigliRosenrotJofabpadmaFibie77
Burnout/Panikattacken /Angstzustände/Traumata /Hochdosisabhängigkeit Alprazolam/Diazepam
Symptome: Magen/Darmkrämpfe/Brechreiz/Gewichtsverlust/Verstopfung/Schwindel/Panikattacken
1.Tablette Alprazolam genommen Juni 2014 sofort abhängig nach 1.Tablette !!! Warnung: Alprazolam Entzug laut Experten härter als Heroin Entzug !!!
Juli-Sept 2014 = Alprazolam 1/2 bis 2 Tabl. täglich (je nach Belastung).
Okt.-Dez.2014 STEIGERUNG auf 2-6 Tabl.täglich.
Januar 2015= 4-7 Tabl täglich!! Seit Febr.2015 Absetzplan nach Ashton Methode.
Febr-Dez.2015 Alprazolam runterdosiert und Substituion Diazepam. Fehler: Entzug zu sehr in die Länge gezogen ! 2016 Jan-Dez weiter runterdosiert,dafür Diazepam gesteigert .
4. Mai 2017 Alprazolam auf 0 alleine geschafft !!
Dafür leider hängengeblieben auf 40 mg Diazepam/täglich.

Reduziere jetzt Diazepam in 2,5 mg Schritten:
5. Mai 2017 =Diazepam 40 mg
3.August 2017 =37,5 mg
1.September 2017 = 35 mg
6. Oktober 2017 = 32,5 mg
4. November 2017 = 30 mg
4.Dezember 2017 = 27,5 mg

Erkrankungen:
Gallensteine
Magen/Darm Probleme: Übelkeit/Brechreiz/Darmkrämpfe, Gewichtsverlust 12 kg./Diagnose: Reizdarm
diverse Nahrungsunverträglichkeiten
Hautausschlag

Zusatzmedikation seit 15 Jahren: Amitriptylin (Antidepressiva) 50 mg abends zum Schlafen. Leider hält bei mir die Wirkung von Diazepam nur für 4 Stunden an ! wegen Suchtgedächnis: 1993 Entzug Alkohol und Diazepam. War seit 21 Jahren clean ! Trinke keinerlei Alkohol seit 1993
"Es ist nicht schlimm, in die falsche Richtung gegangen zu sein, man muss nur den Mut haben umzudrehen" (unbekannt)

Rachael
Beiträge: 24
Registriert: Donnerstag, 06.10.16, 21:26
Hat sich bedankt: 4 Mal
Danksagung erhalten: 31 Mal

Re: Umgang mit Angst und Panik

Beitrag von Rachael » Samstag, 17.02.18, 18:58

Hey,

Also hier ein paar Ideen die mir aufgefallen sind:

- für ausreichende Nahrungsaufnahme sorgen, genug trinken, auch auf genügend Nährstoffe wie Vitamine etc achten, regelmäßiger Schlafrythmus..bei mir lösen Unterzuckerung, Übelkeit, Müdigkeit,...also reale körperliche Symptome vermeidbare Panikattacken aus.

- wenn die Angst im Zusammenhang mit Menschen auftritt kann ein offenerer Umgang damit helfen. Ich habe mich wegen der Angst sehr befremdlich und zugegebenermaßen auch nicht immer korrekt verhalten, so dass in meinem Umfeld Wut und Verwirrung entstanden. Daraus entstanden unangenehme, prägende Reaktionen, die langfristig die Angst verstärkt haben.

Lg

Edit:
Noch etwas was mir einfallen ist.
Manchmal plane ich die Angst ein...ich rechne also mit ihr ...ich überlege dann wann sie kommt, zb weil sie immer dann und dann kommt, und stelle mich drauf ein dass es eben dann auch zur Panikattacke kommt,wie ein fester Termin. Oder zB dass ich früher aufstehe weil ich durch die 30 min Panik Zeit verliere. Wenn's dann soweit wäre kann ich die Angst nicht mehr ganz ernst nehmen so dass sie ausbleibt.

Wenn es aber um wirklich schwierige Situationen wie Arbeiten oder Menschen geht bin ich raus, dagegen kenne ich keinen funktionierenden Rat.

Edit 2:
Was mir noch einfällt ist dass ich mir oft in manchen Situationen Sprachnachrichten von einem Freund anhöre...einfach weil mich die Stimme beruhigt, ich fühle mich weniger alleine und es lenkt mich ab, vor allem wenn er wegen irgendwas lacht oder so.
Das könnte man beliebig variieren, zb jemanden bitten etwas bestimmtes zu sagen oder sich selbst was aufs Handy sprechen was man jederzeit mit Kopfhörern hören kann..also sich selbst beruhigen oder zum lachen bringen.

Auf der Arbeit habe ich mir jeden Tag vorgestellt es wäre der letzte Tag und dass ich abends die Kündigung per Mail rausschicke, hat die Angst vllt. minimal gelindert, aber eine richtige Lösung ist das auch nicht gewesen
Folgende Benutzer bedankten sich beim Autor Rachael für den Beitrag (Insgesamt 2):
LinLinaUlulu 69
Aktuell:
nichts

Reduktion Lorazepam:
Seit dem 17.06.2016

2mg - 6 Tage
1.5mg - 1 Tag
2mg - 1 Tag
1.5mg - 6 Tage
1.25mg - 6 Tage
1mg - 8 Tage
0.75mg - 10 Tage
0.5mg - 2 Tage
0.75mg - 1 Tag
0.5mg - 1 Tag
0.67mg - 6 Tage
0.5mg - 9 Tage
0.416mg - 6 Tage
0.33mg - 12 Tage
0.25mg - 10 Tage
0.16mg - 7 Tage
0.125mg - 4 Tage
0.1mg - 7 Tage
0.05mg - 1 Tag
0.075mg - 1 Tag
0.05mg - 4 Tage
0.025mg - 2 Tage
0.01mg - 1 Tag
0mg seit dem 06.10.2016

Antworten