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Umgang mit Angst und Panik

Guglhupf
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Re: Umgang mit Angst und Panik

Beitragvon Guglhupf » Mittwoch, 11.10.17, 2:50

Hallo :)

ich möchte nach den vielen schon sehr guten Tipps noch meine persönliche Erfahrung anmerken.

Ich habe an Beruhigungstropfen und Tees alles Zuhause was der Markt hergibt aber bei einer richtig argen PA kann das nicht helfen. Man drosselt die Symptome (Herzrasen, Hitze..) kurzfristig zwar, doch kommt die Panik kurz darauf wieder weil es einfach bis zu 30 Min dauert ehe der Körper das ausgestoßene Adrenalin abbaut.

Ich hatte jetzt länger keine mehr, das letzte mal dass ich spürte wie sich eine anbahnte war aber erst letzte Woche. Aber seit ich die Panikattacke nicht mehr als einschüchternde Panikattacke sondern banalen Adrenalinschub sehe, hat sie für mich den Reiz verloren. Und ich bin davon überzeugt, dass man so am besten damit klarkommt.

Wenn ich jetzt zB spüre dass mir der Nacken heiß kribbelt (so beginnen sie bei mir immer) läuft schon ein Gedankenprozess ab der diesen Empfindungen keinen Wert mehr beimisst. So quasi 'aha ja heißer Nacken, kommt noch mehr? Hab jetzt eigentlich keine Zeit dafür..' und zack ist der Schreck vorbei.

Uns Panikpatienten kann aber fast überall die Angst treffen und deshalb ist es wichtig, dem Körper in ruhigen Situationen ein Alternativverhalten zu lernen. Dazu übe ich regelmäßig eine bewusste, entspannende Atmung. Ich atme auch bur noch durch die Nase wenn ich Panik bekomme weil sich so alles am schnellsten beruhigt. Beim Kampfsport lernt man zb auch richtige Atmung. In einer Reportage hab ich gesehen, dass die Shaolinmönche mit geschlossenem Mund über Treppen laufen, sie sind sozusagen vollends Herr über ihren Körper.

Zusammenfassend: ab und an paar Tropfen sind ok aber man sollte sie nicht als Anker in der Not sehen, denn der sind wir für uns selbst.

Glg Anna
Liebe Grüße Anna

2011 - erstmalig Citalopram (heißt bei mir in Ö Cipralex) eingeschlichen in 5mg Schritten bis 20mg
Okt. 2013 - von heute auf morgen aufgehört - Symptome: nicht enden wollende Panikattacke, ÜW in KH, nach Anraten der Ärzte Citalopram wieder eingeschlichen auf 15mg
2016 - Zustand stabil und alles super, 2. Absetzversuch wieder viel zu schnell - Folge: erneut heftige Entzugserscheinungen, wieder eingeschlichen auf 15mg
April 2017 - Reduktion auf 10mg
Mai 2017 - Reduktion auf 5mg
Juli 2017 - Reduktionsversuch auf 2,5mg - leichte Absetzerscheinungen: Verdauungsprobleme, Gedankenkreisen, innere Unruhe - Dosisanpassung auf 5mg, nach Anmeldung im Forum weiß ich nun, dass ich viel zu ungeduldig bin :whistle:
August 2017: 5mg - nach 3 Wochen NW wie Ein- und Durchschlafstörungen, sehr lebhafte Träume, vermehrte Zuckungen vor dem Einschlafen
26.8.17 - Reduktion auf 4,5mg
28.8.17 - erste NW wie Neuroemotionen machen sich bemerkbar, aber in Summe fühle ich mich gut
20.9.17 - Woche 4 seit Reduktion; seit 2 Wochen keinerlei NW, fühle mich stabil und wohl
27.09.17 - Reduktion auf 4,1mg
6.10.17 - Konzentrationsschwierigkeiten als NW, sonst fühle ich mich gut :)
20.10.17 - in Woche 2-3 vermehrt Neuroemotionen, innere Unruhe, unsicherer Gang, einfach das Gefühl es passt nicht ganz.., Konzentrationsschwierigkeiten, depressive Verstimmungen
26.10.17 - Woche 4 fühle mich stabiler und wohler, positivere Grundstimmung
6.11.17 - Tatatataaa Reduktion auf 3,6mg
9.11.17 - wieder hoch auf 4,1mg - aktuell viele Aufträge und damit Stress in Firma somit keine Muse für die Geisterbahn
18.11.17 - Reduktion auf 3,8mg
30.11.17 - Woche 2 seit Reduktion, aktuell keine NW <3
1.12.17 - Reduktion auf 3,6mg also um 10 statt bisher 5%. Da es mir sehr gut geht vergrößere ich den Schritt auf die üblichen 10%.
7.12.17 - NW lebhafte Träume, innere Unruhe, typische Zerstreutheit.

Ergänzend seit 2016: 1/2 Pkg Magnosolv pro Tag, spürbare Entspannung bei Herz und allgemeiner Muskulatur.

Straycat
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Re: Umgang mit Angst und Panik

Beitragvon Straycat » Montag, 23.10.17, 19:11

Hallo,

Jamie hat geschrieben:Viele Grüße, falls es bei dir vorkommen, berichte bitte, wie es war :)
Jamie


Also ich hatte letztens eine "heraufziehende Panikattacke" - sprich, sie war erst im Kommen, als ich sie bemerkt habe. Ich habe mir daraufhin intensiv kontrastreiche Muster (bunte Buchrücken am Bücherregal) angesehen und die Panikattacke ist tatsächlich wieder abgezogen.
Wie viel davon nun "Placeboeffekt" war, kann ich natürlich nicht sagen, aber es hat jedenfalls gut geklappt.

Alles Liebe,
Cat
Symptome : Weinen ohne Grund, grundlose Hoffnungslosigkeit, keine Motivation für irgendwas; Panikattacken/ Neuralgien seit 2017 Diagnose: unipolare Depression (2006), Panikstörung (2017)
Behandlung mit Escitalopram 10mg, später Steigerung auf 15mg und 20mg - ingsgesamt 10 Jahre
08/2016: Bupropion 300mg - eingeschlichen 1 Woche 150mg, dann 300mg
seit Volldosierung Bupropion (300mg) schrittweises Ausschleichen von Escitalopram (1 Woche 15mg, 2 Wochen 10mg, 1 Woche 5mg)
Bupropion: - 10 Tage 150mg (noch während voller Dosis Escitalopram), danach auf 300mg für 7 Wochen, dann wieder Reduzierung auf 150mg für 7 Tage aufgrund von übermäßiger Agitation und am 26.10.2016 auf 0mg (eigene Entscheidung ohne Arzt, da die Agitation und Panikattacken nicht abnahmen)
Seit 03/2017: 2 Wochen 37,5mg Venlafaxin, seither 75mg Venlafaxin
04-05/2017: 50mg Trittico, wieder abgesetzt
Link zu meinem Thread

Guglhupf
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Re: Umgang mit Angst und Panik

Beitragvon Guglhupf » Dienstag, 24.10.17, 1:33

Straycat hat geschrieben:Hallo,

Jamie hat geschrieben:Viele Grüße, falls es bei dir vorkommen, berichte bitte, wie es war :)
Jamie


Also ich hatte letztens eine "heraufziehende Panikattacke" - sprich, sie war erst im Kommen, als ich sie bemerkt habe. Ich habe mir daraufhin intensiv kontrastreiche Muster (bunte Buchrücken am Bücherregal) angesehen und die Panikattacke ist tatsächlich wieder abgezogen.
Wie viel davon nun "Placeboeffekt" war, kann ich natürlich nicht sagen, aber es hat jedenfalls gut geklappt.

Alles Liebe,
Cat


Hallo Cat

glaube ich sofort, weil du in dem Moment keine Zeit mehr hattest, dich in deine Panikattacke reinzusteigern. Du warst sozusagen zu sehr abgelenkt.

Hatte erst heute gerade vorhin wieder meinen typischen heißen kribbeligen Nacken. Auch ein paar ängstliche Gedanken, aber ich kann das inzwischen wirklich wie von der Seite beobachten. Ich lasse es erst etwas geschehen und beobachte wie es sich entwickelt. Dann sage ich mir 'du kannst selbst entscheiden: willst du die panikattacke erleben oder ziehst du dich lieber in dein inneres zurück?'. Dann kehre ich ganz bewusst in mein Inneres und konzentriere mich auf Empfindungen, die die PA verstärken - zB schwache, zittrige Arme die ich dann ganz entspannt ausstreiche oder mit Muskelspannung schnell für Entspannung sorge. Oder angespannter Rücken - entspanne ich dann bewusst. Wenn 'äußerlich' mal alles entschärft ist, beginne ich mit der ruhigen Atmung und konzentriere mich so sehr darauf, dass ich so wie bei einem intensiven Muster keine 'Ressourcen' mehr für die PA habe. Und zu wissen, dass der eigene Körper eigentlich die beste Sicherheit gibt hilft enorm.

Glg Anna
Liebe Grüße Anna

2011 - erstmalig Citalopram (heißt bei mir in Ö Cipralex) eingeschlichen in 5mg Schritten bis 20mg
Okt. 2013 - von heute auf morgen aufgehört - Symptome: nicht enden wollende Panikattacke, ÜW in KH, nach Anraten der Ärzte Citalopram wieder eingeschlichen auf 15mg
2016 - Zustand stabil und alles super, 2. Absetzversuch wieder viel zu schnell - Folge: erneut heftige Entzugserscheinungen, wieder eingeschlichen auf 15mg
April 2017 - Reduktion auf 10mg
Mai 2017 - Reduktion auf 5mg
Juli 2017 - Reduktionsversuch auf 2,5mg - leichte Absetzerscheinungen: Verdauungsprobleme, Gedankenkreisen, innere Unruhe - Dosisanpassung auf 5mg, nach Anmeldung im Forum weiß ich nun, dass ich viel zu ungeduldig bin :whistle:
August 2017: 5mg - nach 3 Wochen NW wie Ein- und Durchschlafstörungen, sehr lebhafte Träume, vermehrte Zuckungen vor dem Einschlafen
26.8.17 - Reduktion auf 4,5mg
28.8.17 - erste NW wie Neuroemotionen machen sich bemerkbar, aber in Summe fühle ich mich gut
20.9.17 - Woche 4 seit Reduktion; seit 2 Wochen keinerlei NW, fühle mich stabil und wohl
27.09.17 - Reduktion auf 4,1mg
6.10.17 - Konzentrationsschwierigkeiten als NW, sonst fühle ich mich gut :)
20.10.17 - in Woche 2-3 vermehrt Neuroemotionen, innere Unruhe, unsicherer Gang, einfach das Gefühl es passt nicht ganz.., Konzentrationsschwierigkeiten, depressive Verstimmungen
26.10.17 - Woche 4 fühle mich stabiler und wohler, positivere Grundstimmung
6.11.17 - Tatatataaa Reduktion auf 3,6mg
9.11.17 - wieder hoch auf 4,1mg - aktuell viele Aufträge und damit Stress in Firma somit keine Muse für die Geisterbahn
18.11.17 - Reduktion auf 3,8mg
30.11.17 - Woche 2 seit Reduktion, aktuell keine NW <3
1.12.17 - Reduktion auf 3,6mg also um 10 statt bisher 5%. Da es mir sehr gut geht vergrößere ich den Schritt auf die üblichen 10%.
7.12.17 - NW lebhafte Träume, innere Unruhe, typische Zerstreutheit.

Ergänzend seit 2016: 1/2 Pkg Magnosolv pro Tag, spürbare Entspannung bei Herz und allgemeiner Muskulatur.


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