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Liebe ADFDler,

Wir haben eine große Softwareaktualisierung durchgeführt. Im Ideal funktioniert alles wie bevor, nur dass ein paar Details ein wenig anders aussehen. Falls es in den nächsten Tagen doch Probleme gibt, bitte beschreibt was ihr gemacht habt und was nicht so war, wie ihr es erwartet in diesem Thread:

Problemsammlung nach Softwareaktualisierung (Januar 2018)

Vielen Dank für Eure Hilfe.

Euer ADFD Team

Umgang mit den Wellen

Jamie
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Re: Umgang mit den Wellen

Beitrag von Jamie » Mittwoch, 10.02.16, 22:10

Hallo mercedes,

ich will dich ja nicht entmutigen, aber ich weiß nicht, ob deine HP dir da wirklich helfen kann (?)
Also etwas Linderung ist sicher möglich, aber ich will dich eigentlich davor bewahren am Ende maßlos enttäuscht zu sein.
Nicht falsch verstehen - seit 2000 konsultiere ich meine HP bei allen wichtigen Belangen, zur Ergänzung, Unterstützung und zum Austesten, aber mir ist mittlerweile klar, dass sie keine Wunder bewirken kann.
Das größte Heilmittel ist die Zeit, und da voran das Vermeiden von Fehlern beim Absetzen.
Ich will dich auch darauf hinweisen, dass manchmal homöopathische Behandlungen Symptome triggern können; was macht die HP denn mit dir?
Hochpotenzen können Absetzbeschwerden auch verschlimmern!

Und noch einen Impuls. Es gibt leider auch immer wieder schwarze Schafe unter HP, die dir viel versprechen und nichts halten und nur auf dein Geld aus sind. Falls du da so ein Gefühl hast, dann sei vorsichtig!
Ansonsten glaube ich prinzipiell an das Gute im Menschen und gehe deswegen auch davon aus, dass deine HP wirklich bemüht ist dir zu helfen und dich nicht finanziell ausnehmen will.

Schau wirklich genau hin, ob die Therapie dir etwas bringt und wenn nein, dann habe auch den Mut das zu sagen.
Falls sie mit milden Therapien wie z.B. Bachblüten oder Schüsslersalzen arbeitet, dann wäre das evtl. eine Aöternative zur Unterstützung?

Grüße und alles Gute. Ich hoffe, die Welle geht bald vorbei. :group:
Jamie
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Re: Umgang mit den Wellen

Beitrag von Laika » Freitag, 01.04.16, 11:37

Hallo an Alle,

ich bin seit gestern neu hier und hätte ein paar Fragen, die ihr mir vielleicht beantworten könnt.?
Wenn Euch so eine Welle trifft, welche Symtome habt ihr dann? Wie lange halten sie an, Tage?
Ich hatte vorhin noch viel mehr fragen, aber die sind jetzt, wo ich schreibe, irgendwie wie weggeblasen.
Entschuldigt bitte, wenn ich einfach zwischendurch was reinfrage
Wäre schön von euch zu hören.
Liebe Grüße
Laika

padma
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Re: Umgang mit den Wellen

Beitrag von padma » Freitag, 21.04.17, 11:52

hallo zusammen,

ich kopiere hier einen Textauszug von MaggieSmalls rein:
Mitlerweile spüre ich aber eine wesentlich deutlichere Abgrenzung zu den Symptomen. Ich mache das alles nicht mehr mit mir selbst aus sondern lasse es kommen und gehen. Ich weiß, und ich glaube das weiß jeder von uns, dass diese Symptome noch nie Teil unseres Medikamentenfreien Lebens waren. Dafür habe ich ein wenig gebraucht und ich hoffe, dass bleibt auch so bis es dann letzendlich in ein großes Fenster übergeht. Seit 2 Tagen habe ich wieder ein Fenster und mir geht es psychisch gesehen relativ gut, habe Lust auf neue Aufgaben denen ich nachgehen kann und möchte was mit Freunden unternehmen.
Eigentlich das genaue Gegenteil von den Wellen...ich versuche mir Bewusst zu werden, dass diese Schwankungen ein Zeichen davon sind, dass unser Gehirn sich heilt. Der Gedanken motiviert mich sehr und übt mich auch in Achtsamkeit...ich probiere die Wellen und Fenster zu beobachten und nicht an mich zu lassen...zumindest die Wellen. Was mir auch aufgefallen ist, dass ich in den letzten Monaten in eine total negative Denkensweise gerutscht bin...das ist auch irgendwo verständlich aber es hilft einem überhaupt nicht weiter...im Gegenteil. Es bringt nichts sich zu beschweren denn das macht alles noch schlimmer. Ich versuche mich auf das positive zu konzentrieren wie z.B.: Ich darf jetzt joggen gehen anstatt ich muss damit es mir besser geht...usw. Das hilft mir nach ner Zeit. Mir geht es jetzt schlecht aber irgendwann wird es vorbei sein...
Ich kann leider noch nicht sagen wo das Enden wird aber ich werde zu 100% nie wieder auch nur ein krümel Paroxetin oder ein anderes SSRI nehmen...egal was kommt ich habe schon so schreckliche Symptome und Wellen durchgestanden und jedes mal wurde es irgendwann besser. Daran versuche ich in schlechten Momenten zu denken...Aber dieses Zeug ist einfach nur grausam und damit möchte ich mein Gehirn nie wieder belasten.
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MaggieSmalls
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Re: Umgang mit den Wellen

Beitrag von MaggieSmalls » Freitag, 09.02.18, 10:26

Hallo,
die Padma hat mich mal in das Forum geschickt um mich hier vielleicht besser austauschen zu können.
Sehe auch gerade, dass ein Teil meines Threads sogar hier schon gelandet ist. Interessant zu lesen was man alles in der Zeit schreibt...da kann ich mich gar nicht mehr dran erinnern.

Zum Thema Wellen:
Der Januar war eigentlich bis auf kurze "Wellenmomente" ein Fenster und es hat mich nicht wirklich gejuckt, dass ich jetzt schon 1 Jahr lang im prohabierten Entzug bin mit immernoch teils starken Symptomen.
Letzte Woche hat sich dann eine Welle angebahnt und diese ist dann auch gekommen. Mir geht es die letzten Tage nicht gut und ich finde man merkt in einer Welle gar nicht wie man wieder völlig unbemerkt in alte Verhaltensmuster reinrutscht. Plötzlich ist alles wieder ganz schlimm und ich habe jetzt Langzeitschäden weil ich nach einem Jahr immer noch nicht wieder gesund bin und und und...Genau das was ich eigentlich vermeiden will ist wieder eingetreten und mein Gehirn reagiert mega panisch wiedereinmal. Ich habe keine Panik oder so aber meine Angst vor bleibenden Schäden sind gerade wieder enorm. Meine Erfahrungen mit Wellen sind, dass keine wie die andere ist.
Manchmal erlebe ich Wellen die nur einen Tag andauern und man denkt sich, super die werden ja immer kürzer. Dann kommt aber eine Welle die sich langsam über eine Woche anbahnt, dann einen Höhepunkt von 2-3 Tagen hält bis sie wieder langsam abklingt und man gar nicht versteht was da grade in einem passiert ist. Alles ist wie in einem Rausch der so an einem Vorbeizieht.

Dann ist man sich wieder total sicher, dass Heilung stattfindet und es schon wesentlich besser geworden ist. In eine Welle existiert das nicht...zumindest in den starken Wellen. Da ist alles gleich geblieben und man wird nie gesund werden bis zum nächsten Fenster.

Die Angst dass 1 Jahr Paroxetin mit völlig verkorksten Absetzverhalten mein Leben ruiniert haben sollen macht mir schon ganz schön zu schaffen die letzten Tage. Sich immer wieder vor sich selbst und anderen erklären zu müssen ist nicht ohne.

Aktuelle Gefühlslage meiner Welle:
Starrer Blick, Konzentrationsschwierigkeiten, starke Kopfdruck, Benommenheit, Watte Gefühl, Kopfsausen / Ohrenbrummen. Dafür ist meine Laune paradoxer weise ganz gut.

Vg
Maggie
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September 2015 starker Schwindel - erstmaliger Besuch beim psychologen + Aufarbeitung der traumatisierenden Erlebnisse.
November 2015 - Nach anfänglicher psychischer Besserung plötzlich Talfahrt mit Beginn von Panik.
05.11.2015 1. Einnahme von Cipralex - Stimmung wurde besser allerdings nicht die Panik.Januar 2016 - völliger psychischer Zusammenbruch - kein Schlaf & nur Panik + Heulattacken, Aussichtslosigkeit, tiefe depressive Emotionen

2016
Januar 2016 Diagnose schwere reaktive Depression / Burn Out

Seit Mitte Januar 2016 dann 40mg Paroxetin (Ohne einschleichen, direkt 40mg)
Ich hatte die ersten Nächte heftige Symptome. Meine Haut hat an allen Gliedmaßen gebrannt wie Feuer. Ich habe mein gesamtes Bettlaken vollgeschwitzt und hatte hier bereits das nächtliche aufschrecken und die Orientierungslosigkeit.

Anfang der Reduktion auf eigenes Handeln:
Anfang Juli 30mg
Ich habe viel zu schnell abgesetzt. Weder mein Arzt noch mein Psychiater haben mich davor gewarnt - ganz im Gegenteil.
Ich habe dieses Forum leider zu spät entdeckt und habe selbst dann nicht auf einige von Euch gehört "es langsamer anzugehen". Ich wollte das Zeug so schnell wie möglich los werden. Das war ein großer Fehler und hat mir das Jahr 2017 zur Hölle gemacht.

Seit dem Absetzen fing bei mir von Beginn an das typische "Wellen / Fenster Muster" an. Alle meine Symptome die unten zu lesen stellten sich spätestens mit der 1. Reduktion von Paroxetin ein. Deswegen steht nicht hinter jedem Absetzschritt ein Symptom, kann aber alles in meinem Thread nachgelesen werden.
Vieles kam auch bereits mit dem Beginn von Paroxetin - Allerdings dachte ich, das wäre Teil meines Burn Outs.

Ende Juli - 25 mg
August - 20 mg (Anfang von Depersonalisierungsgefühl - Hatte das Gefühl ich sehe mich selbst beim reden)
September - 15 mg
Oktober - 10mg
8. November 2016 - 5mg
Schwerster Schritt bislang mit den meißten Symptomen. Körperlichen Symptome haben sich weitesgehend gebessert. Psychischen Symptome kommen und gehen. Jedoch leichter Aufwärtstrend.

08.01.2017 - 3,75mg
Nach 2 Wochen leichte bis wenig Absetzsymptome. Kein Vergleich zur Reduktion im Schritt davor.

22.01.2017 - 2,5mg
Mäßige Absetzsymptome - Teilweise starke Benommenheit / Schwindel. Psyche teilweise realtiv gut dann wieder relativ schlecht. Wechselt ziemlich schnell. Leichte Sinnestäuschungen gehabt aber alles noch im Rahmen des Erträglichen. Weiterhin bleibt der Schritt von 10mg auf 5mg der schlimmste.

05.02.2017 - 0mg

Stand 2018


Symptome die immer noch anhalten:

Dauerhaftes Derealisationsgefühl
Rauschen im Kopf / auf den Ohren
Absolut keine Belastbarkeit
Kann nicht zu lange am PC sitzen (verschlimmert Symptome)
Nächtliches schwitzen
Heiß / Kalt Gefühl
"Needles and Pins"
Starke Benommenheit
Koordinationsprobleme
Probleme beim Fokussieren
Neuro Emotionen (leicht)
Lebhafte Alpträume + plötzlich wach werden und nicht wissen wo man ist
Angst nicht mehr gesund zu werden
Teilweise Orientierungs / Koordinationsprobleme
Brainzaps (sehr selten und sehr schwach - wenn dann nur morgens direkt nach dem aufstehen)

Symptome die verschwunden sind:

Brainzaps (intensiv und viel)
Grippe Gefühl
Muskelkrämpfe
Kopfschmerzen
Fatigue
Extrem Depressive Phasen
Kein Hunger
Depersonalisierungsgefühl
Halluzinationen (ganz selten noch Nachts)
Neuro Emotionen (stark)
Muskelkrämpfe
Heulattacken
Suizidgedanken

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Re: Umgang mit den Wellen

Beitrag von padma » Freitag, 16.02.18, 18:25

von LenaLena:
Hallihallo,

ich erzähle mal wieder von meinem Verlauf. Befinde mich nun im 7. Entzugsmonat.

Nachdem ich im Jänner ein 10-tägiges Fenster hatte, kam eine riesige Welle. Die längste und stärkste, die ich je hatte. Über die schlimmen Spitzen hatte ich ja berichtet.
Leider wartete und wartete ich auf zumindest leichte Besserung. Die Welle dauerte über 4 Wochen (bei mir waren es bisher immer plus minus 12 Tage). Erst vor drei Tagen merkte ich, dass ein paar Symptome endlich verschwanden, so dass mein Allgemeinzustand etwas besser wurde. Aber es ist immer noch kein Fenster - jedenfalls keins, wie ich es mir wünsche :D
Ich war die ganzen Wochen zu 98% bettlägrig, halbtot, war froh, wenn ich es bis zum WC schaffte, und konnte eine ganze Zeit vor Schwäche nicht mal duschen. Das ist echt der Abgrund! Auch jetzt liege ich noch meistens, denn nachdem ich 30 Minuten auf den Beinen war, schaff ich schon wieder nichts mehr. Aber diese richtig fiese Energielosigkeit (ich nenne sie "tödliche Schwäche") ist zumindest meist weg.

Da ich ja eher immer gehört habe, die Wellen werden sich bessern und kürzer werden, war ich sehr verunsichert, dass es mir immer schlechter geht. Ich habe viel recherchiert und nachgefragt, auch im englischsprachigen Umfeld, und herausgefunden, dass diese Verschlimmerung nach ein paar Monaten sehr viele erleben. Die kann auch eine Weile anhalten. Aber immerhin wird es danach meist besser :)
Nach Meinung einiger hängt das damit zusammen, dass laut Packungsbeilage der AD das Wirkmaximum nach 3 Monaten erreicht ist und somit im Umkehrschluss auch nach einigen Monaten (Geschwindigkeit je nach Körper verschieden) nach Absetzen noch einmal ein Tief für den Körper kommt, wo er sich neu sortieren muss.

Ich versuche inzwischen, meinen Körper zu verstehen und es mit den "Reparaturen" im ZNS in Verbindung zu bringen. Wenn ich vor Schwäche kaum überleben kann und mich grippig-heiß fühle, denke ich, dass der Körper gerade so viel arbeitet und heilt, dass er "heiß läuft". Und da bei mir auch phasenweise immer andere Dinge betroffen sind - mal ein paar Tage Panik, dann ein paar Tage Atemnot, dann Schwäche, dann starkes Zittern, dann vertrage ich kein Essen mehr (ja, kein!! nicht mal bloßen Reis), dann klappt das Schlafen nicht oder schlecht... stelle ich mir vor, dass gerade diese Areale sich neu formieren und heilen.

Nach so einer extremen starken Welle fällt es mir aber schwerer, positiv zu denken. Immer wieder falle ich in die Hoffnungslosigkeit. In die Angst vor der Zukunft.
Das ist echt schwer... Ich lenke mich viel ab, wenn möglich. Schaue Serien oder, wenn mir auch diese Reize zu stark sind, lese viel.
viewtopic.php?p=231093#p231093
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