Hinweis: hier klicken zum Schließen dieser Ankündigung ->
Liebe ADFDler,

aktuell ist im Forum viel los. Das Team steht gern unterstützend zur Seite, die Teammitglieder können aber derzeit aufgrund der wachsenden Teilnehmerzahl, persönlicher Abwesenheit oder individueller Konstitution oft nicht mehr zeitnah oder sehr ausführlich antworten.

Daher freuen wir uns über alle, die im Sinne der Selbsthilfe andere unterstützen, ihre persönlichen Erfahrungen einbringen und/oder wichtige Infothreads an neue Teilnehmer verlinken.Ein Schwerpunkt des Forums ist die gegeseitige Unterstützung und Begleitung, dazu kann jeder seinen Teil beitragen!

Infothreads:
Erste Hilfe - Antidepressiva absetzen
Erste Hilfe - Benzodiazepine absetzen
Erste Hilfe - Neuroleptika absetzen

Bitte stöbert, lest quer und nutzt die Suchfunktion.

Viele Grüße vom Team

Fang klein an und hör auf deinen Körper!

LinLina
Team
Beiträge: 4952
Registriert: Montag, 14.09.15, 16:20
Hat sich bedankt: 14308 Mal
Danksagung erhalten: 7197 Mal

Fang klein an und hör auf deinen Körper!

Beitragvon LinLina » Montag, 18.04.16, 9:59

Fang klein an, hör auf deinen Körper



Übersetzung eines Beitrags von Rhi, Surviving Antidepressants

http://survivingantidepressants.org/ind ... aper-plan/


"Wie ihr euch vorstellen könnt, habe ich mich schon mit unzähligen Menschen ausgetauscht die sich gefragt haben, wie sie am besten Absetzen sollen. Meistens fragen sie mich nach einem ganz spezifischen Absetzplan - Reduziere um diese Dosis, halte soundso lang die Dosis, reduziere um jene Dosis, halte so viele Wochen, usw.

Wenn wir anfangen zu Reduzieren haben wir normalerweise alle die Erwartung, dass wir und unsere Körper einem bestimmten Reduktions-Zeitplan folgen können.

Jedoch wurde der menschliche Körper erfunden bevor es Kalender gab, und die Heilung folgt keinem festgelegten Zeitplan (Versucht mal, einem gebrochenen Knochen zu erzählen, er muss exakt alle 2 Wochen um 10 % heilen).

Was ich beobachte ist, dass diejenigen am besten mit dem schrittweise Reduzieren zurecht kommen, die mehr auf das hören was ihnen ihr Körper sagt als auf allgemeine Annahmen über "das richtige Reduzieren" oder irgendeinen Zeitplan den ihnen irgendjemand anders empfohlen hat.

Noch eine fast immer zutreffende Beobachtung die ich mache ist, dass Betroffene das Absetzen mit größeren Reduktionen und kürzeren Zeitabständen anfangen wollen. Wir alle wollen so schnell wie möglich diese Medikamente loswerden. Wenn man jedoch gleich mit zu schnellen, großen Schritten anfängt, geht das leider meist schief und die Betroffenen erleben einen Zusammenbruch, leiden unsäglich und müssen am Ende das Medikament doch wieder einnehmen. Es braucht eine sehr lange Zeit um sich danach zu stabilisieren, um dann das Absetzen erneut angehen zu können. Normalerweise dauert dann alles noch länger.

Also gebe ich jetzt immer und immer wieder den gleichen Rat. Ich habe beschlossen ihn einfach zu kopieren und hier einzufügen, so dass ich Betroffene einfach darauf verweisen kann anstatt es jedes Mal wieder neu zu schreiben.


Rhi's allgemeiner Rat zur Dosisreduktion:



Fang klein und zurückhaltend an. Fange mit einer kleinen Reduktion an, und halte diese Dosis lange. Versuche nicht, einem festen Zeitplan zu folgen, folge deinem körpereigenen Tempo indem du deine Symptome beobachtest.

Schreibe täglich die intensität deiner Symptome auf (bewerte sie auf einer Skala von 1-5 oder ähnliches). Traue nicht deiner Fähigkeit, dir genau zu merken wie deine Symptome kommen und gehen - die Medikamente und der Entzug vermindern deine Fähigkeit die Symptommuster zuverlässig einzuschätzen (Vertrau mir, das trifft eigentlich immer zu. Dein Erinnerungsvermögen wird dich täuschen).

Schreibe es jeden Tag auf, und du wirst das Muster erkennen.

Mache ein paar kleine Reduktionsschritte mit langen Abständen dazwischen bis du ein Gefühl dafür hast wie dein Körper auf die Reduktionen reagiert und wie die Entzugssymptome auftauchen, wie sie sich auswirken und wie sie wieder verschwinden.

Es gibt oft verzögerte Reaktionen auf einen Reduktionsschritt die sich nicht sofort zeigen, und wenn du zu schnell runter gehst können diese verspäteten Entzugssymptome sich immer weiter aufaddieren und dich dann heftig treffen, und es ist dann zu spät langsamer zu machen weil du ja schon so weit runter reduziert hast. Also fang langsam an, mit langen Abständen zwischen den Reduktionen und gebe den sich entwickelnden Symptomen genug Zeit, so dass du mit dem Muster vertraut wirst.

Sammle auf diese Weise 2 oder 3 Monate lang Daten. Wenn du genug Aufzeichnungen hast, kannst du entscheiden ob du größere oder häufigere Schritte versuchst.

Experimentiere vorsichtig bis du deine optimale Reduktionsgeschwindigkeit gefunden hast.

So wirst du Experte für deinen eigenen Absetzprozess und du kannst ihn auf deine Weise, nach deinen Bedürfnissen und Lebensumständen gestalten.

Aus Erfahrung - meiner eigenen, und der vieler anderer Betroffener - sage ich, dass du dann nicht nur in der Lage sein wirst genauso schnell deine Medikamente loszuwerden als wenn du es mit einem schnellen, agressiven Absetzplan versuchst (weil du weniger wahrscheinlich scheiterst, zusammenbrichst und das Medikament am Ende wieder einnehmen/erhöhen musst bzw. sehr lange die Dosis halten musst, oder am Ende womöglich mit noch mehr Medikamenten dastehst als zuvor, usw.) - sondern dass du dadurch auch dich selbst und deine Lieben vor einer Menge Leid schützen wirst."



Eine weitere Übersetzung eines schönen Beitrags von Rhi über das langsame Absetzen findet ihr hier

Wie langsam ist langsames Absetzen?

Borusse09
Beiträge: 284
Registriert: Mittwoch, 22.10.14, 13:07
Wohnort: Osnabrück
Hat sich bedankt: 16 Mal
Danksagung erhalten: 127 Mal

Re: Fang klein an und hör auf deinen Körper!

Beitragvon Borusse09 » Montag, 18.04.16, 11:25

Hallo LinLina,
Toller Beizrag von dir und wahrscheinlich auch der beste Weg!!!
LG Petra
Mirtazepin von Januar bis Mai 2014 eingenommen 30 mg, zwischenzeitlich mal runter auf 20 mg und dann auch auf 10 mg.
Magen und Darmspiegelung bekommen und zweimal ein MRT mit Komtrastmittel gespritzt bekommen.
Diverse Entgiftungen gemacht und HWS Behandlung beim Osteopathen und Chiropraktiker.
Dann durch zwei mal Homeophatische Hochpotenzen toten Zusammenbruch gehabet.
Habe dann innerhalb ganz kurzer Zeit das Mirtazepin abgesetzt.
Ab dann Histamimintoleranz und total überreiztes Nervensystem.Verdacht auf Serotoninsyndrom.
Geruchssensibelität und Elektrosensibel geworden.
Könnte fast mit keinem Menschen mehr reden ist auch heute noch machmal so.
Von August 2014 bis Januar 2015 täglich 2 mg Tavor eingenommen und dann innerhalb 8 Wochen ausgeschlichen , wobei ich das letzte vierte so abgesetzt habe. Danach alle Symthome wieder schlimmer vorhanden.
Fast vier Monate ohne Tavor .
3 Wochen in Amerika in einer Umweltklinik, könnte die Behandlung leider nicht vertragen denn in den Spritzen zur Resensibelisierumg war auch Natriumchlorid enthalten.
Ab Mitte Juni 2015 nehme ich jeden Tag 1 mg tavor ein weil die Überreizung nicht aufhört.
Ende Feburar 2016 Schilddrüsen komplett OP und seit dem Versuch von Einnahme der Schilddrüsenhormone, was noch mehr zur Überreitzug führt und mein Histamin wird immer schlimmer.
Verträge das Tavor seit dem auch kaum noch.
Symthome seit Einnahme der Schilddrüsenhormone, Unruhe , totale überregbarkeit des Nervensystems ,trockene Schleimhäute und Haut sowie trockene Haare. Juckreiz am Körper, kaum noch etwas essen können, erschöpft, lichtempfindlicher, Geruchssensibeler, gereizter Magen und Darm, Ausschlag im Gesicht , Nackenschmerzen,elektrosenibelität noch stärker, Konzentrationsprobleme,
Trockene Augen , Exeme an den Ohren und noch einiges mehr.

Berlin-2013
Beiträge: 945
Registriert: Dienstag, 05.11.13, 17:26
Hat sich bedankt: 507 Mal
Danksagung erhalten: 556 Mal

Re: Fang klein an und hör auf deinen Körper!

Beitragvon Berlin-2013 » Montag, 18.04.16, 13:56

100 % richtig, nur so geht es..... es gibt keine Medikamente der Pharmaindustrie die helfen, sondern das einzige Medikament das hilft ist die Zeit + Disziplin + Geduld geparrt mit dem Willen es zu schaffen. Und man muss loslegen. Heute. :sports:
Zuletzt geändert von Berlin-2013 am Dienstag, 19.04.16, 14:45, insgesamt 1-mal geändert.
September 2017!

3 Jahre nach 0 mg :party2: nie wieder Benzos! es wird immer besser bis auf manchmal - durch Stress


► Text zeigen

Juna
Beiträge: 530
Registriert: Sonntag, 10.04.16, 13:00
Hat sich bedankt: 624 Mal
Danksagung erhalten: 674 Mal

Re: Fang klein an und hör auf deinen Körper!

Beitragvon Juna » Dienstag, 19.04.16, 10:26

Hallo Lina,

der Beitrag ist wirklich super, Danke dafür.

LG
Juna
BildIch entziehe nicht wie empfohlen, bitte nicht nachmachen!!!Bild

Diagnosen:
einige Bild

In Behandlung bei einem Psychiater u. Schmerzi

► Text zeigen


Ohne Pregabalin und Oxycodon geht es schmerztechnisch leider gar nicht Bild

lunetta
Beiträge: 1203
Registriert: Montag, 17.08.15, 18:09
Hat sich bedankt: 288 Mal
Danksagung erhalten: 2405 Mal

Re: Fang klein an und hör auf deinen Körper!

Beitragvon lunetta » Dienstag, 19.04.16, 13:54

Hallo!

Toller Beitrag!
Es ist genau so wie du es beschreibst!
Ich bin ein lebendes Beispiel dafür, es extrem langsam anzugehen. Ich habe schon die schlimme Erfahrung gemacht, dass zwischen "wollen" und "können" Riesenunterschiede sind! Ich schaffe nicht einmal Schritte von weniger als 5 %, sondern viel weniger. Ich bin die "Oberschnecke";)
LG
► Text zeigen
.

LinLina
Team
Beiträge: 4952
Registriert: Montag, 14.09.15, 16:20
Hat sich bedankt: 14308 Mal
Danksagung erhalten: 7197 Mal

Re: Fang klein an und hör auf deinen Körper!

Beitragvon LinLina » Dienstag, 19.04.16, 14:03

Hey :-)

ich freue mich, dass der Text auf so viel Interesse stößt :-) ich finde ihn auch sehr, sehr wichtig. Wir müssen unsere eigenen Experten werden, und zu große Ungeduld ist zumeist nicht hilfreich.

Will mich hier nicht mit fremden Federn schmücken :party: und möchte daher nochmal drauf hinweisen, dass der Originalbeitrag nicht von mir ist, sondern ursprünglich von Rhi, Moderatorin bei Surviving Antidepressants, der Link steht über dem Text. Ich fand ihn so gut, da habe ich ihn übersetzt und hier reingestellt :roll:

Liebe Lunetta, bei Surviving Antidepressants (engl. Forum) habe ich viele gesehen die mit noch kleineren Schritten zwischen 1-5 % (von der letzten Dosis) ausschleichen, dort wärst du garantiert nicht die Oberschnecke ;-)

Liebe Grüße,
Lina

Berlin-2013
Beiträge: 945
Registriert: Dienstag, 05.11.13, 17:26
Hat sich bedankt: 507 Mal
Danksagung erhalten: 556 Mal

Re: Fang klein an und hör auf deinen Körper!

Beitragvon Berlin-2013 » Mittwoch, 20.04.16, 12:04

Liebe Lina, den Titel find ich schon ziemlich gut auch wenn er so noch prägnanter wäre: :D

FANG AN! kleine Schritte aber hör auf deinen Körper!!!

es ist wirklich gruselig was da abgeht, warum, wie lange und was alles verschrieben wird,und was alles geschluckt wird, weil man dem Behandler vertraut, oder weil man schnell seine Ruhe haben will und sein Problem mit Pillen gelöst bekommen, was ja nicht geht.

Ich ärgere mich sehr über meine unkritische Haltung aber die OP-Schmerzen waren leider zu dominant, so das ich den Weg des geringsten Widerstandes wählte wenn auch nur für eine begrenzte Zeit. Und nie im Leben hätte ich mit solch fatalen Nebenwirkungen gerechnet bei einem so bekannten/alten Medikament.

Übrigens der Prof. Christian Mang - Pharmakologe - hat seine Vorlesungen online gestellt ---- sehr interessant und sehenswert!

zumal der Prof. Dr. med. Klaus Lieb Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie Direktor der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Universitätsmedizin Mainz ebenfalls in Mainz verortet ist.

diese Medikamentgruppe ist seit 1992 im Schnitt über 500 % mehr verordnet worden, was satte Gewinne sichert, das sollte man bedenken.....

Zombieland? hoffe nicht, lg c.
September 2017!

3 Jahre nach 0 mg :party2: nie wieder Benzos! es wird immer besser bis auf manchmal - durch Stress


► Text zeigen

Murmeline
Team
Beiträge: 11108
Registriert: Sonntag, 11.01.15, 13:50
Hat sich bedankt: 11759 Mal
Danksagung erhalten: 10523 Mal

Re: Fang klein an und hör auf deinen Körper!

Beitragvon Murmeline » Mittwoch, 20.04.16, 12:09

Hallo Chrissi,

im Bereich "Hintergrundinformationen" können alle ADFDler Beiträge verfassen. Du kannst Dich gerne beteiligen, wenn Du etwas interessantes findest.
Klaus Lieb ist dort auch schon vertreten.

Grüße, Murmeline
Erfahrung mit Psychopharmaka (Citalopram, langjährig Venlafaxin und kurzzeitig Quetiapin), seit Sommer 2012 abgesetzt
Hinweis: Das Team sorgt für die Rahmenbedingungen im Forum und organisiert den Austausch. Ansonsten sind wir selbst Betroffene und geben vor allem Erfahrungswerte weiter, die sich aus unserer eigenen Geschichte und aus Erfahrungen anderer ergeben haben.

Dein Behandler nimmt Absetzproblematik nicht ernst? Das geht anderen auch so, siehe hier
Einer Deiner Ärzte erkennt Probleme mit Psychopharmaka an? Dann berichte doch hier

pajes
Beiträge: 468
Registriert: Freitag, 28.09.07, 6:31
Hat sich bedankt: 46 Mal
Danksagung erhalten: 176 Mal

Re: Fang klein an und hör auf deinen Körper!

Beitragvon pajes » Donnerstag, 21.04.16, 16:16

Liebe Lunetta, du setzt deutlich schneller ab als ich..ich setze nur 0, 01mg alle paar Tage ab :schnecke: . So extrem schneckig bist du also nicht :wink:

Ich komm damit gut klar, bin seit 2009 dabei und sollte es gutgehen *hoff* dieses Jahr fertig mit dem Benzo.

Alles Liebe, pajes
Seit 2009 Entzug von 2,0mg Rivotril (Clonazepam), seit dem 9.12.16 auf Null.
2008: ca. 13 Tropfen Atosil zum Einschlafen, ausgeschlichen 2014
Opipramol
Mai 2011: Einschleichen von 150mg Opipramol (beruflicher Streß)
April 2012, schneller Absetzversuch auf 75mg, gescheitert.
24.4. 125 mg, Entzug: anschließend 4 Wochen erkältet
10.05. 100mg
24.05. 75mg, Entzug: 3 Wochen Zyklusstörung, massive Hassgefühle, Depression. Behandlung durch Homöopathie, abwarten
19.07. auf ca. 88,5mg Opipramol
2014: 67,47 mg Opipramol, 59 mg Opipramol
5/2015 Wechsel auf flüssiges Opipramol: Insidon. Wechsel war katastrophal da offizielle Umrechnungsmenge für mich zu niedrig war - also höher dosiert auf 65mg Insidon.
2016 58,24mg Insidon
2017 54,49mg Insidon
Entzugssymtome Rivotril: Ängstlichkeit, Unruhe
Entzugssymptome Opipramol: heftige Muskelschmerzen, Übelkeit, Durchblutungsstörung, Zyklusstörung, neuralgische Schmerzen, Mundentzündungen (alles vorher nie gehabt)
Angst, Unruhe, Depression, Aggressivität, emotionale Taubheit bis ca. 75mg, übermässiges Denken (alles vorher nie in dem Ausmass gehabt)

Ringelblume
Beiträge: 27
Registriert: Sonntag, 22.05.16, 14:51
Hat sich bedankt: 3 Mal
Danksagung erhalten: 51 Mal

Re: Fang klein an und hör auf deinen Körper!

Beitragvon Ringelblume » Sonntag, 22.05.16, 15:26

Hallo LinLina,
danke für diesen Beitrag!
Ich habe genau das gemacht - und mir war egal was andere sagten.
So fand ich beispielsweise heraus dass unter dem Absetzen von Lorazepam (schrittweise..ganz langsam) mein Körper lange Pausen zwischen den Reduktionen brauchte und dabei Phasen durchlief, etwa so:

Dosis reduziert:
Woche 1: keine bemerkenswerten Änderungen
Woche 2: Nervosität
Woche 3: Jetzt gehts los mit Angst, körperlichen Symptomen
Woche 4- 6 Steigerung des Ganzen
Woche 8-9: Gefühl ich halte das nicht mehr aus
Woche 10: Abstumpfen meinerseits, mich damit abfinden dass es für immer so furchtbar bleibt und ich sterben werde
Woche 11: Langsames Abklingen, aber völlig erschöpft und depressiv
Woche 12: geht besser

Das hiess für mich, dass ich zwischen den Reduktionen 3 Monate pausiert habe. Nur am Ende ging das besser weil ich mich mit anderer Ernährung unterstützen konnte. Aber das nur als Beispiel - und bei jedem Medikament war das anders - und wenn privat noch was obendrauf kam - o mein Gott. Aber es hat geklappt und ich liebe meinen Körper heute. Keiner weiss besser was ich brauche:-)

Lg, Ringelblume

LinLina
Team
Beiträge: 4952
Registriert: Montag, 14.09.15, 16:20
Hat sich bedankt: 14308 Mal
Danksagung erhalten: 7197 Mal

Re: Fang klein an und hör auf deinen Körper!

Beitragvon LinLina » Sonntag, 22.05.16, 15:34

Liebe Ringelblume,

das ist sehr interessant - viele Empfehlungen gehen dahin, dass man kurz wirksame Benzos in kürzeren Abständen reduziert. Aber so gut, dass du auf deinen Körper hören konntest und es auf diese Weise geschafft hast.

Vielleicht magst du auch an anderer Stelle oder in deinem Thread etwas über deine Ernährung berichten, das würde mich sehr interessieren :-)

Liebe Grüße,
Lina
Ursprünglicher Grund der Einnahme: Schmerzen, PTBS, heftige Unverträglichkeitsreaktion auf Schmerzmittel und Antibiotika (anhaltende Krampfanfälle)

Lorazepam: 1,5 mg von 7/2014 - 10/2014, dann 4 Monate schrittweiser Entzug (sehr heftig) und seit 8.2.2015 komplett abgesetzt :-)

Mirtazapin: Winter 2014/15 bis 30 mg für Benzo-Entzug, langsames und mühsames Absetzen seit März 2015.

Mein Medikamentenverlauf :schnecke: :
► Text zeigen
Seit 31.10.2017: 0,45 mg Mirtazapin / Mein Thread

Hinweis:
Das Team sorgt für die Rahmenbedingungen im Forum und organisiert den Austausch. Ansonsten sind wir selbst Betroffene und geben vor allem Erfahrungswerte weiter, die sich aus unserer eigenen Geschichte und aus Erfahrungen anderer ergeben haben.

Ringelblume
Beiträge: 27
Registriert: Sonntag, 22.05.16, 14:51
Hat sich bedankt: 3 Mal
Danksagung erhalten: 51 Mal

Re: Fang klein an und hör auf deinen Körper!

Beitragvon Ringelblume » Sonntag, 22.05.16, 19:32

Hi LinLina,

gerne berichte ich mal über die Ernährung - denn die ist wirklich klasse. Allerdings, wer wie ich von sehr wenig geld lebt, wird auch hier merken, dass das teuer wird. Nichts desto trotz - werd ich auf jeden fall mal aufschreiben. Sobald mein Hirn wieder da ist...:-)

Pulsatilla
Beiträge: 354
Registriert: Freitag, 18.11.16, 7:17
Hat sich bedankt: 381 Mal
Danksagung erhalten: 447 Mal

Re: Fang klein an und hör auf deinen Körper!

Beitragvon Pulsatilla » Freitag, 24.03.17, 13:59

Liebe LinLina,

Danke für deinen beitrag!


Jedoch wurde der menschliche Körper erfunden bevor es Kalender gab, und die Heilung folgt keinem festgelegten Zeitplan (Versucht mal, einem gebrochenen Knochen zu erzählen, er muss exakt alle 2 Wochen um 10 % heilen).


Ich musste sooo schmunzeln und Du hast sooo recht! Wir sind wohl heutzutage alle vieeel zu sehr auf uhren, zeitpläne, "rasch rasch", und so weiter fixiert und vergessen alle wohl gern, dass jeder individuell ist. In JEDER hinsicht!

Meines Erachtens liegt es auch DARAN, dass sooo viele NL und AD und wie sie nicht alle heissen, verordnet werden. Sogar schon in sehr jungen Jahren... . Alles muss schnell weg und alle bitteschön gleich sein, bzw funktionieren (und pflegeleicht sein).. . . .. .

So traurig und soo viel Leid wird erst recht und dadurch produziert.


Lieb gruss Pulsatilla
"Wenn du als Pinguin geboren wurdest, machen auch 7 Jahre Psychotherapie aus dir keine Giraffe!" (Eckart von Hirschhausen)

► Text zeigen


Zurück zu „Umgang mit dem Entzug“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast