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The rule of 3KIS: Halte es einfach, langsam und stabil.

LinLina
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The rule of 3KIS: Halte es einfach, langsam und stabil.

Beitragvon LinLina » Freitag, 13.05.16, 16:13

Dieser Text bringt die wichtigsten Grundregeln beim Absetzen auf den Punkt:

Keep it simple. Keep it slow. Keep it stable



Die Übersetzung ist eine Gemeinschaftsarbeit des ADFD-Teams :group: Originaltext (Copyright bei Altostrata von Surviving Antidepressants)

"Unsere Grundregeln für das erfolgreiche Ausschleichen von Psychopharmaka oder um sich von langfristigen Entzugssymptomen (Absetzsymptomen) zu regenerieren sind die Regeln der 3KIS:

1. Keep It Simple / Halte es einfach.
2. Keep It Slow / Halte es langsam.
3. Keep It Stable / Halte es stabil.



1. Keep it simple


Halte es einfach.

Wenn der Körper (mit Entzugssymptomen) reagiert, ist es oft schwer zu sagen, was die Ursache sein könnte. Wenn man Psychopharmaka ausschleicht oder Nahrungsergänzungsmittel (NEM) oder (alternative) Behandlungen ausprobiert, lohnt es sich, das ganze einfach zu halten, um kein Durcheinander zu bekommen, und Ursache und Wirkung auseinander halten zu können. Es „einfach zu halten“ macht klarer, auf welchen Faktor (negative) Veränderungen zurückzuführen sind.

Beispiele:

1.a. Man sollte nicht die Dosierung von mehr als einem Psychopharmakon oder NEM gleichzeitig ändern.
Wenn man zwei oder mehr Dosierungen auf einmal verändert und es kommt zu negativen Reaktion, dann kann man nicht wissen, welche Änderung genau die Verschlechterungen verursacht haben.

1.b Man sollte nicht mehr als ein Psychopharmakon oder NEM gleichzeitig dazu nehmen.
Wenn man mehr als eine Präparat auf einmal zusätzlich einnimmt - oder, schlimmer noch, einen ganzen Medikamentenmix - und man Verschlechterungen bemerkt, dann weiß man nicht, was nun das Richtige ist: Eines der neuen Mittel wieder rausnehmen oder alle gleichzeitig?

Dies gilt auch für gemischte NEMs, die mehr als einen Bestandteil enthalten. Es ist besser, nur einen Wirkstoff auszuprobieren, um zu sehen, wie man reagiert.


2. Keep it slow


Halte es langsam

Viele Menschen reagieren sehr empfindlich auf Medikamente und NEMs, nachdem sie erstmalig Entzugssymptome bekommen haben (das gilt auch, wenn diese nur kurz waren). Es ist besser, keine Risiken einzugehen. Veränderungen sollte stets langsam vorgenommen werden.

Ein neues Medikament oder NEM oder auch Dosisänderungen sollten schrittweise eingeführt werden. Durch vorsichtige Veränderungen kann man potentiell negative Reaktionen besser austesten, ohne all zu starke Reaktionen beim zentralen Nervensystem hervorzurufen.

Eine hohe Dosis oder große Veränderung wird wahrscheinlich eher zu einer verschlechternden negativen Reaktion führen als eine sehr kleine Dosis oder Änderung. Man kann das Nervensystem mit einer großen Änderung sehr irritieren - und es kann eine längere Zeit (auch Monate oder Jahre) dauern, bis man sich wieder besser fühlt.

Beispiele:


2.a Wenn man langsam ausschleicht, wird eine Reduzierung von 10% pro Monat, auf Basis der letzten Dosis, empfohlen. (Die Höhe der Reduzierung wird also immer kleiner). (Anmerkung: Im ADFD wird manchmal auch eine Reduzierung um 10% des Ausgangsdosis zum Absetzen empfohlen, im unteren Dosisbereich dann besser nur 5% Schritte mit einer individuellen Stabilisierungsphase (Symptome verschwinden wieder und tauchen nicht wieder auf) von 4-6 Wochen je nach persönlichem Verlauf).

2.b Man sollte nicht erwarten, sich sofort besser zu fühlen. Es gibt keine Patentrezepte für Entzugssymptome. Es gibt nichts, was man einnehmen kann, und sich dann sofort wieder völlig normal fühlt. Manchmal zeigen sich positive Veränderungen erst langsam. Man muss geduldig bleiben.

2.c. Dosissprünge sollten vermieden werden. Bei den meisten Medikamenten dauert es ungefähr 4 Tage, bis das zentrale Nervensystem reagiert. Falls man nicht sofort negative Reaktion bemerkt, sollte man mindestens 4-7 Tage warten, um zu sehen, wie sich die Änderung auswirken. (Bei sofortigen negative Reaktion ist es sinnvoll, auf die letzte Dosis zurückzugehen.)

Da Entzugssymptome gewöhnlich schwanken, kann es hier und da Stunden oder Tagen geben, in denen man sich nicht wohl fühlt. Von einer schlechten Episode sollte man aber nicht darauf schließen, dass es nicht auch wieder besser wird (Anmerkung: Man spricht von Wellen der Verschlechterung und Fenstern mit guten Phasen). Am besten nicht nervös werden und ein anderes Medikament oder NEM dazu nehmen. Es lohnt sich, täglich die Symptome zu notieren. Wenn man bemerkt, es wird innerhalb einer Woche alles schlimmer, war die Änderung nicht gut. Die Dosisänderung nach oben oder unten war dann zu groß. Statt weiterer Dosissprünge empfiehlt sich eine Stabilisierung auf eine mittlere Dosis (Anmerkung: Wenn z.B. die Reduktion von 100 auf 90 nicht gut vertragen wird lohnt sich eine Aufdosierung und Stabilisierung auf 95).

2.d. Sei geduldig, die Verbesserungen sind oft unbeständig und schrittweise. Das Nervensystem ist sehr kompliziert. Es kann sich selbst heilen, aber es braucht Zeit dafür.


3. Keep it stable


Halte es stabil

Das Nervensystem ist empfindlich und sehr kompliziert. Normalerweise steuert das vegetative Nervensystem deinen Körper mit zahlreichen Überprüfungen und Gleichgewichtseinstellungen. Es misst ständig welche Hormone und Transmitter erhöht, und welche verringert werden müssen.
Seine Aufgabe ist es deinen Körper im Gleichgewicht zu halten, in einer annehmbaren Temperaturspanne, so dass alles rund läuft.

Psychopharmaka haben Auswirkungen auf das gesamte Nervensystem, nicht nur auf das Gehirn. Aus diesem Grund können sich Veränderungen in der Dosis von nur einem Medikament auf die Sehkraft, die Verdauung und den Schlaf auswirken. Psychopharmaka beeinflussen alle Funktionen des zentralen Nervensystems.

Das Nervensystem, das so hart daran arbeitet dass alles in deinem Körper gut funktioniert, lebt von Stabilität. Wenn man ein Psychopharmaka über einen Zeitraum (in der Regel einen Monat oder länger) zu sich nimmt, wird der Körper abhängig davon. Man spricht von körperlicher Abhängigkeit.

Das Nervensystem passt sich dem Medikament an wie eine Pflanze, die über ein Gitter wächst. Wenn man das Gitter wegnimmt, wird die Pflanze beschädigt. Man sollte das Gitter schrittweise beseitigen und damit der Pflanze die Möglichkeit geben, sich wieder an das natürliche Wachstum ohne Stütze anzupassen.

Das zentrale Nervensystem funktioniert am besten wenn alles im Gleichgewicht ist. Man sollte das zentrale Nervensystem durch Stabilität auf verschiedensten Ebenen unterstützen. Man sollte sehr auf sich acht geben, damit sich das zentrale Nervensystem erholen kann. Man ist sich selbst der größte Feind, wenn man das zentrale Nervensystem zusätzlich unter Stress setzt.

Beispiele:

3.a. Niemals die Medikamente abrupt absetzen. Beim Absetzen keine Dosis auslassen (EDIT: es ist besser, täglich die gleiche Dosis zu nehmen) Diese großen, schnellen Änderungen bedeuten das Gegenteil von Stabilität für das zentrale Nervensystem. Das Auslassen der Einnahme bewirkt, dass die Menge des Wirkstoffs im Blutkreislauf schwankt. Das ist bei keinem Psychopharmakon ratsam.

3.b. Vermeide Übertreibungen. Auch wenn man vorher keine Probleme damit hatte, sollte man ein Übermaß an Alkohol, Essen, Party, Zucker, länger aufbleiben und auch anstrengende körperliche Betätigung meiden. All das setzt den Körper und das Nervensystem unter Stress.

3.c. Bewältige emotionalen Stress. Negative Beziehungen können eine Heilung von Entzugssymptomen behindern. Es ist allgemein sinnvoll, den Kontakt mit Menschen, die einen aufregen, zu reduzieren. Wer streitlustig ist, sollte Konfrontationen vermeiden.

3.d. Konzentriere dich auf Lieblingsbeschäftigungen, die beruhigend oder angenehm sind. Ruhe ist gut für das Nervensystem. Achte immer auf genügend Zeit für einen angenehmen Spaziergang von mindestens einer halben Stunde jeden Tag. Viele Menschen integrieren Meditation in ihrem Leben, weil sie sich damit besser fühlen. Zeit mit Haustieren oder in der Natur ("Waldbaden") kann auch beruhigen.

3.e. Halte den Tagesrhythmus stabil. Dein Körper funktioniert nach einem täglichen Rhythmus, der von Sonnenauf- und Sonnenuntergang gesteuert wird – der zirkadiane Rhythmus. Unsere Körper funktionieren am besten, wenn wir am Morgen aufwachen, nachts schlafen gehen und täglich zu den gleichen Zeiten essen. Vielleicht hilft es, Kunstlicht in der Nacht zu reduzieren. Mache, was möglich ist, um einen regelmäßigen Tagesplan einzuhalten, das hilft den Funktionen des Nervensystems."

Sunnyrose
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Re: The rule of 3KIS: Halte es einfach, langsam und stabil.

Beitragvon Sunnyrose » Freitag, 13.05.16, 20:31

herzlichen dank Lina, simpel und klartext :)
Abgesetzt:
Lorazepam, Concerta, Truxal, Escitalopram

Zuletzt abgesetzt:
Escitalopram. Ursprünglich 30mg
Absetzstart September 2015
2,5mg runter alle 2 Monate bis 15mg.
Dann in 10% Schritten. Bis 10mg.
Dann schnelleres Vorgehen wegen Leberwerte.
Januar 2017: 6,8mg
15.2.17: 6mg
8.3.17: 4mg (psychotische Nebenwirkungen)
20.3.17: 0mg

Achtung: nicht nachmachen. Der grosse Schritt zum Schluss war für mich eine Notlösung. Langsames Vorgehen (5-15% Schritte, je nach Höhe der Dosis), wenn irgendwie möglich, ist der bessere Weg.

Ich bin jetzt frei von Substanzen jeglicher Art. Haltet durch! es lohnt sich.

Katharina
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Re: The rule of 3KIS: Halte es einfach, langsam und stabil.

Beitragvon Katharina » Freitag, 13.05.16, 20:54

Liebe LinLina! :hug:

Vielen Dank für Deine Mühe, Deinen Einsatz Die schöne, simple Darstellung!

Katharina :party2:

Juna
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Re: The rule of 3KIS: Halte es einfach, langsam und stabil.

Beitragvon Juna » Montag, 27.06.16, 16:10

Hallo Lina,

vielen, lieben Dank für Deine Mühe und die superklasse, einfache Übersetzung.

LG
Juna
BildIch entziehe nicht wie empfohlen, bitte nicht nachmachen!!!Bild

Diagnosen:
einige Bild

In Behandlung bei einem Psychiater u. Schmerzi

► Text zeigen


Ohne Pregabalin und Oxycodon geht es schmerztechnisch leider gar nicht Bild

Simmi18
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Re: The rule of 3KIS: Halte es einfach, langsam und stabil.

Beitragvon Simmi18 » Freitag, 08.07.16, 10:53

Liebe Lina,

Toller Text, der mich unterstützt und zeigt, was ich dem ZNS Gutes tun kann.

Danke :)
Burnout 2011 behandelt mit Citalipram und Opipramol
2011 Rehaaufenthalt Citalopram 20 mg
Januar 2012 Wiedereingliederung, die ich nach 4 Tagen abbrechen musste wegen Verschlechterung
Von da an 75 mg Venlafaxin
Job gekündigt und selbständig gemacht 2013
Im Oktober 2015 unter der Dosis 37,5 mg Venlafaxin wieder Symptome l9
Von Ärztin telefonisch auf 150 mg gesetzt
Reha im November 2015 hochdosiert auf 187,5 mg und Dominal
Aufgrund des hohen Pulses und Blutdrucks Betablocker Metropolol
Nach Reha noch Symptome und vom Arzt auf 225 mg rauf
Das war dann nicht mehr ich selber und ich habe dann runterreduziert auf 112,5 mg im März und Dominal weggelassen
Alternative Behandlung mit Infusionen, Vit. b Mangel und D Mangel aufgefüllt
Leaky gut diagnostiziert, Ernährung umgestellt
Ende April auf 75 mg Venlafaxin
Seit Mitte Juni auf 37,5 starke Symptome und deshalb am
9.7. um 10 Kügelchen aufdosiert auf Ca. 40,5 mg Venlafaxin das legte mich lahm
10.7. Frühes Erwachen und ständiges auf die Uhr gucken Zuckungen von Kopf bis Fuß, brennen in den Armen, schwitzen, Blutdruck 117/77 Puls 116
11.7. zurück auf 37,5 mg nach Einnahme vom Medi Schweißausbrüche, nach Anstrengungen erschöpft und bleiern, müde, ständiges Gähnen,Essen imme rnoch problematisch ohne Appettit, Stimmung schwankt, Abends Besserung und Freude aufs Bett :-).
12.7.relativ gute Nacht
Blutdruck niedrig, Therapiestunde, danach sogar einkaufen, mittags Schwitzen vorm Arbeiten,
morgens schlapp, müde, bleiern,essen weiterhin nach Einnahme des Venla problematisch
Abends sogar heute mal leichter Appettit und zunehmend gute Stimmung
Weiterhin auf 37,5 und keine Änderung der Symptome
26.7. 10 Kügelchen Ca. 3 g weniger also 34,5 mg
Besserung was die Übelkeit betrifft, konnte heute normal was essen, nur zweimal Hitzewallung/Schweißausbruch
Blutdruck scheint sich zu normalisieren, Kaum Gedankenkreisen, im Allgemeinen besser drauf
27.7. frühes erwachen um 6.45 ab da nur noch dösen, Zunehmende Zuckungen am ganzen Körper
ein kalter und ein warmer Fuß, nach dem Aufstehen müde und schlapp
01.08. bei 34,5 mg Kein Schwitzen mehr. Guter Appettit, kaum noch Symptome, wieder Periode ganz leicht,
12.8. Ca. 30 mg
26.8.-19.9 Urlaub
da ich vor dem Urlaub stabil war habe ich weitere 5 Kügelchen weggelassen. Diesmal aber nicht jede Kapsel ausgezählt.
07.9. langsames Einsetzen der Symptome
Schlafstörungen, Muskelzuckungen, schwitzen, Übelkeit. Das tritt meist morgens ab 7 Uhr auf.
Im Laufe des Tages wird es besser,
11.9. Heute wieder Kügelchen genau gezählt und auf 28,5 mg Symptome bleiben weiterhin (Umstellung auf Microtapering)
25.9. 27,9 mg stabil, super Tag, kaum Smptome, irgendwas putscht mich auf.
28.9. 27,9 mg extrem hibbelig, EKG auffällig, zu hoher Puls, fühle mich nicht schlecht, aber getrieben
29.9. auf 27,1 mg reduziert, ich glaube die Dosis ist zu hoch und deshalb die Unruhe und nicht still sitzen können
09.10. 25,55 mg
08.11. 23,78 mg
06.12. 21,54 mg
04.01. 19,65 mg
29.01. 17,24 mg
13.02. 16,24 mg
05.03. 13,83 mg
19.03. 11,73 mg
16.04. 07,97 mg
14.05. 04,30 mg
31.05. 02,85 mg
18.06. 01,59 mg
01.07. 0 mg :party2:

Seit Oktober Utrogest 200 mg wegen WJ

Weiterhin Vitamin B und D und Akupunktur

sybsilon
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Re: The rule of 3KIS: Halte es einfach, langsam und stabil.

Beitragvon sybsilon » Samstag, 09.07.16, 20:58

Hallo Lina,

vielen Dank für den tollen Text. Das habt ihr super gemacht.
Wie ein kleines Handbuch zum Absetzen.
Sehr wertvoll!!!!

LG sybsilon
Diagnose: Angst-Panikstörung
06/14 Venlafaxin 37,5 mg
07/14 Venlafaxin 75 mg
08/14 Venlafaxin 112,5 mg
10/14 Venlafaxin 75 mg
dann bis 02/15 Venlafaxin reduziert auf 37,5 mg
seit 14.2.15 auf anraten von Ärztin auf "0".
Seit Dezember 14 Schwindel, Übelkeit, Appetitlosigkeit, Kreislaufprobleme, Ohnmachtsangst, Gangunsicherheit, elektrische Schläge im Magen, Panikattacken, Kribbeln Arm und Bein links, Massive Nackenprobleme. Herzrasen, Extrasystolen und starke Stimmungsschwankungen.
von 1.6.15-28.7.15 wieder Psychiatrieaufenthalt. 3 Wochen Mirtazapin erst 15mg dann 30mg aber wegen RLegs abgesetzt, dann Doxepin 25mg nacher Woche 50mg und nach ein paar Tagen auf 75mg aber wegen massiver Magenschmerzen, Suizidgedanken und RLegs auch abgesetzt.
Seit 20.7.15 Medikamentenfrei.
aktuelle Symptome: kribbeln, ziehen in Beinen und Armen, Leichte Übelkeit( nicht immer), sehr nervös, sehr geräuschempfindlich, vermehrte Panikattacken. Ab und zu Herzstolpern, aber nicht mehr so häufig. Das Haus zu verlassen fällt mir schwer.
Oktober 2015 :
Immer wieder Gangunsicherheit, leichter Schwindel und Übelkeit. Das löst Angst und Panik bei mir aus.
Einen Versuch mit Laif900 (Johanniskraut) gestartet aber wieder abgesetzt wegen Symptomverstärkung.
Ab 04.11.2015 Aufenthalt psychosomatische Klinik
Seit 19.1.16 wieder zu Hause. In der Klinik 3 Tage Trimipramin 12,5mg ausprobiert, aber zu starke NW.
Seit 27.1.16 Wiedereingliederung im Job, Beginn mit 4Std am Tag, danach sehr erschöpft, aber ansonsten wenig Symptome. Gegen Abend (ab ca.18.00Uhr) inneres Frieren und ganz leichte Übelkeit mit leichtem Magendrücken.
Stand 13.2.2016: Magenprobleme mit Rückenschmerzen, Rücken übersät mit großen Pickeln, Schlafprobleme, nach Vit.D Einn. Panikattacke.
4.3.16 Im Moment Welle/sehr erschöpft. Blutuntersuchung :B12=350, Vitamin D =18,1, Ferritin=15,5. Von Eisentabletten schon nach 1Tag Herzrasen mit Panikattacke. Abgesetzt. Ich vertrage absolut gar nichts mehr.
6.4.16 habe noch leichte Stimmungsschwankungen, Frieren in den Abendstunden nach der Arbeit (ca. 17-19 Uhr), Energiebereich schwankt sehr, Nackenschmerzen. Seit 1.4.16 nehme ich Nachtkerzenöl Kapseln, und ich habe das Gefühl sie tun mir gut.
18.6.16 Ich habe wenig Energie. Arbeite wieder voll seit 8.3., aber es strengt sehr an. Kann abends und am Wochenende Nichts unternehmen. Bei Anstrengung kommt leichte Übelkeit. Kann meine Vitaminspeicher nicht auffüllen da ich noch immer Nichts vertrage .:zombie: .Gefühle sind sehr gleichgültig und irgendwie macht mir alles keinen Spaß und ist sinnlos.
Seit 14.2.2015 "0" Venlafaxin
Seit 20.7.2015 "0" Mirtazapin und Doxepin
Seit 21.7.2015 definitiv medikamentenfrei!!!!
Zustand 21.7.2016: sehr erschöpft, leichte Übelkeit hin und wieder, kribbeln in linker Hand und Fuß und linke Gesichtshälfte. Psyche ganz o.k.! Blutwerte 21.7.2016: Vit.B12 253;Ferritin 19,5;Vit.D 31.
18.8.16:Entfernung Kupferspirale
Zustand 24.8.16: Seit 2 Tagen total erschöpft, Kopfrauschen, Nackenschmerzen, Übelkeit aber nicht vom Magen verbunden mit depressiver Stimmung, fast keinen Geruch und Geschmackssinn. Kein Durst- und Hungergefühl.
16.10.16: Zustand viel besser seit Kupferspirale entfernt. Ausschlag auf Rücken nahezu weg. Übelkeit weniger, depressive Stimmung nur noch etwas in der Zeit um die Regel. Brauche noch viel Ruhe und vertrage keine Hektik und Stress mehr. Energie etwas mehr vorhanden.
20.3.17 Vitamin D und B12 vertrage ich wieder.

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Re: The rule of 3KIS: Halte es einfach, langsam und stabil.

Beitragvon Rockola » Freitag, 08.09.17, 16:39

Danke für dieses Schreiben ich habe es ausgedruckt dann habe ich es immer griffbereit zum lesen.
Ich nehme seit ca 13 Jahren Venlafaxin 75mg und Zolpiden
Seit Juli 2016 habe ich Venlafaxin 75mg halbiert also noch 37,5 mg ab Mai 2017 nochmals halbiert auf ca 18mg vor 14 Tagen am 25 August bin ich auf null auch Zolpiden auf null und das war keine gute Idee .
Seit dem 11 September nehme ich wieder 18 mg und das Zolpiden10 zum Schlafen.
Seit dem 14 September nehmenich wieder 37,5 Venlafaxin redart.26.08.2017 das erste mal beim Psychiater
Ausschleichen 18 mg Venlafaxin kein redart sondern Tabletten und zum Schlafen Zolpiden 10mg
Ich habe vor ca 3 Wochen von Venlafaxin 37,5 mg auf 18mg reduziert auf raten der Psychiaterin ging schief und bin jetzt wieder auf 21mg rauf.

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Re: The rule of 3KIS: Halte es einfach, langsam und stabil.

Beitragvon Arianrhod » Samstag, 09.09.17, 20:37

Danke für diese tolle Übersetzung.
liebe Grüße Arian
2005 mit Burnout und Depression in eine Tagesklinik gekommen.

Zuerst einmonatige Behandlung mit diversen Antidepressiva: Doxepin, Mirtazipin, Sulprid,
hypomane Reaktion
wobei die AD sofort und ohne Ausschleichen von den Ärzten abgesetzt wurden.


Verschiedene Diagnosen: schizoaffektive Psychose, Depression, bipolare Störung, Schizophrenie, dissoziative Identitätsstörung


Erst 2 Jahre Behandlung mit Amisulprid . Zu schnell auf eigene Faust abgesetzt.
Schwere Supersensitivitätspsychose .

Einstellen auf verschiedene Neuroleptika: Haloperidol, Quetiapin, Olanzapin, Risperidon, Paliperidon, Aripiprazol
Außerdem Lorazepam, Promethazin, Chlorprothixen, Melperon, Pipamperon

jahrelang , vieles gleichzeitig und in höchster Dosierung.
u.a. Berentung, 60 kg Gewichtszunahme
seit 2012 Ausschleichen von 800 mg Quetiapin retard innerhalb von 2 Jahren.
Meinen Absetzbericht findet man hier:
http://adfd.org/austausch/viewtopic.php?f=51&t=10634&p=120447#p120447
Seit Januar 2014 keine Neuroleptika mehr.

Ich leide seit 3 Jahren unter Nervenschmerzen, Kribbeln und Lähmungen. Bei mir wurde eine Polyneuropathie diagnostiziert und ein Zusammenhang mit NL vermutet - leider nicht beweisbar.

Außer Neuroleptika habe ich zwischenzeitlich auch Oxycodon ( ein Opioid) und Trimipramin nach zweijähriger Einnahme abgesetzt , die ich wegen chronischer Schmerzen verschrieben bekommen habe.
Pregabalin habe ich am 7.9.2016 endgültig ausgeschlichen.

Die Anzahl meiner Dauermedikamente beträgt gerade "0". :)


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