Klick auf das Kreuzchen, wenn Du die Meldung gelesen hast ->


Aktuell:
Umfrage an Langzeit- und Schwerbetroffene im Entzug

Bitte mitmachen, eure Meinung ist uns wichtig


Bist Du neu und weißt nicht, wie du anfangen sollst?

Registriere Dich zunächst und wähle einen Benutzernamen, der mit Deinem echten Namen möglichst wenig zu tun hat, wenn Du anonym bleiben möchtest. Du darfst als Benutzernamen keine Marken- oder Medikamentennamen verwenden. Wenn Du ganz auf Nummer sicher gehen willst, verwende am Besten auch eine Wegwerf-Emailadresse. Wenn Du genaueres wissen möchtest, lies bitte auch unsere Regeln.

Stelle Dich und Dein Anliegen dann in einem neuen Thema vor. Du kannst als neu registrierter erstmal nur im Bereich "Hier bist Du richtig" schreiben. Beachte bitte, dass der Beitrag solange unsichtbar bleibt, bis jemand aus dem Team ihn freigeschaltet hat. Da wir hier viel zu tun haben, kann das eine Weile dauern.

Hier klicken, um Dich zu registrieren.

Hier klicken, um neues Thema im Bereich "Hier bist Du richtig" zu erstellen".

Bitte lies zunächst die "Erste Hilfe" für Deine Medikamentengruppe: Antidepressiva | Benzodiazepine | Neuroleptika

Euer ADFD Team

Umgang mit Hürden beim Absetzen von Chaya Grossberg

Antworten
Murmeline
Team
Beiträge: 12416
Registriert: Sonntag, 11.01.15, 13:50
Hat sich bedankt: 13936 Mal
Danksagung erhalten: 12389 Mal

Umgang mit Hürden beim Absetzen von Chaya Grossberg

Beitrag von Murmeline » Freitag, 15.07.16, 14:23

Moni :D von http://www.my-free-mind.at hat mal wieder übersetzt, und ich übernehme den Artikel hier fürs ADFD - Danke Moni <3

Original: The 4 Less Mentioned Obstacles in Coming Off Psychiatric Drugs, and How to Overcome Them, von Chaya Grossberg, http://chayagrossberg.com/

Übersetzung von Moni:
http://my-free-mind.at/unbekannte-huerd ... nden-kann/

Vier unbekannte Hürden beim Absetzen von Psychopharmaka und wie man diese überwinden kann

Die offensichtlichen Hürden beim Absetzen von Psychopharmaka sind meistens unerträgliche Entzugserscheinungen bzw. Absetzsymptome (diese werden oftmals fälschlicherweise „das Zurückkehren der Ursprungserkrankung“ genannt) – Panikattacken, extreme Ängstlichkeit, Übelkeit, Schlaflosigkeit und viele andere. Wenn jemand seine psychiatrischen Medikamente absetzen möchte, es aber einfach nicht schafft, denkt man automatisch an solche Absetzsymptome. Es gibt jedoch ein paar andere Hürden, die nicht so offensichtlich sind. Diese können ebenso problematisch sein, wenn nicht sogar mehr.


1) Nicht daran zu glauben, dass ein Leben ohne die Tabletten möglich ist.

Der Glaube daran, dass das Absetzen von Psychopharmaka keine Option ist, stammt von der Überzeugung, dass man erheblich und dauerhaft krank ist, dass die Diagnose einer psychischen Störung Validität/ Gültigkeit hat (sogar Thomas Insel, der Leiter des National Institute of Mental Health verneint dies) und der Angst davor, wer man ohne die Tabletten ist – wenn man diese über einen längeren Zeitraum genommen hat. Diese Hürde ist sehr groß, vor allem da es viel schwerer ist, an den eigenen gesunden Wesenskern zu glauben, wenn der Geist durch Psychopharmaka beeinträchtigt ist.

Der Schlüssel, um diese Hürde zu überwinden, ist es, die Verbindung zu dem eigenen inneren Wesenskern wiederherzustellen. Dieser Wesenkern ist immer da, intakt, tief in uns (im Herzen) und kann nicht zerstört werden. Wenn man diese Verbindung wiederfindet, ist es wichtig, Vertrauen in sich selbst aufzubauen.

Denn Selbstvertrauen ist das einzige, was einem immer erhalten bleibt und einen immer stützen kann – ein Medikament (oder andere äußere Einflüsse) sind niemals eine dauerhafte Lösung. Der Glaube daran, dass ein Leben ohne Psychopharmaka unsicher ist, kann Absetzsymptome sogar verschlimmern.


2) Die Angst der Menschen um dich herum – Freunde, Familie, Ärzte.


Manchmal entscheiden sich Personen dafür, einen Versuch zu starten, ihr Medikament auszuschleichen und sind zuversichtlich, dies auch schaffen zu können. Doch, wenn die meisten Personen in deren Umfeld, die Meinung vertreten, dass die Medikamente benötigt werden, kann das Ängste verstärken.

Der beste Weg, diese Hürde zu überwinden, ist es, sich einem Netzwerk anzuschließen, welches Unterstützung in diesem Bereich anbietet – wie zum Beispiel Betroffene, die bereits Alternativen gefunden haben und beschwerdefrei leben.

Es ist wichtig, eine solche Gruppe von Menschen regelmäßig zu treffen. Du kannst außerdem versuchen, dich und deine Umgebung mit entsprechenden Ressourcen weiterzubilden. Auch im Internet ist es möglich, Unterstützung und Informationen zu finden.


3) Angst davor, dünnhäutig und empfindlich zu leben.

Angst, zu viel zu fühlen – in einer Welt, die nicht immer viel auf Gefühle gibt. Die Angst mehr Macht zu haben, unbeliebt zu sein, die Kontrolle zu verlieren und vieles mehr.

Hier brauchst du die innere Überzeugung, langfristig all das bewältigen zu können. Der Prozess, Psychopharmaka abzusetzen, ist nichts für schwache Nerven. Die Entscheidung zu diesem Schritt eignet sich für Personen, die sich absolut und beharrlich ihren Ängsten und Lebenskrisen stellen und diese auf einem anderen Weg überwinden möchten. Es ist notwendig, an das Gute in sich selbst zu glauben, an einen Sinn im Leben und an den eigenen guten Wesenskern, anstatt an ein „Was werden die anderen denken?“ oder „Wie?“ und „Wieso?“.

Diese Hürde wird überwunden, wenn deine Seele so stark ist, dass sich nichts zwischen dich und deine Träume und Ziele stellen kann. Der Prozess deine Seele so stark werden zu lassen ist nichts, was man beschleunigen oder erzwingen kann. Es ist etwas, wozu du dich entschließt und es dann zulässt. Mut taucht oftmals auf, wenn du es gar nicht erwartest.

Du kannst dich auf diesem Weg aber unterstützen und zwar durch Gebete (auf deine eigene authentische Art und Weise), Meditation, die Verbindung mit der Natur, körperliche Bewegung, kreative Ausdrucksformen und die Hilfe anderer Menschen, die diesen Weg bereits gegangen sind.

Indem du ehrlich zu dir selbst sowie zu anderen bist (oder zu deinem Tagebuch oder in einer anderen spirituellen Form), kannst du dein Seelenwachstum beziehungsweise deine persönliche Entwicklung fördern und doch muss man diesem Prozess seine eigene Zeit lassen.


4) Gesundheitliche Probleme.

Jedes gesundheitliche Problem kann den Prozess des Absetzens erschweren. Wenn unser Körper geschwächt ist, ist es schwieriger, emotional stark zu sein. Denn Körper und Geist sind miteinander verbunden. Sich auf die Gesundheit zu fokussieren kann dabei helfen, diese Hürde zu überwinden.

Das bedeutet, dich selbst zu deiner ersten Priorität zu machen und zu lernen, was du am besten verträgst – in Hinblick auf die Ernährung, Bewegung und zahlreiche weitere Facetten des Lebens. Es geht darum, nicht länger zu fragen „Was stimmt nicht mit mir?“, sondern „Was brauche ich, um gesund zu sein?“. Es kann sehr frustrierend sein, während des Absetzens keinen Zugang zu Ressourcen bekommen, die einem helfen könnten. Aber hör nicht auf, deine persönliche Ressourcenliste stets zu erweitern.

In unserer heutigen Gesellschaft haben die wenigsten Menschen all das zur Verfügung, was sie zu einer optimalen Gesundheit bräuchten, doch wir können unser Bestes geben und die Ressourcen verwenden, die wir haben – das gesündeste Essen essen, die reinste Luft (Umgebung) atmen, das klarste Wasser trinken und einen passenden Lebensstil für unsere Verfassung wählen.

Ich empfehle, jeden Tag ein bisschen Zeit damit zu verbringen, sich über ganzheitliche Gesundheit zu informieren und Tipps zu der eigenen Erkrankung einzuholen. Zu lernen, welche Nahrungsmittel, Kräuter, Übungen und andere Ansätze Personen mit ähnlichen Problemen geholfen haben.

Das Absetzen von Psychopharmaka sollte stets Hand in Hand mit ganzheitlicher Selbstfürsorge gehen.

Schaue dich nach inspirierenden Freunden/Menschen um, die sich gut um ihre Gesundheit kümmern und probiere ein paar ihrer Lebensstilgewohnheiten aus, um zu überprüfen, ob sie dir gut tun. Gesundheitsbewusste Menschen um sich zu haben, kann die eigene Gesundheit stark verbessern, da gute Gewohnheiten ansteckend sind.

Psychiatrische Medikamente lassen uns andere Süchte oftmals aufrechterhalten, wie Zigaretten, exzessiven Fernsehkonsum, Zucker oder Koffein. Auf diese Art und Weise kann sich unsere Gesundheit kontinuierlich verschlechtern.

Gesundheit hängt sehr eng mit Selbstliebe, Selbstvertrauen und persönlichem Wachstum zusammen.
Folgende Benutzer bedankten sich beim Autor Murmeline für den Beitrag (Insgesamt 11):
AnnanasKatharinaLinLinaSunnyroseHoffnungsschimmerpadmaJamiechicolinesiglinavarreseUnikknicole

Antworten