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Problemsammlung nach Softwareaktualisierung (Januar 2018)

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Wie hat euer Entzug angefangen?

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MorulaMyomatosus
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Wie hat euer Entzug angefangen?

Beitrag von MorulaMyomatosus » Mittwoch, 31.08.16, 11:28

Hallo liebe Leute,

ich frage mich, wie eure Entzüge begonnen haben? Ich würde mich über Antworten freuen. War es bei euch ein schleichender Prozess, oder fingen die Symptome plötzlich und heftig an? Hattet ihr erst ab und an Symptome und dann kam der große Knall?
Könntet ihr den Beginn des Entzuges irgendwelchen Umständen zuordnen? Also, dass die Symptome zB. anfingen als ihr in einer besonders stressigen Situation wart?

Ich freue mich von euch zu lesen.


Morula

Nachtrag: Und was ich auch noch interessant finden würde.. Sind eure Entzugssymptome tatsächlich ganz anders wie die Grunderkrankung? Also wenn man die Medikamnete zB. wegen einer Angststörung bekommen hat, dass dann im Entzug keine Ängste mehr da waren?
Irgendwann 2007
Diagnose „Panikstörung“.
Erste Einnahme von Citalopram 20 mg.
Wegen Schlafstörungen Zopiclon 7,5 mg über ein halbes Jahr.
Zopiclon selbstständig innerhalb von 8 Wochen ausgeschlichen. Keine Entzugssymptome wahrgenommen.
Tiefenpsychologische Therapie über 2,5 Jahre.

Anfang/Mitte 2010
Citalopram nur noch unregelmäßig genommen, dann eigenständig kalt abgesetzt, da ich dachte ich wäre über den Berg.

Ende 2010
Nach einigen Monaten auf 0 mg setzt, von jetzt auf gleich, der verzögerte Entzug ein. Hauptsymptom: Extreme Suizidgedanken. Ich wusste allerdings nichts von einem Entzug!
Neue Diagnose: „Autoaggressive Zwangsgedanken“ und "mittelschwere bis schwere Depression".
Zweite Einnahme von Citalopram 30 mg und begleitend Lorazepam 1,5 mg
Lorazepam nach ca. 3 Wochen abgesetzt. Keine Entzugssymptome wahrgenommen.
Citalopram wirkt nach 3 Wochen wieder, die Suizidgedanken und alle anderen Symptome sind weg.
Verhaltenstherapie über 3 Jahre.

Ende 2013
Citalopram wieder unregelmäßig genommen, dann wieder eigenständig und kalt abgesetzt, da ich einigermaßen symptomfrei war.

Mai 2014
Nach ca. 5 Monaten auf 0 mg setzt wieder, von jetzt auf gleich, der verzögerte Entzug ein. Hauptsymptome: Schreckliche Suizidgedanken, Gedanken an Fremdgefährdung, völlige Appetitlosigkeit mit starkem Gewichtsverlust.
Auch hier wieder keinen Zusammenhang erkannt, deshalb Wiedereindosierung von Citalopram 40 mg, dazu Lorazepam 1,5 mg.
Lorazepam nach ca. 8 Wochen, ohne erkennbare Probleme, abgesetzt.
Auch nach wochenlanger Einnahme zeigt das Citalopram diesmal keinerlei Wirkung. Es wurde immer schlimmer.
Ich beschäftigte mich langsam mit der Problematik der Psychopharmaka.

Juli 2014
Stationärer Aufenthalt und kurze Umstellung auf Escitalopram. Auch dann kein Wirkeintritt und keine Besserung.
Viel zu schnelles und deshalb unbewusst kaltes Absetzen des Escitalopram innerhalb von 2 Wochen, unter ärtztlicher Begleitung in der Klinik.
Letzte C*pralex am 14.07.2014, seitdem im protrahierten Entzug!
Erst nach der letzen Tablette habe ich langsam verstanden was da eigentlich passiert ist und einen klaren Zusammenhang zu der SSRI-Einnahme erkannt.

Ende August/Anfang September 2014
Es stellen sich die typischen Wellen & Fenster ein.

Update Oktober 2015
Ich bin immer noch im protrahierten Entzug. Es ist extrem wechselhaft und betrifft besonders die Emotionen.

Update April 2016
Seit der letzten Tablette sind nun 21 Monate vergangen. Leider halten die Symptome immer noch an. Seit ca. Jahresbeginn wechseln sich die Wellen und Fenster fast täglich, häufig auch stündlich bis minütlich, ab. Das ist alles extrem anstrengend. Tja... Weiter geht's :schnecke:

Update Mai 2017
34 Monate nach Null. Immer noch im protrahierten Entzug.

Am Ende wird alles gut. Und wenn es nicht gut ist, ist es noch nicht das Ende!

Arianrhod
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Re: Wie hat euer Entzug angefangen?

Beitrag von Arianrhod » Mittwoch, 31.08.16, 16:38

Hallo Morula,
MorulaMyomatosus hat geschrieben:Nachtrag: Und was ich auch noch interessant finden würde.. Sind eure Entzugssymptome tatsächlich ganz anders wie die Grunderkrankung? Also wenn man die Medikamnete zB. wegen einer Angststörung bekommen hat, dass dann im Entzug keine Ängste mehr da waren?
ich habe es an anderer Stelle schon geschrieben:
Ich hatte nie eine Psychose, wurde auf Grund einer Fehldiagnose antipsychotisch behandelt - und bekam eine Entzugspsychose. Da war nix mit Rückfall. Als Experiment wäre das antiethisch,
Das heißt, meine "Grunderkrankung", die keine Erkrankung ist, konnte gar nicht zurückkehren, sondern war was ganz anderes, ganz neues geworden.
Ich hatte so etwas wie im Entzug noch nie zuvor erlebt.
MorulaMyomatosus hat geschrieben:ich frage mich, wie eure Entzüge begonnen haben? Ich würde mich über Antworten freuen. War es bei euch ein schleichender Prozess, oder fingen die Symptome plötzlich und heftig an? Hattet ihr erst ab und an Symptome und dann kam der große Knall?
Ich schreibe jetzt von meinem ersten Entzug Amisulprid, dass ich sehr schnell abgesetzt haztte ( von 100 mg auf 0). Ich hatte fast genau eine "Karenzzeit" von 10 Tagen, fühlte mich super. Im Amerikanischen spricht man bei dieser Phase auch von den "Absetz- Flitterwochen".
Am 11. Tag - ich lag auf dem Bett und las ein Buch mit Katzengeschichten - spürte ich plötzlich Angst, die sich innerhalb weniger Stunden zu Angst- und Todesangst steigerte. Ich fuhr dann einkaufen, weil nich dachte, Bewegung und frische Luft würden mir gut tun, half aber nichts.
Gleichzeitig kam Erbrechen dazu, ich konnte nichts bei mir behalten als Haferflocken mit Wasser angerührt. Und das war erst der Anfang, der Entzug wurde immer schlimmer....
MorulaMyomatosus hat geschrieben:Könntet ihr den Beginn des Entzuges irgendwelchen Umständen zuordnen? Also, dass die Symptome zB. anfingen als ihr in einer besonders stressigen Situation wart?
Nein. Ich hatte nicht das Gefühl, dass diese Ereignisse etwas mit mir oder meinem Leben zu tun hatten. Da liefen chemische Reaktionen in meinem Gehirn ab, das war alles.

liebe Grüße Arian
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2005 mit Burnout und Depression in eine Tagesklinik gekommen.

Zuerst einmonatige Behandlung mit diversen Antidepressiva: Doxepin, Mirtazipin, Sulprid,
hypomane Reaktion
wobei die AD sofort und ohne Ausschleichen von den Ärzten abgesetzt wurden.


Verschiedene Diagnosen: schizoaffektive Psychose, Depression, bipolare Störung, Schizophrenie, dissoziative Identitätsstörung


Erst 2 Jahre Behandlung mit Amisulprid . Zu schnell auf eigene Faust abgesetzt.
Schwere Supersensitivitätspsychose .

Einstellen auf verschiedene Neuroleptika: Haloperidol, Quetiapin, Olanzapin, Risperidon, Paliperidon, Aripiprazol
Außerdem Lorazepam, Promethazin, Chlorprothixen, Melperon, Pipamperon

jahrelang , vieles gleichzeitig und in höchster Dosierung.
u.a. Berentung, 60 kg Gewichtszunahme
seit 2012 Ausschleichen von 800 mg Quetiapin retard innerhalb von 2 Jahren.
Meinen Absetzbericht findet man hier:
viewtopic.php?f=51&t=10634&p=120447#p120447
Seit Januar 2014 keine Neuroleptika mehr.

Ich leide seit 3 Jahren unter Nervenschmerzen, Kribbeln und Lähmungen. Bei mir wurde eine Polyneuropathie diagnostiziert und ein Zusammenhang mit NL vermutet - leider nicht beweisbar.

Außer Neuroleptika habe ich zwischenzeitlich auch Oxycodon ( ein Opioid) und Trimipramin nach zweijähriger Einnahme abgesetzt , die ich wegen chronischer Schmerzen verschrieben bekommen habe.
Pregabalin habe ich am 7.9.2016 endgültig ausgeschlichen.

Die Anzahl meiner Dauermedikamente beträgt gerade "0". :)

Nospie
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Re: Wie hat euer Entzug angefangen?

Beitrag von Nospie » Mittwoch, 31.08.16, 16:54

Hallo :) ,
MorulaMyomatosus hat geschrieben: War es bei euch ein schleichender Prozess, oder fingen die Symptome plötzlich und heftig an? Hattet ihr erst ab und an Symptome und dann kam der große Knall?
Mein Sohn war zu dieser Zeit gerade zu Besuch,ich war ca 5-6 Wochen auf Null (nach 3 Monaten "ausschleichen" :frust: ),es ging mir völlig normal,
mitten im Gespräch merkte ich : Eben läuft was nicht mehr rund ......
Ganz plötzlich !!!!!
Ich dachte,ich würde krank und dann begann die Absetzgrippe,eine "Grippe" die nicht mehr aufhören wollte.......
plus Ängsten,die ich vorher in dieser Form noch niemals gekannt hatte.......
Das, was ich dann erlebte und noch erlebe,hatte ich noch nie.......
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6 Jahre SSRI
Juli 2012 - September 2012 grob reduziert abgesetzt (Arzt meinte :einfach weglassen,Absetzsymptome dauern ca 2 Wochen,
ignorieren Sie das ..........)

Seit Ende September 2012 auf Null
seither im protrahierten Entzug

_____________________________________
Wenn Du einen Rat brauchst,dann frage einen Erfahrenen und keinen Gelehrten :!:

"Going to a psychiatrist has become one of the most dangerous things a person can do."
- Dr. Peter Breggin

Katharina
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Re: Wie hat euer Entzug angefangen?

Beitrag von Katharina » Donnerstag, 01.09.16, 0:26

Hallo!

Die Absetzsymptome kommen von sich aus.
Plötzlich unerwartet.

Ich empfinde das alles als wäre ich "künstlich" krank, Schmerzen die sonst fast sanft sind
auch wenn noch so stark
sind aggressiv, kaum zu lindern, Ängste schnellen hoch wie aus dem Nichts,
solche Ängste hatte ich in meinen dramatischsten Lebensabschnitten niemals .

Sehr schlimm beim abrupten Absetzen - das sollte mit dem Rotstift als VERBOTEN
im Beipackzettel stehen
und als Poster bei den Herren Doktoren die diese Medikamentengruppe verordnet.

Grüße,
Katharina
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ias
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Re: Wie hat euer Entzug angefangen?

Beitrag von ias » Freitag, 16.09.16, 22:05

Hi,

also bei mir hatte sich der Entzug schon zuvor leicht angedeutet. Mich überkam in den Wochen, nachdem ich abrupt von 10 auf 0 reduziert hab erst eine gewisse Euphorie, die sich jedoch nach etwa 4-5 Wochen legte und in leichte Konzentrationsstörungen mündete. So richtig angefangen hat es dann aber auch schlagartig. Habe mit Gedächtniseinbußen zu kämpfen aber an den Moment erinnere ich mich noch ganz genau. Es war fast auf den Tag genau 6 Wochen her seit der letzten Einnahme. War spazieren und es fühlte sich an als würde mir plötzlich jemand den Boden unter den Füßen wegreißen. Totale Verzweiflung und suizidale Gedanken (hatte ich so noch nie zuvor) von jetzt auf gleich. Finde das immer noch extrem gruselig wenn ich daran denke.

Zu deiner anderen Frage: Ich habe wahrscheinlich wie jeder hier mit Stimmungsschwankungen zu kämpfen aber meine größten Probleme sind die teils starke Benommenheit, Derealisierungsgefühle und kognitive Beeinträchtigungen. Das kommt auf jeden Fall von den Pharmadrogen, denn das hatte ich vorher definitiv nicht.

:hase: (keine Ahnung was der kleine Kerl zu bedeuten hat aber irgendwie mag ich ihn)

Gute N8
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Dez 2011: 10 mg Escitalopram

Dez 2014: abruptes Absetzen auf 0

Feb 2015: Wiedereinsetzen auf 6mg

März 2015: 5mg

April 2015: 4mg

Mai 2015: 3mg

Juni 2015: 2mg

Juli 2015: 1mg

Mitte August auf 0

Nach monatelangen Absetzsymptomen:

07.12.2015: 5mg - Befinden war stundenweise gut aber ging mit Derealisation, Unruhe und schlechtem Schlaf einher.

08.12.2015: 3mg - Immer noch starke Stimmungsschwankungen, Benommenheit (in Folge des Schlafmangels?!)

seit 09.12.2015: 2mg - Stimmung einigermaßen stabil aber starke Müdigkeit

seit 18.12.2015: 3mg - tagsüber teilweise starke Müdigkeit und Konzentrationsstörungen aber insgesamt stabil

seit ca.20.01.15: 4mg

seit 28.5.16: 3,5mg

seit 30.07.16: 3mg

seit 07.08.16: 3,25mg da Symptome zu stark


Was mir hilft:
- Hochdosiertes Vitamin D (nicht ohne Anleitung einnehmen)
- B-Vitamine
- Omega-Fettsäuren (Krillöl)
- Kratom

Murmeline
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Re: Wie hat euer Entzug angefangen?

Beitrag von Murmeline » Samstag, 17.09.16, 22:26

Hallo IAS,

ich mag den Hasen auch (ich hab ihn ausgesucht, als wir die Smileys erweitert haben).
Er soll das Gefühl ausdrücken, wenn man nicht vorankommt und irgendwie auf der Stelle tritt und dabei frustriert ist - wie das beim Absetzen immer auch wieder der Fall sein kann. Aber irgendwann gehts dann auch wieder so weiter: :fly:

Dir auch :bettzeit:

Murmeline
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Erfahrung mit Psychopharmaka (Citalopram, langjährig Venlafaxin und kurzzeitig Quetiapin), seit Sommer 2012 abgesetzt
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Dein Behandler nimmt Absetzproblematik nicht ernst? Das geht anderen auch so, siehe hier
Einer Deiner Ärzte erkennt Probleme mit Psychopharmaka an? Dann berichte doch hier

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Re: Wie hat euer Entzug angefangen?

Beitrag von ias » Sonntag, 18.09.16, 2:58

Murmeline hat geschrieben:Hallo IAS,

ich mag den Hasen auch (ich hab ihn ausgesucht, als wir die Smileys erweitert haben).
Er soll das Gefühl ausdrücken, wenn man nicht vorankommt und irgendwie auf der Stelle tritt und dabei frustriert ist - wie das beim Absetzen immer auch wieder der Fall sein kann. Aber irgendwann gehts dann auch wieder so weiter: :fly:

Dir auch :bettzeit:

Murmeline

OK dann will ich hoffen, dass er hier in Zukunft trotz seines Charmes wenig Verwendung finden wird :wink:
Dez 2011: 10 mg Escitalopram

Dez 2014: abruptes Absetzen auf 0

Feb 2015: Wiedereinsetzen auf 6mg

März 2015: 5mg

April 2015: 4mg

Mai 2015: 3mg

Juni 2015: 2mg

Juli 2015: 1mg

Mitte August auf 0

Nach monatelangen Absetzsymptomen:

07.12.2015: 5mg - Befinden war stundenweise gut aber ging mit Derealisation, Unruhe und schlechtem Schlaf einher.

08.12.2015: 3mg - Immer noch starke Stimmungsschwankungen, Benommenheit (in Folge des Schlafmangels?!)

seit 09.12.2015: 2mg - Stimmung einigermaßen stabil aber starke Müdigkeit

seit 18.12.2015: 3mg - tagsüber teilweise starke Müdigkeit und Konzentrationsstörungen aber insgesamt stabil

seit ca.20.01.15: 4mg

seit 28.5.16: 3,5mg

seit 30.07.16: 3mg

seit 07.08.16: 3,25mg da Symptome zu stark


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Re: Wie hat euer Entzug angefangen?

Beitrag von Art-Anne » Montag, 22.05.17, 19:35

Hallo zusammen,
Ich wollte auch mal meine Erfahrungen berichten.
Ich habe mit der psychiaterin abilify von 10mg auf 5mg zu reduzieren. Genau mit dem Tag der Reduzierung konnte ich abends nicht mehr schlafen. Was bisher nach 6wochen abilify Entzug immer noch nicht klappt.
Dann kam in den nächsten Tagen ganz schnell Übelkeit schwächegefühl Kopfschmerzen Anspannung im ganzen Körper vor allem im kiefer konzentrationsschwierigkeiten und Müdigkeit hinzu. Die ersten vier Wochen war das so. Mal abwechselnd unterschiedliche Symptome und mal mehr mal weniger stark. Seit der 5.woche ist einiges wie weggeblasen. Nur noch der Schlafmangel die Müdigkeit und die Anspannung sind da.
Von der Stimmung her blieb alles unverändert gut seit der Reduzierung. Gott sei Dank.
Ich hatte vorher Depressionen und starke Ängste. Diese sind im Entzug bisher nicht aufgetaucht.
Der körperliche Zustand ähnelt natürlich in gewisser Weise einer Depression mit der Müdigkeit den Schlafstörungen den konzentrationsproblemen und dem schwächegefühl aber stimmungstechnich nicht. Meine Laune ist wirklich in Ordnung und das wäre ja untypisch für das Rückkehren einer Depression.

Allerdings muss ich auch sagen dass ich drei verschiedene Psychopharmaka nehme und bisher nur das abilify abgesetzt habe.
Wer weiss also was noch so kommt.

LG Art-Anne
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Danepadma
2009 nach länger andauernden und sich wiederholenden Angstzuständen erster Kontakt mit einem Psychiater und Psychologen. Ca. 1 Jahr Therapie und Venlafaxin. Wieviel weiss ich nicht mehr.
2010 erste depressive Episode. Teilstationärer Aufenthalt in einer Tagesklinik. Venlafaxin. Wie hoch weiss ich nicht mehr leider.
Dann zwei Jahre lang dieses Venlafaxin genommen.
2012 stationärer Aufenthalt in einer Klinik als krisenintervention. Verschiedene Psychopharmaka wurden getestet. Eingeführt und wieder abgesetzt.
2013 wieder stationärer Aufenthalt als krisenintervention. Immer gleiche Klinik und die ganzen Jahre über tiefenpsychologische gruppentherapie. Seitdem Venlafaxin 225mg, lamatrogin 125mg und Abilify 10mg.
Seit April 2017 Reduzierung des abilify auf 5mg.
Mai 2017 eigene Reduzierung des abilify auf 0mg.
Erhebliche Schlafstörungen bis fast kein schlafen seit der ersten Reduzierung von abilify. Zusätzlich ab u an kopfschmerzen und Übelkeit.

15.5.2017 psychiaterin verschreibt promethazin gegen absetzsymptome weil sie mir diese nicht recht glaubt. Ich nehme das Zeug nicht.

Aktuell : aushalten der absetzsymptome. Mal mehr mal weniger schlimm. Konzentrationsschwierigkeiten kommen dazu. Häufig schwächegefühl. Und immer noch fast kein schlafen

20.05.2017 weniger absetzsymptome, d.h. Kein schwächegefühl mehr oder das Gefühl umzukippen, keine Kopfschmerzen, keine Übelkeit... Es herrscht noch wie immer Schlafmangel und damit Müdigkeit, Zähne aufeinander beißen und muskelverspannungen. Stimmung ist stabil und gut. Ich bin zuversichtlich :D

Flummi
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Re: Wie hat euer Entzug angefangen?

Beitrag von Flummi » Donnerstag, 08.02.18, 11:58

Hallo,
so richtig merke ich den Entzug erst jetzt: Starren, vor sich her träumen, in Gedanken versunken sein.
So fängt es wohl an....

Herzliche Grüße,
Claudia
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Katharina
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Re: Wie hat euer Entzug angefangen?

Beitrag von Katharina » Donnerstag, 08.02.18, 13:05

Hallo!

Immer anders.

Vor ca. einer Woche bin ich einfach nicht aufgestanden um eine halbe Tablette von den zwei Medikamenten, die ich zur Zeit nicht parallel absetzen kann, dazu zu holen.

Ich habe auch nicht mehr darüber nach gedacht.
Mich ärgert dieses Medikament maßlos, es wurde als harmloses Medikament vom Hautarzt gegen einen grausamen Juckreiz hervorgerufen von anderen Medikamenten ausgelöst (Interferon /Ribavirin) quasi mit gegeben, mit den Worten: "das gute, alte Atarax".

Nach vielleicht vier Tagen akutes Vergessen.
Ich wusste nicht, was ich in meiner Küche gerade zuvor gemacht hatte, es fühlt sich an, als sei hinter Dir keine Vergangenheit.

Ich habe in die Wochenkästchen der folgende Woche nach gesehen
die ich im Vorfeld fertig mache
morgens fehlte die halbe Atarax.

Atarax macht mir bei der Einnahme keine Probleme, ich habe sofort eine ganze Tablette genommen,
abends kam eine große Allgemeinangst mit Kontrollzwang dazu, noch eine halbe Tablette.

Am nächsten Morgen war alles wie gehabt.
Und so ist es seitdem.

(:frust:Atarax:frust:)

Alles Gute,
Katharina
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StefanKremer377
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Re: Wie hat euer Entzug angefangen?

Beitrag von StefanKremer377 » Montag, 19.02.18, 8:29

Ein sehr gutes Thema, wie ich finde!

Bei mir waren die ersten Tage nach null noch aushaltbar. Hatte sogar ein paar Hoch´s erleben dürfen.
Schwindel und Konsorten hielten sich noch in Grenzen... Müdigkeit und Bauchschmerzen waren allerdings immens.

Und dann nach fast genau 3 Monaten der große Schlag. Benommenheit, Schwindel, Herzrasen, etc. Leide jeden Tag auf´s Neue. Diese Verzweiflung, das Weinerliche. Bin drauf und dran wieder was einzunehmen, oder stationär zu gehen.
Dank dieses Forums halte ich es aber irgendwie aus. Lese täglich meine Screenshots, die mir Mut machen. Gerade was LenaLena schrieb, dass es oft nach 6 Monaten besser geht. Was hier viel Mut machen, das ist in Gold nicht aufzuwiegen.

Auslöser... Puh. Keine Ahnung. Eher schleichend würde ich sagen. Stress auf der Arbeit, aber vorallem die Beziehung. Dieses Unverständnis... Du hast dich ja so veränder, oder nimm doch bitte wieder Tabletten, da warst du besser drauf. Das höre ich.

Naja, weiter geht´s.
LG
Stefan
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inandout
2008 Schilddrüse wegen kalten Knoten komplett entfernt. Danach PA ohne Ende. War per Du mit den Notärzten und Krankenhäusern. Schwindel, Herzrasen

2011 Einweisung in die Psychiatrie Schlüchtern für 4 Monate
Diagnosen: Schwere Depression/Burn Out, Hypochondrische Angststörung, angeblich Bipolar
Medikamente: Abilify, Citalopram, Seroquel, Mirtazapin, Zyprexa

2012 Tagesklinik Gelnhausen Citalopram 30 mg, Mirtazapin 15 mg zur Nacht

2014 Trennung der 15 jährigen Beziehung. Kinder leben bei Mutter. Tiefes Loch. Alkohol

Feb. 2016 Jobverlust durch massive Konzentrationsprobleme Einweisung in die Psychiatrie, Schlüchtern.
Diagnosen: wie gehabt plus ADHS im Erwachsenenalter.
Medikamente: Citalopram 30 mg, Strattera. Letzteres nicht vertragen. Selbstverletzungen

März 2016 Suizidversuch. 24 h Ingewahrsamnahme durch die Polizei in Psychiatrie Schlüchtern. 2,5 Promille

Mai 2016 Geburt meiner 3. Tochter mit neuer Partnerin

Aug 2016 Tagesklinik Gelnhausen. Citalopram 30 mg plus 20 mg Medikinet. Dadurch SD Werte im Keller. Starkes Herzstolpern, Angst, Panik, Schwindel. VierWochen Citalopram abgesetzt. Würde sich nicht mit Medikinet vertragen
Danach ständig Panik, Angst

Nov 2016 Reha in Bad Wildungen. Cita wieder rein qui 15 mg. Wirkte aber nicht mehr richtig.
Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung

April 2017 Beginn der beruflichen Reha (LTA)

Sept 2017 Einweisung in die Psychiatrie, Lohr
Nach vier Tagen Citalopram raus. Stattdessen Tianeptine, Duloxetin, Sertralin 50 mg Erneut Medikinet, Würde nicht auf die SD Werte gehen lt Oberarzt. Starke Herzrythmusstörungen. Langzeit EKG löste sich ständig das Kabel. Dadurch wohl verfälscht. Lt Oberarzt bräuchte ich einen Schrittmacher da 8 Sekunden Herzaussetzer.
Brach den Aufenthalt sofort ab und ging in ein normales Krankenhaus.
Vier Tage Untersuchungen. Alles in Ordnung. Keine Aussetzer. Verurteilten sogar im Abschlussbericht die Diagnose der Psychiatrie
Innerhalb 4 Tagen wurde das Sertralin 50 mg abgesetzt.

Seid Mitte November ohne AD.
Symptome:
Schwindel, Angst, Panik, Herzrasen, Zwänge.. 50 Mal Puls messen, starke Derealisation, Depersonalisation, Kopfschmerzen, starke Blähungen, Augendruck bei Bewegung der Augäpfel, Durchfall, Gereiztheit, kalte Hände und Füße, Kribbeln in den Beinen

Januar 18
Befinde mich jetzt wohl auch im Langzeit-Entzug:
Benommenheit, Gangunsicherheit, Schwäche in den Beinen, allgemein kraftlos, Schwindel... Warte auf die besagten Fenster, die ich soooo gerne weit öffnen würde
Februar 18
Seid Anfang Februar durchgehend Benommenheit, Schwindel, unregelmäßiger Herzschlag, Surren im rechten Ohr. Psychisch komischerweise recht stabil. Wutausbrüche

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