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Liebe ADFDler,

Wir haben eine große Softwareaktualisierung durchgeführt. Im Ideal funktioniert alles wie bevor, nur dass ein paar Details ein wenig anders aussehen. Falls es in den nächsten Tagen doch Probleme gibt, bitte beschreibt was ihr gemacht habt und was nicht so war, wie ihr es erwartet in diesem Thread:

Problemsammlung nach Softwareaktualisierung (Januar 2018)

Vielen Dank für Eure Hilfe.

Euer ADFD Team

Akathisie "nur innere Unruhe"?

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Nicole
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Akathisie "nur innere Unruhe"?

Beitrag von Nicole » Montag, 13.03.17, 15:41

Hallo :group:
Ein Frage: ist eine Akathisie vorrangig eine Bewegungsunruhe /Sitzunruhe oder versteht man darunter auch "nur" innere Unruhe (wie in meinem Fall, kann ruhig sitzen liegen etc aber innerlich rast es)....?
LG
Nicole :)

Jamie
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Re: Akathisie "nur innere Unruhe"?

Beitrag von Jamie » Montag, 13.03.17, 18:19

Hallo Nicole, :)

ich bin mir nicht ganz sicher, wie es genau definiert wird.
Wenn ich bei wikipedia schaue, dann wird das nur auf´s Äußere reduziert, also Bewegungsdrang, nicht-still-sitzen-können etc.
Meines Erachtens trifft es das aber nicht richtig.

Ich habe mich nie im Leben so mies gefühlt wie unter Sertralin mit der Akathisie, denn ich war auch innerlich so wahnsinnig getrieben; etwas, was nicht meinem Charakter entsprach und was ich auch nie mehr so erlebt habe wie unter SSRI und im darauf folgenden Entzug.

Meines Erachtens umfasst Akathisie auch - das ist aber nur meine Meinung - die psychische Komponente der Unruhe und Getriebenheit, die sich dann eben körperlich ausdrückt. Ich habe das so empfunden: Mein Gehirn war am Rasen und mein Körper auch. Eine unerträgliche Kombination.

Wenn ich an Berichte aus englisch-sprachigen Foren denke, meine ich eigentlich auch, dass diese mit der Akathisie den weit umfassenderen Begriff meinen, nämlich diese innere / seelische Anspannung, die sich ins Außen verlagert. Dr. Healy schreibt oft, das Patienten ihm das als "unaushaltbar" schilderten und genauso habe ich es damals auch empfunden. Ich glaube es wäre bei mir nicht so gewesen, wenn es nur das Körperliche gewesen wäre. Das alleine ist übel genug, aber zusammen mit der massiven psychischen Anspannung und dem nicht-zur-Ruhe-kommen war es eine Tortur.

Hier wird leider sehr viel über das Organische bei Akathisie geschrieben, aber gleich im zweiten Satz findet sich ein Hinweis, dass auch dieser Autor meine Sicht teilt:
Das subjektive innere Gefühl der Beunruhigung wird von objektiven Zeichen der Erregung wie Umherlaufen oder der Unfähigkeit ruhig zu sitzen begleitet
http://www.neuro24.de/show_glossar.php?id=63

Grüße
Jamie
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diane

Re: Akathisie "nur innere Unruhe"?

Beitrag von diane » Montag, 13.03.17, 18:54

Hallo...

Ich glaube, das habe ich auch... wie strom durch beine u arme u dann immer wellenartig alle 5 min. Wodurch kommt sowas jamie? Entzug?
Lg

Nicole
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Re: Akathisie "nur innere Unruhe"?

Beitrag von Nicole » Dienstag, 14.03.17, 5:39

Guten Morgen,
Also ich habe weder das Gefühl mich vermehrt bewegen zu müssen noch Stromschläge oder körperliche Beschwerden, es ist wirklich "nur" innere Unruhe, vor allem morgens, aber es gab auch schon Tage da wars weg, hatte auch z.b. gestern Akupunktur u ich war absolut tiefen entspannt u keine Anzeichen von Unruhe...es ist einfach anstrengend so knapp vorm "ausflippen" zu sein....das sind Wellen, das kann ich auch bestätigen, wie kurze schreckminuten, wenn das nicht wäre wers um vieles besser....u was mach ich im Notfall? ...Oxazepam nehmen :frust: .....
Am liebsten jeden Tag würd ich mir hunderte Nadeln stechen lassen :wink: :wink: um diesen inneren friedvollen zustand zu haben....aber erst nächste woche wieder....
LG u einen schönen Tag
Nicolr

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Re: Akathisie "nur innere Unruhe"?

Beitrag von LinLina » Dienstag, 14.03.17, 12:57

Hallo Nicole :-)

ich habe deinen Thread in "Umgang mit dem Entzug" verschoben, in den Gesundheitsbereich passt er m.E. nicht so richtig.

Liebe Grüße
Lina
Ursprünglicher Grund der Einnahme: Schmerzen, PTBS, heftige Unverträglichkeitsreaktion auf Schmerzmittel und Antibiotika (anhaltende Krampfanfälle)

Lorazepam: 1,5 mg von 7/2014 - 10/2014, dann 4 Monate schrittweiser Entzug (sehr schwer).
Seit 8.2.2015 komplett abgesetzt

Mirtazapin: Winter 2014/15 bis 30 mg für Benzo-Entzug, langsames und mühsames Absetzen seit März 2015.
Seit 27.1.2017: 0.15 mg Mirtazapin

Mein Medikamentenverlauf :schnecke: / Mein Thread
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Re: Akathisie "nur innere Unruhe"?

Beitrag von Arianrhod » Dienstag, 14.03.17, 13:11

Hallo Nicole,

ich hatte eine Akathasie durch Haloperidol und bei mir war es wie bei Jamie:
Jamie hat geschrieben: Mein Gehirn war am Rasen und mein Körper auch. Eine unerträgliche Kombination.
Ich empfand es auch mehr psychisch und bin verzweifelt.
Das hieß aber auch, Lesen oder Fernsehschauen ging auch nicht . Wie ist das bei euch?
Wenn ich eingeschlafen bin, dann war das körperliche Erschöpfung.

liebe Grüße Arian
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2005 mit Burnout und Depression in eine Tagesklinik gekommen.

Zuerst einmonatige Behandlung mit diversen Antidepressiva: Doxepin, Mirtazipin, Sulprid,
hypomane Reaktion
wobei die AD sofort und ohne Ausschleichen von den Ärzten abgesetzt wurden.


Verschiedene Diagnosen: schizoaffektive Psychose, Depression, bipolare Störung, Schizophrenie, dissoziative Identitätsstörung


Erst 2 Jahre Behandlung mit Amisulprid . Zu schnell auf eigene Faust abgesetzt.
Schwere Supersensitivitätspsychose .

Einstellen auf verschiedene Neuroleptika: Haloperidol, Quetiapin, Olanzapin, Risperidon, Paliperidon, Aripiprazol
Außerdem Lorazepam, Promethazin, Chlorprothixen, Melperon, Pipamperon

jahrelang , vieles gleichzeitig und in höchster Dosierung.
u.a. Berentung, 60 kg Gewichtszunahme
seit 2012 Ausschleichen von 800 mg Quetiapin retard innerhalb von 2 Jahren.
Meinen Absetzbericht findet man hier:
viewtopic.php?f=51&t=10634&p=120447#p120447
Seit Januar 2014 keine Neuroleptika mehr.

Ich leide seit 3 Jahren unter Nervenschmerzen, Kribbeln und Lähmungen. Bei mir wurde eine Polyneuropathie diagnostiziert und ein Zusammenhang mit NL vermutet - leider nicht beweisbar.

Außer Neuroleptika habe ich zwischenzeitlich auch Oxycodon ( ein Opioid) und Trimipramin nach zweijähriger Einnahme abgesetzt , die ich wegen chronischer Schmerzen verschrieben bekommen habe.
Pregabalin habe ich am 7.9.2016 endgültig ausgeschlichen.

Die Anzahl meiner Dauermedikamente beträgt gerade "0". :)

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Re: Akathisie "nur innere Unruhe"?

Beitrag von Jamie » Dienstag, 14.03.17, 18:04

Hallo Nicole,

wenn es morgens vermehrt ist, ist das vermutlich auch teilweise der Cortisol-Flash, den wir alle morgens "erleiden" müssen.
Dass es wellenartig kommt und geht, ist ein "gutes" Zeichen, wie ich finde. Es könnte ja auch 24 Stunden nonstop gehen :roll: .
Ich weiß, ist dir vermutlich kein Trost, aber wirklich... man muss das halbvolle Glas sehen in dem Fall....
Es ist ein handfestes Absetzsymptom und ich fürchte, da musst du einfach sagen "Augen zu und durch".

Nein, Oxazepam ist keine Lösung! Da wird man wahnsinnig schnell abhängig. Das kann ich dir nicht empfehlen, das sollte das absolute SOS-Notfallmedikament bleiben. Versuche, einen nicht-medikamentösen Ansatz zu finden.

Die Menschen sind sehr verschieden, was Lösungsstrategien angeht. Ich würde sagen, du solltest dir etwas suchen, was dich ablenkt, wenn du so unruhig wirst, zB moderate Hausarbeit.

Was deine Beschreibung betrifft, glaube ich, dass du nicht unter Akathisie leidest, sondern an Unruhe- und Spannungszuständen.
Eine Akathisie verlagert sich mit ins Außen (in der Hoffnung, dass durch Aktivität die Spannung abgebaut wird, was leider auch nicht eintritt :( )

Ich schicke dir einen Aufmunterungsknuddler :hug:
Jamie
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Re: Akathisie "nur innere Unruhe"?

Beitrag von Nicole » Dienstag, 14.03.17, 19:56

Danke jamie :hug:

neuling
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Re: Akathisie "nur innere Unruhe"?

Beitrag von neuling » Freitag, 07.07.17, 21:03

Hallo,
ich habe auch diese Akathisie. Es ist die pure Hölle.
Eigentlich bin ich fix und fertig und werde trotzdem so getrieben. Kann nicht mal zum essen hinsitzen. Laufe stundenlang in der Wohnung, kann nicht lesen oder fernsehen. Nix. So was gequältes hab ich nie erlebt und hätte mir das nie vorstellen können.
Wenn ich mich zwinge ruhig zu stehen fibriert alles in mir. Ich will mich nur mal wieder entspannen können. Das hört aber nicht mehr auf.
Ich will da wieder raus.
Zu all den anderen Horrorsymptomen ist das mit das schlimmste.
Mary
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Diagnose: keine- längere Krankheit, hab 10 Kilo ungewollt abgenommen, hab mich in eine Panik gesteigert, konnte nicht mehr schlafen, es stand Ms und borreliose im Raum. Bis heute nicht endgültig geklärt.
Stattdessen Beruhigungstabletten Opipramol bekommen. Zum ausprobieren!


Opipramol 25 mg - 50 mg täglich für ca. 5 Wochen (Ende März 16 bis ca.Ende April 2016) kalt abgesetzt wie Neurologin gesagt hat
Hatte keine Ahnung das so ein Horror folgt
Konnte nicht mehr schlafen, etc. Hab nicht verstanden das es vom absetzen kommen kann.

zunächst Mai 16 Oxacepam 10 mg 2 x, Zopiram 1 x, Tavor 1 mg 1 x, dann nochmal Ende Mai 5 x Oxacepam, Diazepam 1x, Umstellung auf Bromazepam 2mg für ca. 17 Tage mit Mirtazapin zunächst 7,5mg, dann 15 mg

Hatte auch noch eine Vollnarkose in dem Zeitraum.

dann Umstellung auf Mirtazapin 15 mg , Dominal 80 mg (3Tage), Olanzapin 2,5mg (4Tage), Dominal und Olanzapin wieder abgesetzt w/ Unverträglichkeit, stattdessen Mirta und Dipiperon 40mg (für 7 Tage).

Jetzt nur noch Mirtazapin 15 mg alles nur um zu schlafen
17.08.16 Mirta 7,5mg sonst nix schlimme Symptome seit langer Zeit, werde nochmal auf 15 mg gehen

Habe dann wieder auf 7,5mg reduziert
10.9.16 bin auf 0 Mirta gegangen lt.Arzt

Hatte die ganze Zeit auch mit Mirta schlimmste Zustände vermute hab ich nie vertragen

28.9. 16 Psychatrieeinlieferung
haben mir gar nicht zugehört mit den Tabletten in der Vorgeschichte --- Risperdal angesetzt wegen Psychose (kann nicht von den Tabletten sein! )
hab ich nicht genommen
Haldol unter Androhung Gerichtsbeschluss
Habe mich ergeben.
Haldol 2mg früh 4mg abends
Diazepam 10 mg
Dominal zum schlafen 40mg
Ca.4 Wochen lang an 1x Tavor erinnere ich mich
24.10.16 Umstellung auf Risperdal von Haldol
Akineton, Diazepam innerhalb 4Tage
Ab 3.11.Risperdal u.Akineton
Ab 10.11.16 alles abgesetzt und
Oxacepam u.Zolpidem
Dann irgendwann Mirtazapin bis 30mg aufdosiert
Und abilify 5 dann 10 dann 5 dann 3 mg
So bin ich dann entlassen worden.
Ohne Diagnose! !!
Absoluter Wahnsinn was die mit mir gemacht haben .
Aussage : Wir sind ein Fachkrankenhaus vertrauen Sie uns! !
Jetzt heißt es das auf Station wohl nicht SO GUT GELAUFEN IST.
5.1.17 Mirtazapin nach Entlassung auf 15 mg reduziert
Keine Veränderung der Symptome
Abilify alle paar Tage um 0,5 mg reduziert
Ging schief.
Ende Jan 17 Abilify auf 0
Mirta auf 15 mg
22.2.17 Abilify wieder genommen 1mg
Dann 2mg
24.2.17 Abilify 3 mg
16.3.Mirtazapin 7,5 mg
23.3.Mirtazapin lt Arzt auf 0
Seitdem kein Mirta mehr
Abilify reduziert ab 01.04.17 immer um 0,5mg
Von 3 mg auf 0
23.05.17 Abilify 0
Keine Medikamente mehr seitdem.
Aber mir geht es schrecklich.
Nach absetzen Mirta ging es besser und während Reduzierung Abilify auch.
Auf 0 dann wieder Horror vom feinsten.

2.6.17 Abilify 0,5mg lt.Arzt
Ging nicht.
Wieder ohne.
27.6.17 Abilify 0,2mg versuch lt. Forum nach 7 Tage
4.7.17 Abilify auf 0,4mg bis 23.7. durchgezogen keine Besserung.
18.7. Psychosomatische Klinik o Wunder die haben mir geglaubt das das meiste Medikamenten bedingt ist und sie mit mir absetzen.
24.7.Reduzierung auf 0,3mg Abilify
6.8. Reduziert auf 0,2 mg
13.8.reduziert auf 0,1 mg
21.8. Auf 0
Keine Änderung der Symptome während Reduzierung.

Allerdings geht's mir immer noch ganz schrecklich. Hölle auf Erden. Bin zuhause.

Habe ALLE Symptome vor allem Kopf , Akathisie, Sehstörungen, Gefühl umzufallen, Gefühl das mein Hirn "ausschaltet". Es ist die pure Hölle! !!!

Arianrhod
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Re: Akathisie "nur innere Unruhe"?

Beitrag von Arianrhod » Samstag, 08.07.17, 13:45

Hallo Neuling, lese gerade deine Signatur ; was für ein Höllenweg. Und am Anfang ein Problem, bei dem du etwas Emphatie, menschlichen Beistand und Verständnis gebraucht häzttest - ein langes Gespräch, um deine Panik einzudämmen - und was kam , war Psychiatrisierung. :(
Ich drücke dir die Daumen, dass die Akathisie wieder weggeht; bei mir hatte es nach einer Weile von alleine aufgehört.

liebe Grüße Arianrhod
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hypomane Reaktion
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Verschiedene Diagnosen: schizoaffektive Psychose, Depression, bipolare Störung, Schizophrenie, dissoziative Identitätsstörung


Erst 2 Jahre Behandlung mit Amisulprid . Zu schnell auf eigene Faust abgesetzt.
Schwere Supersensitivitätspsychose .

Einstellen auf verschiedene Neuroleptika: Haloperidol, Quetiapin, Olanzapin, Risperidon, Paliperidon, Aripiprazol
Außerdem Lorazepam, Promethazin, Chlorprothixen, Melperon, Pipamperon

jahrelang , vieles gleichzeitig und in höchster Dosierung.
u.a. Berentung, 60 kg Gewichtszunahme
seit 2012 Ausschleichen von 800 mg Quetiapin retard innerhalb von 2 Jahren.
Meinen Absetzbericht findet man hier:
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Seit Januar 2014 keine Neuroleptika mehr.

Ich leide seit 3 Jahren unter Nervenschmerzen, Kribbeln und Lähmungen. Bei mir wurde eine Polyneuropathie diagnostiziert und ein Zusammenhang mit NL vermutet - leider nicht beweisbar.

Außer Neuroleptika habe ich zwischenzeitlich auch Oxycodon ( ein Opioid) und Trimipramin nach zweijähriger Einnahme abgesetzt , die ich wegen chronischer Schmerzen verschrieben bekommen habe.
Pregabalin habe ich am 7.9.2016 endgültig ausgeschlichen.

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Re: Akathisie "nur innere Unruhe"?

Beitrag von neuling » Mittwoch, 20.12.17, 10:22

Hallo,

ich halte diese akathisie bald nicht mehr aus.
Gibt's den gar nichts was man tun kann?

Bleibt das für immer?
Kann ja bei NL sein.

Verzweifelte Mary
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Stattdessen Beruhigungstabletten Opipramol bekommen. Zum ausprobieren!


Opipramol 25 mg - 50 mg täglich für ca. 5 Wochen (Ende März 16 bis ca.Ende April 2016) kalt abgesetzt wie Neurologin gesagt hat
Hatte keine Ahnung das so ein Horror folgt
Konnte nicht mehr schlafen, etc. Hab nicht verstanden das es vom absetzen kommen kann.

zunächst Mai 16 Oxacepam 10 mg 2 x, Zopiram 1 x, Tavor 1 mg 1 x, dann nochmal Ende Mai 5 x Oxacepam, Diazepam 1x, Umstellung auf Bromazepam 2mg für ca. 17 Tage mit Mirtazapin zunächst 7,5mg, dann 15 mg

Hatte auch noch eine Vollnarkose in dem Zeitraum.

dann Umstellung auf Mirtazapin 15 mg , Dominal 80 mg (3Tage), Olanzapin 2,5mg (4Tage), Dominal und Olanzapin wieder abgesetzt w/ Unverträglichkeit, stattdessen Mirta und Dipiperon 40mg (für 7 Tage).

Jetzt nur noch Mirtazapin 15 mg alles nur um zu schlafen
17.08.16 Mirta 7,5mg sonst nix schlimme Symptome seit langer Zeit, werde nochmal auf 15 mg gehen

Habe dann wieder auf 7,5mg reduziert
10.9.16 bin auf 0 Mirta gegangen lt.Arzt

Hatte die ganze Zeit auch mit Mirta schlimmste Zustände vermute hab ich nie vertragen

28.9. 16 Psychatrieeinlieferung
haben mir gar nicht zugehört mit den Tabletten in der Vorgeschichte --- Risperdal angesetzt wegen Psychose (kann nicht von den Tabletten sein! )
hab ich nicht genommen
Haldol unter Androhung Gerichtsbeschluss
Habe mich ergeben.
Haldol 2mg früh 4mg abends
Diazepam 10 mg
Dominal zum schlafen 40mg
Ca.4 Wochen lang an 1x Tavor erinnere ich mich
24.10.16 Umstellung auf Risperdal von Haldol
Akineton, Diazepam innerhalb 4Tage
Ab 3.11.Risperdal u.Akineton
Ab 10.11.16 alles abgesetzt und
Oxacepam u.Zolpidem
Dann irgendwann Mirtazapin bis 30mg aufdosiert
Und abilify 5 dann 10 dann 5 dann 3 mg
So bin ich dann entlassen worden.
Ohne Diagnose! !!
Absoluter Wahnsinn was die mit mir gemacht haben .
Aussage : Wir sind ein Fachkrankenhaus vertrauen Sie uns! !
Jetzt heißt es das auf Station wohl nicht SO GUT GELAUFEN IST.
5.1.17 Mirtazapin nach Entlassung auf 15 mg reduziert
Keine Veränderung der Symptome
Abilify alle paar Tage um 0,5 mg reduziert
Ging schief.
Ende Jan 17 Abilify auf 0
Mirta auf 15 mg
22.2.17 Abilify wieder genommen 1mg
Dann 2mg
24.2.17 Abilify 3 mg
16.3.Mirtazapin 7,5 mg
23.3.Mirtazapin lt Arzt auf 0
Seitdem kein Mirta mehr
Abilify reduziert ab 01.04.17 immer um 0,5mg
Von 3 mg auf 0
23.05.17 Abilify 0
Keine Medikamente mehr seitdem.
Aber mir geht es schrecklich.
Nach absetzen Mirta ging es besser und während Reduzierung Abilify auch.
Auf 0 dann wieder Horror vom feinsten.

2.6.17 Abilify 0,5mg lt.Arzt
Ging nicht.
Wieder ohne.
27.6.17 Abilify 0,2mg versuch lt. Forum nach 7 Tage
4.7.17 Abilify auf 0,4mg bis 23.7. durchgezogen keine Besserung.
18.7. Psychosomatische Klinik o Wunder die haben mir geglaubt das das meiste Medikamenten bedingt ist und sie mit mir absetzen.
24.7.Reduzierung auf 0,3mg Abilify
6.8. Reduziert auf 0,2 mg
13.8.reduziert auf 0,1 mg
21.8. Auf 0
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Re: Akathisie "nur innere Unruhe"?

Beitrag von Jofab » Mittwoch, 20.12.17, 11:25

Liebe Mary,

geht mir jetzt genauso. Man kann nichts tun. Es ist nur schrecklich. Tag für Tag. Irgendwann solls besser werden.

LG Ilse
Symptome : beim Erwachen Herzrasen und hoher Puls, innerlich total zittrig, nervös, unkonzentriert,
appetitlos, total desinteressiert, ab Okt.17 plözlich dazu massive Einsamkeitsgefühle und Verzweiflung, die aus dem Bauch zu kommen scheint.
ab abends oft etwas besser
Diagnose : Depression wegen Wechseljahren
Fluoxetin 20mg März 2005 - Sept. 2016 / abgesetzt über 3 Mo. weil es nicht mehr wie am Anfang wirkte. Okt. 16 auf 0

Febr. 17 wieder eindosiert 10 mg, nach 10 Tagen heftigste Beschwerden. Trotzdem lt. Neurologen erhöht auf 20 mg - zusätzlich Diazepam/ aber nur 10 Tage morgens 10 Tropfen. Beschwerden nach Wochen besser, aber keine stimmungsaufhellende Wirkung mehr.
Plötzlich Gefühl, es wird wieder schlechter. ( Tod des Exmannes - mag getriggert haben )
Total in Panik geraten !

Entschieden abzusetzen, wollte keine jahrelange Odysee mit verschiedenen Medikamenten und Klinikaufenthalten, so schlau war ich schon.
leider lt.Neurologen !!! abgesetzt auf 0 : 25. Mai 2017, obwohl ich 2016 beim Absetzen schon
selbst 3 Monate langsam reduziert hatte.
Absolut und blind dem Arzt vertraut.

1. Absetzen : August/Sept.2016 über 8 Wochen 10 mg Fluoxetin, dann jeden 2. Tag, ab Okt. auf 0
keine Beschwerden, nur wieder leicht depressiv (oder Absetzsymptome ??!), Tageslichtlampe

2. Absetzen : 25. Mai 17 von 20 mg auf 0 / 6 Wochen keine Symptome
Anfang Juli : leicht depressiv, total freudlos, aber noch Energie Mitte Juli : Gefühl von Unwirklichkeit - Derealisation
Anfang Aug. : beim Aufwachen wieder Angst, die den Vormittag anhält, aber kein "innerliches"
Zittern - wird aber spürbar von Tag zu Tag schlechter !!!
22.Aug. : beim Aufwachen Herzrasen (Puls 110), hält bis Nachmittags an. Völlig verzweifelt !!!
ab 28.Aug. 1mg Betablocker Bisoproplolfumarat - übel - nach 2 Tagen abgesetzt

ab 22. Aug.17 ca.0,5 mg Fluoxetin eindosiert
ab 6.Sept. 0,75 mg + 50 % !
ab 16. Sept. 0,83 mg + 10 % 3x3 Tropf. Cardiodoron - Ingwer gegen Übelkeit
ab 30. Sept. 0,87 mg + 5 % 3x6 Cardio. / morgens immer noch sehr schlimm
ab 9. Okt. 1 mg + 15 % definitiv schlechter - also zurück
ab 25. Okt. 0,92 mg - 8 %
5. + 6. Nov. Pascoflair 1-1- 0 nicht vertragen, abgesetzt
ab 11.Nov. 0,95 mg + 3 %
ab 14.Nov. 0,92 mg - 3 % zurück
ab 28.Nov. 0,90 mg - 2 % zurück
ab 14.Jan. 0,87 mg - 3 % zurück

neu
seit Nov. 17 Auftreten starker Depressionen, ab 14. Nov. erstmalig Suizidgedanken,
Anfang Dez. zunehmend plötzlich sehr starke Einsamkeits - und Verzweiflungsgefühle
"körperlich" spürbar im Sonnengeflecht - phasenweise auftretend

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