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Liebe ADFDler,

Wir haben eine große Softwareaktualisierung durchgeführt. Im Ideal funktioniert alles wie bevor, nur dass ein paar Details ein wenig anders aussehen. Falls es in den nächsten Tagen doch Probleme gibt, bitte beschreibt was ihr gemacht habt und was nicht so war, wie ihr es erwartet in diesem Thread:

Problemsammlung nach Softwareaktualisierung (Januar 2018)

Vielen Dank für Eure Hilfe.

Euer ADFD Team

Also, ich weiss nicht

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Monalinde
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Also, ich weiss nicht

Beitrag von Monalinde » Samstag, 03.06.17, 18:42

Hallo,

bei mir ist es schon über vier Jahre her, seit ich abgesetzt habe. Außer Tinnitus halten sich die körperlichen Symptome in Grenzen.

Aber die Emotionen! Ich war gestern abend noch bei einem Treffen in einem Biergarten wo es sehr nett war. Ich kam guter Stimmung heim, schlief auch gut und fühlte mich bis heute Nachmittag pudelwohl. Plötzlich kam dann ein plötzlicher Stimmungseinbruch mit Angstzuständen und anschließend depressiven Gedanken. Ich zermartere mir das Hirn, was der Auslöser dafür gewesen sein könnte. Ich finde ihn nicht, er ist einfach da.

Kann es möglich sein, dass nach einem so langen Absetzzeitraum diese Phänomene noch auftreten können ?

Ich bin sehr verunsichert,

Mona
2005 bis 2010 Einnahme von Remergil 7,5 mg und Trevilor bis zu 37,5 mg, ich habe in diesem Rahmen manchmal erhöht und reduziert
2010 bis 2012 Trevilor 37,5 mg ausschließlich,
Dezember 2012 auf Null abgesetzt, ausschleichend alle drei Wochen 10 Prozent der ursprünglichen Dosis

Diagnose: Depression und Angststörung

Seit Dezembe 2012 im protahierten Entzug.

Zahlreiche körperliche Symptome:
(Tinnitus , Speiseröhrenentzündung, Reflux, Schleim im Hals, saures Aufstoßen, Albträume, Durchschlafstörungen, Erschöpfungszustände, Stimmungsschwankungen, Hautausschläge, Angstzustände, Gelenkschmerzen, Schwindel))


2016: Nebenhöhlenentzündung, Schleim im Hals, Stimmungsschwankungen bzw. Neuroemotionen, Tinnitus, noch
leichte Schlafstörungen, lebhafte Träume, die wahrscheinlich meinen Tinnitus triggern, aber keine Albträume
mehr, Schüttelfrost

schneefloeckchen
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Re: Also, ich weiss nicht

Beitrag von schneefloeckchen » Samstag, 03.06.17, 19:19

Hallo Mona!
Ich kann dir nur von meiner Enkelin erzählen.Sie ist fast 7 Jahre ohne ADs Cipralex und hat heute teilweise
aus heiterem Himmel, leichte Verkrampfungen in den Händen oder tippelt von einem Bein aufs andere.
Manchmalauch Panikattaken und Gedankenkarussell im Kopf.Sie ist 25 Jahre alt.Auch positive und schöne Erlebnisse können schnell solche
Auswirkungen haben.
Liebe Grüße Monika
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Seit 1995 Bromazanil 6 mg täglich
Seit 2004 Tramadol 3 mal 40 Tropfen
Seit 2007 Fentanylpflaster 25 mg/h
Seit 2008 Bromazanil 12 mg täglich
November 2010 Psychatrie für 12 Wochen,alles entzogen,dabei 7 Epi`s gehabt
2011 in der Psychatrie 20 mg Citalopram,1 Woche später 40 mg,am Entlassungstag (10.01.2011) erhöht auf 60 mg .Schwere Nebenwirkungen.Psychatrie war die Hölle.
bis 12.06. 2011 Cita genommen.Selbst abgesetzt 60-40-20-10-0,innerhalb von 3 Wochen.Ich dachte ich sterbe.
Juli 2011 Gallen Not-OP
Oktober 2011 3 Wochen Moclobemid,schwere Nebenwirkung,sofort abgesetzt
November 2011 Promethazin 25 mg 1-1-2
Ende Novenmber 2011 Venlafaxin 150 mg ,1 Tablette genommen,Hölle,ich dachte ich verbrenne innerlich.
Januar 2012 3 Tage Opipramol,schwere Nebenwirkung,abgesetzt
Juni 2014 Meine heutige Meditaion : mg Promethazin 1-0-2
Blutdrucktbl. Carmen 10/10 1-0-0
Betablocker 1-0-0
Pantoprazol 20 mg 1-0-0
Symptome:Wie Bleigewicht im Kopf,Kopfschmerzen,Tinnitus,Zungen und Lippenkribbeln,Nackenschmerzen,Nackenversteifung,
Arme und Beine wie gefesselt,Taubheitsgefühl in den Fingern und Füssen,brennen am und im ganzen Körper,Sehstörung,
verkrampfung der Extremitäten,Harndrang,Stuhldrang,Verzweiflung,Weinen,krampfartige Schmerzen im Oberbauch,Blutdrucksprünge,
körperliche Schwäche,Übelkeit,Appetitlosigkeit,Unwirklichkeitsgefühl,DR,Erkältungssymptome,starke innere Unruhe
Alle genannten Symptome mal mehr oder weniger,aber nie weg
18,10,2014 Promethazin 20 mg
27.11.2014 Promethazin 15 mg
24,01 2015 Promethazin 10 mg
13.06.2016 Promethazin 9 mg
11.07.2016 Promethazin 8 mg
28.03.2017 Promethazin 7,5 mg
03.04.2017 Promethazin 8 mg

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Re: Also, ich weiss nicht

Beitrag von Monalinde » Samstag, 03.06.17, 20:40

Hallo Schneeflöckchen,

ich habe mir schon oft gedacht, wie es dir wohl ergehen mag in deiner jetztigen Situation, die ich ja auch durchleben musste. Der Schmerz wird wohl immer bleiben, doch er wird schwächer werden. So meine Erfahrung.

Fast habe ich ein schlechtes Gewissen, dass ich mich immer notgedrungen so viel mit meiner eigentlichen Befindlichkeit befasse ,anstatt an meinen Mann zu denken.

MIch ängstigen diese plötzlichen Schwankungen sehr, weil ich das von früher her nicht so kannte und sie auch nach einer zunächst guten Stimmung plötzlich auftreten. Ich bin dann immer fix und fertig, anstatt die Ruhe zu bewahren. Ist es bei deiner Enkelin mit der Zeit besser geworden?

Du hast mir wirklich etwas die Angst genommen, vielen, vielen Dank und auch dir alles, alles Gute.

Mona
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Re: Also, ich weiss nicht

Beitrag von schneefloeckchen » Samstag, 03.06.17, 22:16

Liebe Mona!
Ja bei meiner Enkelin wird es immer besser,die Abstände werden immer größer.Sie ist wie du immer wieder verzweifelst weil es
immer noch Ausläufer von diesen ADs gibt.auch in Streßsituationen.
Sie geht jetzt schon fast 7 jahre zur Therapie aber die Angstzustände und das Kopfkarussell bekommt sie nicht in den Griff.
Ja Mona wie geht es mir,erlich gesagt ich weiß es selber nicht so genau. Ich gehe in Gedanken mit meinem Mann Abends schlafen
und stehe Morgens mit ihm wieder auf.
Ich trage wie immer meinen Ehering.Wenn ich nur am Friedhof vorbei fahre, laufen mir die Tränen.Ich versuche mich viel abzulenken und die Gedanken
weg zu schieben.Manchmal gehts ,manchmal nicht.Mein Leben fühlt sich im Moment leer an.Dann immer wieder die Symtome vom Entzug dazu.
Ganz erlich manchmal frage ich mich ,warum hat er mich nicht mit genommen.Ich weiß es ist nicht richtig und ungerecht.
Du hast recht es wird noch eine ganze Weile dauern.
Ich weiß auch hätten die Sanis und der Arzt ihn wieder zurück gehohlt, hätte ich einen kompletten Pflegefall gehabt.
Nach 20min ohne Sauerstoff im Gehirn wären viele Schäden geblieben.Deshalb denke ich war es für ihn ein "schöner Tod" wie man so sagt,
aber für mich,na ja. Ich hoffe ich werde es irgendwann leichter nehmen können. Ich danke dir für deine liebe Nachfrage meines Befindens.

liebe Grüße und alles Gute von Monika
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Re: Also, ich weiss nicht

Beitrag von Monalinde » Sonntag, 04.06.17, 10:09

Hallo Moni,


Ja, die vermeintlich Gesunden müssen gehen und wir sind übrig geblieben. Mein Mann war der Fels in der Brandung und ich bin wie eine Fahne im Wind, so meine Vorstellung. Ich kenne das auch, sobald ich am Friedhofstor war, flossen die Tränen, seine Schuhe haben mich unendlich berührt.
Mit dem Ehering das habe ich genauso gehandhabt wie du,ich trug ihn irgendwie aus Trotz bis zu einem Jahr weiter.
Man weiss so gar nicht, was in einem da vorgeht, man handelt einfach. Dann habe ich ihn abgenommen, resignierend und traurig. Er hat eine bleibende Spur in meine m Ringfinger hinterlassen. Und das ist gut so. Vielleicht werde ich einmal beide Ringe tragen, vielleicht!

Es ist schwer, loszulassen und sich neuen Dingen zuzuwenden, besonders wenn man selbst noch gehandicapt ist.

Es gibt aber in meiner Trauergruppe Betroffene, die sich jetzt nach etwa zwei Jahren aufmachen, neue Wege zu beschreiten. Das fängt damit an, dass sie sich auf Reisen begeben, allein, hie und da mal eine Kontaktanzeige lesen, darüber nachdenken, wie es mit einem neuen Partner wäre.

Ich bin von so etwas weit entfernt, ich bin froh, wenn ich den Alltag einigermaßen überstehe und diesen Schwankungen einigermaßen begegnen kann. Heute ist ohnehin nicht mein Tag. Da hilft nur Couch, wenn überhaupt.

Dass es bei deiner Enkelin besser wird, gibt mir wieder einen Funken Hoffnung, ich brauche ihn dringend, aber damit bin ich nicht allein.

Ich wünsche dir von Herzen, dass es bei dir vorangeht, denn deine Entzugssymptome sind ganz gewiss auch nicht ohne.

Mona














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