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Umgang mit Konzentrationsstörungen

Antworten
Mango
Beiträge: 27
Registriert: Mittwoch, 10.02.16, 16:53

Umgang mit Konzentrationsstörungen

Beitrag von Mango » Mittwoch, 27.09.17, 12:20

Hallo liebes Forum,

vielleicht hat der ein oder andere einen Tipp was Ihr im Entzug gegen Konzentrationsstörungen gemacht habt, beziehungsweise was euch geholfen hat.
Nachdem ich mein AD im Juni wegen massiver Nebenwirkungen nicht mehr verschrieben bekommen habe und ein neues Einsetzen sollte, habe ich diesem ewigen hin und her ein Ende gesetzt. Nach über 14 Jahren Medikamenten habe ich einfach keine Lust mehr auf diese permanente auf und ab Achterbahnfahrt und werde nie wieder Psychopharmaka anrühren.
Es ist gerade milde ausgedrückt sehr sehr unangenehm, aber ich bin der festen Überzeugung dass es der richtige weg ist.
Nachdem ich sie nicht mehr verschrieben bekommen habe, habe ich die letzten Tabletten zum abdosieren verwendet (ich weiß, viel zu schnell, aber was hätte ich machen sollen... und ein Termin bei einem neuen Psychiater zu bekommen hätte mehrere Monate gedauert) und nehme seit Mitte Juli 2017 nichts mehr. Nach 2 Wochen hypomanischer Phase, kamen Brainzaps, massive Angstzustände, anhaltende Trauer.
Ich habe wie in dem Buch "Was die Seele essen will" für ein paar Wochen angefangen Tryptophan zu nehmen. Diese haben mich allerdings Apathisch gemacht. Deswegen verzichte ich auch auf alle Neurotransmitter Precursor. Dieses dauernde etwas zuführen lässt IMO nie eine Nachregulierung des Gehirns zu.
Momentan plagen mich massive Ängste (ich hoffe das kommt wirklich aus dem Entzug) ,massive Sehstörungen und starke Konzentrationsprobleme. (Ängstliche Gedanken, Autoaggressive Gedanken, Gedanken von Hoffnungslosigkeit (diese aber nicht so häufig), Kontrollverlust)
Ich kann mich davon sehr häufig wieder runter bekommen, allerdings den Blick nach aussen zu werfen und aus der Selbstbeobachtung raus zu kommen fällt mir sehr schwer.
Mir graut vor allem von jeglicher Art von Meetings in der Arbeit, hier fällt mir die Konzentration ganz besonders schwer, ich schweife ab, und rutsche dann in eine Art Selbstabwertung dass ich mich nicht mal mit wichtigen Themen wie meinem Projekt beschäftigen kann.

Habt Ihr irgendwelche Tipps und Erfahrungen wie Ihr vermehrt wieder den Blick nach Aussen richten und die Konzentration Schulen könnt ?
Auch wenn es wahnsinnig unangenehm ist, bin ich froh es trotzdem gemacht zu haben.
Ich mache Körperpsychotherapie (Somatic Experiencing)
Dort geht es wie bei den meisten Traumapatienten um die Integration des fühlens. Durch die Medikamente war (was ich immer mehr merke) diese Art der Therapie schlicht und ergreifend sinnlos.

Für jede kleine Hilfe bin ich sehr dankbar :party:

Ganz liebe Grüße

Mango
2003-2004 Trevilor ; Solian (hohe Dosis)
2004-2005: Citalopram , Risperidon (auch in gefühlter hoher Dosis)
ab Ende 2005 : 400 mg Quetiapin , 40 mg Fluoxetin mit Symptombesserung
ab 2006 : 300 mg Quetiapin, 40 mg Fluoxetin
am 2007 : 200 mg Quetiapin, 40 mg Fluoxetin
am 2009 : 100 mg Quetiapin, 40 mg Fluoxetin
am 2010 : 50 mg Quetiapin 40 mg Fluoxetin
2010 : nach anhaltender Erschöpfung und Müdigkeit Aufenthalt in der Schlafklinik : Diagnose Narkolepsie
ab 2010 : 50 mg Quetiapin, 40 mg Fluoxetin, 100 mg Modafinil
ab 2011 : 50 mg Quetiapin, 20 mg Fluoxetin, 200 mg Modafinil
ab 2013 : 25 mg Quetiapin 20 mg Fluoxetin, 200 mg Modafinil
ab 2014 : 25 mg Quetiapin, 200 mg Modafinil
Fluoxetin erfolgreich abgesetzt : Absetzsymptome -> u.a. Verstärkung Depressivität und Anspannung , Stromschläge , Schlaflosigkeit, Schreckhaftigkeit, Verbesserung der Absatzsymptome nach ca. 8 Wochen
Ab 2015 : 25 mg Seroquel, 200 mg Modafinil , Nahrungsergänzungsmittel : 5HTP
Mitte 2015 : Vergessen von Seroquel im Urlaub (hatte nur die halbe dosis dabei) Jeden zweiten Tag 1 Tablette.
Begeistert vom Gefühl ohne Seroquel : Absetzen der 25 mg über die nächsten Wochen (in einer ganz ganz dummen Lebenssituation ->Tod eines Familienmitglieds, Ende der Borderlinebeziehung und Bewegung am Belastungslimit)
Seit November 2015 : wieder 25 mg Seroquel , auf Bedarf 100 mg Modafinil , 5-Htp
Seit Dezember 2015 : zusätzlich 10000 IE Vitamin D3+Vitamin K2
Seit Januar 2016 : Reduktion auf 18,75 mg Seroquel , auf Bedarf 100 mg Modafinil , 5-Htp, Vitamin D3+Vitamin K2
Anfang März von 18.75 mg auf 15 mg Seroquel
Anfang April von 15 mg auf 13.5 mg Seroquel
Mitte April : von 13.5 mg auf 12.5 mg Seroquel
Mai : 18,75 mg Seroquel
Juni : 25 mg Seroquel
Dezember : 25 mg Seroquel + 2.5 mg Abilify
Januar 2017 : Abilify 2.5 mg
März 2017 : Abtausch von von Abilify gegen 20 mg Escitalopram (in 1 Monat aufdosiert)
Juni 2017 : kein weiteres Verschreiben von Escitalopram wegen massiver Nebenwirkungen (3 Monate max. 3h Schlaf/Nacht; massives Brennen der Fusssohlen) ; Daraufhin verordnen einen neuen ADs; dieses habe ich nicht mehr bei der Apotheke abgeholt; das Medikamente auf/ab muss jetzt ein Ende finden

Eva
Beiträge: 1928
Registriert: Sonntag, 23.07.17, 13:47

Re: Umgang mit Konzentrationsstörungen

Beitrag von Eva » Mittwoch, 27.09.17, 12:59

Hallo,

auch ich kenne es ähnlich, bin - allerdings nach längerer "Doppel"-Benzo-Einnahme - konfuser und unkonzentrierter und hatte auch schon ein paar Gedächtnislücken.

Leider geraten wir aus der daraus entstehenden Unsicherheit heraus rasch in eine verstärkte Selbstbeobachtung, und so entsteht dann leicht ein Teufelskreis. Ich vermeide also möglichst eine übermäßig auf mich selbst gerichtete Aufmerksamkeit sowie Horrorbilder und -vorstellungen, um die Ängste nicht noch zu forcieren. Außerdem sage ich mir immer wieder, wie regenerationsfähig das Gehirn ist und dass wir ihm viel Zeit geben müssen, und zwar mehr als gedacht: Hier wird oft von Jahren der allmählichen Erholung berichtet.

Zum L-Tryptophan kann ich auch noch etwas beisteuern. Ich habe vor den Benzos damit meine extreme Schlaflosigkeit bekämpft. Mir war das aber nie ganz geheuer, also ging ich schließlich im Netz auf die Suche und fand heraus, dass es überhaupt noch keine wirklich ernsthaften und verwertbaren Langzeitstudien zur regelmäßigen Tryptophan-Einnahme zu geben scheint. Außer dem gefährlichen Serotoninsyndrom, das durch ein Übermaß entstehen kann, ist wenig bekannt - vielleicht aber auch nur noch nicht ausreichend erforscht.

Behauptet werden kann bekanntlich viel, am eigenen Leibe erfahren steht auf einem ganz anderen Blatt. Ich halte mich nun lieber vor den als harmlos eingetuften Aminosäure-Ergänzungen fern.

Super ist, und ich freu mich mir Dir, dass Du auf Null bist!

Liebe, ermutigende Grüße,
Pons
Zolpidem und Bromazepam aus dem Niedrigdosisbereich abgesetzt.

Mango
Beiträge: 27
Registriert: Mittwoch, 10.02.16, 16:53

Re: Umgang mit Konzentrationsstörungen

Beitrag von Mango » Mittwoch, 27.09.17, 13:29

Danke!
Ja, man lässt sich gerade durch soviel positive Rezensionen wie auf Amazon verleiten Tryptophan einfach mal zu probieren.
Gegen meine Schlafstörungen hat es auch super geholfen. Aber leider nicht frei von NW. Und mal angenommen, ADs verursachen einen Mangel an Serotonin Rezeptoren duch Rückregulation ,macht es ja IMO wenig Sinn das Gehirn wieder mit Serotonin zu fluten.
Ist ja dann, auch wenn "natürlicher" ,auch wieder nen eingriff in die normale Funktionsweise.
Danke für deine Worte. Ich muss mich einfach in Geduld üben und mir etwas suchen um meine Konzentration wieder zu schulen (Teilweise schon mal nen abdrifter in Gesprächen) und den Blick vom Innen wieder vermehrt ins außen zu richten.
Dir auch weiterhin viel Erfolg !
2003-2004 Trevilor ; Solian (hohe Dosis)
2004-2005: Citalopram , Risperidon (auch in gefühlter hoher Dosis)
ab Ende 2005 : 400 mg Quetiapin , 40 mg Fluoxetin mit Symptombesserung
ab 2006 : 300 mg Quetiapin, 40 mg Fluoxetin
am 2007 : 200 mg Quetiapin, 40 mg Fluoxetin
am 2009 : 100 mg Quetiapin, 40 mg Fluoxetin
am 2010 : 50 mg Quetiapin 40 mg Fluoxetin
2010 : nach anhaltender Erschöpfung und Müdigkeit Aufenthalt in der Schlafklinik : Diagnose Narkolepsie
ab 2010 : 50 mg Quetiapin, 40 mg Fluoxetin, 100 mg Modafinil
ab 2011 : 50 mg Quetiapin, 20 mg Fluoxetin, 200 mg Modafinil
ab 2013 : 25 mg Quetiapin 20 mg Fluoxetin, 200 mg Modafinil
ab 2014 : 25 mg Quetiapin, 200 mg Modafinil
Fluoxetin erfolgreich abgesetzt : Absetzsymptome -> u.a. Verstärkung Depressivität und Anspannung , Stromschläge , Schlaflosigkeit, Schreckhaftigkeit, Verbesserung der Absatzsymptome nach ca. 8 Wochen
Ab 2015 : 25 mg Seroquel, 200 mg Modafinil , Nahrungsergänzungsmittel : 5HTP
Mitte 2015 : Vergessen von Seroquel im Urlaub (hatte nur die halbe dosis dabei) Jeden zweiten Tag 1 Tablette.
Begeistert vom Gefühl ohne Seroquel : Absetzen der 25 mg über die nächsten Wochen (in einer ganz ganz dummen Lebenssituation ->Tod eines Familienmitglieds, Ende der Borderlinebeziehung und Bewegung am Belastungslimit)
Seit November 2015 : wieder 25 mg Seroquel , auf Bedarf 100 mg Modafinil , 5-Htp
Seit Dezember 2015 : zusätzlich 10000 IE Vitamin D3+Vitamin K2
Seit Januar 2016 : Reduktion auf 18,75 mg Seroquel , auf Bedarf 100 mg Modafinil , 5-Htp, Vitamin D3+Vitamin K2
Anfang März von 18.75 mg auf 15 mg Seroquel
Anfang April von 15 mg auf 13.5 mg Seroquel
Mitte April : von 13.5 mg auf 12.5 mg Seroquel
Mai : 18,75 mg Seroquel
Juni : 25 mg Seroquel
Dezember : 25 mg Seroquel + 2.5 mg Abilify
Januar 2017 : Abilify 2.5 mg
März 2017 : Abtausch von von Abilify gegen 20 mg Escitalopram (in 1 Monat aufdosiert)
Juni 2017 : kein weiteres Verschreiben von Escitalopram wegen massiver Nebenwirkungen (3 Monate max. 3h Schlaf/Nacht; massives Brennen der Fusssohlen) ; Daraufhin verordnen einen neuen ADs; dieses habe ich nicht mehr bei der Apotheke abgeholt; das Medikamente auf/ab muss jetzt ein Ende finden

Flummi
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Re: Umgang mit Konzentrationsstörungen

Beitrag von Flummi » Donnerstag, 01.02.18, 10:55

Hallo,
Ich merke nach dem letzten Reduzieren gerade Gedächtnisstörungen bei mir. Einerseits sind die Störungen nicht so schön, aber schlimmer empfinde ich, dabei "erwischt" zu werden. Auf Arbeit geht es, aber die unregelmässigen Wochenabläufe bei meinem Mann kann ich mir oft nicht merken.
Das tut mir dann einfach leid und hoffe, es passiert nicht wieder. Ich weiss leider auch Grad nicht, was hilft, als sich vieles aufzuschreiben.Hat jemand gerade ähnliche Probleme?
Liebe Grüsse,
Claudia
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Re: Umgang mit Konzentrationsstörungen

Beitrag von Ululu 69 » Donnerstag, 01.02.18, 21:03

Hallo Mango,

ich denke auch, dass aussitzen leider der bessere Weg ist, so schwer das auch sicher ist.
Ich bin im Moment schrecklich verpeilt. :zombie:
Ich setze ja mein Mirtazapin mit der Wasserlösmethode ab. Und was soll ich sagen, ich bin ernsthaft zu blöd dafür. :o
Letztens habe ich schön brav meine Tabletten aufgelöst und dann alles getrunken.
:frust:
Und eben habe ich aus Versehen meinen Betablocker aufgelöst. :rotfl:
Oh Mann, was soll aus mir werden ? :?

LG Ute
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