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Re: Neuro-Emotionen beim Absetzen

Verfasst: Montag, 23.10.17, 11:46
von Stud_psych
Hallo Katharina,

Vielen Dank für deinen Beitrag. Ich habe gestern auch einfach versucht mein Leben zu leben und ich denke, dass hat mir ganz gut geholfen.

Es ist einfach nur schwer, mit dieser Unsicherheit zu leben, die aus einem selbst kommt.

Ich wünsche dir auch viel viel Kraft!

Re: Neuro-Emotionen beim Absetzen

Verfasst: Montag, 23.10.17, 23:09
von Katharina
Lieben Dank, lieber Stud Psych !

Genau das ist auch für mich das Beste, Schritt für Schritt mit Scheuklappen mein Leben führen, mit Pausen.

Okay,da seit ihr, Symptome.
Ich mach euch den Einkauf knapp wenn es nicht so voll ist, organisiere mich, weiß wo alles steht.
Danach geht es wieder nach euren Bedürfnissen, die ich nie richtig kapiere
aber wir kriegen den Tag schon rum.

Nur für heute, heißt die Regel.
nur für heute.
nicht zurück schauen nicht auf morgen, wenn möglich, jetzt.
Ich kann nur jetzt.
Schritt für Schritt.


Jemand anderes beschreibt es wie wie hier oder wie viele auch im Forum:

".......es ist als sei dort ein Kippschalter.
Ich befinde mich entweder auf der einen Seite
oder auf der anderen.

Nur: dieser Kippschalter bedient sich selber. -
keine ( bisher bekannte ) Macht der Welt lässt ihn mich bedienen.
Ich kann ihn nicht betätigen.

Ich befinde mich im Grauen, und über diesen
äußerst befremdlichen Zuständen, die ich in meinen schlimmsten Lebensphasen nicht hatte
liegt die große Angst.
Mit großer Berechtigung.

Denn wen würden Zustände / Befindlichkeiten / Wellen / Neuro-emotionen
wie hier beschrieben,
nicht ( zu Tode ) ängstigen? ..... ".

Oft denke ich, man glaubt uns nicht - oder selten -
weil nicht sein darf, was nicht sein kann.

Vegessen wir nicht, was für eine Angst es für viele bedeutet wenn das Wort
'Psychiatrie' fällt.

Das herrscht das Unsichtbare, das Un-fassbare.
Da herrscht das, ja .... könnte mir "das da" nicht auch vielleicht begegnen....
hat nicht der Nachbar neulich irgend so etwas verlauten lassen..
zombie- Medikamente etc uvm
nix wie weg.


Lieber Orthopädie, ein dicker Gips.
alles klar, ok, kein Problem.
Selbst wenn der Bruch nicht gut zusammen wächst.
Rollator, selbst Rollstuhl.
Gibt es in allen Farben.

Und dennoch verzeihe ich denen nicht, denjenigen
denen etwas an uns liegt ( )
sich nicht zu informieren
keine Angehörigen Selbsthilfe auf zusuchen.

Dort könnte die Angst der Angehörigen gemildert werden etc
hingegen wird der Versuch nicht unternommen.

Und das in einem Land voller Selbsthilfe - Gruppen
Internet Gruppen.
Info wie nie zuvor, anonym, wer sich schämt.

Sondern sie verlassen uns . -

( mich meidet man gerade:
ich bin nicht wie sonst,
ich gebe nix. -
Ich setze nur einen Fuß vor den anderen.
Meinen Fuß.
Egoistisch, nicht wahr?
Auf Kosten des Staates. )


wenn wir uns nicht hätten hier...

alles Gute, Stud Psych :hug:
schlafe gut,
Katharina

Re: Neuro-Emotionen beim Absetzen

Verfasst: Freitag, 24.11.17, 18:03
von orco500
Hm Hallo,

ja, könnte passen, dieses Überreagieren ohne die Chance sich zu beruhigen.

Weiss nun aber nicht so recht, sind das nicht Ängste, die mich dann überreagieren lassen und so wie heute morgen exxxtrem reizbar/aggressiv werden lassen?

Hmm...

Fragen über Fragen, keine eindeutigen Antworten möglich...

Schönen Abend (falls Euch möglich)

Re: Neuro-Emotionen beim Absetzen

Verfasst: Freitag, 24.11.17, 20:03
von Katharina
Hallo Orco !

Orco, Ich bin manchmal ganz friedlich,
plötzlich passiert etwas:

neulich ist mir einen Ring zu Boden gefallen
ich sah ihn nicht
ich fand ihn nicht;

ich bin derArt aggressiv hoch geschossen
meine Gefühle wie es für mich unvorstellbar ist

ich hätte durch die Wände jagen können.

ebenso verhält es sich mit Angst,
ich bin ganz ruhig und mache etwas nichts besonderes
schlagartig kommt eine Sorge wie ein Blitz herein

das ist nicht mein normales Sein
sondern meine Medikamenten Situation

im wahren Leben habe ich so gut wie gar keine Angst

ich bin die einzige die draußen sitzt wenn alle schlafen
jeder könnte von der Straße durch die Grundstück Türen hindurch dringen
durch ein kräftiges drücken
und könnte mich auf meinem Balkon überfallen
niederschlagen
in meine Wohnung eindringen
alles mögliche dort anrichten

ich habe diese Angst Gedanken nicht

diese Gedanken kommen mir nicht

ich sitze jeden Abend als einzige draußen zu einer bestimmten späten Stunde

ich habe keine Angst im wahren Leben
deswegen nenne ich diese großen, fast abartigen Zustände
wie Aggression
Verzweiflung
Wut
Hass
künstliche Gefühle

manchmal schaffe ich es kaum mich wieder herunter zu holen
und dann kommt ein neuer Tag

viel Kraft für dich Orco,das Forum trägt -
vertraue, es wird besser so ätzend das klingt

von Herzen Katharina

Re: Neuro-Emotionen beim Absetzen

Verfasst: Montag, 01.01.18, 13:08
von Josy
Liebe Leute,
Nach einem gescheiterten reduzier Versuch plangen mich Neuroemotionen. In die ganz negative Richtung, Verzweiflung, Sinnlosigkeit, Gedanken dem ein Ende zu setzen. In diesen Wellen hab ich nichtmal mehr Gefühle für meine Kinder. Ist das normal? Es verunsichert mich sehr und ich kann es nur schwer aushalten.

Glg Josy

Re: Neuro-Emotionen beim Absetzen

Verfasst: Samstag, 20.01.18, 23:44
von Veilchenwien
Hallo, ich bin ganz neu hier im Forum. Danke für diesen interessanten Thread.
Das mit den Neuroemotionen kenne ich auch. Gefühle, die oft total plötzlich da und extrem heftig sind und trotzdem nicht zu mir zu gehören scheinen. Im Nachhinein unangebracht, zu heftig, für andere verletzend oder befremdend. Und so Bemerkungen wie "das kommt aus deiner Kindheit, du brauchst unbedingt Therapie". Dabei WEISS ich, dass meine Kindheit nichts damit zu tun hat. (Naja, alles hat natürlich mit mir zu tun). Aber nicht in dem Ausmass. Besonders schlimm für mich ist Angst und Wut. Tröstlich, dass auch andere mit Citalopram diese Erfahrungen machen.
Liebe Grüße

Re: Neuro-Emotionen beim Absetzen

Verfasst: Mittwoch, 21.02.18, 21:33
von Mayborr
Mein Hausarzt war zumindest auf dem richtigen Weg, als er sagte, dass er sich sehr sicher sei, dass meine Angstattacken nicht psychisch, sondern neuronal getriggert werden. Nur sein Vorschlag, dass man dagegen erneut ein SSRI verabreicht, weil es eben eine „endogene Depression“ sei, war wohl Unsinn.

Re: Neuro-Emotionen beim Absetzen

Verfasst: Samstag, 03.03.18, 0:34
von Guglhupf
Hallo ihr Lieben :)

Auch ich kenne das nur zu gut. Katharina :) du hast das toll beschrieben, ich erkenne mich genau in deinen Worten wieder. Man weiß nicht woher das kommt und in dem Moment ist rationales denken nicht möglich, auch wenn man weiß, dass es gerade unpassend oder man in einer intensiven Angstphase gefangen ist.

Mir ging es gerade heute Nachmittag wieder so. Ich fühlte mich innerlich unruhig, unsicher, ängstliche Gedanken drängten sich ständig auf. Das dauerte gute 2,3 Stunden. Habe dann diese Phase verschlafen und kurz nach dem Aufwachen war der Spuk vorbei und ich wieder klar. Dann macht alles wieder Sinn und Spaß, was vorher ganz aussichtslos oder uninteressant schien.

Manchmal bin ich mir unsicher, ob das ernsthafte Beschwerden sind oder nur Neuroemotionen. Dann merke ich einen erhöhten Puls, Kribbeln und Hitze im Schulterbereich und ich freue mich fast über diese Bestätigung, dass es 'nur' die Angst ist.

Das sind aber auch die Phasen, die ich vor der Einnahme nicht hätte. Dagegen ist die Grunderkrankung bei mir ein Spaziergang.

Viele Grüße
Anna :group:

Re: Neuro-Emotionen beim Absetzen

Verfasst: Samstag, 03.03.18, 6:04
von Katharina
Guten Morgen, liebe Anna!

Genau, ich wache auf um diese Zeit, heute gleich sauer und wütend, Herz rast oder es bebt im Brustraum und Oberarmen, wie ein inneres Flattern, ko, raus durchlüften, etwas zu essen mit an das Bett, Gottfroh gleich weiter schlafen zu können. Es ist zu warm zu kühl, Husten Nase zu: Körper im Stress.
Das der das tagtäglich so mit macht, ist schon toll.
Es gibt mir immer mehr zu verstehen, weshalb man soviel Ruhe geben muss, wie möglich. Da arbeitet es auf Hochtouren.

Gleich wird es besser.

Ich wünsche Dir ein schönes Wochenende, Anna!

Gruß,
Katharina