Hinweis: hier klicken zum Schließen dieser Ankündigung ->
Liebe ADFDler,

Wir haben eine große Softwareaktualisierung durchgeführt. Im Ideal funktioniert alles wie bevor, nur dass ein paar Details ein wenig anders aussehen. Falls es in den nächsten Tagen doch Probleme gibt, bitte beschreibt was ihr gemacht habt und was nicht so war, wie ihr es erwartet in diesem Thread:

Problemsammlung nach Softwareaktualisierung (Januar 2018)

Vielen Dank für Eure Hilfe.

Euer ADFD Team

Meine Erfahrung mit Cipralex

Stell Dich bitte hier vor, wenn Du Probleme mit Psychopharmaka hast, Infos brauchst oder noch nicht weißt, ob Du abdosieren solltest.
:schnecke: Bitte lies unsere Forenregeln, bevor Du Dich registrierst.
Antworten
peter070476
Beiträge: 1
Registriert: Dienstag, 13.02.18, 20:18
Danksagung erhalten: 5 Mal

Meine Erfahrung mit Cipralex

Beitrag von peter070476 » Dienstag, 13.02.18, 21:31

Hallo liebe ADFDler,

ich möchte hier meine Erfahrungen mit Cipralex mit Euch teilen, in der Hoffnung, dass manchen die Hölle die ich mitgemacht habe erspart bleibt.
Mir wurde vor ca. 5 Jahren von meinem Psychater Cipralex 10mg verschrieben, aufgrund einer "generalisierten Angststörung".

Seit dieser Zeit habe ich Cipralex regelmäßig genommen und muß sagen, dass sich mein Leben durchaus zum Positiven gewendet hat.

Leider haben dann im Sommer 2016 meine Probleme angefangen, von denen ich zunächst nicht wußte, dass diese mit Cipralex zusammenhängen. Erst nach langer Recherche im Internet ging mir langsam ein Licht auf. Ärzte haben mir leider überhaupt nicht geholfen.

1. Sommer 2016 Haarausfall am Kopf und Bart.
2. Sommer 2016 ständiges zucken des Augenlides.
3. Winter 2016/17 Probleme beim entleeren der Blase und ständiger Harndrang.
4. Frühjahr 2017 Muskelzucken am ganzen Körper inklusive Gesicht.
5. Einschlafende und taube Extremitäten

All diese Symptome sind von den verschiedensten Ärzten begutachtet worden und keiner kam auf die Idee, dass es etwas mit Cipralex zu tun haben könnte. Alles meinten...das wird schon wieder...ist nocht so schlimm.

Leider habe ich aufgrund meiner Situation meinen Beruf an den Nagel hängen müssen, weil ich nur noch von einem Arzt zu anderen gerannt bin und keinen Nerven mehr hatte arbeiten zu gehen. Daraus folgte ein Krankenstand von fast einem Jahr mit immer wieder aufkommenden depressiven Verstimmungen.

Nun habe ich im November 2017 angefangen Cipralex abzusetzen und bin mittlerweile bei 2,5mg.

Hier sind die Absetzerscheinungen, die ich "durchlitten" habe:

1. Brain Zaps (vor allem in der Nacht)
2. Schlaflosigkeit, bis hin zur völligen Erschöpfung
3. Kribbeln in Beinen und Unterkörper
4. Schwindel
5. Stechen auf der Haut, wie von heißen Nadeln
6. Panikattacken
7. Angstzustände und Depression
8. Durchfall, Magen und Darmkrämpfe, Blähungen
9. Stechen im Darmbereich
10. Restless Leg Syndrome
11. Trockene, gereizte Augen

Nachdem ich nun bei 2,5mg angelangt bin, ist zumindest einmal das Zucken der Augenlider vorbei.
Das Muskelzucken ist ein wenig besser geworden....

Nachdem ich bei vielen Ärzten um Hilfe gebeten habe und keine Antorten bekommen habe, habe ich nun eine Apothekerin gefunden, die mich zumindest versteht und die mir auch einige Tipps gegeben hat.

Ganz wichtig ist es, Vitamin B zu nehmen und eine bestimmte Art von Aminosäure, die alle in dem MEdikament "Sunny Soul" enthalten sind. Seit ich dieses "Pflanzliche" Medikament nehme, sind die Brain Zaps in der NAcht besser geworden. Außerdem ist es wichtig, Melotanin zum Schlafen einzunehmen, da der Körper dies im Entzug scheinbar nicht zur genüge selbst produzieren kann. Hier gibt es das Medikament "EasySleep" mit Baldrian und Melotanin. Außerdem ist laut meiner Apothekerin auch Magnesiumcitrat sehr wichtig, da das Cipralex dies auch dem Körper entzieht.

Weiter mach ich 3mal die Woche Ausdauersport, was auch zu einer Verbesserung der Gemütslage beiträgt.

Ich hoffe, dass das weitere Absetzen funktioniert, da ich endlich wieder ein "normales" Leben führen möchte, auch wenn ich weiß, dass das noch eine Zeit lang so gehen wird.

Ich habe außerdem an den Hersteller von Cipralex, die Firma Lundbeck geschrieben, ob sie einen Arzt kennen, der sich mit Abestzerscheinungen auskennt. Leider konnten man mir hier nicht helfen. Auf eine Frage nach einer Ansprechperson bei Beschwerden, wurde mir per Mail der Beipackzettel geschickt... (wirklich lächerlich).

Ich verstehe, dass Medikamente nicht immer das Gelbe vom Ei sind. Aber ich bin unglaublich wütend auf die Pharmaindustrie, die solche Medikamente in den Umlauf bringt und dann nicht über alle Nebenwirkungen aufklärt und den Ärzten, die diese Medikamente verschreiben auch keine vollen Informationen an die Hand gibt....

Ich hoffe Ihr habt es leichter mit dem Absetzen. Bei mir war sicherlich der lange Einnahmezeitraum über 5 Jahre ein Beitrag zu den Problemen die ich nun habe.

LG
Wolfgang
Folgende Benutzer bedankten sich beim Autor peter070476 für den Beitrag (Insgesamt 5):
JamiepadmaMurmelineSommersprosseyberion45

Gwen
Team
Beiträge: 992
Registriert: Donnerstag, 12.01.17, 12:31
Hat sich bedankt: 1017 Mal
Danksagung erhalten: 2231 Mal

Re: Meine Erfahrung mit Cipralex

Beitrag von Gwen » Mittwoch, 14.02.18, 9:24

Hallo Wolfgang,

herzlich Willkommen hier im Forum!
Ich habe Deinen Beitrag in " hier bist Du richtig" verschoben, da Du ja neu bist und noch mitten im Absetzen steckst.
peter070476 hat geschrieben:
Dienstag, 13.02.18, 21:31
Nun habe ich im November 2017 angefangen Cipralex abzusetzen und bin mittlerweile bei 2,5mg.
In welchen Schritten hast Du abgesetzt?
Hast Du Dich schon ein wenig hier eingelesen? Hier ein Link zu den Informationen zum Absetzen von Antidepressiva viewtopic.php?f=18&t=12880

Die vielen Absetzsymptome die Du hattest sprechen dafür, dass Du zu schnell und zu großschrittig vorgegangen bist. Wir empfehlen hier immer nur eine Reduktion um 5-10% und dann eine Pause von 4-6 Wochen, damit der Körper Zeit hat, sich anzupassen.
Je nachdem, wie Deine Symptome momentan ausfallen, würde ich Dir zu zu einer entsprechenden Pause raten. Und zum klrinschrittigeren Vorgehen, da SSRI gerade im niedrigen Dosisbereich noch sehr potent sind.
peter070476 hat geschrieben:
Dienstag, 13.02.18, 21:31
Ganz wichtig ist es, Vitamin B zu nehmen und eine bestimmte Art von Aminosäure, die alle in dem MEdikament "Sunny Soul" enthalten sind. Seit ich dieses "Pflanzliche" Medikament nehme, sind die Brain Zaps in der NAcht besser geworden. Außerdem ist es wichtig, Melotanin zum Schlafen einzunehmen, da der Körper dies im Entzug scheinbar nicht zur genüge selbst produzieren kann. Hier gibt es das Medikament "EasySleep" mit Baldrian und Melotanin. Außerdem ist laut meiner Apothekerin auch Magnesiumcitrat sehr wichtig, da das Cipralex dies auch dem Körper entzieht.
Schön, dass Du gute Erfahrungen mit der Einnahme der Dir empfohlenen Präparate machen konntest. Hier im Forum zeigt sich jedoch, dass viele Vitamin-Mann oder Mineralstoffpräparate im Entzug nicht gut vertragen werden. Daher ist unser Rat hier immer, möglichst keine Komplexpräparate einzunehmen sondern nur die Einzelsubstanzen und diese auch erst sehr vorsichtig anzutreten. Bei Komplexmitteln ist nicht zu ersehen, welcher Wirkstoff verträglich oder eben unverträglich ist.
peter070476 hat geschrieben:
Dienstag, 13.02.18, 21:31
Ich hoffe, dass das weitere Absetzen funktioniert, da ich endlich wieder ein "normales" Leben führen möchte, auch wenn ich weiß, dass das noch eine Zeit lang so gehen wird.
Lies Dir hier Mal die Grundlageninformationen durch, da wirst Du einige Hinweise finden, wie Du das weitere Absetzen möglichst schonend gestalten kannst.

Und leg bitte noch eine Signatur an. Dann kann jeder der Dir schreibt die wichtigsten Infos gleich auf einen Blick sehen. Geh dazu auf deinen Namen oben rechts, dann auf Persönlicher Bereich, dort auf Profil und Signatur ändern.

Viele Grüße Gwen
Folgende Benutzer bedankten sich beim Autor Gwen für den Beitrag (Insgesamt 5):
padmaUlulu 69SommersprosseMurmelineSeventhWave
Diagnose: schwere rezidivierende Depressionen
Escitalopram: aktuell 2,25mg (31.01.2018)
► Text zeigen
Hinweis:
Das Team sorgt für die Rahmenbedingungen im Forum und organisiert den Austausch. Ansonsten sind wir selbst Betroffene und geben vor allem Erfahrungswerte weiter, die sich aus unserer eigenen Geschichte und aus Erfahrungen anderer ergeben haben.

Antworten