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Jamies Erfahrungsbericht: Sertralin / SSRI- induzierte Akathisie

Sammlung von Erfahrungsberichten mit Psychopharmaka.
Jamie
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Jamies Erfahrungsbericht: Sertralin / SSRI- induzierte Akathisie

Beitragvon Jamie » Mittwoch, 30.11.16, 21:33

 ! Nachricht von: Jamie
Hinweis: Dieser Bericht wurde auch in den Thementhread zur Akathisie angefügt (Hintergrundinformationen)
viewtopic.php?f=6&p=169162#p169038



Hallo.

Auch ich möchte einen Erfahrungsbericht beisteuern.

Es war das Jahr 2005 / 2006 und ich inmitten meiner Magister-Prüfungs-Vorbereitungen an der Uni, als sich mein psychischer Zustand und meine Schlafstörungen weiter verschlechterten, sodass ich in heller Verzweiflung meine Neurologin aufsuchte.
Ich merkte, es ging alles den Bach herunter und ich raste sehenden Auges auf den Abgrund zu, konnte es aber nicht stoppen.

Es folgte ein Feuerwerk an Psychopharmaka; jede Woche saß ich erneut als Notfall, verheult, verquollen und kaum noch eines geraden Gedankens mächtig in der Praxis und musste berichten, dass das nächste Medikament wieder nicht geholfen hatte, sondern stattdessen unaushaltbare Nebenwirkungen (zumeist explosionsartige Unruhe und Panik) eingetreten waren, was für jemanden, der nachts kaum noch 2 Stunden Schlaf findet und dessen Körper 24/7 unter Strom steht, einfach ein GAU mit Ansage ist.

Da zu dieser Zeit auch nicht bekannt war, dass ich paradox auf NL reagiere, mussten erst unzählige Halbkatastrophen eintreten, ehe die Ärztin auf den Tisch haute und sagte "Entweder Sie nehmen jetzt mal ein halbes Jahr Sertralin, oder ich kann Sie nicht mehr weiterbehandeln. Ich kann Ihnen nicht helfen, wenn Sie nicht bereit sind auch mal ein Medikament länger zu nehmen und NW in Kauf zu nehmen."
Das war dann der Anfang vom Ende.

Aufgelöst vor Angst (ich schrieb meine Magisterarbeit zu diesem Zeitpunkt!) und voller Verzweiflung willigte ich in diese Erpressung ein.
Ich nahm ein paar Tage 25mg, ein paar Tage 50mg und dann ging ich hoch auf 100mg. Fast ein Jahr lang nahm ich diese Dosis.

Ich entwickelte eine Essstörung, mir war unter Zoloft (Sertralin) nicht nach essen und ich zitterte tagein / tagaus.
Ich zitterte mir sozusagen die Kilos vom Leib; nicht zu reden von der auch starken motorischen Unruhe.
Nachts bekam ich kein Auge zu, tagsüber torkelte ich völlig übermüdet und gleichzeitig aufgedreht wie unter Drogen (bitteres Lachen, ja, ich stand unter Drogen!) durch die Gegend.
Ich konnte keine Minute stillsitzen oder still liegen. Ich hatte den Kern meines Seins und Friedens verloren. :sad-angel:

Ich tigerte stundenlang wie ein eingesperrtes Raubtier in der Wohnung umher. Ich konnte überhaupt keine Ruhe mehr fühlen, ich war ein nervöses Nervenbündel. Keine Sekunde hatte ich meinen Frieden mehr.
Ich war panisch, verzweifelt, hochgradig erregt und hysterisch.
Ich heulte oder stierte lethargisch, aber immer voller Anspannung, in irgendeine Ecke.

Der Schlaf war vorher schon weg, aber das, was mir mit Sertralin angetan wurde, dafür finde ich keine Worte.
Wenn Leute behaupten, der Körper holt sich seinen Schlaf irgendwann schon, ist das gelogen - zumindest aus meiner Erfahrung.
Meiner holte sich den Schlaf nicht. Ich stand am Ende kurz davor psychotisch zu werden. Mein Kopf war wie in Watte, ich halluzinierte leicht. Ich konnte nicht klar denken; mein Denken hatte sich zu dem Zeitpunkt eh schon völlig verselbständigt und es war überhaupt nicht mehr zu kontrollieren.
Meinen Kopf konnte ich nicht drehen, da war sofort Schwindel da; auch der berühmte Augenschwindel, den viele vom SSRI-Absetzen kennen.
Ich war zu diesem Zeitpunkt fast zugrunde gerichtet.

Es hätte meiner Neurologin auffallen müssen, dass ich eine Akathisie entwickelte. Stattdessen wurde meine Diagnose "Erschöpfungsdepression" umgewandelt in "nervöse / agitierte Erschöpfungsdepression".
:frust: :frust: :frust: :frust: :frust:

Und es wurde auch nichts besser. Man hatte mir gesagt: "Wenn Ihre Depression behandelt wird, wird auch Ihre Schlafstörung besser".
Stattdessen erlebte ich eine fulminante Verschlechterung bis kurz vor den Wahn.
Was niemand (ich auch nicht) erkannte: ich war gar nicht depressiv (ich kaufte zu diesem Zeitpunkt jede Woche einen Blumenstrauß. Tun das Depressive?). Ich war verzweifelt und zeigte depressionsähnliche Zustände, weil ich nicht schlafen konnte. Und weil ich nicht schlafen konnte, ging mein Studium vor die Hunde, was den Verzweiflungsgrad nur noch verstärkte. Aber das ist nicht dasselbe!!!
Depression ist nicht dasselbe wie Verzweiflung !
Die Ursache von all dem war meine unerkannte PTBS / PTSD und weil ich nachts im Schlaf fast gestorben war (2001), machte sich mein Trauma nachts eben auch bemerkbar und ließ mich schlaflos da liegen. Das war der unmittelbare Grund der Insomnie, nicht irgendeine daherfabulierte Depression.

Ich werde niemals vergessen, was mir angetan worden ist.
Diese Ärztin verachte ich zutiefst. Ich hoffe, es gibt so etwas wie eine höhere kosmische Gerechtigkeit und das kommt irgendwann noch mal in Ordnung.

Akathisie und Insomnie - das ist wirklich das Schlimmste, was ich im Leben erleben musste (muss).
Die Akathisie verschwand ca. 6 Monate - 1 Jahr nach meinem Kaltentzug und sie wird niemals wiederkommen, weil ich nie wieder ein Psychopharmakon anrühren werde.

Heute, im Jahr 2016, habe ich halbwegs mein Leben zurück. Ich versuche in meiner Mitte zu bleiben. Ich bin in der Regel freundlich und ausgeglichen. Mein innerer Frieden, ich nenne es gerne auch Seelenheil, ist mein Ein und Alles! Ich bin achtsam und halte viel Ruhe.
Ich hetze mich nicht; ich war viele Jahre eine gehetzte Seele, ich würde das gar nicht mehr aushalten.
Ich schlafe immer noch nicht gut oder kaum, aber es kann mich nicht mehr so angreifen. Ich liege ruhig da; nicht panisch oder verstört.
Ich kämpfe darum ins Leben zurückzufinden. :fly:


Liste eingenommener Medikamente bis zur Eskalation 2006:
Sulpirid, Amitripylin, Insidon (Opipramol), Anafranil (Clomipramin), Doxepin, Trimipramin, Amitriptylin, Promethazin, Levomepromazin, Dominal forte, Mirtazapin, Trevilor (Venlafaxin), Sertralin (Zoloft)
Benzos: Lendormin, Dalmadorm, Alprazolam (alles 3 kurz vor Klinikaufenthalt 1.9.2006)

später (2008 - 2010) : Valdoxan, 5 HTP
parallel ab 2006: 8 Jahre Abhängigkeit von Zolpidem und Zopiclon, am Ende auch Alprazolam.
Zwischendrin: immer mal wieder Diazepam, Oxazepam und auch Lorazepam

aktuell: immer mal wieder Testen von Melatonin / Circadin und Ausschleichen von Amitriptylin
...........SIGNATUR...............


:arrow: Eure Mithilfe ist gefragt - wer benutzt die Wasserlösemethode?


:!: mein Erfahrungsbericht (AD absetzen / erzwung. Kaltentzug / SSRI / Akathisie): viewtopic.php?f=51&t=12478


Meine PN-Funktion ist deaktiviert. Ich danke für euer Verständnis.

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TeaTime
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Re: Jamies Erfahrungsbericht: Sertralin / SSRI- induzierte Akathisie

Beitragvon TeaTime » Donnerstag, 01.12.16, 11:55

Liebe Jamie,

ein bedrückender Bericht, aber auch einer der Hoffnung macht.

(Ich hoffe, ich finde nun die richtigen Worte, die Deinen offenen Worten, und Deinen Qualen gerecht werden)

Du hast viel verloren, viel aufgeben müssen. Viele Schmerzen hinnehmen müssen. Hilflosigkeit erlebt.

Aber Du hast niemals aufgegeben !!

Ärzte und Medikamente haben Dein Leben und Deine Zukunft zerstört, zumindest das, was Du hattest und wolltest.

Man behandelte falsch und sinnlos eine nicht vorhandene Depression.

Aber Du hast neue Wege gefunden und gekämpft, Dich befreit.

Natürlich kämpfst Du auch heute noch, denn diese vielen Medikamente und die horrenden Nebenwirkungen muss man erst einmal aus dem Körper und dem Kopf bekommen.

Dieser niemals wirklich vorhandene Schlaf verändert das Leben und den Menschen total. (Kenne das ja zu gut)

Liebe Jamie, danke für diesen ehrlichen Bericht !! Und meinen tiefsten Respekt, wie Du hier die Menschen unterstützt und ihnen Mut machst. Wie Du es schaffst für Andere da zu sein.

Deine immer freundliche Art, Deine informativen und kompetenten Antworten, sind eine Bereicherung !!

HEUTE im Jahr 2016 versuchst Du in Deiner Mitte zu bleiben. Hast Deinen Weg gefunden, alleine !!!

Und morgen, im Jahr 2017 und den folgenden, wirst Du weiterkämpfen und weitergehen.

Du hast Dir vieles erkämpft und erarbeitet, und das wirst Du weiter tun und es wird Dich weiter bringen.

Du bist sehr stark, mit schwachen Momenten, wenn es Dir schlecht geht. Aber Du wirst weiterkommen !!!!!

Du bist und hast eine starke Persönlichkeit, und die wird keinen Stillstand zulassen !!!

Lieben Gruß, mach weiter so,

TeaTime
Zuletzt geändert von TeaTime am Donnerstag, 01.12.16, 16:34, insgesamt 1-mal geändert.
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"Anfangs wollt' ich fast verzagen,
Und ich glaubt', ich trüg es nie,
Und ich hab es doch getragen,
Aber frag mich nur nicht: wie?"
(Heinrich Heine)

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Re: Jamies Erfahrungsbericht: Sertralin / SSRI- induzierte Akathisie

Beitragvon lunetta » Donnerstag, 01.12.16, 13:49

Liebste jamie!

Ich bin erschüttert! Kann gar nicht mehr dazu sagen, als dass es einen sprachlos macht, was einem alles angetan werden kann.....
Ich ziehe meinen Hut vor deiner Kraft und Stärke!

Alles Liebe!
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.

Hypeastrum
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Re: Jamies Erfahrungsbericht: Sertralin / SSRI- induzierte Akathisie

Beitragvon Hypeastrum » Samstag, 17.12.16, 18:22

Liebe Jamie
Habe gerade deinen unglaublichen Bericht gelesen.

Ich bin erschüttert! :evil:

Was du erleben musstest isch sehr schlimm.

Umso mehr staune ich über dich.
Du hast dich zurück ins Leben gekämpft. :sports:

Du hilfst anderen Betroffenen in diesem Forum.

Das ist STARK!!

Danke dafür!

Ich wünsche dir für die restlichen mg viel Erfolg und möglichst wenig NW.

Liebe Grüsse und noch einen schönen Abend und morgen einen besinnlichen 3. Advent

Liebe Grüsse
Hypeastrum
Was tun uns die sog. Götter in Weiss an???
14. 11. 2014
Zum Arzt wegen starken Magenschmerzen. Zuerst Verdacht auf Reizdarm/Reizmagen.
Medikation:
Trittico zum schlafen.
NW Schlaflosigkeit.
Pantoprazol 40 mg 2x tgl.
NW Verstopfung und Verdauungs Probleme.
Trittico nach einer Woche kalt abgesetzt. Keine Probleme.
Bekomme schlimme Angst und Panikattacken.
18. Februar 2015
Magen/Darm Spiegelung mit Biopsie.
Befund: Helicobacter pylori.
Mir gehts psychisch immer schlechter. Versuch mit Johanniskraut 900 mg tgl. Nützt überhaupt nicht.
26.2. - 4.3. 2015
Eradikation mit 2 Antibiotikas, Metronidazol und Co Amoxicilin. Dazu Omeprazol 2 mal tgl. 40 mg.
28.5.2015
Helicobacter immer noch da, nochmals für 10 Tage mit Levofloxacin und Rimactan behandelt. Dazu 2 mal tgl. 40 mg Omeprazol.
Von da an gehts mir :zombie: psychisch immer schlechter. NW sind Weinkrämpfe, Schmerzen im Bauch, Muskelschmerzen, Sehnenschmerzen, bleierne Müdigkeit, Schwindel und Schwäche.
Täglich Angst- und Panikattacken. Temesta (Lorazepam) vom Arzt gegen Panik bekommen. Nach Bedarf genommen. 1/4 - 1/2 Tabl.
Muskelschmerzen nach wie vor sehr schlimm. Meine Ängste werden immer schlimmer. Dadurch massive Verspannung am ganzen Körper.
Kann nicht mehr schlafen. Werde depressiv. Neuropathischen Schmerzen sollen mit Pregabalin behandelt werden. Nach 1Tablette NW sehr schlimm. Übelkeit und Schlaflosigkeit. Setzte sie sofort ab.

6.10. 2015 Cipralex (Escitalopram) Tropfen. Mit 1 Tropfen (1mg) eingeschlichen, jeden zweiten Tag 1Tropfen erhöht. NW Zittrige Hände, Nackenverspannungen, Schlafstörungen. Gähnen, verstopfte Nase.
Psychisch habe ich schon nach drei Tropfen eine Verbesserung gespürt. Bis fünf Tropfen alles i. O. Bei sechs Tropfen antriebslos, sediert, schwindlig total neben mir. Komme nicht mehr aus dem Bett.
Zurück auf 5mg.
Stabil bis 21.2.2016. NW 8,5 kg Gewichtszunahme.
leider zu schnell reduziert :vomit:
21.2.2016 -28.2. 2016 4 Tropfen.
29.2.2016 - 6.3. 2016 3 Tropfen keine Veränderungen.
7.3.2016 -14.3.2016 2 Tropfen
Muskelverspannungen, Augenprobleme, Magen/Darmbeschwerden, Schwindel, Schweissausbrüche, Weinkrämpfe.
14.3. 0 mg
Muskelverspannungen gleichbleibend. Magen/Darm etwas besser. Weinattacken, Ängste, Schwindel, verspannte Muskeln, Übelkeit, Allergien. Fructoseintolerant.
Dank Forum eine kleine Menge eindosiert.

Testete mit einem Zahnstocher den ich drei mal ins Fläschchen gesteckt habe. Nach 2 Stunden frappante Besserung. Mit dieser Mikrodosis habe ich ca. 3 Wochen gut gelebt.
Cipralex ist aufgebraucht.
24.4.2016
0 mg Cipralex. Und es geht mir wieder schlecht. Alle NW sind wieder da.
29.4.2016
4 Zahnstocher. Vermutlich weniger als 1 mg.
NW Schlafstörungen.

Mit Zolpidem (5mg) zwei mal Wöchentlich aufgefangen.

1.5.2016 Zolpidem abgesetzt.
Baldrian 700mg zum schlafen.
25.8.2016

Auf 1mg Escitalopram hochdosiert. NW zu stark.

22.11.2016
1 mg Escitalopram. Wieder Stabil. Weniger "Wellen". Mehr Fenster.

9.1.2017
Mit Wasserlösemethode 10% reduziert.
Wieder mehr Verspannungen, unausgeglichen und weinerlich.
27.3. 0,8 mg Escitalopram.
NW: Schweissausbrüche, manchmal Übel, auf und ab der Gefühle. Schwindel.
Alle drei Wochen 0,2 mg reduziert.
NW gut auszuhalten.
Am 12.5. auf NULL!!!
War schneller als geplant, bin jedoch recht stabil. :party2:

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Re: Jamies Erfahrungsbericht: Sertralin / SSRI- induzierte Akathisie

Beitragvon maryrael » Freitag, 30.12.16, 12:32

ich habe dieses Teufelszeug nur 14 Tage ausgehalten, du bist sehr stark im nehmen und viele Ärzte verstehen einfach nicht, wenn man nicht nach Lehrbuch reagiert. Das macht sie unsicher immerhin haben sie nichts anderes. Da wird man schnell als unbequemer Patient abgetan, Aber Gott sei Dank hast du dich auf dich selbst verlassen. Und das Gift abgesetzt. Ich wünsche dir viel kraft weiterhin. Du bist n Kämpfer du machst das.
Quetiapin 600 mg 2010-2012
dann redzierung von 400 mg Retard Kapsel...dazu Tavor 5 mg täglich (mehrereMonate) sofort abgesetzt wegen Nebenwirkungen. als Folge Lungenembolie. Tachikardy.über Monate Atemnot. Panikattacken. Muskelschwäche. Schweißausbrüche usw...

dann In den Jahren langsame Reduzierung um 50 mg

Quetiapin Reduzierung aktuell.
31.10. 25mg
14.11. 25mg

jetzt: 100 mg

dann stop wegen massiver Aggressivität

dann Perazin besorgt . 2 Wochen 75 mg täglich. dann abruptes absetzten. nach einer Woche massive Entzugserscheinungen Migräne. Aggressivität. Übelkeit. Muskelschwäche..... Ausgleich mit thc :frust:

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Re: Jamies Erfahrungsbericht: Sertralin / SSRI- induzierte Akathisie

Beitragvon Juna » Samstag, 07.01.17, 12:54

Liebe Jamie,

auch ich wollte Dir ein paar Zeilen hier lassen.

DANKE, dass Du so für die Foris da bist und überall hilfst und berätst.

Das was Dir widerfahren ist, ist schon der Hammer. Die Ärztin ist unterste Schublade.
Ich finde es klasse, dass Du es geschafft hast, da raus zu kommen, Deine Mitte zu finden und die Ursache für diese fälschliche Diagnose zu finden. So kannst Du daran arbeiten, das ist echt viel wert.

Ich wünsche Dir, dass es weiter bergauf geht, dass Du Deine Mitte behältst und dass Du Deine Achtsamkeit und Akzeptanz weiter lebst.
Iwie weiß ich nicht so recht, was ich schreiben soll, hoffe das es nicht zu schräg rüberkommt.

GLG
Juna
BildIch entziehe nicht wie empfohlen, bitte nicht nachmachen!!!Bild

Diagnosen:
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In Behandlung bei einem Psychiater u. Schmerzi

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Ohne Pregabalin und Oxycodon geht es schmerztechnisch leider gar nicht Bild

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Re: Jamies Erfahrungsbericht: Sertralin / SSRI- induzierte Akathisie

Beitragvon gelblack » Donnerstag, 12.01.17, 7:19

Liebe Jamie :(

Ich bin einfach nur sprachlos und immer wieder geschockt, wie wenig Ahnung Ärzte über deren Tools haben, die sie anwenden um dann mit einer unfassbaren Entspanntheit und einer nicht vorhandenen Eigenbetrachtung das Leben ihrer Patienten verwirken. Hilfe- und Ratsuchende werden regelrecht verheizt ohne mit der Wimper zu zucken.

Ich wünsche Dir von ganzem Herzen, dass Du Dich über die Zeit mehr und mehr von diesem Pharmaübel erholst. Und ich kann mich den anderen Foris nur anschließen ... Du bist eine wahre Wissensbank gepaart mit einer riesigen Portion Empathie, aber auch streitbar ... eine der wichtigsten Säulen, die den ADFD tragen ... finde ich

Alles Liebe & ein imaginärer Blumenstrauß
gelblack
Anpassungsstörung mit Aufnahme Krisenintervention in 05.2012
Tavor, Neuroleptika und eindosieren von Venlafaxin während Klinikaufenthalts
Absetzen von Tavor während Klinikaufenthalts
Entlassung mit Venlaflaxin und Olanzapin
- Ausschleichen Olanzapin da. Ende 2013 unter ärztlicher Aufsicht
- Reduktion Venla von 75mg auf 37,5mg unter ärztlicher Aufsicht
- Reduktion Venla Januar 2015 von 37,5mg auf 18,5mg nach Rücksprache mit Arzthelferin
- ca. 3 Wo später Februar 2015 Reduktion auf "0" / Kalt abgesetzt

Ca. 6 Wochen keine Probleme / dann Absetzsymptome in unterschiedlicher Ausprägung.
Starker Schwindel, Brainzaps, depressiv, traurig, Suizidgedanken ... später Grübelzwang (einmal), Panikattacke (2mal im Ansatz) / Versuch von Eindosieren nach intensiven Recherchen im Forum seit 25.06.2015
Absetzsymptome vor Eindosieren - schlechte Nächte abwechselnd mit gutem Schlaf, leichte Brainzaps morgens, Spannungskopfschmerz, Tinnitus, Aggression, Gewaltfantasien, Tendenz zum Grübelzwang ...
Start Eindosieren Venlafaxin am 25.06.2015

- 2mg 25.6.2015
- 1mg 26.6. / trockene Augen, leichter Kopfschmerz, leicht depressiv, leicht schwammiges Gefühl in den Beinen, Zischen in den Ohren / Fazit: leichte Besserung zum 24.6.
- 2mg 27.6.
- 2mg 28.6.
- 2mg 29.6. sehr durchlässig hinsichtlich Emotionen, Aggressionen, Tinnitus reduziert, frustriert
- 4mg 4.7. Erhöhung der Dosis da keine Besserung der Absetzsymptome
- 4mg 12.7. sehr emotional und aggressiv, Zischen im Kopf, Dosis erhöhen?!
- 6mg 13.7. Dosiserhöhung wegen Grübelzwang, zermürbend
- 6mg 18.7. leichte Brainzaps, körperliche Unruhe mit Spannungskopfschmerz, Tinnitus, emotional, Aggression
- 6mg 25.7. Verbesserung, alle Symptome da, aber abgeschwächt ... die Wohlfühldosis??, 1mg on top; 7mg
- 7mg 25.7.
- 7mg 2.8. Spannungskopfschmerz, Tinnitus, Aggressionen, Unruhe ... Wohlfühldosis??
- 10mg 2.8. Dosiserhöhung :cry:
- 10mg 7.8. an der Wohlfühldosis gekratzt, guten Nachmittag gehabt
- 10mg 8.8. Symptome da; Kopfschmerzen, Tinnitus, Gewaltfantasien
- 10mg 9.8.
- 10mg 13.8. Symptome abgeschwächt, Dosis nachgerechnet ... 10mg war gerundet // tatsächlich sind es ca. 9,6mg
- 8,6mg 25.9. Dosisreduktion
- 8,0mg 27.10. Reduktion
- 7,4mg 28.11. Reduktion Aggression, Grübelzwang noch präsent

- 6,45mg 3.01.2016 Reduktion fühle mich ziemlich stabil
- 6,25mg 22.02. ziemlich stabil
- 6,00mg 5.03. micro tapering start
- 5,50mg 30.03. morgens Symptome, Zischen, Kopfschmerzen ... Cortisolausschüttung ?!
- 5,10mg 23.05. fühle mich ziemlich stabil
- 4,50mg 26.06.
- 4,00mg 31.07.
- 3,60mg 01.09.
- 3,20mg 11.10. schlechter Schlaf, Neuroaggressionen als Dauererscheinung
- 2,70mg 15.11.
- 2,26mg 25.12.

- 2,17mg 10.01.2017 mäßiger Schlaf, Wut präsent
- 1,83mg 28.01. unruhiger Schlaf, Harndrang, Wut moderat
- 1,74mg 17.02. unverändert, vor allem nach moderaten Sport
- 1,45mg 05.03. morgendliches Cortisol hoch, Zwangsgedanken, gereizt
- 1,18mg 05.04. Symptome unverändert, aber moderat
- 0.9mg 22.05. Symptome gleichbleibend
- 0,6mg 03.07.
- 0,3mg 14.08. Zielgerade
- 0,0mg 25.09.2017 game over

Luisa1974
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Re: Jamies Erfahrungsbericht: Sertralin / SSRI- induzierte Akathisie

Beitragvon Luisa1974 » Montag, 23.01.17, 8:22

:hug: <3 Liebe Jamie,

oh Mensch, was du alles durchgemacht hast.. du hast eine unheimliche Stärke bewiesen, wirklich Wahnsinn.. es ist auch so schwer, wenn andere für das eigene Leid verantwortlich sind, bei mir ist es ja auch so, nicht so schlimm wie bei dir, aber mein Hausarzt... ich habe so das Vertrauen verloren und fühle mich so alleine, weil ich keinem Arzt mehr traue.. und dann rafft man sich auf und geht doch wieder zum Arzt weil man muss und erlebt wieder das Gleiche und kann noch weniger Vertrauen.. wie hast du das denn finanziell geschafft? hast du Freunde, Familie die dir geholfen haben?

ganz liebe Umarmung <3 :group:
Luisa
Symptome: soziale Phobie / Ängste / Panikattacken
Medikation: 08/2011: 20 mg Citalopram, bei akuten Angstanfällen Bromazanil
seit 2013 zunehmend wieder Panikattacken mit Atemnot
2014 Burnout, Schlaflosigkeit, Erschöpfung
Medikation: weiterhin 20mg Citalopram, Bedarf an Bromazanil steigt ständig (psychisch abhängig)

Absetzverlauf:
Anfang August 2016: Citalopram runter auf 15mg (sehr gereizt, aber sonst keine Nebenwirkungen)
11.08.2016: Citalopram runter auf 10 mg (nach 2 Wochen nervös. extrem gereizt, Brainzaps, leichter Tinnitus, in der 3. Woche Höhepunkt, dann wurde es besser)
11.09.2016: 0g Citalopram ab der 3. Woche Hölle pur: extremer schriller Piepton in den Ohren, Druck im Kopf, ich dachte mein Kopf platzt, Brainzaps, vor allem im Hinterkopf, gereizt, extreme Stimmungsschwankungen, fiel in ein schwarzes Loch, gelähmt, konnte kaum aufstehen, Selbstmordgedanken, zu diesem Zeitpunkt ebenfalls Bromazanil abgesetzt
3.11. 2016: 2,5 Wochen Nordseeurlaub hat mir gut getan, lange Spaziergänge am Strand und das Meeresrauschen halfen bei Tinnitus, nachts und morgens früh war es schon manchmal fast still in meinen Ohren, aber Stimmungsschwankungen bleiben extrem, besser auszuhalten
Nach Rückkehr extreme Stimmungsschwankungen, Selbstmordgedanken fast täglich,Weinkrämpfe, aber Tinnitus wird besser, bzw. ich kann besser damit leben, da ich durch meinen Urlaub gemerkt habe, dass es besser wird und dass es auch manchmal still ist, der Urlaub gab mir viel Kraft und vor allem Hoffnung
Mitte Dezember 2016: Depression, das Gefühl gelähmt zu sein, ist fast verschwunden, :) bin ruhiger, Tinnitus ist oft leise, aber auch bei Stress/Alkohol/zu wenig Schlaf wieder extrem (schrilles Geräusch sehr laut)
Januar 2017: täglich Selbstmordgedanken, extreme Stimmungsschwankungen, Brainzaps im Hinterkopf, Tinnitus schriller Piepton, macht mich verrückt
22.01.2017: Aufdosierung Citalopram 5 mg - fühlte mich besser, Antrieb wieder da, Tinnitus leiser und durch den Antrieb besser auszuhalten - Happy!
25.01.2017: Tinnitus wird wieder extrem laut, schriller Piepton, denke ich werde verrückt - durch Stress und Druck vom Jobcenter
27.01.2017: Aufdosierung auf 10 mg anschließend 1. extreme Panikattacke
02.02.2017: aufgrund erneuter Panikattacke mit Atemnot aufdosiert auf 15 mg
06.02.2017: 20 mg
16.02.2017: Panikattacke nach Klinikabsage - auf 30mg erhöht - wahnsinnige Unruhe, Nervosität, Atemnot, habe das Gefühl das Citalopram löst die Panikattacken aus
23.02.2017: zurück auf 20 mg Citalopram nach extremer Angstattacke, zusätzlich 2 Tavor Schmelztabletten
==>> ab jetzt zusätzlich bis zur Klinikeinweisung Mirthazapin 15
==>> in der Klinik soll das Citalopram abgesetzt werden mit Hilfe eines anderen Medikamentes

*** KLINIK ENDGÜLTIG ABGESAGT *******************

31.05.2017: Reduzierung Mirtazapin auf 11,5 mg. Symptome: Einschlafschwierigkeiten, sehr gereizt, nervös, Brainzaps links wo der Tinnitus ist, Müdigkeit vom Kopf her - nach einigen Tagen bis auf Tinnitus besser
14.06.2017: Mirtazapin 7,5 mg

27.06.-10.07.2017 -> Reduzierung Mirtazapin auf 3,75 mg (Symptome: die ersten Tage extreme Müdigkeit)
01.09.2017 => Mirtazapin wieder auf 7,5 mg erhöht (die extreme Müdigkeit war keine Folge des Mirtazapins sondern Symptom meiner Depression. Brauche das Mirtazapin gegen Nebenwirkungen von Citalopram (Schlafen, Schwitzen)
01.10.2017 =>Reduzierung des Citaloprams auf 15 mg (da ich so unter den Nebenwirkungen leide), Mirtazapin 15 mg

Nicole
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Re: Jamies Erfahrungsbericht: Sertralin / SSRI- induzierte Akathisie

Beitragvon Nicole » Sonntag, 29.01.17, 7:01

Hallo Jamie,
Ich habe mit grosser Interesse deinen Beitrag gelesen u habe ein paar Fragen dazu:
Du schreibst "....als sich mein psychischer Zustand und meine Schlafstörungen zunehmends verschlechterten..." heißt ja für mich du hast ja doch eine Depression (psychischer Zustand)entwickelt...u deshalb wurde dir ja auch zum Sertralin geraten....Sertralin ist ja auch ein Mittel gegen die Posttraumatische Belastungsstörung.....kann man das Medikament wirklich so verteufeln?.....JA...ABER!!!....deine Erfahrungen deckeln sich sehr mit meinen!....Auslöser bei mir war ein Belastungstrauma durch die Geburt meines Sohnes, dadurch PTB ....Serotoninspiegel im Blut war bei 15!!! Also so gut wie leer....Ursache??....habe unzählige AD ( bei den SNRI war ich knapp vorm durchdrehen vor Unruhe u Panik, fast manisch) u Neuroleptika(haben paradox gewirkt) :frust: :zombie: durch...meinen Körper bzw mein Nervensystem so was von durch ein an der gebracht. :o :wirbel: ...täglich innere Unruhe....Diagnose durch den Arzt Depression.. :?: ..meiner Meinung nach aber durch diese Getriebenheit ist der Körper schon so erschöpft dass er die Anzeichen einer Depression hat...nehme aktuell 125mg Sertralin und Diazepam am aus schleichen ( aber durch das Sertralin u die dadurch entstandene Unruhe) klappts nicht. Aber das Sertralin ist noch am erträglichsten..,...nur habe ich Angst das AD zu reduzieren weil ich nicht weiß ob ich doch in ein tiefes Loch falle...bin mir auch nicht sicher ob mir meine Psyche hier einen Streich spielt ( AD reduzieren u schlechtere Stimmung :alptraum: ...)hattest du jemals so richtig psychische Tiefs mit völliger Erschöpfung?....die Frage stellt sich, wie behandelt man eine posttraumatische Belastungsstörung? Lt Arzt gibt hier nur AD....aber diese Unruhe ist echt zermürbend......das Medikamente herumprobieren kanns ja auch nicht sein....meinen Vitaminhaushalt habe ich schon auf Vordermann gebracht ( Vitamin D war bei 15, Ferritrin nix da u Vit B fast leer)....habe schon Aminsäurenprofil erstellen lassen u auch hier was getan....habe mir sogar 5htp u GABA besorgt, aber hat das Sinn??? Hast du hierzu Erfahrungen?
Alles in allem beweg ich mich im Kreis...
LG
Nicole
Sorry lang u viell nicht in diese Rubrik passend

Luce
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Re: Jamies Erfahrungsbericht: Sertralin / SSRI- induzierte Akathisie

Beitragvon Luce » Sonntag, 05.02.17, 17:24

Hi Jamie,
Alles klar nach deiner heftigen Zeit im Dezember ? :? :hug:
@nicole: eventuell mal Leinöl, Yoga, Meditation probieren??
Vorallem bewusst atmen und entspannen hat mir bei den heftigsten Tiefs viel geholfen
Alles liebe luce
Achtung ich bin ungeplant schwanger - aktuell 5 SSW und versuche ab Nov. schneller abzusetzen.

Mein Absetzverlauf davor war innerhalb der 5 % - 10% Regel und hat großartig geklappt. Auch wenn :schnecke: .
Allerdings hätte das Vollzeitarbeiten inkl Überstunden und Doktorratstudium fertig machen nicht funktioniert.

Absetzen Paroxetin

Ausgansdosis: ich schätze zwischen 4.5 - 5-5 mg Paroxat (keine Waage vorhanden vor Weihnachten 2016)

Meine üblichen Neben und Absetzsymptome:
Unruhe, wütend, Aggression, weinerlich, erhöhter Puls, Verdauungsstörungen

ab 23.12.16 4.1mg Paroxat zum Stabilisieren

7.2.17 3.9 mg
6.4.17 3.7 mg
25.4.17 3.6 mg
ZURÜCK da ab 4.5. Nebenwirkungen/Absetzerscheinungen (zuviel Stress und Unruhe im allgemeinen System - der Doktor muss fertig werden)
6.5. ca 3.7 - 3.6 mg
24.5 3.5 mg
(7.6.2017 Einschub Amitriptylin (saroten) von 40 mg --> 35 mg)
8.7. 3.3 mg
6.8. 3.1 mg
9.9. 2.8 mg - 2.7 mg
9.10 2.4 - 2.3 mg

11.11.2017 positiver Schwangerschaftstest
Kurzschlussreaktion und Reduktion von Amitriptylin (saroten) 35 mg --> 25 mg
15.11 2 mg Paroxetin

Mein AD Historie bevor ich das Forum gefunden haben
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Meine Vorgeschichte:
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Kimeta
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Re: Jamies Erfahrungsbericht: Sertralin / SSRI- induzierte Akathisie

Beitragvon Kimeta » Montag, 13.03.17, 18:07

Liebe Jamie,

ich schreibe mal hier:

Jamie hat geschrieben:Ich bin heute so schlecht beisammen, ich bräuchte selbst Zuspruch.
Interessiert nur keinen, gelle?


Es gab ja schon Reaktionen im Originalthread, und auch mich interessiert es und es tut mir leid :cry: .

Ich vergleiche die hier im Forum erbrachte Arbeit manchmal mit dem, was ich beruflich so erlebe, und der Unterschied in Bezug auf Leistungswillen, Verlässlichkeit und Qualität der Arbeit kann wirklich sehr groß sein. Für Anspruch, Menge und Bedeutung dessen, was besonders Ihr Moderatorinnen hier tut, "verdient" Ihr richtig viel Geld. Nur leider bekommt Ihr es nicht.

Ihr unterstützt so einfühlsam, individuell und gerade im Moment mit so einer unendlichen Geduld statt erziehend oder strafend (was manchmal meine spontane Reaktion wäre :wink:) - ich kann nicht in Worte fassen, wie gut ich das finde. Und das auch noch in Zuständen, die oft nicht besser sind als die derjenigen, denen Ihr helft. Meine Hochachtung!

Ich wünsche Dir sehr, dass bald und dauerhaft bessere Tage kommen :group: .

Viele Grüße
Kimeta
  • Doxepin zur Migräneprophylaxe seit mindestens 2002 in einer Dosierung von 5-10 mg.
  • Absetzen von 10 mg ab dem 28.12.2013.
  • Derzeitiger Stand seit 23.10.2017: 2,5 mg
Hintergründe und Absetzverlauf:
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:schnecke: Mein Thread :schnecke:

Pulsatilla
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Re: Jamies Erfahrungsbericht: Sertralin / SSRI- induzierte Akathisie

Beitragvon Pulsatilla » Mittwoch, 22.03.17, 17:42

Liebe jamie,

Auch ich bin völlig erschüttert von Deinem bericht und kann Dir daher nur noch mal um so mehr danken: für Deine kraft und Dein verständnis und Dein engagement!

Wenn Leute behaupten, der Körper holt sich seinen Schlaf irgendwann schon, ist das gelogen - zumindest aus meiner Erfahrung.


Das kenne ich leider, daher weiss ich, WAS Du da durchgemacht hast. Es glaubt einem auch so gut wie keiner, dass man wirklich partout keinen schlaf findet.

Bei mir war es das restless-leg-syndrom. (angeboren und schon in kindheit nicht durchschlafen können). Gleich 2x solche schlaflosen Phasen erlebt von je gut 1 jahr, wo ich auch nimmer stillsitzen konnte. Wenn man überhaupt liegen kann, ist man zwar todmüde, aber NULL schläfrig. Kann es bis heute kaum erklären.. . Erste mal, als zusätzlich das hashimoto ausbrach und SD in überfunktion ging (etwa 1996).. .

Und 2te mal, als das restless-leg-syndrom etwa 2005 / 2006 sooo schlimm wurde, dass ich gar nimmer schlafen konnte. (Max 10 min am stück! Dann 20 min umhergehen, 10 min schlaf, usw). Mir wird jetzt noch anders.. .. .

Obwohl das restless-leg-syndrom paar jahre vorher schon zweifelsfrei festgestellt worden war, faselten IMMER noch alle Ärzte was von "depressionen" und "SSRI" und "kann gar nicht sein".. . Nur ein quasie glücksfall hat mir damals da raus geholfen. ... .

Und BEVOR es festgestellt wurde, sagten dies ohnehin ALLE ärzte!.. Bin bestimmt 8-9 jahre lang mit schlimmen schlafstörungen durch bestimmt 30-40 Arztpraxen gelaufen.. . Obwohl ich immer auch dazu sagte: "fühlt sich an, als sei ein starkstromkabel in unterleib und beinen angeschlossen", hieß es IMMER:

"Sie haben Depressionen".

Wenn ich (damals) verblüfft nachfragte: "aber ich bin sehr aktiv, baue gern möbel und pflege mit liebe meine pflanzen", hiess es:

"Manchmal äussert sich eine Depression eben NUR in schlafstörungen".. .

Da fällt einem gar nix mehr zu ein.. . Tut mir sooo leid, dass dies anscheinend immer noch die EINZIG denkbare Lösung für schlafstörungen ist und Dir so schlimmes widerfahren ist... sowas macht mich wütend!.. . Denn im falle von restless-leg-syndrom ist so, dass alle AD und die meisten NL sogar kontraindiziert sind + die symptome noch verstärken... . Ich hab bloss glück gehabt, dass ich die gottlob instinktiv abgelehnt hatte.. . Werden mir aber nach wie vor, von JEDEM arzt vorgeschlagen, da meine medikation "ja soo furchtbar" bishin "ich ja nur süchtig sei".. .

Es kann sich nach meiner Erfahrung halt keiner wirklich vorstellen, was DAS bedeutet, immer "getrieben" zu sein und keinen Schlaf zu finden, der es nicht selbst erlebt hat.

Eigtl wollte ich Dir keinen roman hinterlassen, nun isses doch wieder so viel geworden. Ich lasse Dir auch einen ganz dicken und liebevollen Drücker da! :hug: und hoffe, Dein körper und Deine seele haben nicht allzu grosse narben von dieser tortur zurückbehalten.. . Und das Du irgendwann trotz trauma auch wieder gut und erholsam schlafen kannst!

Ganz lieb gruss Pulsatilla <3



Ps: ist bei Dir mal RLS ausgeschlossen worden? .. . Nicht das Du hinterher trauma + RLS hast.. . Läuse + flöhe gleichzeitig gibt's ja leider auch ab und an... .
"Wenn du als Pinguin geboren wurdest, machen auch 7 Jahre Psychotherapie aus dir keine Giraffe!" (Eckart von Hirschhausen)

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Frakkivana
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Re: Jamies Erfahrungsbericht: Sertralin / SSRI- induzierte Akathisie

Beitragvon Frakkivana » Donnerstag, 20.04.17, 18:05

Liebe Jamie ,

Nun habe ich Deinen Bericht gelesen und er hat mich sehr bewegt. Was Du durchmachen musstest!

Ich bewundere Deine Kraft und Deine Empathie für andere und dass Du nicht aufgegeben hast. Danke dafür!

Und ich bin sicher, dass Du Dir hier trotzdem auch Trost und Zuspruch holen kannst, Wenn es Dir schlecht geht. Mir darfst du jedenfalls immer schreiben.

Dicke Umarmung von Frakkivana/ Beate
18.04.2017
Neu hier im Forum

Seit 2001 Citalopram 20 mg wegen Schwindel und Angstzuständen.

2007 nach Schwächeanfall Diagnose Hashimoto-Thyreoiditis
Eindosieren mit L-Thyrox bis auf 125 Mikrogramm
Insgesamt seit Einnahme von Citalopram 45 kg zugenommen

2015 Citalopram runterdosiert auf 10 mg, ganz gut.
Umstellung auf glutenfreie Ernährung. Daraufhin in 1 Jahr 20 kg abgenommen

2016 im Sommer wieder mehr Schwindel. Dann kamen Herzrasen und Herzrhythmusstörungen, Einschlafprobleme und "Blitze im Kopf " dazu.
Machte mich arbeitsunfähig.

Psychiater stellte um auf Escitalopram 5mg
L-Thyrox von 125 auf 100 Mikrogramm reduziert
Keine Änderung der Symptomatik.

Oktober 2016 EKG beim Kardiologen. QTc-Zeit verlängert. Er riet zum Absetzen von Citalopram

Nach ärztlichem Rat erst im November 4 Wochen lang jeden 2. Tag Escitalopram 5 mg, im Dezember noch jeden 3. Tag, ab Januar dann ganz aufgehört.

Seitdem kontinuierlich immer schlechterer Zustand.
Dauerrauschen im Kopf, Dauerschwindel, Benommenheit, Wattegefühl, Schwäche, Angst , Brain zaps, Schlafprobleme , Unfähigkeit, den Alltag zu meistern. Totale Verzweiflung, Dauerweinen, Hoffnungslosigkeit.

25.04.17
Knall. Totale Panik wegen Brain zaps, massiven Schwindels, Problemen mich zu orientieren.
Notfallmässig zu einem Allgemeinmediziner mit Naturheilverfahren.
Infusion mit homöopathischen Mitteln, Akupunktur

Neurapas Balance: 2-2-2
DystoLoges 1-1-1

Zur Nacht 1 Sedariston
Bei Bedarf drei Tropfen Blütenessenz "erste Hilfe

26.04.17
Tag weitgehend liegend verbracht
Nachts schlimme Brain zaps

27.04.
Wieder Infusion beim Arzt und Akupunktur.
Immer brain zaps, wenn Entspannung kommt.

04.05.17
Weiterhin schwere Symptome, kann nur im Bett liegen, morgens bis früher Nachmittag am schlimmsten. "Kopfattacken", Schwindel bis zur Orientierungslosigkeit, komme nur mit Mühe zur Toilette, Heulkrämpfe vor Angst

Medikation abgebrochen, auch Arzt dafür
Presselin Nervenkomplex
Bringt mir nichts.

25.6.17
Mein Mann trennt sich von mir und wirft mich aus dem Haus.

4 Monate Leben aus dem Koffer

Ende September 2017
2 Wochen Psychiatrie, völlig ausgebrannt, starke Depressionen plus Ängste zu den körperlichen Symptomen dazu.
Versuch mit Tavor: paradoxe Reaktion, Herzrasen
Atosil : ebenso, außerdem geht das auch auf die QTc Zeit im EKG
Sertralin: 5 Tage, dann abgesetzt wegen zu starker Nebenwirkungen
Behandelnde Ärztin frei von jeglicher Empathie, setzt mich stark unter Druck, da Teilnahme an Therapien kaum möglich . Während des gesamten Aufenthalts dauerhaft höher Ruhepuls um die 100 und zu hoher Blutdruck
Entlasse mich selbst entnervt nach 14 Tagen

Im Anschluss zu einem Arzt/Psychotherapeut.
Gegen den zu hohen RR:
Beta Blocker Beloc-Zoc mite 47,5 mg sowie
HCT Dexcel 25 mg (Hydrochlorothiazid), ein Diuretikum
Ausserdem 5 Tage lang
Opipramol 50 mg und
Olanzapin (Dosierung vergessen)
Olanzapin nach 10 Tagen abgesetzt.
Ich vertrage nichts mehr! Macht alles nur schlimmer

Oktober 2017

Eine Woche internistische Klinik wegen Bluthochdruckkrise
Beobachtung, Herzsono und Doppler Halsgefäße o.B.
Vorübergehend ein drittes Medikament (Blutdrucksenker, Name vergessen)
Noch in Klinik abgesetzt

Aktuell (November 2017):
Beloc-Zoc mite 47,5 mg
HCT Dexcel 25 mg
L-Thyrox 100 mikrogr

Nach wie vor schwere Symptome, Depression, Angst, Heulkrämpfe, Kopfsymptome, "Gruselgefühl" in Brust- und HWS und im Kopf
Unfähig zu einem normalen Alltag.

Ana19
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Re: Jamies Erfahrungsbericht: Sertralin / SSRI- induzierte Akathisie

Beitragvon Ana19 » Sonntag, 30.04.17, 9:49

Lieber Jamie,

was für eine Geschichte !
ich finde sie sehr motivierend und ich danke dir dafür das du dein Wissen mit uns allen teilst!

ich bin so froh das ich auf dieses forum durch einen rat beigetreten bin und dieses wissen gibt mir die richtige richtung!

ich weiß ich kann es auch schaffen aus dem AD loch zu kommen und bald wider ans leben an zu knüpfen !

ich schicke dir ganz viel kraft auf deinem heilungsweg!

liebe grüße
Diagnose 2015
symptome: absolute Erschöpfung >>> 20mg Citalopram

1,5 jahre -- 20mg
in zwei wochen schritten a 5mg runter (viel zu schnell)
dann zwei monate 0 (verzögerte Symptome)
wider einstieg auf 2,5mg für 5 wochen (während der Zeit Muskelkater, zittern und schwäche etc.)

dann auf 0 dann 6 wochen später crash!! Total Ausfall

zur zeit Entzugssymptome (kraftlosigkeit, empfindungsstörung, wacklig auf den beinen, erschöpft, usw.......)

seit 20.4.17
erst 2,5 mg (Wirkung zu stark)
runter auf 1mg

seit 29.4
0,5mg

11.5
Durch einen Test nachgewiesener Eisenmangel
>> seit 29.5 täglich 2,5ml Kräuterblut Eisen Floradix (wegen welle erstmal auf eis gelegt)

Bei Bedarf "Bachblüten Rescue Tropfen"
>>> aufgrund von häufigen hyperventilieren
(Langen Heulkrämpfen)




Leben ist zeichnen ohne Radiergummi

JuleK
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Re: Jamies Erfahrungsbericht: Sertralin / SSRI- induzierte Akathisie

Beitragvon JuleK » Montag, 19.06.17, 7:35

Hallo Jamie,
bin tief berührt,und kann gar nicht in Worte fassen wie furchtbar ich es finde was du erlebt hast.
Ich schicke dir die besten Wünsche für dich und dein Seelenheil.
Judith
Grunderkrankung:Fibromyalgie,Morbus Bechterew, Chronsche Schmerzen,Rezidivierende Depressionen.
Von Anfang November bis Mitte November 30 mg Duloxetin
Ab Mitte November 60mg Duloxetin
Wegen starker Nebenwirkungen und Mangels eines Arztes der mich ernst nimmt habe ich eigenständig Duloxetin reduziert.
Ab 17.03 eine Woche 50 mg
Ab24.03 eine Woche 40 mg
Ab31.03 eine Woche 30 mg
Ab da gingen die Entzugsymptome schon los.
Hab gedacht das ist nicht schlimm und vergeht bestimmt,weil die Nebenwirkungen mich schon gequält haben.
Hab dann einige Tage auf 20 und dann auf 10 reduziert.
06.04 ganz abgesetzt.
Hab auch kein Duloxetin mehr im Haus.
Hab mich noch nie in meinem Leben so schlecht gefühlt,
hatte nie so viele Körperliche Symptome,die psychischen sind nicht ganz so stark,
da überwiegt die Angst das das nie vorbei geht.
Durchfall,Starke Muskelschmerzen,Engegefühl im Brustkorb,Kopfschmerzen,Kieferschmerzen,Atemprobleme, kurzatmig,Herzrasen,Blutdruckschwankungen.Erschöpfung,null Belastbarkeit,und und und..
Es ist schwer das alles als Absetzsymptome zu akzeptieren und nicht ständig zum Arzt zu rennen,
was für mich auch sehr schwer ist,da ich das Vertrauen in die weiße Zunft verloren hab
9.05.2017 12 Kügelchen
10.05.2017 12 Kügelchen = 2mg
Novalgin 500 bei Bedarf
Fischölkapseln
11.05.2017 -21.05 =2mg :party2: Symptome fast vollständig Verschwunden
Seit 23.05 fühle ich mich wieder stark Depressiv ,schlimmer als vorher.
26.05. 13 Kügelchen abwarten,aber ich fühle mich nicht gut.
27.05 14 Kügelchen Körperliche Symptome schlimmer
28.05 14 Kügelchen keine Besserung
29/30/31.05 14 Kügelchen geht mir nach wie vor schlechter Schwindel Durchfall Brainzapps Druck im Nackenbereich
Seit 3.6 900 mg Johanniskraut täglich
Seit 5.6 zunehmend schlechter wieder starke Symptome.
9.6 Johanniskraut abgesetzt.
13.06.2017 2mg Duloxetin
14.06 2 mg Symptome werden langsam milder,aber sehr depressiv und verzweifelt.
15.06 2mg Duloxetin je 1 Tabl. Schüsslersalz 5 +7
16.06 2 mg+ 2 mal 1 Novalgin a 500 mg, Druck im Nacken und Hinterkopf,Schmerzen,Gefühl von Anfluten mit Schwindel im Kopf.
21.06 Bin seit einigen Tagen weitgehend stabil bleibe jetzt für ca 14 Tage bei dieser Dosis.
2mg Duloxetin 2- 3mal 1 Tabl Neurexan, Novalgin bei Bedarf
Seit 21.06 Täglich 2m Duloxetin = 12 Kügelchen Novalgin und Neurexan bei Bedarf.
Weitgehend Stabil bei Anstrengung Brainzapps ab und zu Schwindel.
Seit 16 .07 11 Kügelchen geht mir gut damit,aber ich warte noch ab.
Seit 27.07 12 Kügelchen =2mg
Seit 24.08 11Kügelchen geht mir gut damit werde 4 Wochen dabei bleiben.
Rhus Tox D12 3 mal 4 Globuli war ein Fehler !
Geht mir so richtig schlecht
Ab 6.09.2017 2mg Duloxetin
Bleibe für ca 3 Monate bei dieser Dosis
Seit 15.092017 2mg = 6 Kügelchen abends und morgens
Seit 28.09.17 Zusätzlich 75mg Voltaren resinat,20 mg Pantozol,200mg Aciclovir.
Seit 14.11.17 6 Kügelchen morgens 5 Kügelchen abends
Voltaren 50 mg Tlidin 50/4 Pantozol 20 mg

Reena
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Re: Jamies Erfahrungsbericht: Sertralin / SSRI- induzierte Akathisie

Beitragvon Reena » Mittwoch, 05.07.17, 11:57

Hallo Jamie, ich habe gerade deinen Erfahrungsbericht gelesen und wie bei so vielen Berichten die von solchen Ereignissen berichten, stehen mir einfach nur die Haare zu berge!!! Es ist unfassbar, was die Ärzte und vor allem Psychater und Neurologen machen, ich habs ja auch erlebt. Zum einen wird wirklich alles, wofür die keine Erklärung haben als Depression diagnostiziert, was totaler schwachsinn ist! Ich hab auch 1000 mal diese Diganose bekommen, dabei ist das, was ich habe absolut keine Depression, sondern schwere Erschöfpungszuständen. Wenn man dann ausnahmsweise mal auf einen guten Arzt trifft, der einen wirklich wahrnimmt, dann kommen plötzlich Aussagen wie, nein, sie haben doch keine Depression, das passt überhaupt nicht auf sie... und zum anderen werden dann alle Nebenwirkungen, die man durch die Medikamente hat auch noch auf den eigenen "psychischen" Zustand geschoben. Mir wurde sogar in einer Klinik gesagt, als ich ein weiteres Medikament ablehnt, "sie wollen ja gar nicht gesund werden"... naja. Wir können nur hoffe, dass irgendwann dieser Medikamentenwahn ein Ende nehmen wird.
Zu deinen Schlafstörungen wollte ich noch sagen... hast du mal eine Traumatherapie gemacht mit den Methoden PITT (Luise Reddemann) und EMDR? ich kenne Menschen, denen dies sehr geholfen hat bei Schlafstörungen. Ich möchte das jetzt auch beginnen. Außerdem hilft mir sehr regelmäßige Meditation und Bodyscan, das ist eine spezielle Entspannungstechnik (die einzige, die bei mir irgend eine Wirkung zeigt). Falls du mehr darüber wissen möchtest, sag einfach bescheid!
Als ich vor einigen Jahren, allerdings noch vor meiner Medikamentenzeit mein Examen gemacht habe, habe ich sehr ähnliche Zustände durchgemacht, wie du sie beschreibst... ich hab auch über längere Zeit höchstens 2-3 Stunden geschlafen. Zum Glück bin ich damals noch nicht zum Arzt deswegen... aber gar nichts tun löst das Problem dann leider auch nicht und es ist eben gar nicht so leich echte, gute und hilfreiche UNterstützung zu finden... Grüße!

Jamie
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Re: Jamies Erfahrungsbericht: Sertralin / SSRI- induzierte Akathisie

Beitragvon Jamie » Mittwoch, 05.07.17, 19:13

Hallo Reena :), hallo alle :)

danke für dein Mitgefühl, ich danke auch allen anderen VorschreiberInnen für ihre empathischen Worte.

Ja, ich kenne EMDR und habe EMDR auch als Traumatherapie 2006 gemacht. Allerdings im Zustand akutesten Sertralinentzugs; ich fürchte, das war weder zielführend noch sinnvoll noch hat es geholfen.
PITT habe ich noch nicht gehört, werde mich aber mal schlau machen.
Meditationen sind super und die praktiziere ich auch; Bodyscan kenne ich ebenfalls, praktiziere ich in abgewandelter Form.

Danke für deine Gedanken und deinen Input.
Schreibst du uns mal in deinem eigenen Thread (hast du einen?), was das mit deiner Schlaflosigkeit auf sich hat?

Grüße
Jamie
...........SIGNATUR...............


:arrow: Eure Mithilfe ist gefragt - wer benutzt die Wasserlösemethode?


:!: mein Erfahrungsbericht (AD absetzen / erzwung. Kaltentzug / SSRI / Akathisie): viewtopic.php?f=51&t=12478


Meine PN-Funktion ist deaktiviert. Ich danke für euer Verständnis.

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Das Team sorgt für die Rahmenbedingungen im Forum und organisiert den Austausch. Ansonsten sind wir selbst Betroffene und geben vor allem Erfahrungswerte weiter, die sich aus unserer eigenen Geschichte und aus Erfahrungen anderer ergeben haben.

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Re: Jamies Erfahrungsbericht: Sertralin / SSRI- induzierte Akathisie

Beitragvon Reena » Mittwoch, 05.07.17, 21:15

Hallo Jamie,

ich kann mir auch gut vorstellen, dass in einem akutesten Sertralinentzugs wahrscheinlich keine Therapie irgendwelche tiefgreifenden Erfolge hat, außer dass man jemanden hat, der einen durch solche krassen Symptome hindurch begleitet!
Am besten scheint wohl zu sein, wenn man einen Therapeuten findet, der sich mit PITT und EMDR auskennt... PITT Therapeuten sind nicht so ganz leicht zu finden, es gibt eine Liste, die man beim INstitut erfragen kann, aber da stehen leider lange nicht alle drauf, die mit PITT arbeiten... ich hab einfach meine Stadt und PITT eingegeben und nach viel suchen habe ich dann doch einige gefunden, die auch von der Kasse bezahlt werden.

Ich hab zwar einen Thread
viewtopic.php?t=12653
aber es ist kein Erfahrungsbericht. Den schreibe ich gerne, wenn ich noch weiter unten bin mit dem Quetiapin. Meine Schlafstörungen habe ich schon sehr lange, schon lange vor den Medikamente bzw. die Schlafstörungen waren der Auslöser, dass ich Medikamente bekommen habe... sie haben in stressigen Prüfungsphasen ihren Urspung und haben sich dann gefestigt in einer für mich sehr schwierigen Beziehung...
Jetzt, mit 40mg Quetiapin kann ich einigermaßen schlafen, es ist allerdings sehr labil und es darf dafür im Leben nichts belastendes oder stressiges geshehen, schon gar nicht, darf mein Wecker morgenes klingeln, sonst bin ich gleich schon ein paar Stunden vorher wach ;-) (allerdings nicht wie ein "normaler" Mensch, ich weiß allerdings nicht, ob das nun noch die Wirkung von den 40mg ist oder ob ich inzwischen besser schlafen kann...
VIel mehr kann ich zu dem Thema auch leider gar nicht sagen...
Wie schön, dass dir auch Meditation und Bodyscan hilft... schlussendlich haben wir es nur selber in der Hand, auch wenn der Weg nicht leicht und oft auch nicht eindeutig ist.
Ich schick dir hier mal noch den Link von meinem Bodyscan, er geht ca 40 Minuten... und ich finde die begleitende Stimme sehr angenehm ;-)
http://www.linda-lehrhaupt.com/begleite ... body-scan/

Ach so, und hier noch der Link von PITT
http://www.luise-reddemann.de/home/

Liebe Grüße Reena
Symptome: CFS chronisches Erschöpfungssyndrom seit Ende 2011 (d.h Schlafstörungen, Erschöpfungsszustände mit grippeähnliches Symptomen wie leicht erhöhte Temperaturen, Verschlechterung des körperliches Zustandes nach körperlicher Belastung, Phasenweise Angstzustände.
Medikation:
Mai 2012: Mirtazapin 15mg zum schlafen
Mai 2013. Mirtazapin abgesetzt ohne weitere Probleme
September 2014: Trimipramin 20mg zum schlafen
30.11.2015: Mirtazapin 7,5mg zum schlafen
7.12.2015 Mirtazapin 15mg zum schlafen
weniger Tage danach heftigste Symptome/ Nebenwirkungen/ Unverträglichkeit: Vibrieren im ganzen Körper, Schüttelfröste und Frieren, Schlaflosigkeit
13.12.2015 Mirtazapin komplett abgesetzt
14.12.2015 Trimipramin komplett abgesetzt
danach blieben die Nebenwirkungen, in leicht abgeschwächter Form,
Daraufhin bekam ich
Januar 2016 Quetiapin eingeschlichen bis auf 250mg

Reduktion Quetiapin 2016:
Februar/ März 2016 Quetiapin reduziert auf 200mg
17.4.2016: Quetiapin reduziert auf 175mg
Daraufhin ca 3 Wochen starke Schweißausbrüche
1.5.2016: Quetiapin reduziert auf 150mg
31.5.2016: Quetiapin reduziert auf 125mg
15.6.2016: Quetiapin reduziert auf 100mg
30.6.2016: Quetiapin reduziert auf 75mg
Dauraufhin ab 1.8.2016 andauernd extreme Kältezusammenbrüche, die sich nach einigen Tagen wieder etwas besserten
18.9.2016: Quetiapin reduziert auf 50mg
Daraufhin ab 6.10.2016 totaler Kältezusammenbruch der über Wochen bleibt (26Grad Zimmertemperatur, vielen Decken, Wollpullis, Wärmflaschen, trotzdem totales Frieren, dazu Schweißausbrüche in Strömen ohne Ende)
24.10.2016: Quetiapin wieder erhöht auf 75mg

30.01.2017 Quetiapin reduziert auf 70mg
01.03. 2017 Quetiapin reuziert auf 60mg
24.03.2017 Quetiapin reduziert auf 55mg
06.04.2017 Quetiapin reuduziert auf 50mg
23.04.2017 Quetiapin retard 50mg gewechset auf Quet. 50mg unretardiert
04.05.2017 QUetiapin reduziert auf 45mg
02.06.2017 Quetiapin reudzeirt auf 40mg
Die ganze Absetzzeit ist seit Agust 2016 begleitet von extremem Frieren, Schüttelfrösten und Schweißausbrüchen. Zwischenzeitlich ist es etwas besser, aber schwankend. NAch den jeweiligen Absetztschritten wird es mir immer mehrmals am Tag schlecht.

SeventhWave
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Re: Jamies Erfahrungsbericht: Sertralin / SSRI- induzierte Akathisie

Beitragvon SeventhWave » Mittwoch, 12.07.17, 9:33

Guten Morgen!

In den letzten Tagen, in denen ich hier viel gelesen habe, ist mir vor allem die Qualität deiner Beiträge aufgefallen. Und jetzt hab ich den Thread hier durchgelesen.

Mir wird regelrecht schlecht dabei; der Geschmack dieser Nächte, in denen man in Hut und Mantel durchs Wohnzimmer tigert, den Finger immer am Schnellruf für den Notdienst und mit einem Bein in der Geschlossenen, obwohl man weiß, dass dann nur noch schlimmer werden kann.

Ich habe keine Ahnung, woher du für so einen langen Zeitraum diese unmenschliche Kraft mobilisieren konntest. Eine grauenhafte Geschichten.


Alle was hiernach schreiben wollte, habe ich wieder gelöscht, ich finde dafür keine Worte.

Aber es hat was mit Respekt, Hochachtung und tiefem Mitgefühl zu tun.

Alles gute

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Vorgeschichte:

► Text zeigen

Beginn Wasserlösmethode Citalopram Mylan Dura 40 mg
18.07.17 36 mg (-10 %)
29.08.17 32,8 mg (-8,9 %)
28.09.17 30,4 mg (-7,317 %)
07.11.17 28,8 mg (-4,605 %)

stubi
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Re: Jamies Erfahrungsbericht: Sertralin / SSRI- induzierte Akathisie

Beitragvon stubi » Donnerstag, 13.07.17, 9:26

Liebe Jamie,

ich möchte dir hiermit sagen, das ich dich unwahrscheinlich bewundere und meinen Hut vor deiner Stärke ziehe.

Nur mein lesen hier im Forum haben mich davon abgehalten, erneut zu PP zugreifen.

Vielen Dank das ihr hier so gute Arbeit leistet.

Liebe Grüße
Renate


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