Hinweis: hier klicken zum Schließen dieser Ankündigung ->
Liebe ADFDler,

Wir haben eine große Softwareaktualisierung durchgeführt. Im Ideal funktioniert alles wie bevor, nur dass ein paar Details ein wenig anders aussehen. Falls es in den nächsten Tagen doch Probleme gibt, bitte beschreibt was ihr gemacht habt und was nicht so war, wie ihr es erwartet in diesem Thread:

Problemsammlung nach Softwareaktualisierung (Januar 2018)

Vielen Dank für Eure Hilfe.

Euer ADFD Team

17 Jahre Fluspirilen - jetzt seit 7 Monaten clean!

Sammlung von Erfahrungsberichten mit Psychopharmaka.
Antworten
Filzblume
Beiträge: 95
Registriert: Freitag, 17.07.15, 11:03
Wohnort: Ruhrgebiet
Hat sich bedankt: 45 Mal
Danksagung erhalten: 148 Mal

17 Jahre Fluspirilen - jetzt seit 7 Monaten clean!

Beitrag von Filzblume » Freitag, 19.05.17, 11:17

Liebes Forum,

ich wurde gebeten, meine Erfahrungen in Bezug auf meine Medikation aus der Vergangenheit hier mit Euch zu teilen. Zunächst möchte ich mich aber bei allen hier im Forum bedanken, vor allem beim Team, die unermüdlich trotz eigener großer Probleme immer für mich da waren. Und ich bedanke mich auch bei denen, die sich hier meine Sorgen "angetan" haben. Es tat immer unendlich gut hier zu schreiben. Siehe hierzu den Thread "Mein Tagebuch nach unfreiwilligem Kaltentzug von NL".

Ich habe seit 1999 Fluspi erhalten. Aufgrund von dauerhaft ungelösten Konflikten hat sich mein Körper brutal gemeldet. Es waren keine Depressionen und keine Panikattacken, aber ebenso belastend. Nie wusste man es los ging, konnte jederzeit passieren. Damals wusste ich nicht wo der Hammer hängt. Mit Sicht von heute packe ich mich an den Kopf, was ich mir alles habe bieten lassen. Ich habe in den Jahren auch immer wieder Pause von Fluspirilen gemacht, was ohne Probleme ging. Einmal habe ich mit Bachblüten überbrückt, was wirklich gut war.

Als ich das Problem beseitig hatte, ging es mir wieder besser. Doch leider ließ das nächste Problem nicht lange auf sich warten, und das nächste und das nächste.

In den ganzen Jahren war ich 3 mal in der Reha, habe 100 Sitzungen Psychotherapie hinter mich gebracht und einen Aufenthalt in einer Psychiatrischen Tagesklinik.

Zwischenzeitlich hat man mir auch immer wieder andere AD's verschrieben, die ich aber durch die Bank nicht vertragen habe. Schlußendlich bin ich dann bei Doxepin gelandet und habe das auch noch mehrere Jahre genommen. Mehrere Versuche Doxepin wieder loszuwerden sind gescheitert. Als ich in die Psychiatrische Tagesklinik, habe ich es dann geschafft Doxepin loszuwerden. Es war über Wochen die Hölle für mich. Ich konnte kaum essen und kaum schlafen. Fernseh gucken, lesen, etc. ging gar nicht. Ich hatte das Gefühl, als wenn in meinem Kopf 3 Gehirne gleichzeitig arbeiten und denken. nach gut 8 Wochen ging es dann besser. Mir gab man dann Mirtazapin zum überbrücken. Ich habe das aber auch gerade mal nur 4 Wochen genommen. Der Brüller ist, dass viele Symptome - die in Richtung Psyche gingen - nach Beendigung der Einnahme von Doxepin einfach verschwanden. Bis heute meint aber aber noch, das sei mein Krankheitsbild gewesen. Das ist einfach lächerlich. Das waren die Nebenwirkungen vom Doxepin, nichts anderes.

Im Oktober 2016 bekam ich dann die letzte Fluspi gespritzt. Der Hersteller hat die Produktion beendet mit der Begründung es sei obsolet. Ende Oktober ging es dann los. Mir ging es richtig mies. Das über Monate. Wer nun denkt, dass ich rezidiv war oder das alleine Entzug war, der irrt. Das Ergebnis war unterm Strich etwas ganz anderes. Ich habe einen Schimmelpilz in der Garage, der mir seit 3 - 4 Jahren ordentlich zugesetzt hat. Wenn ich mit dem Symptomen zum Arzt gegangen bin, hat man mir versucht einzureden, es sei mein Krankheitsbild.

Zwischenzeitlich - aufgrund von endlich guter Psychotherapie und auch dank der Tagesklinik hat man den Fehler in meinem System erkannt. Ich bin immernoch dabei, neu zu lernen und umzudenken. Eine Erziehungssünde meiner Eltern hat dazu geführt, dass ich mein ganzes Leben wie fern- und fremdgesteuert "funktioniert" habe und auf gut Deutsch "jeder Hund in der Pfanne verrückt" geworden wäre. Der Hinweis darauf, dass Gründe für meine psychische Störungen aus der Vergangenheit beseitigt wurden und dass sich meine Psyche auf andere Weise meldet und ich es auch genau weiß, wann meine Psyche Terror macht wollte niemand hören. Das geht bis heute so, es ist einfach nur müßig.

Aufgrund des Pilzangriffs in meiner Garage ist derzeit noch mein ganze Stoffwechsel durcheinander. Ich bin total übersäuert, total verpilzt und überschwemmt mit Histaminen. Die Leber hat gut zutun und ist absolut überfordert. Hinzu kam, dass man mir über Jahre wegen der Symptome der Schimmelpilzvergiftung ordentlich Fluspi gegeben hat und noch jede Menge oben drauf packen wollte, worauf ich mich aber nicht eingelassen habe. Das da der Körper rebelliert ist klar. Und wenn ich hier lese, dass viele Probleme mit HIT haben, wundert es mich auch nicht. Man darf auch nicht vergessen, dass AD's und Co. den Stoffwechsel stark beeinflussen.

Vor sechs Wochen habe ich die Garage verlassen. Leider musste ich auch mein Auto verschrotten lassen, weil sich der Pilz auch in dem Lüftungssystem meines Autos ausgebreitet hat. Mir geht es seit dem viel viel besser. Alle Symptome, die das zentrale Nervensystem betrafen, sind vollkommen verschwunden.

Ich habe mir die Mühe gemacht einmal eine große Rechnung aufzumachen. Wenn man alle Fluspi-Spritzen, Rehas, Therapien und Arztbesuche zusammen rechnet, dazu meine dadurch bedingte Arbeitslosigkeit, die Steuern aus dem Kaufkraftverlust aufaddiere zieht es einem glatt die Schuhe aus. Ich habe in den ganzen 17 Jahren der Allgemeinkasse rund 1 Mio Euro gekostet. Das meiste davon war Murks. Von den 100 Therapie-Sitzungen waren 75 für die Katz. Immer schön am Ziel vorbei geschossen, obgleich die Lösung so einfach war! Ebenso die drei Rehas - immer am Ziel vorbei. Bei der dritten Reha bin ich nach zwei Wochen abgehauen, weil ich das ganze doofe Gesabbel nicht mehr hören konnte. Man wird einfach in eine Schublade gesteckt die bei mir heißt: "Singel, kinderlos = Plemm Plemm". Das was richtig gut war, war die Tagesklinik. Nach dem Motto "Big Brother's watching you" hat man den Fehler bei mir im System erkannt. Die darauf folgende Verhaltenstherpie (bei einem ganz anderen Therapeuten) war super. Ich musste mich wohl komplett umprogrammieren, bin damit auch nach wie vor noch gut beschäftigt. Ich musste 14 Jahre darauf warten, dass man mir richtig hilft. In der Zeit haben sich die Ärzte an mich gesund gestoßen und ich habe dem Steuerzahler damit auf den Taschen gelegen.

Ich kann nur jedem den Tipp geben, sich genau zu überlegen, ob der AD's und Co. wirklich braucht. Ganz oft haben die Ärzte einfach keinen Bock, sich mit etwas zu beschäftigen, was schwierig ist. Ich bin derzeit dabei, mich wirklich selbst zu heilen. Ich bekomme von der Schulmedizin nicht eine einzige Hilfestellung - mit Ausnahme der erneuten Gabe von AD - was gar nicht geht und auch nicht notwendig ist. Sind die Blutwerte ok und man fühlt sich schlecht, dann hat man einen an der Waffel! Das ist eine ganz gemeine Sache! "Spekulative Medizin" habe ich das genannt - ich glaube das trifft es in meinem Fall und auch bei vielen anderen. Auch gebe ich den Tipp immer schön zäh zu bleiben und nicht auf Spekulativmedizin einzugehen. Bei mir hat es sich auf jeden Fall gelohnt. OK, war auch anstrengend, aber von nichts kommt nichts.

Wenn mich heute einer fragt "Woran erkennt man, dass es die Psyche ist?" antworte ich: "Das merkst Du. Und wenn Du es merkst, dann steht zu Dir selbst und lasse Dir helfen. Sprich mit Betroffenen und frage Dich durch. Aber lasse Dich nicht von den Ärzten in eine Schublade stecken, die es gar nicht gibt. Du weißt besser, was Dir in Deinem Leben auf den Keks geht bzw. weißt selbst am besser, wie Deine Vergangenheit aussieht und was Dich bis heute beschäftigt!"

Ich bin gespannt, wie die nächsten Wochen werden. OK, ich muss mich in Sachen Ernährung und Gewohnheiten ganz schön umstellen. Doch ich denke es lohnt sich. Ich freue mich aufs Leben! Ich denke, dass kann hier jeder unterschreiben.

Liebe Grüße

Eure Filzblume :fly:


Nachsatz: Im Januar war ich im KH, Ausschluss Borreliose und MS. Auch da war ich ganz schnell in der Schublade Psyche. Der Abschlussbericht schreit danach an allen Ecken und Kanten. Eine Sachgasse! Ich habe das an die zuständige Ärztekammer weiter geleitet, mit dem Auftrag für mich tätig zu werden. Bin gespannt, was passiert. Soll heißen: Wehrt Euch wenn Ihr der Meinung seit es geht Euch wie mir! Wege gibt es genug! :alptraum:
Zuletzt geändert von Jamie am Freitag, 19.05.17, 11:46, insgesamt 2-mal geändert.
Grund: Medikamentenname in Titel voll ausgeschrieben
Folgende Benutzer bedankten sich beim Autor Filzblume für den Beitrag (Insgesamt 6):
MurmelineJamieLinLinapadmaDanePenelope
2000 - 2016 Fluspirilen 1x pro Woche 1,2 ml - immer wieder mit Unterbrechungen, Krankheitsbild somatoforme Störungen
2006 Fluspirilen für 9 Monate abgesetzt - nichts passiert, alles ok, zwischenzeitlich Bachblütentropfen genommen, Fluspirilen dann wieder genommen wegen Schicksalsschlag
2009 - 2013 Doxepin 125 mg nach zweimaligem Schicksalsschlag
2013 - Doxepin entzogen, 6 Wochen Hölle (Kribbeln im Kopf, max 2 Stunden nachts geschlafen, Gedankenüberschläge, Knochenschmerzen, Unruhe, extrem geräuschempfindlich, reizüberflutet, TV gucken nicht möglich, Übelkeit
2002 - Mitte 2016 sporadisch Zolpidem, dann aber auch heftig aber keine Probs beim Absetzen, da es nicht kontinuierlich genommen wurde
seit 11. Oktober 2016 - Fluspirilen wird nicht mehr hergestellt, Kaltenzug, Schwindelgefühl, Konzentrationsstörungen, Knochenschmerzen, Muskelverspannungen,Ohrensausen, Übelkeit, Durchfall, Harndrang trotz leerer Blase, TV gucken nicht gut, Musik hören ok, Gespräche folgen ganz schlecht, Lesen OK. Zwischenzeitlich wurde Fluoxetin eingesetzt - nach der zweiten Tablette sofort sein gelassen - Blitzgewitter im Kopf, Boxhandschuh im Magen

September 2017 - noch einmal Fluspi eindosiert 1,0 ml. Dann im 2-3Wochen-Takt immer um 0,1 ml reduziert. Seit Anfang Dez. 2017 fertig mit der Reduzierung. Mitte Januar 2018 - es kommen erste Absetzsymptome. Macht nicht wirklich Freude.

Abschließende Diagnose: 2009 einen Schrank gekauft. Dieser Schrank war voller Giftstoffe, die sich Anfangs in Form vom innerer Unruhe und Blasenentzüngung gezeigt haben. 1,5 Jahr regelmäßig Antibiotika wegen der ständigen Blasenentzündung genommen und anscheinend damit den Darm abgeschossen. Mit dem Schrank kamen aber auch Unverträglichkeiten gegenüber Chemikalien. Wurde aber zunächst als Psychosomatik abgetan und ordentlich Fluspi gespritzt. Und schon war der Teufelskreis da.

Vorläufiges Endergebnis:
MCS-Syndrom (Multiple Chemikalien Sensibilität). Wohlmöglich verstärkt durch einen verkorksten Darm (Leaky-Gut-Sydrom) was diffuse Lebensmittelunverträglichkeitenund Allergien zurfolge hat. Die zweite Möglichkeit ist ein Enzymmangel, welches Giftstoffe verarbeitet. Wenn Schadstoff-Exposition dann gerät die Leber unter Stress. Sehr unangenehm.

Jamie
Team
Beiträge: 13314
Registriert: Montag, 04.02.13, 22:37
Hat sich bedankt: 15587 Mal
Danksagung erhalten: 19969 Mal

Re: 17 Jahre Fluspirilen - jetzt seit 7 Monaten clean!

Beitrag von Jamie » Freitag, 19.05.17, 11:47

Hallo Filzblume,

das ist ein super Bericht. Vielen vielen Dank :) .

Ich wünsche dir von Herzen alles Gute für deinen weiteren Lebensweg, Genesung und Heilung auf allen Ebenen :group:

Jamie
Folgende Benutzer bedankten sich beim Autor Jamie für den Beitrag:
Filzblume
...........SIGNATUR...............


:arrow: Eure Mithilfe ist gefragt - wer benutzt die Wasserlösemethode?


:!: mein Erfahrungsbericht (AD absetzen / erzwung. Kaltentzug / SSRI / Akathisie): viewtopic.php?f=51&t=12478


Meine PN-Funktion ist deaktiviert. Ich danke für euer Verständnis.

-----------------------------

Infos über mich:
► Text zeigen
____________________________________________________________________________________________


Hinweis:
Das Team sorgt für die Rahmenbedingungen im Forum und organisiert den Austausch. Ansonsten sind wir selbst Betroffene und geben vor allem Erfahrungswerte weiter, die sich aus unserer eigenen Geschichte und aus Erfahrungen anderer ergeben haben.

Filzblume
Beiträge: 95
Registriert: Freitag, 17.07.15, 11:03
Wohnort: Ruhrgebiet
Hat sich bedankt: 45 Mal
Danksagung erhalten: 148 Mal

Re: 17 Jahre Fluspirilen - jetzt seit 7 Monaten clean!

Beitrag von Filzblume » Freitag, 19.05.17, 22:03

Hallo Jamie,

ich danke Dir sehr für die Wünsche! Ich bleibe Euch aber auch noch erhalten. Ich mag es nicht, wenn man sich so einfach "verpieselt". Und von Heilung kann ich noch lange nicht sprechen. Die HIT ist ja immernoch da, meine Leber tobt, die Nieren schließen sich dem an. Ich bleibe aber weiter am Ball. Das Tagebuch geht mind. noch ein Jahr weiter. Denn man lebt nur einmal! Und wenn es irgendwie irgend jemand helfen kann, hat es sich schon gelohnt.

Gruß Filzblume
Folgende Benutzer bedankten sich beim Autor Filzblume für den Beitrag (Insgesamt 2):
padmaMurmeline
2000 - 2016 Fluspirilen 1x pro Woche 1,2 ml - immer wieder mit Unterbrechungen, Krankheitsbild somatoforme Störungen
2006 Fluspirilen für 9 Monate abgesetzt - nichts passiert, alles ok, zwischenzeitlich Bachblütentropfen genommen, Fluspirilen dann wieder genommen wegen Schicksalsschlag
2009 - 2013 Doxepin 125 mg nach zweimaligem Schicksalsschlag
2013 - Doxepin entzogen, 6 Wochen Hölle (Kribbeln im Kopf, max 2 Stunden nachts geschlafen, Gedankenüberschläge, Knochenschmerzen, Unruhe, extrem geräuschempfindlich, reizüberflutet, TV gucken nicht möglich, Übelkeit
2002 - Mitte 2016 sporadisch Zolpidem, dann aber auch heftig aber keine Probs beim Absetzen, da es nicht kontinuierlich genommen wurde
seit 11. Oktober 2016 - Fluspirilen wird nicht mehr hergestellt, Kaltenzug, Schwindelgefühl, Konzentrationsstörungen, Knochenschmerzen, Muskelverspannungen,Ohrensausen, Übelkeit, Durchfall, Harndrang trotz leerer Blase, TV gucken nicht gut, Musik hören ok, Gespräche folgen ganz schlecht, Lesen OK. Zwischenzeitlich wurde Fluoxetin eingesetzt - nach der zweiten Tablette sofort sein gelassen - Blitzgewitter im Kopf, Boxhandschuh im Magen

September 2017 - noch einmal Fluspi eindosiert 1,0 ml. Dann im 2-3Wochen-Takt immer um 0,1 ml reduziert. Seit Anfang Dez. 2017 fertig mit der Reduzierung. Mitte Januar 2018 - es kommen erste Absetzsymptome. Macht nicht wirklich Freude.

Abschließende Diagnose: 2009 einen Schrank gekauft. Dieser Schrank war voller Giftstoffe, die sich Anfangs in Form vom innerer Unruhe und Blasenentzüngung gezeigt haben. 1,5 Jahr regelmäßig Antibiotika wegen der ständigen Blasenentzündung genommen und anscheinend damit den Darm abgeschossen. Mit dem Schrank kamen aber auch Unverträglichkeiten gegenüber Chemikalien. Wurde aber zunächst als Psychosomatik abgetan und ordentlich Fluspi gespritzt. Und schon war der Teufelskreis da.

Vorläufiges Endergebnis:
MCS-Syndrom (Multiple Chemikalien Sensibilität). Wohlmöglich verstärkt durch einen verkorksten Darm (Leaky-Gut-Sydrom) was diffuse Lebensmittelunverträglichkeitenund Allergien zurfolge hat. Die zweite Möglichkeit ist ein Enzymmangel, welches Giftstoffe verarbeitet. Wenn Schadstoff-Exposition dann gerät die Leber unter Stress. Sehr unangenehm.

Penelope
Beiträge: 28
Registriert: Sonntag, 20.03.16, 19:48
Hat sich bedankt: 10 Mal
Danksagung erhalten: 17 Mal

Re: 17 Jahre Fluspirilen - jetzt seit 7 Monaten clean!

Beitrag von Penelope » Mittwoch, 12.07.17, 19:56

Liebe Filzblume

Eine Leidensgenossin! Ich kann dir so gut nachfühlen. Bei mir hat es jetzt 3.5 Jahre gedauert, bis ich auf eigene Faust herausgefunden habe, dass meine ganzen Symptome mit Schimmel zu tun hatten/haben. Auch ich habe etliche Psycho-Stunden bezahlt (aus eigener Tasche), habe hunderte von Supplementen probiert, konnte jetzt 2 Jahre nicht mehr arbeiten und unsere Familie erlitt ein grosses Finanzloch. Von Ärzten lasse ich mich generell nicht mehr behandeln, da es wohl schwierig ist, dass Mediziner mal über den Tellerrand blicken. Was nicht in ihr fest eingezäuntes Wissen hineinpasst, ist einfach nicht real. Ärzte sind extrem unwissenschaftlich. Sie glauben, was untermauert ist, können sich aber nicht vorstellen, dass es ja noch Dinge gibt, die sie womöglich nicht wissen. Irgendwie lächerlich. Ich musste mir alles anhören - von stressbedingter Phase, Depressionen, Angststörung, verfrühte Menopause bis hin zu Hypochondrie - und es ist ehrlich gesagt ein Wunder, dass ich unter all der Verweigerung mir gegenüber nicht zusammengebrochen bin.

Aber ich bin noch längst nicht da, wo du jetzt bist. Bin aber zuversichtlich, weil mein Problem jetzt endlich einen Namen hat: CIRS.
Schwierig ist nur, dass ich hier keine Medikamente kriege, um die Biotoxine aus meinem Körper zu bekommen. Jene, die wirklich gut wirken, sind leider rezeptpflichtig. Ich nehme jetzt Aktivkohle und modifiziertes Citruspektin. Aber damit kann es wohl lange dauern, bis ich frei von Toxinen bin.
Zudem bin ich dem Schimmel noch nicht ganz entkommen. Obwohl in unserer Wohnung der Schimmel fachgerecht entfernt wurde, sind unsere Möbel und alles Zellophanhaltige immer noch voller Sporen. Ich müsste also alles wegschmeissen, was nicht so einfach hat, wenn man sich finanziell für all die sinnlosen Therapien finanziell ruiniert hat. Aber in kleinen Schritten wird das irgendwie gehen müssen. Und wenn es in einem Jahr nicht merklich besser ist, dann werde ich wohl mal ein paar Monate ausziehen, um fernab meines Hab und Guts zu genesen. Mit einer kleinen Tochter ist das allerdings nur schwer vorstellbar und ich hoffe, dass ich das vermeiden kann.

Und das SSRI habe ich auch noch längst nicht abgebaut. Mir hat das sehr geholfen, warum auch immer. Ich hatte zwar trotz Medi noch "schräge Flashs" durch den Schimmel, aber ich konnte viel besser schlafen, was ich ohne kaum mehr hingekriegt habe (anfangs schlief ich für ein halbes Jahr nur noch 3 Stunden pro Nacht). Aber ich will die Medis längst nicht mehr. Jetzt ist halt Geduld angebracht.

Was machst du denn gegen die Toxine im Körper? Oder hast du diese rasch abgebaut, nachdem du von der Garage weggezogen bist? Je nach genetischer Veranlagung kann man die Toxine ja besser oder schlechter bzw. gar nicht selbst abbauen.

Herzlich
Penelope
Folgende Benutzer bedankten sich beim Autor Penelope für den Beitrag:
padma
Symptome vor dem SSRI (Frühling 2014 - September 2014)

Kopfschmerzen, erhöhter Puls, Schlafstörung, innere Unruhe, Muskelschmerzen, Stimmungsschwankungen, Hirn wie unter Strom, inneres Vibrieren, Sehstörungen, Gedächtnisverlust, Wortfindungsstörung, Brustschmerzen, zu geweitete Bronchien

Citalopram (September 2014 - heute)

Dosierung ab September 2014: erst auf 10, 1 Woche später auf 20 mg
Beschwerden gingen alle massiv zurück, blieben nur noch leicht spürbar vorhanden

Dosierung ab Mai 2015: von 20 auf 10 mg
Absetzsymptome: 3 Monate lang gleich wie Grundsymptome, aber die Intensität ging zurück wie zuvor mit 20 mg

Dosierung ab Ende 2016: von 10 auf 5 mg
Absetzsymptome: nach 3 Tagen für 4-5 Tage (gleich wie im Mai 2015), dann bereits verschwunden

Dosierung ab 5. März 2016: von 5 auf 0
Absestzsymptome: nach 3 Tagen steigernd, gleiche Symptome wie vor SSRI, aber nicht so stark

Wechsel zum Ausschleichen auf Ecitalopram Tropfen

Aufdosierung ab 22. März 2016: Beginn mit 3 Tropfen (=3 mg)
Absetzsymptome: nach einer Woche für ein paar Tage sehr schlimm, dann rasche Besserung

Dosierung ab 2. Mai 2016: Beginn mit 2 Tropfen (= 2 mg)
Absetzsymptome: schlechter Schlaf, nach langer Zeit wieder einmal stark erhöhter Puls

Dosierung ab 1. Juni 2016: 1 Tropfen (=1 mg)
Keine Absetzsymtome mehr

Dosierung ab 14. Juli 2016: auf 0

6 Wochen später: Absoluter Terror. Angst, Unruhe, unaushaltbare Gefühle der Traurigkeit

Dosierung ab 8. September: Wiederaufnahme Escitalopram 3 Tropfen (=3 mg)
Sofortige Besserung am 1. Tag

8. Oktober: Erhöhung auf 4 Tropfen (4 mg Escitalopram)

1. Januar - 30. Mai: runter auf 3 Tropfen (3 mg)

30. Juni: Versuch unter 3 Tropfen misslungen (starke Symptome), auf 4 zurück

14. Juli: Runter auf 3.75 mg

Antworten