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Liebe ADFDler,

Wir haben eine große Softwareaktualisierung durchgeführt. Im Ideal funktioniert alles wie bevor, nur dass ein paar Details ein wenig anders aussehen. Falls es in den nächsten Tagen doch Probleme gibt, bitte beschreibt was ihr gemacht habt und was nicht so war, wie ihr es erwartet in diesem Thread:

Problemsammlung nach Softwareaktualisierung (Januar 2018)

Vielen Dank für Eure Hilfe.

Euer ADFD Team

Cipralex absetzen bei Hashimoto

Sammlung von Erfahrungsberichten mit Psychopharmaka.
ganz normal
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Cipralex absetzen bei Hashimoto

Beitrag von ganz normal » Donnerstag, 02.07.15, 11:19

Liebe Mitglieder,

ich eröffne ein neues Thema, weil ich nun um einige Erkenntnisse reicher bin und diese weitergeben möchte. Ev. können meine Erfahrungen jemandem helfen.

Kurz zu mir: Ich habe eine Hashimoto-Thyreoiditis, welche erst spät erkannt wurde. Bei der Einstellung mit L-Thyroxin häuften sich die Unruhezustände und es wurden Panikanfälle daraus. Niemand erklärte mir, dass diese Unruhe vom L-Thyroxin kommt und einfach nur ausgehalten werden muss und dann wieder verschwindet. Als die Panik zu heftig war, wies ich mich in eine psych. Tagesklinik ein und bekam dort Cipralex.
Auf mein explizites Nachfragen, ob sich das mit L-Tyroxin verträgt, wurde mir deutlich gesagt: "Kein Problem!" Auch im Beipackzettel stand nichts, also nahm ich 5 mg Cipralex.

Beim Einschleichen erlebte ich mehrere heftige Panikattacken, aber dies sollte ja normal sein.
Meine Schilddrüseneinstellung war inzwischen fertig. Ich fühlte mich wohl, war nicht mehr grüblerisch oder ängstlich, war aktiv und meine Gelenkschmerzen waren verschwunden. Nach drei Monaten mit Cipralex merkte ich aber, dass ich überaktiv wurde und kaum noch schlafen konnte. Dennoch ging es mir seelisch sehr gut. Nur körperlich war dieser Schlafmangel etwas zehrend und das konnte nur am Cipra leigen. Also beschloss ich, Cipralex in 2,5 mg Schritten abzusetzen. Das misslang aufgrund der Absetzsymptome und ich dosierte wieder auf. Mein Psych. wollte mir das Mirtazapin geben zur Beruhigung. Zum Glück hatte ich da schon hier im Forum über das Absetzdrama von Psychopharmaka gelesen, bekam so eine Ahnung und lehnte das Mirta ab. Mir war klar, dass mir das Cipralex überhaupt nicht half und deswegen wollte ich das absetzen und nicht die Nebenwirkungen durch ein weiteres AD deckeln.

Ich habe dann irgendwann einen Absetzversuch mit 0,5 mg (von 5 mg auf 4,6 mg) gemacht. Der war auch nicht einfach: Schlaflosigkeit, Tremor, Unruhe, Durchfall, Konzentrationsschwierigkeiten in Wellen über ein paar Tage.
Da gab mir der Psych. Rhodiolan zur Beruhigung, was ich hochdosiert nahm. Das wirkte aber ebenfalls antriebssteigernd (steht aber nicht in der Packungsbeilage) und ich war wieder auf 180. Ich setzte es nach 10 Tagen ab, aber da es eine anhaltende Wirkung hatte, war mir klar, dass die Unruhe noch andauern würde.
Die folgenden Wochen von April bis Mitte Mai wurde ich zunehmend unruhiger, zuerst abends, dann auch vormittags. Ich konnte nicht mehr schlafen, bekam wieder das Zittern, die Unruhe und den Durchfall. JEden Tag ein bisschen mehr. Zunächst schob ich alles auf das Rhodiolan.
Irgendwann lag ich nur noch zittrig auf dem Sofa, konnte mich um nichts mehr kümmern. An Ruhe war nicht zu denken. Abends ließ das Ganze etwas nach, aber ruhig war ich dennoch nicht. Ich bin zweimal ins Krankenhaus, aber die haben mich sofort in die Psychatrie geschickt.
Nach der Erfahrung der Tagesklinik wollte ich das aber überhaupt nicht mehr. Ich dachte dann, dass das von den Symptomen her nur noch am Cipralex liegen kann und dieses Medikament mich fertig macht. Irgendwann war ich so fertig, dass ich kurz davor stand, mir Mirtazapin verschreiben zu lassen (habe damals im Unterforum Benzo dazu um Hilfe gebeten). Nur um endlich wieder Ruhe zu empfinden und das Cipralex auszuschleichen.

Letztendlich war es die Vorbereitung auf eine einfache Blutuntersuchung, die mich auf die richtige Diagnose brachte!

Ich hatte an einem Morgen SD-Tabletten für die BU weggelassen und merkte auf einmal, wie ich viel ruhiger war. Daraufhin las ich im Netz zum Thema SD-Überfunktion nach und konnte alle meine Symptome wiederfinden. Auch die Blutwerte ließen darauf schließen. Ich ließ mir dann nicht-selektive Betablocker verschreiben und nahm L-Carnitin und innerhalb von zwei Tagen ging es mir zunehmend besser, ich konnte schlafen, essen und hatte wieder Ruhe. Ich habe auch meine SD-Tabletten ein wenig reduziert, weil ich nicht so viel BB nehmen wollte. Was mir noch extrem geholfen hat, war die Methode, Magnesium nicht zu schlucken sondern über die Haut aufzunehmen, denn durch all die Unruhe hatte ich extremen Magnesiummangel. Es gibt dazu gute Seiten im Netz: Transdermales Magnesium. Es hat mich fast augenblicklich ruhiger gemacht.

Es war letztendlich ein autoimmuner Schub der SChilddrüse, auch Hashitoxikose genannt. Dieser Schub dauerte 8 Wochen und kann nicht extern gestoppt werden, es beruhigt sich von selbst. Normalerweise ist dieser Schub nicht so heftig spürbar, aber durch die zusätzliche antriebssteigernde Wirkung des Cipralex war es für mich extrem. Die Symptome dieses Schubs ähneln bei mir den Symptomen des Reduzierens vom Cipralex. Höchstwahrscheinlich kam der Schub von dem Rhodiolan.

Nun ist dieser Schub vorbei und ich befinde mich in einer Unterfunktion der SChilddrüse. Ich muss nun LT steigern und Cipra weiter absetzen.
Was ich sehr interessant finde, ist folgendes: Ich habe das Cipralex letzte Woche wieder um 0,5 mg (von 4,6 mg auf 4,1 mg) reduziert und mich auf heftigste Symptome eingestellt. Aber die Symptome waren dermaßen mild, dass ich es fast nicht gemerkt hätte, dass ich gerade wirklich 0,5 mg absetze. Ich hatte minimale Symptome wie bei einer Überfunktion, aber absolut aushaltbar.

Fazit:
Ich denke nun, dass ich Cipralex deswegen auf einmal leichter absetzen kann, weil ich mich in der SD-Unterfunktion befinde. Denn wenn man die Absetzsymptome von Cipralex liest, dann sind diese Symptome die gleichen wie die einer SD-Überfunktion (außer diese Brain-Zapps). Als ich SD-mäßig gut eingestellt war, war das Absetzen so hart, weil es wie eine Überfunktion wirkt.
Für mich heißt das, dass Cipralex sehr wohl einen Einfluss auf die Schilddrüse hat, auch wenn dies immer bei SSRIs verneint wird.
Statt mir das Mirta zu verschreiben, hätte der PSych mir empfehlen müssen, meine L-Thyroxin-Dosis so lange zu senken bis ich das Cipralex ausgeschlichen habe. Oder aber die nicht-selektiven Betablocker zu nehmen, denn die hemmen auch die SD-Hormone und man kann das Cipralex darunter absetzen. Aber Betablocker muss man dann auch ausschleichen (das ist aber weitaus einfacher und schneller)!


Ich bin mir sicher, dass das nicht für jeden gilt. Aber ev. ist es ein Ansatz und eine bessere Alternative, als wenn man wegen der Nebenwirkung des Cipralex bei Hashimoto noch eine weiteres AD nimmt.


Liebe Grüße
gn
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Re: Cipralex absetzen bei Hashimoto

Beitrag von Murmeline » Freitag, 03.07.15, 23:06

Hallo!

Ich wollte Dir noch vielen Dank sagen, dass Du Dir so viel Zeit genommen hast und Deine Erfahrungen so ausführlich für das ADFD aufgeschrieben hast.

Die Schilddrüse ist wirklich tricky und kann häufig für psychische Zustände sorgen, die wie bei Dir dann nicht richtig interpretiert werden.
Psychopharmaka und Schilddrüsen-Fehlfunktionen sind dann wiederum eine explosive Mischung - gut, dass Du nun für Dich die passende Einstellung gefunden hast und v.a. weißt, worauf Du zukünftig achten musst.

Grüße Murmeline
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Dein Behandler nimmt Absetzproblematik nicht ernst? Das geht anderen auch so, siehe hier
Einer Deiner Ärzte erkennt Probleme mit Psychopharmaka an? Dann berichte doch hier

Siggi
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Re: Cipralex absetzen bei Hashimoto

Beitrag von Siggi » Samstag, 04.07.15, 10:56

Liebe ganz normal,

danke für deinen wunderbaren Beitrag... :D
Deine Erfahrungen kann ich zum großen Teil nur bestätigen....
auch ich hatte (und habe immer noch) nach Absetzen des Mirtazapins , große Probleme mit der richtigen Einstellung des L.Thyroxins.

Auch ich musste reduzieren (im Laufe von ca. 6-7 Monaten ) und auch ich triftete durch das Absetze in eine U.Funktion ab...
d.h. laut Blutwerte kratze ich nun an der untersten Normgrenze bei meinen freien Werten (fT3 und fT4)...was die Ärzte nicht interessiert,
denn alles was noch im Normbereicht liegt, egal wie es dem Patienten dabei geht, ist für die o.k.!!
Und.... den meisten Hashis geht es psychisch, angst-und unruhemäßig besser, wenn die freien wErte wenigstens im ersten Drittel
des Norbereichs liegt, also bei ca. 35 % innerhalb ddes Grenzwertes.

Nun bin ich seit ca. 14 Tagen wieder am Steigern....aber..... das Grausige ist, dass ich selbst mit einem Gebrösel von ca. 1,25 µg
massive Unruhe und Angst-Probleme bekomme.....
Mir ist irgendwie unverständlich, dass mir solch eine geringe Höherdosierung solche Probleme schafft.. aber ich muss durchhalten
in der Hoffnung, dass ich wenigsens von 75 µg wieder auf 81,25 µg komme.
Ich denke, dass auch das der Irritation und der Reizung des ZNS geschuldet ist??
Es ist so irre.... selbst dieser Krümel von ca. 2 µg Th.Erhöhung lässt meine Brust schmerzhaft anspannen.. daran erkenne ich, WIE
gereizt und subtil sich das alles mit den Hormonen im Körper auswirkt :frust:
Ich bin seit 11 Monaten mit meinem Mirtazapin auf NULL.

Liebe Grüße :hug: :group:
Siggi
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Re: Cipralex absetzen bei Hashimoto

Beitrag von ganz normal » Samstag, 04.07.15, 12:24

Hallo Siggi, hast du schon einmal deinen Magnesiumwert pruefen lassen? Ich frage, weil Mg-Mangel Ursache fuer diese Unruhe sein kann.
Vielleicht ist auch ein anderes Präparat wie Euthyrox besser geeignet. Eine Freundin kam mit Lt ueberhaupt nicht zurecht, mit euthyrox schon.
Ein dritter Tipp waere das Einnehmen von L-Carnitin, auch das beruhigt. Es wird hochdosiert bei ueberfunktion verwendet.
Lg gn
Hashimoto Thyreoiditis und Erfahrungen mit Cipralex

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Re: Cipralex absetzen bei Hashimoto

Beitrag von Siggi » Samstag, 04.07.15, 16:26

Hallo ganz normal,

hab herzlichen Dank für deine Hilfetipps.
Leider kommt Magnesium für mich nicht infrage , da ichs überhaupt nicht vertrage.
Egal ob reines oder chemisches Magnesium, es bringt mir ganz üble Ängste und Unruhe ein, habe alles schon durch!
Einzig das transdermale Magnesiumöl ists, das ich annähernd vertrage.
Meine totale Unverträglichgkeit, egal ob L.Thyroxin ist dem Mirtazapin geschuldet!
Ich nehme L.Thyroxin schon seit 13 Jahren ,und ein anderes S.D. Hormon hat wieder andere Bio-Verfügbarkeit
und wäre somit wieder ein Eingriff in den Hormonhaushalt.
Ich muss mich halt weiterhin beim Steigern in Geduld üben , Hashimoto und Entzugssymptome lehren uns GEDULD :frust:
Lieben Gruß
Siggi
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Re: Cipralex absetzen bei Hashimoto

Beitrag von ganz normal » Mittwoch, 05.08.15, 18:00

Hallo, ich hole mal diesen Thread wieder hoch um zum Thema Hashi und Cipralex zu berichten.


Inzwischen bin ich absolut ueberzeugt davon, dass man die Absetzprobleme wie Nervositaet, Schlafstoerung, Durchfall, Tinnitus usw. auf eine Ueberfunktion der Süd zurück führen kann. Da Schilddruesenhormone Schluesselhormone fuer alle Bereiche des Koerpers sind, sind die Symptome einer Schilddruesenfehlfunktion auch so unspezifisch und vielfaeltig. Von Quaddelbildung, Atemproblemen, Herzrhythmusstoerungen, Muskelverspannungen, Gelenkschmerzen, Augenreizung bis .... unendlich. Genau deswegen wird eine Stoerung der Süd auch immer erst sehr spaet gefunden.
Dazu kommt dann noch, dass jeder Mensch einen anderen Rahmen fuer die Wohlfuehlwerte der SD hat. Allgemein liegt dieser Rahmen fuer den Tsh zwischen 0,5 und 2,0. Doch kann es sein, dass man schon mit einem Tsh von 0,7 heftige Probleme bekommt, weil eben fuer einen selbst der Wohlfuehlahmen nur zwischen 0,9 und 1,2 liegt. Und wenn man dann in die Notaufnahme geht und ein Tsh von 0,6 gemessen wird, dann ist das fuer die Aerzte unauffaellig, es liegt ja im Rahmen. Und die latente Ueberfunktion wird nicht erkannt, aber man bekommt sofort eine Einweisung in die Psychiatrie.
Zum Glueck kenne ich inzwischen meinen engen Rahmen und konnte selbst taetig werden.

Nun, da ich in der Unterfunktion bin, ist das Absetzen des Cipralex sehr leicht. Ich kann jede Woche um 0,7 mg reduzieren, momentan bin ich bei 2,8 mg.
Der Zusammenhang ist offensichtlich, Menschen mit guten Sd-werten kommen wohl schwerer vom cipralex weg, weil dieses Absetzen einen solchen koerperlichen Stress verursacht, dass die SD extrem hochfaehrt und an ihre Grenzen gelangt.

Was mir extrem hilft, ist das Nem L-Carnitin. Ich habe den Tipp aus dem Sd-Krebs-Forum. Die Patienten dort haben keine SD mehr und nehmen gegen die staendigen Symptome der Ueberfunktion L-Carnitin. Es hilft gegen Schlafstoerungen, Durchfall, Nervositaet und Unruhe und gegen Herzprobleme.
Da bei mir das Reduzieren des cipralex genau diese Symptome hervorruft, habe ich es genommen und es deckelt die Absetzsymptome enorm.
Ich spüre sie nur noch leicht und kann das super aushalten.
Je nachdem wie heftig die Symptome sind, nehme ich zwischen 1 gr und 4 gr. ueber den Tag verteilt. Ich musste das Nem auch nicht ausschleichen. An den Tagen, an denen ich nur wenig Symptome habe, lasse ich es einfach weg. Sonst bekomme ich sofort Durchfall. z
Es sollte allerdings reines L-Carnitin sein, das ist nicht ganz billig. Das Carnitin sorgt wohl dafür, dass die freigesetzen Hormone nicht überall an den Organen ankommen.




Sofern man Hashi hat und das Lt steigern will, sollte man zuerst das Cipralex ausschleichen. Denn je hoeher man steigert um so schwieriger lässt sich das Cipra absetzen.


Lg gn
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Hashimoto Thyreoiditis und Erfahrungen mit Cipralex

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Re: Cipralex absetzen bei Hashimoto

Beitrag von Didi0107 » Montag, 17.08.15, 20:07

Liebe ganz normal,
vielen Dank für deine Tipps und an Padma, die mich auf diesen Link aufmerksam gemacht hat. Ich habe auch einen lange unentdeckten Hashi, der mir viele Monate Psychiatrie und Seroquel eingebracht hat, bevor er entdeckt wurde. Mir ging es mit L-THyroxin sofort psychisch viel besser Und ich habe Seroquel ausgeschlichen bis auf jetzt 15 mg, aber jetzt klemmt es. Mein TSH ist leicht in die Höhe gegangen, die freien zeigen auf leichte Überfunktion (passt eigentlich nicht zusammen?). Ich werde die Entzündungswerte messen lassen, da ich Absetzprobleme habe.
Vielleicht hab ich ja einen Schub?
Wünsche dir alles Gute!
Didi
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Depressionen seit 1985 (schwere Lebenskrise; Missbrauch)
seither immer wieder stationäre Behandlungen und Psychotherapie
Meditation gelernt, spiritueller Weg u.a. über EA und CoDA
1997 freiwillig in Psychiatrie aufgrund eines schlimmes Ereignisses, "schizoaffektive Psychose" (von niedergelassenem Psychiater angezweifelt)
Haldol, Antipsychotika, nach 2 Jahren ausgeschlichen
Seit 2008 (Mobbing am Arbeitsplatz) mit Seroquel 300 R behandelt, keine Besserung
2012/13 9 Monate stationäre Psychiatrie, Seroquel R 900 mg, Lithium ??mg, atacand 4 mg (Blutdruck)
in hundsmiserablem Zustand entlassen
2014 TSH 50, Diagnose fortgeschrittener Hashimoto, L-Thyroxin auf 125 yg aufdosiert, Lithium kalt abgesetzt ohne Probleme
nach 6 Wochen mit L-Thyroxin keine psychischen Symptome mehr
Juni 2014: Beginn der Reduktion von Seroquel 900 mg R , problemlos (unter Begleitung des Internisten)
April 2015: von 75 mg Seroquel R auf 50 mg unretardiert (immer zur Nacht), problemlos
Mai 2015: Zahn gezogen, Zyste, Antibiotika, Kopfweh und Schwindel direkt nach einer Massage wegen verspanntem Rücken, ging wieder weg, kam wieder
Juni 2015: von 50 mg Seroquel unr auf 25 mg unr, problemlos
Juli 2015: auf 12,5 mg Seroquel unr, seither Kopfweh, Schwindel (leicht), alles einseitig rechts (wo der Zahn war), leichte Unruhe, ansonsten alles normal
Angst wegen der Kopfschmerzen, da meine Mutter Epileptikerin war und Hirntumor (gutartig) hatte
War wohl zu schnell, wusste nicht, wie ich die Tabletten zerteilen sollte
August 2015: wieder leicht erhöht auf ca. 15 mg
Unruhe, ängstlich, mürrisch, mein Kopf summt als hätte ich getrunken (ich trinke nie und nehme keine Drogen)

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Re: Cipralex absetzen bei Hashimoto

Beitrag von ganz normal » Sonntag, 23.08.15, 10:14

Hallo Didi,

entschuldige, dass ich mich erst so spät melde. Ich war unterwegs und habe deine Nachricht erst jetzt gelesen.
Du hast eine harte Zeit hinter dir, es ist einfach schön zu lesen, dass du jetzt auf dem richtigen Weg bist.
Vielleicht kann ich dir etwas helfen:
Ob du einen Schub hast, kann ich leider nicht beurteilen. Wenn es etwas individuell ist, dann ist es die Reaktion der SD. Bei mir war es so, dass ich den Schub am TSH erkannt habe, das muss aber nicht bei jedem so sein. In einem anderen Forum habe ich oft gelesen, dass man v.a. auf die freien Werte schauen soll und weniger auf den TSH.
Sofern es ein Schub bei dir sein sollte, dauert dieser max. 8 Wochen und in dieser Zeit kannst du das Seroquel nicht weiter absetzen. Die Symptome des Schubs kannst du mit L-Carnitin (1-4 gr. am Tag) sehr gut deckeln. Nach dem Schub müsste das Absetzen des Seroquels leichter sein. Es geht dann schneller und in höheren Schritten. Erst dann würde ich das LT erhöhen.
Sofern du keinen Schub hast, ist das Absetzen dieser Restdosis ev. leichter, wenn du vorher mit dem LT nach unten gehst. Ich bin momentan 25 µg von meiner LT-Zieldosis entfernt und konnte deswegen das Cipralex ganz leicht absetzen. Man muss aber nicht soweit herunter gehen, du kannst auch probieren die Absetzsymptome mit L-Carnitin zu deckeln. Ich habe zwischen 1 bis 4 gr. reines L-Carnitin genommen, wenn ich unruhig war und Schlafprobleme hatte. An den Tagen ohne Absetzsymptome habe ich das L-Carnitin einfach weggelassen.
LG gn
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Fuzzi
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Re: Cipralex absetzen bei Hashimoto

Beitrag von Fuzzi » Montag, 21.09.15, 21:43

Hey, das ist sehr interessant. Als ich im schlaflabor war, hat mich die Ärztin auch nach meiner SD gefragt, weil viele meiner Symptome passen würden. Allerdings waren die blutwerte nie auffällig. Kann man allein damit hashimoto ausschließen?
- bis 10-2008 nie psych. Probleme gehabt, jedoch Migräniker
- 3 Monate nach einem Zeckenstich schwer an Borreliose erkrankt - seit dem Panikattacken
- 10/2008 - Jan 2011 Venlafaxin. Beschwerdefrei.
- auf 75 mg abdosiert --> beschwerdefrei
- auf 0 mg --> 8 Wochen beschwerdefrei. Ich bin wieder ich, bin empathisch usw.
- Rückfall: Derpessionen. hatte ich nie zuvor. Wieder VL, 150 mg: Besserung nach 6 Wochen
- zweiter Absetzversuch 2013: viel langesamer 150mg --> 112,5 mg --> 75 mg--> 37,5mg. 6-8 Monate beschwerdefrei, dann Rückfall (schwere Panikattacken Anfang 2014)
- 30 mg Citalopram. Bereits beim Eindosieren große Schwierigkeiten. Benommenheit, Schwindel, Sehstörungen, extremste Kopfschmerzen. Besserung nach 6 Monaten, aber nie so stabil wie unter VL. Sollte eigentlich auf 40mg, aber unmöglich. Mehr als 30 mg ist nicht zu ertragen
- ca. 15. Aril 2015: abdosieren auf 25 mg. Zunächst fühle ich mich sofort besser, keine Benommenheit, kein Schwindel mehr.
- ca. 20. April: Dauermigräne (wie beim eindosieren).
- ca. 22. April: seit 2 Tagen: wieder Panikgefühle und Stimmungsschwankungen.
- ca 10.Mai: zurück auf 27mg wieder stabil
- seit 17.Juni: 25mg --> sofort wieder Dauerkopfschmerz
- seit 7.Juli erträgliche Kopfschmerzen (kein Ibu mehr nötig); geholfen haben Akupunktur und Ostheopad
- seit 10. Juli: 24mg
- seit 1.8. : 22mg; 2 Tage leichte Panikgefühle und Stimmungsschwankungen
- 15.8. seit zwei Tagen Probleme mit Stimmungsschwankungen und Angstgefühlen, vielleicht durch zuviel Alkohol getriggert (zwei Parties hintereinander)
- seit 5.9. 20mg; zunächst geht es besser, nach 3 Tagen geschwollene Finger, Knieschmerzen
- 17.9. wieder Probleme mit Stimmungsschwankungen und Angstgefühlen. Müdigkeit durch die neue Schlafmaske (Schlafapnoe) --> nächtliches, panisches Erwachen (tritt nur mit Maske auf)
- Absetzen wieder aufgenommen: seit 19.5. auf 15mg
- am 30.6. auf 14mg reduziert; sofort wieder Angstzustände und Zwangsgedanken
- am 1.7. wieder auf 15mg --> nach 1 Woche wieder stabil
- seit 1.8. auf 14mg

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Re: Cipralex absetzen bei Hashimoto

Beitrag von Kaulquappe 411 » Mittwoch, 23.09.15, 22:46

Hallo,

also ich war heute bei einer Schilddrüsenaärztin, sie hat zu meinen Hormonwerten gemeint, die würden im Grenzbereich liegen und wären von daher eigentlich nicht behandlungsbedürftig, aber ausschlaggebend seien die Symptome, die ich entwickeln würde bei diesen WErten, und wenn die so horrend sind wie bei mir, muss man behandeln, selbst wenn die WErte in der Norm seien.
Nachweis von Hashimoto kann ein Ultraschall bieten, und nicht nur die WErte. Dort sieht man, wie groß die Schilddrüse ist, ob sie schon abgebaut wurde und wo und in welchem Umfang sich darin Entzündungsherde befinden, die zeigen, wie der Körper sich gegen die Schilddrüse richtet.

Meine Frage jetzt ist natürlich, wenn ich Venlafaxin absetze, muss ich dann umgekehrt vorgehen wie ihr bei Seroquel bzw. Cipralex? Ich war beim Absetzen noch erschöpfter als sonst, was bedeutet, dass die Unterfunktion der Schilddrüse mit ihren Symptome noch verstärkt worden ist? Also müsste ich erst mal das T-Thyroxin einschleichen, schauen, dass es mir besser geht, und dann das Venla absetzen, und wenn die Erschöpfung zu stark wird, das T-Thyroxin hochdosieren?

Interessante Ansichten, das lässt hoffen, dass der nöchste Absetzversuch nicht mehr ganz so katastrophale Folgen haben könnte.
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Murmeline
Diagnosen: PTBS, Depression, Sozialphobie, Agoraphobie, Oralophobie, Migräne, craniomadibuläre Dysfunktion, vermutlich Autoimmunthyreoiditis
Erfahrungen mit Ximovan ( Paradoxe Reaktion), Melperon (drastische Alpträume), Taxilan (total abgeschossen) Fluoxetin (Depersonalisation), Lorazepam, Opipramol, Promethazin, Escitalopram, Cipralex, Valdoxan, Amitriptyllin.
Genannte Mittel nur kurze Zeit genommen und kalt abgesetzt, da angeblich keine Probleme nach so kurzer Einnahmedauer, hahaha!
2010 Venlafaxin 150 mg eingeschlichen, Kurzeitige Besserung der Stimmung bzw. Antriebs, jedoch Verstäkung der inneren Unruhe.
Hinzu kam Amisulprid 50mg, half sehr gut gegen Angst, jedoch horrende Nebenwirkungen (30 kg zugenommen, Kopfschmerzen, Diabetes, Hormonstörungen), daher kaltes Absetzen, weil angeblich unproblematisch. Nach 2 Tagen massive Suizidgedanken und Ängste, wieder auf 50 mg für 1 Jahr.
Sommer 2014 wegen Schlafstörungen 12 Tropfen Trimipramin, kaum Besserung, starker Nachhang, Depersonalisierung, Muskelsteifigkeit, Kurzatmigkeit, Nachlassen der körperlichen Belastbarkeit, eigenmächtiges kaltes Absetzen, daher wochenlang starke Schlafstörungen.
Amisulprid 50 mg Ende November 2014 eigenmächtig abgesetzt. Pro Woche 12, 5 mg weniger, keine Absetzsymptome
Venlafaxin 150 mg seit Mitte Dezember 2014 am Absetzen, innerhalb von 2 Wochen auf 37,5 mg mit starker Absetzsymptomatik,( Brainzaps, Weinerlichkeit, Verzweiflung, aggressive Ausbrüche, Bauchschmerzen, Durchfall, Sehstörungen)
11.1. auf 75 mg, da Absetzsymptome zu stark, nehmen im Verlauf des Sommers ab, Schneckenclubmitglied :schnecke:
Sept. 2015 Diagnose Autoimmunthyreoiditis, Einschleichen von Hormonen wegen unerträglichen Nebenwirkungen misslungen.
Regelmäßige Einnahme von Vitamin D, Leinöl, Basentee und versch. homöopath. Globuli bekommen mir sehr gut!!!

31. Oktober 2016 Fortsetzen vom Absetzen Venlafaxin 75 mg mittels Mikrotapering ( pro Kapsel ein Gewicht von 0,306 g)
Meine Absetzsymptome bei jedem Schritt, mal mehr, mal weniger: Weinerlichkeit, Pseudodepri, Pseudoschnupfen, Muskelschmerzen in den Beinen, Verspannungen Nacken und Kiefer, Brainzaps, Geräuschempfindlichkeit, leichte Übelkeit, Kopfschmerzen, Darmprobleme, Juckreiz, Hör- und Sehprobleme
4.11.: Kapselgewicht 0,304 g
7.11.: Kapselgewicht 0,302 g
10.11.: Kapselgewicht 0,300 g, Absetzsymptome zu stark, kurz hochdosiert, besser!
28.11.: Kapselgewicht 0,298 g
9.12.: KG 0,295 g
am 1.1. 2017 bei KG 0,292 g angekommen
17.01.2017 KG 0,290g
15.02.2017 KG 0,286 g
01.03.2017 KG 0,284 g
seit 24.04. 2017 KG 0,280 g
02.05.2017 KG 0,278 g
16.05. 2017 KG 0,276 g
mittlerweile bei KG 0,273 g
nun bei KG 0,270 g
mittlerweile bei KG 0,264 g mit Zwischenschritten
seit 15. 11. bei KG 0, 255 g ohne Zwischenschritte, drei Tage Absetzwelle, dann OK
seit 30.11. bei KG 0,245 g, das übliche an Absetzsymptomgedöns :-)
mittlerweile bei KG 0,230 g
mittlerweile bei KG 0,200 g kaum Absetzsymptome, solange ich auf passende Ernährung achte!

Jamie
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Re: Cipralex absetzen bei Hashimoto

Beitrag von Jamie » Mittwoch, 23.09.15, 23:28

Hallo kaulquappe,
Meine Frage jetzt ist natürlich, wenn ich Venlafaxin absetze, muss ich dann umgekehrt vorgehen wie ihr bei Seroquel bzw. Cipralex? Ich war beim Absetzen noch erschöpfter als sonst, was bedeutet, dass die Unterfunktion der Schilddrüse mit ihren Symptome noch verstärkt worden ist? Also müsste ich erst mal das T-Thyroxin einschleichen, schauen, dass es mir besser geht, und dann das Venla absetzen, und wenn die Erschöpfung zu stark wird, das T-Thyroxin hochdosieren?
ich würde dir empfehlen das L-Thyroxin einzuschleichen und dann erst mal abzuwarten, ehe du dich wieder ans Absetzen machst.
Wenn du einigermaßen eingestellt bist, dann kann es langsam ans Ausschleichen gehen.

Sollte Erschöpfung auftauchen, dann darfst du nicht den Fehler machen, das nur der SD zuzuordnen.
Erschöpfung ist eines der leidigsten und häufigsten Symptome im Entzug und ist fast immer dem ZNS zuzuordnen; sprich es muss wirklich penibel unterschieden werden, ob die Erschöpfung jetzt ZNS-bedingt ist oder einer nicht optimal eingestellten SD geschuldet ist.
Keinesfalls einfach das L-Thyroxin erhöhen, denn das könnte deinem Körper furchtbar zusetzen; wenn die Organismus-Lage dann in eine Überfunktion kippt, dann viel Spaß. :shock:

Absetzbedingte Erschöpfung und Müdigkeit kann nicht mit Erhöhung des SD-Hormons kompensiert werden, sondern muss durch Ruhe und Schonung kuriert werden.

Grüße
Jamie
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Re: Cipralex absetzen bei Hashimoto

Beitrag von ganz normal » Samstag, 03.10.15, 9:51

Liebe Kaulquappe, liebe Jamie, liebe Betroffene,

ich stimme Jamie insofern zu, als dass sich Erschöpfung nicht durch eine Erhöhung der Hormondosis kompensieren lässt.
Allerdings bin ich mir ziemlich sicher, dass die Erschöpfung des ZNS immer auf eine starke Beanspruchung der Schilddrüse zurückzuführen ist. Und nach einer starken Beanspruchung der Sd darf man diese auf keinen Fall durch erneutes Absetzen oder Erhöhen der Hormondosis reizen. Deswegen wird ja hier im Forum immer empfohlen, dass man 4 Wochen wartet bis man wieder absetzt, diese Zeit braucht die SD mindestens um sich zu erholen. Man kann das auch mit der Vorbereitung auf eine extrem wichtige Prüfung vergleichen. In der Zeit der Vorbereitung arbeitet die SD mehr um uns die notwendige Energie zur Verfügung zu stellen, man schläft schlechter, man ist aufgeregt und nervös. Ist die Prüfung dann vorbei, folgt eine Phase der Erschöpfung, denn die SD fährt langsam runter. Man fühlt sich dann ausgepowert. Da die SD aber um einiges mehr herunterfährt als nötig, fühlt man sich auch mehr erschöpft. Es dauert dann noch ein bisschen, bis die SD wieder auf das Normalmaß hochfährt und dann fühlt man sich wieder normal. Dabei vergehen so 1-3 Wochen. Beim Absetzen des Cipralex ist die Beanspruchung natürlich noch extremer als wie bei einer Prüfungsvorbereitung.

Für Hashis gibt es ein paar Besonderheiten, die man beim Absetzen beachten muss. Dann ist das Absetzen fast ein Kinderspiel. Ich melde mich heute Abend wieder und stelle das dann hier ins Forum.

LG gn
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Hashimoto Thyreoiditis und Erfahrungen mit Cipralex

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Re: Cipralex absetzen bei Hashimoto

Beitrag von ganz normal » Sonntag, 04.10.15, 13:48

Liebe Betroffene, aufgrund meiner Erfahrungen möchte ich hier ein paar wichtige Punkte, die das Absetzen von Cipralex erleichtern können, festhalten.

Zunächst möchte ich betonen, das ich keine medizinische Ausbildung habe. Aus Sicht der Ärzte dürfte ich somit keine Ratschläge geben. Ich habe mich jedoch 1. sehr intensiv mit den Phasen einer HT beschäftigt und 2. spüre ich sehr intensiv, wenn mit meinem Körper etwas nicht stimmt. Ich habe 1. und 2. auch beim Absetzen des Cipralex erlebt und irgendwann war mir klar, das Absetzen des Cipralex verursacht eine starke Beanspruchung der SD, so etwas wie eine Überfunktion. Dies fühlte sich genauso an wie wenn ich zuviel Sd- Hormone gesteigert habe.

Mit diesem Wissen konnte ich das Cipralex nun viel leichter und schneller absetzen und bin wieder gesund.
Hätte ich auf die Ärzte gehört, wäre ich heute mit anderen Psychopharmaka vollgestopft. Allein aus diesem Grund schreibe ich meine Erfahrungen hier rein mit der Bitte, sie vorsichtig für jeden selbst zu prüfen. Von sich auf andere schließen, muss nicht unbedingt richtig sein, aber da ich ein normaler Hashi bin, denke ich, meine Erfahrungen könnten für viele gelten. Entschuldigt bitte, wenn ich das Ganze etwas vereinfacht darstelle und keine Fachbegriffe benutze.

Um als Hashi das Cipralex o.a. abzusetzen, ist es ganz wichtig, dass man die Phasen der SD bei sich spüren kann.

Bei jedem Hashi löst sich die SD ja ganz langsam auf.
Das gesunde Gewebe der SD übernimmt dann die Hormonproduktion der Gewebestellen, die zerstört sind.
Es fährt sozusagen in den gesunden Stellen die Produktion der Hormone hoch. Das nenne ich Phase 1. Man kann diese Phase spüren, man ist dann etwas aufgeregter, leistungsfähiger und energiereicher.

Wenn die SD "merkt", dass genügend Hormone im Korper sind, fährt sie ihre Arbeit runter und damit beginnt Phase 2. Man wird ruhiger. Es vergeht eine Zeit, in der weiter das Sd- Gewebe zerstört wird und deswegen entsteht irgendwann wieder ein Mangel, den die SD spürt und sie beginnt wieder mehr Hormone zu produzieren, Phase 1 beginnt wieder.

Diese Phase 1 ist vergleichbar mit der Gabe von Hormontabletten und mit dem Absetzen des Cipralex. Durch beides werden ebenfalls vermehrt Hormone freigesetzt und diese sind die Ursache für die Unruhe, Schlaflosigkeit, Durchfall, Zittern, Panik usw.

Daher macht es für Hashis keinen Sinn, Cipralex dann abzusetzen, wenn sie gerade erst ihre Hormone gesteigert haben oder wenn ihre SD von allein die Hormonproduktion ankurbelt. Das verursacht eine extreme Überfunktion.

Das Absetzen funktioniert dann am besten, wenn die SD gerade in Phase 2 ist und herunterfährt, also z.B. drei bis vier Wochen nach einer Dosis Erhöhung oder eben wenn die aufgeregte Phase vorbei ist. Dann kann man sogar im Niedrigdosisbereich grammweise absetzen.
Allerdings muss man aufpassen. Irgendwann regelt die SD wieder von alleine hoch, nämlich dann, wenn sie merkt, dass der Körper nicht genügend Hormone hat. Und dann beginnt wieder Phase 1. Man sollte dann auf keine Fall mehr absetzen, sondern wieder erst das LThyroxin erhöhen (um z.B. 6 mmg) und warten bis die SD sich beruhigt.

Ist jemand schon fertig eingestellt mit SdHormonen und will das Cipralex loswerden, dann gibt es diese Phasen ja nicht mehr, denn die Sd ist sozusagen zufrieden. Das Absetzen geht dann nur in kleinen Schritten alle 4 Woche oder aber man verringert seine Hormondosis um z. B. 12 mmg und setzt dann das Cipralex bei Aufdosierung der Hormone ab.

Nicht eingestellte Hashis können also langsam ihre Hormone steigern und das Cipralex dazwischen loswerden.

Ein konkretes Beispiel:
Momentan bin ich ca. 25 mg von meiner Zieldosis entfernt.
Ich erhöhe um 6 mmg meine SD Tabletten. Bei mir dauert es genau 3 Wochen ( dieser Zeitraum kann ganz individuell sein) bis die SD diese Dosis eingebaut hat. Dann warte ich 4-5 Tage und beginne dann, das Cipralex mit 0,8 mg auszuschleichen. Eine Woche später setze ich 1,3 mg ab ( und merke gar nichts vom Absetzen) und dann muss ich schon aufpassen, weil die SD wieder hochregelt.
Natuerlich erhoeht man zu Beginn der Sd-Einstellung mit hoeheren Dosen als 6 mmg. Das geht, man muss dann aber ev. laenger warten, bis man mit dem Absetzen o. Reduzieren beginnt.

Je besser man also eingestellt ist, um so schwieriger wird das Absetzen des Cipralex. Deswegen haben Hashis einen leichten Vorteil beim Absetzen, sie koennen ihre Sd-Hormone zum Teil selbst steuern.

LG gn
Zuletzt geändert von ganz normal am Montag, 05.10.15, 19:24, insgesamt 3-mal geändert.
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Re: Cipralex absetzen bei Hashimoto

Beitrag von ganz normal » Sonntag, 04.10.15, 14:05

Auf eine wichtige Frage in diesem Forum möchte ich noch antworten: Warum können manche Menschen so leicht absetzen?

Ich denke, dass diese Menschen unter einer Umwandlungsstoerung leiden und deswegen zu wenig ft 3 haben. Ft 3 ist das Hormon, das für die Seele steht und uns die ganze Aufregung und Nervosität, aber auch das Gluecksgefuehl beschert.
Aber das ist ganz klar eine Laienmeinung.
LG gn
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Re: Cipralex absetzen bei Hashimoto

Beitrag von Kaulquappe 411 » Donnerstag, 19.11.15, 20:43

Hallo,
so ganz verstehe ich dann nicht, wieso ich so depressiv und erschöpft werde, wenn ich die Hormondosis erhöhe ... ich habe eine jetzt bestätigte Unterfunktion durch die Autoimmunerkrankung und nehme momentan nur eine vergleichsweise homöopatische Dosis von ca. 6 mikrogramm L-Thyroxin, und sobald ich höher gehe, liege ich flach wie in meinen schlimmsten Tagen. Nach Plan sollte ich jetzt schon längst bei 25 mikrogramm sein, aber das geht gar nicht :?

Was würde das dann für das Absetzen von Venlafaxin bedeuten? Irgendwie habe ich den Zusammenhang noch nicht verstanden ... :?

Kannst du mir da weiter helfen?

Danke und liebe Grüße,
Quäppchen
Diagnosen: PTBS, Depression, Sozialphobie, Agoraphobie, Oralophobie, Migräne, craniomadibuläre Dysfunktion, vermutlich Autoimmunthyreoiditis
Erfahrungen mit Ximovan ( Paradoxe Reaktion), Melperon (drastische Alpträume), Taxilan (total abgeschossen) Fluoxetin (Depersonalisation), Lorazepam, Opipramol, Promethazin, Escitalopram, Cipralex, Valdoxan, Amitriptyllin.
Genannte Mittel nur kurze Zeit genommen und kalt abgesetzt, da angeblich keine Probleme nach so kurzer Einnahmedauer, hahaha!
2010 Venlafaxin 150 mg eingeschlichen, Kurzeitige Besserung der Stimmung bzw. Antriebs, jedoch Verstäkung der inneren Unruhe.
Hinzu kam Amisulprid 50mg, half sehr gut gegen Angst, jedoch horrende Nebenwirkungen (30 kg zugenommen, Kopfschmerzen, Diabetes, Hormonstörungen), daher kaltes Absetzen, weil angeblich unproblematisch. Nach 2 Tagen massive Suizidgedanken und Ängste, wieder auf 50 mg für 1 Jahr.
Sommer 2014 wegen Schlafstörungen 12 Tropfen Trimipramin, kaum Besserung, starker Nachhang, Depersonalisierung, Muskelsteifigkeit, Kurzatmigkeit, Nachlassen der körperlichen Belastbarkeit, eigenmächtiges kaltes Absetzen, daher wochenlang starke Schlafstörungen.
Amisulprid 50 mg Ende November 2014 eigenmächtig abgesetzt. Pro Woche 12, 5 mg weniger, keine Absetzsymptome
Venlafaxin 150 mg seit Mitte Dezember 2014 am Absetzen, innerhalb von 2 Wochen auf 37,5 mg mit starker Absetzsymptomatik,( Brainzaps, Weinerlichkeit, Verzweiflung, aggressive Ausbrüche, Bauchschmerzen, Durchfall, Sehstörungen)
11.1. auf 75 mg, da Absetzsymptome zu stark, nehmen im Verlauf des Sommers ab, Schneckenclubmitglied :schnecke:
Sept. 2015 Diagnose Autoimmunthyreoiditis, Einschleichen von Hormonen wegen unerträglichen Nebenwirkungen misslungen.
Regelmäßige Einnahme von Vitamin D, Leinöl, Basentee und versch. homöopath. Globuli bekommen mir sehr gut!!!

31. Oktober 2016 Fortsetzen vom Absetzen Venlafaxin 75 mg mittels Mikrotapering ( pro Kapsel ein Gewicht von 0,306 g)
Meine Absetzsymptome bei jedem Schritt, mal mehr, mal weniger: Weinerlichkeit, Pseudodepri, Pseudoschnupfen, Muskelschmerzen in den Beinen, Verspannungen Nacken und Kiefer, Brainzaps, Geräuschempfindlichkeit, leichte Übelkeit, Kopfschmerzen, Darmprobleme, Juckreiz, Hör- und Sehprobleme
4.11.: Kapselgewicht 0,304 g
7.11.: Kapselgewicht 0,302 g
10.11.: Kapselgewicht 0,300 g, Absetzsymptome zu stark, kurz hochdosiert, besser!
28.11.: Kapselgewicht 0,298 g
9.12.: KG 0,295 g
am 1.1. 2017 bei KG 0,292 g angekommen
17.01.2017 KG 0,290g
15.02.2017 KG 0,286 g
01.03.2017 KG 0,284 g
seit 24.04. 2017 KG 0,280 g
02.05.2017 KG 0,278 g
16.05. 2017 KG 0,276 g
mittlerweile bei KG 0,273 g
nun bei KG 0,270 g
mittlerweile bei KG 0,264 g mit Zwischenschritten
seit 15. 11. bei KG 0, 255 g ohne Zwischenschritte, drei Tage Absetzwelle, dann OK
seit 30.11. bei KG 0,245 g, das übliche an Absetzsymptomgedöns :-)
mittlerweile bei KG 0,230 g
mittlerweile bei KG 0,200 g kaum Absetzsymptome, solange ich auf passende Ernährung achte!

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Re: Cipralex absetzen bei Hashimoto

Beitrag von ganz normal » Sonntag, 22.11.15, 19:11

Hallo Kaulquappe,
Kannst du mir ein paar Infos zu Venlafaxin geben? Ich kenne das Medi nicht. Wofür ist es gedacht? Und was macht es fuer Symptome beim Absetzen?
Koennte es sein, dass deine SD noch vom Reduzieren gereizt ist? Dann vertrage ich das Steigern auch nicht.
Andernfalls liegt es vielleicht am fehlenden Magnesium oder an einem Mangel an Vitamin D?



LG gen
Hashimoto Thyreoiditis und Erfahrungen mit Cipralex

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Re: Cipralex absetzen bei Hashimoto

Beitrag von Kilana » Mittwoch, 25.11.15, 12:44

Ich klinke mich hier mal ein :)
Habe seit 2002 Hashimoto diagnostiziert und nehme seitdem Schilddrüsenhormone. Meine Blutwerte werden regelmäßig untersucht und ich wurde über die Jahre öfters neu eingestellt. Im Moment liege ich bei 125. Meine letzten Werte aus Juni vom Endokrinologen habe ich mal im Netz, bei anderen Usern, die selbst erkrankt sind und sich damit beschäftigen, prüfen lassen. Sie meinten mein ft3 und ft4 seien zu niedrig, dabei liegt mein TSH voll in der Norm. Bisher merke ich auch nichts an körperlichen Symptomen außer eben meine ständige Müdigkeit und Antriebslosigkeit, die aber auch von der Reduzierung des Venla kommen könnte. Ich werde jedenfalls nicht eigenmächtig mein LT erhöhen, nur damit evtl. neue Symptome auftauchen. Meine Ärztin sprach von möglichem Herzstolpern/-rasen, Zittern, Unruhe, etc.
Im Augenblick ist meine vorläufig wichtigste Baustelle in kleinen Schritten das Venla runterzubekommen. Natürlich mit regelmäßiger SD Wert Kontrolle. Solange mein TSH bei 1,21 ist und meine freien Werte noch in der Norm, aber unteres Drittel, kann die LT Dosis doch erstmal so bleiben, oder? Am Freitag wird bei mir nochmal Blut abgezapft und dieses Mal einige Werte getestet wie Ferritin, Vitamin D und B12. Das ist wirklich alles ne Wissenschaft für sich!
Diagnosen
Mittelschwere depressive Episode (rezidiverend seit ca. 2004)
Hashimoto (UF seit ca. 2000)

Medikation und Erkrankungen
aktuell: 75mg
11.07.2016 HALBZEIT :party2:
16.06.2016 weitere 17 Kügelchen aus 37,5mg (-5mg)
23.05.2016 grippaler Infekt (14 Tage)
06.04.2016 weitere 31 Kügelchen (gesamt: 97) aus 37,5mg (-9mg, 10%)
17.03.2016 Erkältung (Schnupfen und Husten)
08.03.2016 weitere 36 Kügelchen (gesamt: 66) aus 37,5mg (-10mg, 10%)
18.02.2016 ca. 14 Tage Bronchitis (starker Husten)
12.01.2016 30 Kügelchen aus 37,5 mg entnommen (-11mg, 10%)
14.12. weitere 35 Kügelchen weniger (-13mg, 10%)
17.11.2015 weitere 25 Kügelchen weniger (-7mg, 5%)
19.10.2015 50 Kügelchen weniger (-15mg, 10%)
Anfang 2015 wieder stufenweise auf 150mg hochdosiert
8/2014 Reduktion auf 37,5mg
2/2014 Reduktion auf 75mg
12/2013 Reduktion auf ca. 110mg (ein Tag 75mg, ein Tag 150mg)
Seit 2008: 150mg Venlafaxin

Absetzsymptome
aktuell: gelegentlich starke, ziehende Kopfschmerzen einseitig, geräuschempfindlicher
bei Auslassen von Tabletten: Schwindel, Kopfschmerzen, Konzentrationsprobleme, Wahrnehmungsstörungen

Therapie
seit Juli 2015 kognitive Verhaltenstherapie
2011 Selbsterfahrungs- und Therapieaufenthalt im Ausland (bisher das, was mir am meisten geholfen hat)
2010 Sonnenbergklinik Stuttgart (12 Wochen stationär)
2008 + 2009 Tagesklinik Düsseldorf (nur kurzfristige Erfolge)
2007 Ehrenwall'sche Klinik (7 Wochen stationär)

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Re: Cipralex absetzen bei Hashimoto

Beitrag von ganz normal » Samstag, 28.11.15, 13:48

Liebe Kilana,
Grundsaetzlich würde ich eher nach Befinden und weniger nach Blutwerten schauen. Aber fuer das Absetzen des V. halte ich es tatsaechlich fuer besser, wenn du eher antriebslos bist, deswegen würde ich das
Lt auch nicht steigern. Deine Sd einzustellen, macht erst Sinn, wenn das V. draußen ist. Ev. beeinflusst nämlich das V. deine Sd-Werte.
LG gn
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Hashimoto Thyreoiditis und Erfahrungen mit Cipralex

Yasmina
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Re: Cipralex absetzen bei Hashimoto

Beitrag von Yasmina » Dienstag, 12.01.16, 17:47

Hallo ihr lieben.
Ich bin leider auch hashi
Stelle mich selbst ein, da Ärzte oft keine Ahnung
Bzw kein Interesse haben.
Im hashiforum bin ich auch. Dort wird gesagt, dass der Tsh nicht wichtig ist sondern nur die freien Werte und die sollten im oberen Drittel liegen. Mein Tsh ist irgendwo im Minus und die
Freien Werte im oberen Drittel.
Also zu hoch um cipralex zu reduzieren? L thyroxin bekomme ich nicht runter, da es mir dann schlechter geht. Einbildung ?
Ich hab keine Ahnung. Es ist echt kompliziert

Leni
Beiträge: 260
Registriert: Montag, 04.01.16, 13:01

Re: Cipralex absetzen bei Hashimoto

Beitrag von Leni » Dienstag, 12.01.16, 21:42

Liebe Yasmina,
Yasmina hat geschrieben:Mein Tsh ist irgendwo im Minus und die Freien Werte im oberen Drittel. Also zu hoch um cipralex zu reduzieren?
Ich habe gerade nochmal gelesen, was ich da oben geschrieben habe und mir fällt bei deiner Frage auf, dass ich das oben aus Unwissenheit damals nicht vollstaendig beschrieben habe bzw. ein wichtiges Detail noch nicht bewusst wahrgenommen habe. Das relativ nebenwirkungsfreie Absetzen lag nicht an der Unterfunktion, sondern daran, dass ich mich in einer Phase befunden habe, in der die SD nicht gearbeitet hat. Ich nenne das Entspannungsphase. Nach dem Ende des Schubs hat sich die SD "entspannt" und ist runtergefahren. Und in dieser Zeit ging das Absetzen plötzlich leichter.
Um nun auf deine Frage oben zurückzukommen: Das leichtere Absetzen ging auch dann, als ich schon hoch eingestellt war (68µg von 75-78µg). Im Nachhinein war für mich der entscheidende Aspekt weniger die Unterfunktion, sondern dass die SD in der Absetzphase nicht arbeitet. Und in diese Phase bin ich nur gekommen, wenn ich vorher das LT gesteigert habe und dann drei Wochen gewartet habe, bis die neue Dosis eingebaut war und die SD sich für eine bestimmte Zeit entspannt. Ich bin allerdings der Hashi-Typ, der sich beim Einstellen nur nach dem Tsh richtet, die freien Werte ziehen automatisch nach.

Nachdem ich das Cipralex letztes Jahr losgeworden bin, habe ich meine Erfahrungen aus diesen Absetzphasen noch einmal sehr detailliert im Unterforum "Gesundheit" eingestellt. Evt. findest du da weitere Anhaltspunkte, die für oder gegen einen Versuch sprechen.

Ich habe deinen Beitrag in deinem Thread gelesen und möchte dich schlussendlich bitten, mit dem Absetzen nach o.g. Verfahren vorsichtig zu sein, denn ganz offensichtlich wirkt das Cipralex bei dir anders als bei mir. Bei guter Einstellung hat mich das Cipralex regelrecht an die Decke springen lassen und das bei nur 5mg! Du scheinst eine sehr gute SD-Einstellung zu haben und kannst trotzdem 20 mg Cipralex nehmen!
Genau das könnte aber vielleicht der entscheidende Unterschied sein, der gegen ein Absetzen wie oben beschrieben spricht.
Yasmina hat geschrieben:Ich hab keine Ahnung. Es ist echt kompliziert
So geht es mir auch. Deswegen sei bitte vorsichtig. Ich drück dir die Daumen.
LG Leni (ganz normal)
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Hashimoto Thyreoiditis, Nebennierenschwäche, Glutensensitivität, HPU/KPU
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