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Antibiotika, speziell Fluorchinolone (-floxacine)

Das Absetzen von Psychopharmaka bedeutet oft eine Herausforderung für Körper und Seele. Bestimmte Beschwerden können verstärkt werden oder auch erstmals auftreten. Hier finden sich Infos und Diskussionen zu entzugsbedingten Gesundheitsthemen.
carlotta
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Re: Antibiotika, speziell Fluorchinolone (-floxacine)

Beitrag von carlotta » Dienstag, 02.05.17, 15:23

Hi Ihr,

die AOK in einer aktuellen PM zum aktuellen Risikobewertungsverfahren von Fluorchinolonen durch die EMA:
Bezogen auf alle Antibiotikaverordnungen wurden diese Wirkstoffe 2015 am vierthäufigsten verordnet.
Und weiter:
„Angesichts der möglichen schwerwiegenden und langandauernden Nebenwirkungen wie Sehnenrissen, psychischen Störungen wie Depressionen und Angstzuständen, sollten diese Reserveantibiotika nur nach gründlicher Nutzen-Risiko-Abwägung durch den Arzt eingesetzt werden“, so Helmut Schröder, stellvertretender Geschäftsführer des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO). [...]

Die nunmehr unter Beobachtung stehende Wirkstoffgruppe der Fluorchinolone stellte 2015 mit knapp 5,9 Millionen verordneten Arzneimittelpackungen die viertgrößte Gruppe der Antibiotika dar, die von niedergelassenen Ärzten verordnet wurden. Damit entfielen 16,4 Prozent der insgesamt rund 38 Millionen Antibiotikaverordnungen auf die in Prüfung befindlichen Fluorchinolone. Nach einer Hochrechnung des WIdO auf der Grundlage der AOK-Versicherten haben 2015 mehr als vier Millionen GKV-Versicherte und damit sechs Prozent der mehr als 70 Millionen GKV-Versicherten diese Antibiotika erhalten. Führend bei diesen Wirkstoffen ist Ciprofloxacin mit fast 63 Prozent der Verordnungen.

Mehr als zwei Drittel (70 Prozent) dieser Verordnungen werden von Hausärzten vorgenommen. Das sowie das Ausmaß der Verordnungen bei den niedergelassenen Ärzten insgesamt lässt darauf schließen, dass Fluorchinolone nicht ausschließlich bei schwerwiegenden und lebensbedrohlichen Erkrankungen zum Einsatz kommen.

Dabei wäre es vor dem Hintergrund einer fortschreitenden Resistenzentwicklung sinnvoller, die Fluorchinolone als Reservesubstanzen zurückhaltend einzusetzen. Bei vielen Indikationen sollte den „älteren“ und langjährig erprobten, aber dennoch gut wirksamen Substanzen der Vorzug gegeben werden. Hier besteht Aufklärungsbedarf sowohl in Richtung Patienten als auch der Ärzteschaft. Patienten sollten über die Gefahren und Alternativen von Antibiotika, die auf „floxacin“ enden, vor deren Einnahme aufgeklärt werden.
Link: http://aok-bv.de/presse/pressemitteilun ... 18504.html
(Hervorhebungen von mir)

Interessant auch die Übersicht über sämtliche Verordnungsdaten von 2015, die über das Tool PharMaAnalyst abrufbar sind: http://arzneimittel.wido.de/PharMaAnalyst/?1

Liebe Grüße :group:
Carlotta
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Re: Antibiotika, speziell Fluorchinolone (-floxacine)

Beitrag von lunetta » Donnerstag, 11.05.17, 23:59

Hallo!

Bei uns wurde heute um 21.00 in ORF 2 die Sendung "Am Schauplatz Gericht" von einem jungen Mann berichtet, der mit 26 Jahren mit Cipro behandelt wurde und seitdem (2 Jahre) ein Pflegefall, arbeitsunfähig usw. ist.
Wen es interessiert kann es mit der TV.thek anschauen.

LG
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Re: Antibiotika, speziell Fluorchinolone (-floxacine)

Beitrag von Murmeline » Donnerstag, 02.11.17, 17:56

Umstrittenes Antibiotikum
Ciprofloxacin - eine unterschätzte Gefahr
Stand: 02.11.2017 00:36 Uhr

Chronische Schmerzen und irreparable Nervenschäden - dass Ciprofloxacin, ein Antibiotikum, schwerste Nebenwirkungen haben kann, ist in Deutschland eigentlich bekannt. Trotzdem wird es immer noch häufig verschrieben. Die tagesthemen zeigen einen dramatischen Fall.

Von Sybille Müller, SWR

http://www.tagesschau.de/inland/tt-cipr ... 1~amp.html
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Re: Antibiotika, speziell Fluorchinolone (-floxacine)

Beitrag von padma » Samstag, 04.11.17, 22:58

hallo,

hier ein Bericht von Manfred:

Warum ich nun hier bin? Bis auf das SSRI hatte ich noch nie "richtig" Nebenwirkung auf ein Medikament. Auch die üblichen Antibiotika habe ich problemlos vertragen. Nun habe ich immer Sommer dieses Jahres Avalox bekommen. Ein Fluorchinolon! Ich wollte zusätzlich zu den Thread hier im Forum nochmal explizit davor warnen. Ich hab den ganzen Beipackzettel durch. Mich hats körperlich voll erwischt: Ich war für ca. 4 Monate bettlägrig und alle meine Gelenke waren steif, meine Sehnen geschwollen. Ich konnte nicht gehen, weil mein Achillessehne und Knie bei jedem Schritt unmenschlich weh taten. Ich konnte keine Gabel oder die Zahnbürste halten, weil meine beiden Handgelenke und Fingern doppelt so groß aussahen wie kleine Luftballons. Zusätzlich hatte ich Neuropathien in den Beinen
Von Ärzten hab ich alles möglich gehört, von "das ist unmöglich", bis zu "ist ein bekanntes Problem" über "das hatte ich auch schon".

Psychisch hats mich auch ordentlich zurückgeworfen. Gegen das was ich da erlebt hab, war mein SSRI-Entzug ein klacks. Ein paar Stunden nach der Einnahme hatte ich einen mehrstündigen Weinkrampf. Ein Derealisations/Depersonalisationserlebnis, das noch immer anhält, wenn es auch nicht mehr so stark ist. Es war schon so schlimm, dass ich nicht mehr raussgehen konnte, weil alles wie im Traum und zuviel war, gleichzeitig Details nicht mehr ordentlich wahrgenommen wurden. Ich fühlte mich mental plötzlich als hätte ich einen IQ von 70. Ich konnte nicht mehr denken, hab alles vergessen. Es gibt kein irgendwie erkennbares Besserungsmuster (wie die Wellen und Fenster)

Was ich sagen wollte: FQs sind absolut gefährlich! In jedem Fall verweigern, hab post-SSRI alles vertragen, andere Antibiotika, etc.. Nur 1 Pille Tavanic hat mich ordentlich zu gerichtet. Und ich vermute, dass viele die hier die Diagnose Fibromyalgie haben, die wo die Ärzte ratlos sind, an ähnlichen Nebenwirkungen leiden. Das Problem ist: Diese FQ-Nebenwirkungen können noch Monate, auch durchaus noch 1 Jahr nach der Einnahme der Medikamente auftreten. Wer soll denn da einen Kausalzusammenhang herstellen?
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Re: Antibiotika, speziell Fluorchinolone (-floxacine)

Beitrag von Jamie » Sonntag, 05.11.17, 13:25

Hallo, :)

ja Avalox (Moxifloxacin) gehört auch zu dieser gefährlichen Gruppe.

MfG
Jamue
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Bericht SternTV vom 7.2.2018

Beitrag von LenaLena » Donnerstag, 08.02.18, 12:31

Liebe Leute,

hat jemand von euch gestern den Bericht auf SternTV (RTL) gesehen, bei dem es um Nebenwirkungen und Langzeitfolgen von Antibiotika aus der Gruppe der Fluorchinolone ging?
Hier der Link: https://www.stern.de/tv/risiken-und-neb ... 51868.html

Ich saß mit offenem Mund und vereinzelt bitterem Lachen vor dem Fernseher.
Nicht, weil mich das Thema an sich schockiert. Leben kaputt durch Tabletten... so was schockiert mich schon lange nicht mehr.
Aber weil das, auch wenn es um AB und nicht um PP geht, fast 1:1 unsere Geschichte ist!!

Hunderte Menschen berichten von nicht nur Nebenwirkungen, sondern Langzeitfolgen dieses AB - und da es das Nervensystem schädigt, sind ihre Symptome sehr ähnlich wie unsere!

Und genau da begannen die Parallelen:
- Die NW wurden vom Arzt weder erwähnt noch danach an einen Zusammenhang geglaubt, selbst wenn der Patient sie ihm auf der Packungsbeilage zeigte
- Der Satz (!!): Das kann nicht sein, das ist ein sehr verträgliches Medikament! (Hat den nicht JEDER von uns schon so gehört, egal wo wir leben??)
- Die Symptome und ihr Zustand, wohl auch in Wellen (wobei ich den Eindruck gewann, diese Leute haben wirklich langanhaltende Schädigung davongetragen, was bei uns ja nicht so sein sollte)
- Keiner glaub ihnen, und die Ärzte wollen es auf die Psyche ausreden
- Selbst ihre nahen Angehörigen und Freunde glauben es zuerst oft nicht, denn "welcher Arzt würde denn etwas verschreiben, was einem schadet... der weiß doch, was er tut"
- In den USA genießt dieses Thema schon sehr viel mehr Aufklärung als hier (dort sind diese AB verboten)

Ich habe dann später die Diskussion/Kommentare zum Thema auf der Facebook-Seite von SternTV verfolgt. Es haben sich ganz ganz viele Leute gemeldet, die diese Folgen auch erlebt haben bzw. noch darunter leide.
Allerdings auch genug, die der Meinung waren, bei einer "guten ärztlichen Behandlung" könne so etwas doch nicht passieren :lol:

Irgendwie habe ich das Gefühl, dass das Bewusstsein der Menschen langsam mehr und mehr in dieser Richtung geschärft wird. Ich hoffe.

Was ich aber zu euch sagen wollte, ev. auch speziell an die Betreiber des Forums und das Team gerichtet:
Könnte man da jetzt nicht einhaken mit unserer Geschichte?

Ich habe schon öfter gesagt, dass man sich nach überstandenem Entzug bei SternTV melden könnte, um seine Geschichte zu erzählen. Denn die sind ja dafür bekannt, dass sie auch solche Themen bringen, und sie haben eine große Zuschauerzahl.
Leider gehts mir selber viel zu schlecht, als dass ich momentan intervenieren könnte.

Ich lasse diese Idee daher einfach mal im Raum stehen.

Liebe Grüße
Lena

--------

edit von jamie:
hallo LenaLena, ich habe deinen Beitrag in unseren bestehenden AB / Fluorchinolon-Thread eingefügt.
Zuletzt geändert von Jamie am Donnerstag, 08.02.18, 12:44, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: ergänzt von Jamie
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Re: Antibiotika, speziell Fluorchinolone (-floxacine)

Beitrag von LenaLena » Donnerstag, 08.02.18, 13:03

Danke Jamie, ich wusste nicht, dass so ein Thread existiert :)
LG Lena
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Re: Antibiotika, speziell Fluorchinolone (-floxacine)

Beitrag von Murmeline » Montag, 12.03.18, 20:15

Gemäss einer schwedischen Kohortenstudie, in der ungefähr 360’000 Fluorochinolon-Verschreibungen analysiert wurden, erhöhen diese Antibiotika auch die Gefahr eines Aortenaneurysmas.
https://www.infomed.ch/bdn.php?bdnid=1029
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Re: Antibiotika, speziell Fluorchinolone (-floxacine)

Beitrag von Jamie » Donnerstag, 15.03.18, 14:51

Hallo,

es ist schlimm, aber mein Vater liegt ja totkrank auf der Intensivstation.
Er bekommt mittlerweile das vierte AB und zwei davon waren Ciprofloxacin und Moxifloxacin intravenös.
Ich hab ein maues Gefühl dabei :(

Ich denke aber gleichzeitig, wenn es hopp oder topp lautet, wie bei ihm, muss man das einfach akzeptieren; es ist eine Chance zu überleben und dann darf man diese Mittel, sofern sie hoffentlich wirken, nicht verteufeln.

LG Jamie
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Re: Antibiotika, speziell Fluorchinolone (-floxacine)

Beitrag von Schildkroete » Donnerstag, 15.03.18, 19:01

Liebe Jamie,

ich wollte dir nur sagen, dass es mir sehr leid tut, dass dein Vater so krank ist!

Und ja, ich verstehe dein maues Gefühl, denke aber auch, dass Fluorchinolone als Reserveantibiotika bei lebensgefährlichen Infektionen ihre Berechtigung haben.

Ich wünsche dir und deinem Vater, dass die Medikamente helfen.

Gruß
Schildkröte
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Diagnose: Depression, in Remission seit 2014
Seit 2003 diverse Antidepressiva, zuletzt (seit 2007) Venlafaxin , wechselnde Dosierungen, zuletzt 75 mg
Außerdem: Einnahme von Schilddrüsenhormon (L-Thyroxin, seit 2009), diverse Nahrungsergänzungsmittel, Antihormontherapie mit Tamoxifen (seit 10/2017)

1. Absetzversuch (Anfang 2015): über 6 Wochen von 75 mg auf 0 mg. Symptome: Weinerlichkeit, Verstärkung bereits vorhandener neuropathischer Schmerzen, Bauchkrämpfe, bei jedem Reduktionsschritt für ca. fünf Tage Kopfschmerzen. Ca. 3 Wochen nach Null zusätzlich innere Anspannung, extreme Stressanfälligkeit, Verzweiflung, Morgentiefs, Schlafstörungen. Weiter Weinerlichkeit und Bauchkrämpfe, zusätzlich immer wieder Durchfall. Rückgang der neuropathischen Schmerzen auf das Ausgangsniveau, Zunahme der Anspannung bis zur Funktionsunfähigkeit (Krankschreibung).

Wiedereindosieren (Mitte Mai 2015): 2 Tage 25 mg (NW: Übelkeit, Kopfschmerzen, Benommenheit, Herzrasen, Schweißausbrüche, Schlaflosigkeit) >> 6 Wochen 12,5 mg (Übelkeit sofort weg, übrige NW werden im Lauf der nächsten Woche besser; Darmsymptome verschwinden schnell, Anspannung bessert sich nach ca. 10 Tagen, bleibt aber auf einem auf Dauer nicht erträglichen Niveau, Weinerlichkeit, Stressanfälligkeit und Schlafstörungen bessern sich nur wenig) >> 2 Wochen 14 mg >> 2 Wochen 17,5 mg >> 7 Wochen 22 mg (nach ca. einer Woche Besserung von Anspannung, Schlafstörungen und Darmsymptomen - endlich Rückkehr zur Normalität!)

2. Absetzversuch (Start 14.09.2015): 4 Wochen 20 mg >> 6 Wochen 18 mg (in der vierten Woche nach der Reduktion Schlafstörungen, deshalb länger auf der Dosis geblieben) >> 9 Wochen 16 mg (viel Stress, zwei Antibiosen, kurzzeitig wieder einige Tage mit Anspannung (aber lange nicht so schlimm wie im Frühling) und Weinerlichkeit) >> 8 Wochen 14 mg (leichte Morgentiefs in den ersten Tagen nach der Reduktion, für ca. drei Wochen den typischen Absetz-Kopfschmerz, insbesondere in Verbindung mit Koffein) >> 5 Wochen 12 mg >> 9 Wochen 10 mg (leichtes Serotonin-Syndrom aufgrund einer Wechselwirkung mit einem anderen Medikament) >> 7 Wochen 8 mg (verstärkte stromschlagartige Schmerzen, Schlafstörungen, deshalb den nächsten Reduktionsschritt verkleinert) >> 5 Wochen 7 mg >> 8 Wochen 6 mg (keine Absetzsymptome, aber eine Fernreise und zwei Antibiosen) >> 4 Wochen 5,5 mg (in der zweiten Woche nach der Reduktion verstärkte stromschlagartige Schmerzen) >> 4 Wochen 5 mg >> 4 Wochen 4,3 mg >> 5 Wochen 3,8 mg (Absetz-Kopfschmerz, besonders in der 3. und 4. Woche, insbesondere in Verbindung mit Koffein) >> 4 Wochen 3,3 mg >> 4 Wochen 2,7 mg >> 4 Wochen 2,3 mg >> 7 Wochen 1,7 mg >> 5 Wochen 1,2 mg >> 4 Wochen 0,6 mg >> seit 01.10.2017 komplett abgesetzt

Mein Thread: http://www.adfd.org/austausch/viewtopic.php?f=35&t=9719

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Re: Antibiotika, speziell Fluorchinolone (-floxacine)

Beitrag von Sunny30 » Donnerstag, 15.03.18, 19:12

Liebe Jamie,

ganz genau und wenn es so ist muss man es probieren und ganz sicher kann das auch gut gehen und muss nicht schlecht sein.
Vielen helfen sie auch😊 und ich drück euch ganz ganz fest die Daumen das es bei deinem Papa so ist.
Ich kann mir vorstellen wie es dir geht, wenn ich daran denke es wäre mein Vater.

Ich wünsche Euch das es bald besser wird.
Du hast mein volles Mitgefühl ganz Liebe Grüße
Sunny
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Re: Antibiotika, speziell Fluorchinolone (-floxacine)

Beitrag von Murmeline » Samstag, 17.03.18, 9:06

Das Risiko wird durch Ärzte offenbar immer noch unterschätzt. Doch eine Gruppe von Antibiotika, die sogenannten Fluorchinolone, können teils zu sehr schweren und langanhaltenden Nebenwirkungen führen, etwa zu einem Sehnenriss, einem Aneurysma der Hauptschlagader oder zu Depressionen. Bei der europäischen Arzneimittelbehörde (EMA) läuft seit Februar 2017 nach Anstoß des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) ein Verfahren, um das Nutzen-Risikoverhältnis neu zu bewerten.
https://medwatch.de/2018/03/16/fluorchi ... ssion=true

Murmeline
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Re: Antibiotika, speziell Fluorchinolone (-floxacine)

Beitrag von Murmeline » Donnerstag, 26.04.18, 12:02

Es tut sich was. Risikobewertungsverfahren

Anmeldung zur öffentlichen Anhörung zu Fluorchinolonen und Chinolonen am 13.06.18 bei der EMA in London ist noch bis 30.04. möglich. Infos und Link zur Anmeldung auch hier: https://www.bfarm.de/SharedDocs/Risikoi ... parat.html #Fluorchinolone #antibiotika
https://twitter.com/bfarm_de/status/989 ... 28353?s=21
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