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Tinnitus... mein Leben mit dem ewigen Ton / Austausch

Das Absetzen von Psychopharmaka bedeutet oft eine Herausforderung für Körper und Seele. Bestimmte Beschwerden können verstärkt werden oder auch erstmals auftreten. Hier finden sich Infos und Diskussionen zu entzugsbedingten Gesundheitsthemen.
TeaTime
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Tinnitus... mein Leben mit dem ewigen Ton / Austausch

Beitrag von TeaTime » Freitag, 07.10.16, 15:32

August 2006

...da war er plötzlich, unangenehm, durchdringend, schrill und störend.
Was war das und was war passiert ? Wo kam der her und warum ? Hatte ich das früher schon, oder hatte ich es schlicht ignoriert ?
Würde es bleiben oder gehen ? Wäre es ein Dauerzustand, müsste ich das nun mein ganzes Leben lang behalten ?

Egal was ich mich fragte, er war da und ging nie mehr fort, mein Tinnitus.

Was war passiert ? Am Morgen fuhr ich ganz normal zur Arbeit. Ziemlich genau um 7 Uhr fuhr ich meinen PC hoch und begann meine Aufräge in den PC einzugeben.
Eine Stunde später lag ich auf dem Boden meines Büros, hatte einen Dauerschwindel, den ich für Kreislaufprobleme hielt. Dummerweise hatte ich zu der Zeit ein Einzelbüro, weil meine Kollegin in Mutterschutz war.
Und da war er..... auf einmal war er da..... dieser schrille, nervtötende, schrecklich zermürbende Pfeifton.

Es wurde ein langer Weg zu erkennen, dass ein BurnOut einem das Leben zur Hölle machen kann. Dass man gerne Signale des Körpers ignoriert, weil es einfacher ist, als zuzugeben, dass da etwas ganz und gar aus dem Ruder gerät. Man will funktionieren, nur leider funktioniert immer weniger, und irgendwann gar nichts mehr.

Aber ich war nie wieder alleine, ich hatte dauerhaft Gesellschaft, mein neuer Begleiter war nie mein Freund, er war nicht nett oder freundlich, er war nervtötend und gemein. Mein Tinnitus. Erst taufte ich sie Tinnitussi, ich dache, das ist eine echte Zicke.

Sie blieb, auch als ich wieder arbeiten ging, nach Monaten, nach Kur und Krankschreibung. Sie wurde lauter und nervtötender, und blieb Tag und Nacht. 24 Stunden nervtötende und schlafraubende Gesellschaft, ganz ehrlich, das braucht kein Mensch.

Immer auf der Suche nach Gründen, der Frage nach dem WARUM, nach dem Beginn, dem Auslöser. Immer die Frage, warum ich nichts ändern kann, warum weder Cortison noch Durchblutungstabletten mir halfen.

HNO Besuche brachten nichts. Aber der ständige Druck, das ständige Suchen nach Gründen, ließ mich weniger wachsam werden, dass mein Körper mir eine Menge sagen will, damit, und dem Verlust der Fähigkeit schlafen zu können.
Die Folge, der zweite BurnOut, nach knapp 1,5 Jahren.

Und inzwischen war Tinnitussi gemeiner als je zuvor, sie hatte sich noch Freunde gesucht, sie wollte wohl nicht alleine sein. Es gesellten sich einige Freunde zu ihr, und wollten mir mein Leben zu Hölle machen, ich hatte also nun neue Begleiter, neue Töne und im Laufe der Zeit würden weitere kommen.

Ich musste zwei Dinge lernen, man kann ohne viel zu schlafen leben, auch wenn man nicht weiß warum. Man kann lebenswert und gut leben, wenn man es einfach akzeptiert.

Und genauso lernte ich, der Tinnitus ist eben da. Er geht nicht mehr weg. Egal woher er kommt, egal wie laut er ist, ob er mich stört oder nicht.
Es waren 2 Warnschüsse meines Körpers, und der Tinnitus wird mich niemals vergessen lassen, wie sorglos ich war und wie wenig ich mich meinen eigenen Grenzen stellen konnte.

In der Kur 2006 und in der Schmerzklinik 2008 lernte ich Menschen kennen, die nicht klar kamen mit diesen ständigen Geräuschen. Und mir wurde klar, dass sie sich selber damit kaputt machen. Sie litten unter 1 oder 2 Tönen.... was mich milde lächeln ließ.
Und kaputt machen würde mich das nicht !!!

Also taufte ich meine Töne nach ihren Geräuschen, die sie machten.

Und beim letzten HNO Besuch, vor einigen Tagen, fragte mich mein HNO Arzt wie ich das eigentlich mache, die wenigsten kämen damit klar und mein Tinnitus sei ja nun extrem ausgeprägt.

Deshalb wollte ich das hier alles niederschreiben. Man kann damit leben, man muss es aber auch akzeptieren.
Ich lernte, dass es nichts nutzt zu versuchen wegzuhören, nein, man muss auf andere Geräusche achten, sich auf alles zu konzentrieren was man hört.

Der Vorschlag eine Art Hörgerät zu tragen, was ein Gegengeräusch erzeugt, wollte ich nicht.

Nachts, wenn ich versuchte einzuschlafen, was ich ja kaum kann, war es am schlimmsten. Wo will man da hinhören ? Aber je mehr ich mich tagsüber auf andere Geräusche konzentrierte, umso besser wurde es dann auch in Momenten der Stille.

Wenn es mir schlecht geht, ist es lauter, weil man eben weniger Energie hat.

Aber, ich höre zB selten Musik zuhause, nur im Auto. TV läuft nur am Abend.
Komischerweise brauche ich viel Stille um mich herum, wahrscheinlich weil es eine "echte Stille" nicht gibt.

Ja, ich höre ihn oder sie, oder sie alle.... grade jetzt, wo ich ihnen diese besondere Aufmerksamkeit schenke. Aber ich akzeptiere sie einfach, so wie ich atme, trinke, so pfeift es eben auch. Es ist ein Teil von mir, es gehört dazu.

Das alles war ein langer und steiniger Weg, aber es wird funktionieren.

Durch das "ausblenden" dieser Geräusche, nehme ich unterschwellig auftretende Geräusche oft nicht wahr. Z.B eine Kreissäge die draußen läuft, mein Mann sagt, das nervt aber, und ich fragen muss, was denn.

Duscht jemand ... wenn ich es nicht weiß, dann höre ich es nicht.

Ein Glas mit Sprudelwasser.... wo bitte steht das ? :D

Wenn Ihr darunter leidet, versucht zu akzeptieren, dass da etwas ist, was niemand braucht, aber eben da ist. Sucht nicht immer weiter nach den Gründen, sucht keine Antworten, denn die gibt es selten, z.B. nach Druckwellen, Explosionen, zu lauter Musik in der Jugend.

In diesem Sinne grüßt Euch TeaTime mit ihren SIEBEN Bekannten, genannt nach ihren Eigenschaften: Testbild, Nervi, Schrilli, Pfeifi und ihren 3 Freunden Sparkling, Rauschi und Zirpi.

P.S. Und ja, wenn einer fragt ob es bei mir piept, kann ich das bedenkenlos bejahen.
Zuletzt geändert von Jamie am Mittwoch, 26.04.17, 18:35, insgesamt 2-mal geändert.
Grund: Titel ergänzt
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Re: Tinnitus.... mein Leben mit dem ewigen Ton

Beitrag von Monalinde » Freitag, 07.10.16, 18:56

Hallo Tea-Time,


Sieben Bekannte, das ist nicht zu fassen. Ich frage mich, wie man das aushalten kann.

Ich habe nur einen sirrenden, hohen aufdringlichen Ton, früh morgens ist er immer präsent, manchmal verschwindet er im Laufe des Tages um dann am zweiten oder dritten Tag wieder voll zuzuschlagen. Was er mir sagen will? Keine Ahnung! Erworben in einer sehr, sehr stressreichen Lebensphase vor fünf Jahren, während der ich Antidepressiva eingenommen habe.

Ich kann ihn nicht ergründen, beim allerbesten Willen nicht. Er kam einfach so daher über Nacht, ohne Hörsturz, Knalltrauma oder dgl. Je kürzer ich schlafe, um so schwächer ist er am nächsten Tag. Wenn ich nervlich erschöpft bin, ist er stark, das Biest. Das ist ähnlich wie bei dir.

Manchmal, sehr selten kann ich ihn ausblenden, indem ich mich voll auf andere Dinge fokussiere. Aber er ist beharrlich, das muss man ihm lassen, er vergißt nicht, sich wieder bemerkbar zu machen. Manchmal ist er gnädig und dann nicht überlaut. Ach ja!

Ich habe im Tinnitusforum jemanden kennengelernt, dem es nach sieben Jahren gelungen ist, den Tinnitus weitgehend auszublenden, durch Ignorieren, das scheint die einzige Methode zu sein, mit ihm fertig zu werden. Das stimmt mit dem überein, was du schreibst.

Ich glaube nicht an Halswirbelsäule, Vitaminmangel , Hochspannungsleitungen oder ähnliches, es liegt meiner Meinung nach an einer Überaktivität bestimmter Nervenzellen, zumindest bei sehr vielen Betroffenen, hervorgerufen durch Stress.

Mir ist noch etwas aufgefallen, Tea Time. Gürtelrose mit nachfolgenden Schmerzen konnte ich auch mein Eigen nennen und an Magensäureüberschuss leide ich zur Zeit auch sehr, vielleicht bei Stress um so mehr. Ich bin auch nicht mehr die Jüngste, um nicht zu sagen alt.

Histaminintoleranz könnte auch noch im Raume stehen, sicher bin ich mir da nicht. Ich versuche es einmal mit histaminarmer Kost, es schadet hoffentlich nicht.

So long Tea-Time, sei umarmt,

du bist stark, sehr stark

und grüße mir die sieben Bekannten, auch von meinem Sirri, der heute Luft holt um morgen wieder voll fit zu sein,

alles Liebe, Mona
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2010 bis 2012 Trevilor 37,5 mg ausschließlich,
Dezember 2012 auf Null abgesetzt, ausschleichend alle drei Wochen 10 Prozent der ursprünglichen Dosis

Diagnose: Depression und Angststörung

Seit Dezembe 2012 im protahierten Entzug.

Zahlreiche körperliche Symptome:
(Tinnitus , Speiseröhrenentzündung, Reflux, Schleim im Hals, saures Aufstoßen, Albträume, Durchschlafstörungen, Erschöpfungszustände, Stimmungsschwankungen, Hautausschläge, Angstzustände, Gelenkschmerzen, Schwindel))


2016: Nebenhöhlenentzündung, Schleim im Hals, Stimmungsschwankungen bzw. Neuroemotionen, Tinnitus, noch
leichte Schlafstörungen, lebhafte Träume, die wahrscheinlich meinen Tinnitus triggern, aber keine Albträume
mehr, Schüttelfrost

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Re: Tinnitus.... mein Leben mit dem ewigen Ton

Beitrag von Katharina » Freitag, 07.10.16, 20:07

Hallo Teatime!

Vielen lieben Dank für Deinen berührenden Beitrag.
Ein Beitrag der Akzeptanz.

Ich hatte zwei so Typen,einen hellen und einen schönen, tiefen, dunklen links im Ohr.
Viele Infusionen die mich so elend machten.

Dem Dunklen habe ich beim Einschlafen gern zu gehört.

Plötzlich waren beide weg, jetzt ist ein Summen " hinter mir " also beidseitig,
Morgens fiept es, mal schallt es.

Ich hasse es in einer Bahnhofshalle zu sein DAS ist Zuviel. Da könnte ich....
Aber das ist wie mit zu vielen Reizen immer so, schlim, ein Geschäft mit Dauerbeschallung.

Portugal!! Da gab es ein kleines Städtchen da waren Lautsprecher an den Häuserwänden, es war kein Straßenfest -

Wald und Wiesen, das ist gut.
Im Winzer auf knirschenden Schnee gehen das mag ich auch.

Weniger Radio kein TV , stille Bücher und Stille weil es nicht still ist -

Aber ich kann in stillen Räumen und Umgebungen sein, wo andere schnell Kopfhörern aufsetzen, Musik andrehen- oder reden reden und reden.

Binaurale Apps habe ich wenn ich sehr angestrengt bin, die setze ich ab und an mal drüber.

Und ich bin froh das Tinnitus nicht weh tut.

:sports:

Alles Gute und Liebe und nochmals Danke :pillowtalk:

Katharina
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Re: Tinnitus.... mein Leben mit dem ewigen Ton

Beitrag von TeaTime » Freitag, 07.10.16, 21:12

Hallo Monalinde,

Vielen Dank für Deine liebe Antwort.

Da haben wir beide ja einiges gemeinsam.

Es gibt sicher als Auslöser auch körperliche Ursachen, z.B. durch Zähneknirschen, vielleicht auch durch die HWS, allerdings konnte ich das alles bei mir ausschließen.

Ich weiß nicht einmal genau, ob der schon vor 2006 da war, oder erst durch den BurnOut gekommen ist. Vielleicht habe ich ihn da einfach zum ersten Mal wahrgenommen.Da es im Laufe der Zeit, immer mehr Töne wurden, denke ich, er kam in der Zeit, wo ich den Zusammenbruch hatte.

Wie Du sagst, es ist eine Überaktivität, letztendlich ist es ja nicht einmal ein wirkliches Geräusch, was man da hört.

Ich hatte sogar mal in einem Artikel gelesen, dass sich Menschen den Hörnerv durchtrennen ließen, um den Tinnitus los zu werden. Leider waren sie dann taub, aber der Tinnitus nicht weg, weil es eben kein Geräusch ist, was man über die Ohren wahrnimmt.

Wünsche Dir alles Gute und dass Dein "Sirri" Dich nicht zu sehr nervt, mal länger zufrieden lässt. Wahrscheinlich ist es schwieriger den Ton "auszublenden", wenn man ihn nicht ständig hört und dass Du Deine Nebenhöhlenentzündung auskurieren konntest.

Drücke Dich mal virtuell zurück,

Lieben Gruß

TeaTime
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Re: Tinnitus.... mein Leben mit dem ewigen Ton

Beitrag von TeaTime » Freitag, 07.10.16, 21:18

Hallo Katharina,

auch Dir vielen Dank für Deine lieben Worte.

Wie Du schon schreibst, laute Umgebung nervt und strengt an, ruhige Umgebung tut gut. Man würde denken es ist umgekehrt, aber bei mir ist es, wie bei Dir.

Sich gute und schöne Geräusche suchen. Wenn ich mit meinem Hund laufe, Wind auf den Ohren, ja dass ist Erholung.

Und das Tinnitus nicht schmerzt, ist wirklich erleichternd.

Wie Du schreibst, den schönen, dunklen Ton, zeigt, dass Du ja auch damit leben gelernt hast. Anders geht es auch nicht.

Wünsche auch Dir alles Gute und weiterhin viel Erfolg für Deine Reduktionspläne für 2017 !!!

Lieben Gruß,

TeaTime
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Re: Tinnitus.... mein Leben mit dem ewigen Ton

Beitrag von Jamie » Freitag, 07.10.16, 21:59

Hallo Teatime,

mein Tinnitus möchte auch unbedingt bei eurem Pieps- und Quak-Orchester mitmachen! :rotfl:

Er ruft schon ganz laut "hier hier!" :D

Ich hätte die Drums beizusteuern.

Nie im Leben möchte ich behaupten, mein Ton sei der schlimmste, weil ich überhaupt nicht ermessen kann, wie sehr du darunter leidest oder Monalinde oder Katharina oder wer auch immer.

Aber da Frau Jamie aus Prinzip keine null-acht-fünfzehn-Krankheiten haben will (öde, laaaaaaangweilig), hat sich in mein Innenohr, Hörnervzentrum, ins Gehirn und wo auch immer noch eine zwei bis drei Soldaten-Armee eingenistet und produziert Töne, als würden sie simultan, aber in verschieden Schnelligkeitsstufen / Frequenzen Maschinengewehr-Salven abfeuern.
Ich habe dumpfe, rasend schnell pochende Töne im Ohr; wie gesagt, als bedienten mehrere Personen gleichzeitig eine MP :o .
Da die Frequenz variiert, kann ich das auch nicht überhören. Wenn mich der Tinnitus erwischt (er ist GsD nicht permanent nicht konstant da), da kann ich nur beten, dass er wieder verschwindet, da das Geräusch nicht zu überdecken ist; mit gar nichts, auch mit Musik / Radio nicht.
Und ich sonst überschnappen würde.

Mein HNO Arzt sagt, das ist eine sehr seltene Tinnitus-Form, aber er kann nix machen. Ist mir ja klar. Nur kommen auch die üblichen Noiser bei sowas eben auch nicht infrage, weil sich keine Frequenz und kein Intervall einstellen lässt.
Es bleibt mir nur akzeptieren und dankbar sein, dass er nur ab und an kommt - und wenn er kommt, nicht in Panik zu geraten.

Fühlt euch alle mal lieb gedrückt, die auch Gesellschaft im Ohr haben :group:
Jamie
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Re: Tinnitus.... mein Leben mit dem ewigen Ton

Beitrag von TeaTime » Freitag, 07.10.16, 22:29

Hallo Jamie,

dann mal willkommen im Pfeifkonzert, Deine Drums fehlen da noch. :D

Es ist schon Wahnsinn, wie der Tinnitus sich bei manchen Menschen bemerkbar macht. Ich meine, reines pfeifen ist doch eh stinklangweilig.

Wenn wir nun alle unsere Töne hörbar machen würden, dann hätten wir wirklich ein kleines Orchester.

Keiner weiß, wie die Töne des anderen sind, aber ich bin froh, mich mit Menschen darüber austauschen zu können, die wissen worüber man spricht.

Bei mir sind die Töne sehr gleichmäßig, also das Zirpen und das sprudelnde Geräusch sind es nicht, aber die sind angenehm im Vergleich zu den extrem lauten Pfeiftönen.

Das was du beschreibst klingt schon extrem, und wenn Du den mit nichts überdecken kannst, ist es ja furchtbar, wenn Deine kleinen Drummer und Salven abfeuernde Nervtöter sich melden.

Auch Dir alles Gute, und viel Kraft !! Du hast echt eine Menge zu verarbeiten, doch du wirst immer positiv !!

Liebe Grüße

TeaTime
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Re: Tinnitus.... mein Leben mit dem ewigen Ton

Beitrag von Lisamarie » Samstag, 08.10.16, 12:58

Hallo, ich kann mich auch einreihen, seitdem ich mit dem Absetzen begonnen hab leide ich an einem Tinnuitus meistens ein helles Pfeifen, bei Stress auch gerne mal mehrtönig, erst auf einem Ohr inzwischen auf beiden Ohren. Damit hab ich mich abgefunden und durch ignorieren gelernt damit umzugehen.

Allerdings passiert seit ca einem halben Jahr, das der Tinnitus für 1 oder zwei Stunden vollkommen weg ist, und ich diese wundervolle Stille genieße, und dann erstmal merke was ich alles mit dem Tinnitus nicht mehr höre. Weil der so laut ist, aber er ist nie lange weg und dann geht es wieder los, das zermürbt mich weil ich dadurch beides kenne, die wundervolle Stille und dann das nervige Pfeifen. Das ich einen Tinnitus hab damit hab ich mich arrangiert. Aber wenn man dann weiß wie es sich ohne anfühlt ist das dann wieder gewöhnungsbedürftig.
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6 Monate heftigste Absetzproblematik.Magendarm 30 Kilo in vier Monaten abgenommen.Halbes Jahr bettlägerig.Schwer suzidal zum stabilisieren fast ein Jahr gebraucht.
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Re: Tinnitus.... mein Leben mit dem ewigen Ton

Beitrag von Sunnyrose » Samstag, 08.10.16, 13:56

Hallo ihr lieben :group:

Ich geselle mich gerne hier dazu. Seit ca 1nem Jahr (nach absetzen des 2. Medikamentes) hat sich bei mir ein Tinnitus Ohrwurm Orchester in den Kopf (Ohr?) gesetzt. So richtig sonor bemerkt hab ich es nach der Narkose im April dieses Jahres.

Ich glaube, dass sie manchmal ein Revierstreit haben.

Also das Alphatier ist definitiv, ein ständiges und sehr hohes Rauschen im Kopf, ähnlich wie ein elektrisches Rauschen. Oft kommt ein greller hoher Ton im rechten Ohr dazu, der schwellt an, erreicht seinen Höhepunkt und schwellt wieder ab. Ein kurzes Intensives lautes Solo. Oft wenn das Solo beendet ist wird geknackst, geklopft und kurz aufgejault. Dann bleibt wieder das ständige Rauschen. Zweites Alphatier ist ein hochfrequenter Ton eher leise, immer in der Stille gut hörbar. Dazu gesellt sich öfters am Tag ein ab und anschwellen der Geigen.

Morgens hab ich immer einen total verstopften Kopf und Nase. Beim Schneuzen (jeden morgen) gibt es ein intensives Konzert im Kopf und Ohren, es knackst und flötet, piepst und ploppt ganz heftig. Als ob sie sich freuen würden, dass ich morgens durchs Schneuzen den Verstärker aufdrehe! Vergleichbar mit, wenn im Flugzeug, nachdem der Druck wieder nachlässt die Ohren aufploppen! Popkorn?

Und das jeden Tag. Ich höre definitiv nicht mehr gut. Normale Lautstärke ist für mich zu leise und undeutlich.

Auch ich ertrage es besser in der Stille, weil jeder zusätzliche Ton von Aussen ein Orchestermitglied zu viel ist. Deshalb sind wir ausgebucht!! Ich hoffe es sehr, dass nicht noch weitere Musiker und Bauarbeiter dazu kommen!

Nur abends stell ich den Tv ein, den ich jedoch oft wieder ausschalte, weil mich ein Überforderungsgefühl einnimmt, dass sich in der Stille wieder entspannt. Es ist dann als ob überall gleichzeitig der Tv läuft, das Radio, Menschen reden und sich alles zu Metaltrashmusik zusammenfügt.

Auch wenn ich dann den Tinnitus und Co. mehr wahrnehme stresst es mich weniger.

Na gut. Bei all diesen Bauarbeiten im Kopf wundern mich all diese Geräusche und Töne nicht.

Herzlich
Deria
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Re: Tinnitus.... mein Leben mit dem ewigen Ton

Beitrag von TeaTime » Samstag, 08.10.16, 23:50

Hallo Lisamarie,

vielen Dank für Deine Erfahrungen.

Also wenn ich mir vorstelle, dass ich tatsächlich nur EINMAL für 2 Stunden ohne jegliches Ohgeräusch wäre.... wow.... was für eine Vorstellung. Aber... ja, ich glaube, wenn dann die Töne so in voller Wucht alle wieder da wären, dann würde mich das wirklich sehr belasten.

Und der Gedanke, noch einmal wirklich nur echte Geräusche hören zu können, auch die, die man aufgrund des Tinnitus nicht mehr wahrnimmt, ist eine schöne Vorstellung.

Aber wie Du sagst, sie kommen wieder, und dann ist es schlimmer, als je zuvor.

Meine "Bekannten" begleiten mich schon so lange, dass ich keinerlei Vortsellung mehr davon habe, wie es mal ohne sie war.

Vielleicht ist das auch besser so, sonst würde man wohl doch verzweifeln.

Lieben Gruß

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Re: Tinnitus.... mein Leben mit dem ewigen Ton

Beitrag von TeaTime » Sonntag, 09.10.16, 0:03

Hallo Deria,

vielen Dank für Deinen Eintrag.

Klingt auch ziemlich belastend. Diese ständigen Änderungen, mal knacken, ploppen, jaulen, rauschen, mal laut, mal leise... furchtbar.

Medikamente haben meinen Tinnitus auch extrem verschlimmert, allerdings nur die 4 nervtötenden Pfeiftöne, ihre rauschenden, zirpenden und sprudelnden Begleiter haben sich zurückgehalten.
Kam durch eine 4 wöchige Einnahme eines Antibiotikums.(ließ sich leider nicht vermeiden)
Die Zunahme der Lautstärke war so schlimm, dass ich immer noch daran arbeite, wieder ganz weghören zu können.

Neue Töne fürchte ich auch immer, weil es wieder bedeutet, man muss Töne ausblenden. Aber dann sage ich mir immer, komm, Du hast das bisher geschafft und wenn es mal so ist, dann wird das auch wieder klappen.

Dein sarkastischer Hinweis, dass sich Deine Ohrgeräusche freuen, dass Du durch das schneuzen den Verstärker aufdrehst, hat was. :D

Lieben Gruß

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Re: Tinnitus.... mein Leben mit dem ewigen Ton

Beitrag von TeaTime » Dienstag, 25.10.16, 11:00

Ein "hallo" an alle Betroffenen und Interessierten,

Das hier hab ich eben gefunden, finde ich sehr informativ.

*******************
Geräuschempfindlichkeit wird bei über 40 Prozent der Tinnitus-Betroffenen beobachtet, wenn gezielt danach gefragt wird beziehungsweise entsprechende audiometrische Untersuchungen gemacht werden. Die Betroffenen erleben normale Umweltgeräusche deutlich lauter bis unangenehm, die für den Normalhörigen völlig unproblematisch sind.

http://www.tinnitus-liga.de/pages/tinni ... akusis.php
********************

Lieben Gruß

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Re: Tinnitus.... mein Leben mit dem ewigen Ton

Beitrag von Monalinde » Dienstag, 25.10.16, 14:09

Hallo

vielleicht interessiert es jemanden. Ich hatte auch diese quälende Hyperakusis, d.h. die Überempflindlichkeit, vor allem gegen bestimmte Geräusche. Bei mir war es unsere Heizung im besonderen und das Rechnergeräusch sowie das Geräusch des in der Ferne vorbeifahrenden Zuges. Ich bin diesen Geräuschen nur ganz selten ausgewichen.

Wenn ich sehr aufgeregt bin, kommt es wieder, ist aber längst nicht mehr die Regel. Meines Erachtens kann ich dieses Phänomen einem erhöhten Erregungsnieveau im Nervensystem zuordnen, was bei Beruhigung auch wieder verschwinden kann.

Ach ja, wenn es beim Tinnitus auch nur so einfach wäre!

LG Mona
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2010 bis 2012 Trevilor 37,5 mg ausschließlich,
Dezember 2012 auf Null abgesetzt, ausschleichend alle drei Wochen 10 Prozent der ursprünglichen Dosis

Diagnose: Depression und Angststörung

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Zahlreiche körperliche Symptome:
(Tinnitus , Speiseröhrenentzündung, Reflux, Schleim im Hals, saures Aufstoßen, Albträume, Durchschlafstörungen, Erschöpfungszustände, Stimmungsschwankungen, Hautausschläge, Angstzustände, Gelenkschmerzen, Schwindel))


2016: Nebenhöhlenentzündung, Schleim im Hals, Stimmungsschwankungen bzw. Neuroemotionen, Tinnitus, noch
leichte Schlafstörungen, lebhafte Träume, die wahrscheinlich meinen Tinnitus triggern, aber keine Albträume
mehr, Schüttelfrost

TeaTime
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Re: Tinnitus.... mein Leben mit dem ewigen Ton

Beitrag von TeaTime » Dienstag, 25.10.16, 15:12

Hallo Monalinde,

genau das kenne ich auch. Für mich sind nächtliche Geräusche die schlimmsten. Geräusche, die mein Mann niemals gehört hat oder hört. Das normalste Geräusch davon, das Brummen der Gasheizung. Für mich ein unerträgliches Dröhnen. Für ihn ist da nichts. Ich musste deshalb das Schlafzimmer verlegen, denn bei uns ist die Gastherme im Bad. Und das eigentliche Schlafzimmer daneben. Und das Brummen wird lauter und lauter.

Das liegt aber eben auch daran, dass ich ja niemals richtig schlafe, und kleinste Geräusche mich sofort wie einen Wachhund in Alarm versetzen.

Früher wohnten wir in der Nähe des Rheins, wenn da ein Dampfer nachts rheinaufwärts schipperte, wurde ich fast wahnsinnig.

Wie oft habe ich meinen Mann nachts geweckt und gefragt, ob ihn dieses oder jenes Geräusch nicht störe. Er hat das nie gehört, bis ich es ihm sagte.
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Das einzige wo ich sicher bin, dass er es nie hören wird, ist mein Tinnitus -lol-

Lieben Gruß

TeaTime
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Re: Tinnitus.... mein Leben mit dem ewigen Ton

Beitrag von Juna » Mittwoch, 02.11.16, 23:12

Huhu,

uiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii ihr Vielton- und Dauergeplagten.
Meine Güte, tut mir das Leid.
DANKE für die erheiternden Beiträge, trotz des Horrors, der dahintersteckt.
Ich kenne glücklicherweise nur den Volldrucktypen, der sich bei mir vor ner Synkope als Warnsignal in beiden Ohren und dann im Kopf breit macht, ich kenne Fibsie, diese ist ne ganze Zeit vor allem nachts aktiv gewesen und hat mich, so wie euch, nicht schlafen lassen und ich kenne den Fluss, dass ist ein recht tiefer Ton, der einfach nebenher fließt, wo ich, wenn er da ist, einfach manchmal sogar nicht weiß, ob er überhaupt da ist, er ist so tief und flach, dass ich ihn sogar vermisse, wenn er dann schweigt.
Wenn ich keinen Stress habe/ nicht kurz vor dem Zusammenbruch stehe, ist sie eigentlich recht still, der Fluss ist keine Ahnung wann da.

Ich bin soooo froh, dass Fibsie sich (noch) nicht eingenistet und ganz geblieben ist.

Von daher, brr, ich wünsche euch einen Frieden mit euren Tönen, dass sie eben nicht die Herrschaft übernehmen und euch den letzten Nerv rauben.

LG
Juna
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Re: Tinnitus.... mein Leben mit dem ewigen Ton

Beitrag von TeaTime » Mittwoch, 02.11.16, 23:43

Hallo Juna,

nun auch hier zusammen ;o)))

Naja, so ganz "ohne" klingen Deine Töne aber auch nicht. Aber, wie bei Dir, bin ich entspannt und geht es mir gut, scheinen die "glorreichen Sieben", etwas leiser. Geht es mir schlecht oder höre ich bewusst hin, sind sie sehr laut.

Und "neeeeee", im Leben lasse ich sie nicht die Herrschaft übernehmen, das hätten sie am Anfang (erst ein Ton, dann zwei...dann drei....etc) fast geschafft, als sich meine Gedanken nur um diese/n Ton/Töne drehten.

Der Tinnitus selber ist viel schlimmer als am Anfang mal, aber er belastet mich kaum noch.

Lieben Gruß und dass "Deine Drei" Dir auch Deine Ruhe nicht rauben.

TeaTime
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Re: Tinnitus.... mein Leben mit dem ewigen Ton

Beitrag von Anabelle17 » Samstag, 05.11.16, 13:17

Hallo Teatime,

ich gehöre hier eigentlich nicht hin in diesen thread, aber habe trotzdem eine Frage, die hoffentlich nicht indiskret ist. Ich wollte fragen, wodurch du bemerkt hast, dass du ein burnout hattest? Hast Du damals sehr viel gearbeitet oder hattest du gerade eine Trennung durchlebt, hast Du Kinder und war es mit denen eventuell anstrengend? Also rückblickend, woran würdest du diesen burnout festmachen??? Und gab es vor Deinem Dauerton und UMkippen im Büro denn irgendwelche Anzeichen für Überlastung? Oder hattest Du gar keinen dieser oben genannten Stressfaktoren und war Dein einziger BUnrout-Auslöser einfach eine Angsterkrankung oder Depression?
Ich wäre Dir sehr, sehr dankbar für eine Antwort.

Viele Grüße erstmal,
Ammabelle
Seit 2 Jahren einmal pro Woche bzw. eher einmal alle 2 Wochen 1mg Tavor.
Vorher noch nie was.

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Re: Tinnitus.... mein Leben mit dem ewigen Ton

Beitrag von TeaTime » Samstag, 05.11.16, 17:25

Hallo Anabelle,

den ersten BurnOut haben mir zwei Ärzte diagnostiziert, weil man selber nicht unbedingt zugeben kann, oder will, dass es so ist. Zumindest war es bei mir so.

Angsterkrankungen oder Depressionen hatte ich bis dahin nie.

Keine Trennung, keine Kinder, ein sehr stabiles, gutes soziales Umfeld, familär alles super.
Mein Leben lief perfekt, ich hatte alles im Griff (zumindest wenn man nicht auf seine eigenen Schwächen eingeht).
Habe im Beruf, sowie privat, volle Leistung abgeliefert.

Überlastung kannte ich nicht, ich kannte nur immer weiter zu routieren, niemals die kleinste Schwäche zu zeigen und die zu belächeln, die über Kopfschmerzen oder andere Zipperleins klagten..." ach all diese Schwachen."

Ja, es gab Anzeichen, dass mein Körper nicht mehr kann, aber ich habe sie ignoriert, nicht wahrnehmen können oder wollen.

Wegen meiner Hunde hatte ich meine Arbeitszeit reduziert. Aber ich wollte das gleiche Arbeitspensum schaffen, wie vorher auch.

Irgendwann kamen immer mehr Kopfschmerzen, und der Schlaf wurde schlechter.

Kopfschmerzen sind ja easy, Tablette rein und ok. Müde sein ist bei der Arbeit aber schlecht, die Konzentration lässt nach, man muss immer mehr aufpassen, will keine Fehler machen. Der Kreislauf aus Schmerzen und Müdigkeit beginnt. Und was tut man : NICHTS !
Man muss sich mehr anstrengen und mehr, man will keine Fehler machen und niemals Schwäche zeigen.

Zuhause habe ich alles alleine gemacht, schließlich arbeitet man ja weniger.

Die Konzentration wird immer schwieriger, die Müdigkeit wird schlimmer, die Schmerzen nehmen zu. Aber man will alles alleine schaffen, alles perfekt haben.

Wer erwartet das? Wer macht nur so einen Druck ? Ich selber !!!!

Es gibt keine Schwäche, zumindest nicht bei mir. Andere sind schwach, aber ich doch nicht.

Schmerzen, Müdigkeit, Leistungsabfall, Konzentrationsschwäche, Traurigkeit, Wut, Unsicherheit, was die eigene Leistung betrifft.
Aber im Kopf "DU MUSST " DU MUSST" DU MUSST" !!!

Monatelang ging es gut. Dann kam der Zusammenbruch....im Büro, wie peinlich. Der Notarzt holt dich, wie peinlich.

Im Krankenhaus der Check, und mein Gedanke, das war der Kreislauf.
Ok, ich hatte ne Menge abgenommen, aber wo sollte ich auch noch Zeit zum essen haben. Hungergefühl war irgendwie auch weg.
Krankenhaus verlassen, auf eigenen Wunsch, brauche keine genaueren Untersuchungen, ich bin gesund.

Am Wochenende Migräne.... auch das noch. Kreislauf eben. (Oder doch nicht?)

Montags zum Arzt im Ort, war näher als meine Ärztin.

Beruhigungsmittel bekommen, das sollte ich eine Woche nehmen, ein Benzo. (Kannte ich damals nicht, aber es wirkte am ersten Tag und am zweiten schon nicht mehr, und da hab ich es gleich weggelassen)
Eine Woche Krankschreibung.

Danach hatte ich Urlaub. Aber weder in der ersten noch in der zweiten Woche konnte ich schlafen und zwar gar nicht !!!
Im Bett gelesen bis morgens um 2. Licht aus. Wach ! Licht an, gelesen oder TV. Um 7 aufgestanden. Und dieses Pfeifen...immer dieser nervende Dauerton.

Und nach 2 Wochen dachte ich, wie willst Du so arbeiten. Und immer diese Schmerzen und das Pfeifen und diese Müdigkeit.....

Meine Ärztin war erschrocken. Schrieb mich 4 Wochen krank, musste zu allen möglichen Ärzten, wurde durchgecheckt. NICHTS.
Diagnose vom Neurologen und meiner Ärtzin, BURN OUT, mittelschwere Depression.

Was ?????? Ich ???? Neeeeeee !! Doch.... ja Du !!!

Anabelle, ich hab das jetzt extra so geschrieben, um Dir meine Gedanken nahe zu bringen die ich hatte.

Was hat mich umgehauen ? Das kann man nicht wirklich wissen. Es kamen viele Umstrukturierungen im beruflichen Bereich , Angst vor Versetzung (allgemein). Der Drang zu leisten was man kann oder eben mehr davon.

Alle Anzeichen, die Monate vorher kamen, habe ich komplett nicht als solche wahrgenommen.
Krankheit hatte für mich immer was von Schwäche.

Aber ich habe ja gelernt. Das passiert nie mehr. (Oder doch?)

Wiedereingliederung auf eigenen Wunsch. Schon da wieder Probleme...aber zugeben, nein.
Ich habe sie geschafft (YES!!) und noch 8 weitere Monate.

Das schöne an einem Hamsterrad, man kann, wenn man rausgefallen ist, einfach wieder einsteigen.

Dann kamen die Schmerzen wieder. Schlafen konnte ich ja eh kaum. Aber diese Schmerzen, nun auch im Rücken, Schultern Armen. Was kann das denn sein........?

Ein Wochenende endete mit einem zweiten Zusammenbruch, wie ärgerlich. Was das denn ??? Burn Out ? Hm ? Wo hab ich das schon mal gehört. ??

Das war der zweite Warnschuss !!!


JETZT habe ich gelernt ! Vor allem eins, Krankheit ist keine Schwäche. Ignoriert man seinen Körper, dann muss man mit den Konsequenzen leben.

Das war nur der BurnOut und dabei will ich es auch belassen. Inzwischen habe ich noch somatische Probleme, die sehr belastend sind und mir immer bewusst machen, wie dankbar man sein muss, wenn man wirklich gesund ist. Aber auch wenn man nicht gesund ist, dann sollte man dankbar sein, wenn es einem gut geht. Andere Menschen leiden viel mehr.

Und wenn ich eines gelernt habe, man MUSS auf seinen Körper hören und Signale wahr nehmen, seine Grenzen kennen und akzeptieren.

Lieben Gruß,

TeaTime
Zuletzt geändert von TeaTime am Samstag, 05.11.16, 22:13, insgesamt 6-mal geändert.
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"Anfangs wollt' ich fast verzagen,
Und ich glaubt', ich trüg es nie,
Und ich hab es doch getragen,
Aber frag mich nur nicht: wie?"
(Heinrich Heine)

Anabelle17
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Re: Tinnitus.... mein Leben mit dem ewigen Ton

Beitrag von Anabelle17 » Samstag, 05.11.16, 21:40

Boah, danke! Ich schreibe bald mit Ruhe. Ich danke Dir wirklich.
Seit 2 Jahren einmal pro Woche bzw. eher einmal alle 2 Wochen 1mg Tavor.
Vorher noch nie was.

Mockingjay
Beiträge: 287
Registriert: Donnerstag, 11.08.16, 9:28

Tinnitus

Beitrag von Mockingjay » Dienstag, 14.02.17, 15:34

Hallo Tinnitus-Geplagte

Im Moment ist der Tinnitus enorma stark und schmerzend, sodass er mich sehr beeinträchtigt.

Kennt jemand ein Hausmittelchen oder irgendwas, um dies etwas zu mildern? Was empfehlt Ihr? Was habt Ihr schon ausprobiert?

Ich lebe mittlerweile seit 2,5 Jahren mit dem Tinnitus, mal kaum hörbar, mal stärker. ich habe schon gelernt, damit umzugehen. Nur wäre es toll, etwas Tipps zu bekommen, wenns manl ganz schlimm wird. So als Akutmassnahme.

Danke für Tipps!

Liebe Grüsse vom Spottölpel
Medikamente: Levothyroxin, Triiodthyronin, Fluoxetin (am ausschleichen), Relaxan, Symbicort.
Nahrungsergänzungsmittel: Vitamdin D3 hochdosiert.
Diagnosen: Emotionale Instabilitätsstörung Typ Borderline, generalisierte Angststörung, Hashimoto-Autoimmunthyreoiditis (Hypothyreose), diverse Allergien und Nahrugnsmittelunverträglichkeiten, Asthma.
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Absetztagebuch:
Fluoxetin ab 2002, 2004 kaltes Absetzen ohne Probleme. Ab 2006 Wiederbeginn, Absetzversuche 2008/2010/2014 ohne Erfolg. Juni 2016 direkt von 20 auf 15mg -> schwere Probleme nach 2-3 Monaten, wieder aufdosiert.
Neuer Versuch ab Januar 2017 mit 1mg Schritten bis auf 10mg ab September 2017. 6 Monate Absetzpause.
Ab 18.04.2018 wieder rauf auf 15mg wegen akuter Krise. Vermehrte Angstzustände und Grübeln.
Seit 6.5.2018 Extremer Tinnitus und Übelkeit nach Kortisondepotspritze wegen Pollenallergie.
Ab 12.05.2018 Runter auf 13 mg.

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