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Paleo AIP - Ernährung bei Autoimmunerkrankungen, Allergien und ungeklärten Beschwerden

Das Absetzen von Psychopharmaka bedeutet oft eine Herausforderung für Körper und Seele. Bestimmte Beschwerden können verstärkt werden oder auch erstmals auftreten. Hier finden sich Infos und Diskussionen zu entzugsbedingten Gesundheitsthemen.
sinua
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Paleo AIP - Ernährung bei Autoimmunerkrankungen, Allergien und ungeklärten Beschwerden

Beitrag von sinua » Donnerstag, 09.03.17, 13:22

Hallo liebe Leute,

bei Autoimmunerkrankungen greift das Immunsystem körpereigenes Gewebe an, was zu Entzündungen und Schäden führen kann. Ausgehend von der Tatsache, dass in sog. Naturvölkern diese Krankheiten praktisch unbekannt sind, könnte die Lebens- und Ernährungsweise eine Rolle spielen.

Ich bin auf das Autoimmunprotokoll (AIP) von Dr. Sarah Ballantyne gestoßen. Sie hat selbst mehrere Autoimmunkrankheiten und hat basierend auf Forschungsergebnissen eine Ernährungsweise entwickelt, die Abhilfe schaffen soll.
Das AIP fußt auf der Paelo-/Steinzeiternährung (kein Zucker, kein Getreide, keine Milchprodukte, keine Hülsenfrüchte, keine stark verarbeiteten pflanzlichen Fette, keine Zusatzstoffe), geht aber noch weiter.
Wie bei vielen dieser Dinge bewirkt es nicht bei jedem Menschen das Gleiche: manche fühlen sich damit wie geheilt, andere erleben dadurch eine leichte bis starke Verbesserung und bei wieder anderen bewirkt es nichts. Was ich auch öfter gelesen habe, ist dass Allergien, Gelenkbeschwerden, Kopfschmerzen usw. sich gebessert haben.

Bei dieser Ernährungsform geht es u.a. darum
-entzündungsfördernde Substanzen zu meiden, z.B. Zucker
-den Blutzuckerspiegel so konstant wie möglich zu halten
-so nährstoffreich wie möglich zu essen - alle benötigten Nährstoffe, Spurenelemente usw. können mit dieser Ernährung zugeführt werden (außer wenn der Darm die zugeführten Nährstoffe nicht verwerten kann, was bei Autoimmunerkrankungen manchmal vorkommen kann, dann könnte eine Supplementierung sinnvoll sein)
-potentielle Schadstoffe, sog. Antinährstoffe und mögliche Allergene zu meiden, z.B. Gluten, Phytinsäure etc.
-die Darmgesundheit/Darmbakterien durch die Ernährung zu unterstützen
-das Immunsystem und die damit verbundenen Hormone zu regulieren

Bücher und Blogs:
Sarah Ballantyne hat 2 englischsprachige Bücher darüber geschrieben, aber es gibt fast alle Infos auch auf dem umfangreichen Blog der "Entwicklerin" https://www.thepaleomom.com/start-here/ ... -protocol/ . Bemerkenswert ist, dass sie alles mit wissenschaftlichen Studien hinterlegt.
Weitere Infos auch hier http://autoimmunewellness.com/whats-in- ... cky-foods/ - alles nur auf Englisch.
Ein guter deutscher Artikel, den ich gefunden habe ist http://www.urgeschmack.de/was-ist-paleo ... protokoll/ . Daraus und aus https://www.thepaleomom.com/start-here/ ... -protocol/ zitiere ich mal:

Empfohlen sind folgende Lebensmittel:
Viel Gemüse aller Art (möglichst vielfältig und bunt (rot, grün, gelb, weiß, orange...)
Pilze
Fisch und Meeresfrüchte
Innereien und Organfleisch (u.a. Leber, Herz, Nieren, Zunge, Knochenbrühe), hochwertiges Fleisch (z.B. Wild, Rindfleisch aus Weidehaltung)
Hochwertiges Fett (Olivenöl, Avocadoöl, Kokosöl, fetter Fisch, Fett von Weidetieren)
Obst
Probiotische/fermentierte Lebensmittel (Sauerkraut und andere Fermente)

So abwechslungsreich wie möglich. Qualität, Nährstoffgehalt und geringe Schadstoffmenge sind wichtig (z.B. möglichst Fleisch aus Weidehaltung, Bio-Gemüse - aber zur Not geht auch konventionell angebautes Gemüse, beim Fleisch nicht zuviel an der Qualität sparen, dann lieber seltener). Auch ist es wichtig, ausreichend Energie (Kalorien) zu sich zu nehmen, auch in Form von Fett.

Geraten wird der Verzicht auf folgende Lebensmittel
Eier
Getreide (alle Sorten einschließlich Reis und Mais)
Hülsenfrüchte
Milch & Milchprodukte
Nüsse
Samen (auch Kaffee, Kakao, diverse Gewürze)
Nachtschattengewächse (u.a. Tomaten, Paprika, Chili, Kartoffeln, Auberginen)
Pseudogetreide (u.a. Amarant, Buchweizen, Quinoa)
Nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR, NSAP, NSAID) (u.a. Aspirin, Ibuprofen)
Süßstoffe (Stevia eingeschlossen)
Alkohol
Emulgatoren, Verdickungsmittel und andere Zusatzstoffe
Außerdem:
Keine zugesetzten Zucker
Keine Pflanzenfette/-öle mit Ausnahme von Oliven-, Avocado- und Kokosöl
Kein Fast Food, keine Fertigprodukte, Keine Konservierungsstoffe, Geschmacksverstärker und sonstige Zusatzstoffe
Denn all diese Lebensmittel können die Autoimmunreaktion anheizen.

Diese Ernährungsweise ist eine Reduktionsdiät ("Diät" im ursprünglichen Wortsinn "Lebensweise", nicht im Sinne von "Abnehmen"): für einen gewissen Zeitraum (z.B. 30 bis 60 Tage, auch darüber gibt es Infos auf Ihrem Blog) werden alle oben aufgelisteten Lebensmittel gemieden. Wenn sich der Körper erholt und beruhigt hat, kann man langsam und systematisch weitere Lebensmittel wieder mit reinnehmen und dabei testen, ob man sie verträgt.

Lebensweise:
Bemerkenswert finde ich auch, dass Sarah Ballantyne sagt, dass die Behandlung von Autoimmunerkrankungen über die Ernährung hinausgeht. Die beste Ernährung reicht nicht, wenn man in anderen Bereichen die Autoimmunreaktion anfeuert. Deshalb:
-Schlaf mind. 8 Stunden pro Nacht
-Umgang mit Stress erlernen, verbessern - gegen die gesundheitlichen Folgen von Dauerstress kommt die Ernährung allein nicht an
-adäquate Bewegung, Vorsicht den Körper nicht überlasten
-soziale Beziehungen und Freude bringende Aktivitäten
Sie gibt auch dazu viele detaillierte Tipps und Erklärungen anhand von Studien.

Interessant finde ich, dass eine solche Lebens- und Ernährungsweise dem Leben unserer Vorfahren viel näher kommt als das heute übliche Leben mit viel Zucker, Getreide, stark verarbeiteteten und konservierten Lebensmitteln, kaum Bewegung, viel Stress, wenig Schlaf. Mir scheint, dass der Mensch für so ein Leben nicht gemacht ist.

Meine Erfahrung mit Paleo/ AIP
Ich habe selbst eine Hauterkrankung, für die eine autoimmune Ursache angenommen wird. Es ist hauptsächlich ein kosmetisches Problem, manchmal fühlt es sich auch unangenehm an, aber ich leide keine Schmerzen deswegen. Ich hatte das schon vor den Psychopharmaka (PP), allerdings hat es sich seitdem deutlich verschlimmert - das wäre aber vielleicht auch ohne PP so gekommen.
Ich habe vor 4 Monaten die Infos über das AIP gefunden. Da ich keine Medikamente deswegen nehmen will, wollte ich es vorsichtig ausprobieren. 2 Monate vorher hatte ich bereits auf Paleo umgestellt (s.o.) und hatte nach 2 Wochen schon weniger häufige und weniger starke Flushs (Aufflackern der Hautsymptome nach bestimmten Aktivitäten). Entzugssymptome hat es nicht getriggert.
Da ich entzugsmäßig gerade in einem Fenster war, bin ich einen Schritt mehr Richtung AIP gegangen. Dabei habe ich nicht auf den Gesamt-Kohlenhydratanteil geachtet und bin da wahrscheinlich zu niedrig gewesen - das ist an sich nicht gefährlich oder schlimm, der Körper stellt dann auf Ketose, eine alternative Form der Energiegewinnung um. Sarah Ballantyne empfiehlt es nicht für Autoimmunerkrankte, doch einige machen es mit Absicht, z.B. zum Abnehmen.
Diese Energie-Umstellung hat bei mir Entzugssymptome getriggert - aber ich bin da auch super empfindlich, seit dem Absetzen reagiere ich auf alle körperlichen Belastungen so (zuerst hat weniger-als-10-Stunden-Schlaf getriggert, dann ein 15-Minuten-Spaziergang, dann knapp 10 Minuten Ausdauersport und dann eben diese Umstellung der Energiegewinnung). Deshalb ging ich bald wieder auf den Paleo- Schritt zurück. Mein ZNS hat trotzdem lange gebraucht, um sich wieder einzukriegen, aber ich bin grad auf dem Übergang in eine symptomarme Zeit (Fenster).
Seitdem esse ich Paleo+Reis, die Flushs sind weiterhin so abgeschwächt geblieben und ich habe in 6 Monaten 10 cm Taillenumfang (gut 2 Kleidergrößen) ganz nebenbei abgenommen. Auch habe ich seitdem keine Erkältungen/Infekte etc. mehr gehabt und die Entzugskopfschmerzen sind insgesamt besser geworden (kann Zufall sein, kann aber auch an der Ernährung liegen, ich weiß es nicht).
Anfangs war es schon eine Umstellung, da man mehr Zeit mit der Zubereitung von Essen verbringt (Brot raus und Käse drauf ist halt nicht mehr), aber ich habe mich schon nach ein paar Wochen dran gewöhnt. Es ist so lange Aufwand, bis es Routine ist :)

Wenn mein Körper das Absetzen völlständig verkraftet hat, werde ich das AIP nochmal ausprobieren, ich bin gespannt, ob es sich noch besser auf meine Hautprobleme auswirkt als "nur" Paleo. Manchmal juckt es mich, vorher nochmal einen AIP-Versuch zu wagen und dabei auf eine ausreichende Kohlenhydratmenge zu achten, um die Ketose zu umgehen - aber ich habe mir geschworen, mal einige Monate gar nichts zu riskieren, um ein langes Fenster zu erleben :)

Viele Grüße an alle,
Sinua

edit: kurz was verbessert
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Re: Paleo Autoimmunprotokoll (AIP) bei Autoimmunerkrankungen, Allergien und unklaren Beschwerden

Beitrag von Kevin05 » Montag, 20.03.17, 7:48

Hallo Sinua,

ein wirklich guter und interessanter Beitrag. Ich denke auch, dass die Ernährung in Kombination mit anderen Faktoren hauptverantwortlich ist für Autoimmunerkrankungen, die vermutlich mehr Menschen haben als man denkt, weil oft sehr spät erst erkannt.

Wobei meiner Ansicht nach du schon alle hilfreichen Strategien geschrieben hast, wie eben komplette Umstellung der Ernährung, aber auch Meiden von negativem Stress, soziale Kontakte, ausreichender Schlaf usw.

Ich leide ja selbst unter massiven Entzündungen über den ganzen Körper verteilt, was denkst du denn über die Ursache von solchen Entzündungen? Ich meine die falsche Ernährung bzw. Lebensweise? Oder und welche Rolle spielen die Psychopharmaka?

Das wäre eine spannende Frage für mich, wenn man die beantworten könnte. Da ich einige Menschen kenne, die keine Psychopharmaka nehmen oder nahmen und unter Autoimmunerkrankungen leiden sehe ich eher Ernährung und Lebensstil verantwortlich, was wiederum nicht einen Einsatz von Psychopharmaka rechtfertigen soll, die machen es natürlich noch schwerer und schlechter.

Nochmals ein wirklich guter und hilfreicher Beitrag für Viele, die ihn auch lesen, LG Kevin
Verlauf:
Benzodiazepin Einnahme seit 1989
(8 Monate durchgehend Bromazepam hoch dosiert genommen - kalt ohne Probleme abgesetzt!)
bis 2003 sporadisch - meiner Ansicht nach keine Abhängigkeit
zwischen 2003-2006 definitiv starke Abhängigkeit/Sucht
Auslöser: Meine erste Scheidung und eine Schilddrüsen-OP
ca. 6-7 Monate auch stärkeren Alkoholkonsum, also zwischen 2005-2006 (vorher niemals Alkohol getrunken, danach auch nie mehr bis heute, auch keinerlei Bedürfnis)
2006 Kalter Entzug ca. 3 Wochen stationär mit Trazodon als Ersatzmittel, nach 3 Monaten kalt auch dieses abgesetzt.
dann bis ca. 2011 sehr sporadische Einnahme von Diazepam ohne das Gefühl abhängig zu sein.
Dann aufgrund unerklärlicher gesundheitlicher Probleme erneut Diazepam abhängig bis heute - also leider schon ziemlich lang.
Niemals Einnahme von irgendwelchen Drogen, auch meine Medikamente wurden mir ausschließlich über den Arzt verschrieben.
Ich bin nach wie vor berufstätig 40 Stunden und gesundheitlich natürlich weiterhin Probleme, die in den Benzobereich passen wie Muskel-, Gelenksprobleme, Angst, Schlafprobleme, Gedächtnisprobleme, Augenprobleme leider (feuchte Makula) usw. - aber es ist wie es ist.
Andere Medikamentengruppen habe ich kaum konsumiert, wäre auch ohne Erfolg gewesen.
Dosierung? War sehr unterschiedlich, manchmal hoch, heißt über 30 mg Diazepam täglich, manchmal konstant 5-15 mg.
Zur Zeit nicht wirklich konstant und zu viel.

Nachtrag: Warum schreibe ich das? Weil jemand gefragt hat von den neuen Mitgliedern, dass ich eine Signatur schreiben soll im Sinne, dass man sich die gesundheitlichen Probleme erklären kann. Also 99,9% Benzodiazepine - keine Drogen! Und kurzfristig Alkohol.


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Re: Paleo Autoimmunprotokoll (AIP) bei Autoimmunerkrankungen, Allergien und unklaren Beschwerden

Beitrag von sinua » Dienstag, 21.03.17, 12:15

Hallo Kevin,

danke für deine freundliche Antwort.
Kevin05 hat geschrieben:Ich denke auch, dass die Ernährung in Kombination mit anderen Faktoren hauptverantwortlich ist für Autoimmunerkrankungen, die vermutlich mehr Menschen haben als man denkt, weil oft sehr spät erst erkannt.
Absolut. Und die Autoimmunkrankheiten werden nicht nur oft spät erkannt, sondern es gibt anscheinend auch unterschiedliche Intensitätsgrade - wer also nicht die total ausgeprägte Form hat, bei dem kann es eventuell nicht nachgewiesen werden, aber macht trotzdem Probleme.
Ähnlich wie bei Zöliakie, es gibt nicht nur die Menschen, die eine krasse, nachweisbare Gluten-Unverträglichkeit haben, sondern viele mehr, die Gluten nicht gut vertragen und davon Probleme bekommen, aber eben keine offizielle Zöliakie haben.
Ähnliches habe ich auch über Allergien/Allergene gelesen.
https://www.thepaleomom.com/you-may-hav ... sease-but/:
Symptoms which may be caused by autoimmunity:

Extreme Fatigue
Muscle and Joint Pain
Muscle Weakness
Swollen Glands
Susceptibility to Infections
Sleep Disturbances
Unexplained Weight Changes
Resistance to Weight Loss
Yeast Infections
Digestive Problems
Anxiety and Depression
Migraines
Recurrent Headaches
Memory Problems
Allergies
Rashes
Blood Pressure Changes (usually low)
Low Blood Sugar
Thyroid Problems
PMS
Kevin05 hat geschrieben:Wobei meiner Ansicht nach du schon alle hilfreichen Strategien geschrieben hast, wie eben komplette Umstellung der Ernährung, aber auch Meiden von negativem Stress, soziale Kontakte, ausreichender Schlaf usw.
Das kommt vielen sicher wie eine Mammutaufgabe vor. Ich habe mich auch erst damit beschäftigt, als meine Gesundheit besonders angegriffen war.
Am Anfang kann es einen entmutigen, all diese Veränderungen, da tun sich viele Menschen schwer, vor allem in der Umsetzung im Alltag. Mir hat es geholfen, einen Schritt nach dem anderen zu gehen und mir für jeden ordentlich Zeit zu lassen - Wochen bis Monate, so wie nötig. Kein alles-oder-Nichts-Denken, lieber einen kleinen Schritt in die gesündere Richtung als gar keinen oder als Hau-Ruck-Aktionen, die man nicht durchhält.

Kevin05 hat geschrieben:Ich leide ja selbst unter massiven Entzündungen über den ganzen Körper verteilt, was denkst du denn über die Ursache von solchen Entzündungen? Ich meine die falsche Ernährung bzw. Lebensweise? Oder und welche Rolle spielen die Psychopharmaka?
Das wäre eine spannende Frage für mich, wenn man die beantworten könnte. Da ich einige Menschen kenne, die keine Psychopharmaka nehmen oder nahmen und unter Autoimmunerkrankungen leiden sehe ich eher Ernährung und Lebensstil verantwortlich, was wiederum nicht einen Einsatz von Psychopharmaka rechtfertigen soll, die machen es natürlich noch schwerer und schlechter.
Also erstmal bin ich keine Expertin. Habe aber vor einer Weile viel darüber gelesen.
Wahrscheinlich spielt beides mit rein. Interessant ist ja immer wieder, dass sog. Naturvölker diese Probleme (außer Kontrolle geratene Entzündungen, Autoimmunerkrankungen, so wie auch Depressionen & Co.) i.d.R. nicht kennen, es sind Probleme der sog. zivilisierten Gesellschaften.
Es gibt sehr viele, auch wissenschaftlich fundierte Ursachen von Entzündungen. Wenn dich das Thema interessiert, hier sind ein paar Bsp. (ich nutze wenn möglich deutsche Links, es gibt aber mehr Infos auf Englisch):
-Antinährstoffe Gluten, Lektine, Phytinsäure http://www.urgeschmack.de/was-sind-anti-naehrstoffe/ ,
-Trans-Fettsäuren http://www.urgeschmack.de/fett-trans-fettsauren/ ,
-Omega-3-zu-Omega-6-Ratio http://www.urgeschmack.de/omega-3-fetts ... eberblick/
-Zucker http://www.urgeschmack.de/was-ist-so-schlimm-an-zucker/
-Stress (vor allem chronisch) https://www.thepaleomom.com/stress-undermines-health/
-Schlaf https://www.thepaleomom.com/sleep-and-d ... n-zombies/
-zu Bewegung finde ich grade nichts, aber hab schon was dazu gelesen
...

Zu Medikamenten und speziell PP gibt es da weniger wissenschaftliche Erkenntnisse, soweit ich weiß, aber ich habe nicht speziell gesucht. Aber: nur, weil es noch nicht erforscht ist, heißt das nicht, dass da nichts ist.
Wenn ich mit Ärzten rede, habe ich das Gefühl, die meinen, dass alles Wichtige bereits erforscht ist. Wenn sie nichts Organisches finden, dann kann da ihrer Meinung nach auch nichts Organisches sein, dann ist es eben psychisch.
Dabei haben wir erst so wenig verstanden von den Abläufen im Körper. PP beeinflussen diese Abläufe, mich würde es nicht wundern, wenn sie Entzündungen begünstigen, vielleicht auch nur indirekt.
Auch wird oft vergessen, dass bzgl. Gesundheit/Körper sehr vieles sehr individuell ist. Es kann beim Einzelnen also immer nochmal anders aussehen, als bei den meisten anderen.
Außerdem gibt es sicher auch hier eine angeborene Komponente: einige Menschen bekommen mit dem "westlichen Lebensstil" kaum gesundheitliche Probleme - andere, die genauso leben, leiden unter schweren autoimmunen Reaktionen und/oder Entzündungen. D.h. nicht, dass letztere irgendwie Schuld sind oder "noch schlechter" leben.

Aber zurück zu dir: massive Entzündungen im ganzen Körper. Klingt, als wäre da einiges nicht im Gleichgewicht.
Wahrscheinlich spielt alles mit rein: Ernährung, Lebensweise, Genetik, Umwelteinflüsse (auch PP), Psyche (bzgl. Stress usw.)... Niemand kann sagen, wieviel von jedem einzelnen.
Hast du das schon lange?

Viele Grüße,
Sinua

edit: P.S.: noch eine Ergänzung zum Thema Entzündungen und chronischen Beschwerden/Krankheiten:
Inflammation is a factor in all chronic illnesses, and this is one area where the foods we eat can make a huge difference. In some cases, an immune system that isn’t regulating itself properly directly causes the illness; in others, inflammation is merely an element of the illness or a contributor to how the illness came about—but it is always a player and a problem. What this means is that reducing inflammation and giving the immune system the resources it needs, as well as the opportunity to regulate itself, can help in every single chronic illness. This is important because inflammation is strongly influenced by what we eat, how well we sleep, how stressed we are, and how active we are. And this is why chronic illness can respond so positively to changes in diet and lifestyle.
https://www.thepaleomom.com/start-here/ ... -protocol/
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Re: Paleo Autoimmunprotokoll (AIP) bei Autoimmunerkrankungen, Allergien und unklaren Beschwerden

Beitrag von Kevin05 » Donnerstag, 23.03.17, 8:16

Hallo Sinua,

danke für deine vielen hilfreichen Information, wirklich ein toller Beitrag, dass du ihn ins Leben gerufen hast, schade, dass er bisher eher nicht so im Fokus steht des Interesses, aber betrifft vermutlich sehr viele Betroffene auch hier, wie gesagt, ich kann nur für mich sprechen, für mich ein sehr hilfreicher Beitrag, aber wie du treffend geschrieben hast, auch hier geht es um die Umsetzung der Maßnahmen und da ist dein Zugang der richtige nämlich sich nicht vornehmen von heute auf morgen wird alles anders sondern langsam, LG Kevin
Verlauf:
Benzodiazepin Einnahme seit 1989
(8 Monate durchgehend Bromazepam hoch dosiert genommen - kalt ohne Probleme abgesetzt!)
bis 2003 sporadisch - meiner Ansicht nach keine Abhängigkeit
zwischen 2003-2006 definitiv starke Abhängigkeit/Sucht
Auslöser: Meine erste Scheidung und eine Schilddrüsen-OP
ca. 6-7 Monate auch stärkeren Alkoholkonsum, also zwischen 2005-2006 (vorher niemals Alkohol getrunken, danach auch nie mehr bis heute, auch keinerlei Bedürfnis)
2006 Kalter Entzug ca. 3 Wochen stationär mit Trazodon als Ersatzmittel, nach 3 Monaten kalt auch dieses abgesetzt.
dann bis ca. 2011 sehr sporadische Einnahme von Diazepam ohne das Gefühl abhängig zu sein.
Dann aufgrund unerklärlicher gesundheitlicher Probleme erneut Diazepam abhängig bis heute - also leider schon ziemlich lang.
Niemals Einnahme von irgendwelchen Drogen, auch meine Medikamente wurden mir ausschließlich über den Arzt verschrieben.
Ich bin nach wie vor berufstätig 40 Stunden und gesundheitlich natürlich weiterhin Probleme, die in den Benzobereich passen wie Muskel-, Gelenksprobleme, Angst, Schlafprobleme, Gedächtnisprobleme, Augenprobleme leider (feuchte Makula) usw. - aber es ist wie es ist.
Andere Medikamentengruppen habe ich kaum konsumiert, wäre auch ohne Erfolg gewesen.
Dosierung? War sehr unterschiedlich, manchmal hoch, heißt über 30 mg Diazepam täglich, manchmal konstant 5-15 mg.
Zur Zeit nicht wirklich konstant und zu viel.

Nachtrag: Warum schreibe ich das? Weil jemand gefragt hat von den neuen Mitgliedern, dass ich eine Signatur schreiben soll im Sinne, dass man sich die gesundheitlichen Probleme erklären kann. Also 99,9% Benzodiazepine - keine Drogen! Und kurzfristig Alkohol.


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Re: Paleo Autoimmunprotokoll (AIP) bei Autoimmunerkrankungen, Allergien und unklaren Beschwerden

Beitrag von Annanas » Donnerstag, 23.03.17, 10:01

Hallo ihr :pillowtalk: ,
danke, Sinua, für das Eröffnen dieses Threads!

Ich hatte mich vor nunmehr knapp 2 Jahren mit dieser Form der Ernährung beschäftigt:
1. weil ich glaube, daß unsere Gesundheit sehr von dem abhängt, was wir an Nahrungsmitteln zu uns nehmen,
2. hatte ich Bücher (Weizenwampe usw) gelesen u. es erschien mir logisch, was da über die stark getreidelastige Ernährung geschrieben wurde und
3. weil ich ein paar der Antidepressiva-Kilos wieder loswerden wollte.

Ich muß sagen, bin durch die Umstellung auf Paläo-Ernährung in kurzer Zeit 6 Kilos losgeworden, ohne etwas zu vermissen oder zu hungern.

Was aber noch wichtiger war, ist, daß ich mich entschieden wohler gefühlt habe, fitter, selbst nach dem Essen war ich nicht mehr müde. Erkältungen blieben aus - das Immunsystem profitierte scheinbar auch davon.

Im Zuge dieser Umstellung hatte ich mit der Zeit regelrecht einen Ekel vor Fastfood, Fertiggerichten usw entwickelt - auch Süßigkeiten waren mir zuwider (bis auf dunkle Schokolade :) ).
Der Geschmackssinn verfeinerte sich u. das natürliche Hunger- bzw auch Sättigungsgefühl stellte sich wieder ein.

Leider kam mir das Venlafaxin bzw das Absetzen dessen, dazwischen.
Ich verzichte weiterhin auf Fertignahrungsmittel, größtenteils auf Zucker und teilweise auf Getreideprodukte.
Allerdings habe ich momentan nicht die Energie, das alles weiter so durchzuziehen - eben durch die Absetzsymptome und dann noch die beim Absetzen entstandene HIT.

Dadurch ist mir z.Zt auch vieles an Obst bzw Gemüse, Nüssen, Fermentiertem oder auch Salatdressings verwehrt - deshalb weiche ich ab und esse eben auch Brot, Kartoffeln u. Nudeln.

Aber wenn ich das Venla irgendwann los bin u. sich die HIT hoffentlich wieder verabschiedet, werde ich diese Ernährungsform wieder aufnehmen - meinem Mann, der zwangsläufig (da ich koche) sich so miternähren mußte :roll: , hat das auch sehr, sehr gut getan.

Ich denke, es ist einfach eine Ernährung, auf die unser Körper ursprünglich eingestellt war und ist.
Es gibt auch Getreide als Nahrungsmittel erst seit ca. 10000 Jahren, was ja nur einen winzigen Zeitraum in der Evolutionsgeschichte bedeutet.

Dazu die Fertignahrungsmittel mitsamt ihren Konservierungs- Farb- und Aromastoffen, die es erst seit ein paar Jahrzehnten gibt. Wenn man mal die Bücher von Ulrich Grimm (z.B. "Die Suppe lügt") gelesen hat, bekommt man schon Brechreiz, wenn man an (angeblichen) Fruchtjoghurt aus dem Supermarkt denkt u. das ist noch eins der harmloseren Beispiele.

Witzig oder eigentlich nicht, ist, das Kinder anfangs noch ihren ursprünglichen Geschmackssinn besitzen, bis der auch flöten geht, durch die enormen Zuckerzusätze u. Aromastoffe in den Nahrungsmitteln.

Konnte das bei meinem Enkel (da war er knapp 4 Jahre alt) beobachten - die Gurke aus dem Garten hat ihm geschmeckt, die aus dem Supermarkt hat er nicht gegessen - schmeckt nicht u. da gab es viele Dinge - frisch gepreßter Apfelsaft - oh lecker - aus dem Supermarkt - schmeckt nicht, iiihhh!

MMn ist das ein ganz großer Knackpunkt - warum wir eben immer mehr und früher Gesundheitsprobleme bekommen - zusammen mit dem Stress u. dem Druck in einer Leistungsgesellschaft zu leben u. auch die zunehmende Umweltverschmutzung, der Lärm, die Tag- u. Nacht-Beleuchtung usw wird das Ihrige dazu beitragen.

Lieben Gruß von Anna
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Vorgeschichte:
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Venlafaxin (225 mg) - Einnahme seit 2007 - Absetzverlauf seit Januar 2016
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28.01.2018 30. Red. 1 mg auf 6 mg - wegen starker Beschwerden am 02.02. auf 6,3 mg aufdosiert
______________________________________________________________________________________
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Das Team sorgt für die Rahmenbedingungen im Forum und organisiert den Austausch. Ansonsten sind wir selbst Betroffene und geben vor allem Erfahrungswerte weiter, die sich aus unserer eigenen Geschichte und aus Erfahrungen Anderer ergeben haben.

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Re: Paleo Autoimmunprotokoll (AIP) bei Autoimmunerkrankungen, Allergien und unklaren Beschwerden

Beitrag von LinLina » Donnerstag, 23.03.17, 10:53

Hallo :-)

Ich habe, aufgrund von Allergien, ebenfalls die Ernährung umgestellt, letztlich mehr in Richtung Paleo, das war ein Prozess der sich so entwickelte einfach aufgrund meines Befindens. Allerdings ist das etwas kompliziert, da ich durch das Absetzen an einer ausgeprägten Histaminintoleranz leide, somit fallen sehr viele paleo-typische Nahrungsmittel weg.

Ich lasse Glutenhaltiges und Milchprodukte komplett weg, dazu noch alles was sehr histaminhaltig oder Histaminfreisetzend wirkt.

Durch die Umstellung auf glutenfrei und milchfrei konnte ich meine Allergien letztes Jahr sehr vermindern. Ich hatte vor allem mit den Atemwegen und mit der Haut Probleme, die Hautprobleme sind derzeit ganz verschwunden und mit den Atemwegen habe ich weniger, vor allem nach Reduktionsschritten, zu tun.

Zu diesem Zeitpunkt habe ich es mit veganer Ernährung versucht, was aber durch die Histaminintoleranz bald nicht mehr ging da die Lebensmittelauswahl sehr eingeschränkt war und ich keine ausreichende Proteinquelle nutzen konnte. Ich habe mich damit auch sehr müde und niedergeschlagen gefühlt, obwohl die Allergie besser war.

Darum habe ich nach ein paar Monaten Meeresfisch und Lamm sowie hin- und wieder ein Eigelb hinzugefügt, und es ging mir damit innerhalb kürzester Zeit besser was Energie und Stimmung angeht.

Verarbeitete Lebensmittel esse ich gar nicht mehr, auch keine Bio-Produkte, das geht schon wegen der HI nicht.

Aber es ist doch schwierig, eine ausgewogene Ernährung zu schaffen die auch nicht jeden Tag das gleiche beinhaltet, gerade weil ich es meistens nicht schaffe mir etwas richtiges zu kochen bzw. längere Gerichte zuzubereiten.

Letzlich endet es dann oft so, dass ich mir eine Scheibe Tiefkühlfisch koche oder etwas Lammfleisch brate und dann einfach so aus der Hand, ohne was dazu, esse. Dabei komme ich mir schon ziemlich unzivillisiert vor. Aber man gewöhnt sich dran und es bekommt mir besser als eine Scheibe Brot ;-)

Gewicht habe ich dadurch leider nicht verloren, die Mirtazapin-Zunahme ist hartnäckig.

Also ich halte sehr viel von den Ideen die hinter der Paleo-Ernährung bzw. verschiedener Anti-Entzündlicher Ernährungsformen stecken und denke es ist einen Versuch wert, denke aber auch letzlich muss jeder selbst ausprobieren was gut tut und sich gut anfühlt.

Ich habe schon viel gelesen welche Möglichkeiten es gibt chronische Probleme mit der Ernährung zu beeinflussen, und werde aber sicher nach dem Entzug, wenn meine HIT hoffentlich abklingt, mich noch eingehender mit der anti-entzündlichen Ernährung beschäftigen.

Liebe Grüße
Lina
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AnnanasMurmeline

Im Absetzprozess seit 2014: Lorazepam (Benzo) erfolgreich abgesetzt. Mirtazapin aktuell: 0,01 mg Mein Thread
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Re: Paleo Autoimmunprotokoll (AIP) bei Autoimmunerkrankungen, Allergien und unklaren Beschwerden

Beitrag von sinua » Donnerstag, 30.03.17, 12:26

Hallo Kevin, Anna und Lina,

danke, dass ihr eure Meinungen und Erfahrungen teilt.


@Anna:
Annanas hat geschrieben:Im Zuge dieser Umstellung hatte ich mit der Zeit regelrecht einen Ekel vor Fastfood, Fertiggerichten usw entwickelt - auch Süßigkeiten waren mir zuwider (bis auf dunkle Schokolade :) ).
Der Geschmackssinn verfeinerte sich u. das natürliche Hunger- bzw auch Sättigungsgefühl stellte sich wieder ein.
Interessant. Ekel habe ich nicht bekommen vor industriell gefertigten, d.h. stark verarbeiteten Lebensmitteln, aber sehr schnell waren mir diese total egal, so dass es mich nichtmal stört, wenn mein Freund neben mir z.B. Süßigkeiten isst oder Fastfood.
Wo du von Sättigungsgefühl sprichst, seit der Umstellung kann ich problemlos 5-6 Stunden zwischen den Mahlzeiten liegen haben, weil ich viel länger satt bin - früher musste ich oft zwischendurch etwas essen. Ich denke, bei mir liegt das u.a. daran, dass ich viel mehr Fett esse als früher - das macht satt und hält länger vor :).
Ist schon krass, da habe ich mich jahrelang nach der Ernährungspyramide ernährt, mit vielen Kohlenhydraten und wenig Fetten und war immer leicht pummelig. Und kaum esse ich weniger Kohlehydrate und mehr Fette, nehme ich ganz von allein ab.
Das ist sowieso nochmal ein Thema für sich: Ernährungsempfehlungen, DGE usw. Die Nahrungsmittelindustrie weist durchaus Parallelen zur Pharmaindustrie auf: Profit über Gesundheit stellen, den Bedarf an den produzierten Erzeugnissen künstlich pushen, Lobbyarbeit usw.
Annanas hat geschrieben:Leider kam mir das Venlafaxin bzw das Absetzen dessen, dazwischen.
Ich verzichte weiterhin auf Fertignahrungsmittel, größtenteils auf Zucker und teilweise auf Getreideprodukte.
Allerdings habe ich momentan nicht die Energie, das alles weiter so durchzuziehen - eben durch die Absetzsymptome und dann noch die beim Absetzen entstandene HIT.

Dadurch ist mir z.Zt auch vieles an Obst bzw Gemüse, Nüssen, Fermentiertem oder auch Salatdressings verwehrt - deshalb weiche ich ab und esse eben auch Brot, Kartoffeln u. Nudeln.

Aber wenn ich das Venla irgendwann los bin u. sich die HIT hoffentlich wieder verabschiedet, werde ich diese Ernährungsform wieder aufnehmen - meinem Mann, der zwangsläufig (da ich koche) sich so miternähren mußte :roll: , hat das auch sehr, sehr gut getan.
Während des Absetzens ging es mir teilweise so schlecht, dass Kochen total utopisch war. Oft habe ich dann einfach Brot mit was drauf und rohes Gemüse gegessen. Ich bin ganz froh, dass ich zum Zeitpunkt der Umstellung das regelmäßige Kochen ganz gut stemmen konnte.
Kartoffeln esse ich übrigens auch, je nach Paleo/Paläo-Unterströmung sagen manche ja, die gehören dazu und manche nicht.
Ja, bei uns koche auch ich, wann immer es geht, abends hilft mir mein Freund und wenn es mir schlecht geht, übernimmt er das Kochen auch ganz. Er hat sich auch ziemlich schnell dran gewöhnt und mag das auch, isst aber auswärts auch einfach alles, was ihm so einfällt.
Annanas hat geschrieben:Ich denke, es ist einfach eine Ernährung, auf die unser Körper ursprünglich eingestellt war und ist.
Es gibt auch Getreide als Nahrungsmittel erst seit ca. 10000 Jahren, was ja nur einen winzigen Zeitraum in der Evolutionsgeschichte bedeutet.
Ich finde, das klingt einleuchtend, aber so ganz sicher bin ich mir nicht, dass in den 10 000 Jahren gar keine genetische Anpassung stattgefunden hat. Hatte mal was gelesen, dass durchaus Veränderungen festgestellt wurden.
Mir ist es letztendlich egal, was andere essen, ich muss auch keinen missionieren - aber ich habe festgestellt, dass viele Menschen sich sehr schwer tun, eine andere Ernährungsform als die, mit der sie aufgewachsen sind, überhaupt in Erwägung zu ziehen. Ging mir genauso. Wir stellen kaum in Frage, was uns beigebracht wurde: Vollkorngetreide ist gut, tierische/gesättigte Fette machen dick und Herzkrankheiten, Milch ist unverzichtbar wegen Kalzium usw. usf. Alles keine unumstößlichen Wahrheiten und teilweise sogar schon widerlegt (Thema gesättigte Fette) und trotzdem glauben wir daran, weil es seit Jahrzehnten so gelehrt wird, auch von Ärzten und Ernährungsberatern.
Bei mir war es dann der Druck der schlechten Gesundheit, der mich dazu brachte, immer wieder Behauptetes zu hinterfragen. Das ist ja bei vielen Menschen so, dass es erst einen großen Leidensdruck geben muss, bevor man was ändern kann.
Annanas hat geschrieben:Witzig oder eigentlich nicht, ist, das Kinder anfangs noch ihren ursprünglichen Geschmackssinn besitzen, bis der auch flöten geht, durch die enormen Zuckerzusätze u. Aromastoffe in den Nahrungsmitteln.

Konnte das bei meinem Enkel (da war er knapp 4 Jahre alt) beobachten - die Gurke aus dem Garten hat ihm geschmeckt, die aus dem Supermarkt hat er nicht gegessen - schmeckt nicht u. da gab es viele Dinge - frisch gepreßter Apfelsaft - oh lecker - aus dem Supermarkt - schmeckt nicht, iiihhh!
Ich habe ähnlich Beobachtungen gemacht. Ein Kleinkind, das ich gut kenne, wurde von der Mutter bis ca. zum 3. Lebensjahr gut gegen Zucker "abgeschirmt" (eine Herkules-Aufgabe, alle von Großeltern über Kita-Erzieher bis zu entfernt Verwandten würden den Kindern am liebsten dauernd Süßes anbieten) - das Kind liebte Gemüse mit Butter. Wenn die Mutter abends fragte, was es essen will, sagte es "Brokkoli mit Butter..." - ich war dabei :). Irgendwann kam der Mutter der Kampf gegen Zucker zu streng vor und es war eben auch ein Kampf gegen Windmühlen, also versuchte sie, in der Hinsicht "lockerer" zu sein und das Kind darf regelmäßig Süßigkeiten essen. Und ich habe eine krasse Verwandlung in seinem Essverhalten gesehen: das Kleine isst nur noch Gemüse, wenn es dafür süßen Nachtisch erhandelt bekommt und ansonsten am liebsten Nudeln bzw. andere Kohlenhydrate und evtl. Eier. Kann natürlich ein Einzelfall sein und vielleicht vergeht diese Phase auch wieder - aber bis jetzt hält sie schon 1 1/2 Jahre an.
Das ist ja das Perfide. Eigentlich spüren Menschen, welche Nährstoffe sie brauchen und haben dann Lust auf die entsprechenden Nahrungsmittel, sie können einfach nach ihrem Gefühl/ihren Gelüsten gehen. Aber es war nicht vorgesehen, dass der Mensch auf frei verfügbaren Zucker und Zusatzstoffe (Farb-, Konservierungs- usw.) trifft, die dieses Gespür grundlegend verändern/ stören können - sodass es gesundheitsgefährdend sein kann, nach seinen Gelüsten zu gehen. Die Nahrungsmittelindustrie nutzt das natürlich aus (Bsp. Chips, die viele Tests und Forschung durchlaufen, um sie so zu gestalten, dass es schwer ist, wieder aufzuhören mit dem Essen).
Annanas hat geschrieben:MMn ist das ein ganz großer Knackpunkt - warum wir eben immer mehr und früher Gesundheitsprobleme bekommen - zusammen mit dem Stress u. dem Druck in einer Leistungsgesellschaft zu leben u. auch die zunehmende Umweltverschmutzung, der Lärm, die Tag- u. Nacht-Beleuchtung usw wird das Ihrige dazu beitragen.
Ja, das glaube ich auch. Nicht von ungefähr sind die "Zivilisationskrankheiten" in Völkern mit ursprünglicherer Lebensweise unbekannt.
Es sind nicht alle Beschwerden darauf zurückzuführen, einiges mag auch genetisch oder Zufall sein - aber es ist immer wieder erstaunlich, wieviel man mit Veränderungen in diesen Bereichen verbessern kann.


@Lina:
LinLina hat geschrieben:Durch die Umstellung auf glutenfrei und milchfrei konnte ich meine Allergien letztes Jahr sehr vermindern.
Das habe ich hier neulich schonmal bei jemand anderem gelesen. Scheint gar nicht so selten zu sein.
LinLina hat geschrieben:Zu diesem Zeitpunkt habe ich es mit veganer Ernährung versucht, was aber durch die Histaminintoleranz bald nicht mehr ging da die Lebensmittelauswahl sehr eingeschränkt war und ich keine ausreichende Proteinquelle nutzen konnte. Ich habe mich damit auch sehr müde und niedergeschlagen gefühlt, obwohl die Allergie besser war.
Darum habe ich nach ein paar Monaten Meeresfisch und Lamm sowie hin- und wieder ein Eigelb hinzugefügt, und es ging mir damit innerhalb kürzester Zeit besser was Energie und Stimmung angeht.
Lina, das finde ich interessant. Ich kenne einige Leute, die vegane Ernährung versucht haben und es ist alles dabei: einigen ging es damit genau wie vorher, einigen ging es besser und sie wollen nie wieder zurück und anderen ging es schlechter und sie haben wieder damit aufgehört.
Könnte mir vorstellen, dass das bei Paleo ähnlich ist und es nicht bei allen das gleiche bewirkt.
LinLina hat geschrieben:Aber es ist doch schwierig, eine ausgewogene Ernährung zu schaffen die auch nicht jeden Tag das gleiche beinhaltet, gerade weil ich es meistens nicht schaffe mir etwas richtiges zu kochen bzw. längere Gerichte zuzubereiten.
Letzlich endet es dann oft so, dass ich mir eine Scheibe Tiefkühlfisch koche oder etwas Lammfleisch brate und dann einfach so aus der Hand, ohne was dazu, esse. Dabei komme ich mir schon ziemlich unzivillisiert vor. Aber man gewöhnt sich dran und es bekommt mir besser als eine Scheibe Brot ;-)
:) Es wird sofort zivilisiert, wenn du es auf einen schönen Teller legst und mit einem Petersiliensträußchen dekorierst ;). Ich habe so etwas mal als Gang in einem teuren Restaurant serviert bekommen, die waren da wirklich äußerst zivilisiert :D
Ich habe es oben schon zu Anna geschrieben: als es mir wegen des Absetzens so schlecht ging, habe ich oft einfach rohes Gemüse dazugenommen: Möhren, Radieschen, Gurke, Paprika usw. was man halt gut roh essen kann und kaum Arbeit macht. Es gibt halt Zeiten, da geht es hauptsächlich ums Überleben.
LinLina hat geschrieben:Ich habe schon viel gelesen welche Möglichkeiten es gibt chronische Probleme mit der Ernährung zu beeinflussen, und werde aber sicher nach dem Entzug, wenn meine HIT hoffentlich abklingt, mich noch eingehender mit der anti-entzündlichen Ernährung beschäftigen.
Du hast auch mit Entzündungen zu tun?
Ich könnte mir vorstellen, dass dir, die du ja auch einen naturwissenschaftlichen Hintergrund hast, einige Artikel des Blogs https://www.thepaleomom.com/comes-first ... ne-system/ gut gefallen würden - sie schreibt ja viel über Studien und tlw. auch die Prozesse im Körper - mir geht das manchmal schon fast zu sehr ins Detail (ist ja auch auf Englisch, aber sie erklärt es auch gut).


Alles Liebe für euch,
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Re: Paleo Autoimmunprotokoll (AIP) bei Autoimmunerkrankungen, Allergien und unklaren Beschwerden

Beitrag von sinua » Dienstag, 01.08.17, 16:14

Hallo an alle,

Mitte April habe ich es einfach nicht lassen können und habe meine Ernährung einen Schritt weiter Richtung AIP umgestellt.
Wie oben schon beschrieben, war ich zu dem Zeitpunkt schon 6 Monate auf Paleo gewesen. Die Veränderung bestand um Ostern herum darin, auch noch Nachtschattengewächse (u.a. Tomaten, Paprika, Chili, Kartoffeln, Auberginen) wegzulassen. Gemacht habe ich es, weil ich hoffte, es würde sich positiv auf meine Hautkrankheit auswirken.
Die Wirkung war phänomenal - allerdings nicht bezgl. der Hautproblematik. Bereits ab dem 2. Tag war mein Durchfall weg, komplett weg :o :shock: .
(Ich habe seit Anfang 2015 starken Durchfall als Absetzsymptom, oft monatelang am Stück. Seit der Symptom-Welle, die im November letzten Jahres durch die Ketose-Umstellung (s. 1. Post oben) ausgelöst wurde, gab es praktisch keinen Durchfall-freien Tag.)
Und schon am 2.Tag ohne Nachtschattengewächse war er wie weggeblasen: normaler Stuhlgang! Das blieb ein paar Tage so, schwankte dann noch ein paar Tage leicht und seitdem ist der Absetz-Durchfall "fast weg". Das bedeutet, dass seitdem bei meinem "normalen" Alltag (das schließt leider Arbeit und Sport noch aus wegen der Symptome, aber Gymnastik, Einkaufen, Spazieren, Hobby und Besuche gehen schon wieder) fast nie Durchfall auftritt, wenn dann sehr sehr leicht und nur wenig.
Allerdings kommt diese Ernährungsumstellung nicht gegen Trigger (wie z.B. zuviel körperliche Belastung, zuviel Sonne, Zyklusende und -Anfang usw.) an, dadurch verstärkt sich der Durchfall wieder - aber er geht auch schnell wieder weg.

6 Wochen später habe ich noch den letzten Schritt Richtung AIP gemacht: Butter, Nüsse und Eier weggelassen. Esse seitdem also AIP plus Reis.
Folge war eine deutliche Besserung der Hautproblematik einige Wochen lang, dann leichte Verschlechterung und seitdem Stagnation. Da meine Hautsituation aber immer noch besser ist als vor diesem Schritt, bleibe ich jetzt erstmal dabei. Stuhlgang hat sich seitdem noch mehr stabilisiert, Durchfall kann aber durch Symptomtrigger weiterhin ausgelöst werden.

Wichtig noch: keine dieser beiden Veränderungen meiner Ernährung hat Absetz-Symptome getriggert. Das bestätigt meine Theorie, dass es bei dem ersten Versuch an der Ketose (zu wenig Kohlenhydrate) lag. Ein Löffel Reis zu jeder Mahlzeit verhindert das effektiv.

Wer es probieren möchte, bedenke bitte, dass ich vorher schon auf Paleo/Paläo umgestellt hatte, also viele darmangreifende Substanzen schon verbannt hatte. Ich weiß nicht, ob es was bringt, wenn man aus einer Standard-Ernährung heraus die Nachtschatten weglässt.

Ich habe das Gefühl, dass sich seit diesen beiden Umstellungen mein Post-Absetz-Zustand schneller bessert als vorher. Es geht immer noch sehr langsam bergauf mit mir, aber nicht mehr so extreeeeeeeeeeem langsam. In den letzten 3 1/2 Monaten hat sich bei mir gesundheitlich so viel Positives getan, so eine Entwicklung hätte eigentlich 2-3 mal so lange gebraucht (wenn ich die durchschnittliche Entwicklungsgeschwindigkeit seit 0mg zu Grunde lege). Vielleicht nur Zufall. Oder vielleicht liegt es daran, dass der Körper von der Durchfall-Last befreit mehr Ressourcen in die Heilung stecken kann. Egal, ich find's super :D.

Übrigens habe ich seit Paläo-Beginn insgesamt 12cm Bauchumfang (entspr. 2-3 Kleidergrößen) abgenommen und da bleibe ich jetzt :).

Ein Update zu meiner jetzigen Situation schreibe ich demnächst in meinem Thread.

Viele Grüße,
Sinua


P.S.: Könnte bitte ein Mod. den Thread umbenennen in "Paleo AIP - Ernährung bei Autoimmunerkrankungen, Allergien und ungeklärten Beschwerden" ? Danke!
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Re: Paleo AIP - Ernährung bei Autoimmunerkrankungen, Allergien und ungeklärten Beschwerden

Beitrag von Murmeline » Mittwoch, 02.08.17, 13:28

 ! Nachricht von: Murmeline
P.S.: Könnte bitte ein Mod. den Thread umbenennen in "Paleo AIP - Ernährung bei Autoimmunerkrankungen, Allergien und ungeklärten Beschwerden" ? Danke!
Erledigt :)

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Re: Paleo AIP - Ernährung bei Autoimmunerkrankungen, Allergien und ungeklärten Beschwerden

Beitrag von sinua » Mittwoch, 02.08.17, 13:39

Danke Murmeline!!! :hug:
Ich weiß, dass der Unterschied nicht sehr groß ist, aber irgendwie war mir das ein Bedürfnis :D :whistle: 8-)

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Re: Paleo AIP - Ernährung bei Autoimmunerkrankungen, Allergien und ungeklärten Beschwerden

Beitrag von sinua » Montag, 23.04.18, 15:01

Hallo ihr Lieben,

ein kleines Update zum Thema Ernährung.
Ich esse immer noch gemäß AIP (+ wenig Reis). Ich habe im Alltag meine Routine damit schon lange gefunden.
Mit Paleo habe ich im November 2016 angefangen. Mit AIP (noch eingeschränkter) im April 2017. 2017 ist das erste Jahr meines Lebens, in dem ich weder mit Heuschnupfen noch mit allergischem Asthma Probleme hatte. Also wirklich gar keine, Allergien wie weggeblasen, nicht einen Hub vom Asthma-Spray habe ich gebraucht (Vorher immer mind. 3-5 mal im Jahr gebraucht) und überhaupt keine Reaktion auf Pollen gehabt.
Sowohl Heuschnupfen als auch Asthma waren die letzten Jahre nicht mehr sehr schlimm, aber ich habe jedes Jahr damit zu tun gehabt. Seit der Ernährungsumstellung gar nichts mehr.

Ich finde es selbst witzig, dass ich so überrascht bin :D . Es steht ja sogar hier im Titel, dass es bei Allergien helfen kann und der ganze Blog von Sarah Ballantyne ist voll von Erklärungen, wie die Ernährung auf das Immunsystem wirkt. Aber mein Fokus lag so auf dem Entzugsdurchfall und dem Hautproblem, dass ich das allergiefreie Jahr 2017 erst jetzt realisiert habe :shock: .

Ich beobachte mal noch dieses Jahr, ob das wieder so ist.
Am Entzug kann es nicht liegen, denn ich hatte Heuschnupfen/Allergisches Asthma schon seit Kindertagen und z.B. auch im ersten Jahr nach 0mg, als ich noch "normal" gegessen habe, hatte ich die gleichen Probleme.
Nun ist es so, als hätte ich nie etwas in der Richtung gehabt :party2: - man gewöhnt sich ja sehr schnell an Symptomfreiheit :D

LG
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Re: Paleo AIP - Ernährung bei Autoimmunerkrankungen, Allergien und ungeklärten Beschwerden

Beitrag von Arianrhod » Dienstag, 24.04.18, 13:45

Hallo Snui,

ich mache so eine Art Paleo /Clean Eating, nicht so ganz streng , denn ich esse Pseudogetreide wie Amaranth, Quinoa oder Chia, und ich trinke Hafermilch.
Was ich festgestellt habe (und mich natürlich sehr freut): Mein gereiztes Darmsystem gehört der Vergangenheit an! Früher war mir ständig schlecht, ich hatte Durchfall und Blähungen - und trotzdem Gewichtszunahme. Ich habe fast nix vertragen, schon gar keine Rohkost.
Mittlerweile kann ich auch mal ein Stück Kuchen oder Torte essen - ohne Bauchgrummeln und Durchfall.

Daher bin ich davon überzeugt, dass diese Ernährungsweise hilft.
Ich habe kürzlich gelesen, dass unser Körper die Vielzahl chemischer Stoffe, mit der er bombardiert wird - auch durch "exotisches" Essen - immer schlechter verkraftet , wenn das so ist , dann kann natürlich alles der Tropfen sein, der das Fass zum Überlaufen bringt,
auch ein "harmloser" Joghurt....oder eine Birkenpolle oder ein Katzenhaar.

liebe Grüße Arian
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Re: Paleo AIP - Ernährung bei Autoimmunerkrankungen, Allergien und ungeklärten Beschwerden

Beitrag von Eva » Dienstag, 24.04.18, 13:56

Hallo,

ähnlich ging es mir auch, allerdings spüre ich immer noch
eine Birkenpolle
:D wenn auch viel schwächer als früher.

Im Ernst: Mein Asthma ist seit mehr als 5 Jahren inaktiv, keinerlei Anfall mehr; nicht mal die Benzos haben es wieder zum Leben erweckt. Und es war sehr schlimm. :cry:

Mir hat schon geholfen, die Weizenlastigkeit zu eliminieren sowie auf Zusätze und Zucker weitgehend zu verzichten. Es muss also gar nicht der große Rundumschlag sein - der Körper reagiert auch auf kleinere Erleichtungen schon sehr dankbar und belohnt sie.

Und nicht zu vergessen, der Stress spielt eine ebenso große Rolle bei der Entlastung des Immunssystems wie die Ernährung.

Grüße, Eva
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Zolpidem und Bromazepam abgesetzt.

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Re: Paleo AIP - Ernährung bei Autoimmunerkrankungen, Allergien und ungeklärten Beschwerden

Beitrag von Gwen » Dienstag, 24.04.18, 14:48

Hallo,
für die, die es interessiert, die aber nicht so gut Englisch können: Es gibt das Buch von Sarah Ballantyne das Sinua anfangs erwähnt jetzt auch auf Deutsch
"Die Paläo-Therapie: Stoppen Sie Autoimmunerkrankungen mit der richtigen Ernährung und werden Sie wieder gesund". Kostet knapp 30€.

Viele Grüße Gwen
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Diagnose: schwere rezidivierende Depressionen
Escitalopram: aktuell 2,0mg (12.03.2018)
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Hinweis:
Das Team sorgt für die Rahmenbedingungen im Forum und organisiert den Austausch. Ansonsten sind wir selbst Betroffene und geben vor allem Erfahrungswerte weiter, die sich aus unserer eigenen Geschichte und aus Erfahrungen anderer ergeben haben.

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Re: Paleo AIP - Ernährung bei Autoimmunerkrankungen, Allergien und ungeklärten Beschwerden

Beitrag von sinua » Dienstag, 24.04.18, 17:14

Hallo Arian, Eva und Gwen,

vielen Dank für eure Beiträge.

Arian, das Gefühl habe ich auch. Der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt, ist oft gar nicht der schlimmste von allen, aber insgesamt ist das Fass halt irgendwann voll.
Freut mich zu lesen, dass sich deine Darmbeschwerden gelegt haben. Hatten die bei dir auch einen Zusammenhang mit PP bzw. dem Absetzen?

Eva, danke für das Teilen deiner Asthma-Erfahrung. Also scheint die Auswirkung der Ernährung auf Asthma/Allergien gar nicht so selten zu sein.
Wenn ich daran denke, was ich als Kind alles an Medikamenten deswegen bekommen habe...
Eva hat geschrieben:
Dienstag, 24.04.18, 13:56
Mir hat schon geholfen, die Weizenlastigkeit zu eliminieren sowie auf Zusätze und Zucker weitgehend zu verzichten. Es muss also gar nicht der große Rundumschlag sein - der Körper reagiert auch auf kleinere Erleichtungen schon sehr dankbar und belohnt sie.
Tja, das ist halt verschieden. Bzgl. meines Entzugsdurchfalls kam der große Erfolg erst durch einen Rundumschlag (Paläo + Weglassen der Nachtschattengewächse). Muss jeder für sich ausprobieren.
Aber es ist sehr gut zu wissen, dass schon weniger Einschränkungen ausreichen können!
Denn irgendwann ist der Entzug vorbei und ich weiß noch nicht so recht, wie ich dann essen will/soll. Muss ich aber auch nicht, denn bis dahin dauert's noch :)

Viele Grüße an alle,
Sinua
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Re: Paleo AIP - Ernährung bei Autoimmunerkrankungen, Allergien und ungeklärten Beschwerden

Beitrag von Arianrhod » Donnerstag, 26.04.18, 14:13

Hallo Sinua,
sinua hat geschrieben:
Dienstag, 24.04.18, 17:14
Arian, das Gefühl habe ich auch. Der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt, ist oft gar nicht der schlimmste von allen, aber insgesamt ist das Fass halt irgendwann voll.
Freut mich zu lesen, dass sich deine Darmbeschwerden gelegt haben. Hatten die bei dir auch einen Zusammenhang mit PP bzw. dem Absetzen?
Meine Darmprobleme fingen bereits mit der Pp- Verordnung an, ich musste auch die ganze Zeit immer PPI dazunehmen, um sie überhaupt zu vertragen.
Und nach dem Absetzen war zwar viel wieder in Ordnung, die Magen- Darmprobleme leider nicht, die haben sich erst mit der Ernährungsumstellung gebessert.
Man glaubt gar nicht, wie so Magendrücken und Blähungen , klingt ja harmlos und Ärzte nennen das gerne "Befindlichkeitsstörungen" , einem das Leben vergällen kann.....
sinua hat geschrieben:
Dienstag, 24.04.18, 17:14
Denn irgendwann ist der Entzug vorbei und ich weiß noch nicht so recht, wie ich dann essen will/soll. Muss ich aber auch nicht, denn bis dahin dauert's noch
ich habe mich schon entschieden: Ich bleibe dabei. Es bekommt mir alles so gut ,und ich habe den Eindruck dass mein Körper es mag. Und ich habe auch immer das Gefühl, ich muss mich bei meinem Körper dafür entschuldigen, dass ich ihn so misshandelt habe mit Pp. :roll:
ich bin davon überzeugt, dass langsames Absetzen und Ernährung, die einem gut tut, genau die richtigen Signale an die Selbstheilungskräfte sendet: Ich bin da, Körper, ich kümmere mich um dich , du kannst in Ruhe heilen.
Ist schwierig in Worte zu fassen, ich hoffe, ihr versteht das.

liebe Grüße Arian
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Re: Paleo AIP - Ernährung bei Autoimmunerkrankungen, Allergien und ungeklärten Beschwerden

Beitrag von sinua » Freitag, 27.04.18, 16:11

Hallo Arian,

danke dir für deine Antwort, ich finde die verschiedenen Erfahrungen sehr interessant.
Das heißt, du hast wahrscheinlich durch die PP Verdauungsbeschwerden bekommen. Ein Glück hat deine Ernährungsumstellung geholfen.

Ich sehe es manchmal so, dass ich erst starke Beschwerden bekommen musste, um mich wirklich für gesunde Ernährung zu interessieren und einzusetzen. Und damit geht es mir jetzt (bis auf den Entzug) besser als je zuvor.
Das habe ich schon bei vielen Menschen gesehen, dass die Bereitschaft, für die Gesundheit etwas zu tun, erst mit Krankheit so richtig aufkam.

Ja, PPI (Protonenpumpenhemmer) habe ich auch zu den Psychopharmaka dazu bekommen. Das habe ich damals überhaupt nicht hinterfragt. Mir wurden sie übrigens gegen die Übelkeit verschrieben, die das Venlafaxin bei jeder Höherdosierung auslöste und "als Magenschutz". Ich hatte nicht das Gefühl, dass sie gegen die Übelkeit halfen, aber habe sie halt immer weiter bekommen. Hätte ich dann in der Tagesklinik nicht selbst darauf hingewiesen, dass die Übelkeit ja schon seit über 1 Monat Geschichte ist, würde ich sie wohl heute noch nehmen :roll: .

Arianrhod hat geschrieben:
Donnerstag, 26.04.18, 14:13
ich habe mich schon entschieden: Ich bleibe dabei. Es bekommt mir alles so gut ,und ich habe den Eindruck dass mein Körper es mag. Und ich habe auch immer das Gefühl, ich muss mich bei meinem Körper dafür entschuldigen, dass ich ihn so misshandelt habe mit Pp. :roll:
ich bin davon überzeugt, dass langsames Absetzen und Ernährung, die einem gut tut, genau die richtigen Signale an die Selbstheilungskräfte sendet: Ich bin da, Körper, ich kümmere mich um dich , du kannst in Ruhe heilen.
Ist schwierig in Worte zu fassen, ich hoffe, ihr versteht das.
Ich verstehe, was du meinst.
Ich meinte auch nicht, ob ich dann wieder zu einer Standard-Ernährung zurückkehre, dafür hat die aktuelle Ernährung zu viele positive Effekte. Sondern mehr, dass es ja verschiedene Möglichkeiten gibt: Paläo, AIP, so wie du oder Eva...
Ich dachte mit der Frage 'Wie nach dem Entzug essen?' auch an Folgendes: Nach AIP zu essen, bereitet mir zu Hause gar keine Probleme.
Auswärts essen geht jedoch gar nicht, z.B. bei den typischen Familie-geht-zusammen-ins-Restaurant-Ausflügen oder eben einfach bei Besuchen bei anderen. Oder weil ich im Urlaub nie unterwegs was essen kann und daher immer alles vorher vorbereiten und mitnehmen muss - oder eben rechtzeitig in die Unterkunft zurückmuss, um Essen zu machen (Hotel oder Pension geht also auch nicht). Wenn ich irgendwann wieder arbeiten kann, stellt sich auch die Frage nach dem Mittagessen (auch selbst vorbereiten und mitbringen?) usw.
Z.B. sind wir demnächst zu einer großen Familienfeier eingeladen - da bereite ich vorher Essen vor, friere es ein und mache es mir dann warm. Wäre schön, wenn das irgendwann nicht mehr nötig wäre.

Alles Gute für dich,
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Re: Paleo AIP - Ernährung bei Autoimmunerkrankungen, Allergien und ungeklärten Beschwerden

Beitrag von Arianrhod » Samstag, 28.04.18, 19:12

sinua hat geschrieben:
Freitag, 27.04.18, 16:11
Auswärts essen geht jedoch gar nicht, z.B. bei den typischen Familie-geht-zusammen-ins-Restaurant-Ausflügen oder eben einfach bei Besuchen bei anderen. Oder weil ich im Urlaub nie unterwegs was essen kann und daher immer alles vorher vorbereiten und mitnehmen muss - oder eben rechtzeitig in die Unterkunft zurückmuss, um Essen zu machen (Hotel oder Pension geht also auch nicht). Wenn ich irgendwann wieder arbeiten kann, stellt sich auch die Frage nach dem Mittagessen (auch selbst vorbereiten und mitbringen?) usw.
Z.B. sind wir demnächst zu einer großen Familienfeier eingeladen - da bereite ich vorher Essen vor, friere es ein und mache es mir dann warm. Wäre schön, wenn das irgendwann nicht mehr nötig wäre.
Liebe Sinua,

als ich so ein halbes Jahr die neue Ernährung durchgezogen hatte, kam ja Ostern mit den Einladungen zum Osterbrunch ( leider nicht privat - da hätte ich ja was mitbringen können) , sondern in ein Café- Restaurant. Ich machte mir Sorgen vorher , nahm aber eben eines der angebotenen Frühstücksdecks -
und ich habe alles vertragen. Ich war sooo froh darüber. Schien mir so, als wurde mir auch mal ein Fehltritt "verziehen", wenn im Großen und ganzen die Richtung stimmt . Das macht mich dann auch noch optimistischer, was Heilungschancen angeht .



liebe Grüße Arian
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Re: Paleo AIP - Ernährung bei Autoimmunerkrankungen, Allergien und ungeklärten Beschwerden

Beitrag von sinua » Mittwoch, 02.05.18, 11:59

Liebe Arian,

vielen Dank, dass du mir nochmal von deiner Erfahrung geschrieben hast.
Ja, wenn das so ginge, dann wäre das großartig. Man hat sowohl die Vorzüge der Ernährung als auch die Freiheit, mal auszuscheren, wenn es sonst zu umständlich oder sogar unmöglich wäre.
Und ich sehe es so wie du, dass das ein positives Zeichen Richtung Heilung ist. Ich freue mich für dich. Denn es ist nicht selbstverständlich.

Arianrhod hat geschrieben:
Samstag, 28.04.18, 19:12
Einladungen zum Osterbrunch ( leider nicht privat - da hätte ich ja was mitbringen können)
Du, die Feier, zu der wir da müssen, ist auch nicht in privaten Räumen, sondern in einer Art Pension/Restaurant. Ich bin an diesem Punkt meines Entzugs zu keinen Experimenten bereit, meine körperliche Verfassung ist zwar schon besser, aber noch zu fragil. Entweder die wärmen mir das auf (versuche das vorher telefonisch abzusprechen) oder ich esse es kalt (aber nicht gefroren ;) ) - zur Not draußen, wenn die das sonst nicht wollen.
Das ist schon schwer für mich, weil mir beigebracht wurde, ja nicht negativ oder als "anders" aufzufallen. Aber ich lerne, das auszuhalten.

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Re: Paleo AIP - Ernährung bei Autoimmunerkrankungen, Allergien und ungeklärten Beschwerden

Beitrag von Arianrhod » Donnerstag, 03.05.18, 13:37

Hallo Sinua,

das ist vollkommen richtig - gerade wenn du noch fragil und am Anfang bist . ich muss gestehen, ich bin da auch oft "charakterschwach" und rede mich mit "gerade Magen- Darm gehabt" raus, erwachsen ist das nicht, nur konfliktscheu.
Wenn du das aushälst, Bewunderung !!!! :DD

liebe Grüße Arian
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