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Peter und Sabine Ansari - Unglück auf Rezept

Eine Sammlung von Artikeln, die über wissenschaftliche, politische und wirtschaftliche Hintergründe der Behandlung von seelischen Leiden mit Psychopharmaka berichten.
Horni
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jedem das seine aber...

Beitrag von Horni » Freitag, 09.12.16, 8:54

Hallo zusammen,
Jedem das seine, aber die Machenschaften der Pharmaindustrie abzustreiten, die in der Vergangenheit etliche Male ihr wahres Gesicht gezeigt hat, empfinde ich als naiv.
Bloß das Weltbild nicht einstürzen lassen. :o
https://www.amazon.de/gp/aw/cr/36089806 ... geNumber=1

Lg
Horni
"Berichtet euren Mitmenschen welche Verherende Wirkung Antidepressiva haben können und wie Verständnis los damit umgegangen wird."
Gebt uns eine Stimme!!!

Verküpfung zum Paroxetin Betroffenen Thread:
viewtopic.php?f=18&t=10777&hilit=Paroxetin+betroffenen

Mischa
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Re: Peter und Sabine Ansari - Unglück auf Rezept

Beitrag von Mischa » Mittwoch, 21.12.16, 16:29

Ihr Lieben,

ich habe jetzt auf meinem Blog auch das Buch von Peter und Sabine rezensiert. Falls ihr mal reinlesen wollt:
http://www.adios-angst.de/antidepressiva-luege/

Ich war schwer beeindruckt von dem Aufwand, der in diesem Buch steckt, und erschrocken über die Ausmaße des ganzen Skandals, den ja so gut wie niemand wahrhaben will...

LG
Mischa
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Juni 2015 Absetzversuch erfolgreich beendet, seitdem ohne Psychopharmaka

pingu33
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Re: Peter und Sabine Ansari - Unglück auf Rezept

Beitrag von pingu33 » Dienstag, 10.01.17, 10:56

Hallöchen,hab bezüglich Unglück auf Rezept was bei youtube gefunden

https://www.youtube.com/watch?v=i5KVMnNIXM4
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Dauermedi: Ramipril 2,5/12,5 HCT
Start: 21.12.2016 um mit Doxi raus zu gehen



Bei bedarf:Omeprazol 20mg eher selten.
09.10.2016 Sertralin 25mg
Seit 29.10.2016 50mg
Seit 08.11 runter auf 25mg bisher keine Symptome.
Wiedereindosierung
6mg Doxepin Tropfen 40mg
Leichte Besserung der Symptome
Zahnop am 04.01.2017,Tranxillium 10mg und Dormicum 3,75 mg zur Sedierung dadurch Vollnarkose verhindert.seit dem dunkle gedanken,angst psychotisch oder Schizophren zu sein.
Seit 05.01.2017 jeden Abend einen Tropfen weg gelassen,
Symptome:
Gedankenkreisen,gedankenwirr warr,manchmal verrückte gedanken,depressive Gedanken. sehr guten Schlaf mit kurzer Unterbrechung,babybrei bleibt drin,Erkältung zum Vorschein gekommen.

Stand:13.01.2017
Sinusitis,Bronchitis
Medikamente: Clindamycin 600,ACC, Salbutamol Asthmatikum,Bronchialtee



Januar bis Anfang März 2 mg Lorazepam
1mg 6 Wochen entzugdauer noch während der Einnahme.
1mg dann mit 40mg Pipamperon bei Bedarf abgesetzt,keine wirklichen Absetzbeschwerden.

Seit April dann Doxepin erst mit 10mg angefangen dann nach etwas zeit auf 50mg hoch ca im Mai rum dann hoch erst 75 dann 100 mg.

Flouxetin wegen Austausch angefangen am 10.6. erst mit 5mg dann alle 7 Tage mit 5 mehr hoch also auf 15mg. Nicht vertragen.
wieder Abgesetzt.
Dann Klinik ca 7.7. 2016 ohne Flouxetin aber immernoch Doxepin 100mg drin.
Dann ca. 21.07.2016 Quentapin 100mg Doxepin 0
Seroquel runter von 100 erst 75 dann am 10.08.2016 entlassen mit 50mg
11.08. Quentapin absetzen wieder doxepin rein hoch auf 75 mg.
Wegen Zuckungen gesicht Gliedmassen kopf sollte ich es sofort absetzen. Habs jedoch schrittweise gemacht von 75 auf 50 dann 25 dann 0

Symptome momentan:Vergesslichkeit,Kein Zeitgefühl,Kein Körpergefühl schwankschwindel, leichte gleichgewichtsstörung echt hammermäßige negative gedanken,manchmal das gefühl verrückt zu werden Angstzustände..

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Re: Peter und Sabine Ansari - Unglück auf Rezept

Beitrag von Fibie77 » Dienstag, 10.01.17, 12:37

Hallo Pingu33,
dass Buch hab ich schon belesen und es ist einfach nur der Hammer.
Den Bericht hab ich mir gerade auf youtube angeschaut und er ist super,....einfach sehr informativ.
Danke für den link.

Lieber Mischa,
auch Dir möchte ich danken,für deinen super guten Bloog,....
Liebe grüße Fibie
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pingu33
- Februar 2011 Ohnmachtsanfall, ohne Diagnose. :shock:
In den darauffolgenden Monaten stellte sich starker Schwindel ein und eine gewisse Angst davon entstand. :(
Ich blieb nur noch zu Hause und ging nicht mehr gerne raus,wenn dann nur zur Arbeit.
- Von Februar 2011 bis April 2014 verschiedene Ärzte konsultiert, von Zahnarzt CMD Behandlung,über Chiropraktoren, und
Infusionen mit Mikronährstoffen war alles dabei.
- Es folgten in dieser Zeit,extreme Ängste,Verzweiflung, keine Energie und Kraft mehr,nur noch Verzweiflung wegen diverser
Symptome.
Meine Symptome veränderten sich und ich bekam einen kontinuierlichen Dauerkopfdruck und Augendruck.
- April 2014 Citolopram 10mg vom Hausarzt verschrieben bekommen.
- Juni 2014 Einweisung in Psychosomatische Klinik, für 8 Wochen.
- Wurde dort auf Cymbalta umgestellt für 2 Wochen,jedoch ist dies wieder gleich abgesetzt worden,da meine weißen
Blutkörperchen stark absanken.
- Von einem auf den anderen Tag,wurde Sertralin eindosiert.
Erst 25 mg und dann 50 mg in der darauffolgenden Woche.
- August 2014,wieder zu Hause und sollte dort noch bis auf 100mg hochdosieren, ging mir jedoch sehr schlecht dabei und
ich blieb bei 50 mg.
- März 2015 fing ich an das Medikament 50 mg Sertralin ganz langsam auszuschleichen, nach Absprache mit meiner
Ärztin.
- Ende Februar 2016 war ich auf 0mg mit dem Sertralin. :party2:
(bei den letzten Schritten ließ ich mir lange Zeit und dosierte mit Zoloft Tropfen ab).
- Seid dieser Zeit Absetzerscheinungen in Form von Sehstörungen, Kopfschmerzen,Übelkeit, komische Gefühle,Augendruck,
Blutzuckerschwankungen (dieser geht immer so tief runter),Benommenheit,.....
Die Symptome wechseln sich ab und sind mal nur leicht und dann wieder ganz stark da.

-Oktober 2016 . Absetzerscheinungen - Kopfschmerzen,Sehstörungen,trockene Augen,Schwindel ,,Blutzucker geht immer noch so tief in Keller,Übelkeit.

-November 2016 ( 9 Monate 0 mg Sertralin)
Kopfschmerzen die aufs Augen strahlen mit Übelkeit,
Blutzucker hat sich normalisiert,ab und zu noch trockene Augen

-Dezember 2016 (10 Monate 0 mg Sertralin)
Kopfschmerzen sind fast weg, jedoch wieder ziemliche Augenprobleme.
Schwipp-Schwapp im Kopf
-Januar 2017 (11 Monate nach 0 mg Sertralin)
Augenprobleme immer noch vorhanden
Schwipp- Schwapp im Kopf, Sodbrennen,
-Februar 2017 ( 1 Jahr auf 0 mg Sertralin)
Augenprobleme / Sehstörungen immer noch vorhanden !
Manchmal noch Schwipp-Schwapp im Kopf und wieder Kopfschmerzen.
-März 2017 (13 Monate auf 0 mg Sertralin)
Augenprobleme, ziemliche Benommenheit,Spannungskopfschmerzen.
-April 2017(14 Monate auf 0 mg Sertralin)
Augenprobleme,Benommenheit,Kopfschmerzen,extremes Tief(muss viel weinen,weil es nicht so recht besser wird)
-August2017(18 Monate nach null)
Starke Magenbeschwerden,Übelkeit,Sodbrennen,Kopfschmerzen,Augenprobleme

-Januar 2018 (23 Monate auf 0mg)
Augenprobleme (schlechteres Sehen und brennende Augen),manchmal noch leichte Gangunsicherheit,schmerzendes
Genick,Reizüberflutung im Kopf/brennen,nicht mehr so starke Spannungskopfschmerzen.
Langsam wird es besser,aber es ist noch nicht gut!
-Februar 2018 ( 2 Jahre auf 0 mg)

Peter_Ansari
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FAZ Besprechung Unglück auf Rezept - Es gibt keine Abhängigkeit von Antidepressiva

Beitrag von Peter_Ansari » Freitag, 10.02.17, 16:25

Vielleicht habt ihr es gesehen, heute hat in der FAZ der Psychiater Dr. Dr. Leutgeb eine Kritik verfasst.

Er leugnet eine Abhängigkeit von Antidepressiva.
"Sehr selten dauern diese Beschwerden über Wochen an. Dass sie jedoch erst mit einer Verzögerung von bis zu einem Jahr nach dem Absetzen auftreten können, wie in dem Buch behauptet, widerspricht klar der medizinischen Praxis und der wissenschaftlichen Definition von Entzug. Es handelt sich dann vielmehr um einen Rückfall oder um eine ganz andere Erkrankung. Diese unzulässige Vermengung führt den ratsuchenden Leser in die Irre und lässt auf fehlende klinische Erfahrung der Autoren schließen."

Mich ärgert das sehr :evil: , denn gerade die Abhängigkeit war für Sabine und mich einer der wichtigsten Anlässe das Buch zu schreiben. ... für mich ist es eine Überraschung, das jemand das Buch liest und dann immer noch sagt: Das sind alles Rückfälle :frust: Wir schreiben auf jeden Fall an die FAZ einen Leserbrief.

Wer ist Dr. Dr. Ulrich Leutgeb?
http://deutsch.medscape.com/artikel/4901835

Leutgeb ist übrigens nicht gut informiert. Kirsch begann die Diskussion über Antidepressiva bereits 1998 und bahnbrechend war seine Arbeit von 2002. Die Arbeit von 2008 war dann nur eine genauere Ausführung der Arbeit von 2002.
Dateianhänge
FAZ-unglueck-auf-rezept-10-02-2017.pdf
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Dr. Peter Ansari
Forscht an Depressionen und Antidepressiva. Möchte allen Menschen,
die unter der Einnahme der Antidepressiva leiden, eine Stimme geben.
http://www.depression-heute.de
Rät zur Vorsicht im Umgang mit Antidepressiva und warnt vor der Langzeiteinnahme.Gratuliert allen, die es geschafft haben, die Medikamente abzusetzen und wünscht denen, die gerade dabei sind die notwendige Kraft :sports: um den Weg weiter zu beschreiten. Auch wenn es dauert: Ihr schafft das :hug: !

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Re: Peter und Sabine Ansari - Unglück auf Rezept

Beitrag von Annanas » Freitag, 10.02.17, 17:14

Hallo Peter,
diese Rezension von U. Leutgeb, dieses Leugnen von Entzugssymptomen (gerade auch zeitverzögerte) u.
dann noch die Darstellung als Rückfall, ist für mich als Betroffene, einfach nur zum :vomit: - Entschuldigung!

Ich habe aber gesehen, daß er im August letzten Jahres, selbst ein Buch auf den Markt gebracht hat, was
die erfolgreiche und effektive Behandlung von Depressionen in der Praxis, zum Thema hat.
Stützt sich dabei aber fast ausschließlich auf eine medikamentöse Behandlung, im besten Fall gekoppelt
mit einer Psychotherapie.

Daß er dann euer Buch kritisiert, ist da schon fast Pflicht für ihn - es ist nur traurig, daß er solch eine
Plattform dafür erhält.
(Habe auch das Gefühl, daß er evtl hinter den negativen Kritiken/Kommentaren bei der Bewertung
bei amazon dahinterstecken könnte - ist aber jetzt Spekulation).

Ich werde sicher auch einen Leserbrief verfassen.

Liebe Grüße von Anna
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Re: Peter und Sabine Ansari - Unglück auf Rezept

Beitrag von Murmeline » Freitag, 10.02.17, 17:20

Hallo Peter,

dass Entzug weit über Wochengrenzen anhalten kann, dazu gibt es inzwischen Hinweise in Fachartikeln. Zum sehr verzögert einsetzenden Entzug gibt es das nicht, oder?

Klinische Praxis, tja. Dr. Stuart Shipko, der diesen Sachverhalt anerkennt, sagt selbst, er hat Jahre gebraucht, bis er das Phänomen des verzögerten Entzuges gesehen und verstanden hat. Dazu muss man natürlich erstmal offen hinsehen.

Ein sachlicher Lesebrief ist sicher sinnvoll.

Grüße, Murmeline
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Re: Peter und Sabine Ansari - Unglück auf Rezept

Beitrag von JayBlue » Samstag, 11.02.17, 10:41

Hallo Herr Dr. Ansari,

dankeschön für Ihre Bemühungen!! Ich habe Ihr Buch gekauft und finde es wirklich erschreckend was diese sch* Medikamente alles anrichten können :frust: :censored: .

Ich habe das Buch zur Hälfte gelesen konnte dann aber nicht weiter lesen weil ich zu viel Schiss hatte vor möglichen Symptomen :( . Ich finde es ist aber ein richtiger Schritt in die richtige Richtung!! Damals hat man auch gesagt Contergan sei unbedenklich :evil: .

Ich war auch schon bei vielen Psychiatern/Neurologen habe aber noch nie einen getroffen, der sich mit einem Entzug von Psychopharmaka auskennt. Alle sagten immer so etwas hätten sie noch nie gesehen. Das kann doch nicht sein?? Wenn man sieht wie viele Leute hier diskutieren, dann sind das bestimmt keine Einzelfälle. Man fühlt sich einfach ziemlich allein gelassen und verliert komplett das Vertrauen in Ärtze. Das ist aber ein Fehler, denn Ärzte sollten vom Fach sein und den Patienten unterstützen. Und warum lesen viele Ärtze nicht im Internet und informieren sich unabhängig??? Sie können das ja auch! Also ich meinem behandelten Neurologen gesagt habe, dass im Internet viele Betroffene sind, die GENAU das gleiche haben wie ich sagte er mir, man solle nicht immer alles glauben was im Internet steht. Er habe nachgeschaut und finde nichts über Absetzerscheinungen (angeblich in offiziellen Studien). Er hat aber auch zugegeben, dass er denke, dass die Pharmafirmen ja auch nicht wollen, dass man ihr Medikament absetzt deswegen gibt es dazu keine Studien. Ich glaube aber er hat gar nicht gesucht. Vielleicht schenke ich ihm das nächste Mal eine Ausgabe ihres Buches :D .

Ich für meinen Teil werde NIE wieder Psychopharmaka nehmen, sollte ich dazu noch in der Lage sein, es abzulehnen natürlich. Mir ging es zwar deutlich besser unter Duloxetin, aber das macht es nicht wett, dass ich jetzt solche Probleme beim Absetzen habe. Psychotherapie kann viel bewirken - oft viel mehr als Medikamente.

Vielen Dank für Ihren Beitrag!!!

Viele Grüße

Jay
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Mein Absetzthread: viewtopic.php?f=18&t=11981
In der Vergangenheit viele unterschiedliche AD's und NL genommen (kann leider nicht mehr alle aufzählen).
Derzeit (2016):
* Vor 16.07.16: Cymbalta 30mg (ca. 6 Jahre). Diagnose war damals Zwangsstörung/Angststörung, Depression.
* Seit 16.07.16 Cymbalta (30mg) -> alternierend alle 2 Tage auf Anraten des Arztes.
* In der Zwischenzeit mehrere Versuche. War auf bis zu 15mg runter und hatte heftige Symptome während des Urlaubs. Wieder hoch dosiert auf 30mg 1x täglich. Gewechselt auf Duloxetin von ALUID Pharma.
* 22.11.16: 18mg.
* 17.12.16: 15mg.
* 10.02.17: 13mg.
* 13.03.17: 12mg.
* 14.03.17: Wieder hoch auf 13mg da zu starke Symptome. Umstellung auf Kügelchenmethode da Feinwaage zu ungenau.
* 14.03.17: 13mg (52 K.)
* 22.03.17: 12,5mg (50 K.)
* 15.05.17: 12mg (48 K.)
* 11.06.17: 11,5mg (46 K.)
* 26.07.17: 11,0mg (44 K.)
* 07.10.17: 10,5mg (42 K.)
* 25.11.17: 10,4mg (42 K.) <- Neue Packung Duloxetin.
* 01.02.18: 10,15mg (41K.)
* 04.03.18: 9,90mg (40K.)
* 20.03.18: 20mg <- Absetzstop!

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Re: Peter und Sabine Ansari - Unglück auf Rezept

Beitrag von Murmeline » Samstag, 11.02.17, 10:57

Hallo Jay,

Was Du (und andere) tun kannst, ist ein Leserbrief, der die eigenen Absetzschwierigkeiten und alle zusätzlichen Probleme in der Anerkennung an die FAZ verfasst. Man muss gemeinsam was tun. Das geht im Zweifel auch mit einem neuen Pseudonym-Mailaccount. ;)

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Re: Peter und Sabine Ansari - Unglück auf Rezept

Beitrag von Murmeline » Samstag, 11.02.17, 11:15

Pharmazeut und Gesundheitswissenschaftler Gerd Glaeske erklärt in der aktuellen Ausgabe von Psychologie Heute: Unglück auf Rezept von Peter und Sabine Ansari sei patientenorientiertes Aufklärungsbuch zu Risiken von Antidepressiva
Peter und Sabine Ansari, Mediziner und Heilpraktikerin, haben sich auf einen Teilbereich der Psychopharmaka konzentriert, der auch im erstgenannten Buch eine wichtige Rolle spielt: Unglück auf Rezept. Die Anti-Depressiva-Lüge und ihre Folgen. Die Unsicherheit vieler Menschen bezüglich des Nutzens von Psychopharmaka, speziell auch der Antidepressiva, wird durch die zitierten und kompetent ausgewerteten Studien unterstützt. So ist seit vielen Jahren bekannt – auch wenn dies von pharmazeutischen Unternehmen und leider auch einigen Experten immer wieder anders dargestellt wird –, dass die Wirksamkeit von Antidepressiva eher begrenzt und unspezifisch ist. Die Medikamente helfen keineswegs allen Menschen, bei denen eine behandlungsbedürftige Depression diagnostiziert wird.
Peter und Sabine Ansari bieten eine kompakte und ebenfalls durch viele Literaturbelege unterstützte, nicht minder kritische Darstellung der Wirkungen und unerwünschten Wirkungen von Antidepressiva. Ihr Buch ist stärker patientenorientiert geschrieben als das von Gøtzsche. Beide Bücher geben auch Hinweise und Empfehlungen für Patienten und Ärzte. Dabei geht es insbesondere darum, wie und wo Informationen zu bekommen sind, etwa zu Absetz- oder zu möglichen Abhängigkeitsproblemen nach der Einnahme von SSRI.
Die marktschreierischen Titel beider Bücher sind zwar grenzwertig und sollen offenbar der Aufmerksamkeit und der Verkaufsförderung dienen. Inhaltlich transportieren sie aber eine wichtige und überfällige Botschaft: Psychopharmaka bieten keineswegs das einfache Glück aus der Pillendose, wie manche meinen; vielmehr ist es notwendig, viel über ihre Wirkungen und unerwünschten Wirkungen zu wissen, um mögliches Unglück durch die Folgen nach der Einnahme solcher Mittel zu vermeiden.
http://www.depression-heute.de/images/b ... 2_2017.pdf
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Re: Peter und Sabine Ansari - Unglück auf Rezept

Beitrag von Simmi18 » Freitag, 24.02.17, 19:54

Hallo Dr. Ansari,

ich habe ihr Buch gleich nach Erscheinen gelesen und war schockiert. Was wird bloß mit Antidepressiva getrieben des Geldes wegen?

Vor einiger Zeit habe ich das Buch meiner Therapeutin geliehen. Die hat jetzt im Urlaub Zeit es zu lesen und schrieb mir heute eine SMS, dass es unglaublich ist, was um Buch beschrieben wird. Sie fragte auch, ob sie das Buch behalten kann um sich Notizen darin zu machen. Wenn Sie zurück ist würde sie mir ein neues Buch kaufen.
Auf alle Fälle würde sie mit ihren Kolleginnen darüber sprechen und das Buch weiter empfehlen.

Ich freue mich, dass es doch noch Therapeuten gibt, die und Glauben schenken und wissbegierig sind, was die Absetzproblematik betrifft.
Wir sind die Patienten, die das alles durch machen und am besten Beschreiben können, wie es uns im Entzug geht.

Danke für dieses tolle Buch.

Liebe Grüße
Simone
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OlivermückeMurmelinepadma
Burnout 2011 behandelt mit Citalipram und Opipramol
2011 Rehaaufenthalt Citalopram 20 mg
Januar 2012 Wiedereingliederung, die ich nach 4 Tagen abbrechen musste wegen Verschlechterung
Von da an 75 mg Venlafaxin
Job gekündigt und selbständig gemacht 2013
Im Oktober 2015 unter der Dosis 37,5 mg Venlafaxin wieder Symptome l9
Von Ärztin telefonisch auf 150 mg gesetzt
Reha im November 2015 hochdosiert auf 187,5 mg und Dominal
Aufgrund des hohen Pulses und Blutdrucks Betablocker Metropolol
Nach Reha noch Symptome und vom Arzt auf 225 mg rauf
Das war dann nicht mehr ich selber und ich habe dann runterreduziert auf 112,5 mg im März und Dominal weggelassen
Alternative Behandlung mit Infusionen, Vit. b Mangel und D Mangel aufgefüllt
Leaky gut diagnostiziert, Ernährung umgestellt
Ende April auf 75 mg Venlafaxin
Seit Mitte Juni auf 37,5 starke Symptome und deshalb am
9.7. um 10 Kügelchen aufdosiert auf Ca. 40,5 mg Venlafaxin das legte mich lahm
10.7. Frühes Erwachen und ständiges auf die Uhr gucken Zuckungen von Kopf bis Fuß, brennen in den Armen, schwitzen, Blutdruck 117/77 Puls 116
11.7. zurück auf 37,5 mg nach Einnahme vom Medi Schweißausbrüche, nach Anstrengungen erschöpft und bleiern, müde, ständiges Gähnen,Essen imme rnoch problematisch ohne Appettit, Stimmung schwankt, Abends Besserung und Freude aufs Bett :-).
12.7.relativ gute Nacht
Blutdruck niedrig, Therapiestunde, danach sogar einkaufen, mittags Schwitzen vorm Arbeiten,
morgens schlapp, müde, bleiern,essen weiterhin nach Einnahme des Venla problematisch
Abends sogar heute mal leichter Appettit und zunehmend gute Stimmung
Weiterhin auf 37,5 und keine Änderung der Symptome
26.7. 10 Kügelchen Ca. 3 g weniger also 34,5 mg
Besserung was die Übelkeit betrifft, konnte heute normal was essen, nur zweimal Hitzewallung/Schweißausbruch
Blutdruck scheint sich zu normalisieren, Kaum Gedankenkreisen, im Allgemeinen besser drauf
27.7. frühes erwachen um 6.45 ab da nur noch dösen, Zunehmende Zuckungen am ganzen Körper
ein kalter und ein warmer Fuß, nach dem Aufstehen müde und schlapp
01.08. bei 34,5 mg Kein Schwitzen mehr. Guter Appettit, kaum noch Symptome, wieder Periode ganz leicht,
12.8. Ca. 30 mg
26.8.-19.9 Urlaub
da ich vor dem Urlaub stabil war habe ich weitere 5 Kügelchen weggelassen. Diesmal aber nicht jede Kapsel ausgezählt.
07.9. langsames Einsetzen der Symptome
Schlafstörungen, Muskelzuckungen, schwitzen, Übelkeit. Das tritt meist morgens ab 7 Uhr auf.
Im Laufe des Tages wird es besser,
11.9. Heute wieder Kügelchen genau gezählt und auf 28,5 mg Symptome bleiben weiterhin (Umstellung auf Microtapering)
25.9. 27,9 mg stabil, super Tag, kaum Smptome, irgendwas putscht mich auf.
28.9. 27,9 mg extrem hibbelig, EKG auffällig, zu hoher Puls, fühle mich nicht schlecht, aber getrieben
29.9. auf 27,1 mg reduziert, ich glaube die Dosis ist zu hoch und deshalb die Unruhe und nicht still sitzen können
09.10. 25,55 mg
08.11. 23,78 mg
06.12. 21,54 mg
04.01. 19,65 mg
29.01. 17,24 mg
13.02. 16,24 mg
05.03. 13,83 mg
19.03. 11,73 mg
16.04. 07,97 mg
14.05. 04,30 mg
31.05. 02,85 mg
18.06. 01,59 mg
01.07. 0 mg :party2:

Seit Oktober Utrogest 200 mg wegen WJ

Weiterhin Vitamin B und D und Akupunktur

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Re: Peter und Sabine Ansari - Unglück auf Rezept

Beitrag von Peter_Ansari » Sonntag, 26.02.17, 9:35

Es freut mich sehr, dass unsere Botschaft auf offene Ohren stößt.

Wir bekommen derzeit viele Anrufe von Patienten, bei denen in der Klinik innerhalb von einer Woche (!) das Antidepressivum, das zuvor drei Jahre lang gegeben wurde auf null reduziert wurde - natürlich mit katastrophalen Folgen.

Ich finde dass extrem schlimm, weil es zeigt, dass sehr viele Ärzte in den Kliniken immer noch überhaupt nicht über die Abhängigkeit Bescheid wissen! Sehr, sehr zum Leidwesen der Patienten :cry: .

Ach so, was noch fehlt: Warum sollte das Medikament abgesetzt werden? Natürlich damit ein neues ausprobiert werden konnte :evil:
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Dr. Peter Ansari
Forscht an Depressionen und Antidepressiva. Möchte allen Menschen,
die unter der Einnahme der Antidepressiva leiden, eine Stimme geben.
http://www.depression-heute.de
Rät zur Vorsicht im Umgang mit Antidepressiva und warnt vor der Langzeiteinnahme.Gratuliert allen, die es geschafft haben, die Medikamente abzusetzen und wünscht denen, die gerade dabei sind die notwendige Kraft :sports: um den Weg weiter zu beschreiten. Auch wenn es dauert: Ihr schafft das :hug: !

JayBlue
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Re: Peter und Sabine Ansari - Unglück auf Rezept

Beitrag von JayBlue » Sonntag, 12.03.17, 16:19

Hallo Herr Dr. Ansari,
Peter_Ansari hat geschrieben: Wir bekommen derzeit viele Anrufe von Patienten, bei denen in der Klinik innerhalb von einer Woche (!) das Antidepressivum, das zuvor drei Jahre lang gegeben wurde auf null reduziert wurde - natürlich mit katastrophalen Folgen.
Das ist ja wirklich erschreckend :-(. Wenn das so häufig vorkommt, warum merkt dann niemand auf und schaut, dass man es langsam reduziert. SSRI und SNRI und wie sie alle heißen gibt es jetzt doch schon eine Weile. Wieso passiert dann so was immer noch? Bei Herzinfarkten weiß man doch heute auch wie man damit umgehen muss. Ich habe auch schon von einem Fall gehört. Dort wurde bei einer älteren Frau (die jahrelang vermutlich Neuroleptika wegen einer starken Psychose) genommen hat während eines Krankenhausaufenthaltes (aufgrund einer Lungenentzündung) alle Medikamente von jetzt auf gleich abgesetzt. Sie nahm die Medikamente damals schon ca. 20 Jahre. Davon hat sie sich bis zum Tod nie mehr erholt :-(. Solche "Medizinier" die so etwas entscheiden muss man wegen Körperverletzung verklagen :frust: :frust: .

Was mich interessiert: "Es soll ja Patienten geben, die SSRI oder SNRI ohne Probleme von heute auf morgen absetzten können. Wie kommt dann sowas?" Ich glaube nicht, dass wir eine so kleine Ausnahme sind dass Ärzte sich nicht damit beschäftigen, aber irgendwie ist man in unsere Lage doch irgendwie ein Sonderfall.... das kann doch nicht sein :evil: .

Vielen Dank und ihr Engagement!

Grüße

Jay
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* Seit 16.07.16 Cymbalta (30mg) -> alternierend alle 2 Tage auf Anraten des Arztes.
* In der Zwischenzeit mehrere Versuche. War auf bis zu 15mg runter und hatte heftige Symptome während des Urlaubs. Wieder hoch dosiert auf 30mg 1x täglich. Gewechselt auf Duloxetin von ALUID Pharma.
* 22.11.16: 18mg.
* 17.12.16: 15mg.
* 10.02.17: 13mg.
* 13.03.17: 12mg.
* 14.03.17: Wieder hoch auf 13mg da zu starke Symptome. Umstellung auf Kügelchenmethode da Feinwaage zu ungenau.
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Re: Peter und Sabine Ansari - Unglück auf Rezept

Beitrag von carlotta » Montag, 13.03.17, 13:14

Hallo Jay,
JayBlue hat geschrieben:Wenn das so häufig vorkommt, warum merkt dann niemand auf und schaut, dass man es langsam reduziert. SSRI und SNRI und wie sie alle heißen gibt es jetzt doch schon eine Weile. Wieso passiert dann so was immer noch?
Ich kopiere mal hier hinein, was ich eben in einem anderen Thread geschrieben habe, ich denke, es passt ganz gut:
Das ist leider kein Wunder, dass das Thema nach wie vor so klein gehalten wird. Dabei geht es in erster Linie um wirtschaftliche Interessen und nicht um das Patientenwohl. Wenn man bspw. die Bücher von Gøtzsche oder Robert Whitaker liest, wird das schnell klar. Ich kann diese Autoren nur immer wieder empfehlen.

Versuche, das Thema an eine breitere Öffentlichkeit zu tragen, werden meist vehement bekämpft. Diese bittere Erfahrung mussten auch schon kritische Ärzte wie Breggin, Healy etc. machen. So wurde Healy etwa nach kritischen Äußerungen zu PP der Lehrstuhl an einer großen Universität verwehrt. Das Problem: die Pharmalobby ist extrem einflussreich, auch politisch, die Patientenlobby ist dünn, noch dünner, wenn es sich um Psychiatrie-Patienten handelt. Da klebt schnell der Aufkleber darauf "nicht ernst zu nehmen", erst recht, wenn es sich um Beschwerden über Medikamente handelt. :frust:

Bei Benzodiazepinen sind auch Jahrzehnte ins Land gegangen, ehe sich ihre Problematik herumsprach. Und dennoch werden sie immer wieder ohne notwendige Aufklärung auch heute noch für längere Zeiträume verschrieben. :evil:

Wir können nur alle immer, soweit möglich, an dem Thema dran bleiben und Informationen streuen und aufklären.
(Link: viewtopic.php?f=43&p=183467#p183467)

Offiziell gelten SSRI/SNRI als "nicht abhängig machend" - auch weil die Begriffe zu (körperlicher) Abhängigkeit und Sucht just zur Markteinführung in den Achtzigern recht unglücklich verquickt wurden (man könnte auch sagen "gerissen", je nach Auslegung :whistle: ).

Die Medikamente werden mittlerweile extrem häufig verschrieben (auch für lange Zeit), neue Präparate, die noch Patentschutz haben, sind meist richtig teuer. Es geht um riesige Summen, da lässt sich die Industrie nicht so gerne an den Karren fahren.

Behandler sind i. d. R. so gebrieft, dass sie - wenn patientenseitig von Entzugssymptomen oder krassen NW die Rede ist -, das Ganze stets dem Gesundheitszustand des Patienten zuschreiben. :frust: Ihre Ausbildung als auch zahlreiche Fortbildungen in ihrem Berufsleben und auch die Quellen, aus denen sie im Berufsalltag ihre Informationen beziehen (etwa Fachzeitschriften) sind stark industriell gefärbt. Dagegen nimmt sich so ein "kleiner Patient", noch dazu mit psychiatrischer Diagnose und nicht "vom Fach", doch etwas unbedeutend aus mit seinen Ansichten. :?
JayBlue hat geschrieben:"Es soll ja Patienten geben, die SSRI oder SNRI ohne Probleme von heute auf morgen absetzten können. Wie kommt dann sowas?" Ich glaube nicht, dass wir eine so kleine Ausnahme sind dass Ärzte sich nicht damit beschäftigen, aber irgendwie ist man in unsere Lage doch irgendwie ein Sonderfall.... das kann doch nicht sein
Es kommt immer wieder vor, dass Patienten (zumindest gefühlt) problemlos absetzen können. Häufig ist das so bei einer Ersteinnahme. Dass die Medikamente bzw. das abrupte Absetzen doch noch Spuren im Körper hinterlassen, wird daran ersichtlich, dass spätere Entzugsversuche in vielen Fällen nicht mehr so glimpflich funktionieren. Es hat sich also offensichtlich etwas verändert im ZNS.

Nach allem, was ich bisher gelesen und erfahren habe zu dem Thema, gehe ich auch nicht mehr davon aus, dass Patienten mit Entzugsproblemen von PP so selten sind, im Gegenteil. Allerdings ist auch davon auszugehen, dass ein nicht unbeträchtlicher Teil der Betroffenen als solche überhaupt nicht erkannt wird, da sämtliche damit zusammenhängende Symptomatiken von den meisten Behandlern überhaupt nicht als Entzugssymptome interpretiert werden - zum Teil leider auch nicht von den Patienten, wenn sie ihren Behandlern uneingeschränkt vertrauen. Das ist dann meist der Beginn eines zerstörerischen und langwierigen Psychopharma-Karussells. :zombie:

Liebe Grüße :group:
Carlotta
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Re: Peter und Sabine Ansari - Unglück auf Rezept

Beitrag von JayBlue » Mittwoch, 15.03.17, 4:28

Hallo carlotta,

ich habe "Unglück auf Rezept" nun weiter gelesen und bin ziemlich erschrocken darüber was WIR da nehmen!!! :evil:
So wie es aussieht ist noch nicht mal klar wie viel Serotonin überhaupt im Gehirn ankommt und ob nicht das meiste im Dünndarm verbleibt :o .
Dann wundert es mich nicht, dass viele mit dem Magen Probleme haben beim Absetzen, wenn das meiste Serotonin im Magen vorkommt. Was ich da lese ist wirklich erschreckend. Es ist fast so wie mit Contergan früher. Wir nehmen Medikamente, die heftige Nebenwirkungen haben und nicht mal wirken :frust: . Das wirklich schlimme dabei ist, dass man als Patient auch keine andere Möglichkeit hat außer dem Arzt zu vertrauen. Und wenn die es nicht wissen wer soll es dann wissen :o . Die Medikamente werden von Ärzten zum Teil so angepriesen als wären es Bonbons. Ich bin damals irgendwie auch auf eine Art auf diese "Prozac-Lüge" reingefallen. Ich habe mich damals selbst entschieden es mit AD zu versuchen, weil ich mir davon viel versprochen habe. Ich hatte damals eine schwere Zwangsstörung und war eigentlich auf dem Weg der Besserung und habe mich trotzdem dazu entschieden ein AD zu nehmen. Ich weiß es nicht mehr genau wie es war, aber ich war durch Psychotherapie schon stabil soweit und wollte es trotzdem mit einem AD versuchen, weil ich von einer anderen Betroffenen gehört habe, dass sie damals Cipralex in einer psychosomatischen Klinik bekommen hat und es ihr geholfen hat - der größte Fehler in meinem Leben.... Da hat dann das Karusell angefangen, wie du es beschreibst carlotta. Ich weiß nicht mehr was ich alles genommen habe, aber es wurde viel probiert. Ich weiß noch, dass ich damals Paroxetin und Mirtazapin genommen habe und mir wurde dann Cymbalta als Alternative vorgeschlagen, was neuer sei und weniger Probleme macht als Paroxetin. Jetzt weiß ich, dass dem nicht so ist. Aber was hat der Psychiater denn sonst für eine Daseinsberechtigung, wenn er keine Pillen mehr verschreiben darf??? Das ist glaube ich das große Problem. Viele Psychiater sind keine Psychologen und das einzige Werkzeug ist der Rezeptblock. Ohne den Rezeptblock wären sie dann wohl auch ihre Daseinsberechtigung los. Dann wird halt ein bisschen herumprobiert, bis das richtige Medikament gefunden wird.

Dieses Wissen hilft uns betroffenen beim Absetzen zwar überhaupt nichts, aber es wäre schön, wenn Ärzte umdenken würden und den Rezeptblock nur noch in Ausnahmefällen zücken würden - aber das bleibt wohl Wunschdenken. Denn jeder muss schauen wo er bleibt und Geld verdienen - und damit verdienen die nun mal ihr Geld :-(.

Viele Grüße

Jay
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Derzeit (2016):
* Vor 16.07.16: Cymbalta 30mg (ca. 6 Jahre). Diagnose war damals Zwangsstörung/Angststörung, Depression.
* Seit 16.07.16 Cymbalta (30mg) -> alternierend alle 2 Tage auf Anraten des Arztes.
* In der Zwischenzeit mehrere Versuche. War auf bis zu 15mg runter und hatte heftige Symptome während des Urlaubs. Wieder hoch dosiert auf 30mg 1x täglich. Gewechselt auf Duloxetin von ALUID Pharma.
* 22.11.16: 18mg.
* 17.12.16: 15mg.
* 10.02.17: 13mg.
* 13.03.17: 12mg.
* 14.03.17: Wieder hoch auf 13mg da zu starke Symptome. Umstellung auf Kügelchenmethode da Feinwaage zu ungenau.
* 14.03.17: 13mg (52 K.)
* 22.03.17: 12,5mg (50 K.)
* 15.05.17: 12mg (48 K.)
* 11.06.17: 11,5mg (46 K.)
* 26.07.17: 11,0mg (44 K.)
* 07.10.17: 10,5mg (42 K.)
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Re: Peter und Sabine Ansari - Unglück auf Rezept

Beitrag von carlotta » Mittwoch, 15.03.17, 17:31

Hallo Jay,
JayBlue hat geschrieben:ch habe "Unglück auf Rezept" nun weiter gelesen und bin ziemlich erschrocken darüber was WIR da nehmen!!! :evil:
Ja, das kann man auch sein! :shock:
JayBlue hat geschrieben:So wie es aussieht ist noch nicht mal klar wie viel Serotonin überhaupt im Gehirn ankommt und ob nicht das meiste im Dünndarm verbleibt :o .
Dann wundert es mich nicht, dass viele mit dem Magen Probleme haben beim Absetzen, wenn das meiste Serotonin im Magen vorkommt.
Nicht im Magen, sondern im Darm. Dort sind über 90 Prozent des Serotonins verortet. Und der Darm spielt hinsichtlich zahlreicher Körperfunktionen eine wesentliche Rolle.
JayBlue hat geschrieben:Es ist fast so wie mit Contergan früher. Wir nehmen Medikamente, die heftige Nebenwirkungen haben und nicht mal wirken :frust: .
Es ist m. E. ein vergleichbarer Skandal, nachdem weltweit mittlerweile so viele Menschen betroffen sind. Und sogar bei Contergan mussten die Betroffenen erbittert darum kämpfen, als Geschädigte anerkannt zu werden - obwohl die Zusammenhänge so offensichtlich waren! :evil: In unserem Fall ist allerdings viel Spielraum (gerade bei psychischen Problemen), um das Ganze zu vertuschen, die Schäden sind ja erst einmal nicht sichtbar und es ist ein Leichtes, sie dem allgemeinen Gesundheitszustand des Patienten unterzuschieben. :evil: Fairerweise muss man aber sagen, dass wir zumindest die Chance haben zu gesunden, bei Contergan sah das anders aus. Aber dennoch gehen viel Lebensqualität und viele Lebensjahre den Bach runter - und ob etwas zurückbleibt, kann ja aktuell keiner wirklich sagen.
JayBlue hat geschrieben:Das wirklich schlimme dabei ist, dass man als Patient auch keine andere Möglichkeit hat außer dem Arzt zu vertrauen.
Erst einmal ist man so konditioniert, der Autorität (in diesem Fall dem Arzt) nicht nur zu vertrauen, sondern seine Vorgaben zu befolgen - was natürlich einem mündigen Patienten nicht entspricht. Aber es ist nicht leicht, dieser überlieferten Rolle zu entkommen. Natürlich muss man niemandem blind vertrauen, man kann sich belesen, weitere Meinungen einholen etc. Aber ein mehr oder weniger blinder "Arztglaube" herrscht schon in der Bevölkerung vor, so zumindest meine Erfahrung. Und es ist wirklich schwer, sich dem zu entziehen, auch hinsichtlich des Drucks, den Angehörige ausüben können etc.

Und da die Serotonin-Lüge immer wieder wiederholt wurde, ging sie quasi als Allgemeinwissen in die Gesellschaft ein. :o Das kommt noch erschwerend hinzu.

Ich wurde übrigens auch mit Duloxetin behandelt, dem ach so "tollen, brandneuen" Medikament" so gut wie ohne Nebenwirkungen", das man "von heute auf morgen problemlos absetzen kann". :evil: So ähnlich die Informationen, die mir behandlerseitig zuteil wurden. Und ja, das Probieren, das Wechseln von einem Präparat zum Nächsten kommt bei vielen Betroffenen noch hinzu und macht die ganze Situation nicht besser. Außerdem endet das oft in Polypharmazie - mit völlig ungewissem Ausgang. :vomit:
JayBlue hat geschrieben:Aber was hat der Psychiater denn sonst für eine Daseinsberechtigung, wenn er keine Pillen mehr verschreiben darf??? Das ist glaube ich das große Problem. Viele Psychiater sind keine Psychologen und das einzige Werkzeug ist der Rezeptblock. Ohne den Rezeptblock wären sie dann wohl auch ihre Daseinsberechtigung los. Dann wird halt ein bisschen herumprobiert, bis das richtige Medikament gefunden wird.
Neben der wirtschaftlichen Seite ist das ein zweiter ganz zentraler Aspekt. Die biologische Richtung der Psychiatrie hat sich im letzten Jahrhundert etabliert, und zwar aufgrund einiger zufällig entdeckter, zweifelhafter Wirkstoffe (es wurde gar nicht gezielt geforscht). Zuvor wurden Psychiater nämlich in der medizinischen Welt häufig nicht allzu ernst genommen, sie hatten keine biologische Legitimation und galten mehr als "Seelenklempner". Mit dem Aufkommen der biologischen Richtung wuchs auch das Selbstbewusstsein und Ansehen dieser Fachrichtung, man glaubte, behaupten zu können, dass - wenn gewisse Stoffe die Stimmung heben - sich daraus ableiten ließe, dass den Patienten dann auch gewisse Stoffe im Gehirn fehlen. Und schwupps mutierten die Psychiater zu "richtigen" Ärzten, die auch einmal etwas Chemisches verschreiben konnten. Somit wurden sie auch für die Industrie interessant als potenzielle "Verkäufer" - mit allen einhergehenden Privilegien. Und so gesellte sich noch eine lukrative wirtschaftliche Ebene zum neu gewonnen Ansehen in der Fachwelt.

All diese Vorteile möchte sich die biologische Fachrichtung natürlich ungern nehmen lassen, noch dazu geht es ja - wie Du sagst - ans Eingemachte, was die Grundlage ihres Berufes ausmacht, die Verschreibung bzw. Behandlung mit PP. Es gibt glücklicherweise noch die soziale Richtung in der Psychiatrie, die anders arbeitet, aber diese ist in der Minderheit und finanziell auch nicht so auf Rosen gebettet - man ist ja auch nicht eng verzahnt mit der Industrie, also kein Wunder.
JayBlue hat geschrieben:Dieses Wissen hilft uns betroffenen beim Absetzen zwar überhaupt nichts, aber es wäre schön, wenn Ärzte umdenken würden und den Rezeptblock nur noch in Ausnahmefällen zücken würden - aber das bleibt wohl Wunschdenken.
Ich finde schon, dass es enorm hilft, die Hintergründe zu verstehen. Ich weiß, was Du meinst, ganz praktisch im Alltag scheint es erst einmal nicht zu helfen. Aber wenn man tief drinsteckt in einem Entzugsprozess, kann es passieren (lesen wir hier auch häufig), dass man doch wiederholt am eigenen Gesundheitszustand zweifelt und gar nicht glauben kann (oder mag), was da im Hintergrund alles abläuft. Und dann ist der Gang zum nächsten Arzt oft gar nicht so fern und schnell ein neues Rezept eingelöst, sodass sich das Karussell immer schneller dreht. Von daher ist es gut, möglichst breit informiert zu sein, um nicht wiederholt in diese Falle zu tappen. Wenn man schon in diesem Schlamassel drinsteckt, sollte man zumindest noch etwas daraus lernen, finde ich. Sonst ist das alles ganz umsonst. Und es ist ohnehin schon bitter genug. :wacko:
JayBlue hat geschrieben:Denn jeder muss schauen wo er bleibt und Geld verdienen - und damit verdienen die nun mal ihr Geld :-(.

Ja, Geld verdienen schon, aber bitte nicht auf Kosten der Gesundheit anderer - "primum non nocere", also "erstens nicht schaden" ist so ein ärztlicher Ethikgrundsatz. Der ist wohl im Laufe der Jahrzehnte irgendwo verschüttet gegangen. :?

Liebe Grüße :group:
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Beitrag von Monalinde » Donnerstag, 13.04.17, 10:54

Ich bin mir gar nicht so sicher, ob der Text hier hereingehört.

Ich muss jedoch etwas loswerden. Ich habe gestern mal wieder im Depressionsforum Leipzig gelesen. Da ist mir zufälligerweise die Meinung des Moderators, Dr. N. ins Auge gefallen über das Buch von Dr. Peter Ansari.

In einem Nebensatz hat er sich dazu geäußert, dass er die Recherche gut finde, aber die Wahrnehmung von Dr. Ansari doch sehr einseitig sei. Für mich grenzt das schon an Arroganz in Anbetracht der vielen schädlichen Auswirkungen, die die Einnahme von Psychopharmakas nach sich ziehen kann.

Eigentlich hatte ich mir so sehr gewünscht, dass das mit Herzblut geschriebene Buch von Dr. Peter Ansari in der breiten Öffentlichkeit einiges bewirken würde. Zumindest bessere Aufklärung und eine sehr vorsichtige Herangehensweise bei der Verschreibung der Medikamente. Aber offenbar will man die Augen verschließen, trotz vielleicht besseren Wissens.Warum nur?

Mona
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2005 bis 2010 Einnahme von Remergil 7,5 mg und Trevilor bis zu 37,5 mg, ich habe in diesem Rahmen manchmal erhöht und reduziert
2010 bis 2012 Trevilor 37,5 mg ausschließlich,
Dezember 2012 auf Null abgesetzt, ausschleichend alle drei Wochen 10 Prozent der ursprünglichen Dosis

Diagnose: Depression und Angststörung

Seit Dezembe 2012 im protahierten Entzug.

Zahlreiche körperliche Symptome:
(Tinnitus , Speiseröhrenentzündung, Reflux, Schleim im Hals, saures Aufstoßen, Albträume, Durchschlafstörungen, Erschöpfungszustände, Stimmungsschwankungen, Hautausschläge, Angstzustände, Gelenkschmerzen, Schwindel))


2016: Nebenhöhlenentzündung, Schleim im Hals, Stimmungsschwankungen bzw. Neuroemotionen, Tinnitus, noch
leichte Schlafstörungen, lebhafte Träume, die wahrscheinlich meinen Tinnitus triggern, aber keine Albträume
mehr, Schüttelfrost

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Re: Peter und Sabine Ansari - Unglück auf Rezept

Beitrag von Murmeline » Freitag, 14.04.17, 6:59

Hallo Mona,

Auf Amazon hat er auch geschrieben. Eine der wenigen Bewertungen mit wenigen Sternen https://www.amazon.de/gp/customer-revie ... S1G8JAXB39

In Leipzig konzentriert man sich einfach sehr wenig auf potentielle Risiken und Schäden durch die Substanzen.

Murmeline
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Erfahrung mit Psychopharmaka (Citalopram, langjährig Venlafaxin und kurzzeitig Quetiapin), seit Sommer 2012 abgesetzt
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