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Antidepressiva-Einnahme und Schwangerschaft

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Arianrhod
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Re: Antidepressiva-Einnahme und Schwangerschaft

Beitragvon Arianrhod » Freitag, 29.01.16, 19:51

Auch wenn die Datenlage nicht ganz klar ist, können SSRI wohl Schäden bei Ungeborenen anrichten.

http://news.doccheck.com/de/newsletter/ ... c0157aac51
2005 mit Burnout und Depression in eine Tagesklinik gekommen.

Zuerst einmonatige Behandlung mit diversen Antidepressiva: Doxepin, Mirtazipin, Sulprid,
hypomane Reaktion
wobei die AD sofort und ohne Ausschleichen von den Ärzten abgesetzt wurden.


Verschiedene Diagnosen: schizoaffektive Psychose, Depression, bipolare Störung, Schizophrenie, dissoziative Identitätsstörung


Erst 2 Jahre Behandlung mit Amisulprid . Zu schnell auf eigene Faust abgesetzt.
Schwere Supersensitivitätspsychose .

Einstellen auf verschiedene Neuroleptika: Haloperidol, Quetiapin, Olanzapin, Risperidon, Paliperidon, Aripiprazol
Außerdem Lorazepam, Promethazin, Chlorprothixen, Melperon, Pipamperon

jahrelang , vieles gleichzeitig und in höchster Dosierung.
u.a. Berentung, 60 kg Gewichtszunahme
seit 2012 Ausschleichen von 800 mg Quetiapin retard innerhalb von 2 Jahren.
Meinen Absetzbericht findet man hier:
http://adfd.org/austausch/viewtopic.php?f=51&t=10634&p=120447#p120447
Seit Januar 2014 keine Neuroleptika mehr.

Ich leide seit 3 Jahren unter Nervenschmerzen, Kribbeln und Lähmungen. Bei mir wurde eine Polyneuropathie diagnostiziert und ein Zusammenhang mit NL vermutet - leider nicht beweisbar.

Außer Neuroleptika habe ich zwischenzeitlich auch Oxycodon ( ein Opioid) und Trimipramin nach zweijähriger Einnahme abgesetzt , die ich wegen chronischer Schmerzen verschrieben bekommen habe.
Pregabalin habe ich am 7.9.2016 endgültig ausgeschlichen.

Die Anzahl meiner Dauermedikamente beträgt gerade "0". :)

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Re: Antidepressiva-Einnahme und Schwangerschaft

Beitragvon padma » Freitag, 11.03.16, 19:01

Beitragvon Kimeta » Freitag, 11.03.16, 18:50
Kanadische Forscher meinen, dass AD-Einnahme in der Schwangerschaft das Risiko für eine Autismus-Störung bei Kindern erhöht, insbesondere bei SSRI oder Behandlung mit mehreren ADs. Das höhere Erkrankungsrisiko sei nicht bzw. nicht ausschließlich auf die Depression der Mutter zurückzuführen. Die Forscher empfehlen weitere Studien, um die Risiken von Substanzklassen und Dosierungen genauer einschätzen zu können. Die Ergebnisse würden frühere Forschungen zu diesem Thema bestätigen und es gäbe Anhaltspunkte, wie man die negative Wirkung erklären kann.

Quelle:
http://www.aerztezeitung.de/medizin/kra ... -kind.html

Jamie
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Re: Antidepressiva-Einnahme und Schwangerschaft

Beitragvon Jamie » Sonntag, 29.05.16, 18:31

Hallo,

eine neue Studie hat Folgendes zu Tage gebracht, Danke an carlotta :) :

"A significant unintended consequence of over-reliance on psychiatric medication for children was brought to light in a recent study showing that children exposed to SSRIs (selective serotonin re-uptake inhibitors — a class of psychiatric medication used to treat anxiety and depression) during pregnancy were diagnosed with depression by age 14 at more than four times the rate of children whose mothers were diagnosed with a psychiatric disorder but did not take the medication. This study follows on the heels of another showing an increase in risk of autism in children whose mothers took SSRI’s during the second and third trimester of pregnancy."

Link zum Volltext:
http://www.madinamerica.com/2016/05/pre ... sequences/



Kurz gefasst in Deutsch:

Kinder [Embryos], die während der Schwangerschaft ihrer Mütter SSRI ausgesetzt waren, bekommen ab dem 14. Lebensjahr mehr als 4mal so häufig die Diagnose "Depression" gestellt als Kinder, deren Mütter während der Schwangerschaft eine psychiatrisch relevante Diagnose bekamen und keine Medikamente nahmen. Diese Studie reiht sich nahtlos ein in das Bild, dass Kinder, deren Mütter im letzten Trimenon / Drittel der Schwangerschaft SSRI nahmen, häufiger unter Autismus leiden.

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Re: Antidepressiva-Einnahme und Schwangerschaft

Beitragvon LinLina » Sonntag, 29.05.16, 20:23

Danke Jamie :-)


Im Wikipedia-Artikel über Clomipramin (Trizyklikum) habe ich übrigens was interessantes zu der Auswirkung der Verabreichung an schwangere Muttertiere gelesen.


Einnahme während der Schwangerschaft[...]

In Tierstudien wurden keine teratogenen Wirkungen beobachtet. Jedoch kann Clomipramin bei pränataler Verabreichung und bei Gabe während der Stillphase Verhaltensstörungen bei den Nachkommen der Muttertiere auslösen.[16]

[...]



Auch sehr interessant, gerade in Bezug auf das Auftreten von Depressionen als mögliche Langzeit- bzw. Spätfolge von Antidepressiva-Einnahme:


Neonatal Clomipramin

Seit 1982 haben Wissenschaftler die Technik Neonatal Clomipramine verwendet um Tiere aufzuziehen, die in der Depressionsforschung benutzt werden. Wenn 8–21 Tage alte Ratten Clomipramin erhalten, entwickeln sie als Erwachsene einen Zustand, welcher der Depression bei Menschen ähnelt.[17][18]

[...]

17. Vogel G, Neill D, Hagler M, Kors D: A new animal model of endogenous depression: a summary of present findings. In: Neurosci Biobehav Rev. 14, Nr. 1, 1990, S. 85–91. PMID 2183099.
18. Velazquez-Moctezuma J, Aguilar-Garcia A, Diaz-Ruiz O: Behavioral effects of neonatal treatment with clomipramine, scopolamine, and idazoxan in male rats. In: Pharmacol. Biochem. Behav.. 46, Nr. 1, September 1993, S. 215–7. PMID 7902983.



https://de.wikipedia.org/wiki/Clomipramin


lg Lina
Ursprünglicher Grund der Einnahme: Schmerzen, PTBS, heftige Unverträglichkeitsreaktion auf Schmerzmittel und Antibiotika (anhaltende Krampfanfälle)

Lorazepam: 1,5 mg von 7/2014 - 10/2014, dann 4 Monate schrittweiser Entzug (sehr heftig) und seit 8.2.2015 komplett abgesetzt :-)

Mirtazapin: Winter 2014/15 bis 30 mg für Benzo-Entzug, langsames und mühsames Absetzen seit März 2015.

Mein Medikamentenverlauf :schnecke: :
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Seit 31.10.2017: 0,45 mg Mirtazapin / Mein Thread

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Re: Antidepressiva-Einnahme und Schwangerschaft

Beitragvon walfisch » Donnerstag, 16.06.16, 16:07

Jamie hat geschrieben:
Kinder [Embryos], die während der Schwangerschaft ihrer Mütter SSRI ausgesetzt waren, bekommen ab dem 14. Lebensjahr mehr als 4mal so häufig die Diagnose "Depression" gestellt als Kinder, deren Mütter während der Schwangerschaft eine psychiatrisch relevante Diagnose bekamen und keine Medikamente nahmen. Diese Studie reiht sich nahtlos ein in das Bild, dass Kinder, deren Mütter im letzten Trimenon / Drittel der Schwangerschaft SSRI nahmen, häufiger unter Autismus leiden.



Dies fiel mir gerade ins Auge – gibt es dazu auch Informationen über die jeweilige Dosishöhe des SSRI? Ich bin selbst ungeplant unter 20mg Citalopram schwanger geworden, habe bis zur Entbindung auf Anraten von Embryotox auf 10mg reduziert (wobei mir gesagt wurde: lieber stabile Dosis als zu starke Absetzerscheinungen, wenn es um's kleinere Übel geht).

Meine Tochter ist gesund und hatte auch keine Anpassungsstörungen oder ähnliches. Sie ist 2,5 Jahre alt und ich frage mich gerade, wie wahrscheinlich es ist, dass da noch ein "dickes Ende" nachkommt... :(

Deshalb meine Frage zur Dosierung.
seit 01/2008: Citalopram bis 40 mg wegen schweren Panikattacken, Agoraphobie, Depressionen, Suizidgedanken

In den folgenden Jahren diverse Dosierungen, Absetzversuche immer gescheitert.

Zwischendurch mal ein halbes Jahr auf 0 gewesen. Dann wurde die Krankheit wieder schlimmer (heute würde ich sagen, es war eher ein spätes Absetzsyndrom wegen sehr schnellem Absetzen, aber das wusste ich damals nicht).

Mehrmals hoch und runter dosiert. Vier Psychiater verschlissen mit wechselnden Empfehlungen. Jetzt mach ich das allein.

Nach Monaten stabil auf 10mg.:
ab 26.04.2016: 9mg ,
ab 08.06.2016: 8mg,
ab 27.07.2016: 7,5mg, keine Probleme,
ab 15.08.2016: 7mg – Schwindel, Übelkeit, Panikattacken, starke Angstgefühle, heftige Depression, extreme Neuro-Emotionen,
ab 05.01.2017: 6,3mg – leichter Schwindel, Gedankenrasen, Depression und Ängste, starke Neuro-Emotionen,
ab 18.02. 2017: 5,89mg – Gedankenrasen, hypersensitiv auf alles, 5%-Reduktion scheint aber besser zu gehen
ab 04.05.2017: 5,6mg – das gleiche Spiel wie immer, akute Beschwerden weniger, immer noch anhaltende und wiederkehrende Phasen von Depression und Angst
11.08.2017: 5,7mg – aufdosiert wegen nur mühsamer Stabilisierung und Neuro-Depression/Panik, außerdem Umstieg auf Wasserlösemethode

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Re: Antidepressiva-Einnahme und Schwangerschaft

Beitragvon Jamie » Donnerstag, 16.06.16, 17:45

Hallo walfisch,

es tut mir leid, ich habe keine näheren Informationen.
Die Studie ist - wie die meisten wissenschaftlichen Veröffentlichungen - im Volltext nicht einsehbar [nur das abstract], sondern muss bezahlt werden.
Eine Sichtung kostet 12 US Dollar.

http://www.jaacap.com/article/S0890-8567(16)30007-7/abstract

komisch, der Link will nicht funktionieren, obwohl ich ihn schon drei mal überprüft habe. Hier für google:

Die Studie heißt:
Gestational Exposure to Selective Serotonin Reuptake Inhibitors and Offspring Psychiatric Disorders: A National Register-Based Study
erschienen in: Child and Adolescent Psychiatry

Grüße
Jamie
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Re: Antidepressiva-Einnahme und Schwangerschaft

Beitragvon Jamie » Dienstag, 21.06.16, 12:10

Hier eine weitere Studie zu den Auswirkungen von SSRI auf die Gehirne Neugeborener.

Danke an carlotta :), die unermüdlich für das ADFD solche Informationen sammelt:

A first of its kind neuroscience study, published this month in Cerebral Cortex, found changes in the brain electrical activity of infants exposed to SSRI antidepressants during pregnancy. The changes are associated with less-organized communication between the brain’s hemispheres and are comparable to the effects found in previous animal studies. The researchers call for more critical evaluations of the prescription of antidepressants during pregnancy and suggest that non-pharmacologic and therapeutic alternatives should be the preferred treatment.


Eine erste Neurowissenschaft Studie dieser Art, veröffentlicht diesen Monat in Cerebral Cortex, fand Veränderungen bei der elektrischen Aktivität im Gehirn von Säuglingen, die SSRI Antidepressiva während der Schwangerschaft ausgesetzt sind. Die Veränderungen sind mit einer weniger organisierten Kommunikation zwischen den Hemisphären des Gehirns verbunden und sind mit den in früheren Tierversuchen gefundenen Auswirkungen vergleichbar.

Die Forscher fordern eine kritischere Auswertungen der Verschreibung von Antidepressiva während der Schwangerschaft und
schlagen vor, dass nicht-pharmakologische und therapeutische Alternativen die bevorzugte Behandlung sein sollten.

Link zum gesamten Text: http://www.madinamerica.com/2016/06/new ... pressants/


Grüße
Jamie
Zuletzt geändert von Murmeline am Mittwoch, 28.06.17, 9:33, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Übersetzung eingefügt
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Re: Antidepressiva-Einnahme und Schwangerschaft

Beitragvon Murmeline » Montag, 10.10.16, 13:03

Sammlung von Artikeln über Risiken von SSRI in der Schwangerschaft
https://www.madinamerica.com/2016/10/an ... the-child/
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Re: Antidepressiva-Einnahme und Schwangerschaft

Beitragvon padma » Freitag, 23.12.16, 22:54

hallo,

hier ein Beitrag von Paragon:

"Paragon: Quetiapin in der Schwangerschaft"? Es ist ja sehr unangenehm das zeug in der SChwangerschaft zu nehmen, sowohl für die Mutter als auch das Kind. Ich möchte gerne, dass die Leute wissen, was Quetiapin in der SChwangerschaft für Auswirkungen haben kann. Es beeinflusst den Hormonhaushalt, es erzeugt einen zu niedrigen Blutdruck, Narkolepsie, es verändert die Herzaktivität und kann zu Ohnmachten, Schwindelgefühl führen, und damit auch eine Gefahr für Stürze darstellen. Es ist klar gesagt, ein Dreckszeug, das nicht genommen werden sollte. Achja: SChwangerschaftsdemenz? Seroquel verstärkt natürlicherweise diese.. da es natürlich dazu führt, dass man alles vergisst und sich schwer auf etwas konzentrieren kann.

Auch kann es nach der Geburt sein, dass das Kind Entzugserscheinungen haben kann. Ein Arzt, der vielleicht 10 Frauen mit Quetiapin begleitet hat, und versichert, das nichts passiert sei, kann nicht sagen, dass auch das 11. Kind nichts haben wird.

viewtopic.php?p=171918#p171918

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Re: Antidepressiva-Einnahme und Schwangerschaft

Beitragvon Murmeline » Donnerstag, 29.12.16, 16:31

Zwischen Lebensretter und Risikofaktor: Antidepressiva in der Schwangerschaft

von Katherine Gillespie
27 DEZ 2016

Studien legen nahe, dass Serotonin-Wiederaufnahmehemmer schlecht für das Kind sein könnten. Doch sie nicht zu nehmen, könnte sowohl der Mutter als auch dem Baby schaden—ein herzzerreißendes Dilemma, dem Millionen von Frauen tagtäglich ins Auge blicken müssen.


https://broadly.vice.com/de/article/zwi ... ngerschaft

Meine Meinung: idealerweise schleicht man bei der Schwangerschaftsplanung rechtzeitig langsam aus.
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Valproat und Schwangerschaft - BfArM prüft Risiken

Beitragvon carlotta » Montag, 03.04.17, 13:34

Hallo Ihr,

falls es bereits zu diesem Thema oder derartigen Prüfverfahren einen Thread gibt, bitte verschieben:

Valproat enthaltende Arzneimittel: Neue Überprüfung der Anwendung in der Schwangerschaft und bei Frauen im gebärfähigen Alter

14.03.2017 - Start des Verfahrens

Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) informiert über die Einleitung eines Risikobewertungsverfahren nach Artikel 31 der Richtlinie 2001/83/EG durch die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) zur Überprüfung der Anwendung Valproat enthaltender Arzneimittel bei weiblichen Jugendlichen und Frauen, die schwanger oder im gebärfähigen Alter sind. Valproat enthaltende Arzneimittel werden zur Behandlung von Epilepsie, bipolaren Störungen und in einigen EU-Mitgliedsstaaten auch zur Therapie der Migräne angewendet und sind in der EU national zugelassen.

Die jetzt gestartete Überprüfung soll klären, ob die bekannten Risiken dieser Arzneimittel weitere Anwendungseinschränkungen erfordern. Ihr Risikoprofil war bereits im Jahre 2014 Gegenstand einer Überprüfung durch die EMA (zum Verfahren). Die Bewertungsergebnisse aus diesem Verfahren führten zur Verstärkung der Warnhinweise und Einschränkungen für die Anwendung von Valproat enthaltenden Arzneimitteln bei weiblichen Jugendlichen und Frauen, da die Valproatexposition im Mutterleib zu angeborenen Missbildungen und Entwicklungsstörungen bei Kindern führen kann. Da es manchmal keine Alternative für die Anwendung von Valproat gibt, sollten diese Maßnahmen sicherstellen, dass sich Patientinnen über die Gefahren der Anwendung von Valproat bewusst sind und dass sie Valproat nur dann anwenden, wenn es für unbedingt erforderlich erachtet wird. Das 2014 gestartete Risikobewertungsverfahren sah ferner die Durchführung von Studien auf europäischer Ebene vor, um die Wirksamkeit der eingeleiteten Maßnahmen zu untersuchen.

Mehr hier: http://www.bfarm.de/SharedDocs/Risikoin ... Id=8664274

Weitere Hintergrundinformationen zum Verfahren hier: http://www.bfarm.de/SharedDocs/Risikoin ... Id=8664274
(Es wird auch die Einführung einer Patientenkarte bezüglich Arzneien mit Valproat diskutiert.)

Liebe Grüße :group:
Carlotta
"For the illicit drugs, we call this process addiction. For the prescribed medications, we call this process therapeutic." (Robert Whitaker)


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Re: Antidepressiva-Einnahme und Schwangerschaft

Beitragvon Annanas » Donnerstag, 20.04.17, 17:51

Hallo zusammen :group: ,
zum o.g. Beitrag von Carlotta :) habe ich auch noch einen Beitrag zu Valproinsäure/Valproat gefunden:
Mißbildungen bei Kindern wegen Valproat in der Schwangerschaft
Quelle: http://www.t-online.de/leben/familie/schwangerschaft

Schlimm, was sich immer weiter herausstellt.....!!
In Deutschland scheint es mal wieder keine Fälle zu geben - um nach der "kleinen" Anfrage im Bundestag zu gehen :evil: !!
Ich glaube das aber nicht wirklich- wahrscheinlich wurden nur keine Verbindungen zur Medikamenteneinnahme hergestellt-
warum wohl?! :x

LG Anna

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Re: Antidepressiva-Einnahme und Schwangerschaft

Beitragvon carlotta » Donnerstag, 20.04.17, 18:53

Liebe Anna,

danke für den Artikellink. :)

Annanas hat geschrieben:In Deutschland scheint es mal wieder keine Fälle zu geben - um nach der "kleinen" Anfrage im Bundestag zu gehen !!

Da steht ja nur, es lägen keine Zahlen vor - was auch immer das heißt. Evtl. wurden einfach keine systematisch erhoben oder Fälle nicht gemeldet, ggf. auch weil sie gar nicht als solche erkannt wurden, wie Du richtig schreibst.

Das zeigt mal wieder, dass noch ein enorm länger Weg bis zu einer umfassenden Aufklärung vor uns liegt.

Liebe Grüße :group:
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Re: Antidepressiva-Einnahme und Schwangerschaft

Beitragvon claudiaef » Mittwoch, 01.11.17, 17:34

Hallo,
Mich freut, dass hier auch mit embryotox kritisch ungegangen wird . Ich habe auch Bücher von Prof. Rohde, der Initiatorin, gelesen und letztlich zielt alles auf die weitereinnahme von Medikamenten ab sowie die Empfehlung, bloss nicht außerhalb von Kliniken (wie geburtshaus und hausgeburt ) zu entbinden. Schlecht nur, dass ich seit der Psychiatrie -erfahrung kaum mehr freiwillig einen schritt ins krankenhaus machen werde.
Ich wollt die Bücher von ihr weggeben, aber eigentlich muss ich sagen sind sie nicht des Lesens wert.
Liebe Grüsse,
Claudia
2010: Diagnose polymorph-psychotische Episode mit verschiedenen nl durchweg in niedriger Dosierung (risperdal, quetiapin, amisulprid, clozapin)
2012: Beginn der Behandlung mit citalopram 20 mg
2016: Behandlung mit dem nl aripiprazol 5 mg
September 2016: citalopram abgesetzt, dafür 200 mg famenita 200 mg (natürliches progesteron)
April 2017: citalopram wieder genommen, kurze Zeit elontril (bupropion 150 mg), progesteron wieder abgesetzt
(persönlichkeitsveränderung unter snri/ssri, agressive Bilder im Kopf, Eifersucht und ausflippen)
2017: Diagnose schizoaffektive störung

12.8.2017: Heirat und sofortiges absetzen von citalopram 20 mg, keine absetzsymptome; einziger moment: plötzliches verstummen und erstarren einen ganzen Abend auf eine unangenehme Situation hin (25.8.)

21.9.2017 aripiprazol 4 mg morgens
1.Woche nach dem absetzen: leicht hypoman, lichtempfindlich, gereizt, Verstärkung der seltenen Hautkrankheit Morbus Darier (schon seit 20 Jahren vorhanden), aber: falsche Diagnose "Gürtelrose"; dagegen: 7 tage zostex (brivutin), nw: grippeähnliche Zustände, Ängste, Depressionen, akathasie, Zweifel etc. bei der gemeinsamen Einnahme mit Abilify
Ab 2. Woche: schwere Beine

13.10.2017 aripiprazol 3,5 mg morgens
1. Woche: Nervöse tics werden stärker (unruhige Zunge, auf innenwangen kauen), weniger Schlaf->geht wieder, dafür wieder schwere Beine
Ab 2.woche: Schwäche, müdigkeit
1.11.2017 Aripiprazol 3,5 mg abends (da schlafprobleme auftauchten, während es sofort nach Einnahme sehr müde machte in geringerer dosierung)
4. Woche : Schwäche so gut wie wieder weg, leichte gereizheit
6.11.2017: Aripiprazol 3,2 mg abends
2.woche: Schwäche, Müdigkeit, "zugedröhnt sein"
19.11.2017 aripiprazol 3,0 mg (frühere Reduktion, weil das abilify so sehr müde machte)
1. Woche: das Kauen auf den Wangen ist weniger geworden


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