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Antidepressiva-Einnahme und Schwangerschaft

Eine Sammlung von Artikeln, die über wissenschaftliche, politische und wirtschaftliche Hintergründe der Behandlung von seelischen Leiden mit Psychopharmaka berichten.
CosiMimosi
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Re: Antidepressiva-Einnahme und Schwangerschaft

Beitragvon CosiMimosi » Montag, 01.12.14, 8:16

. Ich bin selbst im gesundheitswesen , komme aus einer arztfamilie. Und ich habe WEDER alkohol , noch zigaretten geraucht oder sonst welche schmerzmittel genommen! Leichtfertig ging ich bestimmt nie mit der schwangerschaft um, eher im gegenteil! Bin wegen jedem kleinen pups zum arzt oder was auch immer.

Und ich sagte , dass WENN man schon schwanger ist , einem sätze wie: das würde ich meinem kind nicht antun- fragwürdig sind . Also sorry, aber ich find einige beiträge oft panikmacherei! Ich rede nicht von mehreren ADs , sondern einer erhaltungsdosis von 8-9 mg ! Man kann sogar seine muttermilch untersuchen lassen ... Also bei mir ist nix von paroxetin drin ...

Ich habe mich wochenlang schlau gemacht , mit professoren gesprochen, die mir unabhängig alle das selbe rieten ( und nicht alle ärzte sind schlecht- in meiner familie sogar keiner,- opfern sich auf für patienten , ärzte ohne grenzen etc.).

Zusätzlich kann ich nur sagen : ich bin heilerziehungspflegerin, spezialisiert durch ausbildung im ganzen autismus sprektrum bereich... Ich kann nicht eindeutig zustimmen, dass AD einnahme das risiko für eine autismus störung erhöht . Mag sein, dass es so ist. Ich kann es nicht bestätigen.

Wie gesagt , ich rede nicht von der vollen einnahme von 40 oder 60 mg, sondern von einer erhaltunhsdosis!!!!!
( soviel dazu, dass hier einige schreiben : ich kann mir das kinderkriehen abschminken... ) das wäre ja furchtbar!!!!

Sorry, es ist meine meinung. Ich
Möchte auch auf die einnahme verzichten, aber ich kann nicht mein lebe davon bestimmen lassen!

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Re: Antidepressiva-Einnahme und Schwangerschaft

Beitragvon CosiMimosi » Montag, 01.12.14, 8:26

Achso : du glaubst also echt , dass informationen wie : ein AD ist vielleicht nicht gut in der schwangerschaft neu für die menschen ist ? Die informationsweitergabe ( die frauen hätten gerne vor der einnahme gewusst , dass ein risiko für die schwangerschaft besteht) verstehe ich nicht. Das kann doch nicht vollkommen neu und verblüffend für jemanden sein

und nochmal achso : ich denke an andere. Deshalb schreibe ich ja meine beiträge , um zu zeigen , dass ich es geschafft habe und dass die frauen nicht ihre familienplanung aufgeben.

Unter ärztlicher aufsicht ( würde man ja auch , wenn man in der ss durchblutungsstörungen hat) kann man durchaus schwanger werden.
Ich finde, psychische erkrankungen und die damit einhergehenden medikamente sind immernoch DAS krasse thema! Es wird an den rand gestellt und nicht zu einer normalen krankheit , wie andere dinge (diabetes ...) gemacht. Menschen mit krebs oder andere krankheiten werden bewundert dafüt , dass sie für eine schwangerschaft gekämpft haben und kinder zur welt bringen. Menschen mit anderen krankheiten kriegen kinder ... Da würden die wenigsten auf due idee kommen und davon abraten. Keine ahnung , ob es so ist, ivh denke es zumindesr.


Nochmal: ich rede von 9 mg paroxetin , die nichtmal in meiner muttermilch nachweisbar sind!!!!!
2003/04 mit 15 das erste mal übersteigerte Angst und Panik in mehreren Wochen erlebt
Nach homöopathischen Hilfeversuchen ( mir wurde "Erstverschlechterung" verschwiegen - war kurz vor der Hölle) dann ca. 1 Jahr lang Citalopram genommen. Wirkung : suuuuper und das Absetzen war ohne Probleme. Es folgten nur ca 6 Gespräche bei dem Psychiater .

Bis 2010 fast keine Beschwerden- leichte Anflüge von Panik , aber absolut im Griff
Seit 2011 schwere Panik mit Todesangst, Depression, Isolation ,Schlafschwierigkeiten und starke psychosomatischen Störungen: zwanghaftes Augenzwinkern, Rückenschmerzen, Ausatemgeräusche, Atemnot, Kribbeln,...

Medikament : Paroxetin , anfangs 40 mg , dann 20 mg
Seit 2012/13 versuch Paroxetin abzusetzen, mit Tropfen.
Ende 2013 : Schwangerschaft - die ersten drei Monate stärkste : Panik / Angst / Übelkeit
In der Schwangerschaft Paroxetin weiter genommen : täglich 9 mg
Bis jetzt 9 mg !
28. Nov.14 Seit Gestern: 8 mg

Mein Sohn ist das Glück meines Lebens !

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Re: Antidepressiva-Einnahme und Schwangerschaft

Beitragvon CosiMimosi » Montag, 01.12.14, 8:34

@edgar

Ich bezeichne nicht die informationen als panikmache. Sondern : wie kann man das seinem kind antun etc ...
Wo ist das bitte sinnvoll ?
2003/04 mit 15 das erste mal übersteigerte Angst und Panik in mehreren Wochen erlebt
Nach homöopathischen Hilfeversuchen ( mir wurde "Erstverschlechterung" verschwiegen - war kurz vor der Hölle) dann ca. 1 Jahr lang Citalopram genommen. Wirkung : suuuuper und das Absetzen war ohne Probleme. Es folgten nur ca 6 Gespräche bei dem Psychiater .

Bis 2010 fast keine Beschwerden- leichte Anflüge von Panik , aber absolut im Griff
Seit 2011 schwere Panik mit Todesangst, Depression, Isolation ,Schlafschwierigkeiten und starke psychosomatischen Störungen: zwanghaftes Augenzwinkern, Rückenschmerzen, Ausatemgeräusche, Atemnot, Kribbeln,...

Medikament : Paroxetin , anfangs 40 mg , dann 20 mg
Seit 2012/13 versuch Paroxetin abzusetzen, mit Tropfen.
Ende 2013 : Schwangerschaft - die ersten drei Monate stärkste : Panik / Angst / Übelkeit
In der Schwangerschaft Paroxetin weiter genommen : täglich 9 mg
Bis jetzt 9 mg !
28. Nov.14 Seit Gestern: 8 mg

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carriecat
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Re: Antidepressiva-Einnahme und Schwangerschaft

Beitragvon carriecat » Montag, 01.12.14, 9:12

Guten Morgen!

CosiMimosi hat geschrieben:und nochmal achso : ich denke an andere. Deshalb schreibe ich ja meine beiträge , um zu zeigen , dass ich es geschafft habe und dass die frauen nicht ihre familienplanung aufgeben.


Du bist aber nur Eine....von Wievielen. Das ist ja das Schwierige....ging es nur bei dir durch viel Glück gut? Oder geht es auch bei Mehreren gut? Oder werden die Kinder darunter leiden? Vielleicht ihr ganzes Leben lang? Ich finde es ist keine Panikmache sondern nur Aufklärungsarbeit...die auch nötig ist.

Mein Sohn leidet unter einer Autismus-Spektrum-Störung, ich habe in der Schwangerschaft kein AD genommen, "nur" Aspirin. Meinen ersten Sohn habe ich in der Schwangerschaft verloren, weil ich wegen Übelkeit ein Medikament nahm....leider habe ich den Namen verdrängt, irgendwas mit D. Okay, vielleicht lags auch nicht an dem Medikament und war einfach Schicksal. Aber trotzdem frage ich mich immer, ob es nicht doch daran lag. Und wird man sich, wenn man ein AD nimmt und mit dem Baby stimmt was nicht, sich immer fragen, ob es nicht an dem AD lag? Dein Sohn ist erst 4 Monate....noch kannst du überhaupt nicht absehen was später mal sein wird. Bei meinem Sohn konnte man den Autismus auch erst im Kindergartenalter feststellen.

Wobei, letztlich ist es egal, er ist gut so wie er ist und er ist mein Sohn :)
Liebe Grüße,
Anja
____________________________________________________________________
Panikattacken im Nov. und Dez. 2010 aus heiterem Himmel
Citalopram 20 mg und Doxepin 10 mg (Aponal) ab Ende Dezember
Mirtazapin 15 mg ab Ende Januar statt Aponal
15 kg zugenommen in einem halben Jahr
Ab Juni 2011 Tabletten halbiert, ab Juli 2011 geviertelt
Ende August die letzten 5 mg Citalopram genommen, 3,75 mg Mirta eine Woche länger, dann auch abgesetzt.
Kurze Zeit danach kam das nächtliche Herzrasen wieder samt Tremor in den Beinen und Hitzeströme durch den ganzen Körper, Schwächegefühl und Erschöpfung - Eisen und Vitamin B-Komplex genommen
Danach hatte ich Magenbeschwerden, konnt nicht richtig essen und trinken und kriegte dann Herz- und Atemprobleme
Habe kurzzeitig Lasea genommen, danach Orthomol Vital F incl. Omega-3-Kapseln, um mal wieder ein bißchen auf den Damm zu kommen. Fühlte mich nur schlapp und krank.
War dann von Nov - Dez 2011 in einer Psychosomatischen Fachklinik. Es wurde langsam besser, was ich aber nicht auf die Behandlung dort zurück führen würde.
Seit 02/2012 arbeite ich wieder, in 05/2012 bin ich jetzt über ein halbes Jahr ohne Medis und es geht mir wieder recht gut. Manche Tage quäle ich mich aber immer noch mit Schwindel und Depersonalisierung. Und ab und zu nächtliche Panik mit Kribbeln am ganzen Körper und Herzklopfen.
Oktober 2012: Bin tagsüber viel müde, erschöpft, schwindelig und kämpfe immer mal wieder mit Angstattacken.
März 2013: Immer mal wieder Schwindel, Depersonalisierung und Angst
November 2013: Magenbeschwerden, Atemprobleme

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Re: Antidepressiva-Einnahme und Schwangerschaft

Beitragvon padma » Montag, 01.12.14, 14:05

Hallo Cosi, :)

und nochmal achso : ich denke an andere. Deshalb schreibe ich ja meine beiträge , um zu zeigen , dass ich es geschafft habe und dass die frauen nicht ihre familienplanung aufgeben.

Genau das ist das Problem. Die Aufgabe des ADFD ist es, über Risiken aufzuklären. Daher sind Aussagen, die mit der Einnahme von ADs verbundenen Risiken verharmlosen, im ADFD nicht aktzeptabel. Wir wollen hier keine Frau ermutigen mit ADs schwanger zu werden. :!: Ob sie das Risiko eingehen möchte, muss natürlich jede selbst entscheiden.

Ich rede nicht von mehreren ADs , sondern einer erhaltungsdosis von 8-9 mg ! Man kann sogar seine muttermilch untersuchen lassen ... Also bei mir ist nix von paroxetin drin ...

Bei kleinen Dosen sind noch übermässig viel Rezeptoren besetzt, daher ist man auch bei einer kleinen Dosis nicht auf der sicheren Seite. Während des Stillens ist Paroxetin kontainduziert, mir wäre ein solches Risiko viel zu hoch, auch dann wenn es in der Muttermilch nicht nachweisbar ist.

Ich kann nicht eindeutig zustimmen, dass AD einnahme das risiko für eine autismus störung erhöht . Mag sein, dass es so ist. Ich kann es nicht bestätigen.

Es ist durch Studien belegt, dass Asperger Autismus deutlich häufiger auftritt, wenn während der Schwangerschaft ADs genommen wurden. Weiter oben in diesem thread hat Edgar :) das dargelegt.

Menschen mit anderen krankheiten kriegen kinder ... Da würden die wenigsten auf due idee kommen und davon abraten. Keine ahnung , ob es so ist, ivh denke es zumindesr.

Wenn man Medikamente nimmt, die nachweislich dem Kind schwer schaden können, würde ich davor abraten, unabhängig davon um welche Krankheit es geht.

Cosi, wir unterstützen dich gerne, wenn du absetzen möchtest, aber bitte unterlasse diese Aussagen über angeblich sichere ADs.
siehe auch Nutzungsbedingungen

liebe Grüsse,
padma
Diagnose: somatoforme Schmerzstörung ,Fibromyalgie
seit 2002 Fluoxetin zur Schmerztherapie

Kaltentzug 2012, Wiedereindosierung, schleiche im :schnecke: Tempo aus
Absetzverlauf:
► Text zeigen


1.09.2017: 0,5 mg


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Re: Antidepressiva-Einnahme und Schwangerschaft

Beitragvon fruehling » Montag, 01.12.14, 19:52

Dieses Thema hat mich um den Schlaf gebracht.
Ja es ist unverantwortlich, wenn man von der Problematik weiß. Es ist wie mit dem Rauchen, man schadet dem Kind und diejenige, die das Kind in sich trägt übernimmt die Verantwortung. Es wird über die Nabelschnur ernährt und soll dem Kind das geben, was es für s Leben braucht.
Richtig bewusst wurde mir erst nach langem Überlegen folgender Punkt;
Hat die werdende Mutter Probleme, das AD abzusetzen, wird es auch für das Kind schwer.
Das Kind sagt nicht, dass es unruhig ist oder traurig, es kennt nicht den Unterschied.
Mir ist dann noch ein Fall im Bekanntenkreis aufgefallen, sie hatte ein Schreikind, nichts half. Im Alltag ist die kleine agressiv und ungeduldig.
Geatern erst ist mir eingefallen, dass sie Antidepressiva nahm.
Leni schrieb vor einiger Zeit hier zum Thema. Ich muss ehrlich gestehen; ich hatte Mitleid, denn sie wusste nicht von den Folgen und war im 6 Monat und nahm 7,5mg Mirtazapin. Was soll man da raten?
Begleitung meiner Mutter
12. 2011 Kontrastmittelinduzierte SD-Überfunktion
Symptome;innere Unruhe und Gewichtsabnahme, Hypertonie,Schlafstörungen
03.2012, Behandlung in der Psychiatrie
mit Carbimazol, Cita und Olanzapin
12.2012; SD-Blocker abgesetzt
Plötzlich paradoxe Reaktion auf Cita (Erregtheit,innere Unruhe,Getriebenheit,Angst)
02.2013 Psychiatrie
Alles abgesetzt auf 0 (durchgedreht) es wurden sämtliche Psychopharmaka an ihr ausprobiert
- Verschlimmerung der Symptome, unbeschreiblich!
05.2013
Entlassungsmedikation;Lyrika 600mg, Mirtazapin 45mg
Verschlimmerung,Persönlichkeitsveränderung
Lyrika und Mirtazapin langsam abgesetzt
Starke Besserung aber Stimmungstief
Neurologe schlägt zur Stimmungsaufhellung wieder Citalopram vor:
schlimme Unruhe, Stromschläge, Hitzeströme im Nacken, Angst, sollte Tavor (3 mal 0,5mg)nehmen und weitermachen, nach 6 W. keine Besserung (Tavor auf eigene Faust ausgeschlichen)
07.2013
Diagn.: 4,5cm großer hormonaktiver Schilddrüsenknoten
08.2013 SD-OP
09.2013; Nachuntersuchung der SD
6 Wochen später erneute OP
Medikamente weiter ausgeschlichen, Besserung
11.2013 Citalopram in 14 Tagen abgesetzt,
2 Wochen später schlimme Bewegungsunruhe,Depressionen,Angstzustände,Gewichtsabnahme,Strom,-Hitzeströme im Nacken,Hoffnungslosigkeit
Psychiatrie
fast alle Medikamente wurden wieder eindosiert;
Entlassungsmedikation:
150mg Venlafaxin 1-0-0 (75mg)
10mg Olanzapin 0-0-1 (0!!)
7,5mg Zopiclon zur Nacht (0!!)
1mg Tavor 0,5-0,25-0 (0)
Substitution Diazepam (3,75)
Mirtazapin 15mg 0-0-0-1
Olanzapin Reduktion
11.04. - 1,5
01.05. - 1
01.06. - 1
04.07. -1,25 kontinuierliche Besserung, Antrieb/Freude, aushaltbare Absetzsymptome
01.08. -0,65
13.08. -0,65 Blutdruckanstieg, zwischendurch Anspannung, Weinerlichkeit
01.09. -0,65 verbesserter Schlaf, deutlich bessere Zuckerwerte
29.09. -0,65
zeitgleich wg Unruhe, Blutdruckanstieg, kleinen Magenblutungen
Venlafaxin -12,5
12.10. -12,5
27.10. -12,5
21.11. -12,5
25.05. -12,5
25.06. -12,5
10.08. -12,5
Zopiclon
07.11. -1,9mg, dann alle 4 Wochen 0,9mg reduziert,
seit dem 16.03.auf 0
Blutdruck normalisiert, weniger Unruhe, wirkt am Morgen aber sehr sediert
Olanzapin
06.04.
ca. alle 4-6 Wochen 0,7 mg (Bewegungsunruhe momentan so gut wie weg, Cholesterinwerte top,um fast 100 gesunken)
05.06; -0,6mg und immer etwas weniger
16.06. Olanzapin ade(!!?!!)
Lorazepam
16.07; -0,1mg am Mittag
08.08; -0,15mg
05.09. Substitution Lorazepam/Diazepam
In Tropfen: 3-1-3 (3,5mg)
30.10. Erhöhung wg Entzugssymptome
4-1-3 (4,0mg)
28.11.
4-1-2 (3,5mg)
08.12
3-1-2 (3mg)
18.12
2-1-2 (2,5mg) weinerlich, unruhig, Zunahme von Blepharospasmus
?
2-1-1 (2mg)
Erhöhung
11.01.
2-1-2 (2,5mg)
25.01
Umstellung auf 2,5mg am Morgen
Seit ca. Mai 0mg Diazepam :party2:

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Re: Antidepressiva-Einnahme und Schwangerschaft

Beitragvon Jamie » Montag, 01.12.14, 21:20

Man kann nichts raten.
Es bleibt eine Gewissensentscheidung.

Wichtig ist mir und dafür steht auch das adfd, dass die Frauen rechtzeitig, unabhängig und kritisch über Psychopharmaka und Schwangerschaft informiert werden, was leider bei vielen Ärzten nur unzureichend geschieht.


Gruß
Jamie
...........SIGNATUR...............


:arrow: Eure Mithilfe ist gefragt - wer benutzt die Wasserlösemethode?


:!: mein Erfahrungsbericht (AD absetzen / erzwung. Kaltentzug / SSRI / Akathisie): viewtopic.php?f=51&t=12478


Meine PN-Funktion ist deaktiviert. Ich danke für euer Verständnis.

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Infos über mich:

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Re: Antidepressiva-Einnahme und Schwangerschaft

Beitragvon edgar » Dienstag, 02.12.14, 21:42

Hallo Cosi,

ich musste hier teilweise bei Deinen Beiträgen die Schere ansetzen (z.B. Paroxetin sei das Mittel der Wahl :frust: , siehe folgende Begründung und auch vorhergehende Begründungen), einige Textstellen sind einfach falsch gewesen und als verantwortungsvolles Forum kann man das nicht für die Leser so stehen lassen, nur weil Du keine schlechten Erfahrungen gemacht hast - zum Glück - und Ärzte und Professoren zitierst, von denen wir gar nicht wissen, woher sie ihre Infos haben, denn 90 % der Medikamentenstudien sind finanziert von Pharmaherstellern.

Zum Paroxetin:

Es gibt 5 Kategorien (A,B,C,D und X). Eigentlich 6, aber die 6. heißt nur, dass das Medikament nicht klassifiziert ist.
http://www.drugs.com/pregnancy-categories.html

Paroxetin wird zur Kategorie D gezählt (siehe Link ganz unten). Kategorie A ist die unproblematischste. D die zweitgrößte Bedenklichkeitsstufe. Soviel zu Deinem "Mittel der Wahl". Solche Behauptungen von Dir sind schon gemeingefährlich.

Weiter heißt es dort:

"Researchers have consistently raised questions about the safety of SSRIs during pregnancy. And today, more and more studies are linking SSRIs to increased risks of serious birth defects when the drugs are taken during pregnancy."

Übersetzt: "Forscher erheben immer wieder Zweifel über die Sicherheit von SSRIs während der Schwangerschaft. Und heute verbinden immer mehr Studien SSRIs mit einem erhöhten Risiko von ernsthaften Geburtsdefekten, wenn die Medikamente während der Schwangerschaft genommen werden."

Wir stellen hier im ADFD diejenigen Infos zur Verfügung, die viele Ärzte leider ihren Patienten nicht rechtzeitig zur Verfügung gestellt haben.

Dabei lässt es sich leider nicht immer vermeiden, dass diese Infos auch von Patienten gelesen werden, die dann Panik bekommen, weil sie bereits schwanger sind und die ganze Zeit Medikamente genommen haben.

Aber sollen wir deshalb die Infos gar nicht bringen ??? Wohl kaum.

Die genannte Quelle (siehe Link ganz unten) ist übrigens pharmahersteller-unabhängig. Darauf legen wir hier sehr großen Wert.

http://www.drugwatch.com/ssri/pregnancy/

Grüße
edgar
Angehöriger, Dipl.-Sozialpädagoge (FH), seit 2008 Mitarbeiter im ambulanten Betreuten Wohnen für Menschen mit psychischer Erkrankung (u.a. auch Beratung und Unterstützung beim Absetzen von Medikamenten), davor 2 Jahre Mitarbeiter in einer Tagesstätte und 1 Jahr lang in einem Wohnheim (stationäres Wohnen) für Menschen mit psychischer Erkrankung. Seit 2013 Mitglied des Fachausschusses Psychopharmaka der DGSP.

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Re: Antidepressiva-Einnahme und Schwangerschaft

Beitragvon ataraxia » Freitag, 05.12.14, 11:42

Ich verstehe nicht, wieso Ärzte so leichtfertig mit dem Thema umgehen, ich glaube, sie wissen es nicht besser...
Ich kann euch nur erzählen, dass ich 2010 mein SSRI "Pram" bekommen habe, meine Psychiaterin (sehr angesehen in Österreich, privat und mit zusätzlicher Psychotherapieausbildung usw.) hat mich ermutigt damit schwanger zu werden. Sie hat mich fast schon dazu gedrängt und meinte, sie wird mich durch die Schwangerschaft begleiten.
Ich weiß nicht mehr, was in der Packungsbeilage 2010 stand, aber in der aktuellen von 2013 steht ausdrücklich drinnen "auf keinen Fall neben der Schwangerschaft einnehmen", dann folgt eine lange Liste möglicher Komplikationen und danach steht sogar auf keinen Fall damit stillen. Ich bin so froh, der Ärztin wenigstens in diesem Punkt nicht vertraut zu haben!
Ursprüngliche Diagnose 2009/10: Angst- und Panikstörung.
Medikation: Citalopram 20-30mg. 3 Jahre genommen.

3 Monate lang ausgeschlichen (zu schnell!), seit Ende April 2013 medikamentenfrei und im protrahierten Entzug

Nach 6 Monaten kleine Besserung, nach 18 Monaten große Besserung! Nach 2 Jahren gesund.

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Re: Antidepressiva-Einnahme und Schwangerschaft

Beitragvon Dia_HB » Freitag, 05.12.14, 12:20

Im Diazepam weiß ich von jemanden anderen, soll nur gestanden haben mit Absprache des Arztes.
Alles unverantwortlich.


Liebe Grüße Heike
Schmerzpatientin , behandelt mit Diazepam seit 1992 mit anfangs 60 mg Krankenhaus, über Jahre unbewusst bei 10 mg gelandet ,2013 Toleranz entwickelt, Juni 2013 über 10 Monate ausgeschichen mit Doxepin, Januar 2014 Krankenhaus schwere krämpfe Doxepin aprut abgesetzt 37,5mg, 21 Januar durch falsche Diagnose wieder Diazepam Einnahme 25mg Symptome keine Verbesserung, Mai Doxepin dazu 12,5mg und persönliche Veränderung, Euphorie, Vergesslichkeit selber nicht gemerkt.
19 Mai 2014 erneutes ausschleichen Diazepam, Dezember 2014 bei 10,5 mg Diazepam und doxepin 35 mg, Januar 2015 Erhöhung Doxepin 45 mg plus 9,5 mg Diazepam begleitet mit schmerzen Muskeln, Kopf zucken, Verwirrtheit, Koordination weg , Februar ging nichts mehr, zurück auf 37,5mg Doxepin und 7,5 mg Diazepam keine Besserung, versucht durchzuhalten mit 9 mg Diazepam, Arzt besucht Vermutung Krampfschwelle durch Doxepin runter gesetzt, Doxepin auf 0 mg Anweisung vom Arzt, nicht aushaltbar, eindosiert 12,5mg bis hoch auf 30 mg ,erste Krampfanfälle Kopf ,dann richige epileptische Anfälle.
Krankenhaus Diagnose Krampfschwelle unten durch Doxepin.
9 Mai, Doxepin runter, Diazepam hoch ,keine anfälle mehr. Dritter Anlauf des ausschleichens ohne zweites Medikament in kürze.
Nach 14 Monaten wieder stabil ,seit 7 Wochen Dia am ausschleichen. 16.03.2016

Spatzine
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Re: Antidepressiva-Einnahme und Schwangerschaft

Beitragvon Spatzine » Montag, 08.12.14, 14:08

Hallo alle zusammen!

Aus aktuellem Anlas ein Beitrag von mir zum Thema Citalopram absetzen und anschließende Schwangerschaft:


Hallo Mak,

habe gerade gelesen, dass du Citalopram wegen Kinderwunsch absetzen möchtest. Da ich das aktuell auch durch habe, hier ein Tipp von mir: Gib dir und deinem Körper nach dem Zeitpunkt wo du auf Null bist genug Zeit ein Gleichgewicht zu finden. Was nun genug ist, fällt mir schwer zu beurteilen. Aber ich nahm nur 6 Wochen 10mg Citalopram und setzte diese über 2 Wochen ab. Hatte massive Probleme damit. Regelte sich aber wieder nach 2 Woche. Dann nach 3 Wochen ließ ich die Pille weg, mir ging es ja gut und wurde sofort schwanger. Die ersten 3 Monate waren schrecklich für mich. Meine Schwangerschaft begann mit einer komplett schlaflosen Wochen. Alle Symptome waren wieder da (zu dem Zeitpunkt wusste ich nicht das es schon so schnell geklappt hat). Danach ging es mir körperlich nicht gut durch die Schwangerschaft, extreme Übelkeit und Erschöpfung und psychisch hatte ich diese Anspannung und Ängste wieder. Es regelte sich dann zum Glück alles nach den ersten 12 Wochen und heute geht es mir gut.
Aber ich denke ich hätte mir mindestens 6 Monate, wenn nicht sogar ein Jahr gönnen sollen. Hormone haben einfach auch einen riesen Einfluss auf den ganzen Körper. Und wenn man bedenkt wie vielen Frauen es schon schlecht ohne das sie jemals SSRI genommen haben...
Ich möchte dir keine Angst machen, das sollte man aber einfach nicht unterschätzen. Und du bist 30, hast also noch Zeit. Da kommt es auf ein paar Monate oder auch 1 Jahr auch nicht mehr an.

Wünsche dir alle Gute!

Will damit wie gesagt niemandem Angst machen, würde aber persönlich länger warten, wenn ich das gewusst hätte. Muss ja auch nicht jedem so ergehen, aber für meinen Körper war das in Summe in so kurzer Zeit einfach zu viel.
Vorgeschichte: Hörsturz, Herzrasen, Panik und Angstzustände --> Überforderung
Diazepam:
26.05. Diazepam 10mg 5-5-10 Tropfen für 10 Tage, danach ausschleichen
ab 05.06. Diazepam täglich um 1 Tropfen reduziert
15.06. 0-0-1 Tropfen. Absetzerscheinungen: Schlaflosigkeit; tiefe depressive Phasen, stundenweise; starke Angstzustände; Appetitlosigkeit - Symptome wechselten mehrfach täglich
20.06. Nachmittags sind alles Absetzerscheinungen weg und bleiben weg. GESCHAFFT

Citalopram
27.05. morgens die ersten 10 mg, über 6 Wochen genommen
27.05.-01.06. mir ging es extrem schelcht. Gedanken über Selbstmord, Verdauuungsstörungen, komplette Schlaflosigkeit und kaum gegessen. 4 kg abgenommen.
09.07. auf 5mg reduziert; Absetzerscheinungen: 2 Tage extrem. kurz vor Panikattacke; Schlaflosigkeit; Angstzustände; Durchfall
16.07. - 20.07. 2,5mg, mir geht es sehr gut, fühle mich befreit. Hin und wieder Durchfall
21.07. 0mg
bis 24.07. alles super!, dann folgende Symptome: Krankheitsgefühl, Durchfall, Unruhe, Herzrasen, Herzklopfen, Angstgefühlen; teilweise Schlaflosigkeit
02.08. alle Symptome weg

12.08. Absetzen der Antibabypille. Eine Woche später wieder erste Symptome von Angst, Druck auf der Brust. Steigerung bis hin zu Weinerlichkeit und extremen Angstzuständen. Fast 1 Woche schlaflos. Nach knapp 14 Tagen ist alles wieder weg. GESCHAFFT

Kassiopeia
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Re: Antidepressiva-Einnahme und Schwangerschaft

Beitragvon Kassiopeia » Freitag, 02.01.15, 17:30

Ich habe mir gerade auf Youtube die Geschichten zweier Babys angesehen, deren Mütter in der Schwangerschaft Eff*x*r (Venlafaxin) eingenommen haben. Eines ist zwei Stunden nach der Geburt erstickt, das andere mit wenigen Wochen :cry:
Komme grad aus dem heulen nicht raus. So eine :censored: :frust:
Wie kann das bloß sein?

Ja sicher, wissenschaftlich ist dieser Beitrag nicht gerade, aber ich musste das loswerden.

Gut, dass ich mich gegen das Kinderkriegen in meinem Zustand entschieden habe.

Kassiopeia
Diagnose 3/2013: Schwere/mittlere Depression/Burn-Out induzierte D.>>März 2013: Venlafaxin 75 mg>>auf 225 mg
nach Abklingen der NW gut vertragen>>Dezember 2013: Um Tiefs (Schmerzen am ganzen Körper, extreme Schwäche)abzufedern auf 300 mg: stabile Stimmung, jedoch körperlich ständig erschöpft, extrem hohes Schlafbedürfnis und neue NW: "Stöße" am Hinterkopf + kurzzeitig schwankender Gang>>5.2.2014:225 mg Absetzsymptome: Kopfschmerzen, Augenbrennen, Rachenschmerzen, Weinerlichkeit, intensive (auch Angst-) Träume, Nachtschweiß, Kälteschauer, Kribbeln an den Fußsohlen. Positiv: Bin seitdem tagsüber nicht mehr so erschöpft und müde! AS nach etwa drei Wochen abgeklungen>>9.3.2014: Reduktion auf 200 mg. Erst Hochgefühl (manische Phase?) Plötzliche AS nach zehn Tagen: Kopfschmerzen, Augenbrennen, Rachenschmerzen, intensive Träume, Kälteschauer, Tinnitus verstärkt, Müdigkeit, Erschöpfung, Niedergeschlagenheit, Gliederschmerzen, Verspannungen, Pessimismus, Konzentrationsschwäche, Antriebslosigkeit, Gefühl der Überforderung. Dann psychisch eine Besserung, jedoch werden die Krankheitssymptome heftiger: Kopf, Kiefer, Hals, Ohren, Zunge abwechselnd oder gleichzeitig, wechselnd besser und wieder schlechter>>26.4.2014:: 150 mg: Körperliche Schwäche und Gliederschmerzen. Halsschmerzen und Kopfschmerzen abwechselnd. Tinnitus, Müdigkeit. Nach etwa 1 Monat symptomfrei. Dann Tabletten vergessen: Alptraumnacht und massive körperliche Symptome. Wiedereindosiert nach 2 Tagen. Symptome nun wieder wie nach letztem Absetzschritt, mit Ausnahme von Halsschmerzen.
Absetzpause, Reha, Stabilisierung. Neue Diagnose: rezidivierende Depression und somatoforme Schmerzstörung
20.12.2014: Ca. 147,5 mg leichte Absetztsymptome
31.12.2014: Ca. 145 mg die ersten paar Tage nix, dann Schwitzen, Kälteschauer, Gliederschmerzen und Antriebslosigkeit
07.01.2015: Ca. 142,5 mg Schmerzen am ganzen Körper, grippig, morgens total im Eimer
17.01.2015: Ca. 140 mg
19.01: Bakterieller Infekt mit Fieber: Wegen heftiger Muskelzuckungen wieder zurück auf 142,5 mg
02.02. 140 mg
11.02. 137,5 mg
13.03. 132,5 mg
05.04. 127, 5 mg
23.04. 125 mg
27.05. 122,5 mg
10.06. 120 mg
04.08. 117.5 mg
18.08. 115 mg
08.09. 75 mg. hypomanische Phase, Schwitzen, Kälteschauer, Träume, dann Tief mit Traurigkeit, Antriebslosigkeit und Gliederschmerzen.
03.01. 7 Kügelchen weniger
08.02. 10 Kügelchen weniger
28.02. 15 Kügelchen weniger - also bei etwa 70,8 mg
14.03. 20 - etwas zu früh
Umstellung von morgendlicher Einnahme auf abends
2.5. 25 Kügelchen weniger
15.5. 30 Kügelchen
28.5. 35 Kügelchen
20.6. 40 Kügelchen
14.7. 45 Kügelchen
2.8. 55 Kügelchen - der Schritt war anscheinend zu groß. Enorme Erschöpfung und Schmerzen in den Fingern, Händen, Füßen, Oberarmen, Oberschenkeln, Kribbeln im Gesicht, Halsschmerzen. Jeder Schritt ist anstrengend.
1.9. 60 Kügelchen
20.9. 65 Kügelchen
5.10. -70 Kügelchen :schnecke: :o
16.10. -75 K.
30.10. -80 K.
20.11. -85 K.
20.12. -90 K. - immer noch ca. 50mg to go :frust:
weitergemacht in dem Tempo, bis ich gemerkt habe, dass eine vergessene Dosis mir kaum mehr etwas ausgemacht hat, da hab ich dann immer geschwindelt und bin am nächsten Tag deutlich niedriger eingestiegen.
Ab 1.5.2017 Countdown von 70 Kügelchen, jeden Tag eines weniger
1.7.2017 9 Kügelchen to go
10.07.2017 - 0. Ich bin gereizt und weinerlich, meine Muskeln ziehen, es kribbelt und mir schlafen die Gliedmaßen ein

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Re: Antidepressiva-Einnahme und Schwangerschaft

Beitragvon Kassiopeia » Sonntag, 04.01.15, 21:22

Im Beipackzettel für mein Medikament steht sogar ausführlich etwas über PPHN - Persistierende Pulmonale Hypertonie des Neugeborenen:
"Diese Komplikation führt zu einer beschleunigten Atmung und das Kind kann bläulich aussehen. Diese Symptome beginnen normalerweise während der ersten 24 Stunden nach der Geburt. Wenn Sie bei Ihrem Kind derartiges beobachten, müssen Sie sofort Ihre Hebamme oder Ihren Arzt kontaktieren" (http://www.pfizer.de/fileadmin/pfizer.de/documents/gi/Trevilor_retard_GI.pdf)

Laut dem Link von edgar wird Venlafaxin in Bezug auf Schwangerschaft in Kategorie C eingeordnet, was bedeutet keine aussagekräftigen Studien bei Menschen, aber Beeinträchtigung von Föten in Tierversuchen nachgewiesen.

Und noch ein paar nette Ausführungen :sick:

http://www.drugs.com/pregnancy/venlafaxine.html
Diagnose 3/2013: Schwere/mittlere Depression/Burn-Out induzierte D.>>März 2013: Venlafaxin 75 mg>>auf 225 mg
nach Abklingen der NW gut vertragen>>Dezember 2013: Um Tiefs (Schmerzen am ganzen Körper, extreme Schwäche)abzufedern auf 300 mg: stabile Stimmung, jedoch körperlich ständig erschöpft, extrem hohes Schlafbedürfnis und neue NW: "Stöße" am Hinterkopf + kurzzeitig schwankender Gang>>5.2.2014:225 mg Absetzsymptome: Kopfschmerzen, Augenbrennen, Rachenschmerzen, Weinerlichkeit, intensive (auch Angst-) Träume, Nachtschweiß, Kälteschauer, Kribbeln an den Fußsohlen. Positiv: Bin seitdem tagsüber nicht mehr so erschöpft und müde! AS nach etwa drei Wochen abgeklungen>>9.3.2014: Reduktion auf 200 mg. Erst Hochgefühl (manische Phase?) Plötzliche AS nach zehn Tagen: Kopfschmerzen, Augenbrennen, Rachenschmerzen, intensive Träume, Kälteschauer, Tinnitus verstärkt, Müdigkeit, Erschöpfung, Niedergeschlagenheit, Gliederschmerzen, Verspannungen, Pessimismus, Konzentrationsschwäche, Antriebslosigkeit, Gefühl der Überforderung. Dann psychisch eine Besserung, jedoch werden die Krankheitssymptome heftiger: Kopf, Kiefer, Hals, Ohren, Zunge abwechselnd oder gleichzeitig, wechselnd besser und wieder schlechter>>26.4.2014:: 150 mg: Körperliche Schwäche und Gliederschmerzen. Halsschmerzen und Kopfschmerzen abwechselnd. Tinnitus, Müdigkeit. Nach etwa 1 Monat symptomfrei. Dann Tabletten vergessen: Alptraumnacht und massive körperliche Symptome. Wiedereindosiert nach 2 Tagen. Symptome nun wieder wie nach letztem Absetzschritt, mit Ausnahme von Halsschmerzen.
Absetzpause, Reha, Stabilisierung. Neue Diagnose: rezidivierende Depression und somatoforme Schmerzstörung
20.12.2014: Ca. 147,5 mg leichte Absetztsymptome
31.12.2014: Ca. 145 mg die ersten paar Tage nix, dann Schwitzen, Kälteschauer, Gliederschmerzen und Antriebslosigkeit
07.01.2015: Ca. 142,5 mg Schmerzen am ganzen Körper, grippig, morgens total im Eimer
17.01.2015: Ca. 140 mg
19.01: Bakterieller Infekt mit Fieber: Wegen heftiger Muskelzuckungen wieder zurück auf 142,5 mg
02.02. 140 mg
11.02. 137,5 mg
13.03. 132,5 mg
05.04. 127, 5 mg
23.04. 125 mg
27.05. 122,5 mg
10.06. 120 mg
04.08. 117.5 mg
18.08. 115 mg
08.09. 75 mg. hypomanische Phase, Schwitzen, Kälteschauer, Träume, dann Tief mit Traurigkeit, Antriebslosigkeit und Gliederschmerzen.
03.01. 7 Kügelchen weniger
08.02. 10 Kügelchen weniger
28.02. 15 Kügelchen weniger - also bei etwa 70,8 mg
14.03. 20 - etwas zu früh
Umstellung von morgendlicher Einnahme auf abends
2.5. 25 Kügelchen weniger
15.5. 30 Kügelchen
28.5. 35 Kügelchen
20.6. 40 Kügelchen
14.7. 45 Kügelchen
2.8. 55 Kügelchen - der Schritt war anscheinend zu groß. Enorme Erschöpfung und Schmerzen in den Fingern, Händen, Füßen, Oberarmen, Oberschenkeln, Kribbeln im Gesicht, Halsschmerzen. Jeder Schritt ist anstrengend.
1.9. 60 Kügelchen
20.9. 65 Kügelchen
5.10. -70 Kügelchen :schnecke: :o
16.10. -75 K.
30.10. -80 K.
20.11. -85 K.
20.12. -90 K. - immer noch ca. 50mg to go :frust:
weitergemacht in dem Tempo, bis ich gemerkt habe, dass eine vergessene Dosis mir kaum mehr etwas ausgemacht hat, da hab ich dann immer geschwindelt und bin am nächsten Tag deutlich niedriger eingestiegen.
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Re: Antidepressiva-Einnahme und Schwangerschaft

Beitragvon padma » Sonntag, 04.01.15, 21:31

da wird es mir ganz schlecht :vomit:
danke dir, Kassiopeia :)

liebe Grüsse,
padma
Diagnose: somatoforme Schmerzstörung ,Fibromyalgie
seit 2002 Fluoxetin zur Schmerztherapie

Kaltentzug 2012, Wiedereindosierung, schleiche im :schnecke: Tempo aus
Absetzverlauf:
► Text zeigen


1.09.2017: 0,5 mg


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Re: Antidepressiva-Einnahme und Schwangerschaft

Beitragvon Kassiopeia » Sonntag, 04.01.15, 21:38

Aha, schon 2006 davor gewarnt, dann Warnung zurückgenommen und schließlich mussten sie es doch eingestehen.

http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/57224/Antidepressiva-Studie-bestaetigt-PPNH-Risiko-fuer-Neugeborene

Diese :censored: :x
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Absetzpause, Reha, Stabilisierung. Neue Diagnose: rezidivierende Depression und somatoforme Schmerzstörung
20.12.2014: Ca. 147,5 mg leichte Absetztsymptome
31.12.2014: Ca. 145 mg die ersten paar Tage nix, dann Schwitzen, Kälteschauer, Gliederschmerzen und Antriebslosigkeit
07.01.2015: Ca. 142,5 mg Schmerzen am ganzen Körper, grippig, morgens total im Eimer
17.01.2015: Ca. 140 mg
19.01: Bakterieller Infekt mit Fieber: Wegen heftiger Muskelzuckungen wieder zurück auf 142,5 mg
02.02. 140 mg
11.02. 137,5 mg
13.03. 132,5 mg
05.04. 127, 5 mg
23.04. 125 mg
27.05. 122,5 mg
10.06. 120 mg
04.08. 117.5 mg
18.08. 115 mg
08.09. 75 mg. hypomanische Phase, Schwitzen, Kälteschauer, Träume, dann Tief mit Traurigkeit, Antriebslosigkeit und Gliederschmerzen.
03.01. 7 Kügelchen weniger
08.02. 10 Kügelchen weniger
28.02. 15 Kügelchen weniger - also bei etwa 70,8 mg
14.03. 20 - etwas zu früh
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2.5. 25 Kügelchen weniger
15.5. 30 Kügelchen
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20.9. 65 Kügelchen
5.10. -70 Kügelchen :schnecke: :o
16.10. -75 K.
30.10. -80 K.
20.11. -85 K.
20.12. -90 K. - immer noch ca. 50mg to go :frust:
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Re: Antidepressiva-Einnahme und Schwangerschaft

Beitragvon Murmeline » Dienstag, 16.06.15, 10:22

Hallo,

hier noch ein Hinweis auf eine Studie, erschienen am 31. Oktober 2012 online bei Human Reproduction:

Zusammenfassung/Artikelreview hier:
http://medicalxpress.com/news/2012-10-s ... nancy.html

Studiendesign: Literaturrecherche

Ergebnisse in Kurzform
"First, there is clear and concerning evidence of risk with the use of the SSRI antidepressants by pregnant women, evidence that these drugs lead to worsened pregnancy outcomes. Second, there is no evidence of benefit, no evidence that these drugs lead to better outcomes for moms and babies. And third, we feel strongly that patients, obstetrical providers, and the public need to be fully aware of this information."

1. Es gibt ein klares und besorgniserregndes Risiko SSRI in der Schwangerschaft zu nehmen, diese Medikamente führen zu verschlechternden Ergebnissen
2. Es gibt keinen Beweis für den Nutzen, weder für die Mutter, noch für das Kind.
3. Darüber sollten Patienten,Ärzte und die Öffentlichkeit informiert und aufmerksam gemacht werden.

Over the last 20 years antidepressant usage has increased 400 percent. Antidepressants are now the most commonly prescribed medication in the United States for people between 18 and 44 years of age, the childbearing years for most women.

In den letzten 20 Jahren ist in den USA die Verschreibung von ADs um 400% angewachsen. Es sind das meistverschriebenen medikamente bei Frauen im gebährfähigen Alter.

studies consistently show that women using antidepressants experience increased rates of miscarriage. There is also a strong signal of congenital abnormalities, the most noted of which is the association between the use of the antidepressant, Paxil, and cardiac defects. In 2005, this association prompted the FDA to ask Paxil's manufacturer, GlaxoSmithKline to change Paxil's risk factor from a C to a D, where a D rating indicates a demonstrated risk to the fetus.

Die Studien zeigen durchgehend, dass bei Frauen, die ADs nehmen, Fehlgeburten erhöht sind. Es gibt starke Anzeichen für Geburtsfehler, besonders in Bezug auf Paroxetin und Herzfehler. 2005 hat diese Verbindung dazu geführt, dass die FDA GlaxoSmithKline aufgefordert hat, das Risiko von Paroxetin von C auf D abzuändern (D bedeutet bewiesene Risiken für den Fötus).

Frühgeburten seien unter AD-Einnahme häufiger, was natürlich wiederrum kurz und langfristige Gesundheitsprobleme für das Kind bedeute.
Nach der Geburt verlieren die Kinder mehr und schneller an gewicht als die üblichen 10% Gewichtsverlust bei gesunden Kindern.
Das Risiko für Bluthochdruck und Präeklampsie (Schwangerschaftsvergiftung) steigt, und damit auch die Häufigkeit weitere Erkrankungen bei Mutter und Kind. Das Risiko für Anpassungsstörungen beim Kind steigt (Schreibaby, Zitteranfälle, Stillprobleme), ebenso wie für spätere motorische Entwicklungsverzögerungen.

Von allen alternativen Behandlungsmöglichkeiten (statt ADs) schneidet die Verhaltenstehrapie in der Schwangerschaft am besten ab, hilfreich sind ebenfalls Entspannungsübungen, Akkupunktur, Yoga und Nahrungsergänzungsmittel
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Dein Behandler nimmt Absetzproblematik nicht ernst? Das geht anderen auch so, siehe hier
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Re: Antidepressiva-Einnahme und Schwangerschaft

Beitragvon Oliver » Dienstag, 16.06.15, 15:41

Hallo,

ich weiß - ich erwähne das im Moment an vielen Stellen, aber es ist eben einfach so: auch hier hat David Healy in seinem letzten Buch (Pharmageddon) schon vor einigen Jahren die Alarmglocke geläutet, dass die Verschreibungsrate trotz des bereits vorhandenen Wissens um die Risiken von SSRI und Co. in der Schwangerschaft steil nach oben geht. Wer wissen möchte, warum solche gefährlichen Entwicklungen in der Medizin überhaupt möglich (und aufgrund des bestehenden Systems auch unvermeidbar) sind, dem kann ich dieses Buch nur wärmstens empfehlen. Ich wünschte, es gäbe eine deutsche Übersetzung, aber leider ist es nur auf englisch erschienen :(

Alles Gute
Oliver

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Re: Antidepressiva-Einnahme und Schwangerschaft

Beitragvon Murmeline » Mittwoch, 17.06.15, 8:46

Traurige Welt

In Amerika klagte eine Familie gegen die Pharmafirma Pfizer. Das Kind Mia kam mit einer schweren und dauerhaften Fehlbildung auf die Welt (Herzfehler). Die Mutter macht das Psychopharmakon Setralin (Wirkstoff Zoloft) dafür verantwortlich. Die Klage vom 11. Juli 2011 lautet, dass die Verantwortlichen absichtlich und aus Profitinteresse in den Patienteninformationen nicht ausreichend auf die (dem Unternehmen wohl bekannten) Risiken für Geburtsfehler hingewiesen hätten. Es ist die zweite Klage dieser Art gegen Pfizer, die erste fand vor dem state-court jury in St. Louis statt, eine Familie klagte, weil der Sohn drei Herzoperationen hatte und einen Herzschrittmacher brauchte. Pfizer hatte dieses erste Gerichtsverfahren bereits gewonnen

Nach Klageeingang der Familie von Mia stellte Pfizer einen Klagabweisungsantrag. Die Klägerfamilie stellt einen Antrag auf Untersuchungshaft. Lange ging es also erstmal nur darum, ob ein Gerichtsverfahren stattfindet. Schließlich wird die Verhandlung 2015 beim Court of CommonPleas of Philadelphia County eröffnet.

Im Verfahren gibt es folgende Beweisanträge
Ein Pfizer Inc. interner Bericht zeigt, dass eine ehemalige Mitarbeiterin (Francesca Kolitsopoulous) die Führungskräfte im vergangenen Jahr (2014) über eine mögliche Verbindung zwischen dem Antidepressivum Zoloft und Geburtsdefekte hinwies. "Obwohl die Risiken für bestimmte Geburtsfehler erhöht zu sein scheinen, sind diese Geburtsfehler allerdings selten und das absolute Risiko ist gering " sagte sie. Trotzdem schlug sie Änderungen zu den Sicherheitswarnung für das Medikament vor.
Pfizer wiedersprach, dass es kausale Zusammenhänge gäbe und erklärte, dieser Bericht sei aus dem Kontext gerissen wurden.

Es wurde eine Pfizer-Studie von 1998 vorgelegt, in der die forschenden Mitarbeiter von Pfizer in mehr als einem Dutzend Fälle eine Zusammenhang zwischen Zoloft und Geburtsfehler nicht aussschließen konnten.
Pfizer erklärte, der Kläger würde nur einzelne handverlesene Punkte aus der Studie rauspicken und sich nicht auf die zusammenfassenden Schlußfolgerungen beziehen und so Fehlinterpretation machen (die Schlußfolgerungen des Reports legen natürlich nahe, dass insgesamt alles nicht so tragisch sei).

Pfizer brachte vor, dass auch letzte Einreichungen bei amerikanischen und europäischen Gesundheitsaufsichtsbehörden das Unternehmen in der Behauptung unterstützen würde, dass keine glaubwürdige Verbindung zwischen Zoloft und Geburtsfehlern festgestellt werden könne.

Pfizer hat das Gerichtsverfahren von Mias Familie gewonnen mit der Begründung, dass die Medikamentinformationen bereits angemessene Warnung für Ärzte beinhalte. Die Formulierung dort lautet übrigens: Der Arzt solle die Vorteile der Verwendung der Mittel gegen die Risiken in der Schwangerschaft vor der Verschreibung abwägen.

"Obwohl wir große Sympathie für eine Familie haben, die von Geburtsschäden betroffen ist, bestätigt dieses Urteil, dass die Zoloft-Medikamenteninformationen angemessene, wissenschaftlich fundierte Informationen über die Vorteile und Risiken der Medizin enthält", erklärte Pfizer Sprecherin Neha Wadhwa in einer E-Mail.

Laut Presseberichten gibt es derzeit 1000 Klageeingänge gegen Pfizer zu diesem Thema - und die zwei bisher verhandelten haben sie schon gewonnen, d.h. für die nachfolgenden Klagen wird es noch schwerer.

http://www.paed.uscourts.gov/documents/ ... d1314p.pdf
http://www.bloomberg.com/news/articles/ ... efect-link
http://www.bidnessetc.com/45148-pfizer- ... ant-zolof/
http://www.madinamerica.com/2015/06/int ... fect-link/
http://www.bloomberg.com/news/articles/ ... th-defects
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Re: Antidepressiva-Einnahme und Schwangerschaft

Beitragvon Jamie » Donnerstag, 29.10.15, 17:06

ein weiterer Artikel zu Verwendung von AD (SSRI) in der Schwangerschaft:

http://www.madinamerica.com/2014/12/ant ... says-safe/
...........SIGNATUR...............


:arrow: Eure Mithilfe ist gefragt - wer benutzt die Wasserlösemethode?


:!: mein Erfahrungsbericht (AD absetzen / erzwung. Kaltentzug / SSRI / Akathisie): viewtopic.php?f=51&t=12478


Meine PN-Funktion ist deaktiviert. Ich danke für euer Verständnis.

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Re: Antidepressiva-Einnahme und Schwangerschaft

Beitragvon Murmeline » Samstag, 14.11.15, 22:19

Eine aktuelle Studie zusammengefasst auf Mad in Americazu den Auswirkungen von SSRI und SSRI/Benzos auf das Kind. In dieser Studie konzentriert auf vier Wochen nach der Geburt.
Infants exposed to SSRIs and benzodiazepines during pregnancy show impaired neurological functioning in the first month after birth, according to a new study published in the American Journal of Psychiatry. While infants exposed to SSRIs alone showed neurobehavioral effects throughout the first month, those exposed to an SSRI and a benzodiazepine had more significant problems.

http://www.madinamerica.com/2015/11/ssr ... n-infants/
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