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Grundlagen-Artikel Absetzsyndrom

Eine Sammlung von Artikeln, die über wissenschaftliche, politische und wirtschaftliche Hintergründe der Behandlung von seelischen Leiden mit Psychopharmaka berichten.
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Grundlagen-Artikel Absetzsyndrom

Beitrag von Murmeline » Freitag, 27.03.15, 12:16

Carlotta hat mit mir Kontakt aufgenommen und einen wichtigen Hinweis zu einem interessanten Artikel gegeben (an dieser Stelle herzliche Grüße an alle von ihr!).
Danke, Carlotta!

Der Artikel ist aus Psychology Today von 2011 (auf englisch) und beschäftigt sich mit dem Absetzsyndrom/Absetzproblematiken.
EDIT: Die Übersetzung des Artikels findet sich hier: http://www.adfd.org/austausch/viewtopic ... 09#p116409

Der Autor Christopher Lane hat ein Buch namens Shyness: How Normal Behavior Became a Sickness (etwa Schüchternheit: Ein Persönlichkeitsmerkmal wird zur Krankheit) geschrieben, und sich in dem Zusammenhang auch mit einer Handreichung von GlaxoSmithKline (Hersteller von Paxil/Paroxetin) auseinandergesetzt, in der der Hersteller selbst "Einstellungsprobleme" (letztendlich euphemistisch für massive Nebenwirkungen und auch Absetzprobleme) zugeben.

Im Artikel Antidepressant Withdrawal Syndrome (Absetzsyndrom durch Antidepressiva) stellt Lane Studien vor, die zeigen, wie viele Menschen Probleme beim Absetzen haben, auch wenn die Pharmaindustrie das nicht gerne hört (obwohl sie es letztendlich selber weiß). In seinem Buch und im Artikel selbst kommt auch "Kate"- auch bekannt als "Altostrata" - zu Wort. Sie ist die Gründerin des amerikanischen Forum Surviving Antidepressants - ebenfalls ein Forum von und für Betroffene, wie das ADFD in Deutschland.

Es gibt im Artikel auch wichtige Hinweise von Forschern, die sich mit den Langzeitwirkungen von ADs beschäftigen und die deutlich machen, dass Absetzprobleme häufig vorkommende klinische Probleme sind, denen noch nicht ausreichend Beachtung geschenkt wird.

Reinlesen lohnt sich auf jeden Fall.
https://www.psychologytoday.com/blog/si ... l-syndrome


EDIT Ergänzung weitere Artikel:


Hier eine wissenschaftliche Abhandlung zu Betroffenenberichten, die sich im Internet finden lassen - mit sehr interessanten und vielsagenden Statements. Patient Online Report of Selective Serotonin Reuptake Inhibitor-Induced Persistent Postwithdrawal Anxiety and Mood Disorders aus der Zeitschrift Psychotherapy and Psychosomatic:
http://www.karger.com/Article/Pdf/341178

Deutsche Übersetzung einer Zusammenfassung des Artikels: viewtopic.php?p=170941#p170941

Zum Thematik Entzugssymptome ein Artikel Withdrawal Symptoms after Selective Serotonin Reuptake Inhibitor Discontinuation: A Systematic Review von Fava et.al., Januar 2015, aus der Zeitschrift Psychotherapy and Psychosomatics:
http://www.karger.com/DOI/10.1159/000370338
Die Autoren beschrieben - nach der Auswertung von 15 Studien - man sollte zukünftig von "withdrawal syndrome" und nicht länger von "discontinuation syndrome" sprechen.
Despite the limited literature available, the results of this systematic review indicate that withdrawal symptoms may occur with any type of SSRI (citalopram, escitalopram, fluoxetine, fluvoxamine, paroxetine, and sertraline), even though they are exceedingly more frequent with paroxetine.

Clinicians are familiar with the withdrawal phenomena that may occur from alcohol, benzodiazepines, barbiturates, opioids, and stimulants [96]. The results of this review indicate that they need to add SSRI to the list of drugs potentially inducing withdrawal phenomena. The term ‘discontinuation syndrome' minimizes the vulnerabilities induced by SSRI and should be replaced by ‘withdrawal syndrome'.

Und Nielsen (mit Goetzsche) kamen schon 2012 im Artikel What is the difference between dependence and withdrawal reactions? A comparison of benzodiazepines and selective serotonin re-uptake inhibitors zum selben Schluss. http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/21992148

Schlußfolgerung des Artikels:
Withdrawal reactions to selective serotonin re-uptake inhibitors appear to be similar to those for benzodiazepines; referring to these reactions as part of a dependence syndrome in the case of benzodiazepines, but not selective serotonin re-uptake inhibitors, does not seem rational.
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Re: Grundlagen-Artikel Absetzsyndrom

Beitrag von Kassiopeia » Montag, 30.03.15, 21:29

Liebe Murmeline, :)

ich hoffe es ist in Ordnung, wenn ich mich hier anschließe und auch noch zwei Beschreibungen des Absetzsyndroms hinzufüge.

http://de.academic.ru/dic.nsf/dewiki/2569153

http://www.arznei-telegramm.de/zeit/0311_a.php3


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Diagnose 3/2013: Schwere/mittlere Depression/Burn-Out induzierte D.>>März 2013: Venlafaxin 75 mg>>auf 225 mg
nach Abklingen der NW gut vertragen>>Dezember 2013: Um Tiefs (Schmerzen am ganzen Körper, extreme Schwäche)abzufedern auf 300 mg: stabile Stimmung, jedoch körperlich ständig erschöpft, extrem hohes Schlafbedürfnis und neue NW: "Stöße" am Hinterkopf + kurzzeitig schwankender Gang>>5.2.2014:225 mg Absetzsymptome: Kopfschmerzen, Augenbrennen, Rachenschmerzen, Weinerlichkeit, intensive (auch Angst-) Träume, Nachtschweiß, Kälteschauer, Kribbeln an den Fußsohlen. Positiv: Bin seitdem tagsüber nicht mehr so erschöpft und müde! AS nach etwa drei Wochen abgeklungen>>9.3.2014: Reduktion auf 200 mg. Erst Hochgefühl (manische Phase?) Plötzliche AS nach zehn Tagen: Kopfschmerzen, Augenbrennen, Rachenschmerzen, intensive Träume, Kälteschauer, Tinnitus verstärkt, Müdigkeit, Erschöpfung, Niedergeschlagenheit, Gliederschmerzen, Verspannungen, Pessimismus, Konzentrationsschwäche, Antriebslosigkeit, Gefühl der Überforderung. Dann psychisch eine Besserung, jedoch werden die Krankheitssymptome heftiger: Kopf, Kiefer, Hals, Ohren, Zunge abwechselnd oder gleichzeitig, wechselnd besser und wieder schlechter>>26.4.2014:: 150 mg: Körperliche Schwäche und Gliederschmerzen. Halsschmerzen und Kopfschmerzen abwechselnd. Tinnitus, Müdigkeit. Nach etwa 1 Monat symptomfrei. Dann Tabletten vergessen: Alptraumnacht und massive körperliche Symptome. Wiedereindosiert nach 2 Tagen. Symptome nun wieder wie nach letztem Absetzschritt, mit Ausnahme von Halsschmerzen.
Absetzpause, Reha, Stabilisierung. Neue Diagnose: rezidivierende Depression und somatoforme Schmerzstörung
20.12.2014: Ca. 147,5 mg leichte Absetztsymptome
31.12.2014: Ca. 145 mg die ersten paar Tage nix, dann Schwitzen, Kälteschauer, Gliederschmerzen und Antriebslosigkeit
07.01.2015: Ca. 142,5 mg Schmerzen am ganzen Körper, grippig, morgens total im Eimer
17.01.2015: Ca. 140 mg
19.01: Bakterieller Infekt mit Fieber: Wegen heftiger Muskelzuckungen wieder zurück auf 142,5 mg
02.02. 140 mg
11.02. 137,5 mg
13.03. 132,5 mg
05.04. 127, 5 mg
23.04. 125 mg
27.05. 122,5 mg
10.06. 120 mg
04.08. 117.5 mg
18.08. 115 mg
08.09. 75 mg. hypomanische Phase, Schwitzen, Kälteschauer, Träume, dann Tief mit Traurigkeit, Antriebslosigkeit und Gliederschmerzen.
03.01. 7 Kügelchen weniger
08.02. 10 Kügelchen weniger
28.02. 15 Kügelchen weniger - also bei etwa 70,8 mg
14.03. 20 - etwas zu früh
Umstellung von morgendlicher Einnahme auf abends
2.5. 25 Kügelchen weniger
15.5. 30 Kügelchen
28.5. 35 Kügelchen
20.6. 40 Kügelchen
14.7. 45 Kügelchen
2.8. 55 Kügelchen - der Schritt war anscheinend zu groß. Enorme Erschöpfung und Schmerzen in den Fingern, Händen, Füßen, Oberarmen, Oberschenkeln, Kribbeln im Gesicht, Halsschmerzen. Jeder Schritt ist anstrengend.
1.9. 60 Kügelchen
20.9. 65 Kügelchen
5.10. -70 Kügelchen :schnecke: :o
16.10. -75 K.
30.10. -80 K.
20.11. -85 K.
20.12. -90 K. - immer noch ca. 50mg to go :frust:
weitergemacht in dem Tempo, bis ich gemerkt habe, dass eine vergessene Dosis mir kaum mehr etwas ausgemacht hat, da hab ich dann immer geschwindelt und bin am nächsten Tag deutlich niedriger eingestiegen.
Ab 1.5.2017 Countdown von 70 Kügelchen, jeden Tag eines weniger
1.7.2017 9 Kügelchen to go
10.07.2017 - 0. Ich bin gereizt und weinerlich, meine Muskeln ziehen, es kribbelt und mir schlafen die Gliedmaßen ein

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Re: Grundlagen-Artikel Absetzsyndrom

Beitrag von Murmeline » Montag, 30.03.15, 21:39

Find ich super, danke!

Grundlagen-Artikel - das können ja locker mehrere oder auch viele sein :)
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Re: Grundlagen-Artikel Absetzsyndrom

Beitrag von Kassiopeia » Montag, 30.03.15, 22:31

Liebe Murmeline,

danke, dass du das so siehst. Einen habe ich noch, dann ist aber Schluss :wink:

Ich mag den Titel: "The long goodbye"

http://www.amednews.com/article/2009030 ... 3099976/4/

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Absetzpause, Reha, Stabilisierung. Neue Diagnose: rezidivierende Depression und somatoforme Schmerzstörung
20.12.2014: Ca. 147,5 mg leichte Absetztsymptome
31.12.2014: Ca. 145 mg die ersten paar Tage nix, dann Schwitzen, Kälteschauer, Gliederschmerzen und Antriebslosigkeit
07.01.2015: Ca. 142,5 mg Schmerzen am ganzen Körper, grippig, morgens total im Eimer
17.01.2015: Ca. 140 mg
19.01: Bakterieller Infekt mit Fieber: Wegen heftiger Muskelzuckungen wieder zurück auf 142,5 mg
02.02. 140 mg
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04.08. 117.5 mg
18.08. 115 mg
08.09. 75 mg. hypomanische Phase, Schwitzen, Kälteschauer, Träume, dann Tief mit Traurigkeit, Antriebslosigkeit und Gliederschmerzen.
03.01. 7 Kügelchen weniger
08.02. 10 Kügelchen weniger
28.02. 15 Kügelchen weniger - also bei etwa 70,8 mg
14.03. 20 - etwas zu früh
Umstellung von morgendlicher Einnahme auf abends
2.5. 25 Kügelchen weniger
15.5. 30 Kügelchen
28.5. 35 Kügelchen
20.6. 40 Kügelchen
14.7. 45 Kügelchen
2.8. 55 Kügelchen - der Schritt war anscheinend zu groß. Enorme Erschöpfung und Schmerzen in den Fingern, Händen, Füßen, Oberarmen, Oberschenkeln, Kribbeln im Gesicht, Halsschmerzen. Jeder Schritt ist anstrengend.
1.9. 60 Kügelchen
20.9. 65 Kügelchen
5.10. -70 Kügelchen :schnecke: :o
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30.10. -80 K.
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Ab 1.5.2017 Countdown von 70 Kügelchen, jeden Tag eines weniger
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Re: Grundlagen-Artikel Absetzsyndrom

Beitrag von Murmeline » Mittwoch, 01.04.15, 11:21

Hallo Moderatoren,

macht es ggf. Sinn diesen Artikel unter Hintergrundinformationen über Psychopharmaka zu packen?
Oder irgendwohin, damit er hier im Diskussionsthread nicht untergeht?

Wie seht Ihr das?

Grüße Murmeline
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Re: Grundlagen-Artikel Absetzsyndrom

Beitrag von Oliver » Mittwoch, 01.04.15, 12:40

Moin,

ich schiebe den jetzt mal da hin, bis er dann aufbereitet auf der neuen Webseite landet.

Alles Gute
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Re: Grundlagen-Artikel Absetzsyndrom

Beitrag von padma » Mittwoch, 01.04.15, 13:45

hallo zusammen, :)

der verlinkte Wikipediaartikel ist mit Vorsicht zu geniessen, da einiges nicht zutreffend bzw. empfehlenswert ist. Mein Vorschlag ist, nur das Brauchbare, z.B, Symptomliste mit Quelle versehen hier reinzukopieren, den link aber rauszunehmen.

Kassiopeia :) , bist du damit einverstanden?

liebe Grüsse,
padma
Diagnose: somatoforme Schmerzstörung ,Fibromyalgie
seit 2002 Fluoxetin zur Schmerztherapie

Quasi - Kaltentzug 2012, Wiedereindosierung, schleiche im :schnecke: Tempo aus
Absetzverlauf:
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6.05.2018: 0,275 mg :schnecke:


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Re: Grundlagen-Artikel Absetzsyndrom

Beitrag von perseverance » Dienstag, 05.05.15, 17:23

Ich habe die Studie von Christopher Lane gelesen und war erschrocken über die enorme Zahl der Antidepressiva-nehmenden Menschen in Amerika "one in ten Americans ... 'ingests'" Antidepressiva (ca. 4 Absatz von unten, Z. 3).

Kann das sein? Und wie sieht die Zahl in Deutschland oder Europa aus?

Die westliche Welt muss Grundlegendes ändern. Bald sind wir gänzlich so wie die glücklich hirntoten Menschen aus "Fahrenheit 451" (ein Roman aus den 1950ern).
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Symptome, Diagnose: Hörsturz September 2012; "Burnout", seither einseitig taub mit Tinnitus, 5 - 6 Monate krankgeschrieben, Beginn Einnahme Venlafaxin 75mg;
Medikament:
Venlafaxin[/b] 75 mg
Absetzverlauf:
1. Absetzversuch:
5. Mai 2013 im 4- bis 6-Wochen-Abstand herunterdosiert von 75mg >> ; 37,5 mg erreicht am 7.4.14
Absetzerscheinungen: wechselnd, aber nach jedem Absetz-Schritt Muskelkater in den Beinen. Wechselnd begleitet von Blähungen und manchmal Durchfall; große Müdigkeit, psychische Labilität. Nach 1 Woche meist wieder stabil gewesen.
25.5.2014: Venlafaxin wieder hochgesetzt auf 75 mg nach Trennung vom Partner
2. Absetzversuch:
Absetzerscheinungen: wie beim ersten Absetzversuch.
30.08.2014 von 75 mg stufenweise abdosiert ...
30.3.15 45mg > 37,5 mg; 25.4.15 > 34 mg;
1.12.2015: bei 18 mg angekommen.
14.2.2016: auf 15 mg reduziert
28.3.2016: auf ca. 13,5 mg reduziert
1.5.2016: auf ca. 12,8 mg reduziert
5.6.2016: auf ca. 12 mg reduziert = 36 Kügelchen
18.7.2016 runter auf 33 Kügelchen
10.10.16 runter auf 26 Kügelchen = ca. 8mg
13.1.17 in Minischritten von 2 Kügelchen weiter runter auf 13 Kügelchen = ca. 4,2 mg
5.5.2017 immer weiter halbe Milligramm runter bis auf 8 Kügelchen = ca. 2 mg
Anfang Juni 2017: 0 mg erreicht! Der letzte Schritt war also von ca. 1,5 mg auf NULL.
5.7.2017 weiterhin auf NULL :)
1.1.2018 weiterhin auf Null, psychisch ok, 3-4 mal/Woche plötzliche Muskelschmerzen in den Beinen

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Re: Grundlagen-Artikel Absetzsyndrom

Beitrag von Murmeline » Dienstag, 05.05.15, 17:46

Hallo!

Hier mal ein Artikel zum OECD- Studie 2013
Der Blick auf eine aktuelle OECD-Studie zeigt, dass ungeachtet der kritischen Debatten Ärzte in reichen Ländern Antidepressiva offenbar immer häufiger verschreiben. Der Trend ist eindeutig: Laut dem neuen OECD-Report "Health at a Glance 2013" ("Gesundheit auf einem Blick"), der am Donnerstag in London veröffentlicht wird, ist der Gebrauch von Antidepressiva in den meisten OECD-Ländern in den vergangenen zehn Jahren dramatisch angestiegen. In manchen Ländern, so der Bericht, werde inzwischen mehr als einem von zehn Erwachsenen ein Antidepressivum verschrieben.

Island, Australien und Kanada führen die Tabelle an. So wurden 2011 in Island etwa hundert Dosen je 1000 Einwohner pro Tag verschrieben. 2000 waren es dagegen nur etwa 70. Auch in Deutschland hat sich die Zahl der Verschreibungen deutlich erhöht: von knapp über 20 Tagesdosen je 1000 Einwohner im Jahr 2000 auf 50 Tagesdosen je 1000 Einwohner in 2011. Damit liegt Deutschland aber unter dem OECD-Durchschnitt, der 2011 56 Tagesdosen pro 1000 Einwohner betrug.
Die Autoren des OECD-Reports vermuten, dass der Anstieg unter anderem dadurch erklärt werden könne, dass Ärzte Antidepressiva immer häufiger im Falle einer milden Depression verschreiben. Ein umstrittenes Verhalten, denn in den vergangenen Jahren kamen einige Studien zu dem Ergebnis, dass Antidepressiva bei leichten bis mittelschweren Verstimmungen kaum besser wirken als ein Scheinmedikament. Betroffene, so die Kritiker, würden so unnötigen Risiken ausgesetzt. Dazu zählt paradoxerweise zum Beispiel, dass Antidepressiva das Risiko für einen Suizid erhöhen können.

Einigkeit, ob Antidepressiva auch schon bei leichten bis mittelschweren Verstimmungen eingesetzt werden sollen, herrscht also nicht. Befürworter bemängeln das Design der kritischen Studien. Konsens herrscht lediglich darüber, dass in jedem Fall der Nutzen gegenüber den Risiken sorgfältig abgewogen werden sollte - das empfehlen auch die aktuellen Versorgungsleitlinien in Deutschland.
Laut OECD-Report könnte auch die Finanzkrise einen Einfluss auf den steigenden Gebrauch von Antidepressiva haben. Hinweise darauf geben Studien, wie etwa jene von chinesischen Forschern, die vor kurzem die Daten zu Suizidraten aus 54 Ländern ausgewertet hatten: Demnach gibt es einen statistischen Zusammenhang zwischen dem Anstieg der Suizidraten und dem Ausmaß der Arbeitslosigkeit in den jeweiligen Ländern. Zudem sind laut OECD-Report die Verschreibungsraten von Antidepressiva in Ländern wie Spanien und Portugal, die schwer von der Wirtschaftskrise getroffen wurden, in den vergangenen Jahren um 20 Prozent gestiegen.

Eine alleinige Erklärung für den Trend ist die Finanzkrise jedoch nicht: So ist der Gebrauch von Antidepressiva in Deutschland, das weniger stark davon betroffen war, zwischen 2007 und 2011 viel drastischer gestiegen - um 46 Prozent.
Ich könnte heulen, denn die Deutsche Depressionsstiftung darf natürlich auch wieder etwas sagen
"Aus vielfältigen Gründen suchen sich depressiv Erkrankte keine professionelle Hilfe." Von vielen Ärzten werde die Diagnose, die sich häufig hinter körperlichen Beschwerden verstecke, nicht gestellt. Und wegen Bedenken und Vorurteilen gegenüber Antidepressiva lehnten viele Patienten die Medikamente ab.

Die Zunahme der Diagnosehäufigkeit depressiver Erkrankungen, so die Stiftung, sei daher ein erwünschtes Phänomen - ebenso wie die Zunahme der pharmako- und psychotherapeutischen Behandlungen. Es sei weder Ausdruck einer generellen Zunahme der Fälle von Depressionen noch einer Überversorgung.

Vielmehr könnte der Anstieg des Antidepressiva-Gebrauchs dadurch erklärt werden, "dass mehr depressiv Erkrankte sich Hilfe holen und diese auch erhalten", schreibt die Stiftung. "Da neunzig Prozent vor dem Hintergrund einer psychiatrischen Erkrankung erfolgen, dürfte diese Entwicklung ein Hauptgrund für den sensationellen Rückgang der Suizidraten liegen." Vor 30 Jahren wurden 18.000 Suizide jährlich verzeichnet - heute sind es noch etwa 10.000 pro Jahr.
http://www.spiegel.de/gesundheit/diagno ... 34761.html
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Re: Grundlagen-Artikel Absetzsyndrom

Beitrag von Murmeline » Dienstag, 05.05.15, 18:08

Dazu nochmal der Querverweis hierhin, Thema ADs würden die Häufigkeit von Suizid verhindern:
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Re: Grundlagen-Artikel Absetzsyndrom

Beitrag von Murmeline » Donnerstag, 04.06.15, 10:18

ich habe den ersten Beitrag ergänzt um folgende Punke:

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http://www.karger.com/DOI/10.1159/000370338
Die Autoren beschrieben - nach der Auswertung von 15 Studien - man sollte zukünftig von "withdrawal syndrome" und nicht länger von "discontinuation syndrome" sprechen.

Und Nielsen (mit Goetzsche) kamen schon 2012 zum selben Schluss. http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/21992148
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Re: Grundlagen-Artikel Absetzsyndrom

Beitrag von Murmeline » Donnerstag, 04.06.15, 12:48

Das sind die Symptome die der Artikel von Fava et.al. nennt (rein auf Studien-Recherchebasis)
- hier im ADFD sind ja aus Betroffenensicht noch mehr Symptome bekannt.
http://www.antidepressiva-absetzen.de/Stufe_3.html
(Sollte auch mal wieder aktualisiert werden!)

Immerhin nennt der Artikel auch kognitive, affektive und psychotische Symptome - das machen z.B. die Hersteller in den Beipackzetteln oder in den Fachinformationen bisher nicht!

Quelle: Withdrawal Symptoms after Selective Serotonin Reuptake Inhibitor Discontinuation: A Systematic Review von Dr. Giovanni Fava et.al., Januar 2015, aus der Zeitschrift Psychotherapy and Psychosomatics: http://www.karger.com/DOI/10.1159/000370338

Übersetzung Murmeline:

Allgemein: Grippeähnliche Zustände, Erschöpfung, Schwäche, Müdigkeit, Kopfschmerzen, Herzrasen, Atemnot

Gleichgewicht: Instabilität beim Gehen, überschüssige Bewegungen, Schwindel, Benommenheit, Taumel

Sonsorisch: Sensibilitätsstörungen, Stromschläge, Muskelschmerzen, Nervenschmerzen, Tinitus, veränderte Geschmacksempfindungen, Juckreiz

Visuell: Veränderungen im Sehen, Sehprobleme

Neuromotorisch: Zittern, Schüttelkrampf, unkontrollierte Bewegungen, Muskelstarre, Muskelschmerzen, Taubheitsgefühle

auf die Gefäßnerven bezogen: Schwitzen, Erröten, Schüttelfrost

Schlaf: Schlaflosigkeit, sehr unruhige Träume, Albträume, starkes Tagesschlafbedürfniss,Teilnamslosigkeit

Magen-Darm: Übelkeit/Brechreiz, Erbrechen, Durchfall, Appetitlosigkeit, Bauchschmerzen

psychisch: Angst, Unruhe, Anspannung, Panik, Depressionen, Verstärkung suizidialer Tendenzen, Reizbarkeit, Impulsivität, Aggressionen, Ärger, Weinanfälle, Stimmungsschwankungen, Depersonalisierung, Derealisation

Psychotisch: optische und akkustische Halluzinationen

kognitiv: Verwirrtheit, Konzentrationsschwäche, Erinnerungsverlust

Sexuell: Hypersensibilität, Frühzeitiger Samenerguss
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Re: Grundlagen-Artikel Absetzsyndrom

Beitrag von Murmeline » Donnerstag, 04.06.15, 13:35

Noch eine Anmerkung:
Gradual tapering does not eliminate the risk of withdrawal reactions. Indeed, a significant advantage of gradual tapering compared to abrupt discontinuation did not emerge. Symptoms typically occur within a few days from drug discontinuation and last a few weeks, also with gradual tapering. However, many variations are possible, including late onset and/or longer persistence of disturbances. Bhanji et al. [59] and Fava et al. [50] documented the persistence of symptoms up to 1 year following paroxetine discontinuation. Belaise et al. [62] described 3 cases of what they defined as ‘persistent post-withdrawal disorders induced by paroxetine'
Also langsames Ausschleichen würde das Risiko von Absetzproblemen nicht eliminieren und es gäbe auch keinen großen Unterschied im Hinblick auf direktes Absetzen. Entzugssymptome würden ein paar Wochen anhalten, wobei es auch Unterschiede gäbe und diese auch langanhaltend sein könnten. Es wird ein Beispiel von einem Jahr genannt und 3 Fälle von Langzeitentzugssyndromen.

Ich hab jetzt noch nicht nachgelesen, was "langsames" Ausschleichen hier genau bedeutet (typischerweise wären das maximal 4 Wochen, das gilt ja schon als langsam). Und viele Beispiele hier zeigen, dass es eben nach ein paar Wochen Symptomen nicht getan ist - im Gegenteil, oft ging es Mitglieder hier nach dem Absetzen erst wochen- oder auch monatelang gut, bevor zeitverzögert den Einbruch kam.
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Re: Grundlagen-Artikel Absetzsyndrom

Beitrag von MorulaMyomatosus » Freitag, 17.07.15, 21:16

Hallo,

ich weiß nicht, ob mein Beitrag hier hinpasst, aber es ist mir sehr wichtig!
Murmeline hat geschrieben:Und viele Beispiele hier zeigen, dass es eben nach ein paar Wochen Symptomen nicht getan ist - im Gegenteil, oft ging es Mitglieder hier nach dem Absetzen erst wochenlang gut, bevor zeitverzögert den Einbruch kam.
Ich weiß nicht, wieso hier fast immer von "wochenlang" gesprochen wird wenn es um den zeitverzögerten Ausbruch der Entzugssymptome geht?! Aber mir, als Betroffene, setzt das immer enorm zu, weil es bei mir Monate gedauert hat. Jedes Mal triggert mich das so enorm, dass ich immer wieder Stunden damit verbringe, zu grübeln, ob ich nicht doch 'einfach' krank bin, weil es das ja anscheinend nicht gibt..

Lg
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Irgendwann 2007
Diagnose „Panikstörung“.
Erste Einnahme von Citalopram 20 mg.
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Zopiclon selbstständig innerhalb von 8 Wochen ausgeschlichen. Keine Entzugssymptome wahrgenommen.
Tiefenpsychologische Therapie über 2,5 Jahre.

Anfang/Mitte 2010
Citalopram nur noch unregelmäßig genommen, dann eigenständig kalt abgesetzt, da ich dachte ich wäre über den Berg.

Ende 2010
Nach einigen Monaten auf 0 mg setzt, von jetzt auf gleich, der verzögerte Entzug ein. Hauptsymptom: Extreme Suizidgedanken. Ich wusste allerdings nichts von einem Entzug!
Neue Diagnose: „Autoaggressive Zwangsgedanken“ und "mittelschwere bis schwere Depression".
Zweite Einnahme von Citalopram 30 mg und begleitend Lorazepam 1,5 mg
Lorazepam nach ca. 3 Wochen abgesetzt. Keine Entzugssymptome wahrgenommen.
Citalopram wirkt nach 3 Wochen wieder, die Suizidgedanken und alle anderen Symptome sind weg.
Verhaltenstherapie über 3 Jahre.

Ende 2013
Citalopram wieder unregelmäßig genommen, dann wieder eigenständig und kalt abgesetzt, da ich einigermaßen symptomfrei war.

Mai 2014
Nach ca. 5 Monaten auf 0 mg setzt wieder, von jetzt auf gleich, der verzögerte Entzug ein. Hauptsymptome: Schreckliche Suizidgedanken, Gedanken an Fremdgefährdung, völlige Appetitlosigkeit mit starkem Gewichtsverlust.
Auch hier wieder keinen Zusammenhang erkannt, deshalb Wiedereindosierung von Citalopram 40 mg, dazu Lorazepam 1,5 mg.
Lorazepam nach ca. 8 Wochen, ohne erkennbare Probleme, abgesetzt.
Auch nach wochenlanger Einnahme zeigt das Citalopram diesmal keinerlei Wirkung. Es wurde immer schlimmer.
Ich beschäftigte mich langsam mit der Problematik der Psychopharmaka.

Juli 2014
Stationärer Aufenthalt und kurze Umstellung auf Escitalopram. Auch dann kein Wirkeintritt und keine Besserung.
Viel zu schnelles und deshalb unbewusst kaltes Absetzen des Escitalopram innerhalb von 2 Wochen, unter ärtztlicher Begleitung in der Klinik.
Letzte C*pralex am 14.07.2014, seitdem im protrahierten Entzug!
Erst nach der letzen Tablette habe ich langsam verstanden was da eigentlich passiert ist und einen klaren Zusammenhang zu der SSRI-Einnahme erkannt.

Ende August/Anfang September 2014
Es stellen sich die typischen Wellen & Fenster ein.

Update Oktober 2015
Ich bin immer noch im protrahierten Entzug. Es ist extrem wechselhaft und betrifft besonders die Emotionen.

Update April 2016
Seit der letzten Tablette sind nun 21 Monate vergangen. Leider halten die Symptome immer noch an. Seit ca. Jahresbeginn wechseln sich die Wellen und Fenster fast täglich, häufig auch stündlich bis minütlich, ab. Das ist alles extrem anstrengend. Tja... Weiter geht's :schnecke:

Update Mai 2017
34 Monate nach Null. Immer noch im protrahierten Entzug.

Am Ende wird alles gut. Und wenn es nicht gut ist, ist es noch nicht das Ende!

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Re: Grundlagen-Artikel Absetzsyndrom

Beitrag von Jamie » Freitag, 17.07.15, 22:04

Hallo Morula,

danke für den Hinweis.
Du hast natürlich völlig recht - wir können das ja gerne einbauen / editieren.

Es soll sich niemand unverstanden fühlen.

Grüße
Jamie
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Re: Grundlagen-Artikel Absetzsyndrom

Beitrag von padma » Freitag, 17.07.15, 22:07

liebe Morula, :)

weisst du das Problem ist, dass Absetzsyndrome ja noch kaum wirklich erforscht wurden. Studien beziehen nur eine relativ kurze Zeit nach dem Absetzen mit ein.

Je grösser der zeitliche Abstand umso schwieriger ist es, einen eindeutigen Zusammenhang zu beweisen. Fast niemand kommt dann noch auf die Idee, es könnte sich noch um Absetzsymptome handeln.

Das heisst aber selbstverständlich nicht, dass Absetzsymptome nicht auch Monate später auftreten können.
Soweit ich das hier verfolge, scheint es dann zumeist einen Trigger gegeben zu haben, wie z.B. eine OP, ein AB, oder Cortisonentzug.

Leider ist es wohl so, dass wir diejenigen sind, die Wissen über Absetzsyndrome ansammeln müssen. Letzlich können wir nur nach unseren eigenen Erfahrungen und denen anderer Betroffenen gehen. Theoretische Erklärungen, die diese Erfahrungen wissenschaftlich belegen, kommen oft erst später (wie z.B. die Rezeptorenbelegung)

Gut, dass du diesen Punkt ansprichst, damit auf der zukünftigen Webseite das dann miteinbezogen wird.

liebe Grüsse,
padma

habe mich gerade mit Jamie :) überschnitten.
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Re: Grundlagen-Artikel Absetzsyndrom

Beitrag von MorulaMyomatosus » Dienstag, 21.07.15, 13:57

padma hat geschrieben:Leider ist es wohl so, dass wir diejenigen sind, die Wissen über Absetzsyndrome ansammeln müssen. Letzlich können wir nur nach unseren eigenen Erfahrungen und denen anderer Betroffenen gehen.
Liebe padma,

ich möchte aber auch sagen: Die Erfahrung hier (und auch im survivingantidepressants Forum) zeigt ja auch ganz deutlich, dass es Menschen gibt die an einem deutlich verzögert eintretenden Entzugssyndrom leiden. Es ist die Ausnahme, aber unumstritten da. Was die Trigger betrifft bin ich mir da nicht so sicher, kann aber natürlich gut sein! Ich hatte jedenfalls keine OP oder dergleichen. Ich habe eher die Erfahrung gemacht, dass ein verzögerter Entzug häufiger eintritt, wenn man kalt abgesetzt hat während man stabil war. Aber das ist nur meine subjektive Wahrnehmung.
Ich weiß auch, dass es, je länger die Verzögerung dauert, schwieriger ist zu unterscheiden. Aber für mich ist die Art der Symptome viel aussagekräftiger als der Zeitraum wann diese einsetzen. Ich finde es, gerade weil man (noch) nicht viel evidenzbasiertes Wissen hat, wirklich schwierig die Kriterien da so fest zu machen. Es ist ja sowieso schon ein 6er im Lotto, wenn man über die Entzugsproblematik stolpert und ich finde es für verzögerte Fälle wirklich nicht gerade hilfreich, einfach weil man selbst dann ganz schnell davon überzeugt ist, dass es wohl doch wieder die Grunderkrankung ist.
Ich wünsche mir einfach, dass dieses Thema vermehrt angesprochen wird. Ich bin überzeugt, dass da draußen ganz viele verzögerte Entzüge rumlaufen, die es einfach nicht wissen. Sollten diese Menschen dann den Weg hier her finden, wäre es doch schön, wenn man wenigstens über die 'Vermutung' sprechen würde.

LG

Morula
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Ende 2013
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Re: Grundlagen-Artikel Absetzsyndrom

Beitrag von padma » Dienstag, 21.07.15, 14:10

liebe Morula, :)

ich befürchte, du hast mich falsch verstanden., bzw. vielleicht habe ich mich unklar ausgedrückt. Ich wollte mit meinem post deine Position bekräftigen und keinesfalls ein deutlich verzögertes Entzugssymptom in Frage stellen. Ich bin inhaltlich ganz bei dir.
Tut mir leid, wenn das falsch rüber gekommen ist. :hug:
Ich wünsche mir einfach, dass dieses Thema vermehrt angesprochen wird. Ich bin überzeugt, dass da draußen ganz viele verzögerte Entzüge rumlaufen, die es einfach nicht wissen.
Das denke ich auch.
Sollten diese Menschen dann den Weg hier her finden, wäre es schön, wenn man wenigstens über die 'Vermutung' sprechen würde.
Das ist ganz wichtig. Eigentlich achten wir auch sehr darauf, dass es immer ernst genommen wird, wenn jemand den Verdacht hat ein Entzugssyndrom zu haben. Das steht sogar in den Regeln.

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Re: Grundlagen-Artikel Absetzsyndrom

Beitrag von Murmeline » Dienstag, 21.07.15, 14:10

Hallo Morula,
Ich wünsche mir einfach, dass dieses Thema vermehrt angesprochen wird.
Es ist wichtig, dass wir hier darüber schreiben. Es ist wichtig, dass diejenigen, die Betroffen sind, über ihre Symptome schreiben. Ich glaube, anders wird jemand, der seine Symptome recherchiert, um zu verstehen, was mit ihm los ist, das ADFD nicht finden. Weil unter dem Begriff "verzögter Entzug" o.ä. sucht ja niemand. Ggf. sollte man Schlagworte wie "Spätfolgen Antidepressiva" oder ähnliches in seine Beiträge aufnehmen hin und wieder? Das könnte ja ein Suchbegriff sein, falls jemand schon eine leise Ahnung hat.
Sollten diese Menschen dann den Weg hier her finden, wäre es schön, wenn man wenigstens über die 'Vermutung' sprechen würde.
Wie meinst Du das genau, was fehlt Dir da?

Übrigens: Ich habe an zwei Stellen "Wochen später" in "Wochen bzw. Monate später" geändert, wenn Du noch andere Stellen findest, dann sag Bescheid.

Was könnte man noch tun? Hm, irgendwo sonst im weltweiten Netz Hinweise streuen, dass es so etwas gibt und wo man Infos findet?
Leider wurde das ADFD oft unter "unseriös, Panikmache" etc. eingestuft.
Da muss man sich dann als Gemeinschaft dagegen wehren. :group:

Grüße Murmeline
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Re: Grundlagen-Artikel Absetzsyndrom

Beitrag von Murmeline » Dienstag, 21.07.15, 14:22

Hallo Morula,

ich hatte hier mal was geschrieben auf einen Beitrag von Mona, ich verlink da mal, es passt ja irgendwie zusammen:
http://www.adfd.org/austausch/viewtopic ... 25#p101725

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