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Fachinformationen vs. Gebrauchsinformationen - Absetzprobleme und NW

Eine Sammlung von Artikeln, die über wissenschaftliche, politische und wirtschaftliche Hintergründe der Behandlung von seelischen Leiden mit Psychopharmaka berichten.
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Fachinformationen vs. Gebrauchsinformationen - Absetzprobleme und NW

Beitragvon Murmeline » Mittwoch, 15.04.15, 8:34

Ich habe für mich und mein (früheres) Medikament recherchiert und in den Fachinformationen des Herstellers (richtet sich vorwiegend an die Fachkreise der Heilberufe, ist aber grundsätzlich für alle Bürger zugänglich) unterschiedliche bzw. weitreichendere Informationen zu den Angaben bzgl. Vorgehen beim Absetzen/Absetzproblemen und Nebenwirkungen im Vergleich zu den Gebrauchsinformationen (Beipackzettel) gefunden.
http://www.adfd.org/austausch/viewtopic.php?f=15&t=9518

Die Fachinformationen sind auf den Herstellerseiten bei den Produktvorstellungen ebenso wie die Gebrauchsanweisungen abrufbar. ODER man kann sie einfach über Suchmaschinen auffinden

Ich interpretiere das so, dass der Hersteller sich über mehr Probleme klar ist und diese auch veröffentlichen muss in den Fachinformationen, als das beim normalen Menschen ohne weitere Recherche ankommt (man liest ja wenn überhaupt nur die Gebrauchsinformationen, also den Beipackzettel).

Und ich vermute aufgrund der vielen Berichte anderer User hier, dass Ärzte diese Fachinformationen auch nicht ausreichend lesen. Ansonsten müssten diese meiner Meinung nach (auch länger andauernde) Absetzsymptome bei der Reduktion anerkennen, ebenso wie (auch länger andauernde) Absetzprobleme nach dem Absetzen und manche Symptome auch damit in Verbindung bringen (und nicht nur die "Grunderkrankung" oder eine "weitere psychische Erkrankung").
Nur so als Idee: man kann die Fachinformation ja auch mal ausdrucken und dem Arzt als Argumentationshilfe vorlegen, falls der sich mit dem Thema nicht auskennt.

Außerdem wird zumindest bei meinem Medikament ein Absetzen über Monate in kleinen Schritten individuell nahegelegt (v.a. wenn bei einem schnellen Absetzversuch Probleme auftraten), denn das Risiko von Absetzreaktionen kann von mehreren Faktoren abhängen, einschließlich Dauer der Behandlung, Dosis und Geschwindigkeit der Dosisreduktion - sagt die Fachinformation.

Und die Fachinformation sagt auch: In klinischen Studien traten Nebenwirkungen bei Beendigung der Behandlung (während und nach der Dosisreduktion) bei etwa 31 % der Patienten auf, die mit Venlafaxin behandelt wurden, und bei 17 % der Patienten, die Placebo einnahmen. Das ist fast jeder Dritte!
https://www.pfizermed.de/fileadmin/pfiz ... eigabe.pdf

Wer auch für sich recherchiert, kann mir gerne per PN die Links zu den Fach- und Gebrauchsinformationen seines Medikamentes schicken und ggf. auch etwas dazu schreiben, welche Erkenntnisse der/diejenige beim Lesen hatte, als er sich die Nebenwirkungen und die Hinweise zum Absetzen durchgelesen hat. Ich würde das dann hier einstellen.
Oder ihr setzt die Links und ggf. Die Erkenntnisse (muss man aber nicht, Linksammlung ist ja auch schon toll) hier zum verschieben http://www.adfd.org/austausch/viewtopic.php?f=15&t=9518

Ihr könnt Euch ja ggf. an das Schema unten halten, wie ich es zitiert und beschrieben habe.
So oder so ist ein Blick in die fachinformation interessant.

Grüße Murmeline
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Trevilor/Venlafaxin Absetzprobleme - Murmeline

Beitragvon Murmeline » Mittwoch, 15.04.15, 8:40

Trevilor - Venlafaxin, Hersteller: Pfitzer
Gebrauchsinformation https://www.pfizer.de/fileadmin/produkt ... zer_01.pdf
Fachinformation https://www.pfizer.de/fileadmin/produkt ... eigabe.pdf

Erkenntnisse

Absetzinformationen Gebrauchsinformation:
Brechen Sie Ihre Behandlung nicht ab oder reduzieren Sie nicht die Dosis, ohne Rücksprache mit Ihrem Arzt gehalten zu haben, selbst wenn Sie sich besser fühlen. Wenn Ihr Arzt der Ansicht ist, dass Sie Trevilor retard nicht mehr benötigen, wird er/sie Sie möglicherweise anweisen, die Dosis langsam zu reduzieren, bevor die Behandlung ganz beendet wird. Es ist bekannt, dass Nebenwirkungen auftreten, wenn Patienten die Einnahme dieses Arzneimittels beenden, vor allem, wenn es plötzlich abgesetzt oder die Dosis zu schnell reduziert wird.

Bei einigen Patienten kann es zu Beschwerden wie Müdigkeit, Schwindelgefühl, Benommenheit, Kopfschmerzen, Schlaflosigkeit, Albträumen, Mundtrockenheit, vermindertem Appetit, Übelkeit, Durchfall, Nervosität, Unruhe, Verwirrtheit, Ohrgeräuschen, Kribbeln oder selten auch zu stromschlagähnlichen Empfindungen, Schwächegefühl, Schwitzen, Krampfanfällen oder grippeähnlichen Symptomen kommen. Ihr Arzt wird Sie anweisen, wie Sie die Behandlung mit Trevilor retard schrittweise beenden soltten. Wenn Sie eine der aufgeführten oder andere Nebenwirkungen bei sich bemerken, die Sie belasten, fragen Sie Ihren Arzt um weiteren Rat.


Bis auf Unruhe und Verwirrtheit lese ich in der Gebrauchsinformation für Absetzprobleme nur körperliche Symptome.

Absetzinformation Fachinformation
Absetzreaktionen treten bei einer Beendigung der Behandlung häufig auf, besonders wenn die Behandlung plötzlich abgebrochen wird (siehe Abschnitt 4.8). In klinischen Studien traten Nebenwirkungen bei Beendigung der Behandlung (während und nach der Dosisreduktion) bei etwa 31 % der Patienten auf, die mit Venlafaxin behandelt wurden, und bei 17 % der Patienten, die Placebo einnahmen.

Das Risiko von Absetzreaktionen kann von mehreren Faktoren abhängen, einschließlich Dauer der Behandlung, Dosis und Geschwindigkeit der Dosisreduktion. Schwindelgefühl, Empfindungsstörungen (einschließlich Parästhesien), Schlafstörungen (einschließlich Schlaflosigkeit und intensiver Träume), Erregtheit oder Angst, Übelkeit und/oder Erbrechen, Zittern und Kopfschmerzen sind die am häufigsten berichteten Reaktionen.


In der Fachinformation finde ich dann Punkte, die ich im "Beipackzettel" garnicht finde. Angst zum Beispiel. Kann ich also als Patient garnicht einordnen, dass die vom Absetzen kommen kann und vielleicht garnicht meine Grundproblematik ist, die wieder auftritt.
Informationen zu kognitiven, affektiven und psychotischen Symptome beim Absetzen von Antidepressiva gibt dieser Beitrag: viewtopic.php?p=104330#p104330
Ich finde es unerverantwortlich, das der Hersteller Entzugssymptome nicht umfassend benennt.

Und ich habe gelernt, dass 31% der Patienten aus klinischen Studien mehr oder minder Probleme beim Absetzen haben. Die Empfehlung der Fachinformation dann lautet:
Wenn nach Dosisverringerung oder Absetzen des Arzneimittels stark beeinträchtigende Absetzerscheinungen auftreten, sollte erwogen werden, die zuletzt eingenommene Dosis erneut einzunehmen, um diese dann nach Anweisung des Arztes in nunmehr kleineren Schritten zu reduzieren.

Ich ganz persönlich glaube, dass auch eine kleinere Dosis manchmal ausreicht.

Im Allgemeinen sind diese Symptome leicht bis mäßig schwer, bei einigen Patienten können sie jedoch schwerwiegend sein. Sie treten normalerweise innerhalb der ersten Tage nach Absetzen der Behandlung auf, aber in sehr seltenen Fällen wurde von solchen Symptomen bei Patienten nach unbeabsichtigtem Auslassen einer Dosis berichtet. Im Allgemeinen bilden sich diese Symptome von selbst zurück und klingen innerhalb von 2 Wochen ab. Bei einigen Personen können sie länger anhalten (2 bis 3 Monate oder länger). Es wird daher empfohlen, bei einer Beendigung der Behandlung mit Venlafaxin die Dosis über einen Zeitraum von mehreren Wochen oder Monaten schrittweise zu reduzieren, entsprechend den Bedürfnissen des Patienten


Wenn ich eigenmächtig absetzen will und mich an den Beipackzettel halte, dann hab ich nicht die Info, die die Fachinformation gibt: Dass es Menschen gibt, für die es verträglicher ist, über Monate schrittweise zu reduzieren. Aber mir scheint, das lesen auch die wenigsten Ärzte.

Psychische und kognitive Symptome hielten bei mir noch Monate (fast ein Jahr) nach dem Absetzen an, wurden allerdings langsam aber stetig besser.

Ich habe fast 7 Jahre Venlafaxin in unterschiedlichen Dosierungen genommen (37,5mg bis kurzfristig 300mg). Reduziert habe ich bei meinem letzten Absetzversuch nicht nach Dr. Peter Breggin in 10% Schritten über einen längeren Zeitraum, da ich das nicht kannte.
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Trevilor/Venlafaxin Nebenwirkung - Murmeline

Beitragvon Murmeline » Mittwoch, 15.04.15, 16:48

Trevilor/Venlafaxin, Hersteller: Pfitzer
Gebrauchsinformation https://www.pfizermed.de/fileadmin/pfiz ... ard_GI.pdf
Fachinformation https://www.pfizermed.de/fileadmin/pfiz ... eigabe.pdf

Gebrauchsinformation Nebenwirkungen
bis Häufigkeit nicht bekannt (Auszug):
Hautausschlag, der in starke Blasenbildung und Hautabschälung übergehen kann; Juckreiz; milder Ausschlag (

Das ist für mich sehr interessant. Das stand glaube ich damals noch gar nicht im Beipackzettel. Ich war mit diesem Hauproblem bis in der Dermatologie der Uniklinik. Sobald ich sagte, ich nehme Venlafaxin, hieß es: das ist psychosomatisch! Oder ich würde das nachts aufkratzen. Es tut mir sehr gut, nun zu lesen, dass es eine Nebenwirkung war, was ich immer vermutet habe.

Interessant finde ich auch:
Andere Nebenwirkungen, die Sie Ihrem Arzt mitteilen sollten, umfassen:
Entzugserscheinungen (!)
Lese hier allerdings oft, dass es die garnicht gibt laut Arzt - oder spätestens nach 2 Wochen nicht mehr.


Fachinformation Nebenwirkungen
Da wird nicht nur nach Häufigkeit sortiert, sondern nach der Erkrankung des Organsystems (so ein Begriff fällt im Beipackzettel nicht). Ich denk mir da: verrückt, wo das Serotonin alles mitwirkt und was das Medikament mit meinem Körper insgesamt machen kann.

Dazu gehören:
Erkrankungen des Nervensystems
Augenerkrankungen
Erkrankungen des Ohrs und des Labyrinths
Herzerkrankungen
Gefäßerkrankungen
Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Media
Erkrankungen des Gastrointestinaltraktsstinums
Leber- und Gallenerkrankungen
Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
Skelettmuskulatur, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen
Erkrankungen der Nieren und Harnwege
Erkrankungen der Geschlechtsorgane und der Brustdrüse
Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort
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Seroquel Prolong - Astra Zeneca

Beitragvon Murmeline » Donnerstag, 16.04.15, 23:09

Ich bin gerade etwas ernüchtert.

Ich wollte mir die Fachinformationen für Seroquel prolong (Quetiapin) anschauen.
Ich habe also (wie für Trevilor bei Pfitzer) auf der Website des Herstellers geschaut.
http://www.astrazeneca.de
Da gibt es keine Produktvorstellung und keine Infos zu Gebrauchs- und Fachinformationen :shock:

Dann hab ich google gefragt und das hier gefunden:
http://www.fachinfo.de/pdf/010829

Zum Absetzen steht in der Fachinformation drin:
Akute Absetzsymptome, wie Schlaflosigkeit, Übelkeit, Kopfschmerzen, Diarrhö, Erbrechen, Schwindel und Reizbarkeit wurden nach einem abrupten Absetzen von Quetiapin beschrieben. Ein ausschleichendes Absetzen über einen Zeitraum von mindestens 1 bis 2 Wochen wird empfohlen.

Mehr Infos gibt es nicht. Kein Hinweis wie bei Pfitzer darauf, dass man die individuelle Situation nach den Bedürfnissen des Patienten beachten müssen und Absetzprobleme und damit auch das individuell passende Vorgehen u.a. von der Höhe der Dosierung und der Dauer der Einnahme abhängen können.

Und was sagt die Gebrauchsinformation? http://www.patienteninfo-service.de/a-z ... tabletten/
Absetzsymptome (d. h. Beschwerden, die auftreten, wenn Sie die Einnahme von Seroquel beenden) beinhalten Schlaflosigkeit (Insomnie), Ubelkeit, Kopfschmerzen, Durchfall, Erbrechen, Schwindel und Gereiztheit. Schrittweises Absetzen über einen Zeitraum von mindestens 1 bis 2 Wochen ist ratsam.


Das wars. :shock
Wäre ja auch zu schön gewesen.

Übrigens wieder fast nur körperliche Sachen bis auf Gereiztheit. Aber schon das bestätigt mir noch einmal einiges, denn ich habe Seroquel (nur kurzfristig genommen) direkt vor Venlafaxin abgesetzt. Gereiztheit hat mich dennoch sehr lange begleitet, auch nachdem ich mit beidem auf 0 war.
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Oliver
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Re: Fachinformationen der Hersteller - Absetzprobleme und NW

Beitragvon Oliver » Dienstag, 09.06.15, 23:04

Hallo,

ist http://compendium.ch hier eigentlich schon/noch bekannt und für solche Sachen in Gebrauch? Da kann man die Schweitzer Patienten- und Fachinformationen per einfacher Suchanfrage ohne Registrierung zugreifen.

Alles Gute
Oliver

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Cymbalta - Eli Lilly - Absetzprobleme

Beitragvon Murmeline » Dienstag, 13.10.15, 20:49

Was man im Beipackzettel lesen kann:
Wenn Sie die Einnahme von Cymbalta abbrechen
Beenden Sie NICHT die Einnahme der Hartkapseln ohne den Rat Ihres Arztes, auch nicht, wenn Sie sich besser fühlen. Wenn Ihr Arzt der Meinung ist, dass Sie Cymbalta nicht länger benötigen, dann wird er oder sie Ihre Dosis langsam über mindestens 2 Wochen verringern, bevor Sie die Einnahme beenden. Einige Patienten, die abrupt die Einnahme von Cymbalta beendeten, zeigten Symptome wie:
Schwindel, kribbelndes Gefühl wie Ameisenlaufen oder Empfindungen ähnlich einem elektrischen Schlag (vor allem im Kopf), Schlafstörungen (lebhafte Träume, Albträume, Schlaflosigkeit), Müdigkeit, Schläfrigkeit, Gefühl von Unruhe oder Erregtheit, Angstgefühle, Übelkeit oder Erbrechen, Zittern (Tremor), Kopfschmerzen, Muskelschmerzen, Reizbarkeit, Durchfall, übermäßiges Schwitzen oder Drehschwindel.
Diese Beschwerden sind normalerweise nicht schwerwiegend und verschwinden innerhalb einiger Tage. Fragen Sie aber Ihren Arzt um Rat, wenn bei Ihnen Beschwerden auftreten.
http://www.lilly-pharma.de/fileadmin/me ... mbalta.pdf

Die Fachinformationen des Herstellers lauten:
Abruptes Absetzen muss vermieden werden. Soll die Behandlung mit CYMBALTA beendet werden, muss die Dosis über mindestens 2 Wochen schrittweise reduziert werden, um das Risiko möglicher Absetzphänomene zu minimieren. Wenn nach der Reduktion der
Dosis oder nach Absetzen der Behandlung Symptome auftreten, die nicht tolerierbar sind, dann sollte in Erwägung gezogen werden, die vorhergehende Dosis wieder einzunehmen. Anschließend kann der Arzt das Ausschleichen der Dosis fortsetzen, allerdings in einer langsameren Abstufung.

Absetzphänomene treten häufig nach Beenden der Behandlung auf, insbesondere dann, wenn die Behandlung abrupt beendet wird (siehe Abschnitt 4.8). In klinischen Studien traten nach einem abrupten Behandlungsabbruch bei etwa 45 % der mit CYMBALTA behandelten und 23 % der mit Placebo behandelten Patienten unerwünschte Ereignisse auf.

Das Risiko für Absetzsymptome bei SSRIs und SNRIs kann auf verschiedenen Faktoren beruhen, dazu zählen die Therapiedauer und die Dosierung sowie der Grad der Dosisreduktion. Die Symptome sind normalerweise leicht bis mittelschwer, bei einigen Patienten können sie jedoch auch schwerwiegend sein. Üblicherweise treten sie innerhalb derersten Tage nach Absetzen auf. Sehr selten wurde auch berichtet, dass Absetzsymptome bei Patienten auftraten, die versehentlich eine einzelne Dosis ausgelassen hatten. Im Allgemeinen sind diese Symptome selbst limitierend und verschwinden gewöhnlich innerhalb von 2 Wochen, obgleich sie bei einigen Patienten auch länger (2 – 3 Monate oder mehr) anhalten können. Deshalb wird empfohlen, Duloxetin unter Berücksichtigung der Bedürfnisse des Patienten langsam stufenweise über einen Zeitraum von mindestens 2 Wochen auszuschleichen.

Das Absetzen (besonders abruptes Absetzen) von Duloxetin führt häufig zu Absetzphänomenen. Schwindel, sensorische Beeinträchtigungen (Parästhesien oder Empfindungen ähnlich einem elektrischen Schlag, insbesondere im Kopf), Schlafstörungen (einschließlich Schlaflosigkeit und intensives Träumen), Müdigkeit, Somnolenz, Agitation oder Ängstlichkeit, Übelkeit und/oder Erbrechen, Tremor, Kopfschmerzen, Myalgie, Reizbarkeit, Diarrhoe, vermehrtes Schwitzen und Drehschwindel sind die am häufigsten berichteten Reaktionen.
Im Allgemeinen sind für SSRIs und SNRIs diese Ereignisse leicht bis mittelschwer und selbstlimitierend, bei einigen Patienten jedoch schwer und/oder länger andauernd. Ist eine Duloxetintherapie nicht mehr notwendig, wird daher ein Ausschleichen in Form einer schrittweisen Dosisreduktion empfohlen
http://www.cymbalta.de/download.php?fil ... 3f31c9c649
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Setralin (Zoloft) Absetzprobleme / Absetzerscheinungen

Beitragvon Murmeline » Donnerstag, 29.10.15, 12:34

Absetzsymptome treten bei einer Beendigung der Behandlung häufig auf, besonders wenn die Behandlung plötzlich abgebrochen wird. In klinischen Prüfungen wurden Absetzsymptome nach Absetzen von Sertralin bei 23 % der Patienten beobachtet, im Vergleich zu 12 % bei Patienten, die die Behandlung mit Sertralin fortsetzten.

Das Risiko von Absetzreaktionen kann von mehreren Faktoren abhängen, einschließlich Dauer der Behandlung, Dosis und Geschwindigkeit der Dosisreduktion. Schwindelgefühl, Empfindungsstörungen (einschließlich Parästhesien), Schlafstörungen (einschließlich Schlaflosigkeit und intensiver Träume), Erregtheit oder Angst, Übelkeit und/oder Erbrechen, Zittern und Kopfschmerzen sind die am häufigsten berichteten Reaktionen. Im Allgemeinen sind diese Symptome leicht bis mäßig schwer, bei einigen Patienten können sie jedoch schwer ausgeprägt sein. Sie treten normalerweise innerhalb der ersten Tage nach Absetzen der Behandlung auf, aber in sehr seltenen Fällen wurde von solchen Symptomen auch nach unbeabsichtigtem Auslassen einer Dosis berichtet. Im Allgemeinen bilden sich diese Symptome von selbst zurück und klingen innerhalb von 2 Wochen ab. Bei einigen Personen können sie jedoch auch länger anhalten (2 bis 3 Monate oder länger). Es wird daher empfohlen, bei einer Beendigung der Behandlung mit Sertralin die Dosis über einen Zeitraum von mehreren Wochen oder Monaten schrittweise zu reduzieren, entsprechend den Bedürfnissen des Patienten.

Falls nach Dosisverringerung oder Absetzen des Arzneimittels stark beeinträchtigende Absetzsymptome auftreten, sollte erwogen werden, die zuletzt verordnete Dosis erneut einzunehmen, um diese dann nach Anweisung des Arztes in nunmehr kleineren Schritten zu reduzieren.
http://www.fachinfo.de/pdf/000405

Als seltene Nebenwirkung wird im Rahmen der psychiatrischen Erkrankungen Arzneimittelabhängigkeit angegeben. :shock:
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Olanzapin

Beitragvon Lillian » Samstag, 21.11.15, 18:01

Zitat Fachinformation Olanzapin 1-A Pharma 2,5 mg
http://www.1a-files.de/pdf/fi/2013_01_o ... ternet.pdf

Absetzen der Behandlung
Wenn Olanzapin plötzlich abgesetzt
wurde, wurden sehr selten (< 0,01%)
akute Symptome wie Schwitzen, Schlaf-
losigkeit, Zittern, Angst, Übelkeit oder
Erbrechen berichtet.

Das ist ja ein Witz, da fehlt eine ganze Menge, z.B. Übelkeit, mir ist es wochenlang ständig übel, Ängste habe ich eine ganze Menge seit Beginn des Ausschleichens. Demnach wäre ich wohl ein seltener Einzelfall! :evil:
Von weiteren Absetzsymptomen wie Magen-Darm-Problemen, die bei mir aufgetreten sind, (schwere Durchfälle, Bauchkrämpfe etc.) ist gar nicht die Rede, sind die etwa nicht akut??
wo sind denn die Spätdyskinesien? die sind doch auch ein Absetzsymptom, die werden unter "Absetzen der Behandlung" gar nicht erwähnt. Erst später.

Zitat Fachinformation:

Spätdyskinesien
In vergleichenden Studien von einer
Dauer bis zu einem Jahr war die Be-
handlung mit Olanzapin mit einer statis-
tisch signifikant geringeren Inzidenz von
Dyskinesien assoziiert. Das Risiko einer
Spätdyskinesie nimmt jedoch während
einer Langzeitbehandlung zu. Wenn bei
einem mit Olanzapin behandelten Pa-
tienten Anzeichen einer Spätdyskinesie
auftreten, sollte daher überlegt werden,
die Dosis zu reduzieren oder die Be-
handlung abzubrechen. Diese Sympto-
me können sich zeitweilig verschlech-
tern oder auch erst nach Beendigung
der Behandlung auftreten.

Das stimmt. Meine behandelnden Psychiater haben die Fachinformation offensichtlich nicht gelesen. Sonst hätten sie ja nicht gesagt, als ich von den Spätdyskinesien erzählt habe, dass sie das noch nie gehört hätten, ich sei die 1. Patientin! :evil:
Die Psychiater hätten von sich aus einen Absetz- bzw. Reduktionsversuch durchführen müssen, aber Fehlanzeige.

Dyskinesien werden als häufige Nebenwirkung gelistet, nicht als Absetzsyndrom. Ich habe aber schwere Spätdyskinesien, die erst beim Ausschleichen aufgetreten sind, also beim Beenden der Behandlung!

Ich hätte Olanzapin niemals bekommen dürfen, da die Indikationen bei mir unzutreffend sind, ich war und bin nicht schizophren und auch nicht manisch-depressiv:

Zitat Fachinformation:
Anwendungsgebiete Erwachsene
Olanzapin ist für die Behandlung der
Schizophrenie angezeigt.
Bei Patienten, die initial auf die Behand-
lung angesprochen haben, ist Olanza-
pin bei fortgesetzter Behandlung zur
Aufrechterhaltung der klinischen Bes-
serung wirksam.
Olanzapin ist zur Behandlung von mäßig
schweren bis schweren manischen Epi-
soden angezeigt.
Bei Patienten, deren manische Episode
auf eine Behandlung mit Olanzapin ange-
sprochen hat, ist Olanzapin zur Phasen-
prophylaxe bei Patienten mit bipolarer
Störung angezeigt (siehe Abschnitt 5.1)


Das ist ein Widerspruch, Zitat Fachinformation:

Hyperglykämie und Diabetes
Eine Hyperglykämie und/oder Entwick-
lung oder Verschlechterung eines Dia-
betes wurden selten berichtet, gele-
gentlich begleitet von Ketoacidose oder
Koma, einschließlich einiger letaler Fälle
(siehe Abschnitt 4.8).

Warum steht dann unter "Nebenwirkungen", in der Fachinformation:
erhöhte Glukosespiegel??
Daraus kann sich doch eine Diabetes entwickeln bei Langzeitbehandlung.


Lillian

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Re: Fachinformationen vs. Gebrauchsinformationen - Absetzprobleme und NW

Beitragvon Jamie » Sonntag, 22.11.15, 9:57

Hallo Lillian,

wir sehen ja wie krank das hier alles ist. Eine Fehlentscheidung nach der anderen durch die Ärzte, ein Ignorieren nach dem anderen, ein Verharmlosen nach dem anderen... :evil:

Bitte nutze die Möglichkeit und melde deine Nebenwirkungen beim BfArM.
Wenn das nicht genutzt wird, kommen die Pharmafirmen weiterhin damit durch, NW zu verharmlosen und zu verschleiern.
Es ist die Mitarbeit vieler gefragt!
Hier ist der Link: viewtopic.php?f=19&t=7889

Grüße
Jamie
...........SIGNATUR...............


:arrow: Eure Mithilfe ist gefragt - wer benutzt die Wasserlösemethode?


:!: mein Erfahrungsbericht (AD absetzen / erzwung. Kaltentzug / SSRI / Akathisie): viewtopic.php?f=51&t=12478


Meine PN-Funktion ist deaktiviert. Ich danke für euer Verständnis.

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Re: Fachinformationen vs. Gebrauchsinformationen - Absetzprobleme und NW

Beitragvon Lillian » Sonntag, 22.11.15, 14:15

Hallo Jamie,

ich möchte aber keine Nebenwirkungen, sondern Entzugserscheinungen melden.

LG
Lilian
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Viele Antidepressiva genommen und wieder abgesetzt, wirkungslos oder zu viele Nebenwirkungen!

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Re: Fachinformationen vs. Gebrauchsinformationen - Absetzprobleme und NW

Beitragvon Oliver » Sonntag, 22.11.15, 14:55

Hallo Lillian,

Probleme, die beim Absetzen eines Medikamentes auftreten gehören auch zu den Nebenwirkungen eines Medikamentes.

Alles Gute
Oliver

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Re: Fachinformationen vs. Gebrauchsinformationen - Absetzprobleme und NW

Beitragvon Lillian » Montag, 23.11.15, 17:26

Hallo,

ich habe versucht, die Nebenwirkungen zu melden, aber beim Absenden kam eine Fehlermeldung wg. Zeitüberschreitung, ich habe zu lange gebraucht, um das Alles auszufüllen!! so schnell bin ich einfach nicht, das schaffe ich einfach nicht! :schnecke: :schnecke:

Lillian

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Re: Fachinformationen vs. Gebrauchsinformationen - Absetzprobleme und NW

Beitragvon Oliver » Montag, 23.11.15, 18:58

Hallo Lillian,

Lillian hat geschrieben:Hallo,

ich habe versucht, die Nebenwirkungen zu melden, aber beim Absenden kam eine Fehlermeldung wg. Zeitüberschreitung, ich habe zu lange gebraucht, um das Alles auszufüllen!! so schnell bin ich einfach nicht, das schaffe ich einfach nicht! :schnecke: :schnecke:

Lillian


Kannst Du grad mal den Link posten, wo Du die Probleme hast? Ich war schon ewig nicht mehr auf der Seite. Es muss aber auch andere Wege geben, sowas zu melden. Im Zweifelsfall einfach über eine dort angegebene email oder Postadresse.

Alles Gute
Oliver

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Re: Fachinformationen vs. Gebrauchsinformationen - Absetzprobleme und NW

Beitragvon Lillian » Montag, 23.11.15, 19:11

hier der Link:
https://verbraucher-uaw.pei.de/fmi/iwp/ ... loadframes

Wie das mit den Ärzten ist, wissen wir hier ja Alle

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Re: Fachinformationen vs. Gebrauchsinformationen - Absetzprobleme und NW

Beitragvon Oliver » Montag, 23.11.15, 19:53

Hier gibt's eine Frage und Antwortsektion: https://verbraucher-uaw.pei.de/fmi/iwp/ ... loadframes - da steht, dass man sich das Formular auch ausdrucken kann und das ganze per FAX schicken kann:

6. Kann ich Anhänge mit Hilfe dieses Online-Formulars für die Berichterstattung senden?
Nein. Wenn Sie Laborbefunde und andere Informationen haben, senden Sie diese bitte per Fax direkt an zuständige Behörde (BfArM oder PEI). Bitte geben Sie unbedingt die Fallnummer aus der Bestätigung an, sonst können wir die Informationen Ihrer Meldung nicht mehr zuordnen, da Namen und Adresse nicht gespeichert werden.


Hier sind die Kontaktdaten (Stand 23.11.2015):

Paul-Ehrlich-Institut
Referat S/1 – Pharmakovigilanz 1
Paul-Ehrlich-Straße 51-59
D- 63225 Langen

Telefon: +49 6103 77 0
Fax: +49 6103 77 1234
E-Mail: pei@pei.de


Alles Gute
Oliver

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Re: Fachinformationen vs. Gebrauchsinformationen - Absetzprobleme und NW

Beitragvon Jamie » Montag, 23.11.15, 22:26

Hallo Lillian,

Apotheken müssen diesen Fragebogen vorrätig halten bzw. auf Anfrage hin ausdrucken.
Du kannst die Apotheke bitten ihn dir auszuhändigen, kannst es in Ruhe daheim ausfüllen und dann in die Apotheke zurückgeben; diese sind gesetzlich verpflichtet Meldung zu machen - sprich dein Bogen kommt auf jeden Fall an.

Grüße
Jamie
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Re: Fachinformationen vs. Gebrauchsinformationen - Absetzprobleme und NW

Beitragvon Lillian » Dienstag, 24.11.15, 16:33

Hallo,

ich habe es heute doch noch geschafft, meine Durchfälle vom Olanzapin reduzieren über das Online-Formular des BfArM zu melden.
Ich habe geschrieben, so schnell ich konnte, das war ganz schön stressig! Diesmal hat es zum Glück geklappt. :)
Die Dyskinesien sind ja bereits in der Fachinformation als NW enthalten.

LG
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Olanzapin NW gemeldet

Beitragvon Lillian » Mittwoch, 25.11.15, 12:26

Hallo Leute,

mit der Meldung beim BfArM sieht es sehr schlecht aus.
Ich bekam per E-Mail einen sehr schwierigen Fragebogen zugeschickt, den ein Arzt ausfüllen muss!! Das werde ich nicht machen! :shock:
Wie das mit den so Ärzten ist, wissen wir hier ja alle!! :frust:

LG
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Paroxetin

Beitragvon Murmeline » Dienstag, 01.12.15, 13:09

Fachinformationen für Ärzte: http://www.fachinfo.de/pdf/004747

Abschnitt 4.4
Nach Beendigung der Therapie treten Absetzsymptome häufig auf, besonders wenn das Absetzen von Paroxetin abrupt erfolgt (siehe Abschnitt 4.8 Nebenwirkungen). In klinischen Studien traten Nebenwirkungen nach Ende der Behandlung bei 30 % der Patienten auf, die mit Paroxetin behandelt
wurden, verglichen mit 20 % der Patienten, die Placebo erhielten. Diese Absetzsymptome sind nicht damit gleich zu setzen, dass das Arzneimittel suchterzeugend wirkt oder zur Abhängigkeit führt.

Die Gefahr von Absetzsymptomen kann von verschiedenen Faktoren abhängig sein, einschließlich der Behandlungsdauer und Dosierung und der Geschwindigkeit der Dosisreduzierung.

Es wurde über Schwindel, sensorische Störungen (einschließlich Parästhesie, Stromschlaggefühl und Tinnitus), Schlafstörungen (einschließlich intensiver Träume), Agitiertheit oder Angst, Übelkeit, Zittern, Konfusion, Schwitzen, Kopfschmerzen, Durchfall, Palpitationen, emotionale Instabilität, Reizbarkeit und Sehstörungen berichtet. Die meisten dieser Symptome sind im Allgemeinen leicht oder mittelgradig ausgeprägt, können
jedoch bei einigen Patienten auch stark ausgeprägt sein. Sie treten normalerweise innerhalb der ersten Tage nach Ende der Behandlung auf, aber in sehr seltenen Fällen wurde von solchen Symptomen bei Patienten nach unbeabsichtigtem Auslassen einer Dosis berichtet.

Im Allgemeinen sind diese Symptome begrenzt und klingen innerhalb von zwei Wochen von selbst ab, auch wenn sie bei einzelnen Personen länger andauern (zwei bis drei Monate oder länger nach Ende der Behandlung). Es wird daher empfohlen, die Behandlung mit Paroxetin ausschleichend durch schrittweise Verringerung der Dosis über einen Zeitraum von mehreren Wochen oder Monaten, je nach Bedarf des Patienten, zu beenden.

Abschnitt 4.8
Absetzsymptome nach Beendigung der Behandlung mit Paroxetin
Häufig: Schwindel, sensorische Störungen, Schlafstörungen, Angst, Kopfschmerzen
Gelegentlich: Agitiertheit, Übelkeit, Tremor, Verwirrtheit, Schwitzen, emotionale Instabilität, Sehstörungen, Palpitationen, Diarrhö, Reizbarkeit

Das Absetzen von Paroxetin kann, insbesondere wenn es abrupt geschieht, häufig zu Absetzsymptomen wie Schwindel, sensorischen Störungen (einschließlich Parästhesie, Stromschlaggefühl und Tinnitus), Schlafstörungen (einschließlich intensiver Träume), Agitiertheit oder Angst, Übelkeit, Tremor, Verwirrtheit, Schwitzen, Kopfschmerzen, Diarrhö, Palpitationen, emotionaler Instabilität, Reizbarkeit und Sehstörungen führen.

Die meisten dieser Symptome sind leicht oder mittelgradig ausgeprägt und klingen von selbst ab, bei einigen Personen können sie jedoch auch schwer verlaufen oder länger andauern. Um Absetzsymptome zu vermeiden, sollte die Behandlung mit Paroxetin durch schrittweise Verringerung der Dosis beendet werden

Abschnitt 5.1

In Studien, die eine Ausschleichphase beinhalteten, waren die Symptome, die während der Ausschleichphase oder nach Absetzen von Paroxetin mit einer Häufigkeit von mindestens 2 % der Patienten berichtet wurden und mindestens doppelt so häufig wie unter Placebo-Behandlung auftraten: Emotionale Labilität (einschließlich Weinen, Stimmungsschwankungen, Selbstschädigung, suizidale Gedanken und Suizidversuch), Nervosität, Schwindel, Übelkeit und Abdominalschmerzen.
Erfahrung mit Psychopharmaka (Citalopram, langjährig Venlafaxin und kurzzeitig Quetiapin), seit Sommer 2012 abgesetzt
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Dein Behandler nimmt Absetzproblematik nicht ernst? Das geht anderen auch so, siehe hier
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Mirtazapin

Beitragvon Murmeline » Donnerstag, 16.06.16, 19:43

Fachinformation:

Es wird empfohlen, die Behandlung mit Mirtazapin schrittweise abzusetzen, um Absetzsymptome zu vermeiden


Und wie das mit dem Absetzsymptomen ist, klingt auch relativ unkompliziert. Da war die Marketingabteilung sicher beteiligt :( Und der Patient ist auch gleich mit selber schuld.
Obwohl Mirtazapin nicht zu einer Abhängigkeit führt, haben Erfahrungen nach der Markteinführung gezeigt, dass plötzliches Absetzen nach längerer Behandlung manchmal zu Absetzsymptomen führen kann. Die meisten Absetzsymptome sind leicht und selbstlimitierend. Von den verschiedenartigen Absetzsymptomen wurde am häufigsten über Schwindel, Agitiertheit, Angst, Kopfschmerzen und Übelkeit berichtet. Obwohl diese als Absetzsymptome gemeldet wurden, sollte beachtet werden, dass diese Symptome auch im Zusammenhang mit der Grunderkrankung stehen könnten.

http://www.sz-produkte.de/pdf/fi/2012_0 ... ternet.pdf
Erfahrung mit Psychopharmaka (Citalopram, langjährig Venlafaxin und kurzzeitig Quetiapin), seit Sommer 2012 abgesetzt
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