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Gedanken, Erfahrungen, Absetzen aus dem Hochdosisbereich

Benzodiazepine können schon nach wenigen Wochen abhängig machen. Der Entzug dieser Medikamente sollte dann langsam und vorsichtig stattfinden.
Eva
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Re: Gedanken, Erfahrungen, Absetzen aus dem Hochdosisbereich

Beitrag von Eva » Mittwoch, 22.11.17, 10:13

Hallo Kevin,

danke, jetzt sehe ich klarer.

Ich habe ja die unmaßgebliche Meinung - hier im Forum wohl eher deplaziert - dass auch eine Herunterschraubung auf das Allernotwendigste schon einen Erfolg darstellt.

Wenn ich Dich da recht verstehe, siehst Du genau das im Moment als Weg an, zumindest bis auf Absehbares, den Du einschlagen möchtest. Ich finde, dass man sehr wohl auch mit diesem Ziel an den Start gehen kann. Wünsche Dir ggf. dazu alles Gute.

LG Eva
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Re: Gedanken, Erfahrungen, Absetzen aus dem Hochdosisbereich

Beitrag von Kevin05 » Mittwoch, 22.11.17, 10:35

Hallo Eva,

ich sehe das wie du und deine Analyse über mein Vorhaben stimmt auch, das ist was ich jetzt mal als Weg versuche, schauen wir mal und Danke für deine Wünsche, LG Kevin
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Benzodiazepin Einnahme seit 1989
(8 Monate durchgehend Bromazepam hoch dosiert genommen - kalt ohne Probleme abgesetzt!)
bis 2003 sporadisch - meiner Ansicht nach keine Abhängigkeit
zwischen 2003-2006 definitiv starke Abhängigkeit/Sucht
Auslöser: Meine erste Scheidung und eine Schilddrüsen-OP
ca. 6-7 Monate auch stärkeren Alkoholkonsum, also zwischen 2005-2006 (vorher niemals Alkohol getrunken, danach auch nie mehr bis heute, auch keinerlei Bedürfnis)
2006 Kalter Entzug ca. 3 Wochen stationär mit Trazodon als Ersatzmittel, nach 3 Monaten kalt auch dieses abgesetzt.
dann bis ca. 2011 sehr sporadische Einnahme von Diazepam ohne das Gefühl abhängig zu sein.
Dann aufgrund unerklärlicher gesundheitlicher Probleme erneut Diazepam abhängig bis heute - also leider schon ziemlich lang.
Niemals Einnahme von irgendwelchen Drogen, auch meine Medikamente wurden mir ausschließlich über den Arzt verschrieben.
Ich bin nach wie vor berufstätig 40 Stunden und gesundheitlich natürlich weiterhin Probleme, die in den Benzobereich passen wie Muskel-, Gelenksprobleme, Angst, Schlafprobleme, Gedächtnisprobleme, Augenprobleme leider (feuchte Makula) usw. - aber es ist wie es ist.
Andere Medikamentengruppen habe ich kaum konsumiert, wäre auch ohne Erfolg gewesen.
Dosierung? War sehr unterschiedlich, manchmal hoch, heißt über 30 mg Diazepam täglich, manchmal konstant 5-15 mg.
Zur Zeit nicht wirklich konstant und zu viel.

Nachtrag: Warum schreibe ich das? Weil jemand gefragt hat von den neuen Mitgliedern, dass ich eine Signatur schreiben soll im Sinne, dass man sich die gesundheitlichen Probleme erklären kann. Also 99,9% Benzodiazepine - keine Drogen! Und kurzfristig Alkohol.


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Re: Gedanken, Erfahrungen, Absetzen aus dem Hochdosisbereich

Beitrag von padma » Mittwoch, 22.11.17, 11:56

 ! Nachricht von: padma
der letzte Beitrag von Berlin 2013 wurde gemeldet und daraufhin durch das Team wegen Regelverstosses gelöscht
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Re: Gedanken, Erfahrungen, Absetzen aus dem Hochdosisbereich

Beitrag von Kevin05 » Sonntag, 28.01.18, 19:31

Hallo an diejenigen, die hier lesen,

ich versuche ja nach wie vor zügig abzusetzen nachdem einerseits mein Körper nach vielen Jahren Einnahme schon ziemlich am Ende ist bzw. gibt es für mich nicht einen allgemein gültigen oder gängigen Weg zum Absetzen aus dem HOCHDOSISBEREICH - schon gar nicht nach vielen Jahren Toleranz.

Was ich grad erlebe ist schon sehr grenzwertig, ich meine einfach die unglaubliche Vielfalt an Symptomen. Also da muss man durchaus masochistisch veranlagt sein um das Auszuhalten. NEU - massive Schluckbeschwerden hinter dem Brustbein - NEU - Reaktivierung meines Asthma Bronchiales aus meiner Jugendzeit, NEU - massive allergische Reaktionen wie tränende Augen - gegen was ich allergisch bin keine Ahnung, sieht nach meiner Hündin aus - echt toll. NEU - Tinnitus in wirklich unangenehmer Lautstärke. Verstärkung der Entzündungsproblematik im Zungen- und Mundschleimhautbereich. Meine Probleme mit den Augen sind vermutlich ein Resultat des jahrelangen auf Hochtouren laufen meines Körpers, den jetzigen Schub vermutlich aufgrund der Reduktion.

Ich könnte vieles noch aufzählen, habe aber nur geschrieben, was hinzugekommen ist. Beeindruckt schon alles, weil ja nicht wirklich mehr behandelbar. Weiter kämpft man ja mit Ärzten, die nach wie vor sagen, alles kein Problem, was natürlich Schwachsinn ist. Rein gesellschaftlich kämpft man wieder damit, dass das Beschwerde Bild nicht ernstgenommen wird, da ja so viele Menschen psychische Probleme haben.

Ich bin ja wirklich sehr leidensfähig, aber leicht fällt es mir gerade nicht und wie ich schon in meinem eigentlichen Beitrag geschrieben habe ein Hochgehen bringt mir auch nichts, daher fühle ich mich im Moment eher so als Passagier - weil ich eigentlich nicht viel machen kann.

Persönlich halte ich von extrem langsamen Runtergehen nichts, weil es letztendlich auch nur in Ausnahmefällen funktioniert, die ich übrigens nicht kenne, aber der Höflichkeit halber schreibe.

Betroffene sind leider selbst wenn sie ein gutes soziales Netzwerk haben bei dem Thema sehr auf sich gestellt, weil es niemand nachvollziehen kann.

Eigentlich muss man es sehr pragmatisch sehen und akzeptieren was so auf einen einprasselt, wo es endet - ich weiß es nicht. Ich für mich werde sicher keine Ärzte zu diesem Thema konsultieren, heißt auch, wenn es mir sehr schlecht gehen würde, ich werde kein Krankenhaus aufsuchen.

Mehrfach habe ich betont wie enttäuscht ich bin von dem wie mit Menschen wie mir oder uns umgegangen wird, daran hat sich nichts geändert, weil bei aller Selbstverantwortung, die man trägt, ich denke nicht, dass man wusste, dass es letztendlich ein Kampf um (s)ein Leben wird. Das Problem bei aller Symptomatik ist nämlich, dass nicht alle Symptome eine verrückt spielende Psyche ist sondern dass da wirklich reale Gefahren auf einen zukommen.

Ich möchte auch niemand die Hoffnung nehmen, ich selbst habe sie ja auch, nur ich möchte schon ein Bewusstsein schaffen, dass es ein Megaproblem ist. Die Berichte im Forum sprechen auch eine deutliche Sprache, zumindest was den Hochdosisbereich angeht, zu anderen möchte ich mich nicht äußern, weil ich ja nicht Betroffener bin.

Ich habe in all den Jahren weitaus mehr versucht als einige hier denken und das waren wirklich grenzwertige Experimente fast. Wie gerne würde ich was anderes schreiben. Mein Weg bleibt der das ich es so sehe, das was ich schaffe werde ich alleine schaffen, ich sehe auch weit und breit keine effektive Hilfsmöglichkeit. Diejenigen, die sich auch mehr mit dem Thema beschäftigt haben, werden und da bin ich mir sicher irgendwann zu ähnlichen Erkenntnissen kommen.

Lasst Euch nicht ausnehmen, da es in dieser Gesellschaft fast ausschließlich um Geld geht, das ist der Gott, dem alle dienen. Die Schulmedizin hat nichts und Wunderheiler auch nicht. Das größte Kapital ist das was ihr selbst an Kraft aufzubringen im Stande seid. Alles Gute für jeden Betroffenen, der diesen bzw. meine anderen Beiträge gelesen hat.

Und glaubt trotz aller Schwierigkeiten an Euch es zu schaffen, Einige haben es geschafft, Kevin
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2006 Kalter Entzug ca. 3 Wochen stationär mit Trazodon als Ersatzmittel, nach 3 Monaten kalt auch dieses abgesetzt.
dann bis ca. 2011 sehr sporadische Einnahme von Diazepam ohne das Gefühl abhängig zu sein.
Dann aufgrund unerklärlicher gesundheitlicher Probleme erneut Diazepam abhängig bis heute - also leider schon ziemlich lang.
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Ich bin nach wie vor berufstätig 40 Stunden und gesundheitlich natürlich weiterhin Probleme, die in den Benzobereich passen wie Muskel-, Gelenksprobleme, Angst, Schlafprobleme, Gedächtnisprobleme, Augenprobleme leider (feuchte Makula) usw. - aber es ist wie es ist.
Andere Medikamentengruppen habe ich kaum konsumiert, wäre auch ohne Erfolg gewesen.
Dosierung? War sehr unterschiedlich, manchmal hoch, heißt über 30 mg Diazepam täglich, manchmal konstant 5-15 mg.
Zur Zeit nicht wirklich konstant und zu viel.

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Re: Gedanken, Erfahrungen, Absetzen aus dem Hochdosisbereich

Beitrag von Eva » Montag, 29.01.18, 19:31

Hallo Kevin,

auch wenn ich nicht in den Hochdosisbereich gehöre, möchte ich Dir hier wenigstens kurz mein Mitgefühl ausdrücken. Es ist heftig, was Du beschreibst, und ich verstehe, dass Deine Bemühungen über die Jahre bis ans Äußerste gingen und wie groß die Enttäuschung sein muss, wenn der Erfolg ausbleibt und sich stattdessen so viele Symptome einstellen.

Sicherlich ist es sehr schwer, so die Hoffnung aufrechtzuerhalten. Ich wünsche Dir das unter den Umständen Bestmögliche, vor allem auch, dass Du nicht wirklich ausgerechnet auf Deine geliebte Hündin allergisch reagierst; das wäre in der Tat tragisch für Dich. :cry:

Ich schätze Deine Offenheit hier und Deine Ehrlichkeit zu Dir selbst, das wollte ich Dir auch noch einmal sagen.

Alles Liebe, Eva
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Re: Gedanken, Erfahrungen, Absetzen aus dem Hochdosisbereich

Beitrag von Kevin05 » Mittwoch, 31.01.18, 16:26

Dankeschön!!!! Kevin
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Re: Gedanken, Erfahrungen, Absetzen aus dem Hochdosisbereich

Beitrag von lunetta » Mittwoch, 31.01.18, 18:33

Lieber Kevin!

Ich kann vor dir nur immer wieder den Hut ziehen!! Du bist so extrem leidensfähig, ich kann mir auch nicht ansatzweise vorsetllen, was du durchmachst! Du hast wirklich mein vollstes Mitgefühl und ich bewundere dich wie du aus dem Hochdosisbereich runtergegangen bist!

Ich habe jetzt nicht alle Beiträge durchgelesen, aber was ist den bei deinen KH-Untersuchungen rausgekommen?

Du bist ein Kämpfer, Kevin! Gib nicht auf und bleib so wie du bist - denn du bist ein wunderbarer, empathischer Mensch!

GLG!
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Re: Gedanken, Erfahrungen, Absetzen aus dem Hochdosisbereich

Beitrag von Kevin05 » Donnerstag, 01.02.18, 21:01

Hallo Ihr Lieben,

morgen habe ich meinen Termin fürs Lasern. Ich habe Angst, nicht nur vor dem Lasern sondern auch vor dem weiteren Verlauf. Ach ja, mir wurde gesagt, Angst schade meinem Auge... - blöd wenn man Angstpatient ist.

Danke für eure wertschätzenden Worte über meine Leidensfähigkeit, Wertschätzung bin ich nicht mehr gewohnt. Bei den Untersuchungen im Krankenhaus fehlen noch die Befunde, weil einige Gewebeproben gemacht wurden. Das dauert bei uns 10-14 Tage. Sonst stand kurioserweise bei den Diagnosen "Übergewicht" - das fand ich echt lustig, weil das ist mein kleinstes Problem, niemand empfindet mich als übergewichtig, der mich im realen Leben sieht.

Ob ich ein Kämpfer bin? Ich weiß nicht, vielleicht ist es auch Masochismus - keine Ahnung. Heute und gestern war ich arbeiten, alle meinten, ich solle mir keinen Stress machen, aber alle kamen mit Aufgaben, die ich unbedingt noch erledigen soll vor meinem Krankenstand.

Ich weiß auch warum ich so gerne arbeite gehe, weil dort die wirklichen Herausforderungen sind. Es ist ja leicht zu Hause versuchen gut zu sein, aber ich habe ca. 30 Telefonate am Tag neben meiner normalen Arbeit, da wird mir gedroht, Leute sind aggressiv, unfreundlich, manche sind nett, na ja, aber dort das zu leben, was ich mir vornehme ist schon schwer. Aber ist auch lustig, weil ich mich über das Anders Sein dieser Menschen immer wundere.

Ich denke mir immer ich gehöre da nicht hin, aber dann kommen schon vereinzelt Aussagen, wie schau dass du wieder kommst, es gibt ja kaum Menschen wie dich hier, das ist dann schön. Also was ich scheinbar schon geschafft habe ist, dass die meisten erkannt haben, dass da eben einer ist, der Gefühl hat, auch wenn es vielen nicht gefällt. LG und alles Gute Euch allen, bis bald, Kevin
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Re: Gedanken, Erfahrungen, Absetzen aus dem Hochdosisbereich

Beitrag von weg » Donnerstag, 01.02.18, 21:36

hallo kevin,

herzlich
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Re: Gedanken, Erfahrungen, Absetzen aus dem Hochdosisbereich

Beitrag von Ululu 69 » Donnerstag, 01.02.18, 21:47

Hallo Kevin,

ich wünsche dir alles Gute für deine Laserbehandlung.
Meine Daumen sind gedrückt, dass die Behandlung den erwünschten Erfolg bringt.

LG Ute
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Re: Gedanken, Erfahrungen, Absetzen aus dem Hochdosisbereich

Beitrag von Katharina » Freitag, 02.02.18, 6:22

Lieber Kevin !

Mein Daumendrücken kommt zu spät, aber es sind beide gedrückt heute, ganz feste !
Und dann Wochenende zum Erholen, das passt doch prima.

Du bist ein feiner Mensch. -
Masochismus?

Du informierst Du ohne Unterlass,
trägst die Verantwortung dieses komplizierten Medikamentes fest in der Hand,
lässt keine Mühe aus.
Beklagst Dich nicht, eher früher ich, bist Du etwas streng zu Dir - wenn ich das so schreiben darf.
Ich freue mich immer, wenn ich sehe das Du hier geschrieben hast.

Gute Genesung und eine besonders gute Erholung von der berechtigten Angst dieses Tages,

herzlich,
Katharina


Gruß,
Katharina
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Re: Gedanken, Erfahrungen, Absetzen aus dem Hochdosisbereich

Beitrag von inandout » Freitag, 02.02.18, 10:04

Hallo Kevin,

auch wenn es nur virtuell ist und ich nicht deine ganze Geschichte gelesen habe, will auch ich dir die Daumen drücken. Und auch ich finde, eine Reduktion von Medikamenten auf das minimal nötigste kann ein Ziel sein. Auch wenn wir unsere Kraft stärken sollen, wo wir können, es ist schon so wie du schreibst: die Hilfe und Unterstützung, die wir bräuchten, bekommen wir oft nicht, und Menschen können nicht alles allein schaffen (wenn auch vieles).

Alles alles Gute,

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Re: Gedanken, Erfahrungen, Absetzen aus dem Hochdosisbereich

Beitrag von Kevin05 » Freitag, 02.02.18, 17:53

Hallo, das Lasern ist vorbei, das Resultat, keine Ahnung. War eigentlich ziemlich stressig, aber ich hatte ein nettes Team, sowohl Arzt wie auch Assistentin waren sehr empathisch, dafür war und bin ich sehr dankbar, wenn man sowieso voller Angst ist.

Wie gesagt, wie es weiter geht ist sehr unklar, ich schreibe nur kurz, weil die Augen sind sehr angeschlagen, tränen, brennen, jucken. Das Problem bei dem Lasern ist das man sehr, sehr ruhig sitzen muss, nicht lange, aber wenn man große Angst hat ist das schwer und ich habe auch starke Reizhusten und wäre gar nicht gut gewesen hätte ich gehustet.

Ich war zwei Tage arbeiten, wie gesagt, das Bild, dass sich mir dort bot, war ernüchternd, komplett egal eigentlich. Positiv meine Ex-Frau hat mich begleitet und sich sehr im Rahmen ihrer Möglichkeiten bemüht, sie war zumindest da, was ich von anderen Menschen nicht sagen kann, auch hier mein Dank.

Mir wurde im Krankenhaus mehrwöchige Rehas empfohlen, wobei ganz ehrlich ich weiß nicht, ob das was ist, was ich möchte. Ich denke, Dinge, die man gern macht soll man machen, eine psychische Reha gehört für mich da nicht dazu, weil ich auch weiß wie die läuft, dazu kenne ich mich schon zu gut aus.

Ich werde versuchen wieder bald arbeiten zu gehen, der Druck steigt ja, ich bin wichtig für meinen Arbeitgeber und ich arbeite für die Mitarbeiter, mir war es immer wichtiger, dass mein Bereich funktioniert und das tut er im Moment freilich nicht.

Ich sehe auch nicht viele Veränderungsmöglichkeiten, klar werde ich versuchen runterzufahren innerlich, mehr Entspannung zu machen, mehr Sport, die Medikamente weiterhin stabil zu halten. Aber all das ist keinerlei Garantie für eine positive Veränderung oder einen Stillstand. Was ich verstanden habe ist das was ich ganz pragmatisch schon lange schreibe, ich bin halt auf mich gestellt, ich rechne mit keinerlei Unterstützung durch mein Umfeld.

Wenn mich jemand frägt wie das Lasern sich wenige Stunden danach äußert, dann kann ich nur sagen, ich merke keine Unterschiede, ich hoffe das ist positiv und wird auch in den Folgetagen so sein, es ist zumindest nicht schlechter geworden, es sind keinerlei Sehstörungen da, die Probleme mit den verzerrten Linien weiche ich aus, möchte ich gar nicht wissen im Augenblick, wobei vermutlich werden sich die nicht verändert haben. Aber nach Komplikationen sieht es im Augenblick nicht aus.

Positiv wie gesagt, bin wirklich total nett behandelt worden, war ein junger Arzt mit einer Menge Empathie, der war mehr als nett, so was freut einen natürlich und das schreibe ich bewusst, weil es nicht meinen normalen Erfahrungen in der Gesellschaft widerspiegelt. Mein Bruder hat mich nicht mal angerufen (er ist ja auch Betroffener) und mir weder was geraten noch nachgefragt. Aber gut, das habe ich nicht erwartet, Menschen die nie Zeit haben, die agieren so, ich mein das gar nicht böse, aber ich werde auch keine Zeit mehr haben, ich hoffe man braucht meine Hilfe nicht mal.

Abschließend möchte ich nochmals betonen, dass ich über all meinen Problemen nach wie vor meine Abhängigkeit sehe und dass die Auswirkungen gewaltig waren und sind, ob die Augen Teil davon sind kann ich nicht sagen, mein Gefühl ja, weil es ja in Zusammenhang mit meiner Persönlichkeit steht und wie ich lebte und da haben die Medikamente ja einen entscheidenden Anteil gespielt in meinem Leben, der sicher gravierendste Faktor in allem, wo ich heute stehe, alles Gute Kevin
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Beitrag von Katharina » Freitag, 02.02.18, 19:50

Lieber Kevin !

herzlichen Glückwunsch
das du es so gut überstanden hast .

vielleicht begegnet dir dass auch öfter, was ich häufiger erlebe in der letzten Zeit
jetzt in der ich keinerlei Notfall Medikament haben will und kann, wenn nichts Gravierendes geschieht

ich sage den Leuten das ich vor Angst oder vor Atemlosigkeit oder was auch immer
kaum stehen
kaum gehen
was auch immer und sie sind plötzlich sehr entgegenkommend

unterstützend mitfühlend, so wie dein nettes Ärzteteam heute

Es freut mich, das du dieses nette Ärzteteamund die Schwestern an deiner Seite haben konntest
und somit die Erfahrung auch dass es trotz aller oftmals erlebter Kälte um einen herum wirklich Menschlichkeit und Hilfsbereitschaft gerne willkürlich gegeben wird.

prima finde ich es auch wie du den heutigen Eingriff so geschafft hast

ich sage dir meine Version
wenn ich nicht in dieser Situation wäre in der ich jetzt bin
hätte ich garantiert zehn Tropfen genommen

und wäre dann dort hingegangen
weil ich persönlich der Meinung bin Stress in meinem Leben hatte ich genug

Es ist ein Riesengroßes Glücks Erlebnis
wenn man dann durch diese schweren, Angst machenden Situationen
ohne Extramedikamentation hindurch gehen könnte, wenn.

Wenn nicht, ebenso gut - da wir keinen Missbrauch betreiben.

es ist immer ein Sieg und ein Stück Unabhängigkeit
für heute
für diese Situation
für das gerade Erlebte

ich muss daran denken
es gibt bei uns einmal im Jahr eine Vorstellung aller Selbsthilfegruppen dieser Stadt, es ist für jeden etwas dabei.

auch eine Gruppe die mich ganz besonders berührt hat

sie nennen sich "die Angst - Hasen",
und es ist eine reine Männergruppe

wie hübsch und sympathisch die ihren Stand her gerichtet hatten
tapfer mit weichen Knien ihre Gruppe erklärten
es war wirklich eine Bereicherung

und dann verstehe ich wieder was die Krankenschwester auf ihren Schlüsselbund Schild geschrieben stehen hatte
damals,
als ich den kalt EntZug machte
was ich damals überhaupt nicht verstand :

Schwäche kann auch Stärkr sein

und was ich ganz besonders berührend und wunderschön finde ist,
das du auch so wie ich,
trotz allem oder gerade deswegen auf die Unterstützung deiner Frau rechnen kannst,
so wie sie wahrscheinlich auch auf dich

immerhin war es ja einmal gut
immerhin war es ja auch einmal begehrend,das gemeinsame Zusammensein

dass es dann anders wurde ist ein zweiter Punkt

Sich dennoch gut zu bleiben finde ich ist wie Frieden geben
nichts interessiert mich in meinem Leben so sehr wie möglich Ruhe und Frieden zu finden und zu erhalten

selbstverständlich nicht um jeden Preis
aber dort, wo es geht
auf alle Fälle

ich weiß, dass ich in der Not sofort auf meinen Mann zählen kann
dass er dort alles in die Wege leitet in genau diesem Moment
was ihm an Möglichkeiten gegeben sind ist
das ein gutes Gefühl,
umgekehrt natürlich genauso

erhole dich gut,

ich hoffe das Wetter ist
vielleicht wäre es ganz gut das ist bedeckt ist bei euch
so das deine Augen nicht gereizt werden und du trotz alledem kleine Spaziergänge genießen kannst mit Deiner kleinen Hündin

liebe Grüße
eine gute Nacht

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Petra49
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Re: Gedanken, Erfahrungen, Absetzen aus dem Hochdosisbereich

Beitrag von Petra49 » Freitag, 02.02.18, 20:55

Kevin05 hat geschrieben:
Freitag, 02.02.18, 17:53
Hallo, das Lasern ist vorbei, das Resultat, keine Ahnung. War eigentlich ziemlich stressig, aber ich hatte ein nettes Team, sowohl Arzt wie auch Assistentin waren sehr empathisch, dafür war und bin ich sehr dankbar, wenn man sowieso voller Angst ist.

Wie gesagt, wie es weiter geht ist sehr unklar, ich schreibe nur kurz, weil die Augen sind sehr angeschlagen, tränen, brennen, jucken. Das Problem bei dem Lasern ist das man sehr, sehr ruhig sitzen muss, nicht lange, aber wenn man große Angst hat ist das schwer und ich habe auch starke Reizhusten und wäre gar nicht gut gewesen hätte ich gehustet.


Hallo Kevin,

falls ich fragen darf, warum wurdest du gelasert, hattest du eine Netzhautablösung ?
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Re: Gedanken, Erfahrungen, Absetzen aus dem Hochdosisbereich

Beitrag von Kevin05 » Freitag, 02.02.18, 21:38

Hallo Petra, ich hatte zuerst mehrere Diagnosen, die letzte ist feuchte Makuladegeneration, im Gegensatz zu RCS oder CCS ist mir nichts bekannt, was diese Erkrankung heilt sondern im Idealfall verzögert. Es bilden sich Blutgefäße und an der Netzhaut bildet sich Flüssigkeit, diese schädigt die Zellen nachhaltig, was kaputt ist ist kaputt. Die Makula ist das Zentrum des schärfsten Sehens, das Endstadium ist dass man erblindet, das kann Wochen dauern oder Jahre, manchmal auch länger oder auch kürzer, die Forschung weiß wenig. Lasern ist nur ein Versuch, die Erfolge beziehen sich nur auf Verzögerung.

Stress, Bluthochdruck, Alkohol, Nikotin, erhöhter Cortisolspiegel stehen im Verdacht, aber es gibt keine wissenschaftlichen Studien. Ich kann jedem, da es Frauen weitaus seltener betrifft nur raten, liebe Leute investiert ein wenig Geld in eine gute Sonnenbrille und trägt die auch wenn die Sonne mal nicht scheint, das ist was ihr von außen tun könnt und eine wirkliche Bildschirmbrille, also nicht vom Supermarkt, die muss entspiegelt sein und andere Merkmale haben. Das ist der Schutz von außen, über die inneren Faktoren kann ich nur raten, meiner Ansicht nach Stress bzw. Stressspitzen, schlechte Lebensumstände sind Gift. Die Erkrankung ist im Steigen, ob es auch Zusammenhänge mit PPs gibt kann ich nicht sagen, wenn Alkohol und Nikotin schaden, dann wohl auch Medikamente.

Die Augen hängen mit der Niere und der Leber zusammen, also seid vorsichtig, alles Liebe Kevin
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Benzodiazepin Einnahme seit 1989
(8 Monate durchgehend Bromazepam hoch dosiert genommen - kalt ohne Probleme abgesetzt!)
bis 2003 sporadisch - meiner Ansicht nach keine Abhängigkeit
zwischen 2003-2006 definitiv starke Abhängigkeit/Sucht
Auslöser: Meine erste Scheidung und eine Schilddrüsen-OP
ca. 6-7 Monate auch stärkeren Alkoholkonsum, also zwischen 2005-2006 (vorher niemals Alkohol getrunken, danach auch nie mehr bis heute, auch keinerlei Bedürfnis)
2006 Kalter Entzug ca. 3 Wochen stationär mit Trazodon als Ersatzmittel, nach 3 Monaten kalt auch dieses abgesetzt.
dann bis ca. 2011 sehr sporadische Einnahme von Diazepam ohne das Gefühl abhängig zu sein.
Dann aufgrund unerklärlicher gesundheitlicher Probleme erneut Diazepam abhängig bis heute - also leider schon ziemlich lang.
Niemals Einnahme von irgendwelchen Drogen, auch meine Medikamente wurden mir ausschließlich über den Arzt verschrieben.
Ich bin nach wie vor berufstätig 40 Stunden und gesundheitlich natürlich weiterhin Probleme, die in den Benzobereich passen wie Muskel-, Gelenksprobleme, Angst, Schlafprobleme, Gedächtnisprobleme, Augenprobleme leider (feuchte Makula) usw. - aber es ist wie es ist.
Andere Medikamentengruppen habe ich kaum konsumiert, wäre auch ohne Erfolg gewesen.
Dosierung? War sehr unterschiedlich, manchmal hoch, heißt über 30 mg Diazepam täglich, manchmal konstant 5-15 mg.
Zur Zeit nicht wirklich konstant und zu viel.

Nachtrag: Warum schreibe ich das? Weil jemand gefragt hat von den neuen Mitgliedern, dass ich eine Signatur schreiben soll im Sinne, dass man sich die gesundheitlichen Probleme erklären kann. Also 99,9% Benzodiazepine - keine Drogen! Und kurzfristig Alkohol.


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Re: Gedanken, Erfahrungen, Absetzen aus dem Hochdosisbereich

Beitrag von Kevin05 » Freitag, 23.03.18, 7:48

Hallo,

ein Aufhören der Einnahme von Benzodiazepinen, aber auch anderen Substanzgruppen nach vielen Jahren ist aus meiner Sicht nur dann möglich, wenn man aus dem Prozess des Funktionierens sich herausnehmen kann. Dazu gehört letztendlich als Resultat eine soziale Isolation. Berufsleben bzw. Familienleben mit Kindererziehung sind zu hohe Belastungsfaktoren um aussteigen zu können.

Ich denke man hätte Millionen von Menschen vor diesen Szenarien schützen können, in dem man sie nicht behandelt hätte, einmal in der Spirale ist das rauskommen sehr schwer. Letztendlich macht es traurig, weil man auch vielen ihr Leben oder ein normales Leben vorenthalten hat. Und ja es gibt natürlich die Selbstverantwortung auch, aber selbst ich war mir der Konsequenzen zumindest in den ersten Jahre der Einnahme nicht bewusst.

Ich halte ein Aufhören auch dauerhaft für möglich, auch im Hochdosisbereich, aber der Preis dafür ist wie gesagt, dass man ein Leben mit hohen Einschränkung führen muss. Die Belastbarkeit in der Form, wie sie von der heutigen Leistungsgesellschaft gefordert wird, dass die zurückkommt halte ich für Unwahrscheinlich. Auszunehmen sind hier vielleicht sehr junge Menschen, da ist die Chance vermutlich deutlich höher, dass mehr Regeneration möglich ist.

Man kann aus diesem Beitrag Negatives oder Positives rauslesen, ich nehme mal die positive Botschaft heraus, nämlich dass es möglich ist, aber unter sehr speziellen Voraussetzungen und abschließend möchte ich wieder betonen, dass es sich hier um eine sehr subjektive Sicht handelt, wobei ich kann nur über das Berichten, was mir bekannt ist, Kevin
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Re: Gedanken, Erfahrungen, Absetzen aus dem Hochdosisbereich

Beitrag von inandout » Freitag, 23.03.18, 8:33

Hallo Kevin,

ich danke dir für deinen Beitrag. Ich finde den Aspekt des "Funktionieren-Könnens" sehr wichtig, und ob man es sich leisten kann, nicht mehr so zu funktionieren, wie es der Kapitalismus des 21. Jahrhunderts vom Durchschnittsmenschen verlangt. Bzw. was der Preis dafür ist, nicht mehr so funktionieren zu können.

Meiner Einschätzung nach kann eine verständnisvolle Familie auch eine Unterstützung sein, sie nicht zu haben, eine zusätzliche Belastung. Aber natürlich auch eine Belastung, wie du schreibst, wenn z.B. für Kinder zu sorgen ist. Nicht zu unterschätzen ist die finanzielle Absicherung, ob vorhanden oder nicht und wie weit sie reicht. Die materiellen Faktoren sind ganz entscheidend dafür, wie viel Lebensqualität noch möglich ist.

Ganz besonders stimme ich dir zu, dass millionenfaches Leid verhindert werden könnte, wenn keine Psychopharmaka-Therapie eingeleitet worden wäre, bzw. etwas anderes, was die konkrete aktuelle Notlage wirklich bearbeitet (das meiner Meinung nach fast immer zwischenmenschliche Gründe hat, oft in Kombination mit materieller Not (Job, Wohnsituation, Perspektiven). Sowie z.B. die open dialogue Psychiatrie in einem Teil Finnlands es tut.

Wenn junge Menschen es schaffen, schnell wieder von den PP loszukommen und sich eine Perspektive und ein Leben erarbeiten können, kann man ihnen nur gratulieren, das freut mich für jeden.

Kurzum, ich stimme dir voll zu, dass ein Absetzen und vor allem eine "Heilung" im umfassenden Sinn nicht für jeden möglich ist (das aber bitte nicht als Einschätzung zu dir gemeint, denn diese Einschätzung kann ich nicht abgeben).

Alles gute für dich!

LG inandout
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Re: Gedanken, Erfahrungen, Absetzen aus dem Hochdosisbereich

Beitrag von Kevin05 » Freitag, 23.03.18, 9:42

Hallo Inandout,

ich danke auch dir für die doch ergänzenden Gedanken zum Thema, nämlich dass natürlich in gewissen Fällen ein gutes soziales Netzwerk eine Hilfe ist, ob das nun Familie oder wirkliche Freunde sind. Die Belastungsfaktoren, die ich in Bezug auf die Familien meinte waren eben Kindererziehung bzw. der existenzielle Druck genug zum Leben zu haben. Weil wenn da einer von zweien ausfällt kippt das Ganze. So gesehen haben auch oft junge Familien hohen Druck.

Ich möchte auch nicht sagen, dass Psychopharmaka generell nie eine Hilfe sind, aber den Punkt denn ich ansprach bezog sich auf die Menschen denen meiner Ansicht nach auch ohne den Start einer Medikamententherapie geholfen hätte werden können. Ich denke sogar, dass es die Mehrheit der Betroffenen gewesen wäre und ich bleibe dabei man zerstört hier Leben oftmals. Dass es in dieser Klarheit nicht angesprochen wird ist mir schon klar, weil eben wirtschaftliche Interessen dahinterstehen.

Es gibt aber durchaus auch Meinungen mittlerweile, die ja du auch andeutest, dass der Grund der vielen psychischen Probleme der Menschen einfach in der Reizüberflutung bzw. der veränderten Gesellschaft liegen. Dem würde ich auch zustimmen. Es mag zwar sein, dass sich der Mensch anpasst, aber in diesem Fall ist es zweifelsohne nicht gelungen. Die Resilienz der Menschen ist eher zurückgegangen, auch der jungen Menschen.

Wie gesagt, ich bedaure diese Entwicklung sehr, vor allem weil es totgeschwiegen wird welch großes Leid hier vielen angetan wird und es ist natürlich so, dass es die Menschen bemerken, aber oft ist dann zu spät.

In meinem Fall gehe ich nicht von einer Heilung aus, das maximale was ich erreichen kann ist eine gewisse Form der Stabilität und ein selbst bestimmtes Leben zu führen und einen gewissen Grad an Gesundheit zu erhalten, alles andere sehe ich zur Zeit als unrealistisch an. Das gilt aber nur für mich subjektiv, es mag durchaus Menschen geben, die da raus kommen, aber die Voraussetzungen müssen einfach passen. Das Alter halte ich nach wie vor als sehr großen Faktor, LG Kevin
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ca. 6-7 Monate auch stärkeren Alkoholkonsum, also zwischen 2005-2006 (vorher niemals Alkohol getrunken, danach auch nie mehr bis heute, auch keinerlei Bedürfnis)
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Ich bin nach wie vor berufstätig 40 Stunden und gesundheitlich natürlich weiterhin Probleme, die in den Benzobereich passen wie Muskel-, Gelenksprobleme, Angst, Schlafprobleme, Gedächtnisprobleme, Augenprobleme leider (feuchte Makula) usw. - aber es ist wie es ist.
Andere Medikamentengruppen habe ich kaum konsumiert, wäre auch ohne Erfolg gewesen.
Dosierung? War sehr unterschiedlich, manchmal hoch, heißt über 30 mg Diazepam täglich, manchmal konstant 5-15 mg.
Zur Zeit nicht wirklich konstant und zu viel.

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Re: Gedanken, Erfahrungen, Absetzen aus dem Hochdosisbereich

Beitrag von Kevin05 » Mittwoch, 04.04.18, 20:18

Hallo,

meine Sicht heute auf das Thema Benzodiazepine ist anders. Ich denke, ob man nun langsam absetzt oder schnell hat keine Auswirkung auf spätere Folgeschäden der Einnahme. Je nach Einnahmedauer bzw. Dosis höhe gehe ich von diversen Nachwehen aus. Das ist auch das Bild, welches ich mir hier über die Jahre machen konnte, die die schnell abgesetzt hatten haben nachhaltig Probleme gehabt oder haben sie noch, die die langsam absetzten ebenso.

Der Punkt ist letztendlich schafft man es oder nicht? Wenn man es schafft, dann so oder so, also die langsam absetzen und Erfolg hatten sowie die zügig runtergingen ohne Ersatzsubstanzen.

Betroffene haben auch manchmal eine zu hohe Erwartungshaltung, Probleme, die man vor der Einnahme hatte, wieso sollten die nach einer erfolgreichen Therapie weg sein? Das wäre nicht logisch nachvollziehbar. Meist ist es eher so, dass man einiges Neues von der Medikamentenzeit mitnimmt, was man vorher nicht hatte.

Ich sehe lange Ausschleichzeiten als suchtverlängernd an, das ändert auch nichts an meiner persönlichen Geschichte, die ist gar nicht repräsentativ, weil ich ganz andere Voraussetzung hatte und habe. Mir ist ja auch einmal ein schnelles Absetzen gelungen und bin danach immerhin einige Jahre nicht in der Form wie heute bzw. danach (bezieht sich auf die Zeit nach dem Entzug) abhängig gewesen.

Wenn man die Möglichkeit hat um sich ein soziales Netzwerk aufzubauen, dann sehe ich da durchaus das Potential zügig abzusetzen. Ich habe mit sehr vielen verschiedenen Berufsgruppen von Menschen gesprochen, die in diesen Bereichen arbeiten, was alle gemein hatten, war dass sie wenig Ahnung hatten.

Gut, jetzt kann man sagen, ja, die Betroffenen haben Ahnung? Haben wir Ahnung? Ich kann diese Frage nur für mich beantworten, in Anbetracht meiner persönlichen Erfahrungen über die Auswirkung bzw. Schädigungen durch dieses Medikament sage ich NEIN - keine Ahnung ebenso. Einfach weil die Individualität der Symptome bzw. überhaupt jeglicher Reaktionen dermaßen unterschiedlich und komplex sind. Und das selbe gilt für die Reaktion der jeweiligen Betroffenen, keine Geschichte ist wie die andere, es gibt keine Regel für mich.

Auch diejenigen, die alles richtig gemacht haben und langsam abgesetzt haben oder bereits auf Null sind, werden immer wieder aufs Neue überrascht, welche "seltsamen Dinge" da kommen, die sicher meist in Zusammenhang mit der Einnahme der Substanzen in Verbindung gebracht werden können, auch wenn vieles nirgendwo steht. Die Unberechenbarkeit dieser Medikament, also letztendlich aller Substanzgruppen ist dermaßen groß, dass es vermessen wäre, egal von wem zu behaupten er oder sie habe wirklich Ahnung, das glaube ich nicht mehr.

Es fällt den Menschen einfach sehr schwer zu sagen, dass sie keine Ahnung haben, kein Wissen bzw. keine Meinung, weil wie kann das sein, dass jemand zu irgendwas keine Meinung hat? Daher kommt ja das Wort "versuchen" bei dieser Erkrankung besonders häufig vor, weil man kann nur versuchen, irgendetwas was auf wirklichem Wissen aufgebaut ist, sehe ich nicht.

Und nein, ich will weder provozieren noch polarisieren, das ist nur meine persönliche Erfahrung, nicht mehr und nicht weniger und ich sage nicht, dass es eine objektive Wahrheit ist.

Kevin 
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dann bis ca. 2011 sehr sporadische Einnahme von Diazepam ohne das Gefühl abhängig zu sein.
Dann aufgrund unerklärlicher gesundheitlicher Probleme erneut Diazepam abhängig bis heute - also leider schon ziemlich lang.
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Andere Medikamentengruppen habe ich kaum konsumiert, wäre auch ohne Erfolg gewesen.
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