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Das Leben nach den Benzos - Ein Mutmachbericht

Sammlung von Erfahrungsberichten mit Psychopharmaka.
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Rosenrot
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Das Leben nach den Benzos - Ein Mutmachbericht

Beitrag von Rosenrot » Mittwoch, 14.03.18, 22:01

Liebe Weggefährten, :)

das Original dieses erfreulichen Berichtes hat Murmeline :) entdeckt.

https://www.followyourblissfoundation.o ... -Ever-Come

Hier die Übersetzung:

Das Leben nach den Benzos ~ Wird die Heilung jemals kommen?

8. März 2017 Merry Citoli


Heute Morgen erwachte ich zum süßen Duft von Zitronenblüten und Sonnenschein. Es war ein wundervoller Frühlingstag in der Wüste und der allererste Tag, an dem ich beinahe völlig symptomfrei war, nachdem ich fast 14 Monate zuvor Benzodiazepine entzogen hatte. Darüber hinaus war mein Lunesta (Eszopiclon d. Übers.)-Entzug 5 Monate her und bis auf eine kleine Dosis Phenibut, die ich noch entziehen wollte, fühlte ich mich total befreit. Ich fühlte mich endlich befreit von den dunklen Fesseln, die mir während meiner fast 17-jährigen Benzodiazepin-Abhängigkeit das Leben zur Qual gemacht haben. Ich betete zu Gott, dass dies das Ende dieser wirklich furchtbaren Symptome sein würde.

Genau wie viele von euch, die sich noch im schlimmsten Absetzprozess befinden, las ich zahlreiche Online-Artikel und –Geschichten, die mir die Heilung versprachen. Ich weiß, dass viele von euch denken, sie gehören zur der Minderheit, die niemals gesund wird, und dass irgendetwas mit euch nicht stimmt. Auch ich habe es für unmöglich gehalten, dass eine legale Droge wie ein Benzodiazepin derart viele Probleme verursachen kann. Es ist eine verwirrende und einsame Reise, für die ihr eines Tages dankbar sein werdet.

Dieser herrliche Frühlingsmorgen war der erste, an dem ich eine überbordende Freude und Dankbarkeit wie nie zuvor empfand. Monatelang hatte ich daran gearbeitet, zu meiner Musik zurückkehren zu können, und ich hatte gerade die Vocal Tracks meiner neuen Aufnahme „Return From the Abyss“ fertiggestellt. Ich genoss das Gefühl, etwas nach einem langen, schmerzhaften Heilungsprozess vollendet zu haben. Es ging darum, Kompositionen auswendig zu lernen, an denen ich vor einem Jahr mühsam gearbeitet hatte. Dies war eines von vielen Zielen, die ich mir selbst gesteckt hatte, um meinen Fokus vom vergangenen Schmerz auf vor mir liegende Projekte zu verlagern.

Für alle von euch, die für irgendetwas im Leben Leidenschaft hegen: Dies ist der beste Moment, euch darauf zu konzentrieren. Für alle von euch, die schon immer Angst davor hatten, etwas Bestimmtes zu tun: Kramt es hervor und – koste es, was es wolle - findet euren Weg genau jetzt. Ich weiß, ihr denkt, das sei unmöglich, so krank wie ihr euch gerade fühlt. Und manchmal ist es das auch. Sobald ihr jedoch diese noch so kleinen Fenster habt, könnt ihr euren Geist in eine bessere Richtung lenken.

Es gab Tage, an denen ich nur im Bett liegen und auf mein Keyboard starren konnte. Ich habe es für unmöglich gehalten, jemals wieder darauf spielen und aufnehmen zu können, aber wahrscheinlich hat dieser erste Schritt mein Leben und meinen Verstand gerettet. Vielleicht reichte meine Energie nur, um 15 Minuten zu spielen und zu singen, aber ich sagte mir ständig, dass, wenn ich nur Babyschritte machte und jeden Tag etwas übte, ich meine verlorene Fähigkeit würde zurückgewinnen können.

Während der ersten 5 Monate war es sehr schmerzhaft, wieder zu spielen. An einigen Tagen saß ich am Keyboard und konnte nur weinen, weil mein Hirn gebraten war und ich keine Begeisterung empfand. Jedoch begann ich genau da, die Fähigkeit des menschlichen Körpers, sich selbst zu heilen, zu entdecken. Langsam begann ich, einen einzigen Song auswendig zu lernen, und, ehe ich mich versah, konnte ich 10, dann 20 Songs spielen. Nach einigen Monaten gestaltete es sich so mühelos, wie es immer gewesen war.

Während der letzten Jahre des Ausschleichens ging ich nur noch im Notfall oder bei durch Ohnmachten herbei geführten Verletzungen zum Arzt. Ich begann, meine spirituelle Entwicklung zu vertiefen, indem ich Yoga und Meditation praktizierte und mir auf Youtube alles Positive, das Loslassen und Annehmen thematisierte, ansah. Ich hörte Abraham Hicks und „Ein Kurs in Wundern“ und alles, was mich irgendwie erdete, und das meinen Geist von diesem horrenden Schmerz und der Trauer über den Verlust meines bisherigen Lebens befreite.

Es gab einen Punkt, an dem ich das, was mir widerfahren war, einfach nicht akzeptieren konnte. Ich versuchte Diäten, Akupunktur, Nahrungsergänzungsmittel und jegliche alternative Behandlungsmethode, von der ich gelesen hatte. Die schlimme Realität holte mich jedes Mal ein, wenn ich einen weiteren Artikel las, in dem stand, dass nur Zeit und Geduld die furchtbaren Entzugssymptome, die viele von uns erfahren, heilen können. Ich wünschte, ich könnte euch sagen, dass das nicht stimmt. Aber tatsächlich sind diejenigen, die den Entzug durchlebt haben, die Einzigen, die die Hardcore-Wahrheit über diese Drogen kennen. Sie sind diejenigen, die euch verstehen, so wie viele von ihnen mich verstanden haben.

Sobald ihr euch zum Entzug entschlossen habt, werden euch wenige Ärzte unterstützen. Das medizinische Umfeld wird euch für verrückt halten und leider werden Freunde und Familienmitglieder sich längst zurückgezogen haben, bevor ihr geheilt seid. Tatsächlich hielt ich das für positiv, weil ich zu meiner eigenen Kraft fand, indem ich all das los ließ, was meinem Leben nicht mehr diente. Ich bekam mein Strahlen zurück und ich fühlte mich stärker und leidenschaftlicher in meinem Leben, mit meiner Musik als je zuvor.

Schließlich entdeckte ich, dass ich selbst mein bester Heiler war. Das Nähren meiner Freude und meiner Seele brachten mich während vieler, vieler Monate in meinem Heilungsprozess weiter als es jeder Arzt und jede Heilmethode je vermochten.

Einige Dinge wie Massagen und Übungen, fand ich in Kombination mit spiritueller Arbeit hilfreich. Diese Dinge erfährt jeder Mensch anders, aber in vielen Erfolgsgeschichten, die ich gelesen habe, machen die Menschen ähnliche umwandelnde Erfahrungen und Erkenntnisse zu ihrer Gesundheit wie ich. Viele beschreiben die Erfahrung als ein Erwachen, das ihnen einen tiefen Frieden, wie sie ihn nie zuvor erlebt hatten, geschenkt hat. Allen ist gemeinsam, dass sie nach ihrem Benzo-Entzug nichts mehr im Leben als schwierig erachten. Schaut mein nächstes Youtube-Video über meine spirituelle Reise an, in dem ich die verschiedenen Quellen, die ich verwendete, um Zugang zu meinen inneren, heilenden Ressourcen zu erhalten, beschreibe.

Heute hatte ich die Gelegenheit, jenes Wohlbefinden zu fühlen, nach dem ich mich so viele Monate gestreckt habe. Selbst wenn ich noch einige Wellen bekomme, so weiß ich jetzt, was mich erwartet. Mehr noch als nach dem ersten Wunder, als ich den 20. Song auswendig lernte.

Alles ist möglich!

Namaste ~ Merry
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Re: Das Leben nach den Benzos - Ein Mutmachbericht

Beitrag von Jamie » Mittwoch, 14.03.18, 22:10

wunderschön, danke für die Übersetzung und auch Namaste an alle :)
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Re: Das Leben nach den Benzos - Ein Mutmachbericht

Beitrag von Clarissa » Donnerstag, 15.03.18, 5:56

... und so vieles deckt sich mit meinen eigenen Erfahrungen! Danke auch von mir für die tolle Arbeit.
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Re: Das Leben nach den Benzos - Ein Mutmachbericht

Beitrag von Berlin-2013 » Donnerstag, 15.03.18, 12:55

..... genau so sehe ich das auch und kann es bestätigen....

Die Zeit und die Geduld gepaart mit guter Nahrung und Spass/Lachen ist die beste Medizin und wenn möglich erholsamer Schlaf.

Jeder hat die realistische Chance auf Heilung!!!
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MurmelineRosenrot
viele Grüße und 2018 wird super
Ich war viel zu schnell unterwegs und es hat alles verschlimmert und den Entzug unnötig verlängert!! :schnecke: besser ZEIT UND GEDULD
über 3,5 Jahre nach 0 mg :party2:

Licht am Ende des Tunnels


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