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endlich benzofrei

Sammlung von Erfahrungsberichten mit Psychopharmaka.
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CURUBA
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endlich benzofrei

Beitrag von CURUBA » Samstag, 21.04.18, 15:18

hallo

habe lange in keinem forum mehr etwas geschrieben,zu benzos schon gar nicht.habe die pillen lange für vernachlässigbar gehalten,da mein hauptproblem bei heroin und kokain zu suchen war,so dachte ich zumindest.
vor 5 jahren hab ich eine ambulante therapie wahrgenommen,in der hoffnung noch irgendwas zu drehen (war zu der zeit 45 jahre).zu der zeit nahm ich,auf den monat verteilt,ca 20-30 diazepamtabletten,10 mg,die ich mir auf der szene besorgen musste da mein substitutionsarzt (ich bekomme polamidon), benzos verabscheut und mir nie welche verschrieben hätte.ich sah in dem diazepam ein geeignettes mittel um die nebenwirkungen vom kokain erträglich werden zu lassen,die bei mir teils extrem waren,in form von übelsten depressionen und selbstzweifeln,herzrasen,hohem blutdruck,kopfschmerzen und in den letzen jahren noch panikattacken die scheinbar über meinen verstand gingen.ich nehme das kokain iv.
außerdem nahm ich das diazepam gegen die ständigen rückenschmerzen und zum entspannen nach der arbeit (ich arbeite auf einem bauernhof).

nunja,vor 5 jahren ging ich dann in eine klinik zur "entgiftung",um die urinwerte der benzos und des thc auf ein erträgliches maß zu bringen,insgesamt war ich aber nur 10 tage dort,dann rüber zur ambulanten therapie,abends dann nach hause.jedenfalls hatte ich bis dahin keinen benzoentzug erlebt,zumindest glaubte ich das.ich sagte auch nichts als ich 0 zum abdosieren bekam! nach fast 25 jahren benzos,auch wenn es nur einmal die woche war(dann aber oft bis zu 100 mg).hm,wenn ich recht überlege auch über wochen täglich.dann aber nicht mehr als 20 mg.
ich brauche euch ja die zustände des entzuges nicht beschreiben,ihr werdet sie kennen.das was mich fast wahnsinnig machte war das herzrasen,der zu hohe blutdruck.an einem morgen war es so schlimm das ich vor dem schwesternzimmer auf und ab ging um etwas zu bekommen was den puls runterbringt,nach einer stunden bekam ich etwas (kein benzo) und ich wurde zum glück ruhiger,denke es war eine art betablocker.
schlafen klappte natürlich auch nicht,ich kam nie zur ruhe,dazu extremes missempfinden am ganzen körper,depressionen hielten sich zum glück in grenzen.
in der therapie bekam ich truxal,4 x 25mg.naja,bischen hats wohl geholfen.viel ruhiger wurd ich aber nicht,auch schlafen ging höchstens eine stunde am tag.das was ab da sehr anstrengend wurde war jeden tag die 20 km mit dem bus und bahn zu der therapiestelle zu fahren.ich musste zu der zeit fast alle 10 min urin lassen,was in einem bus recht schwierig werden kann :? schuld war die innere unruhe,wobei die schon an folter grenzte.
zurückbetrachtend und nach hilfe eures forums muss ich mich nun wirklich nicht wundern das nach einer so langen zeit der einname von benzos nach 2 wochen noch entzugserscheinungen hatte :schnecke: :schnecke:
auch weiß ich nun woher die krämpfe kamen :? im nachhinein kann ich wohl froh sein das alles lebend überstanden zu haben.

seitdem sind 5 jahre vergangen,ich nahm wieder benzos wegen dem koks,ein bis zwei mal die woche,immer so 20-60mg auf einmal.
mitlerweile bin ich seit 10 wochen benzofrei,wieder kalt entzogen :? auch lass ich die finger vom kokain.
es geht mir mitlerweile gut,ich habe keine panikattacken mehr,auch ist meine angst vor dem leben als solches viel weniger geworden.meine körperliche ausdauer hab ich auch wieder,vorher war ich nach 100 metern radfahren schon durch,jetzt sind 3 km zur arbeit kein problem mehr.ich weiß,ist nicht viel,aber 30 jahre tabak und harte drogen fodern ihren tribut.

gruß
matthias
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Re: endlich benzofrei

Beitrag von Katharina » Samstag, 21.04.18, 15:32

Lieber Matthias!

10 Wochen Substanz frei,
halte es Dir fest vor Augen, dass ist eine lange Zeit, klasse!

schau ob Du Alternativen zur Verfügung bekommen kannst,
zb
Selbsthilfe Gruppen
-ich habe einen Suchttherapeuten, der mich begleitet

ein Sicherheits - Netz damit Du in schwierigen Situationen aufgefangen werden kannst, Dich weniger mies fühlen musst

wenn die Substanz eventuell wieder in Frage gestellt werden könnte aus einer Not heraus

Niemand muss da allein durch, finde ich

Alles Gute für Dich,

Katharina
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Re: endlich benzofrei

Beitrag von CURUBA » Samstag, 21.04.18, 16:10

hallo katharina

danke für deine antwort

es ist keine gier nach benzos vorhanden,war sie nie.von daher glaub ich das es klappen kann.wenn ich mir dann noch die nebenwirkungen vor augen halte fällt es mir nicht schwer sie nie wieder zu nehmen. wichtig ist das ich ebenso die finger von aufputschenden mitteln lasse,aber auch das fällt mir mitlerweile relativ leicht.
die sehr starken angstzustände der letzten jahre haben einiges bewirkt,es musste wohl erst so kommen.
nun kann ich mir das ziel setzten die hepatitis c therapie zu beginnen und später auch vom polamidon abzuturnen.

gruß
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Jamie
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Re: endlich benzofrei

Beitrag von Jamie » Samstag, 21.04.18, 16:32

Hallo Matthias, :)

Glückwunsch zu dem, was du schon alles geschafft hast und die kleinen positiven Lichter, die aufscheinen werden und die du dir erarbeitest - die halte fest und sei stolz auf dich!
Natürlich ist es was wert nun schon mal Strecken zur Arbeit zu radeln, wo man vorher schon nach 5min durch gewesen wäre!
Es sind kleine Schritte, aber Wege werden gegangen, ob man nun 100 große Schritte oder 500 Trippelschritte macht... Hauptsache man geht den Weg überhaupt.

Wir haben hier im Forum einen Thread, da kannst du mal reinschauen, wenn du magst, wo wir sehr kontrovers erörtert haben, was eigentlich dran ist an dem Spruch, dass ein Benzoentzug härter als ein Heroinentzug sein kann. Ich war nur von Benzos abhängig und habe nie Kontakt zu anderen Drogen gehabt, deswegen kann ich keinen Vergleich ziehen, aber diejenigen, die mehreres konsumiert und entzogen haben, berichteten oft, die Benzos seien der härteste Knochen gewesen, an dem sie zu knabbern gehabt hätten.

viewtopic.php?f=8&t=13680

Und sollte das so sein, dann darfst du ja voller Mut und Zuversicht in die Zukunft und ans Polamidon denken, denn wenn du es schaffst jetzt den Benzos dauerhauft den Rücken zu kehren, dann schaffst du vermutlich alles! :fly: :group:

Ich wünsche dir einen guten Austausch hier.
Bitte lege eine Signatur an und wenn du dich bei jemandem für einen Beitrag bedanken möchtest, dann kannst du den Daumen-Button (rechts oben im Feld) drücken :)
Wie man sich bedankt: viewtopic.php?f=46&p=242501#p242501

Grüße
Jamie
...........SIGNATUR...............


:arrow: Eure Mithilfe ist gefragt - wer benutzt die Wasserlösemethode?


:!: mein Erfahrungsbericht (AD absetzen / erzwung. Kaltentzug / SSRI / Akathisie): viewtopic.php?f=51&t=12478


Meine PN-Funktion ist deaktiviert. Ich danke für euer Verständnis.

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Katharina
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Re: endlich benzofrei

Beitrag von Katharina » Samstag, 21.04.18, 18:16

Lieber Matthias!

Wenn ich Deine Worte lese, fühle ich Kraft und Entschlossenheit.

Ich selbst bin sehr erschöpft zur Zeit , aber immer froh
immer

weniger absetzen zu müssen.

Das Gefühl wieder Herr der Situation zu sein, dafür würde ich fast alles lassen, aufgeben, alles.

Ich habe die Hepatitis C
hinter mir.
Ich hatte sie ca. 30 Jahre, es gab lange keine Behandlung.

Heute sind die Therapien kürzer und schneller wirksam, sagte der Hepatologe, bei dem ich zur Kontrolle bin.

Bleib guten Mutes,

Liebe Grüße,
Katharina
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Re: endlich benzofrei

Beitrag von Murmeline » Sonntag, 22.04.18, 6:46

Hallo!

Du hast dir einen Markennamen als Nutzernamen ausgesucht. Das ist leider nicht möglich. Bitte suche dir einen neuen Nutzernamen und schreibe uns hier in einem beitrag Bescheid, wie du heißen möchtest. Wir werden den Namen dann abändern. Erst danach kannst du von uns freigeschaltet werden.

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Re: endlich benzofrei

Beitrag von CURUBA » Montag, 23.04.18, 18:55

hallo murmeline

ich nehme als neuen benutzernamen CURUBA

gruß
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Re: endlich benzofrei

Beitrag von Murmeline » Montag, 23.04.18, 19:20

Änderung erfolgt! Willkommen und guten Austausch hier.
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Re: endlich benzofrei

Beitrag von CURUBA » Dienstag, 24.04.18, 18:51

hallo

gestern war ich bei meinem hausarzt,mein substitut abholen.traf dort auf einen alten kollegen,der ebenfalls polamidon bekommt,zusätzlich seit sehr langer zeit 2 mg diazepam.nun ist es so das er sich benzos privat besorgt,auch schon seit langer zeit,also jahrzehnte.früher bis zu 100 mg diazepam täglich bzw. einige mg flunitrazepam.damals wurden die an opiatabhängige noch häufig verschrieben,bis zu 50 stück die woche bzw. bis zu 100 diazepam a 10 mg.die meisten wurden dann auf der szene verkauft.
seit einigen jahren wird das aber immer weniger,man muss glück haben einen zu finden der benzos dabei hat.ich selber musste sie mir auch immer schwarz besorgen,da mein arzt sie mir nie verschrieben hätte.so musste ich auch meine benzosucht verheimlichen.ab und zu war mein uk benzopositiv,das fand er nicht gut aber beließ es dabei.meist habe ich meinen urin aber gefälscht bzw. den einer bekannten abgegeben,der war nur polamidon positiv,was meiner ja ebenso ist.
aber ich schweife ab,jedenfalls meint mein kollege das man über 1-2 jahre regelmäßig benzos nehmen muss um abhängig zu werden :shock:
ich dacht ich hör nicht richtig und nehme an das er noch nie einen echten benzoentzug erlebt hat,denn bei seinem grad an abhängigkeit würde der echte entzug erst einige wochen nach dem er auf 0 ist beginnen,oder was meint ihr?
kann mir nicht denken das er da jemals wieder von loskommt,zumal das auch nicht seine option ist wie mir scheint.ich denke mir nur was macht er wenn seine quelle mal ausfällt? unser arzt würde ihm wohl nicht mehr wie 10 mg täglich verschreiben,das dürfte aber nicht ausreichen oder?
er lebt mit seiner mutter und seiner schwester zusammen,die machen alles für ihn,in dem falle hat er glück,alleine würde er echte probleme bekommen.

bei mir selbst läuft es gut.auf der arbeit musste ich heute einen lkw mit kartoffel beladen,mit hilfe eines staplers.nicht soo schwer,aber ich hatte das noch nie gemacht,es hätte schon was schiefgehen können.aber von 27 tonnen kartoffel landeten nur 30 stück daneben :)
vor einigen wochen hät ich so eine arbeit abgelehnt,wie auch andere wo ich mit schweren maschinen hantieren muss.denn auf entzug ist das echt kein spaß,und ich bin froh das nie etwas passiert ist.und ich kann euch sagen,es waren echt miese und übelstanstrengende tage,wochen,monate darunter.kein schlaf,über tage,dann auf der arbeit bis zu 10 stunden auf dem acker :( ,wie ich das überstanden habe ist mir ein rätsel.an dieser stelle möchte ich mich bei den betablockern bedanken,ohne die hätte ich die letzten monate nicht überlebt.trotzdem war das herzjagen das schlimmste syntom,wenn dann noch stress dazukam dachte ich mein herz explodiert.solche tage mit todesangst kenn ich sonst nur von aufputschmitteln,viele nächte waren darunter wo ich dachte ich sterbe,ganz schlimm war es wenn ich keine benzos zum runterkommen hatte.
das ist auch der hauptgrund warum ich nach 30 jahren das koks aus meinem hirn verbannen konnte,somit fällt auch der grund für die benzos weg :)
überhaupt ist mein leben sehr relaxt geworden,eine innere ruhe stellt sich immer mehr ein,und nichts hab ich mir mehr gewünscht.
endlich wieder schlafen,kein hirnnebel mehr,sogar die betablocker kann ich weglassen. wenn es mir mal mies geht denk ich an meine leidenszeit,bekomme dann ein tiefes gefühl der dankbarkeit und es geht mir wieder besser.

danke fürs lesen :)

gruß
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