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Liebe Mitglieder des ADFD-Forums, liebe Interessierte,

wir mussten uns heute, am 31.03.2019, zu einem gleichermaßen ungewöhnlichen wie einschneidenden Schritt entscheiden.
Wir werden das Forum für ca. 4 Wochen für Neuanmeldungen schließen und damit einen Anmeldestopp verhängen.
Bislang freigeschaltete Mitglieder können das Forum natürlich wie gewohnt nutzen und dort schreiben.

Es tut uns leid für diejenigen, die sich nun gerne anmelden möchten und nicht können, aber aufgrund einer völligen Überlastungssituation sind wir nicht mehr in der Lage noch mehr Mitglieder zu betreuen.
Wir müssen uns in den kommenden Wochen auch überlegen, wie das Forum künftig organisiert werden kann, so dass es fortbestehen kann.
Das Forum wurde in den letzten Wochen geradezu mit Neuanmeldungen geflutet und es ist uns nicht mehr möglich, diese Massen an Anfragen auf Basis unseres ehrenamtlichen Engagements zu bewältigen.

Trotzdem wollen wir keinen von Euch hängen lassen.
Zum einen steht in diesem Forum wirklich alles Relevante, was Ihr wissen müsst, wenn Ihr Eure Psychopharmaka verantwortungsvoll, schonend und nachhaltig absetzen wollt und zum anderen haben wir auch extra noch mal die allerwichtigsten Artikel und Tipps für Euch zusammengestellt.
Nehmt Euren Wunsch, Eure Medikamente auszuschleichen aktiv in die Hand, lest die Infoartikel, wühlt Euch durch die Threads der anderen Betroffenen und erlebt, dass alle im gleichen Boot sitzen, benutzt gerne auch die Suchfunktion... Ihr werdet sehen, so gut wie keine Frage wird unbeantwortet bleiben.

=> Hier sind nochmal häufige Fragen von Neuankömmlingen für Euch beantwortet. <=

Für unsere Bestandsmitglieder und natürlich auch für diejenigen, die an den tiefer gehenden Gründen interessiert sind, weswegen wir den Anmeldestopp verhängt haben, haben wir eine genauere Erklärung verfasst.

Wir danken für Euer Verständnis und erbitten zahlreiches und konstruktives Mitwirken
Das Team des ADFD

ADs wirken doch!? - Biochemisches Ungleichgewicht?

Allgemeine Diskussion über psychische Störungen, ihre Behandlung und alles Verwandte.
Oliver
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Re: ADs wirken doch!?

Beitrag von Oliver » Donnerstag, 19.07.18, 17:53

Hallo Diane,
Diane hat geschrieben:
Donnerstag, 19.07.18, 17:34
Das war nicht herablassend gemeint. Das hast Du falsch interpretiert.
Wie soll ich als Mitglied was in die Wege leiten? Und dann noch im Namen des Forums, wo ich kein Teammitglied bin? Das obliegt mir einfach nicht u wenn, dann solltet ihr als Team den Ball ins rollen bringen. Von mir war's lediglich ein Gedankenanstoss, das man nach 15j einfach mal einen anderen Weg einschlagen KÖNNTE.
Ich habe es nicht als herablassend verstanden. Aber es ist eine Anspruchshaltung, die Du an uns heranträgst. Hinzu kommt, dass Du vermutest, wir hätten solche Dinge noch nie probiert, da liegst Du allerdings falsch. Du scheinst auch eine zu hohe Meinung von dem zu haben, was das ADFD wirklich ist. Wir sind keine Institution. Wir sind noch nicht mal ein Verein. Wir sind ein kleiner Haufen engagierter Menschen, die bereits genug Probleme damit haben, dieses Forum hier am Laufen zu halten, wie es gerade ist.

Du kannst als Privatperson genau so viel anstoßen, wie wir - wir sind auch nur Privatpersonen. Du bist hier Teilnehmerin, also auch ein Teil des ADFD. Du hast Deine Erfahrungen und Du möchtest was bewegen. Unterschätze nicht Deine eigene Kraft. Du musst keine offizielle Sprecherin des ADFD sein, um was in Bewegung zu setzen (sowas haben wir hier auch gar nicht). Tu das, wenn Du das für das richtige hältst. Wir werden Dir keine Steine in den Weg schmeißen. Wenn Du was errreichst und einen Kontakt herstellst, werden wir den Professor sicher nicht im Regen stehen lassen, sondern uns anhören, was er anzubieten hat. Erwarte aber bitte nicht von uns, das wir das für Dich tun. Wir tun alle das was wir selber für das richtige halten. Nur darum gibt es das ADFD überhaupt noch.

:group:
Oliver
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Marko92

Re: ADs wirken doch!?

Beitrag von Marko92 » Donnerstag, 19.07.18, 17:53

Hallo Diane :)

wieso denn eigentlich muss das Forum sprich das Forenteam die Initiative ergreifen?
Wieso kannst du als Betroffene dich denn da nicht selbst melden und DEINEN Verlauf schildern?

Anonym im Internet kann man viel schreiben, da hilft ein Frau Diane, die mit ihrere Krankengeschichte persönlich unanonym erscheint, vielleicht mehr als ADFD-Mods die von Leuten berichten, die sie persönlich nicht kennen. - Wie oben schon mal gesagt.

Und wenn du selber nicht bereit bist, auf deine Anonymität zu verzichten, dann verlang doch nicht von anderen, die schon genug tun, die Kastanien aus dem Feuer zu holen.

Schon allein die Foren-EDV macht genug Arbeit, frag mal jemand, der damit zu tun hat.

LG Markus

(Mit Oliver überschnitten)

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Re: ADs wirken doch!?

Beitrag von Diane » Donnerstag, 19.07.18, 18:07

Hi...

Ohje, ich wollt doch niemanden zu etwas drängen. :(
Es war einfach nur eine Idee. Klar, kann ich allein auf meine Anonymität verzichten, ansonsten hätt ich den Vorschlag nicht gebracht. Nur, wenn ich allein versuche, Kontakt aufzunehmen, weiss ich nicht, ob die Anderen dazu bereit wären, ihre Geschichte u Erfahrungen auch einzubringen? Ich weiss nicht, ob ich gegen Eure Richtlinien bzw AGB verstossen würde...
Gut, dann versuche ich allein etwas ins rollen zu bringen. Meinst Du, Oliver, ob ich dazu einen Thread eröffnen kann, um Mitglieder um Hilfe zu bitten? Vielleicht gibt es einige, die sich daran beteiligen möchten.

Lg
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Ich nahm 2015 150mg Venlafaxin. Dank diesen Forums schlich ich mit Kügelchenmethode aus (7Monate). Bei 0mg angekommen, gings mir 2 Wochen gut, dann trat die Hölle auf Erden ein. Ich hatte zum Schluss zu schnell reduziert. Ich war monatelang bettlägrig, schlimmste Angstzustände, Herzprobleme, 20kg Abnahme was Vitaminmangel mit sich brachte, die ich dank Entzug mit Nahrungsmittelergänzungspäperate nicht beheben konnte, vorallem mein Vitamin D3 war krankhaft niedrig. Ich war kaum noch lebensfähig, mehr Wellen als Fenster.
Heute, ca 2j später, gehts einigermaßen. Ich kann mit 5000ie alle 3 Tage meinen VD3 auffüllen, einigermaßen wieder essen, vertrage aber noch nicht alles. Mein NS ist noch sehr gereizt, vorallem bei Stress u im Zyklus ( starke PMS, Unruhe, Kreislaufbeschwerden)...
Die Schwäche kommt oft noch durch.
Zig Untersuchungen habe ich durch. Dank Venla habe ich Marklagerläsionen im Hirn, was Ärzte aber nicht aufs Medi schieben, wie auch den Rest meiner Symptome.
Den Rest würde ich gern im Thread beschreiben bzw austauschen, da ich weiss, das viele offline gehen nachdem sie beschwerdefrei sind.

Aktuelle Medikamente Januar 2018:

Nebivolol seit 1.März 0mg

Vitamin D3 mit K2 alle 2 Tage 5000ie mit 100yu K2


Link zum Absetzten.. Quelle NDR Visite/youtube
(Hier wird auch das Forum erwähnt)

https://youtu.be/KirFj2mTn48

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Re: ADs wirken doch!?

Beitrag von Oliver » Donnerstag, 19.07.18, 18:18

Hallo Diane,
Diane hat geschrieben:
Donnerstag, 19.07.18, 18:07
Ich weiss nicht, ob ich gegen Eure Richtlinien bzw AGB verstossen würde...

Gut, dann versuche ich allein etwas ins rollen zu bringen. Meinst Du, Oliver, ob ich dazu einen Thread eröffnen kann, um Mitglieder um Hilfe zu bitten? Vielleicht gibt es einige, die sich daran beteiligen möchten.
Ich denke nicht, dass Du Dir in diesem frühen Stadium schon über sowas Gedanken machen musst. Du kannst den Professor erstmal als Teilnehmerin in einem öffentlich zugänglichen Selbsthifleforum kontaktieren und ihm von Deinen Ideen berichten. Dann kannst Du mal weiterschauen. Die Erfahrungen der Teilnehmer sind ja überwiegend öffentlich einsehbar, also in gewissem Sinne könnte man das Forum als Ganzes auch als Rohmaterial für eine Studie verwenden. Möglichkeiten gäbe es da viele, wenn sich Forscher das ADFD als Studienobjekt vornehmen würden.

LG
Oliver
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Re: Bettyna: Fluoxetin über 20 Jahre

Beitrag von yellohmellow » Samstag, 09.02.19, 9:38

 ! Nachricht von: padma
Beiträge wurden aus einem anderen thread abgetrennt
Jamie hat geschrieben:
Freitag, 08.02.19, 10:55
Hallo Bettyna, :)

die Analogie mit dem Diabetes bzw. dass Serotoninmangel an deinem Zustand schuld ist, ist falsch.
Es konnte nie nachgewiesen werden, dass Depressive einen Serotoninmangel haben; oder etwas direkter ausgedrückt: es ist eine Lüge. Es gibt nämlich auch Depressive mit hohen Serotoninspiegeln.

Einem Diabetiker fehlt wirklich etwas, nämlich das Insulin.
Was einem Depressiven "fehlt" (und das ist ja auch nur biologisch gedacht), wissen bis heute die besten Ärzte und Forscher nicht. Man tappt nach wie vor im Dunkeln.
Ja, Serotonin spielt sicher eine Rolle, aber nur eine von vielen.
Viele Grüße
Jamie
Hallo Jamie,
natürlich hast Du damit recht, daß Depression eine multifaktorielle Erkrankung ist.
Aber die Darstellung, daß ein Mangel des Botenstoffs Serotonin keinen Anteil hat an der Entstehung einer Depression ist nicht korrekt.

Zunächst mal ist es ja nicht umstritten, daß nicht bei allen, aber doch einer ganzen Reihe von depressiv Erkrankten SSRI Medikamente helfen. Gehirnprozesse sind sehr komplex und lassen sich nicht auf eine einzelne Komponente reduzieren. Man hat zum Beispiel festgestellt, daß das Fehlen von Protein p11 eine wichtige Rolle spielt bei der Entstehung von Depression. Durch die Verabreichung von SSRI stieg jedoch die Menge an Protein p11 im Gehirn (Quelle: deutsches Ärzteblatt).

Bei Diabetes ist der chemische Prozess einfacher zu erklären, weil diese auf eine mehr oder weniger zerstörte Funktion der Bauchspeicheldrüsen zurück zu führen ist. Sie kann das wichtige Insulin nicht mehr ausreichend selbst produzieren. Deshalb muß es durch ein chemisch hergestelltes Insulin ersetzt werden. Ähnlich ist der Ablauf bei gestörter Funktion der Schilddrüse. Hier hilft als Ausgleich das chemisch hergestellte L-Thyroxin.
Liebe Grüße! :hug: :hug:
yellohmellow

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Re: Bettyna: Fluoxetin über 20 Jahre

Beitrag von Melina 17 » Samstag, 09.02.19, 13:09

Hi,

ich glaub, Jamie wollte darauf hinaus, daß es sich Ärzte mit dieser "Neurotransmitter-Mangel-Hypothese" viel zu einfach machen (gemacht haben; meines Wissens ist es heute sogar bewiesen, daß ein Serotonimangel NICHT primär Depressionen begünstigt, es gibt übrigens auch Antidepressiva, die den Serotoninspiegel senken und trotzdem offenbar wirken. Die eventuell günstige Beeeinflussung von SSRI dürfte auf weitere Faktoren zurückzuführen sein, aber auch das ist alles umstritten)

Ich persönlich hab ja positive Erfahrungen mit der Wirkweise gemacht, aber das gilt nicht für alle, vermutlich nicht mal für die meisten.

Und dieser typische Vergleich mit dem Insulin ist wirklich soooo nervig, weil das etwas völlig anderes ist. Wenn man den Köroer mit etwas substituiert, was ihm fehlt, dann ist das sinnvoll und meistens auch recht nebenwirkungsarm. Das gilt aber nicht für Antidepressiva, die vermutlich mehr Schaden im Körper anrichten als Nutzen.

Ich kann das gut verstehen, wenn man genervt ist, wenn man sich seit Jahren mit dem Thema beschäftigt, unzählige Leidensgeschichten erlebt hat und dann immer wieder mit dem selben Schwachsinn (sorry) konfrontiert wird.

Wir können/sollten das hier aber nicht diskutieren (wird sonst eh verschoben), weil das ein Verlaufsthread ist, wo ein Absetzwilliger optimal begleitet werden soll.

Bettyna, ich kann dir da nur raten, mißtrauisch gegenüber Ärzten zu sein; die Erfahrungen hier stehen einfach zu krass im Widerspruch, was offiziell verbreitet wird. Die meisten Ärzte meinen es nicht mal böse, sind nur schlecht informiert. das ganze hat sich aber auch erst in den letzten 15 jahren so langsam rausgestellt und es braucht leider seine Zeit, bis sowas öffentlich ankommt (nicht zuletzt natürlich, weil die Pharmaindustrie da natürlich was gegen hat).

Also, stehst jetzt endlich in den Startlöchern? Das ganze ist wirklich ein aufregendes Abenteuer :P

liebe Grüße

Melina
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1994 erste Einnahme Doxepin ca 5mg zum Schlafen
1996-1997 Doxepin 20mg, Absetzen problemlos, jedoch ein Jahr gedauert, bis ich mich wieder wie "ich selbst" fühlte
Herbst 2004 erneute Einnahme von Doxepin wegen schwerer depri, raufdosiert auf 100mg
Frühling 2005 Abdosieren von Doxepin, Einschleichen von Citalopram ca 30mg
Frühling 2006 abruptes Absetzen von Citalopram, nach 4 Wochen extreme Depri, wieder Einnnahme; paar Wochen später Ausschleichen über ca 4 Wochen, nach drei Monaten schwere Depri
immer mal wieder Reduktion versucht, kam auch mal bis ca 7,5 mg, aber immer wieder depri, im Lauf der jahre Einnahme zwischen 10 und 40 mg (auch zwischendurch escitalopram)
ca Mai 2018 nach wasserlösmethode in 10% über 4 Wochen von 15 auf 7 mg reduziert, dann instabil geworden, wieder auf 10 mg hochgegangen
09.09.18 auf 9 mg Citalopram reduziert
17.09. zusätzlich 6 bzw 12 mg Doxepin abends zum schlafen (brauch ich oft im Herbst)
ca Anfang Oktober 2018 gleichmäßige Einnahme Doxepin 12,5 mg
24.10.18 8mg Citalopram
24.11.18 ca 7,5 mg
22.12.18 7 mg Citalopram, Doxepin nur noch bei Bedarf (entweder 6,25 oder 12,5 mg)
18.01.19 ca 6,5 mg Citalopram
11.02. 6,4 mg Citalopram
18.02. 6,3 mg
20.02. 6,0 mg
23.03. 5,7 mg
18.04. 5,3 mg

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Re: Bettyna: Fluoxetin über 20 Jahre

Beitrag von Oliver » Montag, 11.02.19, 12:42

Hallo yellohmellow,

Dein Beitrag wurde wegen Regelverstoß gemeldet. In unseren Regeln steht seit einigen Jahren aus gutem Grund folgendes:
Bestimmte Themen und Äußerungen haben in der Vergangenheit immer wieder zu heftigen Auseinandersetzungen geführt und deshalb können wir dies hier nun nicht mehr tolerieren:

Beiträge, die den Mythos vom biochemischen Ungleichgewicht im Gehirn als Ursache für Depressionen und andere psychische Störungen als Faktum darstellen
Ich denke das bezieht sich bei Deinem Beitrag konkret auf folgende Äußerungen auf die ich hier kurz eingehe:
yellohmellow hat geschrieben:
Samstag, 09.02.19, 9:38
Aber die Darstellung, daß ein Mangel des Botenstoffs Serotonin keinen Anteil hat an der Entstehung einer Depression ist nicht korrekt.
Das behauptest Du ohne auf konkrete Quellen zu verweisen warum Du das glaubst. Nach unserem Wissensstand ist es so wie Jamie es erklärt hat und wie es auch an vielen anderen Stellen zu finden ist. Belege dafür findest Du zu hauf bei uns im Forum.
yellohmellow hat geschrieben:
Samstag, 09.02.19, 9:38
Zunächst mal ist es ja nicht umstritten, daß nicht bei allen, aber doch einer ganzen Reihe von depressiv Erkrankten SSRI Medikamente helfen.
Es ist sehr wohl umstritten und eigentlich ist aktueller Stand der unabhängigen Wissenschaft, dass SSRI bei den meisten Patienten nicht besser wirken als Plazebo.

Bitte diskutiere hier nun nicht weiter über dieses Thema und recherchiere erst mal für Dich selber. Jamies Link ist ein guter Startpunkt.

Falls Du dann immer noch anderer Meinung bist und das Theme mit mehr Hintergrundwissen und Quellenbelegen weiterdiskutieren willst, kannst Du gerne in Diskussion dazu ein neues Thema aufmachen und uns auf den neuesten Stand bringen. Wir verschließen hier unsere Augen nicht vor neuen Erkenntnissen, aber bei so etwas, was für uns schon ziemlich lange sehr klar ist: nicht ohne Hintergründe und Quellenbelege und dann auch in einem speziellen Thread.

Alles Gute
Oliver
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Re: Bettyna: Fluoxetin über 20 Jahre

Beitrag von yellohmellow » Montag, 11.02.19, 18:35

Oliver hat geschrieben:
Montag, 11.02.19, 12:42
Hallo yellohmellow,

Dein Beitrag wurde wegen Regelverstoß gemeldet. In unseren Regeln steht seit einigen Jahren aus gutem Grund folgendes:
Bestimmte Themen und Äußerungen haben in der Vergangenheit immer wieder zu heftigen Auseinandersetzungen geführt und deshalb können wir dies hier nun nicht mehr tolerieren:

Beiträge, die den Mythos vom biochemischen Ungleichgewicht im Gehirn als Ursache für Depressionen und andere psychische Störungen als Faktum darstellen
Ich denke das bezieht sich bei Deinem Beitrag konkret auf folgende Äußerungen auf die ich hier kurz eingehe:
yellohmellow hat geschrieben:
Samstag, 09.02.19, 9:38
Aber die Darstellung, daß ein Mangel des Botenstoffs Serotonin keinen Anteil hat an der Entstehung einer Depression ist nicht korrekt.
Das behauptest Du ohne auf konkrete Quellen zu verweisen warum Du das glaubst. Nach unserem Wissensstand ist es so wie Jamie es erklärt hat und wie es auch an vielen anderen Stellen zu finden ist. Belege dafür findest Du zu hauf bei uns im Forum.
yellohmellow hat geschrieben:
Samstag, 09.02.19, 9:38
Zunächst mal ist es ja nicht umstritten, daß nicht bei allen, aber doch einer ganzen Reihe von depressiv Erkrankten SSRI Medikamente helfen.
Es ist sehr wohl umstritten und eigentlich ist aktueller Stand der unabhängigen Wissenschaft, dass SSRI bei den meisten Patienten nicht besser wirken als Plazebo.

Bitte diskutiere hier nun nicht weiter über dieses Thema und recherchiere erst mal für Dich selber. Jamies Link ist ein guter Startpunkt.

Falls Du dann immer noch anderer Meinung bist und das Theme mit mehr Hintergrundwissen und Quellenbelegen weiterdiskutieren willst, kannst Du gerne in Diskussion dazu ein neues Thema aufmachen und uns auf den neuesten Stand bringen. Wir verschließen hier unsere Augen nicht vor neuen Erkenntnissen, aber bei so etwas, was für uns schon ziemlich lange sehr klar ist: nicht ohne Hintergründe und Quellenbelege und dann auch in einem speziellen Thread.

Alles Gute
Oliver
Lieber Oliver,

Ich bin selber seit der Pubertät depressiv und bin jetzt 70 Jahre alt. Seit 1997 nehme ich Fluoxetin, was mir zumindest über viele Jahre geholfen hat.

Zudem bin ich seit 1999 bis heute in einer Selbsthilfegruppe, in der ich sehr viele Schicksale von depressiven Menschen hautnah miterlebt habe. Du schreibst, ich hätte keine Quellen, deswegen erwähne ich das an erster Stelle.

Unsere SHG ist eine Gruppe von Betroffenen, wir haben keine Leitung, wir leiten uns selber. Ich wußte nicht, als ich mich hier angemeldet hatte, daß es nicht gestattet ist, Meinungen zu äußern, die offenbar von dem abweichen, was hier im Forum als gesetzt gilt.

Ich habe sehr wohl auf wissenschaftliche Quellen verwiesen, siehe meinen vorigen Beitrag zum Thema Protein p11 und der Einfluss auf Serotonin.

Aber ich möchte, daß hier keine schlechte Athmospäre wegen unterschiedlicher Meinungen entsteht, nicht zuletzt wegen Bettina, der ich wirklich von Herzen wünsche, daß Sie ihren Weg findet, weg vom Fluoxetin. In der Beziehung geht es mir ja ähnlich, auch ich möchte weg vom Fluoxetin, ich hoffe dass auch ich, und etliche Andere, den richtigen Weg finden.
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Re: ADs wirken doch!?

Beitrag von Murmeline » Montag, 11.02.19, 18:51

Ich zitiere mich mal selbst
Murmeline hat geschrieben:
Freitag, 01.02.19, 9:39
Moin!

Tom Bschor hat sich in seinen aktuellen Buch auch geäußert.

Zitat
Man fragt sich: Wirkt denn ein Antidepressivum überhaupt gegen die Ursache einer Depression?

An dieser Stelle muss Bschor passen. „Die Wissenschaft muss zugeben, dass sie bezüglich der Entstehung von Depressionen noch ziemlich im Dunkeln tappt,“ (S. 11) was natürlich an der hohen Komplexität des Gehirns liegt, „dessen Arbeitsweise bislang nur in Ansätzen verstanden ist.“ (S. 22) Labordiagnostik und naturwissenschaftliche Beweise sind damit überfordert. „Die Diagnose Depression kann hiermit aber nicht bewiesen werden, da bei einer Depression alle Labor- und Röntgenuntersuchungen ein unauffälliges Ergebnis liefern.“ (S. 27) „Woher kommt denn nun eine Depression? … Die einfache, aber enttäuschende Antwort lautet: Wir wissen es nicht genau.“ (S. 27).

„Auch die strikte naturwissenschaftliche Forschung hat keine klaren Erklärungen für Depressionen geliefert. Depressionen sind jedenfalls nicht die Ursache eines Serotoninmangels oder eines Mangels an anderen Nervenbotenstoffen, Vitaminen oder Hormonen.“ (S. 30). Später ist zu lesen:

„Ein Serotoninmangel konnte bei depressiven Menschen noch nie nachgewiesen werden – weder im Vergleich zu gesunden Menschen noch im Vergleich zu depressionsfreien Zeiten.“ (S. 90)
Zitat Ende
https://www.depression-heute.de/blog/re ... depressiva

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Dein Behandler nimmt Absetzproblematik nicht ernst? Das geht anderen auch so, siehe hier
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Re: ADs wirken doch!? - Biochemisches Ungleichgewicht?

Beitrag von Lithium » Montag, 11.02.19, 20:52

Hi liebe Leute, :)

zum Serotonin ist mir auch noch etwas eingefallen.

Also, die einzige Substanz die auf sehr saubere Weise die Serotoninkonzentration im Gehirn anheben kann ist 5-HTP. Sauberer geht es eigentlich nicht mehr. Ich hab hierzu das Wichtigste aus dieser Quelle (https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/12766928)

"5-HTP freely crosses the blood–brain barrier.
5-HTP is freely converted to serotonin without biochemical feedback inhibition.
When infinitely high amounts of 5-HTP are administered, it is theoretically possible to achieve infinitely high levels of serotonin. One limiting factor is the availability of the enzyme L-aromatic amino acid decarboxylase (AAAD), which freely catalyzes the conversion of 5-HTP to serotonin."


(Anmerkung: Bis die Aminoacid Decarboxylase nicht mehr die Synthese zu Serotonin katalysieren würde, ist entweder eine einmalige Elefantendosis oder eine chronisch stark erhöhte Zufuhr von 5-HTP nötig. Und wenn die Aminoacid Decarbolxylase erschöpft wäre dann hat man auch gleichzeitig ein Problem bei vielen anderen Neurotransmittern im Gehirn).

Wenn man jetzt an die Theorie des chemischen Ungleichgewichtes im Gehirn von Serotonin glauben würde, dann müsste man annehmen, dass 5-HTP alles ist was man braucht um diesen "Mangel" zu beheben und endlich gesund zu werden. Doch das ist nicht der Fall. Um es in einem Satz zu sagen (Quelle: https://examine.com/supplements/5-htp/#ref8):

"5-HTP as monotherapy in depression, despite the theoretical benefit, is not yet proven"

Allein auf Grund dessen ist die Serotonintheorie unhaltbar.

Liebe Grüße

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Re: Bettyna: Fluoxetin über 20 Jahre

Beitrag von Lithium » Montag, 11.02.19, 21:07

yellohmellow hat geschrieben:
Montag, 11.02.19, 18:35


Ich habe sehr wohl auf wissenschaftliche Quellen verwiesen, siehe meinen vorigen Beitrag zum Thema Protein p11 und der Einfluss auf Serotonin.

Hi yellomellow, :)

ich stimme dir zu, dass es irgendeinen Mechanismus geben muss, der bei stark depressiven Menschen über einen Zeitraum von 1 - 3 Monaten zu einer leicht signifikanten Verbesserung der depressiven Symptome führt. Ich fand deine Proteintheorie (P11) auch durchaus spannend. :) Die Quelle ist allerdings von 2006. Anscheinend ist man dadurch bis heute zu keinen weiteren bahnbrechenden Erkenntnissen gekommen.

Liebe Grüße

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Re: ADs wirken doch!? - Biochemisches Ungleichgewicht?

Beitrag von padma » Freitag, 15.02.19, 18:10

 ! Nachricht von: padma
hallo,
Beiträge zum Serotonindefizitsyndrom wurden nach hier verschoben https://adfd.org/austausch/viewtopic.ph ... 57#p289757
lg padma

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Re: ADs wirken doch!? - Biochemisches Ungleichgewicht?

Beitrag von Melina 17 » Samstag, 16.02.19, 10:26

Huhu,

also ich kann nur sagen, daß bei mir Antidepressiva defintiv länger als ein paar Monate gewirkt haben, warum auch immer.

ich bin ja eine der wenigen hier, die entschieden nicht an die angebliche Placebo-wirkung glaubt. Dazu stehen meine persönlichen ERrfahrungen einfach zu sehr dagegen. Erst mal bin ich nicht so der "Placebo-Typ", dazu bin ich grundsätzlich viel zu kritisch.

Ich hab ein paarmal vermutlich Placebowirkungen erlebt, wo ich mal physisch wie psychisch sehr krank war und in meinem Elend alles mögliche an Nahrungsergänzungen und Pipapo ausprobiert hab. Wahrscheinlich weil ich mich so voll Hoffnung dran geklammert hab, wirkte fast alles ungefähr eine Woche ganz gut, dann nicht mehr.

Bei Citalopram hätte ich niemals geglaubt, daß es soooo gut wirkte, sogar in Bereichen, an die ich nie gedacht hätte (wo Doxepin z.B auch nicht wirkte).

Auch kann ich nicht verstehen, wieso ich dann angeblich so 8 Jahre gut dran glauben konnte (wo es gut wirkte), dann die Wirkung aufhörte und dann sogar mehr ins Gegenteil kippte. Wie ist das mit einem Placeboeffekt erklärbar? Wirkt auf mich irgendwie unlogisch.

Im Endeffet ist das egal, weil so oder so sind Psychopharmaka sch :censored: , außer bei einer wirklich schweren Depression.

Aber mich würd schonmal interessieren, wie hier die Verteilung ist: Bei wievielen haben PP gut gewirkt, bei wie vielen nicht? Vielleicht schildern hier einige ihre Erfahrungen.

liebe Grüße

Melina
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immer mal wieder Reduktion versucht, kam auch mal bis ca 7,5 mg, aber immer wieder depri, im Lauf der jahre Einnahme zwischen 10 und 40 mg (auch zwischendurch escitalopram)
ca Mai 2018 nach wasserlösmethode in 10% über 4 Wochen von 15 auf 7 mg reduziert, dann instabil geworden, wieder auf 10 mg hochgegangen
09.09.18 auf 9 mg Citalopram reduziert
17.09. zusätzlich 6 bzw 12 mg Doxepin abends zum schlafen (brauch ich oft im Herbst)
ca Anfang Oktober 2018 gleichmäßige Einnahme Doxepin 12,5 mg
24.10.18 8mg Citalopram
24.11.18 ca 7,5 mg
22.12.18 7 mg Citalopram, Doxepin nur noch bei Bedarf (entweder 6,25 oder 12,5 mg)
18.01.19 ca 6,5 mg Citalopram
11.02. 6,4 mg Citalopram
18.02. 6,3 mg
20.02. 6,0 mg
23.03. 5,7 mg
18.04. 5,3 mg

Lithium
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Re: ADs wirken doch!? - Biochemisches Ungleichgewicht?

Beitrag von Lithium » Samstag, 16.02.19, 11:28

Hi Melina,

bei mir möchte ich die Placebowirkung definitiv nicht ausschließen.

Also:
Ersteinnahme von 30mg Mirtazapin 2003: Es gab einen ca. 4-monatigen Aufschwung
2. Einnahme im Winter 2004: Kein Aufschwung
1. Dosiserhöhung auf 45mg im Winter 2007: Es ging mir die folgenden 2 Monate super.
2. Dosiserhöhung (wieder) auf 45mg im Herbst 2012: Es ging mir die folgenden 2 Monate super.

Ich hatte keine Nebenwirkungen die mich gestört haben. Und ich war zwischen 2003 und 2018 mit Mirtazapin psychisch relativ stabil. Konzentrationsfähigkeit war super, emotional allerdings stark eingeschränkt. Ich werde erst mehr zu den Vorzügen oder Nachteilen von der Wirkung des Mirtazapins schreiben können wenn ich die 0 erreicht habe.

Liebe Grüße

Lithium
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Ausgangsdosis: 45mg Mirtazapin
Aktuell:
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Melina 17
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Re: ADs wirken doch!? - Biochemisches Ungleichgewicht?

Beitrag von Melina 17 » Montag, 25.02.19, 10:52

Huhu,

möchten sich hier nicht vielleicht noch einige an der Umfrage hier beteiligen, ob Antidepressiva gut oder schlecht gewirkt haben? Falls gut, wird da ein Plazebo-Effekt vermutet?

Mich würden da so statistische Daten interessieren,vielleicht kann man auch gewisse Rückschlüsse daraus ziehen, wie wohl der Entzug verläuft? Also bei mir weiß ich z.B schon, daß diese tardive Dsyphorie eher bei den Menschen auftaucht, bei denen die Medis anfangs gut gewirkt haben.

Auch verläuft mein Entzug wohl nicht so "typisch", also ich hab keine klaren Fenster und Wellen, sondern bei mir ist das mehr so "wischi-waschi"; auch hab ich keinerlei körperlichen Symptome, die Psyche scheint dagegen stark involviert zu sein. Und ich muß langsamer machen als manch anderer hier, auch da bin ich sehr empfindlich.

Würd mich fruen, wenn hier noch einige ihre Erfahrungen teilen.

lieb grüße

Melina
1994 erste Einnahme Doxepin ca 5mg zum Schlafen
1996-1997 Doxepin 20mg, Absetzen problemlos, jedoch ein Jahr gedauert, bis ich mich wieder wie "ich selbst" fühlte
Herbst 2004 erneute Einnahme von Doxepin wegen schwerer depri, raufdosiert auf 100mg
Frühling 2005 Abdosieren von Doxepin, Einschleichen von Citalopram ca 30mg
Frühling 2006 abruptes Absetzen von Citalopram, nach 4 Wochen extreme Depri, wieder Einnnahme; paar Wochen später Ausschleichen über ca 4 Wochen, nach drei Monaten schwere Depri
immer mal wieder Reduktion versucht, kam auch mal bis ca 7,5 mg, aber immer wieder depri, im Lauf der jahre Einnahme zwischen 10 und 40 mg (auch zwischendurch escitalopram)
ca Mai 2018 nach wasserlösmethode in 10% über 4 Wochen von 15 auf 7 mg reduziert, dann instabil geworden, wieder auf 10 mg hochgegangen
09.09.18 auf 9 mg Citalopram reduziert
17.09. zusätzlich 6 bzw 12 mg Doxepin abends zum schlafen (brauch ich oft im Herbst)
ca Anfang Oktober 2018 gleichmäßige Einnahme Doxepin 12,5 mg
24.10.18 8mg Citalopram
24.11.18 ca 7,5 mg
22.12.18 7 mg Citalopram, Doxepin nur noch bei Bedarf (entweder 6,25 oder 12,5 mg)
18.01.19 ca 6,5 mg Citalopram
11.02. 6,4 mg Citalopram
18.02. 6,3 mg
20.02. 6,0 mg
23.03. 5,7 mg
18.04. 5,3 mg

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Re: ADs wirken doch!? - Biochemisches Ungleichgewicht?

Beitrag von padma » Montag, 25.02.19, 11:19

hallo Melina, :)

hier findest du Erfahrungen dazu: viewtopic.php?f=15&t=8020 und viewtopic.php?f=15&t=12861
Mich würden da so statistische Daten interessieren,vielleicht kann man auch gewisse Rückschlüsse daraus ziehen, wie wohl der Entzug verläuft?
Kann man nicht, jeder Entzug verläuft individuell. Auch wenn man keinerlei positive Wirkung davon hatte, kann es zu schwerwiegenden Entzugssymptomen kommen. Ich selbst bin ein Beispiel dafür.
Also bei mir weiß ich z.B schon, daß diese tardive Dsyphorie eher bei den Menschen auftaucht, bei denen die Medis anfangs gut gewirkt haben.
Kann man nicht verallgemeinern

liebe Grüsse,
padma
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Quasi - Kaltentzug 2012, Wiedereindosierung, schleiche im :schnecke: Tempo aus
Absetzverlauf:
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1.01.2019: 0,1 mg :D



Neu: Infos rund um Antidepressiva, Absetzen, Umgang mit Entzug
: viewtopic.php?f=18&t=15490


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Pomegranate
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Re: ADs wirken doch!? - Biochemisches Ungleichgewicht?

Beitrag von Pomegranate » Montag, 25.02.19, 14:50

Hi Melina,

von mir weißt du ja bereits, dass mir mein AD gut geholfen hat. Dass man davon irgendwelche Rückschlüsse auf den Verlauf des Entzugs ziehen kann, kann ich mir ehrlich gesagt auch nicht vorstellen. Ich denke, da spielen zahlreiche Faktoren eine Rolle, die jeder für sich bei jedem einzelnen ein bisschen anders ausfallen. "Fenster" und "Wellen" gibt es bei mir übrigens auch nicht.

Das einzige, was ich für mich behaupten kann, ist, dass ich mich nicht groß darüber ärgere, dass ich nun mit Absetzerscheinungen zu tun habe. Ich sehe das gewissermaßen als den Preis, den ich nun dafür zahlen muss, dass mir das Medikament geholfen hat. Hätte mir das AD nichts gebracht und würde mir nun Probleme beim Absetzen bereiten, sähe das sicherlich anders aus.

LG

Pom
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Aktueller Absetzverlauf:
- ab 19.10.2018 Citalopram 10 mg (Reduktion um 50 %): für 3 Tage brennende Augen, erhöhtes Schlafbedürfnis, inzwischen keine Symptome
- ab 19.11.2018 Citalopram 5 mg: stark brennenden Augen und Müdigkeit > gescheitert
- am 27.11.2018 Citalopram auf 9 mg hochdosiert (Reduktion um 10 %): ab jetzt Wasserlösmethode
- ab 02.01.2019 Citalopram 8 mg (Reduktion um 11 %), zuvor 3 Tage ungenaue Dosierung, weil unterwegs und Spritze vergessen...
- ab 02.02.2019 Citalopram 7,33 mg (Reduktion um 8,4 %): vorläufiges Ziel: auf 6,67 mg (1/3 der Ausgangsdosis) kommen
- ab 12.03.2019 Citalopram 6,67 mg (Reduktion um 9 %): Ausgangsdosis gedrittelt

Melina 17
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Re: ADs wirken doch!? - Biochemisches Ungleichgewicht?

Beitrag von Melina 17 » Donnerstag, 28.02.19, 12:41

Huhu,

danke für die veielne links, ich hatte noch keine Zeit sie zu lesen, werd ich aber natürlich noch tun!

An Padma.

Das mit der tardiven Dysphorie und dem guten Wirken voe AD`s hab ich hier im Forum gelesen. Von daher ??? Weiß nihct mehr wo, aber eher was wissenschaftliches, keine persönliche Erfahrung oder so.

Aber genau das fänd ich ja für die Zukunft interesant herauszufinden, ist ein Entzug wirklich immer so individuell oder gibt es halt gewisse Zusamenhänge?

Auch beispielsweise das was du erlebt hast, vielleicht ist das statistisch sogar häufiger, daß der Entzug heftiger verläuft, wenn das Medi nicht gut gewirkt hat?

ich weiß, das sind keine lebenswichtigen Fragen, aber ich find sie halt interessant und für die Zukunft vielleicht schon bedeutsam.

liebe Grüße

Melina
1994 erste Einnahme Doxepin ca 5mg zum Schlafen
1996-1997 Doxepin 20mg, Absetzen problemlos, jedoch ein Jahr gedauert, bis ich mich wieder wie "ich selbst" fühlte
Herbst 2004 erneute Einnahme von Doxepin wegen schwerer depri, raufdosiert auf 100mg
Frühling 2005 Abdosieren von Doxepin, Einschleichen von Citalopram ca 30mg
Frühling 2006 abruptes Absetzen von Citalopram, nach 4 Wochen extreme Depri, wieder Einnnahme; paar Wochen später Ausschleichen über ca 4 Wochen, nach drei Monaten schwere Depri
immer mal wieder Reduktion versucht, kam auch mal bis ca 7,5 mg, aber immer wieder depri, im Lauf der jahre Einnahme zwischen 10 und 40 mg (auch zwischendurch escitalopram)
ca Mai 2018 nach wasserlösmethode in 10% über 4 Wochen von 15 auf 7 mg reduziert, dann instabil geworden, wieder auf 10 mg hochgegangen
09.09.18 auf 9 mg Citalopram reduziert
17.09. zusätzlich 6 bzw 12 mg Doxepin abends zum schlafen (brauch ich oft im Herbst)
ca Anfang Oktober 2018 gleichmäßige Einnahme Doxepin 12,5 mg
24.10.18 8mg Citalopram
24.11.18 ca 7,5 mg
22.12.18 7 mg Citalopram, Doxepin nur noch bei Bedarf (entweder 6,25 oder 12,5 mg)
18.01.19 ca 6,5 mg Citalopram
11.02. 6,4 mg Citalopram
18.02. 6,3 mg
20.02. 6,0 mg
23.03. 5,7 mg
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