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Das Konzept der Hochsensibilität. (HS)

Allgemeine Diskussion über psychische Störungen, ihre Behandlung und alles Verwandte.
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Re: Das Konzept der Hochsensibilität. (HS)

Beitrag von shenoa » Donnerstag, 13.07.17, 20:00

Hallo zusammen,

ich kann alle eure Beiträge sehr gut nachvollziehen und insbesondere die Aussage
Alex77 hat geschrieben: Und ich mag meine Melancholie :-)
stimmt für mich auch! Es ist eine Form von Intensität, in die ich mich manchmal quasi 'reinlege'...:)

Mir helfen Konzepte, Beschreibungen und Bilder immer sehr gut, meine Situation zu akzeptieren. So auch das Konzept 'HSP'.
Ich habe quasi von Geburt an dieses Gefühl, immer anders zu sein. Meine gesamte (!) Umwelt fand das doof und hat mir zu vestehen gegeben, dass ich schwierig bin und ich sollte doch gefälligst so sein wie alle anderen. Das habe ich bis vor einigen Jahren auch tatsächlich versucht; mit eher mäßigem Erfolg :roll: . Bis ich dann eben über dieses Thema 'gestolpert' bin und zuätzlich mit über 40 dann auch noch eine HB festgestellt wurde.
Seitdem weiß ich, dass ich wirklich anders bin und mir das nicht eingebildet habe, konnte mich endlich annehmen und meine Komplexität akzeptieren. Durch diesen selbstbewussten Umgang mit mir selbst habe ich z.B. wieder zu meiner Familie gefunden. Ich fühe mich dort zwar immer noch wie ein Kuckucksei, aber ich versuche nun gar nicht mehr, reinzupassen. Das macht den Umgang sehr viel einfacher...:)

Lieben Gruß,
shenoa
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2012 - 2017 Fluoxetin 20 mg; Diagnosen: Dysthymie, Major Depression und je nach Thera auch unterschiedliche Persönlichkeitsstörungen :roll:;
Nebenwirkung vom Fluo: fortschreitende Schilddrüsenunterfunktion mit ständiger Müdigkeit, Gewichtszunahme (2 kg/Jahr). L-Thyrox nicht vertragen: Minidosis (25 micg) erzeugt trotz Einschleichens Herzrasen, Aggressivität, Schlafstörungen, entzündliche Akne.

Ab Jan. 2017 daher Ausschleichversuch mit Bruch- und Wasserlösmethode - je nach Dosis.
26.01.2017: Reduktion auf 18 mg (10 %); körperlich: keine Symprome; psychisch: da ich eigentlich gar nicht Ausschleichen will und Angst vor der Dysthymie habe, kann ich nicht einschätzen, ob die teilweise auftretenden depressiven Gedanken tatsächlich Resultat der Reduktion sind. Ich tippe eher nicht.
08.02.2017: Reduktion auf 15 mg (nach 13 Tg. - 16,5 %) (ja, ich will's wissen!) körperlich: keine Symptome; psychisch: s. o.
18.02.2017: Reduktion auf 10 mg (nach 10 Tg. - 33,3 %) - heute, am 28.02.: körperlich: seit Mitte Feb. Verspannungen im Rücken, zwei Tage schlimmes Kopfweh. psychisch: so lala, genervt und leicht aggressiv, etwas unruhiger und weniger phlegmatisch.
06.03.2017: Zusätzlich 1000 mg Tyrosin, Omega-3 Leinöl, Carnitin
08.03.2017: schlimme Rückenverspannungen, PMS, psychisch kurz vor'm Aufgeben. Zwei Tage später Virus und eine Woche AU. Tyrosin wirkt nach einigen Tagen - psychisch stabiler und ruhiger, körperlich fitter. Ab Anfang April oft Schlafstörungen.
03.04.2017: Reduktion auf 8 mg (nach 44 Tg. - 20 %), Tyrosin auf 500 mg; nach 7 Tagen: Rückenverspannungen, ansonsten ok; psychisch: genervt und aggressiv, daher: Erhöhung Tyrosin auf 1000 mg
17.04.2017: Reduktion auf 6 mg (nach 14 Tg. - 25 %), Tyrosin 1000 mg, Omega3; nach 7 Tagen: Rückenverspannungen, ansonsten ok; psychisch: PMS und Einbruch am 8 Tag, morgens wieder besser
22.04.2017: PRESSELIN Thyri Fucus, 3 x 5 Tropfen
28.04.2017: Reduktion auf 5 mg (nach 11 Tg. - 17%), Kopfschmerzen nach 5 Tagen, fast manische Phase für 2 Wochen (allerdings gab es am 01.05. ein pushendes Schockerlebnis), danach psychischer Einbruch.
29.04.2017: Start Einschleichen L-Thyroxin Tropfen 5 micg -> 06.05.2017 - 10 micg -> 13.05.2017 - 15 micg - Versuch erneut gescheitert, daher kein L-Thyroxin mehr
10.05.2017: 4 mg Agnus Castus wg. Mastodynie; zyklusabh. Akneschub ab 15.06.
17.05.2017: Reduktion auf 4 mg (nach 19 Tg. - 20%)
22.05.2017: 400 mg Rosenwurz-Wurzel
03.06.2017: Reduktion auf 3 mg (nach 17 Tg. - 25%) psych. Einbruch nach 10 Tagen inkl. Panikattacke (die erste in meinem Leben!); Rücken aber ok! Nach 17 Tagen: nicht mehr zu ertragende psych. Einbrüche mit Heulattacken
20.06.2017: Erhöhung auf 5 mg
12.07.2017: Erhöhung auf 7,5 mg
danach weitere Erhöhung in Schritten
23.09.2017: Erhöhung auf 15 mg

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Re: Das Konzept der Hochsensibilität. (HS)

Beitrag von Tumbler » Freitag, 08.09.17, 23:36

Hallo an alle Schreiber vor mir,

auch ich kann mich mit dem Thema Hochsensibilität identifizieren, gepaart mit der Hochbegabung. Es ist anders, aber nicht unbedingt schlechter, und auf jeden Fall kein Defizit. Nur die Welt wie sie ist macht es Menschen wie uns nicht immer leicht und vor allem ist es oft ein harter und langer Kampf, seine Nische zu finden, wo man nicht täglich gegen den Strom schwimmen muss, bis einen die Kraft verlässt. Was ich meine ist, dass man so seine Fähigkeit schlecht nutzen kann, wenn heutzutage eigentlich auf ganz konträre Eigenschaften Wert gelegt wird. Und gerade darum, meine ich, braucht es die Hochsensiblen.

Zum Thema mehr oder weniger Medikamente bzw. Dosierung benötigen:
Ich brauche weniger, insbesondere Psychopharmaka. Auch wenn meine Psychiaterin wenig Ahnung vom Absetzen und dessen Tücken hatte, so hatte sie Gottseidank doch ein gewisses Händchen für meine "homöopathischen Dosen" (auch wenn ich manchmal das Gefühl hatte, sie hält mich für eine Simulantin, wenn ich schon bei soooo wenig Einstiegsdosis über starke Nebenwirkungen klage...). Habe von fast allem nur etwa ein 20-tel bis 20-tel der Normaldosis gebraucht, um Wirkung, allerdings auch starke Nebenwirkungen zu haben, wie ein Großer. Was natürlich bedeutet, dass auch beim Absetzen die Schritte entsprechend sensibel angepasst werden müssen...
Allerding weiß ich nicht, warum das so ist. Ich persönlich erkläre mir das schon in etwa mit der Theorie, dass ein hochsensibles Gehirn weniger starke Stimulatien braucht, um einen Effekt zu erreichen, das trifft auf frühkindlichen Stress als auch Medikamente zur Wiedererlangung (oder Vortäuschung) normaler Gehirnstrukturen zu... Nur das für mich probateste Mittel zur tatsächlichen Normalisierung der Hormone im Gehirn, die Psychotherapie, ist durchschnittlich lange ausgefallen, bis sie Wirkung zeigte.
Aber wie gesagt, meine persönlichen Erfahrungen, die keineswegs auf alle Hochsensiblen zutreffen werden.

Es grüßt euch
Tumbler
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Symptome: Angst, Panik, Übelkeit, Leere, Derealisation, Depersonalisierung, Traurigkeit, Suizidgedanken, SVV.
Diagnose: Zuerst Depression und Angststörung, vor 10 Jahren kombinierte Persönlichkeitsstörung.
Seit ca. 20 Jahren verschiedene ADs, NLs und anderes ausprobiert.
seit 2013: Amisulprid 50 mg abends. Hydroxyzin 12,5 mg.
Nebenwirkungen: Laktation, Unfruchtbarkeit, Gewichtszunahme, Müdigkeit, Fremdbestimmtheit.
erstes Absetzen 2014: einfach weggelassen (auf Anraten der Psychiaterin): wochenlang Horror, dann wieder genommen. 1,5 Jahre stabilisiert, währenddessen Katzenjammer.
Symptome beim Absetzen: schlimmste Panik (konnte kaum mehr essen/trinken, atmen oder denken), um mich herum schreiende Farben und schrille Geräusche, totale Alarmstimmung; wurde nach Wiedereindosieren langsam über Monate besser, ganz weg nach ca 1,5 Jahren.
seit 20.12.2015: Reduktion (auf eigene Faust, da Psychiater nicht hilfreich): alle drei Wochen eine Vierteltablette (= ca. 12,5 mg) weggelassen, also von 50 mg -> 37,5 mg -> 25 mg -> 12,5 mg. Dann letzte Vierteltablette halbiert (= ca. 6 mg). Nach weiteren drei Wochen ganz abgesetzt (Tablette nicht weiter teilbar), schlimmsten Horror für ne Woche.
seit 16.3.2016: 5 mg Amisulprid (magistral hergestellte Kapsel). Zusätzlich 12,5 mg Hydroxyzin. Forum entdeckt und dort angemeldet. Wieder 1,5 Jahre stabilisiert mit ziemlichem Katzenjammer.
seit 30.4.2018: Reduktion auf 4 mg Amisulprid, 12,5 mg Hydroxyzin beibehalten. Keine nennenswerten Probleme.
seit 26.6.2018: Reduktion auf 3 mg Amisulprid, 12,5 mg Hydroxyzin beibehalten. Keine Probleme.

Arianrhod
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Re: Das Konzept der Hochsensibilität. (HS)

Beitrag von Arianrhod » Sonntag, 29.10.17, 15:17

Hier eine schöngemachte Seite mit 24 Tipps für das hochsensible Leben:

http://www.kreativesdenken.com/artikel/ ... tipps.html

Auch wenn man nicht zu den HSP gehört, ist es imho so, dass Menschen, die Psychopharmaka absetzen, in vielen Bereichen hchsensibel reagieren reagieren, daher finde ich die Tipps auch für diese Phase hilfreich sein.

liebe Grüße arian
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LenaLena
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Re: Das Konzept der Hochsensibilität. (HS)

Beitrag von LenaLena » Mittwoch, 20.12.17, 0:41

Hallo,

schön, dass ihr euch hier schon so viel mit Hochsensibilität beschäftigt :)

Ich bin vor mittlerweile fast 3 Jahren auf dieses Thema gestoßen, und es hat so einiges für mich erklärt. Seitdem verstehe ich mich selbst besser, kann mich besser einschätzen und auch schützen.

Zum Thema, ob das "nur ein Trend" ist oder ob es ein weiteres Label ist, "nicht normal" zu sein:
Dass (endlich!!) vermehrt über HS geforscht und damit auch gesprochen wird, musste irgendwann mal passieren, und es ist gut, dass das geschieht. Das kommt natürlich sehr trendmäßig rüber, aber die Zeit ist einfach reif.
Es gibt noch immer genug Menschen, darunter auch viele Ärzte, die dieses Konzept, obwohl wissenschaftlich belegt und erforscht, noch immer nicht anerkennen. Und wie ihr schon geschrieben habt, das kann zB bei der Medikation schwerwiegenden Folgen haben, die man so leicht vermeiden könnte...

Laut neuester Forschungen sind 15-20% aller Menschen hochsensibel (da das ein sehr oft falsch verstandener Begriff ist, wird vermehrt von Hochsensitivität gesprochen). Das heißt, dass diese Menschen ihre Umwelt ein wenig anders wahrnehmen als andere, reizoffener sind durch fehlende Filter im Gehirn. Das hat aber nichts mit "nicht normal" zu tun und ist evolutionsbiologisch sehr leicht zu erklären: In der Urzeitgruppe spürten oder merkten solche Menschen früher eine drohende Gefahr und waren so wichtig für das Überleben der Gruppe.

Und wie schon richtig gesagt wurde, hängt Hochbegabung sehr stark damit zusammen. Bisher wurde das an einem IQ von über 130 festgemacht. Das ist mittlerweile aber überholt, denn man ist darauf gestoßen, dass Hochbegabung sich sehr viel mehr durch seine Charaktereigenschaften definiert als allein durch den IQ. Und diese decken sich stark mit Hochsensibilität.
Was noch oft mit diesen beiden Charakterausprägungen einhergeht, sind Synästhesien.

Diese Forschungen gehen in Deutschland zu einem Teil auf Eliane Reichardt zurück bzw. beziehe ich mich hier auf sie, da ich in ihre Forschungen am meisten eingelesen bin. Aber auch das "Urbuch" von Elaine Aron liegt schon bereit :)


Durch eine HS-Gruppe online, von der ich sehr viel lerne und bei der viele verschiedene Menschen zu Wort kommen, habe ich die Vermutung entwickelt, dass HSP erstens eher psychisch erkranken (das merkt auch Arianrhod an, wie ich gesehen habe, und es ist auch logisch zu erklären durch die starke Reizoffenheit) und - dass sie es besonders sind, die große Probleme mit Nebenwirkungen und schweren Entzügen haben.
Ich glaube daher, dass ganz ganz viele in diesem Forum hochsensitiv sind, auch wenn sie es nicht wissen.

LG Lena
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Re: Das Konzept der Hochsensibilität. (HS)

Beitrag von Arianrhod » Mittwoch, 20.12.17, 17:54

Arianrhod hat geschrieben:Hallo,
bei Hochsensibilität fehlen beide Leitsymptome, die eigentlich als einziges für eine Psychose ausschlaggebend sind:
- Halluzinationen
- Wahn
Alles andere ist keine Psychose, selbst wenn es so diagnostiziert wird.
Die Gemeinsamkeit zur HS ist die Reizoffenheit. Da hat HS aber mehr mit ADHS und Autismus gemein .
Eventuell gibt es jedoch ein Spektrum von einer Filterschwäche zu einer Filterstörung .

liebe Grüße Arianrhod
ich wollte noch was ergänzen. Nicht einmal Wahn und Hallus reichen für die Diagnose einer Psychose, es muss auch so sein, dass "der Eindruck des Gemachten" besteht, dass der Patient überzeugt ist, etwas von außen wirkt auf ihn ein. Wenn man weiss, dass es das eigene Gehirn ist, das das alles macht oder fühlt, dass man sich komische Sachen einbildet, ist es schon keine Psychose.

liebe Grüße Arian

kann man hier wieder nachlesen https://psychiatrietogo.de/2013/02/14/e ... schneider/
eigentlich ist die Diagnose "Schizophrenie" sehr, sehr eng gefasst, ich bin immer wieder erstaunt, mit welchen Symptomen hier Leute diese Diagnose gestellt bekommen.
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Re: Das Konzept der Hochsensibilität. (HS)

Beitrag von Arianrhod » Dienstag, 16.01.18, 17:37

Ein in der Tendenz ablehnend gehaltener Artikel über HS:
http://news.doccheck.com/de/newsletter/ ... 72f40aaeac

liebe Grüße Arian
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Re: Das Konzept der Hochsensibilität. (HS)

Beitrag von Arianrhod » Dienstag, 30.01.18, 11:43

Ich fasse hier zusammen, was die Autorin Manon Garcia in ihrem Buch " Hochbegabt oder hochsensibel- lebe dein Anderssein mit Selbstbewusstsein und Selbstliebe" über Reizüberflutung und Reizabschirmung sagt:

- besonders betroffen von Reizüberflutung sind Menschen mit ADHS, Autisten auch Asperger, Hochsensibilität, Psychose
- aber auch grundsätzlich alle Menschen, die zu viel Stress und zu wenig Entspannung haben.

Folgen der Reizüberfutung können sein: Stress, Hektik, Aggression, Erschöpfung, Konzentrationsschwierigkeiten, Seh-und Hörstörungen, Sprachprobleme, Übergewicht, Realitätsverlust, hyperaktivität, Tinnitus, Migräne, Unruhe, Schlafstörungen, Schweissausbrüche, Ängste, Depressionen, Magen-Darmprobleme und herzrhythmusstörungen.

Erste Maßnahmen: kein Radio, Fernsehen, Begrenzung der Internetzeit, Smartphone-Pausen. Tätigkeiten nacheinander ausführen, nicht gleichzeitig.

aber im Berufsalltag etc. ist das schwierig:
bis zu einem gewissen Punkt kann man seine Einstellung zu Reizen ändern und trainieren. Bei Reizüberflutung wird der Reiz stärker wahrgenommen.
Sich auf sich konzentrieren lernen, sich auf den eigenen Atem/den Körper konzentrieren, auf Körperteile wie "der große Zeh vom linken Fuß"
-beispielsweise eine dunklere Brille tragen oder -wenn es geht- Brille weglassen.
- wenn es geht: Kopfhörer mit Filterfunktion tragen.
- Pausen machen, spazierengehen.
- Entspannungsverfahren lernen, um "bei sich zu bleiben"

Anmerkung: Leider bezieht die Autorin sich nur auf Außenreize. Ich muss Innenreize ausblenden: Kribbeln, Schmerzen, Missempfindungen etc.
Habe mir allerdings jetzt Kopfhörer gekauft.

liebe Grüße Arian
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Re: Das Konzept der Hochsensibilität. (HS)

Beitrag von LenaLena » Donnerstag, 01.02.18, 12:03

Arianrhod hat geschrieben:
Dienstag, 30.01.18, 11:43
- besonders betroffen von Reizüberflutung sind Menschen mit ADHS, Autisten auch Asperger, Hochsensibilität, Psychose
Hallo Arian,
es könnte laut neuester Forschungsergebnisse möglich sein, dass diese Autorin hier die Ursache und Wirkung verwechselt hat.
Die neuere Forschung besagt nämlich, dass gerade Hochsensible/Hochbegabte eher die Diagnose ADHS, Autismus oder Asperger (oder Aspergerzüge) bekommen. Und gerade bei ADHS sei das oft eine Fehldiagnose.
Hier sei das Buch "Doppeldiagnosen und Fehldiagnosen bei Hochbegabung: Ein Ratgeber für Fachpersonen und Betroffene" von James T. Webb genannt!
(Zum Thema Hochbegabung und warum sich diese Merkmale stark mit HS decken, bitte in meinen letzten Beitrag schauen :))

Wichtig bei bei der Unterscheidung/Abgrenzung von Hochbegabung/HS zu Psychopathologien ist, dass sämtliche psychopathologischen "Störungs"bilder ohne Kenntnis oder Berücksichtigung von HS aufgestellt wurden.
Demnach fließen in deren Beschreibungen "ganz normale" Denk- und Verhaltensweisen von Hochsensiblen ein, wodurch der Eindruck entsteht, es gäbe Ähnlichkeiten.
Das sollte also dazu anregen, die gängigen Störungsbilder kritisch zu hinterfragen.

Gerade bei Kindern ist es unheimlich schwierig (und noch zu wenig erforscht), eine Abgrenzung von AD(H)S und Autismus zu möglicherweise durch HB entstandene Verhaltensweisen zu machen. Dadurch werden Kinder in Diagnosen (und somit "Krankheitsbilder") gedrückt, obwohl ihr Verhalten eigentlich "normal" ist.
(Wobei, was ist schon normal... wenn man sich vom Durchschnitt abhebt, ist man das ja eben leider nicht).
Diese Überlegung halte ich für sehr wichtig.
Zum Glück gibt es vermehrt Diagnostiker, die Ahnung von HB/HS haben (aber immer noch zu wenig).
Es existiert sogar die Meinung, dass sich AD(H)S und HS ausschließen.


Die sonstigen Tipps aus dem Buch finde ich sehr gut. Tätigkeiten nicht parallel, sondern hintereinander auszuführen war (und ist) bei mir ein ganz wichtiger Schlüssel.

LG Lena
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Re: Das Konzept der Hochsensibilität. (HS)

Beitrag von Arianrhod » Freitag, 16.02.18, 16:28

Hier , wie ich finde, eine nette Zusammenfassung, was Asperger so ausmacht ( auch Reizüberflutung):
http://beingapart.blogsport.eu/2010/12/ ... en-wirken/

liebe Grüße Arian
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Re: Das Konzept der Hochsensibilität. (HS)

Beitrag von Arianrhod » Sonntag, 22.04.18, 16:36

Nocheinmal ein Text zum Asperger , in dem ich mich sehr wieder finde - aber hallo :D
Nicht-autistische Menschen oder Neurotypische finden Sicherheit in Gruppen. Wir empfinden Bedrohung........
Reizüberflutungen sind ein täglicher Kampf und sind nun Teil der Kriterien für eine Autismus-Spektrum-Störung......
Wir erkennen Gesichter nicht gut und haben ein ungleichmäßiges Gedächtnis.......
Small Talk interessiert uns nicht, dafür umso mehr unsere Spezialinteressen........
Unser Verständnis der sozialen Bräuche dieser Welt ist sehr einfach......
Wie marschieren zu unserem eigenen Takt und haben eine lustige Art und Weise zu laufen. .....
Wir haben keinen starken Sinn für Geschlechterrollen. .....
Wir sind Geeks. .....
Wir nehmen Dinge wörtlich.....
Last but not least, Angst ist unsere überwiegende Emotion......
ganzer Text : http://beingapart.blogsport.eu/2010/12/ ... en-wirken/


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