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Psychische Störung - Trauma, Dissoziation oder Psychose?

Allgemeine Diskussion über psychische Störungen, ihre Behandlung und alles Verwandte.
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Arianrhod
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Psychische Störung - Trauma, Dissoziation oder Psychose?

Beitrag von Arianrhod » Freitag, 04.03.16, 22:07

Ich habe ja erzählt, dass ich Psychotherapie angefangen habe. Die Psychologin geht von einer Fehldiagnose aus . Sie meinte allerdings , dass - und mich hat das überrascht - es auch noch um 2005 , also zu der Zeit meiner Diagnostizierung, die Wirkung von Traumata und PTBS noch nicht sehr bekannt war und es oft zu Fehldiagnosen und Fehlbehandlungen gekommen ist.

Bin gerade auf einen Text gestoßen und habe folgende Ergebnisse für das Vorliegen von Dissoziationen gefunden:( Dissoziative Zustände sind wieder bezeichnend für PTBS http://www.netdoktor.de/krankheiten/pos ... /symptome/)

A) Dissoziative Symptome des Gedächtnisses und der Wahrnehmung:
- Gedächtnisprobleme, auffällige Erinnerungslücken
- Depersonalisation (also mit einem Satz: „Ich bin nicht mehr ich")
- Derealisation (kurz: „alles so eigenartig, sonderbar um mich herum")

.....
.......
- Trance-Zustände (Beispiele: zeitweiliger Verlust der Identität und der
vollständigen Wahrnehmung der Umgebung, so als ob man von einer
anderen Persönlichkeit, einem Geist, einer Gottheit oder einer „Kraft"
beherrscht wird u. a.)

B) Anzeichen für die Manifestation (das Auftreten) teilweise abgespaltener Selbst-Zustände
- Hören von Kinderstimmen (im Kopf)
- Innere Dialoge oder Streitgespräche
- Herabsetzende oder bedrohende innere Stimmen
- Teilweise dissoziiertes (also als zeitweise nicht zu einem selber gehörig
erlebtes) Sprechen
- Teil-dissoziierte Gedanken: eingegebene, sich aufdrängende Gedanken,
auch Gedankenentzug
- Teil-dissoziierte Emotionen: Gefühlen werden als aufgedrängt oder eingegeben erlebt
- Teil-dissoziisiertes Verhalten: Handlungen werden als nicht unter der eigenen Kontrolle erlebt
- Zeitweise nicht zu sich gehörig erlebte Defizite bezüglich Fertigkeiten
oder Fähigkeiten: plötzlicher Wechsel im Funktionsniveau wie „Vergessen" wie man Auto fährt, Computer bedient usw


aus http://www.ag-psychosoziale-gesundheit. ... ziativ.pdf

Wie will man denn das von einer Psychose abgrenzen? Da gibt es ja sogar Stimmenhören!
Kann es nicht sein, dass sehr viele Patienten umherlaufen, die schizophren diagnostiziert sind und mit Neuroleptika behandelt werden, obwohl sie in Wirklichkeit eine PTBS haben? (Die mit psychotherapie behandelt werden sollte , keinesfalls oder allenfalls vorrübergehend mit Medikamenten)

Auch in meinem Fall haben die Neuroleptika das PTBS verschlimmert. Da alle Funktionen des Denkens und Reflektieren runtergedimmt sind, konnte ich die traumatischen Erlebnisse immer schlechter verarbeiten. Enteder schlugen die Gefühle über mir zusammen oder ich fühlte mich total fremd. Ich begann einen Wahn zu entwickeln, die Welt wäre nur eine Theaterkulisse. Ich glaubte nicht , dass es so ist, doch es fühlte sich so an.

Jetzt erst nach 10 Jahren werde ich adequat behandelt. :shock:

liebe Grüße Arianrhod
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Re: Psychische Störung - Trauma, Dissoziation oder Psychose?

Beitrag von Birke » Samstag, 05.03.16, 0:49

Ich bin erschüttert. Und es freut mich für dich, dass Du nun so gute Hilfe bekommst.

Das ist wirklich ein schwieriges Thema. Ich habe PTBS und Diss und habe irgendwie immer angst, dass jemand kommt und sagt, nee das gibt es gar nicht und daher ist es besser Sie nehmen auch mal schön diese und jene Medikamente. Ich habe es auch nicht wirklich verstanden, wo der Unterschied liegen soll. Gut, Wir sind sechs Persönlichkeitsanteile mit acht inneren Helfern. Die innere Kommunikation findest meist am sicheren Ort statt. Es geschieht bei mir, dass ein Persönlichkeitsanteil eine höhe Präsenz bekommt und ich als bockiger Teenager durch die Gegend laufe. Wie ist das bei Psychosen?

Lieben Gruß, Birke
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ab 18.05.2016 11 Wochen Traumaklinik
seit dem Fortsetzung meiner ambulanten Traumatherapie

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Re: Psychische Störung - Trauma, Dissoziation oder Psychose?

Beitrag von Arianrhod » Sonntag, 06.03.16, 19:15

Hallo Birke,
danke für deine guten Wünsche.
Der Hauptunterschied ist eventuell, dass ein Psychotiker denkt, alles ist von außen gemacht. Er würde davon ausgehen, dass die Welt wirklich eine Theaterkulisse ist.
Bei der dissoziativen SAtörung geht derjenige von sich aus. Er weiß schon, um bei meinem Beispiel zu bleiben, dass seine Wahrnehmung verschoben ist, dass es sich für ihn so anfühlt. Die inneren Stimmen können sehr stark sein, die psychotischen Stimmen kommen von außen an das Ohr. Ich wußte dagegen, dass es Innenpersonen sind, die mit mir reden, und keine Personen von außen.
Das ist jedoch eine sehr grobe Unterscheidung. Und sie setzt voraus, dass ein Arzt wirklich genau nachfragt, bevor er Medikamente verschreibt.
Also nicht: "Hören Sie Stimmen?", sondern: "Woher kommen sie?" "wer spricht mit ihnen?" "Hören Sie Stimmen wie am Telefon oder ist es, als hätten Sie ein inneres Gegenüber"?
Bist du in psychologischer Behandlung?

liebe Grüße Arianrhod
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Re: Psychische Störung - Trauma, Dissoziation oder Psychose?

Beitrag von Birke » Sonntag, 06.03.16, 22:47

Hallo Arianrhod,

ich habe eine Signatur gemacht. Die hatte ich bisher nicht angelegt, da ich keine Medikamente nehme. Aber vielleicht passt es ja, wenn ich meine Therapien reinschreibe. Danke für deine Frage :)

Einen Psychiater oder so habe ich nicht. Ich überlege gerade meinen ambulanten Therapeuten zu wechseln. Aber ich bin mir unsicher. Soll ich bei dem Therapeuten bleiben, mit dem ich schon 14 Monate zusammen arbeite oder soll ich zu einer speziellen Traumatherapeutin wechseln? Ich könnte es mir momentan nicht vorstellen ohne ambulante Therapie zu sein. Ich weis erst seit einem knappen Jahr, dass ich in meiner Kindheit und Jugend über Jahre hinweg schwer Traumatisiert wurde, das ich dissoziieren, Persönlichkeitsanteile habe,.... Ich ringe oft um Stabilität, habe meine regelmäßigen Flashbacks und auch sonst alles mögliche, Meine Alltagsbelastbarkeit ist gerade so ausreichend für meinen 1 Personenhaushalt.

Wie sieht denn dein Therapieumfeld aus? Bist Du gut abgesichert?

Lieben Gruß, Birke
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Re: Psychische Störung - Trauma, Dissoziation oder Psychose?

Beitrag von Arianrhod » Montag, 07.03.16, 17:24

Hallo Birke,
Birke hat geschrieben:
Wie sieht denn dein Therapieumfeld aus? Bist Du gut abgesichert?
ich habe Familie und bin gottseidank durch eine Frühpensionierung finanziell abgesichert. Ich bin nicht mehr belastbar genug, als Lehrerin zu arbeiten.

liebe Grüße Arianrhod
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Re: Psychische Störung - Trauma, Dissoziation oder Psychose?

Beitrag von Arianrhod » Montag, 08.08.16, 14:05

Zur Behandlung von dissoziativen Störungen: http://www.aerzteblatt.de/archiv/43054
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Re: Psychische Störung - Trauma, Dissoziation oder Psychose?

Beitrag von Arianrhod » Mittwoch, 18.04.18, 19:04

Traumata sind wohl auch erblich bzw übertragbar:

http://news.doccheck.com/de/203640/das- ... de-trauma/

liebe Grüße Arian
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