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Asperger oder psychisch krank?

Allgemeine Diskussion über psychische Störungen, ihre Behandlung und alles Verwandte.
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Asperger oder psychisch krank?

Beitrag von Arianrhod » Samstag, 16.07.16, 17:58

ich hole ein bißchen länger aus, denn auf grund meiner Vorgeschichte wird jetzt davon ausgegangen, dass ich irgendwo im Aspergerspektrum verortet bin. Das würde sehr viel erklären.
Also erstmal eine Erklärung, was das Asperger Spektrum überhaupt ist:
Störungen innerhalb des sogenannten Autismus-Spektrums sind tiefgreifende Entwicklungsstörungen.....Weil in der Praxis zunehmend leichtere Formen der einzelnen Störungsbilder diagnostiziert werden und die Unterscheidung in der Praxis immer schwerer fällt, werden die unterschiedlichen Ausprägungen unter dem Begriff Autismus-Spektrum-Störung zusammengefasst. ....Menschen mit Autismus können soziale und emotionale Signale nur schwer einschätzen und haben ebenso Schwierigkeiten, diese auszusenden. Deshalb wirken ihre Reaktionen auf Gefühle anderer Menschen selten angemessen, und sie haben Schwierigkeiten, ihr Verhalten an eine soziale Situation anzupassen. ....Menschen mit Asperger-Syndrom haben für gewöhnlich eine normale Sprachentwicklung. Dennoch haben sie Schwierigkeiten bei der Kommunikation: Sie haben Probleme beim Erkennen sowie beim Einsatz von Mimiken und Gestiken und eher eine monotone Sprechweise. Ihre Fähigkeit, durch Veränderung des Tonfalls, durch den Gesichtsausdruck oder durch Handbewegungen das Gesagte zu verdeutlichen, ist beeinträchtigt.
Häufig sind Menschen mit Asperger-Syndrom motorisch ungeschickt. Die meisten von ihnen besitzen eine normale allgemeine Intelligenz; in Teilgebieten kann ihre Intelligenz besonders hoch sein. Oft wird die Diagnose Asperger-Syndrom erst im Jugend- oder Erwachsenenalter gestellt.
aus http://www.spiegel.de/gesundheit/diagno ... 79673.html

also Leute, die ein wenig sonderbar wirken, die sehr spezielle Interessen haben, die Probleme mit Menschen haben, aber nicht so sehr, weil sie nicht WOLLEN, sondern weil ihr sozialer Umgang seltsam und ungeschickt ist, auf grund dessen dass sie die ungeschriebenen sozialen Spielregeln nicht erkennen. Dazu kommt dann noch eine motorische Ungeschicklichkeit/ Unsportlichkeit, das heißt, ganz oft Mobbingopfer.
Ein besonderer Fall sind dann auch die Mädchen. Die werden nämlich meistens gar nicht erkannt:
„Mädchen und Frauen mit Asperger-Syndrom sind fast unsichtbar – eine Minderheit innerhalb einer Minderheit. Sie fallen zu oft und zu lange durch das auf männliche Ausprägungen angelegte Diagnosesystem“.....Darunter leiden die betroffenen Mädchen meist sehr, denn sie fragen sich oft jahrelang nach dem Grund ihres Andersseins und der damit häufig verbundenen Einsamkeit..... „Um nicht aufzufallen und möglichst „unsichtbar“ in einer Gruppe mitlaufen zu können, ahmen Mädchen mit Asperger-Syndrom oft andere Mädchen nach und versuchen deren Verhalten, die Mimik und Gestik der anderen Mädchen zu kopieren“..... Bei einer Kombination folgender Merkmale sollten Lehrer und Psychologen laut Preißmann eine autistische Störung bei Mädchen in Betracht ziehen:

soziale Zurückgezogenheit und Isolation
soziale Unreife und Naivität
Hänseleien durch gleichaltrige Mädchen
Unsicherheit im Kontakt mit anderen
Passivität im Unterricht und mangelndes Interesse an außergewöhnlichen schulischen Aktivitäten
Interessen, die in ungewöhnlicher Ausprägung ausgelebt werden
mangelnder Augenkontakt
schlechte Handschrift
repetitive Verhaltensweisen
motorische Schwierigkeiten
schlechtere schulische Leistungen als aufgrund der Intelligenz zu erwarten
insgesamt als „merkwürdig“ und nicht altersgemäß beschriebenes Verhalten
http://news.doccheck.com/de/20576/asper ... erm-radar/

nun ist es sehr möglich, dass eine Person mit einer Spektrumsstörung im sozialen Umgang überfordert ist. Und dann kommt es nämlich zu folgendem:
.Beim Asperger-Syndrom kommen wahnhaften Vorstellungen oder Sinnestäuschungen nicht vor. Allerdings können diese Patienten auch dekompensieren und damit in psychoseähnliche Zustände geraten. Dies vor allem dann, wenn sie aufgrund (scheinbar) unüberwindbarer äußerer Anforderungen unsicher, verwirrt und ratlos, vielleicht auch übermäßig angespannt, fast chaotisch
werden. Doch nachdem die sichere Routine des Alltags wiederhergestellt ist, verschwinden auch diese peinlichen Verwirrtheitszustände und das gewohnte starre, aber eben für sie auch hilfreiche Verhaltensmuster kehrt zurück. Um solche Verwirrtheitszustände von psychotischen Symptomen einer Schizophrenie abgrenzen zu können, nannte man das im englischsprachigen Bereich „chaotic states“, also Chaos-Zustände.
http://www.psychosoziale-gesundheit.net ... perger.pdf

Bedeutet de fakto, unter hohem Stress machen Betroffene aus dem AspergerSpektrum einen schizophrenen Eindruck. Wenn ich mich erinnere, dass der Begriff eh erst Ende der Achzigerjahre in Deutschland eingeführt wurde, dürfte es unter den Älteren eine Menge undiagnostizierter Asperger - Betroffene geben. Und heutzutage ist man zwar sensibilisiert, aber zumindest die Mädchen fallen noch aus dem Raster.
Das bedeutet, wenn sie überfordert sind, hält ein Psychiater sie womöglich für schizophren -
Wenn ein Mensch als „eigenartig“, „ungewöhnlich“, „sonderbar“ oder gar „verrückt“ auffällt, so ist es nicht verwunderlich, wenn vor allem Laien ihm die Diagnose „Schizophrenie“ anhängen. Ähnliches gilt sogar für Ärzte und Psychologen mit wenig psychiatrischen
Kenntnissen.
http://www.psychosoziale-gesundheit.net ... perger.pdf
Schizophrene aber werden mit Neuroleptika behandelt.

Die dürften bei Patienten, die eigentlich eine andere Verarbeitungsweise haben als "Neuronormale" auch nochmal ganz speziell wirken :roll:

Wobei sogar Lehrmeinung ist, dass Asperger keinesfalls medikamenmtös behandelt gehört, dass man höchstens quälende Symptome wie Aggression, Depression etc. behandeln kann. Die "chaotic states" hinterlassen keine Schäden, sie können durch Schaffung einer reizarmen, geregelten Umgebung behandelt werden.

Vielleicht erkennt sich hier ja einer auch wieder, deshalb schreibe ich es.


liebe Grüße Arian
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Re: Asperger oder psychisch krank?

Beitrag von paragon » Mittwoch, 16.11.16, 23:20

Liebe Arianrhod,

Das ist ein sehr interessanter Beitrag.

Doch die Frage ist: Verlieren Menschen mit Asperger auch manchmal den Zusammenhang mit der Realität, so wie Schizophrene? Oder bleibt es bei Verwirrtheit und chaotischen Zuständen? D.H. bekommen sie Wahnvorstellungen, haben sie Halluzinationen?

Ich verstehe nämlich nicht, wie die Spezialisten Leute mit Asperger sonst mit Schizophrenen verwechseln können. Das sind doch zwei unterschiedliche Paar Schuhe.

Liebe Grüße,

para

Arianrhod
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Re: Asperger oder psychisch krank?

Beitrag von Arianrhod » Donnerstag, 17.11.16, 19:53

Hallo Paragon,

in der Fachliteratur habe ich bisher nichts genaues darüber gefunden. Ich selbst würde sagen, da Autisten sozial so unsicher sind, sind sie ziemlich suggestibel. Sie lassen sich leicht was einreden .
Aber so richtiger Wahn a la "Ich bin die Jungfrau Maria" ist es eher nicht.

ich kann nur ungefähr vermuten, wie die Diagnose zusammenkommt.
Der diagnostische Algorithmus zur Schizophrenie sieht gemäß ICD 10 folgendes vor. Es wird zuerst ein Zeitkriterium definiert: Die Symptome müssen mindestens einen Monat kontinuierlich vorliegen. Sodann werden zwei Reihen von Symptomgruppen definiert. Die erste Reihe umfasst die Symptomgruppen 1 – 4 Die zweite Reihe umfasst die Symptomgruppen 5 – 9. Dabei stimmt die Symptomgruppe 1 – 4 nach dem ICD 10 inhaltlich weitgehend mit den Erstrangsymptomen nach Kurt Schneider überein.
https://de.wikipedia.org/wiki/Symptome_ ... izophrenie

1- 4 sind also die Symptome
Dialogisierende Stimmen, kommentierende Stimmen, Gedankenlautwerden
Leibliche Beeinflussungserlebnisse
Gedankeneingebung, Gedankenentzug, Gedankenausbreitung, Willensbeeinflussung
Wahnwahrnehmung (realen Wahrnehmungen wird eine wahnhafte Bedeutung beigemessen)
sowie alles von anderen Gemachte oder Beeinflusste auf dem Gebiet des Fühlens, Strebens und des Wollens
https://psychiatrietogo.de/2013/02/14/e ... schneider/

Die zweite Symptomgruppe umfasst:
5 - 8 dann andere Hallus, Gedankenabreißen, Danebenreden und alle Negativsymptome, die da sind:
Der Affekt ist verarmt, d.h. die emotionale Erlebnisfähigkeit ist eingeschränkt, das Spektrum an Gefühlen ist reduziert. Der Patient kann unfähig sein, Freude zu empfinden (Anhedonie) und erscheint indifferent bzw. gleichgültig. Eine derartige Affektverarmung geht praktisch immer einher mit einer Affektverflachung, d.h. einer ausgeprägt herabgesetzten affektiven Schwingungsfähigkeit.
Der Antrieb ist vermindert; die Betroffenen zeigen weniger Interesse und sind weniger aktiv.
Die Psychomotorik ist reduziert. In Mimik und Gestik wirken Patienten wenig lebhaft oder sogar starr, die Stimme ist kaum moduliert.
Das Denken ist ebenfalls verarmt, leer und einfallslos, mit allgemein weniger Denkinhalten.

Hinzu kommen zumeist kognitive Einschränkungen in Form von Aufmerksamkeits- und Konzentrationsstörungen.
http://flexikon.doccheck.com/de/Negativsymptomatik

Die Bedingung einer Diagnose ist dann, dass entweder mindestens EIN Symptom der ersten Gruppe oder ZWEI der zweiten Gruppe einen Monat lang auftreten.

Wenn der Arzt sehr formalistisch vorgeht und den Patienten nicht kennt, kann es sein, dass er aus umständlicher, verschrobener Ausdrucksweise,
sozialer Zurückgezogenheit , ungeschickter Motorik etc. eine Schizo konstruiert.

liebe Grüße Arian
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Re: Asperger oder psychisch krank?

Beitrag von Alex77 » Samstag, 06.05.17, 20:20

Hallo Arianrhod,

ich finde den Aspekt des chaotic state sehr interessant.
Ich rutsche ständig in solche Zustände wenn der Druck von Aussen und die Überreizung zu gross wird und ich den Überblick verliere.
Ich werde extrem angespannt, fahrig und rutsche in eine Erstarrung und bekomme paranoide Züge. Dann muss ich mich komplett aus dem sozialen Leben rausziehen um mich zu resetten und alles neu zu sortieren. Erst dann kann ich wieder adäquat auf die Aussenwelt reagieren.

Daher werden mir ja auch psychotische Züge angedichtet. Trotzdem scheint es von Aussen unmöglich darauf Rücksicht zu nehmen und den Druck zu minimieren.Ich soll arbeiten gehen, mich der Gesellschaft anpassen, das "Soll" erfüllen. Es wird mir einfach nicht erlaubt in meinem eigenen Tempo zu leben und die gefühlte Überforderung geringer zu halten.

Damit ecke ich nun schon seit Jahrzehnten irgendwo eingestuft zwischen "schwieriger Persönlichkeit", psychischer Erkrankung und gemutmasstem Unwillen meinerseits an.
Eigentlich ein Trauerspiel wenn man bedenkt, dass ich bereit bin im Rahmen meiner Möglichkeiten alles zu geben.

Ich hoffe ich habe mit meinem Geschriebenen den Punkt chaotic state richtig erfasst.
Veränderung beginnt doch mit Akzeptanz soweit ich das auf meinen diversen Therapien richtig verstanden habe.

LG,
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mit im ersten Jahr vor Allem angstlösender
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Re: Asperger oder psychisch krank?

Beitrag von Arianrhod » Samstag, 06.05.17, 20:48

Hallo Alex, was du beschreibst, ist genauso und das ist auch das Dilemma. Entweder musst du funktionieren oder dir eine solche Hammerdiagnose verpassen lassen, damit du berentet wirst und "raus" aus dem System kommst. Ein " ich bräuchte nur ein bißchen Schonung, dann schaffe ich alles." ist fast unmöglich - ich sage, fast, denn in der Privatwirtschaft kenne ich niemanden , allerdings im öffentlichen Dienst eine Informatikerin, die an Psychosen leidet, sie wurde als "schwerbehindert" eingestellt. Der öffentliche Dienst nimmt die Schwerbehindertenquoten ernst, die meisten Firmen kaufen sich frei davon.
Käme das für dich in Frage?
Zu den "chaotic states" - das kann wirklich wirken wie Psychose. :( ist aber keine, sondern eine Schutzmaßnahme des Gehirns.

liebe Grüße Arian
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Re: Asperger oder psychisch krank?

Beitrag von Tumbler » Freitag, 08.09.17, 23:10

Hallo Arianrhod, hallo Alex,

ich habe bemerkt, dass hier seit längerem nicht mehr geschrieben wurde, wollte aber kurz noch etwas anmerken: Es gibt auch Menschen, die beides haben, Asperger und eine psychische Störung (das eine schließt das andere ja nicht aus). Und da immer zu unterscheiden, welche Beschwerden oder Reaktionen von was kommen, ist nicht leicht und auch nicht immer nötig. Auf jeden Fall ein interessantes Thema, ich kann mir gut vorstellen, dass fehldiagnostizierte Menschn extrem darunter leiden, denn wenn man mal in einer Schublade drin ist, kommt man oft schwer wieder raus.
Und ja, ich bin beides.

Liebe Grüße
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Symptome: Angst, Panik, Übelkeit, Leere, Derealisation, Depersonalisierung, Traurigkeit, Suizidgedanken, SVV.
Diagnose: Zuerst Depression und Angststörung, vor 10 Jahren kombinierte Persönlichkeitsstörung.
Seit ca. 20 Jahren verschiedene ADs, NLs und anderes ausprobiert.
seit 2013: Amisulprid 50 mg abends. Hydroxyzin 12,5 mg.
Nebenwirkungen: Laktation, Unfruchtbarkeit, Gewichtszunahme, Müdigkeit, Fremdbestimmtheit.
erstes Absetzen 2014: einfach weggelassen (auf Anraten der Psychiaterin): wochenlang Horror, dann wieder genommen. 1,5 Jahre stabilisiert, währenddessen Katzenjammer.
Symptome beim Absetzen: schlimmste Panik (konnte kaum mehr essen/trinken, atmen oder denken), um mich herum schreiende Farben und schrille Geräusche, totale Alarmstimmung; wurde nach Wiedereindosieren langsam über Monate besser, ganz weg nach ca 1,5 Jahren.
seit 20.12.2015: Reduktion (auf eigene Faust, da Psychiater nicht hilfreich): alle drei Wochen eine Vierteltablette (= ca. 12,5 mg) weggelassen, also von 50 mg -> 37,5 mg -> 25 mg -> 12,5 mg. Dann letzte Vierteltablette halbiert (= ca. 6 mg). Nach weiteren drei Wochen ganz abgesetzt (Tablette nicht weiter teilbar), schlimmsten Horror für ne Woche.
seit 16.3.2016: 5 mg Amisulprid (magistral hergestellte Kapsel). Zusätzlich 12,5 mg Hydroxyzin. Forum entdeckt und dort angemeldet. Wieder 1,5 Jahre stabilisiert mit ziemlichem Katzenjammer.
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Re: Asperger oder psychisch krank?

Beitrag von Arianrhod » Samstag, 09.09.17, 19:28

Hallo, Tumbler,

bei Asperger kommt es sogar häufig zu Depressionen ( besonders weil man sozial so oft aneckt), Zwängen und Ängsten. Bei Erwachsenen kann so eine Störung sogar der Grund sein, warum sie einen Psychiater aufsuchen.
Problematisch wird es erst, wenn der Psychiater das primäre Bild - also Autismus - nicht gut kennt.....

liebe Grüße Arian
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Re: Asperger oder psychisch krank?

Beitrag von Arianrhod » Sonntag, 08.07.18, 21:01

Dieser Text gehört dann eher hier rein:
http://beingapart.blogsport.eu/2010/12/ ... en-wirken/

Was Asperger ausmacht - mit viel Humor, sehr verständlich finde ich.

liebe Grüße Arian
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Re: Asperger oder psychisch krank?

Beitrag von Arianrhod » Montag, 01.10.18, 16:25

Für Erwachsene als erster Hinweis, einen ziemlich umfassenden Test auf Asperger:
http://www.rdos.net/de/
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Re: Asperger oder psychisch krank?

Beitrag von Blumenwiese » Montag, 01.10.18, 17:17

Hallo,

Ich hab mal den Test aus Spaß gemacht. Viele Fragen, die dort waren, erinnern mich an PTBS und dissoziative Symptome.

Mein Ergebnis: "Du scheinst sowohl neurotypische als auch Aspie-Charakterzüge zu haben"

Ohne die Biographie eines Menschen zu kennen, ist die Diagnose wohl schwierig, weil es ähnliche Symptome auch bei bestimmten Erkrankungen gibt.

Danke für das Einstellen des Links. War auf jeden Fall interessant gewesen. Vielleicht kann ich meinen Mann ja zu bringen, den Test zu machen. Ich hab ihn in ganz vielen Fragen wiedererkannt ;)

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Re: Asperger oder psychisch krank?

Beitrag von Blumenwiese » Montag, 01.10.18, 20:26

Hallo, ich nochmal ;)

Ich hab extreme Probleme mit Reizüberflutung und meine Tics und leichte Zwänge werden dann immer schlimmer.

Ich hab deswegen auch nicht die Arbeit in der Behindertenwerkstatt von 4 Std täglich, 5 Tage die Woche, geschafft. Ich hätte immer einen Tag Pause zwischen den Arbeitstagen gebraucht. Das macht aber die Rentenversicherung nicht mit.

Ich halte Gespräche mit anderen Menschen nicht lange durch. Die Anspannung wird dann immer schlimmer und wenn noch andere Reize dazu kommen, kann ich Gesprächen überhaupt nicht mehr folgen. Für mich sind Menschen aber auch an sich gefährlich. Darum strengt das alles so sehr an.

Ich muss mich sehr oft am Tag hinlegen und für mich sein. Am entspanntesten und leistungsfähigsten war ich, als ich allein mit meinem damaligen Hund gelebt habe. Ich komme mit Tieren einfach besser klar als mit Menschen.

Nach dem ICD 10 erfülle ich auch alle Punkte für eine schizotype Persönlichkeitsstörung (die Diagnose hatte ich 2005 bekommen) aber die Beschreibungen zu Menschen mit dieser PS sind sehr abwertend und fies, finde ich.

Ich kann mich zwar auch nicht gut darauf einlassen, wenn ich mal auf einem anderen Platz sitzen muss, aber wie schwer das ist, hängt von meiner Verfassung ab. Ich hab gute Tage, da geht das besser. Dass es mir schwer fällt, liegt daran, dass es mir Angst macht, den Raum aus einem anderen Blickwinkel zu sehen. Das verunsichert mich.

Ich brauche im Außen sehr viel Struktur. Es ist schwierig für mich, wenn Dinge nicht an ihrem gewohnten Platz liegen. Das überfordert mich einfach. Leider ist mein Mann sehr chaotisch und kriegt das nicht hin. Jetzt hab ich Anfang des Jahres entschieden, dass ich ein eigenes Zimmer brauche. Dadurch leben wir jetzt eher in einer WG. Es geht mir dadurch sehr viel besser. Ich hab einen Rückzugsort, der für mich auch besser strukturiert ist. Das hat sehr viel Stabilität gebracht.

Vielleicht machen frühe Traumatisierungen, Symptome, die es auch bei Aspergern gibt...

Liebe Grüße
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Re: Asperger oder psychisch krank?

Beitrag von Oliver » Montag, 01.10.18, 21:02

Moin,

habe auch mal den englischen Test gemacht - der deutsche ist als veraltet markiert. Mein Ergebnis:
Your neurodiverse (Aspie) score: 108 of 200
Your neurotypical (non-autistic) score: 112 of 200
You seem to have both neurodiverse and neurotypical traits
Ähnlich wie Arian also.

Das extremste Ergebnis ist be "Neurodiverse talent" (neurodiverse Begabung?): 9.1 von 10, wo es um ausgeprägtes Interesse an Spezialisierungen geht - das habe ich ganz sicher und ich sehe es eher als Stärke, aber es kann auch ins Negative umschlagen und firmiert dann unter OCD. Meine "Obsessionen" haben allerdings unter anderem dazu geführt, dass es das ADFD gibt und ich nun als Software Entwickler recht erfolgreich bin ... das sehe ich jetzt mal als nicht so negativ an.

Was Beziehungen und die Pflege von "konventionellen" Freundschaften angeht, tue ich mich allerdings tatsächlich schwer, was mir dieser Test auch attestiert :(

Ich fand die Fragen und die Auswertung jedenfalls auch sehr interessant und es hat einiges bestägtigt, was ich auch so schon über mich gelernt habe, kompletter Quatsch scheint diese Sammlung an teilweise sehr seltsamen Fragen also nicht zu sein.

LG
Oliver
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Re: Asperger oder psychisch krank?

Beitrag von Arianrhod » Dienstag, 02.10.18, 14:01

Hallo Blumenwiese,
Blumenwiese hat geschrieben:
Montag, 01.10.18, 17:17
Mein Ergebnis: "Du scheinst sowohl neurotypische als auch Aspie-Charakterzüge zu haben"
Man geht ja mittlerweile vpon einem Spektrum aus - weshalb soll es nicht Menschen geben, die genau in der Mitte sind?
Blumenwiese hat geschrieben:
Montag, 01.10.18, 20:26
Nach dem ICD 10 erfülle ich auch alle Punkte für eine schizotype Persönlichkeitsstörung (die Diagnose hatte ich 2005 bekommen) aber die Beschreibungen zu Menschen mit dieser PS sind sehr abwertend und fies, finde ich.
offen gesagt ist mir der wirkliche Unterschied auch nicht klar geworden.
Schizotypische Menschen haben wohl öfter auch psychoseartige Symptome: Wahn oder Hallus - oder wie mir eine Psychologin sagte: "Sie wirken irgendwie schizophren, sind es aber nicht...." :roll: - nicht gerade eine "wissenschaftliche Aussage" , gelle?

Man darf nicht vergessen, noch Asperger meinte, dass Frauen nicht autistisch sein können, und der Forscher Cohen sagt auch, dass zu viel Testosteron im Mutterleib Autismus verursacht ( beide werden aber auch als "Bio- Sexisten" bezeichnet).
Viele Ärzte orientieren sich an autistischen Männern, nicht Frauen,
und was Frauen dann eben eher bekommen, ist die Diagnose "schizotypisch" oder gar "Borderline".


So weit ich es verstehe, muss man wirklich irgendwo hingehen, wo sie sich echt auskennen zum Testen, gibt es bei uns in Kiel beispielsweise nicht.

Und es gilt ja auch der schöne Spruch: "Kennst du einen Autisten - kennst du einen."

Ich dachte immer , es kann nicht sein, weil ich gar keinen Faible für Mathe und Zahlen habe, aber dafür viel Phantasie und sprachlich begabt bin - aber auch das gibt es anscheinend.



Blumenwiese hat geschrieben:
Montag, 01.10.18, 20:26
Vielleicht machen frühe Traumatisierungen, Symptome, die es auch bei Aspergern gibt...
Man kann leider natürlich auch beides sein - Asperger UND traumatisiert :cry:
Oliver hat geschrieben:
Montag, 01.10.18, 21:02
Ähnlich wie Arian also.
Ähnlich wie Blumenwiese. :)

Mein Your neurodiverse (Aspie) score: 145 of 200
Your neurotypical (non-autistic) score: 52 of 200 :D

liebe Grüße Arian
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Re: Asperger oder psychisch krank?

Beitrag von Blumenwiese » Dienstag, 02.10.18, 15:49

Hallo,

Das einzige Hobby, das ungewöhnlicher war, war vielleicht, dass ich mit etwa 13 Jahren gerne Klimadiagramme gezeichnet habe ^^

Davor hatte ich eine lange Dinosaurierphase...aber welches Kind hat die nicht ;)

Jetzt gehe ich mehr in meinen Bastelsachen auf :) Statistiken, besonders mit Diagrammen, liebe ich aber immernoch :D

Kontakte zu Menschen funktionieren für mich am besten beim Pen&Paper Rollenspiel. Da sind die Gespräche nicht so schwierig, weil sie sich hauptsächlich auf die Geschichte konzentrieren.

Liebe Grüße
Blumenwiese

Edit: Ich hatte besonders früher Quasipsychotische Episoden. Die dauern nur wenige Stunden, bis hin zu 3 Tagen. Und anders als bei echten Psychosen, folgt dieser Phase keine Depression. Die Hallus sind auch nicht so extrem. Eher übersinnliche Sinneswahrnehmungen oder Beziehungsideen (Botschaften).
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Re: Asperger oder psychisch krank?

Beitrag von Jamie » Mittwoch, 03.10.18, 12:14

Hallo, :)

wer kann mir bitte mal die Seite mit den Tests verlinken?
Ich habe einen gefunden, aber der kann nur mit Apple-Browser (Safari) geöffnet werden, das geht also bei mir nicht.

Stattdessen habe ich spaßeshalber einen deutschen Test gemacht und ich bin wenig verdächtig im Bereich eines Aspergers oder anderer Autismusspektrumsstörungen zu landen.

Dafür ist mir etwas anderes Interessantes aufgefallen:
Von der Range der Antwortbreite (stimme sehr zu, stimme eher zu, stimme eher nicht zu, stimme gar nicht zu) scheint mir Hochsensibilität in Teilen (nicht immer) genau am anderen Ende der Antwortskala zu stehen im Vergleich zu dem, was vermutlich ein Asperger ankreuzen würde.
Versteht ihr, was ich meine?

Zum Beispiel war da so ein Satz in der Art, ob man Gesichtsausdrücke gut interpretieren kann.
Ich vermute ein Mensch mit Asperger (oder ein Autist oder Menschen mit ähnlichen Merkmalen; ich scheue mich es als Krankheit zu bezeichnen) kreuzt an, dass er es nicht gut interpretieren kann, während ich als Hochsensible das komplette Gegenteil ankreuzen würde und so ist mir das bei vielen Fragen aufgefallen.

Als ob beide Formen die jeweils extreme Spitze der Bandbreite nach oben und unten darstellen und sich fast gegenüber stehen.

Grüße
Jamie
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Re: Asperger oder psychisch krank?

Beitrag von padma » Mittwoch, 03.10.18, 12:56

liebe Jamie, :)

diesen Test hat Arian :) oben verlinkt http://www.rdos.net/de/

Ich glaube, man kann gleichzeitig Aspekte von Asperger und Hochsensibilität haben.

Zu deinem Beispiel: Man kann z.B. Schwierigkeiten haben, Mimik zu interpretieren, aber über andere Kanäle, die Stimmungslage von jemandem sehr sensibel aufnehmen.
So sehe ich das bei mir. Laut Tests kann ich Mimik sehr schlecht interpretieren, würde mich aber dennoch tendenziell als hochsensibel bezeichnen.

liebe Grüsse,
padma
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Re: Asperger oder psychisch krank?

Beitrag von Blumenwiese » Mittwoch, 03.10.18, 13:00

Hallo, Jamie :)

Bei jemanden der ganz sicher autistisch ist, könnte ich mir das gut vorstellen. Ich hab auch angekreuzt, dass ich Gesichtsausdrücke sehr gut Gefühlen zuordnen kann. Meist bemerke ich die Gefühle anderer schon, bevor sie es selbst merken ;) Dafür erkenne ich aber keine Gesichter wieder.

Und trotzdem bekomme ich so ein Testergebnis. Ich weiß auch nicht, wie man das differenzieren soll. Vielleicht fehlen bei dem Test die Schwerpunkte. Also Dinge, die auf jeden Fall zutreffen müssen.

Kann man Asperger im MRT/EEG oder sonstiges erkennen?

Liebe Grüße
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Re: Asperger oder psychisch krank?

Beitrag von Blumenwiese » Mittwoch, 03.10.18, 13:02

Hallo padma,
Zu deinem Beispiel: Man kann z.B. Schwierigkeiten haben, Mimik zu interpretieren, aber über andere Kanäle, die Stimmungslage von jemandem sehr sensibel aufnehmen.
Das ist auch ein interessanter Ansatz.

Liebe Grüße
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Re: Asperger oder psychisch krank?

Beitrag von Ululu 69 » Mittwoch, 03.10.18, 13:05

Hallo,

ich habe den Test auch mal gemacht und, wie erwartet, kam heraus, dass ich wohl deutlich neurotypisch bin.

Das ist auch mein Eindruck von mir, deshalb hat der Test wohl bei mir funktioniert.

LG Ute
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Re: Asperger oder psychisch krank?

Beitrag von Blumenwiese » Mittwoch, 03.10.18, 13:51

Hallo,

Ich verstehe den Begriff "neurotypisch" nicht ganz. Bedeutet das "gesund" oder dass die Erkrankung erworben ist und nicht angeboren?

Liebe Grüße
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