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optimales Verhalten gegenüber unseren Klinikärzten bei einem Klinikaufenthalt

Allgemeine Diskussion über psychische Störungen, ihre Behandlung und alles Verwandte.
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Axala
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optimales Verhalten gegenüber unseren Klinikärzten bei einem Klinikaufenthalt

Beitrag von Axala » Donnerstag, 22.09.16, 10:38

Hallo,

Welches Verhalten unsererseits ist am besten für uns im Umgang mit unseren Klinikärzten bei einem Klinikaufenthalt?

Denkhilfen:
1. Ich habe mit einer meiner Freundinnen über das Thema Stolz/Arroganz gesprochen und sie gefragt, welche Berufsgruppe die arroganteste für sie sei. Die Antwort kam wie aus der Pistole geschossen und lautete: Die Ärzte.
Auch schon die Bibel lehrt in den Spätschriften des AT: Ehre den Arzt mit gebührender Verehrung, damit du ihn hast, wenn du ihn brauchst.

2. In der Klinik haben die Ärzte über uns unbeschränkte Macht. Rein theoretisch können sie uns gegen unseren Willen Höchstdosen verpassen und sagen, wir wären selbstgefährdet – jeder Unabhängige würde ihnen glauben, egal ob das stimmt oder nicht.

3. Ist störrisches und ablehnendes Verhalten von uns sinnvoll?

4. Ist Medikamentenverweigerung sinnvoll? Wann? Wann nicht? Was hast du für Erfahrungen?

5. Ist besserwisserisches Verhalten von uns sinnvoll oder schaden wir uns selbst?

6. Ist es besser, den Klinikärzten mit Respekt, Achtung und Wertschätzung zu begegnen, auch wenn wir ihre Medikation nicht für sinnvoll halten, sondern für schädlich?

7. Wenn wir den Klinikärzten mit Hass- oder Verachtungsgefühlen begegnen, erhöhen wir dann die Wahrscheinlichkeit für Machtmissbrauch, der uns sehr schaden würde?

8. Macht es Sinn, mit den Klinikärzten über die Medikation zu reden? Was hast du für Erfahrungen?

9. Weißt du noch weitere Fragen oder Diskussionspunkte im Umgang mit unseren Klinikärzten?

Ursprungsfrage:
Welches Verhalten unsererseits ist am besten für uns im Umgang mit unseren Klinikärzten bei einem Klinikaufenthalt?

Lasst uns gemeinsam das optimale Verhalten gegenüber unseren Klinikärzten herausfinden!

Grüße
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Arianrhod
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Re: optimales Verhalten gegenüber unseren Klinikärzten bei einem Klinikaufenthalt

Beitrag von Arianrhod » Freitag, 23.09.16, 17:24

Hallo Axala,
bist ja ganz schön aktiv hier in "Diskussionen" , ich versuche mal, zu antworten....
Axala hat geschrieben:3. Ist störrisches und ablehnendes Verhalten von uns sinnvoll?
Das ist nie sinnvoll. Wäre aber auch nicht meine Art. Ich bin NICHT störrisch und ablehnend, ich verhalte mich höflich, sachlich etc - NUR - auch das bringt leider manche Ärzte auf die Palme. Wie gesagt, ablehnendes Verhalten ist nicht sinnvoll, aber anderes Verhalten ist auch nicht umbedingt sinnvoll.
Axala hat geschrieben:4. Ist Medikamentenverweigerung sinnvoll? Wann? Wann nicht? Was hast du für Erfahrungen?
Ich habe schlechte Erfahrungen damit. Natürlich ist sie sinnvoll , weil ich nichts einnehme, was meine Gesundheit gefährdet. Aber offne Medikamentenverweigerung wird als offene Rebellion gedeutet - und da geht es manchem Doc schlicht darum, meinen Willen zu brechen. Zumal sich bei offener Medikamentenverweigerung auch noch weitere Patienten anschließen. Dann gibt es auch noch die Möglichkeit der versteckten Medikamentenverweigerung. Ich hasse es, zu lügen, aber manchmal ist das - so tun, als würde ich Medikamente einnehmen und sie dann entsorgen - für mich der einzig gangbare Weg gewesen. :( Wäre nicht nötig, wenn man mich wie eine Erwachsene behandelt hätte.
Axala hat geschrieben:5. Ist besserwisserisches Verhalten von uns sinnvoll oder schaden wir uns selbst?
Muss man unterscheiden: Tu ich nur so oder weiß ich es wirklich besser? So oder so ist es nicht ratsam, durch Wissen aufzufallen, da die Machtverhältnisse so sind wie du sie oben beschrieben hast. Ich meine, in einem Gefängnis würdest du ja auch nicht alles besser wissen wollen als die Wärter, zumindest nicht, wenn dir dein Leben was wert ist, oder????
Axala hat geschrieben:. Ist es besser, den Klinikärzten mit Respekt, Achtung und Wertschätzung zu begegnen, auch wenn wir ihre Medikation nicht für sinnvoll halten, sondern für schädlich?
Respekt, Achtung und Wertschätzung ist IMMER der beste Weg. Nur sollte die keine Einbahnstraße sein, oder? ES gibt auch das Sprichwort: "Wie ich in den Wald rufe, schallt es zurück."
Axala hat geschrieben:7. Wenn wir den Klinikärzten mit Hass- oder Verachtungsgefühlen begegnen, erhöhen wir dann die Wahrscheinlichkeit für Machtmissbrauch, der uns sehr schaden würde?
Ja, aber nicht nur dann. Machtspiele und Machtmissbrauch sind ein komplexes Thema. Nicht der Lauteste wird umbedingt gequält, sondern derjenige, wie beim Mobbing auch, der sich zum Opfer macht. Das aber kann auf vielerlei Arten geschehen.
Ich habe einen Patienten erlebt, der war ein Obdachloser. Geistig eher schlicht, aber so habe ich es empfunden, ein netter Mensch. Gewrade dieser Patient wurde von einer Schwester besonders gerne vorgeführt und gequält. :(
Axala hat geschrieben:8. Macht es Sinn, mit den Klinikärzten über die Medikation zu reden? Was hast du für Erfahrungen?
Ja, man kann über die Dosierungen verhandeln oder über Alternativen ( sofern man IRGENDWAS nimmt!).
Axala hat geschrieben:Welches Verhalten unsererseits ist am besten für uns im Umgang mit unseren Klinikärzten bei einem Klinikaufenthalt?
Mein eigenes Fazit:
- am besten nicht in die Situation kommen, ZWANGSEINGEWIESEN zu werden ( bei freiwilligen Aufenthalten kann man auch wieder gehen). Das bedeutet, extreme Vorsicht bei dem, was man sagt. Nix in Richtung Suizid oder was so gedeutet werden kann. Auch eine große Wut auf andere Personen sollte man möglichst nicht ausdrücken ( Fremdgefährdung!) und auch NICHT, dass man Lust hätte , den ganzen Laden hochgehen zu lassen ( Gefährdung wichtiger Rechtsgüter!) .
- am besten nicht allzuviel mit den Psychiatern sprechen ( zum Reden sind die Stationspsychologen da) .
- sachlich und höflich bleiben ( ist klar!) Die Ärzte so behandeln, wie man selbst behandelt werden möchte. Man kann auch Vertrauen haben. Aber nicht 100%, denn im Zweifelsfall ist mein Körper MEIN Körper. Der Psychiater geht nach Dienstschluss nach Hause. Der wälzt sich nicht mit einer Frühdyskinesie auf dem Klinikflur wie eventuell ich, wenn ich die Neuroleptika nicht vertrage.

liebe Grüße Arian


liebe
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Re: optimales Verhalten gegenüber unseren Klinikärzten bei einem Klinikaufenthalt

Beitrag von Katharina » Freitag, 23.09.16, 18:59

Liebe Alaxa !

Als ich mit einer lebensgefährlichen Bauchspeicheldrüsen-entzündung ins Krankenhaus musste, habe ich um ein Gespräch im Sprechzimmer der Station gebeten, nicht über vier Betten hinweg.

Ich habe beschrieben aus welchen Gründen ich Angst vor
Krankenhaus
Schläuchen
und dem Liegen im Krankenhausbett habe.

Ich habe ihnen gesagt, wie ich diese Probleme lindern würde.
Das wurde akzeptiert.

Ab und an fand ich in meiner Medikamententasche einen Zettel, auf dem geschrieben stand,wann und für wie lange ich das eine oder andere Medikament weglassen müsse.

( so entzog ich u.a. Lyrica kalt. - . "sie können es jetzt wieder einnehmen- ich: niemals." )

Mit der Anästesistin besprach ich, auf wie niedrig ich mich mit meinem Notfall-Medikament einlassen könne, wir fanden einen Konsens.

Ich habe diese Gespräche auf einer Ebene empfunden bzw. diese auf eine Ebene gestellt, vom ersten Moment an und habe erinnert wenn etwas davon abwich.

( z.B.: bei der Visite besprochen - am Nachmittag nicht eingehalten sodass ich "betteln" und die Familie zum Schwesternzimmer schicken mußte - )

Ich habe mein Verständnis und meine Kenntnis über mein Notfall -Medikament geschildert,
ebenso wie ich es reduzieren und absetzen würde, mit wem und mit wessen Plan.

Eigenverantwortung und Eigeninitiative war beiden Seiten eine Erleichterung und ein leichtes Gelingen während drei schwerer Wochen.

( als jemand aus der Familie mit hörte, das es um Leben und Tod ging wenn bei der nächsten Blutwertkontrolle keine Besserung zu erkennen sei, war für mich sicher , mich keinen zusätzlichen Trauma-Ängsten auszusetzen.
Alles weitere war zu bewältigendes Fernziel. )


Grüße und ein schönes Wochenende,

Katharina
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Birke
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Re: optimales Verhalten gegenüber unseren Klinikärzten bei einem Klinikaufenthalt

Beitrag von Birke » Dienstag, 27.09.16, 23:23

Hallo,

ich habe eine Patientenverfügung mit Vorsorgevollmacht für Körper und Psyche gemacht. Gerade in dem Teil Psyche habe ich genau festgelegt, welche Behandlungsformen ich strikt ablehne (von den "üblichen" Vorgehensweisen in Psychiatrien gerade in Akutfällen eigentlich alle) und welche erwünscht sind (außer "Trauma first und Gespräche fällt mir gerade nicht viel ein). Diese habe ich nach negativen Erlebnissen in meiner vorletzten Klinik aufgesetzt. In den ersten Gesprächen in der letzten Klinik (eigener Behandlungswunsch in spezialisierter Traumaklinik) habe ich diese direkt dort hinterlegt.
Aus eigener Erfahrung kann ich (zum Glück) nicht Berichten, wie in einer Akutsituationen mit solch einer Patientenverfügung von Klinikärzten umgegangen wird. Falls jemand damit Erfahrungen gemacht hat, fände ich es sehr interessant darüber zu lesen. Aber ich hoffe sehr, dass solch eine Patientenverfügung beachtet wird. Für den Fall dass die Klinikärzte der Meinung sein sollten, dass ich keinen freien Willen mehr äußern kann oder keine Krankeneinsicht habe oder Selbst-/Fremdgefährdend sind, müssen sie Kontakt mit meiner Vorsorgebevollmächtigten aufnehmen. Wie das in der Praxis läuft? Das würde mich auch sehr interessieren.

Lieben Gruß, Birke
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seid 12.2014 ambulante Verhaltenstherapie 2 x die Woche
04./05.2015 6 Wochen Rehaklinik
08.-10.2015 15 Wochen Psychosomatische Klinik
seit 08.2015 für 2 Jahre Erwerbsunfähigkeitsrente
03.2016 Wechsel der ambulanten Therapie zu einer Therapeutin mit Traumausbildung
ab 18.05.2016 11 Wochen Traumaklinik
seit dem Fortsetzung meiner ambulanten Traumatherapie

Medikamente: 10.2015 4 Tage Zyprexa 1-0-1 10mg
Akutmedikament Tavor beim Hausarzt deponiert - noch nie genommen
selten genutzt Bachblüten Rescue Tropfen

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Re: optimales Verhalten gegenüber unseren Klinikärzten bei einem Klinikaufenthalt

Beitrag von Axala » Dienstag, 13.12.16, 9:24

Hallo ihr Lieben alle,


liebe Arianrhod,
vielen Dank für deinen für mich sehr wertvollen Beitrag. Ich durfte durch dich viel für mich Wichtiges dazulernen.

Genauso, wie du es geschrieben hast, werde ich mich verhalten, falls ich noch einmal in der Klinik landen sollte. Ich finde, du hast das auch sehr gut begründet – für mich. In der jüngeren Vergangenheit habe ich mich oft falsch verhalten – aus heutiger Sicht. Ich habe gegen die Ärzte rebelliert und mir damit selbst geschadet, denn sie haben einfach zu viel Macht.

Bei Medikamenten (NL) werde ich durch deine Anregung zukünftig wie folgt zu handeln versuchen:
Wenn sie mir bei einer leichten Psychose zusätzliche Neuroleptika geben wollen, werde ich versuchen, irgendwie nur einen Teil davon zu nehmen, wenn ich das hinkriege. Sie gar nicht zu nehmen, könnte bei mir zu einer rapiden Verschlimmerung der Psychose führen und dann fixieren sie mich vielleicht und geben mir Spritzen und ballern mich noch viel mehr als ursprünglich geplant zu mit Medikamenten, wenn ich so krank bin und nichts mehr mitkriege.
Solche Trickserei finde ich ziemlich schwierig – aber es ist manchmal die einzig kluge Strategie, um mir so wenig wie möglich selbst zu schaden. Rebellieren/Widerspruch/Besserwisserei hat mir persönlich geschadet – das musste ich durch eigene Erfahrung, verbunden mit Leid, lernen.



Liebe Katharina,
dein guter Beitrag gibt mir irgendwie Hoffnung, dass es Ärzte gibt, mit denen man vernünftig auf gleicher Ebene reden kann. Aber diese Ärzte von dir waren/sind keine Psychiater und du hast auch keine Psychose – d.h. du bist im Gegensatz zu mir immer klar bei Verstand. Hast du auch schon mal mit Klinikpsychiatern vernünftig auf gleicher Ebene reden können?



Liebe Birke,
auch für deinen Beitrag vielen Dank. Ich werde auch noch mal genauer über eine Patientenverfügung nachdenken. Allerdings wäre für mich die aus meiner Sicht beste Behandlung, wenn ich mit meinen Klinikärzten in gesunden Zeiten gemeinsam einen groben Behandlungsplan für schlechte Zeiten erstellen könnte, in den auch meine Wünsche eingehen könnten, also in etwa wie folgt:

Ich äußere meine Vorschläge und höre,
was meine Ärzte sagen,
sage jederzeit meine Meinung dazu und

überlasse die letzte Entscheidung meinen Ärzten.

Außerdem muss ich ihnen zukünftig mit mehr Demut, Wertschätzung und Respekt begegnen als in der jüngeren Vergangenheit, denn die Arbeit in einem psychiatrischen Krankenhaus ist schon sehr schwierig. Ich selbst wäre mit so einem Beruf überfordert und das Personal in der Psychiatrie leistet schon sehr viel und die große Kohle verdient es auch nicht. Schwarze Schafe gibt es in jedem Beruf.
Und ich kenne auch wirklich schwierige Patienten, die anderen die letzten Nerven rauben können. Z.B. ich die letzten Jahre Für mich sind unsere Ärzte genauso Opfer von Teilen der Pharmaindustrie wie wir. Sie merken es bloß nicht.



Aber das Allerbeste wäre natürlich, nie wieder in der Klinik zu landen. Das heißt für mich:


mir mehr Gedanken machen über:
• Mehr Eigeninitiative: Selbstvorsorge und alternative Symptombewältigung mit folgendem Ziel: keine bzw. möglichst minimale zeitlich begrenzte Medikamentendosen,
• außerdem: Nachdenken über kluge spezifische Absetzstrategien

Ich kann mehr meine Krankheit selbst beeinflussen, als ich früher dachte.
Wenn ich mein heutiges Wissen schon vor 25 Jahren gehabt hätte, wäre ich wesentlich seltener im Krankenhaus gewesen und außerdem schon jahrelang ohne NL-Dauermedikation. Und mit meinen Klinikärzten hätte ich mich auch besser verstanden all die Jahre – zum gegenseitigen Vorteil.


Das ist alles meine persönliche Meinung – sie kann falsch sein.


Liebe Grüße an alle
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Re: optimales Verhalten gegenüber unseren Klinikärzten bei einem Klinikaufenthalt

Beitrag von ubik » Mittwoch, 14.12.16, 10:29

Am besten, man sagt gar nichts.

Wenn man nichts sagt, können die auch nicht wissen, was man hat.

Würde ich aber nur tun, wenn du keine Tabletten willst.
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Symptome jetzt: Diffuse Missempfindungen und Schmerzen in verschiedenen Körperbereichen
Symptome vorher: Dyskinesie (Würgen mit der Zunge), Schlechte Kopfhaut
Noch frühere Symptome: Schmerzen in den Beinen, Unruhe in den Beinen, Schläfrigkeit tagsüber, Bewusstseinstrübung, Krämpfe am Kopf, Schluckstörungen

Medikation:

2009: Riserpdal Consta 50 mg Depotspritze, Abilify 15 mg, Orfiril 800 mg wegen Psychose

2010: Risperdal Depotspritze abgesetzt, Orfiril abgesetzt, Abilify bei 10 mg

2011: Alle Medikamente nach und nach abgesetzt

2012: Rückfall Psychose, Zeldox 40-0-60 mg und Citalopram 30 mg morgens

Anfang 2013: Alle Medikamente abgesetzt, bis auf Zeldox 20 mg

2013: Erneuter Rückfall oder Absetzerscheinungen (?) Dann Zeldox 60-0-60 mg und Venlafaxin 75,5 - 0 - 75,5 mg

Ende 2013: Venlafaxin abgesetzt, Mirtazapin 10 mg abends eingeschlichen, Zeldox auf 40-0-60 mg reduziert

Ende 2013- Mitte2014: Mirtazapin ausgeschlichen. Heftigste Symptome wie Schmerzen am ganzen Körper

2014: Escitalopram 10 mg eingeschlichen.

Ab Ende Januar 2016: Escitalopram wird auf 7 mg reduziert

Ab Mitte April 2016: Escitalopram wird auf 5 mg reduziert

Ende Mai 2016: Escitalopram auf 4 mg reduziert. Zeldox auf 30-0-40 mg. (Weil man es nicht mehr aushalten kann)

1. Juli 2016: Zeldox auf 40-0-40 mg und Escitalopram 5 mg.

4. Oktober 2016: Zeldox auf 40-0-20 mg und Escitalopram 5mg

25. Dezember 2016: Zeldox auf 20-0-40mg und Escitalopram 5mg morgens

24. Januar 2017: Zeldox auf 20-0-35mg und Escitalopram 5mg morgens.

Aktuelle Dosis: Zeldox 20-0-40 mg und Escitalopram 5-0-0 mg, seitdem bessere Bewegungsabläufe und allgemeines besseres Vitalitätsgefühl.

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Re: optimales Verhalten gegenüber unseren Klinikärzten bei einem Klinikaufenthalt

Beitrag von Axala » Mittwoch, 20.06.18, 15:04

Thema: Widerruf der Aussage, in der Klinik die Tabletten nur teilweise zu nehmen

Hallo,
ich habe hier am 13.12.16 folgendes geschrieben:
Wenn sie mir bei einer leichten Psychose zusätzliche Neuroleptika geben wollen, werde ich versuchen, irgendwie nur einen Teil davon zu nehmen, wenn ich das hinkriege.

Solche Trickserei finde ich ziemlich schwierig – aber es ist manchmal die einzig kluge Strategie, um mir so wenig wie möglich selbst zu schaden.
Von dieser Aussage möchte ich mich distanzieren, und ich habe sie für mich als FALSCH erkannt.

Wenn man als Psychotiker in der Klinik landet, kann man ja im Allgemeinen die Wirklichkeit als Gesamtheit nicht richtig wahrnehmen und ist deswegen meist nicht in der Lage, eine Entscheidung solcher Tageweite zu treffen.

Denn das kann auch gehörig schief gehen. Sie kommen dann vielleicht auf die Idee, einem die Xeplion-Spritze zu verpassen, wenn sie es merken. Also ggf. Folter pur, denn gegen die evtl. auftretenden Nebenwirkungen dieser Depotspritze kann niemand mehrere Wochen/Monate lang etwas machen.

Mit dem Reduzieren kann ich nach einer Stabilisierungsphase nach dem Klinikaufenthalt wieder beginnen.

Das ist meine heutige persönliche Meinung, die natürlich auch falsch sein kann.

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Re: optimales Verhalten gegenüber unseren Klinikärzten bei einem Klinikaufenthalt

Beitrag von Katharina » Donnerstag, 21.06.18, 9:32

Hallo !

Ich muss zu Ärzten und Psychiatern, sonst erhalte ich die Medikamente nicht.
Oft bin ich 'normal' unausgeglichen vergesslich gespalten aggressiv gereizt und knapp. Ich kann nicht gut auf einer Stelle stehen wenn ich schwach bin bis die Damen in der Ordination ihre Kaffee Gespräche unterbrechen, es gibt nirgends eine möglich sich anzulehnen z b

Ich reagiere aggressiv auf stickige Luft und schlechtes Benehmen.

Demut ?

Ob Gyn Internist Nuklear Psychiater Psychologe früher ChefArzt Psychiatrie Suchtstation:

Gespräche auf einer Ebene.
Es geht um mich nicht um sie.

Ich sage was ich auf keinen Fall möchte und ebenso noch hören will: die ganze Diagnose termina, ich weiß was ich habe
sprechen sie bitte mit mir normal.

Wenn ich in jedem Satz sie sind getriggert höre, höre ich nicht zu.


Was ich bin weiß ich.
Seit den 4ten Lebensjahr weiß man was ich bin.
Angeblich.

Die Crux, außer dass ich "Nacht Angst - pavor nocturnus" diagnostiziert bekam was stimmt, war, sie kamen nicht auf die Idee
was und wer das wohl ausgelöst hat.

Das nicht nach jahrelangen zweimal wöchentlich stattfindenden Psychotherapien in der Kinder / Jugendambulanz vom 4ten bis zum 18ten Lebensjahr.

Niemand kommt mir mit, zb.: "sie sind, sie haben Dissoziation oä."
Wer kann das nach vollziehen ?
Waren die je derealisiert ?
Das verbitte ich mir.

Es würde mir nichts helfen da ich keine Medikamente dagegen nehme, es gibt sie nicht. Ich würde sie nicht nehmen.
Alle machen benommen,
rauben mir meinen schrägen klarem Verstand.

Ich war immer komisch und werde es bleiben niemand hat da hinein zu fuschen.

Ich habe nie jemanden geschadet noch mir.

Ich habe Medikamente akzeptieren müssen zumindest acht Tage, die haben mich fast in den Wahnsinn getrieben weil ich mich ständig bewegen musste, nicht auf der Toilette still sitzen konnte.

Demut ?

Begegnung auf einer Ebene, interessiert,
ich möchte ja etwas. sonst wäre ich nicht dort.

Und ich möchte gewisses bestimmt nicht.
Gemeinsame Absprache über das,was mir bekommt.

Alaxa, ich war 9 Wochen zum Kaltentzug auf der Geschlossenen, so war das strukturiert, da dort auch Alkoholiker mit Beschluss eingeliefert wurden.

Kein Fenster wurde mehr als Spaltbreit geöffnet, ist so konstruiert.

Sucht Entzug wurde in der Psychiatrie durchgeführt,
da gab es Schwestern, die bei unpünktlichen Erscheinen zum RR-Messen -ich war ohne ZeitGefühl auch mit Uhr, die hatten keine Ahnung von Medikamenten Entzug-
TV - Verbot verhängten ( mir egal ich lese )

die peinliche Tatsache vergesse ich nicht; ich hatte zwei Berufe, ein zweites Leben im Ausland dann stellt sich da eine Person auf und redet so mit mir ?

Darüber habe ich mich später beschwert.
Das miese Gefälle Patient-Pflege/Arzt.
Mit Erfolg.
Ich war jahrelang in der Institutz ambulanten Nachsorge, im Haus, und habe von den Veränderungen erfahren.
Eine Schwester arbeitet dort wo es etwas anders Herr geht, ua.

Demut wovor ?

Gut auf sich aufpassen ist wichtig am besten zu zweit Gib gehen,
Rezepte werden schnell gedruckt, IMAP Spritzen sind schnell aufgezogen.

Der Hausarzt verordnet zwei Male das gleiche unbekömmliche Schmerzmittel, dir Gynäkologin weiß nicht wie die Pflaster aussehen dass sie nicht kleben bleiben.

Es muss guter gemeinsamer gleichwertiger Austausch gegeben sein, wo immer ich mich befinde.

gerade heute die Zeit ist knapp die Bürokratie enorm auf Seiten der Arzthelferinnen.

Egal ob privat oder Krankenkassen versichert.
Von oben herab, gibt es nicht.

Alles Gute,
Katharina
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Re: optimales Verhalten gegenüber unseren Klinikärzten bei einem Klinikaufenthalt

Beitrag von Axala » Donnerstag, 21.06.18, 19:19

Thema: Richtigstellung eines Satzes aus meinem letzten Beitrag in diesem Thread

Hallo,

in meinem letzten Beitrag in diesem Thread habe ich geschrieben:
Thema: Widerruf der Aussage, in der Klinik die Tabletten nur teilweise zu nehmen
Diesen Satz möchte ich korrigieren. Ich hätte schreiben müssen:

Widerruf der Aussage, als Psychotiker in der Klinik die Tabletten (NL) heimlich nur teilweise zu nehmen

denn das habe ich eigentlich gemeint.
Sorry.

Grüße
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Re: optimales Verhalten gegenüber unseren Klinikärzten bei einem Klinikaufenthalt

Beitrag von Arianrhod » Freitag, 22.06.18, 21:27

Hallo Axala,

ich gebe dir Recht - wenn du in der Klinik bist und die erwischen dich bei solch einem Manöver - da sitzen sie am längeren Hebel, verlängern deinen Beschluss und kommst da lange nicht raus. Eigentlich ist es da egal, ob du selbst glaubst , eine schwere Psychose, eine leichte oder gar keine zu haben - DEREN DIagnose steht fest und DESHALB gibt es die Neuroleptika. Ich habe mich die ersten Male noch geweigert und diskutiert - es kam zwar letztendlich nicht zur Zwangsbehandlung, weil der Chefarzt es im letzten Moment verboten hatte, doch war es sehr, sehr unangehm und traumatisierend.
Ein bisschen ist es wie im Gefängnis. Da hat es auch nicht viel Wert, mit den Wärtern zu diskutieren.
Es gibt ja zwei Möglichkeiten: Entweder geht es dir in der Klinik schlecht , dann ist es am wichtigsten, dich zu stabilisieren . Wenn man stabil ist, geht man zu einem ambulanten Psychiater und dann kann man immer noch gucken was man macht mit der Medikation.
Oder alles ist ein großer Irrtum, was aber nix nützt, weil man in der Psychiatrie eh den Patienten nie was glaubt - in diesem Fall ist es klug, compliant zu sein, so schnell wie möglich entlassen zu werden .

liebe Grüße Arianrhod
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