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Psychisch gestört versus emotional missbraucht?

Allgemeine Diskussion über psychische Störungen, ihre Behandlung und alles Verwandte.
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Arianrhod
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Psychisch gestört versus emotional missbraucht?

Beitrag von Arianrhod » Mittwoch, 09.05.18, 17:21

Heute habe ich mir Gedanken darüber gemacht, dass man sehr schnell diagnostiziert wird " Sie sind depressiv", "Sie haben eine generalisierte Angsstörung" oder gar "Sie sind paranoid" "SIe haben Borderline" etc,
aber was ist , wenn man so oder so reagiert, weil alles WAHR ist und man Opfer in einer narzisstischen Beziehung ist? ( also Mutter, Vater oder Partner/in).
In diesem Aufsatz über narzisstische Mütter habe ich ein paar Beispiele gefunden, wie man in einem kranken System reagiert ( da der Psychiater aber das System nicht sieht, sondern nur die Person, wird er zu dem Schluss kommen, die Person, die vor ihm sitzt, hat DAS Problem.....)
1. Sie streitet alles ab

Alles, was sie tut, ist bestreitbar. Es gibt immer eine einfache Ausrede oder Erklärung. Grausamkeiten sind immer in liebevolle Worte gebettet. Aggressive und ablehnende Handlungen werden als Rücksichtnahme präsentiert. Selbstsüchtige Manipulationen werden als Hingabe dargestellt. Kritik und Verleumdung werden listig als Sorge getarnt. Sie will nur dein Bestes. Sie will dir nur helfen.
....
Weil ihr Missbrauch ein Teil einer lebenslangen Kontroll-Kampagne ist und weil sie sorgsam darauf achtet, ihren Missbrauch zu rationalisieren, ist es extrem schwierig anderen Menschen zu erklären, was an ihr so schlimm ist. Sie ist zudem vorsichtig damit, wann und wie sie missbraucht. Sie ist sehr heimlichtuerisch, eine Eigenschaft die für fast alle Missbraucher zutrifft („Wasch deine schmutzige Wäsche nicht in der Öffentlichkeit!”), und sie wird dich bestrafen, wenn du jemandem erzählst, was sie getan hat. Zeit und Ort ihres schlimmsten Missbrauchs werden sorgsam ausgewählt, so dass niemand, der eingreifen könnte, ihr bösartiges Verhalten hören oder sehen kann. In der Öffentlichkeit wird sie wie eine vollkommen anderer Mensch erscheinen. Sie wird dich vor anderen Leuten niedermachen, dabei aber abfällige, höhnische Bemerkungen immer in Beteuerungen von Sorge, Liebe und Verständnis kleiden („Die arme Cynthia tut mir ja so leid! Sie scheint es immer so schwer zu haben, aber ich weiß einfach nicht, was ich für sie tun könnte!”)
Allgemein berichten Kinder von Narzissten davon, dass ihnen niemand glaubt („Ich muß dir sagen, sie redet von DIR immer ganz fürsorglich!”). Leider gilt das oft auch für Therapeuten, bedingt durch die „bestreitbaren“ Handlungen des Narzissten. Therapeuten verteidigen dabei gern das Elternteil und verstärken dein Gefühl von Isolation und Hilflosigkeit. (”Ich bin mir sicher, sie meint es nicht so!”)
Sie erniedrigt, kritisiert und macht dich schlecht. Sie lässt dich auf allen möglichen Wegen wissen, dass sie von dir weniger hält als von deinen Geschwistern oder generell anderen Menschen. Wenn du dich darüber beschwerst, von jemand anderem schlecht behandelt zu werden, wird sie sich auf dessen Seite stellen, auch wenn sie ihn gar nicht kennt. Sie interessiert sich nicht für diese Leute oder für die Richtigkeit deiner Beschwerden. Sie will dich einfach nur wissen lassen, dass du nie im Recht bist.

Sie liefert verbale Spitzen, die so gut wie unmöglich zu entkräften sind (immer in liebendem Ton): „Du warst schon immer schwierig”, „Es kann sehr schwierig sein dich zu lieben”, „Du scheinst nie in der Lage zu sein, etwas zu Ende zu bringen”, „Es ist schwierig mit dir zusammenzuleben”, „Du verursachst immer Probleme”, „Niemand könnte die Sachen, die du aufführst, aushalten”. Sie verteilt Seitenhiebe- sie beschwert sich beispielsweise darüber, dass sie „niemand” liebt, ihr einen Gefallen tut, sich um sie sorgt oder sie beschwert sich, dass „jeder” so selbstsüchtig ist, auch wenn du die einzige Person im Raum bist.
6. Sie lässt dich verrückt wirken

Sie lässt dich verrückt wirken. Wenn du versuchst, sie mit etwas, was sie getan hat zu konfrontieren, entgegnet sie „du hast aber eine sehr lebhafte Fantasie” (eine Phrase, die häufig von Missbrauchern aller Art benutzt wird, um deine Erfahrung mit Missbrauch nichtig zu machen). Sie sagt, dass du keine Ahnung hast, wovon du eigentlich sprichst oder dass sie nicht weiß, wovon du redest. Sie gibt vor, sich an nichts zu erinnern, auch nicht, wenn es sehr maßgebliche Ereignisse waren, sie wird abstreiten, dass etwas je stattgefunden hat und nicht mal die Möglichkeit erlauben, dass sie etwas vergessen haben könnte.
Dies ist eine extrem aggressive und ärgerliche Taktik, genannt „gaslighting”, die häufig von Missbrauchern aller Art genutzt wird. Deine Wahrnehmung der Wirklichkeit wird fortwährend untergraben, so dass du am Ende ohne Vertrauen in deine Intuition, deine Erinnerung oder deinen Verstand dastehst. Dies macht dich zu einem viel besseren Opfer für den Missbraucher.

Narzissten nutzen „gaslighting” routinemäßig. Der Narzisst wird entweder andeuten oder gerade heraussagen, dass du labil bist, weil du ansonsten solch lächerliche Dinge nicht glauben würdest und nicht so unkooperativ wärest. Du bist überempfindlich. Du reagierst über, wie du es immer tust. Sie wird mit dir sprechen, wenn du dich beruhigt hast und nicht mehr so irrational bist. Sie charakterisiert dich vielleicht sogar als neurotisch oder psychotisch.

.
Langer Text, aber sehr wichtig http://www.narzissmus.org/eigenschaften ... er-mutter/

Was passiert nun mit den Kindern, die unter diesen Bedingungen aufgewachsen sind?
.....gestalten ihr Leben im Erwachsenenalter oftmals basierend auf Selbstsabotage bzw. Leistungsdrang. Bei beiden Varianten hat die Tochter die Nachricht, dass sie nie gut genug sein wird verinnerlicht und auf unterschiedliche Weise umgesetzt. Während eine selbstsabotierende Tochter den Versuch aufgegeben hat, gut genug zu sein, hat die leistungsorientierte Tochter das Bedürfnis, ihren Wert nicht durch sich selbst, sondern durch das, was sie tut, zu erfahren. Folgen dieser Lebensmuster sind oft Depressionen, Suchtverhalten, Burnout - im Falle der Leistungsorientierten - sowie Frustration und Minderwertigkeitsgefühle.[/quote]
http://www.narzissmus.org/leistung-oder-sabotage/
“es kommt nicht selten vor, dass narzisstische Mütter verbreiten, ihre Tochter habe eine psychische Störung, sei psychotisch, schizophren oder gar gefährlich, wenn diese den Kontakt mit ihr reduziert oder abbricht. Sie arbeitet daran, den Ruf der Tochter zu zerstören und die Menschen ihrer Umgebung von ihrem märtyrerhaften Hingabe und Sorge zu überzeugen.
Kinder, die den Missbrauch erkennen und versuchen, sich davon zu befreien, sind meist in der Rolle des Sündenbocks aufgewachsen und wurden häufig bereits seit ihrer Jugend und Kindheit als „Problemkind” abgestempelt. Da narzisstische Mütter oft grenzüberschreitend agieren und ihre Rolle als aufopfernde Mutter vor Menschen in ihrer Umgebung zelebrieren, haben diese Menschen nicht selten bereits von den „Problemen” der Tochter und der „hilflosen Verzweiflung” der Mutter gehört.
http://www.narzissmus.org/gaslighting/

liebe Grüße Arian
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Re: Psychisch gestört versus emotional missbraucht?

Beitrag von Flummi » Mittwoch, 09.05.18, 22:50

Hallo Arian,

ich finde, Du hast sehr recht mit dieser These. So geht ja auch open dialogue vor, dass dort ein System ist und nicht nur eine Person.
Ich fühlte mich emotional missbraucht, bevor ich die Psychose bekam und in der Psychiatrie habe ich gedacht: jetzt hat der mich so fertig gemacht, dass ich auch noch in der Psychiatrie gelandet bin!
Das hängt natürlich noch nach, wenn das Umfeld dann das so wahrnimmt: ich muss Medikamente nehmen, ich habe eine biologische Störung etc.

Schönen Dank auch, denke ich da immer. Da wird man schlecht behandelt und dann wird man noch als irre dargetellt, obwohl es irgendwie logisch ist, dass man da zusammenbricht. Und bei Psychose und Schizophrenie wird ja eh nicht drauf geschaut, was das Problem sein könnte, sondern einfach druff mit den Medikamenten.

Letztlich hilft über lange Zeit bei mir nur verzeihen, wenn ich dazu in der Lage bin und nicht mehr ärgern über diese Verkettung von Umständen.

Viele Grüße und einen schönen Abend,
Claudia
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Re: Psychisch gestört versus emotional missbraucht?

Beitrag von Clarissa » Donnerstag, 10.05.18, 6:14

Liebe Arian,

sehr interessante Aufsätze, die mir mein leidiges Früherwachen "versüßt" haben. Erscheint mir alles sehr logisch.

Ich hatte zwar keine narzisstische Mutter, aber mein Vater hatte durchaus narzisstische Züge und hat mir das Leben als Kind mitunter recht schwer gemacht. Ich dachte damals immer, er sei halt "schwierig", habe schlimme Kriegserlebnisse gehabt (die er hatte!) und könne mich nicht leiden.

Ich habe mich recht früh abgegrenzt, was unser Verhältnis nicht gerade verbessert hat. Damit konnte er schlecht umgehen.

Verziehen habe ich auch, wie Claudia, und empfinde das als sehr hilfreich.

Psychisch krank geworden bin ich trotzdem :x.

VG an Euch beide. Danke v.a. an Arian.

Clarissa.
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bisher als sleepless2014 im Forum unterwegs gewesen, aber nicht mehr schlaflos :party2:
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Re: Psychisch gestört versus emotional missbraucht?

Beitrag von Kaenguru70 » Freitag, 11.05.18, 9:33

Hallo Arian,

Vielen Dank für die hilfreichen Texte.

Mir hat mein Therapeut emotionalen Missbrauch bestätigt.
Ich bin gegen meinen Vater sogar vor Gericht gegangen, weil ich nicht bei ihm leben wollte.
Na wem glaubt man dann, der 15-jährigen, die ja noch keine Lebenserfahrung hat oder dem gestandenen Mann in gutem Arbeitsverhältnis, der sich (öffentlich) nie was zu Schulden kommen ließ. :evil:

Es tat gut deinen Text zu lesen und ich erkenne bei meinem Verhalten zumeist leistungsorientiertes Verhalten, was bei mir in totaler Selbstüberforderung ausuferte.

Manchmal weiß ich garnicht ob ich die Dinge, die ich tue, für andere oder für mich mache.
Selbstzerstörerisches Verhalten kenne ich auch.

Ach ja und dann wird immer gesagt, man soll es nicht auf die Kindheit schieben. Aber meine war NICHT normal und mein Therspeut sagt, dass emotionaler Missbrauch oft ähnlich verheerend sein könnte wie körperlicher.
Ich find letzteres immer noch schlimmer, es geht an die Würde des Menschen, aber es tat gut seine Sicht zu hören.

Lieben Gruß
Sarah
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"Freude herrscht"

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