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Die Deutsche DepressionsLiga e.V. mobbt andersdenkende Mitglieder

Allgemeine Diskussion über psychische Störungen, ihre Behandlung und alles Verwandte.
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Markus Huefner
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Die Deutsche DepressionsLiga e.V. mobbt andersdenkende Mitglieder

Beitrag von Markus Huefner » Freitag, 01.06.18, 12:38

Die Selbsthilfe-Organisation für Menschen mit Depressionen »Deutsche DepressionsLiga e. V.« (DDL) hat eine Neuauflage ihrer Patientenbroschüre Depressionen – Leitfaden für Betroffene und Angehörige herausgebracht. Auch in der Neuauflage werden moderne Antidepressiva als wirksame Behandlungsmethode bei Depressionen empfohlen, ohne auf deren Risiken und Nebenwirkungen hinzuweisen.

Außerdem hat sich ein ehemaliges Vorstandsmitglied der DDL bei mir gemeldet, das den unkritischen Umgang mit der Pharmaindustrie beklagte und anschließend aus dem Vorstand gemobbt wurde.

In meinem Beitrag Die Deutsche DepressionsLiga e.V. verharmlost in Ihrer aktuellen Broschüre SSRI-Antidepressiva hatte ich die »Deutsche DepressionsLiga e. V.« um eine Stellungnahme dazu gebeten. Zunächst stieß ich mit meinem Beitrag bei der »Deutsche DepressionsLiga e. V.« auf großes Unverständnis und heftigen Widerstand. Dies änderte sich erst nach der Neuwahl des Vorstandes auf der Mitgliederversammlung der »Deutsche DepressionsLiga e. V.« im Juli 2017.

Insbesondere der neu gewählte stellvertretende Vorsitzende der »Deutsche DepressionsLiga e. V.«, Herr Thomas Voigt war sehr aufgeschlossen gegenüber der Problematik der bisher von der »Deutsche DepressionsLiga e. V.« verharmlosten Risiken und Nebenwirkungen von modernen Antidepressiva bei gleichzeitiger Empfehlung dieser Medikamente zur Behandlung einer Depression. Es entwickelte sich ein freundlicher und konstruktiver E-Mail-Austausch zwischen mir und Herrn Voigt.

Herr Voigt nahm auf meine Bitte hin sogar an der wichtigen Fachtagung Zukunft der Antidepressiva in der Behandlung – vor allem nicht schaden teil. Auf dieser Tagung sprachen Professor Henrik Walter von der »Charité Berlin« über die von ihm geleitete weltweit erste Langzeitstudie zum Absetzen von modernen Antidepressiva. Man will erstmals spezifisch anhand von Messungen von Gehirnfunktionen untersuchen, zu welchem Zeitpunkt ein sicheres Absetzen von Antidepressiva möglich ist. Es soll auch untersucht werden, ob man beim Absetzen von Antidepressiva zwischen Entzugssymptomen und depressiven Rückfällen unterscheiden kann. Hierzu werden Teilnehmer gesucht. Professor Henrik Walter sieht einen eklatanten Mangel an Wissen bei diesem Thema. Bisher gäbe es kaum Langzeitstudien. Bisherige Studien würden sich auf ein halbes bis ein Jahr beschränken, so Walter.

Informiere Dich über die Antidepressiva-Absetzstudie (AIDAB)

Außerdem sprachen Dr. Peter Ansari und Sabine Ansari, Autoren des Buches Unglück auf Rezept: Die Antidepressiva-Lüge und ihre Folgen und Initiatoren der Plattform depression-heute.de über die Wirksamkeit von Antidepressiva. Der englische Psychiater Dr. David Healy sprach über die Suizidalität durch SSRI-Antidepressiva. Die Prof. Gertraud Teuchert-Noodt referierte zum Thema Neuroplastizität und Hirnrhythmen – weshalb psychische Erkrankungen im Gehirn nicht lokalisiert werden können. Prof. Bruno Müller-Oerlinghausen hielt einen Vortrag zum Thema Geschichte und Herleitung der Antidepressiva – pharmakologisches Wissen im Spannungsfeld zu behaupteten Wirkprinzipien – die Rolle des Serotonins.

Herr Voigt zeigte sich beeindruckt durch die neu gewonnenen Erkenntnisse durch den Besuch der Tagung. Er berichtete mir davon und versprach die Problematik mit in die Klausurtagung der »Deutsche DepressionsLiga e. V.« im November 2017 einzubringen. Auf dieser sollte über die Neuausrichtung der »Deutsche DepressionsLiga e. V.« und die Neuauflage der Patientenbroschüre diskutiert werden. Herr Voigt schien optimistisch zu sein, dass ein Teil der neuen Erkenntnisse über die Risiken und Nebenwirkungen moderner Antidepressiva mit in die neue Patientenbroschüre aufgenommen werden würden.

Zuletzt schrieb mir Herr Voigt im Februar 2018, dass er sich zur Zeit nicht um mein Anliegen kümmern könnte. Auf eine weitere Nachricht an Herrn Voigt, erhielt ich bis heute keine Antwort.

Vor einigen Tagen meldete sich ein ehemaliges Vorstandsmitglied der »Deutsche DepressionsLiga e. V.« bei mir mit folgender Nachricht:
Bin zufällig auf den Beitrag zur DepressionsLiga gestoßen. Ich war dort im Vorstand und bin zurückgetreten. Der unkritische Umgang mit der Industrie war ein Grund für meine Entscheidung. Der Gründer der »Deutsche Depressionsliga e. V.« hatte es leider mit der Unabhängigkeit nicht so genau genommen und hat seit 2009 die Kontakte zur Pharmaindustrie als wichtig bezeichnet und gepflegt. Eine kritische Haltung zur Pharmakotherapie wurde von Herrn Müller-Rörich stets bekämpft.
und weiter
Ich bin auch nicht das einzige Vorstandsmitglied, das in den vergangenen acht Jahren aus dem Vorstand gemobbt wurde, übrigens auch ein Grund für die Mitgliederzahl von nur etwa 600 (aktive Mitglieder außerhalb des Vorstands 0), da eigenen Ideen und Initiativen stets unerwünscht waren, insbesondere kritische Auseinandersetzungen mit der Pharmakotherapie bzw -herstellern. […] Ich selbst habe allerdings mit der »Deutsche DepressionsLiga e. V.« abgeschlossen und widme mich meinen Projekten […]. Der DepressionsLiga habe ich meine letzte schwere Krise zu verdanken. Unliebsame Vorstandsmitglieder wurden von Herrn Müller-Rörich intern gerne als manisch oder Boderliner bezeichnet. Da er selbst vermutlich seit Mitte der 90er AD verwendet, war eine offene Diskussion nicht möglich. Ich selbst bin kein Gegner von Pharmakotherapie, habe aber in den vergangenen 35 Jahren nur einmal ein paar Monate Mirtazapin verwendet. Bedenklich fand ich persönlich, dass er anscheinend kurz nach der Gründung die Fa. Lundbeck besuchte bzw. eingeladen wurde und dieser Hersteller 2016 das Medikament Brintellix vom deutschen Markt nahm, weil der G-BA keinen Zusatznutzen gegenüber dem Vergleichswirkstoff erkannte und damit keinen höheren Preis in Deutschland zuließ. Das “schmeckte” der »Deutsche DepressionsLiga e. V.« nicht.
Um es klarzustellen, ich bin FÜR mehr Forschung über die Ursachen der Depression und nicht grundsätzlich gegen Medikamente.
Das wirft ein ganz neues Licht auf die letzte Nachricht von Herrn Voigt.

Vergleich der Auflage 2015 und Neuauflage 2018

Im März 2018 stellte die »Deutsche DepressionsLiga e. V.« die Neuauflage ihrer Patientenbroschüre vor. Diese kann unter diesem Link kostenlos heruntergeladen werden:

Depressionen – Leitfaden für Betroffene und Angehörige (März 2018)

Leider wurden Herrn Voigts Erkenntnisse von der Fachtagung so gut wie gar nicht in die Neuauflage der Broschüre aufgenommen. Die »Deutsche DepressionsLiga e. V.« empfiehlt auch in der Neuauflage moderne Antidepressiva als gut wirksame Behandlungsmethode bei Depressionen, ohne auf deren Risiken und Nebenwirkungen konkret hinzuweisen.

Ich habe die Inhalte beider Broschüren miteinander verglichen:

Über mögliche Ursachen einer Depression

Keine Änderung:
viele Fachleute gehen davon aus, dass es eine genetische Veranlagung zu Depressionen gibt.
Diese Aussage ist eine Vermutung, für die es bisher keine wissenschaftlichen Beweise gibt. Dem Leser wird durch die Formulierung viele Fachleute gehen davon aus aber suggeriert, dass es eine mögliche Ursache ist.

Nicht erwähnt wird, dass auch ein zu schneller bzw. fehlerhafter Benzzodiazepinentzug eine Depression verstärken und sogar auslösen kann. Professor Heather Ashton schreibt im Grundlagenwerk über Benzodiazepine Benzodiazepine: Wirkungsweise und therapeutischer Entzug – Ashton Handbuch, im Kapitel Mögliche Ursachen Für protrahierte (langanhaltende) Benzodiazepin-Entzugssymptome:
Depression kann verursacht oder verstärkt werden durch die chronische Einnahme von Benzodiazepinen, sie ist aber auch eine Komponente des Entzugssyndroms. Depressive Symptome können auch zum ersten Mal nach der Entwöhnung auftreten, manchmal erst nach einigen Wochen, und sie können mehrere Monate anhalten.
Über die Behandlungsempfehlung abhängig vom Schweregrad der Depression

Ausgabe 2015:
In vielen Fällen werden Depressionspatienten auch Medikamente verschrieben, in erster Linie sogenannte Antidepressiva. Bei leichteren Depressionen kann des Öfteren auf eine Pharmakotherapie verzichtet werden, bei mittelschweren und schweren Depressionen hingegen sind Medikamente meist unverzichtbar.
Ausgabe 2018:
In vielen Fällen werden Depressionspatienten auch Medikamente verschrieben, in erster Linie sogenannte Antidepressiva. Bei leichteren Depressionen kann oft auf eine Pharmakotherapie verzichtet werden, bei mittelschweren kommt es auf den Einzelfall an, bei schweren Depressionen hingegen sind Medikamente meist unverzichtbar.
Änderung: Die »Deutsche DepressionsLiga e. V.« hielt in der alten Broschüre eine Behandlung von mittelschweren Depressionen mit Medikamenten noch meist für unverzichtbar. In der Neuauflage macht sie die Behandlung einer mittelschweren Depression mit Medikamenten jetzt vom Einzelfall abhängig. Tatsächlich kann in den meisten Fällen bei einer mittelschweren Depression auf eine Pharmakotherapie verzichtet werden. Bei leichten Depressionen sollte die Empfehlung gemäß der Behandlungsrichtlinie der DGPPN (»Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie,Psychosomatik und Nervenheilkunde«) lauten: bei leichteren Depressionen sollte auf eine Pharmakotherapie verzichtet werden.

Die »Deutsche DepressionsLiga e. V.« empfiehlt auch weiterhin bei allen Schweregraden einer Depression eine Pharmakotherapie, obwohl durch die Studien zum »Placeboeffekt« moderner Antidepressiva durch den Harvard Professor Irving Kirsch (Kirsch-Studie) und die Studie von Jay Fournier wissenschaftlich nachgewiesen wurde, dass moderne Antidepressiva nur bei schweren Depressionen leicht besser wirken als ein »Placebo«.

Über die Wirkungsweise von Antidepressiva

Ausgabe 2015:
Vor dem Hintergrund, dass Depressionen biochemisch vor allem über einen gestörten Hirnstoffwechsel erklärt werden können, greifen Antidepressiva, vereinfacht ausgedrückt, in diesen Stoffwechsel ein, indem sie eine Fehlfunktion von Transmittern (Botenstoffen) regulieren. Für das Depressionsgeschehen sind Serotonin und Noradrenalin die wichtigsten Botenstoffe. Antidepressiva, welche übrigens nicht abhängig machen, werden je nach Angriffspunkt im Gehirn in verschiedene Kategorien eingeteilt. Substanzen dieser einzelnen Klassen wirken dementsprechend spezifisch auf unterschiedliche Symptome der Depression ein.
So gehören z.B. sog. selektive Serotoninwiederaufnahmehemmer (SSRI) zu den meist verschriebenen Antidepressiva, u.a. auch deshalb, weil sie weniger gravierende Nebenwirkungen hervorrufen als ältere Substanzen wie die sog. Trizyklika. Mittlerweile sind noch einige neuere Substanzen auf dem Markt, die über andere Botenstoffsysteme ihre Wirkung entfalten.
Ausgabe 2018:
Dem aktuellen Stand der Wissenschaft nach greifen Antidepressiva je nach Präparat in unterschiedlicher Weise in den Stoffwechsel im Gehirn ein. Wie das genau funktioniert, ist momentan jedoch nicht eindeutig geklärt. Antidepressiva scheinen auf sogenannte Botenstoffe (z.B. Serotonin, Dopamin, Noradrenalin u.a.) einzuwirken. Mit Hilfe dieser Botenstoffe werden Nervenimpulse zu anderen Nerven weitergeleitet. Wenn der Stoffwechsel gestört ist, weil beispielsweise bestimmte Botenstoffe nur in ungenügender Menge zur Verfügung stehen, können Signale nicht mehr richtig über die Nerven weitergeleitet werden, wodurch es zu entsprechenden psychischen Störungen kommt. Die verschiedenen Antidepressiva unterscheiden sich hinsichtlich des jeweils zu „korrigierenden“ Botenstoffes, wodurch einerseits die verschiedenartigen Nebenwirkungen der jeweiligen Medikamente begründet sind.
Andererseits bedingt gerade die Unterschiedlichkeit der Menschen die verschiedenen Wirkungen der Antidepressiva. Welches das passende Medikament für den einzelnen Patienten darstellt, lässt sich zum jetzigen Zeitpunkt in aller Regel nicht genau voraussagen. Jeder Mensch reagiert unterschiedlich auf Medikamente, bei jedem Patienten stehen andere Symptome im Vordergrund, die Depression verändert sich auch oft im Lauf der Zeit, so dass es immer auf den Einzelfall ankommt.
Änderung: Hier werden Vermutungen geäußert, die die Serotoninthese der Pharmaindustrie weiter stützen sollen, um die Einnahme von SSRI bzw. SNRI überhaupt noch rechtfertigen zu können. Der aktuelle Stand der Wissenschaft kann die These von einem biochemischen Ungleichgewicht von Botenstoffen im Gehirn, das durch die Gabe von modernen Antidepressiva ausgeglichen wird, nicht nachweisen.

Im Gegenteil: Durch die Langzeiteinnahme von modernen Antidepressiva kann es zu einem sogenannten »Serotonin-Defizit-Syndrom« kommen.

Diese Medikamente gleichen kein Ungleichgewicht aus, sie verursachen dieses Ungleichgewicht, das zu einer krankhaften Veränderung des Gehirns führt.

Ebenfalls wird nicht auf die geringe Wirksamkeit von SSRI und dem hohen Placeboeffekt eingegangen. Die »Deutsche Depressionsliga e. V.« behauptet sich an die Behandlungsleitlinien für Depressionen der DGPPN (»Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie,Psychosomatik und Nervenheilkunde«) zu halten.

In ihren Leitlinien räumt die DGPPN einen Placeboeffekt bei SSRI für alle Depressionen ausgeschlossen schweren Depressionen von 50% ein. Das bedeutet, dass die DGPPN zugibt, das SSRI-Antidepressiva nur bei jedem zweiten Patienten wirken. Die Kirsch-Studie konnte nachweisen, dass der Placeboeffekt noch sehr viel höher ist (über 83%), ebenso wie die Fournier-Studie (75%). Die »Deutsche DepressionsLiga e. V.« dagegen erwähnt den Placeboeffekt nicht einmal. Sie erwähnt mit keinem Wort in ihren Publikationen, dass diese Medikamente nur bei jedem Zweiten wirken.

Hier der Abschnitt aus den Leitlinien der DGPPN:
Breit rezipiert wurden die Studien von Kirsch und Kollegen [30-32], die postulieren, dass möglicherweise ca. 50% der Wirkung von Antidepressiva auf Placeboeffekte zurückzuführen ist. So fanden die Autoren, dass im Bereich leichter Depressionen die Placebowirkung einen Großteil des antidepressiven Effektes von Medikamenten ausmacht und dass erst bei schweren Depressionen, im Rahmen des Rückgangs der Placebowirkung, ein wahrer Medikamenteneffekt zum Tragen kommt. Konkret bedeutet dies, dass die Differenz zum Placeboeffekt den von ehemals von der NICE als Grenzwert der klinischen Signifikanz festgelegten Wert von d=0,5 erst ab einem Hamilton-Depressionsscore von 28 überschreitet [30]. Eine neuere Studie [33] bestätigt den hohen Placeboanteil der medikamentösen antidepressiven Therapie. Moncrieff et al. (2001) betonen das Phänomen, dass die in der Vergangenheit durchgeführten, allerdings wenigen Studien mit aktiven Placebomedikamenten (Imitation von Nebenwirkungen, z. B. Atropin) zu einer weiteren Verringerung wahrer Effekte führten. Das Update der NICE-Guideline zur Therapie der Depressionen aus dem Jahr 2009 diskutiert die genannten Probleme und weist zusätzlich darauf hin, dass bei der depressionsspezifischen Placebowirkung auch der Einfluss der nicht direkt depressionsbezogenen Komponenten der Medikation (z. B. Schlafinduzierung, Angstlinderung) berücksichtigt werden muss [34].
Das wirft die Frage auf, ob die DDL überhaupt die Leitlinie der DGPPN gelesen hat?

Ausgabe 2015:
Die Wirksamkeit eines Antidepressivums tritt in aller Regel erst nach einigen Tagen oder Wochen auf. Dies kann bis zu vier Wochen dauern, der Betroffene muss sich dies unbedingt vor Augen halten, damit er nicht vorzeitig die „Flinte ins Korn” wirft, da er sonst glauben kann, das Medikament würde ihm nicht helfen!
Ausgabe 2018:
Die Wirksamkeit eines Antidepressivums tritt in aller Regel erst nach einigen Tagen oder Wochen auf. Dies kann bis zu vier Wochen dauern; Betroffene sollten sich dies vor Augen halten, damit der Therapieversuch nicht vorzeitig abgebrochen wird.
Über Gegenanzeigen, Verträglichkeit und Nebenwirkungen von Antidepressiva

Ausgabe 2015:
Es kann aber auch vorkommen, dass Nebenwirkungen dauerhaft bestehen bleiben. In diesem Fall sollte der Patient mit seinem Arzt Rücksprache halten und einen eventuellen Medikamentenwechsel in Betracht ziehen.
Ausgabe 2018:
Es kommt aber auch vor, dass Nebenwirkungen dauerhaft bestehen bleiben. Im Einzelfall muss zwischen erwünschter Wirkung und individuell eventuell nicht tolerierbaren Nebenwirkungen abgewogen werden. Der Patient sollte auf jeden Fall immer mit seinem Arzt Rücksprache halten und nicht eigenmächtig die Dosis eines Antidepressivums verändern oder das Medikament absetzen.
Bereits 2004 warnte die FDA (die US-Gesundheitsbehörde, die auch für die Zulassung neuer Medikamente zuständig ist) davor, dass SSRI-Antidepressiva Angst, Erregungszustände, Panikattacken, Schlaflosigkeit, Gereiztheit, Feindseligkeit, Impulsivität, Akathisie (starke Ruhelosigkeit), Hypomanie (abnormale Aufgeregtheit) und Manie (Psychose, charakterisiert durch übersteigerte Gefühle, Größenwahn) verursachen können.

Die »Deutsche DepressionsLiga e. V.« erwähnt diese schwerwiegenden Nebenwirkungen mit keinem Wort, auch das ist unverantwortlich.

Unverändert:
In einigen Fällen kann es auch sinnvoll sein, mehrere Antidepressiva gleichzeitig einzunehmen, um eine zufriedenstellende Wirksamkeit zu erreichen.
Diese Aussage ist bedenklich, da die gleichzeitige Gabe von mehreren Antidepressiva ein lebensgefährliches »Serotonin-Syndrom« auslösen kann.

Unverändert:
Neben Antidepressiva können im Rahmen einer Depressionserkrankung auch weitere Medikamente verordnet werden. In leichteren Fällen ist Johanniskraut durchaus eine überlegenswerte Alternative. Nebenwirkungen können allerdings auch hier auftreten und Gegenanzeigen sind zu beachten. Daher sollte der Patient Johanniskraut nicht ohne Absprache mit einem Arzt einnehmen.
Die »Deutsche DepressionsLiga e. V.« warnt ausdrücklich vor Nebenwirkungen und Gegenanzeigen bei einer gleichzeitigen Behandlung mit pflanzlichem Johanniskraut und Antidepressiva, während sie eine Behandlung mit mehreren Antidepressiva gleichzeitig für unbedenklich hält, obwohl beides zu einem lebensbedrohlichen Serotoninsyndrom führen kann. Das ist unverantwortlich und wäre nur dadurch zu erklären, dass die »Deutsche DepressionsLiga e. V.« nicht wirklich pharmaunabhängig ist.

Über die Einnahmedauer und das Absetzen von Antidepressiva

Ausgabe 2015:
Antidepressiva, welche übrigens nicht abhängig machen
Ausgabe 2018: Diese Passage wurde in der Neuauflage gestrichen.

Unverändert:
Antidepressiva werden in aller Regel über einen längeren Zeitraum eingenommen. Auch nach Abklingen der akuten Symptomatik soll der Betroffene das verordnete Medikament über einige Monate (in schweren Fällen sogar über mehrere Jahre) einnehmen, dies um einen Rückfall in einen erneuten Depressionsschub zu vermeiden. Auf keinen Fall soll der Patient sein Medikament auf eigene Faust und ohne Rücksprache mit seinem Arzt absetzen!
Änderung: Die »Deutsche DepressionsLiga e. V.« hat die Passage Antidepressiva, welche übrigens nicht abhängig machen in der Neuauflage ganz gestrichen. Zum erhöhten Abhängigkeitspotenzial von modernen Antidepressiva äußert sich die »Deutsche DepressionsLiga e. V.« gar nicht. Auch auf die Gefahr eines »SSRI-Absetzsyndrom« durch das Absetzen von SSRI-Antidepressiva wird im Gegensatz zu jedem Beipackzettel eines SSRI-Antidepressivums auch in der Neuauflage gar nicht eingegangen. Es wird lediglich davor gewarnt, das Medikament nicht ohne Rücksprache mit dem Arzt abzusetzen.

Zur Einnahmedauer gibt es keine Änderungen. Die Empfehlung Antidepressiva in schweren Fällen sogar über mehrere Jahre einzunehmen ist weiter kritisch zu sehen, da die Gefahr eines SSRI-Absetzsyndroms mit der Dauer der Einnahme steigt.

Über die Suizidgefahr durch die Einnahme von SSRI-Antidepressiva

Unverändert:
Da die antriebssteigernde Wirkung einiger Antidepressiva (besonders aus der Gruppe der SSRI) vor der Stimmungsaufhellung einsetzt, kann dies in den ersten Wochen der Einnahme manchmal dazu führen, dass der Antrieb ggfs. ausreicht, um Suizidpläne in die Tat umzusetzen. Dies kann z.B. durch eine vorübergehende Verordnung von dämpfenden oder beruhigenden Medikamenten verhindert werden.
Die »Deutsche DepressionsLiga e. V.« warnt auch in der Neuauflage der Patientenbroschüre nicht davor, dass auch das Absetzen von SSRI-Antidepressiva das Suizidrisiko erhöhen kann.

Über die Vertretung der Interessen und Unabhängigkeit

Unverändert:
Weiterhin vertritt die »Deutsche DepressionsLiga e. V.« die Interessen depressiv Erkrankter gegenüber Politik und Gesundheitswesen. Sie ist unabhängig von der pharmazeutischen Industrie und sonstigen Interessengruppen.
Mit dieser Aussage nimmt die »Deutsche DepressionsLiga e. V.« auch weiterhin für sich in Anspruch die Interessen ALLER depressiv Erkrankter gegenüber Politik und Gesundheitswesen zu vertreten, was sie faktisch nicht tut, wenn Sie Diejenigen ausschließt, die schlimme Erfahrungen mit der Einnahme und/oder dem Absetzen von SSRI-Antidepressiva gemacht haben, indem sie deren leidvollen Erfahrungen einfach systematisch leugnet.

Indem sie uns als Betroffene ausschließt, vertritt sie nicht mehr die Interessen ALLER Menschen mit Depressionen, denn dann würden wir Betroffene nach dieser Definition gar keine Depression haben.

Fazit: Den Autoren der Broschüre ist deutlich anzumerken, dass sie die Problematik der Risiken und Nebenwirkungen von Antidepressiva eher vermeiden wollen. Die Formulierungen sind noch schwammiger, als in der vorherigen Auflage der Broschüre. Klare Hinweise und eine Aufklärung über die Risiken und Nebenwirkungen moderner Antidepressiva fehlen. Auf die geringe Wirksamkeit von modernen Antidepressiva wird gar nicht hingewiesen. Ebenso hält man weiter an der Botenstoffthese der Pharmaindustrie fest, um die Behandlung einer Depression mit modernen Antidepressiva auch weiterhin rechtfertigen zu können.

Kein Wort über den Placeboeffekt. Kein Wort über das gefährliche SSRI-Absetzsyndrom. Kein Wort über die fatalen Nebenwirkungen, wie sie die FDA 2004 benannt hat. Es fehlt weiter jegliche Bereitwilligkeit sich ernsthaft mit der Problematik auseinanderzusetzen. Die Aussage des ehemaligen Vorstandsmitgliedes unterstreicht dies.

Hinweis: Sollten auch weitere ehemalige Vorstandsmitglieder der »Deutsche DepressionsLiga e. V.« diesen Beitrag lesen und sich ebenfalls anonym zu den Gründen ihres Ausscheidens aus dem Vorstand äußern wollen, würde ich dies begrüßen. Je mehr ehemalige Mitglieder sich äußern, umso glaubwürdiger sind die Vorwürfe des Mobbings von Andersdenken.
Zuletzt geändert von Markus Huefner am Freitag, 01.06.18, 13:15, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Die Deutsche DepressionsLiga e.V. mobbt andersdenkende Mitglieder

Beitrag von Murmeline » Freitag, 01.06.18, 12:50

Hallo Markus,

Ich war auf der Veranstaltung. Prof. Walter war angekündigt, er konnte kurzfristig nicht teilnehmen, der Vortrag müsste leider ausfallen. Vermutlich ist er beim Folgetermin im Herbst dabei.

Hast du das Einverständnis, dass du aus der Korrespondenz zitieren darfst? Es wäre sonst vielleicht besser, diese Zitate zu entfernen, vor allem, da Personen namentlich genannt werden. Danke.

Die Vergleiche sind interessant, Danke für die Ausarbeitung.

Grüße, Murmeline
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Re: Die Deutsche DepressionsLiga e.V. mobbt andersdenkende Mitglieder

Beitrag von Markus Huefner » Freitag, 01.06.18, 13:17

Hallo Murmeline,

ich habe die Passage mit Herrn Voigt geändert. Die Aussage von Prof Walter stammt aus einer Zeitung, der Zeit glaube ich und für die Aussage des ehemaligen Vorstandsmitgliedes habe ich die Erlaubnis diese anonym zu zitieren. LG Markus
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