Klick auf das Kreuzchen um das hier auszublenden ->

Liebe ADFDler,

die Organisation des Forums durch das Team ist weiterhin eingeschränkt.

Danke an alle die sich im Rahmen der gegenseitige Selbshilfe einbringen. Bitte schaut weiter gut auf euch und unterstützt euch aktiv untereinander mit euren Erfahrungen oder Hinweisen auf lesenswerte Threads. Wenn ihr mögt und könnt, begrüßt gerne Neuankömmlinge, verlinkt die Grundlageninfos oder lasst einfach ein gutes Wort da.

Bist Du neu und weißt nicht, wie du anfangen sollst?

Registriere Dich zunächst und wähle einen Benutzernamen, der mit Deinem echten Namen möglichst wenig zu tun hat, wenn Du anonym bleiben möchtest. Du darfst als Benutzernamen keine Marken- oder Medikamentennamen verwenden. Wenn Du ganz auf Nummer sicher gehen willst, verwende am Besten auch eine Wegwerf-Emailadresse. Wenn Du genaueres wissen möchtest, lies bitte auch unsere Regeln.

Stelle Dich und Dein Anliegen dann in einem neuen Thema vor. Du kannst als neu registrierter erstmal nur im Bereich "Hier bist Du richtig" schreiben. Beachte bitte, dass der Beitrag solange unsichtbar bis jemand aus dem Team ihn freigeschaltet hat. Da wir hier viel zu tun haben, kann das eine Weile dauern.

Hier klicken, um Dich zu registrieren.

Hier klicken, um neues Thema im Bereich "Hier bist Du richtig" zu erstellen".

Bitte lest euch auch zunächst selbst in unsere grundlegende Absetzinfos ein.
Ausführlicher Artikel zu Antidepressiva absetzen
Erste Hilfe - Benzodiazepine absetzen
Erste Hilfe - Neuroleptika absetzen

Das ADFD Team

Eine grundsätzliche Frage. Gibt es eigentlich Leute, die ohne Probleme abgesetzt haben?

Allgemeine Diskussion über psychische Störungen, ihre Behandlung und alles Verwandte.
Dawi54
Beiträge: 30
Registriert: Mittwoch, 11.07.18, 13:37
Hat sich bedankt: 54 Mal
Danksagung erhalten: 37 Mal

Eine grundsätzliche Frage. Gibt es eigentlich Leute, die ohne Probleme abgesetzt haben?

Beitrag von Dawi54 » Samstag, 04.08.18, 21:08

Hallo zusammen,
ich frage mich immer öfter, ob es das problemlose Absetzen bei Anrtidepressiva überhaupt gibt. Eine Freundin erzählte mir zwar erst vor Kurzem, dass sie ja auch 2 Jahre mal Antidepressiva genommen hätte. Aber sie wollte dann einfach nichts mehr nehmen und da hat sie es einfach weggelassen. :shock:
Kann es so etwas geben ? Gibt es Menschen, denen die Medikamente überhaupt nichts durcheinander werfen? Die einfach kalt absetzen und das auch noch problemlos vertragen? Was sagt das Forum zu diesem Thema?
Grüßle DAWI
Folgende Benutzer bedankten sich beim Autor Dawi54 für den Beitrag (Insgesamt 7):
JamieMurmelineKatharinaLithiumgioiaMarko92Sommersprosse
► Text zeigen
21.7. Die erste Woche geht zuende und ich fühle mich schon nicht mehr so nervös und hibbelig. :)
4.8.18 bis jetzt läuft`s ganz gut :)
Also morgen(15.8.18 ist es soweit: Ich reduziere auf 48mg
Nach einer Woche deutliche Absetzerscheinungen wie ängstliche Unruhe, Übelkeit, Zittern und Weinen ohne Grund.
Was auch auffällt ist eine häufige Mundtrockenheit.
8.9.18 Heute hatte ich einen nicht ganz so guten Start. Habe festgestellt, dass mein Blutdruck bei 175 zu 115 ist.
Vom 9.9. bis 11.9. ziemliche Absetzerscheinungen danach wieder stabil
Ab 17.9. Reduzieung auf 45mg statt 43mg
Ab 1.10. auf 43mg
Ab 1.11 auf 39 mg

LinLina
Team
Beiträge: 6542
Registriert: Montag, 14.09.15, 16:20
Hat sich bedankt: 22056 Mal
Danksagung erhalten: 10244 Mal

Re: Eine grundsätzliche Frage. Gibt es eigentlich Leute, die ohne Probleme abgesetzt haben?

Beitrag von LinLina » Samstag, 04.08.18, 21:39

Hallo :-)

ja, das ist auch nicht so selten, ein Freund von mir hat (allerdings nur nach wenigen Monaten Einnahme) Venlafaxin kalt abgesetzt, ohne Probleme. Ich denke es ist zum einen unterschiedlich, wie sehr sich der Körper an die Einnahme anpasst und wie schnell, und auch, wie schnell und wie leicht oder schwer der Organismus diese Anpassung wieder rückgängig machen kann.

Es gibt ja auch Menschen die einfach aufhören zu Rauchen und nichts merken und andere, die noch sehr lange Symptome haben, auch körperlich.

Liebe Grüße
Lina
Folgende Benutzer bedankten sich beim Autor LinLina für den Beitrag (Insgesamt 10):
JamieMurmelineKatharinaDawi54LithiumUlulu 69Marko92padmaSommersprosseSunyata
Im Absetzprozess seit 2014: Lorazepam (Benzo) erfolgreich abgesetzt. Mirtazapin aktuell (seit Sommer 2018) 0,005 mg.

Ich bin zur Zeit nicht im Forum aktiv. Bei Fragen und Bitten an das Team an padma, Ululu69 oder murmeline wenden.

Hinweis: Alle meine Aussagen dienen der allgemeinen Information und begründen sich auf Erfahrungswerte - meine eigenen, und die anderer Betroffener - und die wenigen bekannten Studien zur Absetzproblematik. Ich bin weder Ärztin noch Psychologin. Meine Erfahrungen und Tipps sind daher keine medizinische Beratung und können eine solche nicht ersetzen.

Jamie
Team
Beiträge: 16072
Registriert: Montag, 04.02.13, 22:37
Hat sich bedankt: 20230 Mal
Danksagung erhalten: 26674 Mal

Re: Eine grundsätzliche Frage. Gibt es eigentlich Leute, die ohne Probleme abgesetzt haben?

Beitrag von Jamie » Samstag, 04.08.18, 21:48

Hallo Dawi :),
Kann es so etwas geben ? Gibt es Menschen, denen die Medikamente überhaupt nichts durcheinander werfen? Die einfach kalt absetzen und das auch noch problemlos vertragen? Was sagt das Forum zu diesem Thema
selbstverständlich gibt es auch diese Menschen,
Da sie aber keinen oder nur einen geringen Leidensdruck haben, gehen sie in der Regel im Internet nicht auf die Suche nach den Ursprung ihrer Symptome; denn wo kaum Probleme, da auch keine Notwendigkeit nachzuschauen. Und darum landen sie auch kaum bei uns.

Das ADFD ist aufgrund der Schwerpunktlegung auf Absetzsymptome natürlich nicht repräsentativ für alle AD-Einnehmenden und Absetzenden; hier sammeln sich vor allem auch viele schwere und Schwerstfälle, die nirgends sonst eine Anlaufstelle haben.
Deswegen wirkt es manchmal etwas verzerrt.

Fakt ist, es gibt sie alle: die, die gut absetzen können, die, die mit moderaten Problemen absetzen können und die, die es völlig crasht.
Was die Industrie und AD-unkritisch eingestellten Meinungsführer uns allerdings lange weis machen wollte ist, dass letztere Gruppe eine totale Minderheit sei (also die, die richtig Probleme haben und bekommen) - durch Studien und Forschung weiß man mittlerweile, dass dem nicht so ist.
Solche Exoten sind wir also gar nicht - es ist nur so wahnsinnig unpopulär wenn "wir" uns mit unserem Leid Gehör verschaffen, denn es verursacht große Kratzer auf dem Bild der ach so gut verträglichen und nebenwirkungsarmen Antidepressiva...

Grüße
Jamie
Folgende Benutzer bedankten sich beim Autor Jamie für den Beitrag (Insgesamt 14):
LinLinaMurmelineKatharinaDawi54LithiumgioiaUlulu 69Marko92obstipatorpadmaescargotinandoutSommersprosse und ein weiterer Benutzer
...........SIGNATUR...............


:arrow: Eure Mithilfe ist gefragt - wer benutzt die Wasserlösemethode?


:!: mein Erfahrungsbericht (AD absetzen / erzwung. Kaltentzug / SSRI / Akathisie): viewtopic.php?f=51&t=12478


Meine PN-Funktion ist deaktiviert. Ich danke für euer Verständnis.

-----------------------------

Infos über mich:
► Text zeigen

Murmeline
Team
Beiträge: 13484
Registriert: Sonntag, 11.01.15, 13:50
Hat sich bedankt: 14904 Mal
Danksagung erhalten: 13695 Mal

Re: Eine grundsätzliche Frage. Gibt es eigentlich Leute, die ohne Probleme abgesetzt haben?

Beitrag von Murmeline » Samstag, 04.08.18, 23:04

Moin!

Ich würde auch sagen, die gibt es. Peter Lehmann, der größte deutsche Psychiatriekitiker und Verfechter der Anerkennung von Entzugsproblematiken gehört sogar auch dazu :)

Er hat seine Tabletten durch Umstände einen Tag nicht genommen, ist nicht wie prophezeit psychotisch geworden und hat sie weggelassen. Kein Entzug, stattdessen stetige Besserung zur Gesundung. Er berichtet hier gleich am Anfang des Interviews davon. https://youtu.be/GKD5qEy-_7s

Er sagte mir auch, dass er einige kennt, bei denen es so verlief.

Das Ding ist ja nicht, wieviele unproblematisch Absetzen können und für wieviele es schlimmstschwierig ist. Für mich ist das Ding: man sollte vorher aufgeklärt werden, um eine informierte Entscheidung zu treffen. Man sollte immer angeboten bekommen, schrittweise über längere Zeit abzusetzen um zu sehen, wie es individuell läuft. Man sollte Anerkennung und Unterstützung bekommmen, wenn es problematisch ist, statt rein die Psyche verantwortlich zu machen. Es fehlt viel Wissen bei viel zu vielen Fachkräften!

Ich stimme den Autoren zu, die in einem Artikel des Arzneimittelbriefes erklären:
Die Psychiatrie sehen wir in der Pflicht, praktikable Strategien für das Absetzen von SSRI und SNRI zu entwickeln und in der ärztlichen Fortbildung flächendeckend zu propagieren. Das Problem der Absetzphänomene unterstreicht angesichts der von Jahr zu Jahr steigenden, inzwischen massenhaften Verordnung von Antidepressiva (SSRI im Jahr 2013: 571,7 Mio. DDD; SNRI: 232,7 Mio. DDD; 13), dass über Rationalität und Irrationalität dieser Verordnungen kritischer nachgedacht werden muss.
https://www.der-arzneimittelbrief.de/de ... =2015&S=65

Grüsse, Murmeline
Folgende Benutzer bedankten sich beim Autor Murmeline für den Beitrag (Insgesamt 10):
KatharinaDawi54LithiumJamieMarko92obstipatorpadmaLuciferinandoutSommersprosse
Erfahrung mit Psychopharmaka (Citalopram, langjährig Venlafaxin und kurzzeitig Quetiapin), seit Sommer 2012 abgesetzt
Hinweis: Das Team sorgt für die Rahmenbedingungen im Forum und organisiert den Austausch. Ansonsten sind wir selbst Betroffene und geben vor allem Erfahrungswerte weiter, die sich aus unserer eigenen Geschichte und aus Erfahrungen anderer ergeben haben.

Dein Behandler nimmt Absetzproblematik nicht ernst? Das geht anderen auch so, siehe hier
Einer Deiner Ärzte erkennt Probleme mit Psychopharmaka an? Dann berichte doch hier

Lithium
Beiträge: 119
Registriert: Freitag, 22.06.18, 22:47
Hat sich bedankt: 134 Mal
Danksagung erhalten: 158 Mal

Re: Eine grundsätzliche Frage. Gibt es eigentlich Leute, die ohne Probleme abgesetzt haben?

Beitrag von Lithium » Samstag, 04.08.18, 23:52

Hi,

ich habe auch einen Freund der hat mal ADs eingenommen. Er hat sie ein paar Monate eingenommen und dann ohne große Probleme abgesetzt. Sonst kenne ich niemand in meinem Freundeskreis der ADs einnimmt.

2004 habe ich nach 6 monatiger Einnahme von Mirtazapin auch schulmedizinisch abgesetzt. Auf 0 hatte ich ein paar ungemütliche Tage mit wenig Schlaf aber spätestens nach 14 Tagen war alles wieder super.

Jetzt habe ich ehrlichgesagt Angst vor dem Absetzen. Angst vor möglichen Symptomen bzw. der Grunderkrankung.

Ich will nicht ausschließen dass bei mir der Unterschied in genau dieser Angst besteht. Denn diese Angst war 2004 nicht da weil ich doch ein recht starkes Vertrauen in die Schulmedizin hatte.

Viele Grüße

Lithium
Folgende Benutzer bedankten sich beim Autor Lithium für den Beitrag (Insgesamt 5):
KatharinaDawi54JamieMarko92Sommersprosse
2003 Herbst: Diagnose Saisonale Depression 30mg Mirtazapin
2004 Frühjar: Absetzen Mirtazapin auf 0 innheralb von 2 Wochen. 4 Tage sehr starke Absetzsymptome danach alles bestens
2004 Winter: Mirtazapin 30mg
2007 Herbst: Mirtazapin 45mg
2008 Frühjahr: Mirtazapin 30mg
2012 Frühjahr: Absetzversuch innerhalb von 1,5 Monaten auf 7,5mg. Sehr stakre Absetzsymptome bei 7,5mg und wegen psychischer Instabilität wieder zurück auf 30mg
2012 Herbst: Mirtazapin 45mg
2013 Frühjahr: Absetzversuch innerhalb von 2 Monaten auf 15mg. Sehr stakre Absetzsymptome bei 15mg und wegen psychischer Instabilität wieder zurück auf 45mg
2014 Herbst: Zusätzlich phasenweise 5 HTP 25mg - 150mg bis zum heutigen Tag. Aber generell keine Probleme wenn auf 0mg reduziert wird.
2017 Sommer: Cannabidiol manchmal am Abend

2018 Januar: 1. Absetzversuch von 45mg Mirtazapin mit sehr langsamen Reduktionsschritten. Absetzgeschwindigkeit: konstant 0,5mg Mirtazapin / Woche bis heute.

Aktuell:
10.12.18 20mg Mirtazapin

Katharina
Beiträge: 4376
Registriert: Samstag, 28.08.04, 22:24
Hat sich bedankt: 6749 Mal
Danksagung erhalten: 5971 Mal

Re: Eine grundsätzliche Frage. Gibt es eigentlich Leute, die ohne Probleme abgesetzt haben?

Beitrag von Katharina » Sonntag, 05.08.18, 0:12

Guten Abend !

Mein Arzt, welcher mich immer ernst nimmt, sagte mir als ich ihn fragte, wie die anderen das machen,
wie sie leben:

es gibt Menschen die vergessen ihre AD's,
sie vergessen die Einnahme oder sich ein neues Rezept zu holen.

Und bemerken nichts davon.
So wie ein Ibuprofen genommen und gelassen wird.

Gruß,
Katharina

( P.s.:
Ich erinnere Mirtazapin genommen und ohne bemerkenswertes weggelassen zu haben;
niemals ausgeschlichen.

Ebenso Trazodon.

Ebenso konnte ich Zolpidem großschrittig weglassen und wieder hinzufügen.

Man hat mir im KH Lyrica 300 Innere Medizin: Bauchspeicheldrüse
2 mal am Tag weggenommen,
wg anderer Medikamente.

Entweder ging es mir zu schlecht
ich erinnere nicht, Lyrica 'vermisst' zu haben.

ca.6 Tage später lag Lyrica wieder in meinem Kasten plus Zettel ich könne es jetzt weiter nehmen.
Ich sagte was? Es war weg?
Dann nehme ich es nun gewiss nicht wieder.)
Folgende Benutzer bedankten sich beim Autor Katharina für den Beitrag (Insgesamt 5):
Dawi54LithiumJamiegioiaSommersprosse

Clarissa
Beiträge: 2092
Registriert: Sonntag, 24.08.14, 18:37
Hat sich bedankt: 2184 Mal
Danksagung erhalten: 4438 Mal

Re: Eine grundsätzliche Frage. Gibt es eigentlich Leute, die ohne Probleme abgesetzt haben?

Beitrag von Clarissa » Sonntag, 05.08.18, 6:40

Guten Morgen.

Meine Beobachtung dazu ist:

Je jünger der Mensch ist und je übersichtlicher seine Medikamentenvorgeschichte (dazu scheinen z.B. auch Alkohol und Drogen zu gehören), desto leichter klappt das Absetzen. Plus sicher eine individuelle Empfindlichkeit, wie bei allem.

Bei mir jedenfalls passt das. Mein erstes AD plus Benzo konnte ich ohne weiteres loswerden.

VG von Clarissa
Folgende Benutzer bedankten sich beim Autor Clarissa für den Beitrag (Insgesamt 8):
LinLinaDawi54LunaJamiegioiaMarko92KatharinaSommersprosse
früher als sleepless2014 im Forum unterwegs gewesen, aber nicht mehr schlaflos :party2:

seit Mai 2015 EU-Rentnerin letztlich wegen der Entzugsproblematik

los ging alles mit lebenslangen Schlafproblemen, die sich in Lebenskrisen mit depressiven Episoden verstärkten

leidvolle Erfahrungen mit Elektro"heil"krampftherapie und ziemlich allen AD, zahlreichen NL und anderen Psychopharmaka wie z.B. Pregabalin, Carbamazepin, Valproat, Johanniskraut, leider auch Diazepam und Zolpidem (von letzteren beiden abhängig geworden) und dem Kaltabsetzen

Diazepam-frei seit November 2013, Zolpidem-frei seit Mitte April 2014, ohne jegliche Psychopharmaka seit September 2014 (zuletzt das "deckelnde" NL Dominal forte abgesetzt nach raschem Abdosieren)

aktuell im protrahierten Entzug (?) mit sehr unangenehmen, v.a. körperlichen Symptomen

Inzwischen fast 4 Jahre frei von Medikamenten. NR, keinerlei Alkohol und Koffein mehr, weil alles triggert. "Reizarmes" Leben einschließlich Ernährung, soweit sich das machen lässt.

Luna
Beiträge: 1173
Registriert: Samstag, 17.05.14, 2:57
Hat sich bedankt: 577 Mal
Danksagung erhalten: 1410 Mal

Re: Eine grundsätzliche Frage. Gibt es eigentlich Leute, die ohne Probleme abgesetzt haben?

Beitrag von Luna » Sonntag, 05.08.18, 7:31

Hallo Dawi
Ich möchte hier was kurz zu sagen.
Damals nach 5 Jahren Zopiclon konnte ich es ohne Probleme absetzen und hatte keine Symptome. Nach 15 Jahren Medikamente usw Horror und alt bin ich nicht.
Bis heute kämpfe ich mit den Folgen.
Es gibt wohl aber angeblich Menschen, die wenig Probleme haben trotz längerer Einnahme. Ich habe aber bisher noch keinen getroffen. Irgendwas scheint immer zu sein. Wenn man die Medikamente nur kurz genommen hat dann können wohl viele sogar kalt absetzen. Da spielt manchmal aber auch die Lebensweise mit ein.

Liebe Grüße
Folgende Benutzer bedankten sich beim Autor Luna für den Beitrag (Insgesamt 6):
ClarissaDawi54JamieMarko92KatharinaSommersprosse
LG Luna

Gesundheit gewinnt erst an Bedeutung, wenn man krank ist.
(© Franz Schmidberger (*1942)

Die wirksamste Medizin ist die natürliche Heilkraft, die im Inneren eines jeden von uns liegt.
(Hippokrates)

Seit dem 23.7.2015 absolut Medikamentenfrei.
Etwas über 6 Jahre Venlafaxin.Seid 16.7.2014 auf 0
15 Jahre Schlafmittel.Erst Zopiclon 5 Jahre dann Zolpidem 10 Jahre. Seid 23.7.15 auf 0
Ca 3 bis 4 Jahre Pantoprazol eingenommen und im März 2014 kalt abgesetzt.
Kurzzeitig auch andere Medikamente genommen in den 15 Jahren.

► Text zeigen

Clarissa
Beiträge: 2092
Registriert: Sonntag, 24.08.14, 18:37
Hat sich bedankt: 2184 Mal
Danksagung erhalten: 4438 Mal

Re: Eine grundsätzliche Frage. Gibt es eigentlich Leute, die ohne Probleme abgesetzt haben?

Beitrag von Clarissa » Sonntag, 05.08.18, 8:31

Hallo, noch ein kurzes P.S. von mir:

In meinem Alter, Ü60, ist die Welt voller Frauen, die ein AD nehmen, manchmal plus Benzo, und oft schon seit den Wechseljahren. Ich kenne nicht eine Einzige, die problemlos absetzen konnte/kann. Die es überhaupt versuchen, bekommen sofort Absetzsymptome und natürlich gesagt, ihre Grundkrankheit sei zurück. Allen wird eingeredet, sie müßten es bis zum Lebensende nehmen, und das machen sie dann auch, obwohl es ihnen damit meist nicht gut geht, sie richtig NW haben.

Ich kann nur immer wieder zur kritischen Haltung gegenüber PP aufrufen.

VG von Clarissa
Folgende Benutzer bedankten sich beim Autor Clarissa für den Beitrag (Insgesamt 10):
KatharinaDawi54LinLinaLunaJamieUlulu 69Marko92obstipatorLuciferSommersprosse
früher als sleepless2014 im Forum unterwegs gewesen, aber nicht mehr schlaflos :party2:

seit Mai 2015 EU-Rentnerin letztlich wegen der Entzugsproblematik

los ging alles mit lebenslangen Schlafproblemen, die sich in Lebenskrisen mit depressiven Episoden verstärkten

leidvolle Erfahrungen mit Elektro"heil"krampftherapie und ziemlich allen AD, zahlreichen NL und anderen Psychopharmaka wie z.B. Pregabalin, Carbamazepin, Valproat, Johanniskraut, leider auch Diazepam und Zolpidem (von letzteren beiden abhängig geworden) und dem Kaltabsetzen

Diazepam-frei seit November 2013, Zolpidem-frei seit Mitte April 2014, ohne jegliche Psychopharmaka seit September 2014 (zuletzt das "deckelnde" NL Dominal forte abgesetzt nach raschem Abdosieren)

aktuell im protrahierten Entzug (?) mit sehr unangenehmen, v.a. körperlichen Symptomen

Inzwischen fast 4 Jahre frei von Medikamenten. NR, keinerlei Alkohol und Koffein mehr, weil alles triggert. "Reizarmes" Leben einschließlich Ernährung, soweit sich das machen lässt.

Dawi54
Beiträge: 30
Registriert: Mittwoch, 11.07.18, 13:37
Hat sich bedankt: 54 Mal
Danksagung erhalten: 37 Mal

Re: Eine grundsätzliche Frage. Gibt es eigentlich Leute, die ohne Probleme abgesetzt haben?

Beitrag von Dawi54 » Sonntag, 05.08.18, 10:11

Wow,ihr seid ja toll,
so viele Antworten habe ich gar nicht erwartet. Es wurmte mich nur, dass meine Freundin das so nebenbei mal erwähnte, was für Andere einen jahrelangen Absetzprozess bedeutet. Vor allem da sie ansonsten viele Alllergien und Unverträglichkeiten hat, hätte ich nicht gedacht, dass sie mit solchen Mitteln kein Problem hat.
@Clarissa: Bis ich hier gelandet bin war ich auch eine dieser Frauen, die überzeugt waren ich müsse mein Leben lang das Zeug schlucken. Noch dazu da ich viele Nebenwirkungen einfach auf das zunehmende Alter, die Wechseljahre oder falsche Ernährung geschoben habe. So richtig schlecht ging es mir damit ja nicht. Jetzt hoffe ich nur, dass es nicht allzu schlimm wird nach meiner jahrelangen Einnahme. Wie Lithium auch, die schreibt, dass sie jetzt eben Angst vor dem Absetzen hat. :cry:
Ich bin eben den verschiedensten Ärzten auf den Leim gegangen, die behaupteten man könne das ja jederzeit absetzen und bei Bedarf wieder nehmen und es würde ja keinen süchtig machen. :evil:
LG
DAWI
Folgende Benutzer bedankten sich beim Autor Dawi54 für den Beitrag (Insgesamt 4):
LinLinaJamieMarko92Sommersprosse
► Text zeigen
21.7. Die erste Woche geht zuende und ich fühle mich schon nicht mehr so nervös und hibbelig. :)
4.8.18 bis jetzt läuft`s ganz gut :)
Also morgen(15.8.18 ist es soweit: Ich reduziere auf 48mg
Nach einer Woche deutliche Absetzerscheinungen wie ängstliche Unruhe, Übelkeit, Zittern und Weinen ohne Grund.
Was auch auffällt ist eine häufige Mundtrockenheit.
8.9.18 Heute hatte ich einen nicht ganz so guten Start. Habe festgestellt, dass mein Blutdruck bei 175 zu 115 ist.
Vom 9.9. bis 11.9. ziemliche Absetzerscheinungen danach wieder stabil
Ab 17.9. Reduzieung auf 45mg statt 43mg
Ab 1.10. auf 43mg
Ab 1.11 auf 39 mg

Lithium
Beiträge: 119
Registriert: Freitag, 22.06.18, 22:47
Hat sich bedankt: 134 Mal
Danksagung erhalten: 158 Mal

Re: Eine grundsätzliche Frage. Gibt es eigentlich Leute, die ohne Probleme abgesetzt haben?

Beitrag von Lithium » Sonntag, 05.08.18, 11:05

Dawi54 hat geschrieben:
Sonntag, 05.08.18, 10:11
So richtig schlecht ging es mir damit ja nicht. Jetzt hoffe ich nur, dass es nicht allzu schlimm wird nach meiner jahrelangen Einnahme.
Hi Dawi, :)

so in etwa geht es mir auch. Es geht mir eigentlich ganz gut mit dem Mirtazapin. Aber die Persönlichkeit wird trotzdem durch das Mirtazapin verändert. Und deswegen möchte ich versuchen es auf schonendste Art und Weise loszuwerden.

Aber ich kann nicht leugnen dass ich Angst habe. Ich versuche mich so gut es geht abzulenken mit Sport, Arbeit und Lesen. Das klappt bis jetzt ganz gut. Ich lese mir hier keine (bzw. nur sehr wenige) Threads mit konkreten Absetzerfahrungen mehr durch. Nicht weil ich sie nicht interessant finde, sondern weil ich dadurch noch mehr Angst bekomme.

Viele Grüße

Lithium
Folgende Benutzer bedankten sich beim Autor Lithium für den Beitrag (Insgesamt 4):
Dawi54JamieMarko92Sommersprosse
2003 Herbst: Diagnose Saisonale Depression 30mg Mirtazapin
2004 Frühjar: Absetzen Mirtazapin auf 0 innheralb von 2 Wochen. 4 Tage sehr starke Absetzsymptome danach alles bestens
2004 Winter: Mirtazapin 30mg
2007 Herbst: Mirtazapin 45mg
2008 Frühjahr: Mirtazapin 30mg
2012 Frühjahr: Absetzversuch innerhalb von 1,5 Monaten auf 7,5mg. Sehr stakre Absetzsymptome bei 7,5mg und wegen psychischer Instabilität wieder zurück auf 30mg
2012 Herbst: Mirtazapin 45mg
2013 Frühjahr: Absetzversuch innerhalb von 2 Monaten auf 15mg. Sehr stakre Absetzsymptome bei 15mg und wegen psychischer Instabilität wieder zurück auf 45mg
2014 Herbst: Zusätzlich phasenweise 5 HTP 25mg - 150mg bis zum heutigen Tag. Aber generell keine Probleme wenn auf 0mg reduziert wird.
2017 Sommer: Cannabidiol manchmal am Abend

2018 Januar: 1. Absetzversuch von 45mg Mirtazapin mit sehr langsamen Reduktionsschritten. Absetzgeschwindigkeit: konstant 0,5mg Mirtazapin / Woche bis heute.

Aktuell:
10.12.18 20mg Mirtazapin

Dawi54
Beiträge: 30
Registriert: Mittwoch, 11.07.18, 13:37
Hat sich bedankt: 54 Mal
Danksagung erhalten: 37 Mal

Re: Eine grundsätzliche Frage. Gibt es eigentlich Leute, die ohne Probleme abgesetzt haben?

Beitrag von Dawi54 » Sonntag, 05.08.18, 11:51

Hallo Lithium,
ja das geht mir auch so. Als ich hier auf das Forum stieß war ich erst mal total geschockt, was es da so alles gab. Dann hab ich immer mehr gelesen und irgendwann beschlossen, das nicht mehr zu tun, da mir nur noch der Kopf schwirrte und ich auch immer mehr Angst bekam. Auch mein Mann hat mir davon abgeraten, da er meinte ich würde mich sonst nur noch mehr reinsteigern und womöglich jeden kleinen Pups als Absetzerscheinung deuten.
Ich versuche nun erst mal ruhig abzuwarten und merke eben wie die Meisten, dass es bessere und schlechtere Tage gibt. Du bist ja jetzt schon seit Januar dabei und es scheint ganz gut zu klappen. Das macht mir auch wieder mehr Mut. Ich wünsche dir, dass es so gut weiter läuft.
LG
DAWI
Folgende Benutzer bedankten sich beim Autor Dawi54 für den Beitrag (Insgesamt 4):
LinLinaLithiumMarko92Sommersprosse
► Text zeigen
21.7. Die erste Woche geht zuende und ich fühle mich schon nicht mehr so nervös und hibbelig. :)
4.8.18 bis jetzt läuft`s ganz gut :)
Also morgen(15.8.18 ist es soweit: Ich reduziere auf 48mg
Nach einer Woche deutliche Absetzerscheinungen wie ängstliche Unruhe, Übelkeit, Zittern und Weinen ohne Grund.
Was auch auffällt ist eine häufige Mundtrockenheit.
8.9.18 Heute hatte ich einen nicht ganz so guten Start. Habe festgestellt, dass mein Blutdruck bei 175 zu 115 ist.
Vom 9.9. bis 11.9. ziemliche Absetzerscheinungen danach wieder stabil
Ab 17.9. Reduzieung auf 45mg statt 43mg
Ab 1.10. auf 43mg
Ab 1.11 auf 39 mg

Blumenwiese
Beiträge: 170
Registriert: Samstag, 21.04.18, 16:33
Hat sich bedankt: 172 Mal
Danksagung erhalten: 202 Mal

Re: Eine grundsätzliche Frage. Gibt es eigentlich Leute, die ohne Probleme abgesetzt haben?

Beitrag von Blumenwiese » Sonntag, 05.08.18, 17:10

Hallo,

Hängt vielleicht von der Dosis ab und wie viel Psychopharmaka man schon so genommen hat.

Beim ersten Mal Trevilor (Venlafaxin) hab ich nur 37,5 mg genommen. Nach einem 3/4 abgesetzt ohne Absetzsymptome. Später hab ich das gleiche Medi genommen aber höher dosiert. Ich hatte es ausgeschlichen und trotzdem 2 Wochen leichte Absetzsymptome gehabt. Also gleiches Medi aber anders beim Absetzen.

Paroxetin hab ich nur schwerlich ausgeschlichen aber ich hatte es auch länger genommen.

Cipralex hab ich wenige Monate genommen auch wurde es hochdosiert zwischendurch...aber Null Absetzsymptome...

Promethazin keine Absetzsymptome trotzdem ich das schon 13 Jahre nehme...immer wieder mal mehr mal weniger so Phasenweise.

Und Quetiapin ist das schlimmste, was ich je an Absetzsymptomen hatte. Muss da extrem langsam runter mit 3-4% zur Zeit.

Also es variiert nicht nur von Mensch zu Mensch, sondern auch von Präparat zu Präparat und selbst beim gleichen Präparat kann es variieren...

Liebe Grüße
Blumenwiese
Folgende Benutzer bedankten sich beim Autor Blumenwiese für den Beitrag (Insgesamt 5):
JamieDawi54Marko92KatharinaSommersprosse
Diagnosen u. vorherige Medikation:
► Text zeigen
Quetiapin Retard Verlauf:
► Text zeigen
Aktuell:
Quetiapin Retard 150 mg 0-0-1-0
Promethazin 25 mg 1-0-1-1
*********************************
Sonstige Medikamente:
Movicol 1-2 Beutel pro Tag, Grazax u. SliTONE Ultra zur Desensibilisierung geg. Pollenallergie, Cranberry Kapseln, Magnesium 450 mg
Bedarf: Ibulysin 684 mg

Lithium
Beiträge: 119
Registriert: Freitag, 22.06.18, 22:47
Hat sich bedankt: 134 Mal
Danksagung erhalten: 158 Mal

Re: Eine grundsätzliche Frage. Gibt es eigentlich Leute, die ohne Probleme abgesetzt haben?

Beitrag von Lithium » Sonntag, 05.08.18, 17:40

Dawi54 hat geschrieben:
Sonntag, 05.08.18, 11:51
Hallo Lithium,
ja das geht mir auch so. Als ich hier auf das Forum stieß war ich erst mal total geschockt, was es da so alles gab. Dann hab ich immer mehr gelesen und irgendwann beschlossen, das nicht mehr zu tun, da mir nur noch der Kopf schwirrte und ich auch immer mehr Angst bekam. Auch mein Mann hat mir davon abgeraten, da er meinte ich würde mich sonst nur noch mehr reinsteigern und womöglich jeden kleinen Pups als Absetzerscheinung deuten.
Ich versuche nun erst mal ruhig abzuwarten und merke eben wie die Meisten, dass es bessere und schlechtere Tage gibt. Du bist ja jetzt schon seit Januar dabei und es scheint ganz gut zu klappen. Das macht mir auch wieder mehr Mut. Ich wünsche dir, dass es so gut weiter läuft.
LG
DAWI
Hi Dawi,

ich bin da was Selbsthilfegruppen (und das adfd ist ja auch sowas wie eine Selbsthilfegruppe) derselben Meinung wie Klaus Bernhardt (Autor des Buches "Pankikattacken loswerden" - sehr zu empfehlen auch ohne Panikattacken):

Es ist zwar schön zu hören, dass andere Leute ähnliche Probleme haben und deswegen auch am besten die eigenen Probleme verstehen und nachvollziehen können. Ungünstig ist allerdings, dass man seinen Kopf durchgehend mit angstmachenden Problemen anderer Leute füllt. Beispielsweise finde ich eine Geschichte über jemanden der einfach mal tagelang sein AD vergessen hat befreiender als eine Geschichte über jemanden der 2 Jahre nach der 0 noch mit schweren Absetzsymptomen zu kämpfen hat. Und von Leuten der ersten Kategorie wirst du hier niemals etwas lesen.

In meinem Leben gab es auch mit der Elefantendosis von 45mg Mirtazapin Hochs und Tiefs. Deswegen werde ich nur ein Tief als Absetzsymptom werten wenn es sich eindeutig von dem auf der Elefantendosis unterscheidet. Und das ist bis jetzt nicht passiert.

Viele Grüße

Lithium
Folgende Benutzer bedankten sich beim Autor Lithium für den Beitrag (Insgesamt 2):
Dawi54Marko92
2003 Herbst: Diagnose Saisonale Depression 30mg Mirtazapin
2004 Frühjar: Absetzen Mirtazapin auf 0 innheralb von 2 Wochen. 4 Tage sehr starke Absetzsymptome danach alles bestens
2004 Winter: Mirtazapin 30mg
2007 Herbst: Mirtazapin 45mg
2008 Frühjahr: Mirtazapin 30mg
2012 Frühjahr: Absetzversuch innerhalb von 1,5 Monaten auf 7,5mg. Sehr stakre Absetzsymptome bei 7,5mg und wegen psychischer Instabilität wieder zurück auf 30mg
2012 Herbst: Mirtazapin 45mg
2013 Frühjahr: Absetzversuch innerhalb von 2 Monaten auf 15mg. Sehr stakre Absetzsymptome bei 15mg und wegen psychischer Instabilität wieder zurück auf 45mg
2014 Herbst: Zusätzlich phasenweise 5 HTP 25mg - 150mg bis zum heutigen Tag. Aber generell keine Probleme wenn auf 0mg reduziert wird.
2017 Sommer: Cannabidiol manchmal am Abend

2018 Januar: 1. Absetzversuch von 45mg Mirtazapin mit sehr langsamen Reduktionsschritten. Absetzgeschwindigkeit: konstant 0,5mg Mirtazapin / Woche bis heute.

Aktuell:
10.12.18 20mg Mirtazapin

Murmeline
Team
Beiträge: 13484
Registriert: Sonntag, 11.01.15, 13:50
Hat sich bedankt: 14904 Mal
Danksagung erhalten: 13695 Mal

Re: Eine grundsätzliche Frage. Gibt es eigentlich Leute, die ohne Probleme abgesetzt haben?

Beitrag von Murmeline » Sonntag, 05.08.18, 17:55

Off Topic
Hallo!

Bevor jetzt Betroffene mit langandauernden Symptomen Sorge haben, hier zu schreiben, weil das andere erschrecken oder schocken könnte: die Verläufe hier zu dokumentieren ist ein Sinn der Forums. Und es ist wichtig, dass alle hier Raum haben. Jeder ist verantwortlich, sich wenn nötig selbst abzugrenzen und sein Leseverhalten wie beschrieben zu steuern.

Murmeline
Folgende Benutzer bedankten sich beim Autor Murmeline für den Beitrag (Insgesamt 8):
LinLinaClarissaJamieDawi54Marko92KatharinapadmaSommersprosse

Lithium
Beiträge: 119
Registriert: Freitag, 22.06.18, 22:47
Hat sich bedankt: 134 Mal
Danksagung erhalten: 158 Mal

Re: Eine grundsätzliche Frage. Gibt es eigentlich Leute, die ohne Probleme abgesetzt haben?

Beitrag von Lithium » Sonntag, 05.08.18, 18:45

Hi Murmeline,

ja der Input dieses Forums soll möglichst schonungslos ehrlich sein.

Aber das Lesen von durchgehend negativen Erfahrungsberichten (also nicht reräsentativer Erfahrung) ist für ängstliche Menschen eher kontraproduktiv. Deswegen sollte das Leseverhalten für diese Leute (in die ich mich eingruppieren würde) eher kontrolliert geschehen.

Viele Grüße

Lithium
Folgende Benutzer bedankten sich beim Autor Lithium für den Beitrag (Insgesamt 3):
Dawi54Marko92Anjalena
2003 Herbst: Diagnose Saisonale Depression 30mg Mirtazapin
2004 Frühjar: Absetzen Mirtazapin auf 0 innheralb von 2 Wochen. 4 Tage sehr starke Absetzsymptome danach alles bestens
2004 Winter: Mirtazapin 30mg
2007 Herbst: Mirtazapin 45mg
2008 Frühjahr: Mirtazapin 30mg
2012 Frühjahr: Absetzversuch innerhalb von 1,5 Monaten auf 7,5mg. Sehr stakre Absetzsymptome bei 7,5mg und wegen psychischer Instabilität wieder zurück auf 30mg
2012 Herbst: Mirtazapin 45mg
2013 Frühjahr: Absetzversuch innerhalb von 2 Monaten auf 15mg. Sehr stakre Absetzsymptome bei 15mg und wegen psychischer Instabilität wieder zurück auf 45mg
2014 Herbst: Zusätzlich phasenweise 5 HTP 25mg - 150mg bis zum heutigen Tag. Aber generell keine Probleme wenn auf 0mg reduziert wird.
2017 Sommer: Cannabidiol manchmal am Abend

2018 Januar: 1. Absetzversuch von 45mg Mirtazapin mit sehr langsamen Reduktionsschritten. Absetzgeschwindigkeit: konstant 0,5mg Mirtazapin / Woche bis heute.

Aktuell:
10.12.18 20mg Mirtazapin

Dawi54
Beiträge: 30
Registriert: Mittwoch, 11.07.18, 13:37
Hat sich bedankt: 54 Mal
Danksagung erhalten: 37 Mal

Re: Eine grundsätzliche Frage. Gibt es eigentlich Leute, die ohne Probleme abgesetzt haben?

Beitrag von Dawi54 » Sonntag, 05.08.18, 22:14

Hallo,guten Abend,
ich wollte keinesfalls jemanden davon abhalten hier über seine Symptome zu schreiben. Das ist wie ja schon geschrieben der Sinn des ganzen Forums.
Ich war auch weniger über die Syptome geschockt als über die Tatsache, dass man darüber was alles geschehen kann nicht informiert wird. Wenn man dann auch noch die Verkaufszahlen der Pharmakonzerne bei AD`s sieht, versteht man auch warum und das macht wütend und traurig.
Außerdem finde ich es für mich persönlich schwierig aus einem vielleicht gedämpften aber doch problemlosen Leben freiwilllig in ein Leben zu wechseln, indem einem evtl. langwierige und schmerzhafte Absetzerscheinungen erwarten. Trotzdem werde ich versuchen das durchzuziehen. Einfach weil ich wissen will, wie es sich ohne Medikamente anfühlt und weil ich keine Chemie mehr in meinen Körper stecken will.
LG
DAWI
Folgende Benutzer bedankten sich beim Autor Dawi54 für den Beitrag (Insgesamt 3):
ClarissaMarko92Lithium
► Text zeigen
21.7. Die erste Woche geht zuende und ich fühle mich schon nicht mehr so nervös und hibbelig. :)
4.8.18 bis jetzt läuft`s ganz gut :)
Also morgen(15.8.18 ist es soweit: Ich reduziere auf 48mg
Nach einer Woche deutliche Absetzerscheinungen wie ängstliche Unruhe, Übelkeit, Zittern und Weinen ohne Grund.
Was auch auffällt ist eine häufige Mundtrockenheit.
8.9.18 Heute hatte ich einen nicht ganz so guten Start. Habe festgestellt, dass mein Blutdruck bei 175 zu 115 ist.
Vom 9.9. bis 11.9. ziemliche Absetzerscheinungen danach wieder stabil
Ab 17.9. Reduzieung auf 45mg statt 43mg
Ab 1.10. auf 43mg
Ab 1.11 auf 39 mg

gioia
Beiträge: 370
Registriert: Montag, 11.12.17, 13:56
Hat sich bedankt: 968 Mal
Danksagung erhalten: 932 Mal

Re: Eine grundsätzliche Frage. Gibt es eigentlich Leute, die ohne Probleme abgesetzt haben?

Beitrag von gioia » Montag, 06.08.18, 11:57

Hi :)

Ich bin ja PP gebeutelt die letzte zwei Jahre. Habe auf alle PP extreeeem reagiert bis auf Benzos.

Erstaunlicherweise hatte ich nie Probleme Benzos auch nach vielen Monaten zu reduzieren oder wegzulassen. Einfach null Symptome. Nach all den Erfahrungberichten hier, muss ich schon sagen, dass mir die benzoberichte ziemlich Angst gemacht haben.

Darum finde ich es schon wichtig, auch immer wieder zu erwähnen dass es Leute gibt, die da nicht so schnell Probleme kriegen. Denn wenn man hier so querliest, also ich habe den Eindruck gekriegt, dass eigentlich JEDER nach wenigen Wochen benzoabhängig wird.

Und das stimmt mit Sicherheit nicht! Konnte z. B, Halcion problemlos nach mehreren Monaten einfach weglassen ebenso geht es mir mit Oxazepam, das ich auch nach Monaten noch nur nach Bedarf nehmen kann und ich ein weglassen überhaupt nicht bemerke.

das ist halt alles sehr individuell...

Liebe Grüße
Gioia
Folgende Benutzer bedankten sich beim Autor gioia für den Beitrag (Insgesamt 3):
Marko92LithiumDawi54
Burnout, Schlafstörung Sommer 2016

2 Monate Einnahme Escitalopram und MIrtazapin: bettlägrig, stromempfindungen, zittern, extreme Schwäche, Hitze im Körper, Ängste wie nie zuvor im Leben
Auch nach absetzen, über Monate zittrig und schwach
Im Herbst Pregabalin, nach 3 Monaten Einnahme: wieder bettlägrig, massives inneres und äußeres Zittern, extreme Schwäche, Gangstörungen, kaum mehr Morgenharn, Wasseransammlung im Gewebe, Krampfanfall, Atemnot , massiv verstärkte Ängste, massive Anspannung
Schnelles absetzen, massive Symptome über Monate, stromartige Spannung jeden Tag, Ängste, die ich vorher nie hatte, zittern wie bei Parkinson
Benzo (praxiten/Halcion) konnte ich problemlos reduzieren, auch nach langer Einnahmedauer kaum Toleranz, Benzo für mich Lebensretter
2018: Auswirkung bis heute, war in meinem ganzen Leben noch nie so krank wie durch dieses Dreckszeug, SSRI, SNRI, Pregabalin

Marko92
Beiträge: 404
Registriert: Montag, 23.12.13, 12:49
Hat sich bedankt: 534 Mal
Danksagung erhalten: 463 Mal

Re: Eine grundsätzliche Frage. Gibt es eigentlich Leute, die ohne Probleme abgesetzt haben?

Beitrag von Marko92 » Montag, 06.08.18, 12:17

Hallo :)

in meinem Freundeskreis gibt es jemanden, der in Krisenzeiten ein paar Mal AD bekommen und nie ausschleichend abgesetzt hat, zuletzt nach mehrjähriger Einnahme Fluoxetin. Ist bei ihm immer gut gegangen.

Benzos hat er reduziert, aber schneller und in größeren Schritten als empfohlen wird, hat auch geklappt bei ihm.

Allerdings ob was nachkommt, stellt sich erst hinterher raus.

Wie ich s gemacht habe steht in meiner Signatur.

LG Markus
Folgende Benutzer bedankten sich beim Autor Marko92 für den Beitrag (Insgesamt 4):
LinLinaLithiumgioiaDawi54
seit Anfang 2011 20 mg Paroxetin wegen Angststörung
Mitte April 2014 auf 4mg, alle 3 Wochen 2 mg reduziert mit leichtem Schwindel, Müdigkeit und Konzentrationsstörungen für einige Tage, seit 20. Juni 2014 NULL - leichte Symptome wie bei den anderen Schritten

Fehldiagnose Psychose auf AU - Was tun?? https://adfd.org/austausch/viewtopic.php?f=15&t=14791
Links zu nützlichen Arbeits- und Sozialrechtsseiten https://adfd.org/austausch/viewtopic.php?f=8&t=14591
Naturbilder: https://adfd.org/austausch/viewtopic.ph ... &start=300

Kaenguru70
Beiträge: 1035
Registriert: Donnerstag, 05.04.18, 17:58
Hat sich bedankt: 2375 Mal
Danksagung erhalten: 1927 Mal

Re: Eine grundsätzliche Frage. Gibt es eigentlich Leute, die ohne Probleme abgesetzt haben?

Beitrag von Kaenguru70 » Montag, 06.08.18, 12:41

Hallo,

Ich kenne drei Personen, die AD ohne Probleme entweder kurz ausgeschlichen oder sofort abgesetzt haben. Darunter ist auch eine Dame über 80 Jahre.

Ich selber hatte auch schon fliegende Wechsel von AD, die mir nie mit solchen Entzugserscheinungen aufgefallen sind, wie hier beschrieben wird.

Benzos habe ich nach wochen - oder monatelanger Einnahme auch ausschleichen können, ohne Symptome wie Schwindel, Übelkeit etc. Zu den psychischen Symptomen kann ich nicht soviel sagen, die waren damals da und ich wusste nicht wo ich sie zuordnen sollte. Eine Belastungssituation war auch gegeben.

Tja und jetzt nehme ich im Benzo Entzug schon einges an körperlichen und psychischen Symptomen mit. Leider.

Viele Grüße
Sarah
Folgende Benutzer bedankten sich beim Autor Kaenguru70 für den Beitrag (Insgesamt 5):
LinLinaMarko92LithiumgioiaDawi54
► Text zeigen
Seit 6.8.2018 Alprazolam auf Null

Antworten