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Genotypisierung - welcher Verstoffwechslertyp

Allgemeine Diskussion über psychische Störungen, ihre Behandlung und alles Verwandte.
Ulrich
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Genotypisierung - welcher Verstoffwechslertyp

Beitrag von Ulrich » Mittwoch, 22.05.13, 11:57

Hallo zusammen,

Nun nachdem ich in den mitte der neunziger Jahre zwei sehr schwere Depressionen hatte bekam ich damals sehr viele verschiedene Antidepressiva auch hochdosiert. Keine Remision aber brutale Nebenwirkungen. Dann mit EKT (Elektrokrampftherapie ) aus der Depression heraus.Ende 2005 nochmals eine mittlere Depression,die aber gut auszuhalten war, wobei ich mich zu einer Studie mit Abilify und Citalopram übereden ließ. Dann nach ca. 3-4 Tagen begann wieder der absolute Horror mit den Nebenwirkungen starkes Zittern, Unruhe usw. und Depressionsverstärkung.
Sofort nahm ich diese Studienmedikation nicht mehr, aber es dauerte noch fast vier - fünf Tage, bis es wieder erträglicher wurde. Heute weiß ich, durch meine Genotypisierung -Ergebnis Hetrozygot (IM) mit Neigung zum poor Metabolizer, das Abilify, das eine Halbwertzeit von ca. 80Std hatt, bei einer Hetrozygoten Verstoffwechlung ungefähr 120Std benötigt um alles abzubauen. So kann man sich vorstellen jeden Tag die Dosis Abilify und Citalopram bei dieser Verstoffwechlung, es muß zum Crasch kommen.
Auch die Dosis 75mg Trevilor (Venlafaxin) merkte ich in den vergangenen Jahren war aber erträglich.Nun aber hatte ich entschlossen dieses Thema der Genotypisierung mal richtig anzugehen.In den vergangenen Jahren wurde dieser Test nicht von den Krankenkassen bezahlt, mit Ausnahmen bei Brustkrebs Betroffenen Frauen wegen Tamoxifen und bei HIV Patienten.Auch in der Schweiz ist bei Gabe von Carbamazepin ein Genotypisierungstest gesetzlich vorgeschrieben.Habe dann aber herausgefunden, daß wenn man auch mehrere Medikamente nimmt, oder bei Unverträglichkeit einen Genotypisierungstest der die Krankenkasse bezahlt, machen kann.
So bin ich im Januar zu meiner Hausärztin ( auf dem Dorf kleine Praxis ) Sprechstundenhilfe hatt ein wenig Blut abgenommen, dann gibt es ein Formular zum Unterschreiben, ( ohne Unterschrift keine Laboruntersuchung ) Auf diesem Formular wird eine Untersuchung (Verstoffwechslung ) auf CYP 2D6 angekreuzt.Hausärztin schreibt auf Formular z.b.Interaktion, Unverträglichkeit,Nebenwirkungen.Wichtig diese Untersuchung belastet nicht das Budget des Arztes!Und dieser Test gilt ein Leben lang!
Nach dem Ergebnis, bei mir nach fünf Tagen habe ich auch das Trevilor von 75mg auf 37,5mg abgesenkt, und siehe da es geht mir wesentlich besser mit dieser Medikation.
Wenn man seinen Status der Verstoffwechslung weiß, und das ist dann schon ein Vorteil in Bezug auf Interaktionen von anderen Medikamenten die über die Entzyme der Leber 2D6,3A4,2C19,2C9
verstoffwechselt werden z.b. Schmerzmittel,Antibiotika usw.
Anmerkung von mir: Jeder Mensch der irgendwelche oder mehrere Medikamente nehmen muß, speziel die Menschen die Psychopharmaka bekommen, müsste zuerst eine Genotypsierung machen lassen.Die Realität sieht heute immer noch anders aus, nähmlich hochdosieren bis Nebenwirkungen erscheinen. Die Pharmafirmen haben auch kein großes Interesse an solchen Tests, je höher die Dosen je mehr Geld wird verdient.

Wichtig: Dieser Test hatt nichts mit Entzugserscheinungen zu tun, sondern alleine nur zur Bestimmung der Verstoffwechlung von Medikamenten und/oder nachher von Interaktionen von Medikamenten!! Wer Fragen zu diesem Thema hatt, habe sehr viele Infos auf meinem PC dazu gespeichert!
Lg Uli

Etwas zum anschauen, worum es geht!
https://www.youtube.com/watch?v=LsODFFhTDuA
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Pammy
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Re: Genotypisierung - welcher Verstoffwechslertyp

Beitrag von Pammy » Mittwoch, 22.05.13, 23:02

Hallo Uli,

schon mal lieben Dank für deine Infos hier - ich werd das Thema auf jeden Fall zur Sprache bringen bei meinem Uniklinik-Termin.
Merkwürdig, dass so ein Test nicht wirklich zur Standard-Untersuchung zählt, bevor man Medikamente verschrieben bekommt.

Liebe Grüße
Pammy
- 12/2011 Beginn Mirtazapin 7,5 mg
Aufgrund div. NW wie Wassereinlagerungen, starke Muskel- und Gliederschmerzen, morgens Benommenheit, Kraftlosigkeit, erhöhter Augeninnendruck u.a.
- 06/2012 runter auf 3,75 mg heftiges Anschwellen der Nasenschleimhaut, wieder auf 7,5mg erhöht
17. 11.2012 in Klinik Mirta 7,5 komplett abgesetzt auf 0 mg.
Nach kurzer Zeit folgende Symptome: starke Durchfälle, grünlicher Stuhl, Ekel vorm Essen, starke Rückenschmerzen insbesondere LWS-Bereich, starke Schlafstörungen, Stimmungsschwankungen mit Wutausbrüchen, Heulkrämpfen, extreme Angstzustände
9. 1.2013 aus Klinik entlassen.
5.3.2013 Rauchstopp von 20 Zig. auf 0.
02/2013 1Woche KH: Magen- und Darmspiegelung, Diagnose: chron. Antrum Gastritis, Reflux-Ösophagitis
15., 16. + 17.05.2013 jeweils 3,75 mg Mirta abends eingenommen aus Verzweiflung wegen extremer Magen- und Blähbauch-Probleme sowie Schlaflosigkeit. Symptome fast weg, allerdings
18.05.13 morgens mit entzündetem, eitrigen Zahnfleisch aufgewacht, musste von Zahnarzt im Notdienst behandelt werden. Verdachtsdiagnose: NW AD Mirta.
seit 06/2013 extreme Schlafstörungen/Schlaflosigkeit, starke (Nerven-)Muskel- und Gelenk-Schmerzen und ZNS-Irritationen, Gefühl von Schüben (aus Brustkorb in Hals/Nacken-Bereich aufsteigend, sehr heftiges Gefühl, tw. Todesangst auslösend); Schlaflosigkeit; Paradoxe Reaktionen auf Osteopathie, seit Korrektur Beckenschiefstand ständig Kiefer- und Augenmuskel-schmerzen, Nackenkrämpfe,Krampfgefühl auch im Kopf und in Gliedmaßen; Brennen/Schmerzen LWS, Füße, Unterschenkel, Arme bleischwer und ziehender Schmerz im Liegen, linkes Knie Druckschmerz hinten-innen; Haarausfall, juckende Ekzeme auf Kopf, auch Gesicht, Blähbauch/Meteorismus, Verdacht auf HIT; Absetzsymptome und Wechseljahresbeschwerden mischen bzw. triggern sich gegenseitig. Außerdem oft Angst- und Panikattacken (besonders morgens noch nach dem Aufwachen), tagsüber je nach körperlicher Verfassung und Schlaf oft Weinkrämpfe und Verzweiflung.
seit 08/2016: mehrfach Vorhofflimmern, deshalb Einnahme von Betablocker, nach divers. Unverträglichkeiten bei Beloc Zok herz gelandet, morgens und abends jeweils 23,75 mg,
Seitdem öfters Herzstolpern, Verschlimmerung Neurodermitis, depressive Episoden /zeitweise schwere, alle anderen Probleme weiterhin bestehend, insbesondere chron. Gastritis, Sodbrennen/Speiseröhrenentzündung, Verdacht auf stiller Reflux
03/2017 Diagnose: gespaltener Zahn mit Eiterzyste an Wurzel - wurde gezogen, dadurch einige Schmerzsymptome besser (endlich wieder Spazierengehen ohne heftigste Schmerzen linke Körperhälfte möglich!)
seit 09/2017 Diagnose 'Grüner Star' aufgrund einmaliger Augeninnendruckwerte von 29/27 (vorher zwar auch erhöht, aber immer so um 21-24 max.), Augenarzt verschrieb zusätzlichen Betablocker fürs Auge (Augentropfen), die ich aber nicht genommen habe bis heute, da ich bereits einen sehr niedrigen Puls und Blutdruck oftmals durch meinen 'normalen' Betablocker habe und da wären diese Tropfen kontraindiziert. Ich hatte hierzu die Augenklinik angerufen, da es WE war und mein Augenarzt nicht zu erreichen war; habe mittlerweile den Augenarzt gewechselt und werde dort zur Zeit intensiver untersucht bzw. engmaschiger überprüft bez. Augeninnendruck (Stand 10/2017)

Blister
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Re: Genotypisierung - welcher Verstoffwechslertyp

Beitrag von Blister » Donnerstag, 23.05.13, 19:55

Hallo Ulrich,

schön das du dieses Thema aufgegriffen hast!

Ich hab mit einigen hier drin schon Diskussionen darüber geführt aber kann mich an keinen spezifischen Thread erinnern.

Es ist wirklich eine Schande, dass der Verstoffwechslertyp nicht bei allen bestimmt wird wie z.B. die Blutgruppe! Aber wie du geschrieben hast sind die Pharmabuden daran nicht interessiert.

Wie auch die Tatsache, dass gewisse Nahrungsmittel eine Verstoffwechselung massiv hemmen können (Grapefruit) und mir das kein Arzt jemals gesagt hat.

Aber wie leider so oft, muss hier der Patient sich selber informieren und den Arzt um so etwas Bitten....

Blister

Ulrich
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Re: Genotypisierung - welcher Verstoffwechslertyp

Beitrag von Ulrich » Freitag, 24.05.13, 9:25

Hallo Blister,

Ich denke in keinem anderen Krankheitsgebiet wie in der psychiatrischen Pharmakolgie werden Betroffene nicht aufgeklärt.Nur und das habe ich selbst erlebt, in Bezug auf die Absetzsymptome der
SSRI. Als das ADFD ca. 2003 schon über diese brutalen Symptome berichtete, war ich 2008 fünf Jahre später in Baden-Baden auf einem Congress für niedergelassene Psychiater (hab mich einfach angemeldet als Selbsthilfegruppenleiter) Hier wurden dann den 200 einfachen Psychiatern von einem Professor mitgeteilt, daß ja die SSRI Absetzsymptome verursachen (Symptome wurden genannt) Professor:Wir wurden von den Pharmafirmen getäuscht.Heute leugnen ja noch viele diese Absetzsymptome.
Auch jetzt gibt es bei den Genotypisierungen unterschiedliche Meinungen. Doch wenn ichs nicht an mir selbst erlebt hätte, daß wenn ich hohe Dosen in der Vergangenheit bekam, brutale Nebenwirkungen hatte.In Zukunft wird das nie mehr passieren, auch werde ich Ärzte auf mögliche Interaktionen die übers gleiche Entzym verstoffwechselt werden hinweisen.
Ich weise in allen Selbsthilfegruppen zpeziell schon lange darauf hin, die Psychopharmaka nehmen, grundsätzlich keinen Grapefruit zu trinken, und bei Schmerzmitteln, Antibiotika dem verschreibenden Arzt und auch nochmals den Apotheker auf Interaktionen auf die Psychopharmaka die man nimmt zu befragen.
Nur wer sich damit nicht beschäftigt-hab ich auch mal-nur irgendwann war ich mal gezwungen mich damit zu beschäftigen,und erkenne, daß ich einem Arzt nicht blind vertrauen kann-leider!

Lg Uli noch ein Anhang


Zitat/aus dem Internet
Genotyp-basierte Arzneimitteltherapie der Depression
Ziel einer Genotyp-basierten Phänotyp-adjustierte Arzneimitteltherapie ist es, bei einem individuellen Patienten das Ansprechen auf die Behandlung mit einem spezifischen Arzneimittel, das Dosis-Wirkungs- verhältnis, die individuell zu erwartende Arzneimittelverstoffwechselung sowie mögliche Nebenwirkungen vorherzusagen. Damit soll eine individuell maßgeschneiderte Behandlung mit einer optimalen Arzneimittel- wirkung unter Vermeidung von Nebenwirkungen erreicht werden.
Die individuell unterschiedlichen Wirkungen und Nebenwirkungen von Arzneimitteln werden durch die Zielstrukturen, an denen ein Medikament wirkt, durch die Dosis sowie durch die Verstoffwechselung eines Arzneimittels durch zum Beispiel arzneimittel-metabolisierende Enzyme bedingt. Daneben spielen auch Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln, das Lebensalter oder Lebensgewohnheiten (zum Beispiel Rauchen) eine Rolle.
In der medikamentösen Behandlung der Depression stehen unterschiedliche Substanzen zur Verfügung, die durch ihre chemische Struktur oder durch ihr pharmakologisches Wirkprofil in unterschiedliche Klassen eingeteilt werden. Die Wahl einer geeigneten Behandlungsstrategie der Depression erfolgt im Einzelfall unter Berücksichtigung zwar verschiedenster individueller Faktoren wie beispielsweise dem Nebenwirkungs- profil einer Substanz, vorliegenden Komorbiditäten und Komedikationen oder dem Ansprechen in einer früheren Krankheitsepisode.
Bis heute ist es jedoch keine ärztliche Praxis, bei einem Patienten einen individuellen Therapieerfolg mit einem bestimmten Antidepressivum vorherzusagen. Dabei zeigen etwa 60% der Patienten bei einem ersten Therapieversuch von 8 Wochen mit einem Antidepressivum keine ausreichende Besserung im Sinne einer Remission, das heißt sie erreichen das Therapieziel einer Symptomfreiheit sowie einer vollständigen Wiederherstellung des ursprünglichen Funktionszustands nicht. Oftmals ist es also notwendig, verschie- dene Medikamente der gleichen oder einer unterschiedlichen Klasse allein oder in Kombination zu versuchen, bevor das Therapieziel einer Remission erreicht wird.
Ziel einer Genotyp basierten Phänotyp-adjustierten Therapie der Depression ist, bei einem individuellen Patienten das Ansprechen auf ein bestimmtes Antidepressivum sowie mögliche Nebenwirkungen sicher vorherzusagen und auf Grund der individuellen genetischen Ausstattung eine optimale Behandlungs- strategie zu wählen. Auch wenn in der Behandlung von Depressionen zur Zeit noch keine diagnostische Einordnung oder eine Voraussage des individuellen Therapieerfolgs mit einem bestimmten Medikament durch eine Genotypisierung ärztlicher Behandlungsstandard ist, so kann doch durch die Kenntnis und die Berücksichtigung von genetischen Varianten mit Einfluss auf den Metabolismus von Antidepressiva ein Beitrag zu einer personalisierten Behandlung geleistet werden.
Bei der Verstoffwechselung von Arzneimitteln besitzt eine Enzymfamilie, das Cytochrom P450-System (CYP), eine wesentliche Bedeutung für den Metabolismus von Arzneimitteln in der Leber. Die 59 Gene, von denen sich die Enzyme für das Cytochrom P450-System ableiten, können von Individuum zu Individuum in unterschiedlichen Varianten auftreten. Kommen genetische Varianten in einer Häufigkeit von mindestens 1% in der Population vor, spricht man von einem genetischen Polymorphismus. Für einige CYP-Enzyme ergeben sich aufgrund von solchen Polymorphismen genetisch bedingte Unterschiede in der Aktivität, die für Wirkung und Nebenwirkungen der durch sie verstoffwechselten Arzneimittel bedeutsam sein können. So können Polymorphismen arzneimittelverstoff-wechselnder Enzyme zu unterschiedlichen Plasmakonzen- trationen einiger Antidepressiva beitragen, die in zum Teil beträchtlichen Unterschieden in der individuellen klinischen Wirksamkeit und Verträglichkeit zum Ausdruck kommen können.
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Re: Genotypisierung - welcher Verstoffwechslertyp

Beitrag von Kessi44 » Mittwoch, 29.05.13, 14:43

Das ist sehr interessant.
Ich habe letztes Jahr zwei schlimme erfahrungen mit SSRI gemacht.Hatte mit einer sehr niedrigen Dosis begonnen und trotzdem ganz schreckliche NW.
Ich leide schon sehr viele Jahre an Ängsten und Depressionen und konnte bisher kaum ein Medikament richtig nehmen ,da immer NW auftraten.Mit TZA habe ich aber in geringer Dosis nicht so viele Probleme.

Nun würde mich interessieren ob du deinen Hausarzt selbst danach gefragt hast diesen Test zu machen ,oder hat er das auf anraten eines Facharztes gemacht ?
Was genau kann man aus dem ergebniss schliessen,kann man als Patient danach wissen welche Medis man nun verträgt ,oder von welchen man nur eine geringe Dosis braucht ?
Ich vermute das es dann ein "allgemeines"Ergebniss ist,man weiß also das man zu den Poor Metabolizern gehört ,aber welche Medis man schlecht verstoffwechselt weiß man dann nicht.
Wäre schön wenn du das etwas näher erläutern könntest :)

Ulrich
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Re: Genotypisierung - welcher Verstoffwechslertyp

Beitrag von Ulrich » Donnerstag, 30.05.13, 11:27

Hallo Kessi,

Also zu einem Facharzt (Psychiater) bin ich nicht gegangen, sondern habe meiner Ärztin gesagt ich möchte eine Genotypisierung auf CYP 2D6 machen, weil ich hohe Dosen nicht vertrage, und ich wissen möchte, was ich für ein Verstoffwechslertyp bin.Man macht diesen Test erstmal auf 2D6 weil sehr viele Antidepressiva und auch Neuroleptika über dieses Entzym abgebaut werden.Bei einer Genotypisierung verlangt das Labor eine Unterschrift von Dir, damit sie das machen können. Die Ärztin kreuzt dann auf diesem Formular einfach z.b. Unverträglichkeit, Wechselwirkung oder Dosierung an, dann bezahlt es die Krankenkasse. So war das bei mir.
Im Anhang hier unten siehst Du in der Tabelle welche Medikamente über welches Entzym abgebaut werden.Viele SSRI werden eben über 2D6 abgebaut, und andere über wie z.b TZA über/und 2C19,2C9 oder alle drei in unterschiedlicher Stärke.Wenn man den Verstoffwechsetyp auf 2D6 bestimmt hatt,und man braucht noch ein zweites Medikament, kann man das zweite Medikament so aussuchen, daß es nicht vom Entzym 2D6 auch noch abgebaut wird, sonst könnte es auch zu Interaktionen kommen!
Den Test könnte man auf alle Entzyme auch 3A4 machen, aber erstmal macht man das auf CYP 2D6.
So bekommt man mal einen Richtwert über Dosierungen je nach Verstoffwechseltyp. Bei mir eben Hetrozygot eine Stufe über poor Metabolizer.In der Vergangenheit entwickelte ich immer brutale Nebenwirkungen, weil eben die Ärzte die Medikamente immer hochdosierten, bis man nicht mehr konnte.So weiß ich jetzt meinen Status und das ist gut so.Die Psychiater sehen das nicht gerne, wenn man so eine Genotypisierung gemacht hatt?? Für mich ist es jedenfalls eine Orientierung!

http://www.pharmazeutische-zeitung.de/i ... p?id=31671

Lg Uli
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Re: Genotypisierung - welcher Verstoffwechslertyp

Beitrag von Ulrich » Donnerstag, 30.05.13, 11:46

Auch festgestellt in Bezug von Genetik durch Forscher u.a.ZI Mannheim
Lg Uli
Zitat

Einfluss genetischer Faktoren auf die Wirksamkeit von SSRI (Pharmakodynamik) bei normalem Wirkspiegel

Trotz normaler Wirkspiegel sprechen rund ein Drittel der depressiven Patienten nur unzureichend auf eine Behandlung mit SSRI an. Ursache für die variable Wirksamkeit können genetische Unterschiede in Transport- sowie Rezeptorproteinen sein.
Die Ansprechbarkeit auf eine SSRI-Therapie ist signifikant von der funktionellen Variabilität des Serotonintransporters abhängig, welche durch einen Längenpolymorphismus in der Promotorregion bestimmt wird. Depressive Patienten, die eine verkürzte (`K`) Variante des Serotonintransporter-Gens (5-HTTLPR) auf einem Chromosom tragen (Genotyp K/L), sprechen zeitlich verzögert auf eine SSRI-Therapie an und könnten laut einer Studie von Smits et al. eher von einer Therapie mit TCA oder SSNRI profitieren. Zusätzlich besteht für Patienten, die die kurze Variante auf beiden Chromosomen tragen (Genotyp K/K), eine erhöhte Rezidivrate hinsichtlich depressiver Episoden.
Genetische Varianten innerhalb der Serotoninrezeptoren sind ebenfalls mit der Ansprechbarkeit auf eine SSRI-Therapie sowie mit dem Auftreten von Nebenwirkungen assoziiert. Ein Polymorphismus im Serotoninrezeptor 2A-Gen (HTR2A - rs7997012) führt bei Trägern der varianten Form zu einem schlechteren Ansprechen von Citalopram, während ein anderer Polymorphismus im HTR2A-Gen (102T>C) mit einem erhöhten Auftreten unerwünschter Arzneiwirkungen unter Paroxetin-Therapie assoziiert ist.
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Re: Genotypisierung - welcher Verstoffwechslertyp

Beitrag von Emilia » Montag, 08.07.13, 16:54

Hier ist eine interessante Web-site Plattform personalisierte Medizin, die sich ebenfalls mit diesem Thema beschäftigt.

http://www.pmstiftung.eu/genotyp-basier ... rapie.html

Da ist alles ausführlich und gut erklärt.
Diagnose: Migräne, Doxepin als Migräneprophylaxe
Juni 2010 Beginn mit Doxepin 25mg 4 Monate >> kurzfristig auf maximal Doxepin 50mg erhöht (wegen fehlender Wirksamkeit) >> ab März 2011 Doxepin 35mg 8 Monate >> ab November 2011 langsames Absetzen wegen fehlender Wirksamkeit geplant:
Doxepin 30mg 3 Wochen >> Doxepin 25mg 6 Wochen >> Doxepin 20mg 4 Wochen >> Doxepin 15mg 16 Tage >> Doxepin 10mg 12 Tage, dann Doxepin 10mg ganz abgesetzt, um eine neue Migräneprophylaxe mit anderem Prärarat zu beginnen, einige Tage nachdem Absetzen traten zunehmend ausgeprägte körperliche und psychische Absetzsymptome auf. Zu diesem Zeitpunkt erkannte ich die Absetzproblematik bei mir. 13 Tage war ich insgesamt ohne Doxepin, habe es dann wieder langsam eindosiert ab Mitte März 2012:
Doxepin 5mg 1Tag >>Doxepin 7,5mg 7 Tage >> Doxepin 9mg 7 Wochen >> Doxepin 8mg 4 Wochen >> Doxepin 7,5mg 5 Wochen >> Doxepin 7mg 6 Wochen >> Doxepin 6mg 5 Wochen >> Doxepin 5mg 4 Wochen >> 4mg 4 Wochen >> 3,5mg 2 Wochen >> 3mg 4 Wochen >> 2mg für 6 Wochen >> 1mg für 2 Monate >> 0,5mg ab Mitte April 2013>> ganz abgesetzt Ende Mai 2013 - juhu ich bin bei 0 !

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Re: Genotypisierung - welcher Verstoffwechslertyp

Beitrag von Ulrich » Mittwoch, 10.07.13, 8:33

Ja hier ist das sehr gut beschrieben, habe das u.a. schon vor 6 Monaten bei mir ausgedruckt und den Test auf 2D6 ja gemacht.Es hört sich immer alles so kompliziert an, ist es aber nicht, wenn man sich ein wenig informiert. Denke halt es ist ein Baustein den man nutzen sollte, um zu wissen wie ich bestimmte Medikamente verstoffwechsle, und welche Dosis nicht überschritten werden dürfen.Auch Interaktionen mit anderen Medkamenten die über das gleiche Entzym verstoffwechseln können so vermieden werden.Einen Vorteil hatt dieser Test auch noch, jeder Arzt ist vorsichtig im Verschreibungsverhalten, wenn der Patient Ihm einen Genotypisierungstest z.b. auf 2D6 u.o.2C19 vorlegt!

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Re: Genotypisierung - welcher Verstoffwechslertyp

Beitrag von Jamie » Freitag, 30.08.13, 11:54

Hier noch ein interessanter Artikel zum Thema individualisierte Arzneimittel, DNA- und Enzymausstattung des Menschen:

Der Text ist öffentlich zugänglich:
http://news.doccheck.com/de/newsletter/ ... 7ea86077bc

(Quelle: news.doccheck.com)

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Re: Genotypisierung - welcher Verstoffwechslertyp

Beitrag von Ulrich » Sonntag, 01.09.13, 11:24

Hallo Jamie,

Für mich selbst hetrozygote Verstoffwechslung neigung gegen poor Metabolizer, hatt sich dieser Test auf 2D6 auf jeden Fall gelohnt.Nun was die Kosten angehen, auf eben CYP 2D6 das hatt meine Krankenkasse (Nebenwirkungen angekreuzt) übernommen (75€)
Nun seit vier Wochen nehme ich nur jeden zweiten Tag die 37,5mg Venlafaxin, habe absolut keine Entzugserscheinungen, sondern das Darmrumoren ist plötzlich nach sechs Jahren weg, und mir geht es sehr gut.
Das Ziel von mir ist nicht das Venlafaxin ganz absetzen, sondern zu optimieren. Der Grund ist einfach,bei mir waren immer sehr schwere Depressionen, die nicht auf Medikamente ansprachen sondern nur auf die EKT (Elektrokrampfbehandlung)
Das Serotonin hatt sich bei mir wieder normalisiert, doch wenn ich als hetrozygoter Verstoffwechsler (Venlafaxin 2D6)
zu mir nehme, erhöhe ich im Körper das Serotonin, was wiederrum zu Schlafproblemen und wie bei mir im Magen-Darm Bereich durch Rumoren und Verdauungsproblemen geführt hatte!
Das Venlafaxin hatt eine Halbwertzeit von 9-15 Std (aktiver Metabolit) so wird die Halbwertzeit bei einem Poor Metabolizer um 2-6 mal verlängert. Bei meinem Hetrozygoten Stoffwechsel auf 2D6 kann man davon ausgehen, daß das Venlafaxin 30-40 Std als Einmalgabe im Körper wirksam ist. Nun werfe ich ja alle 24 Std eine Kapsel ein, so kann man sich denken welche Nebenwirkungen entstehen! (wie bei mir)
Diese Aussage gilt nicht für Normalmetabolizer oder Schnellmetabolizer!!

Man muß sich schon mit dem Thema Metabolismuß befassen, aber ich bin absolut sicher, daß irgendwann mal jede Klinik
wo der Patient Medikamente einnehmen muß, zuerst eine Gentypisierung veranlasst.
Nur und das ist perw.... Erst kommt das Geld, die Pharmafirmen haben ja kein großes Interesse warum wohl? usw.
und Betroffene müssen mit großen Nebenwirkungen leben, und andere sterben durch Interaktionen-Offizieller Tod Herzversagen!

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Re: Genotypisierung - welcher Verstoffwechslertyp

Beitrag von Rafa13 » Donnerstag, 05.09.13, 15:02

Hallo Ulrich,

das ist für mich als Laien schon sehr wissenschaftlich, aber Kompliment wie tief du in diese Materie eingedrungen bist und andere hier scheinen auch Ahnung zu haben. Finde es auch sehr gut, dass du trotzdem ,es dir vermutlich auch oft nicht gut geht anderen hilfst bzw. versuchst zu helfen, anders als andere, aber hoch interessant. Ich halte mich kurz, alles, alles Gute für dich weiterhin, vor allem bleib gesund, LG
Erste Berührungspunkte Benzodiazepine Ende der 80er Jahre.
Dann in "Welle" bis 2003 immer wieder Phasen von Einnahmen.
Bis 2003 ging das auch so halbwegs gut ohne direkte Abhängigkeit.
Hauptsubstanz Diazepam, vorher Bromazepam und später auch manchmal Alprazolam.
2004 Entzug über 3 Monate insgesamt, dann einige Jahre wieder gute Lebensqualität.
Div. andere Substanzen versucht, wobei allesamt brachten eine Verschlechterung, je mehr desto schlechter wurde es.
Ab 2011 durch div. Erkrankung Rückfall und regelmäßige Einnahme.

Erfolge? Von Hochdosis zumindest im Schnitt auf Niederdosis gekommen.
Erkrankungen: feuchte Makuladegeneration
Weißer Hautkrebs
Bindegewebsprobleme (Schwellungen)
Entzündungen (vorwiegend Magen/Darm/Speiseröhre, Mundbereich)
Muskuläre Probleme, Gelenksprobleme (wie so viele...)
Schilddrüsen-Erkrankung
Reiz Darm usw.

Bin nach wie vor im Berufprozess eingebunden. Sonst sozial ziemlich isoliert einerseits, weil mir die Menschen fehlen mit denen ich mich austauschen könnte und natürlich durch meine Grunderkrankungen wie Sozialphobie und Reiz Darm - beides nicht sehr förderlich um Menschen zu treffen.

Ulrich
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Re: Genotypisierung - welcher Verstoffwechslertyp

Beitrag von Ulrich » Dienstag, 10.09.13, 9:52

Hallo Rafa,

Nun mir geht es soweit gut, nach dem sehr langen Benzoentzug 2006-2012.Es geht ja nicht bei jedem so lange!!
In den letzten zwei Jahren habe ich mich halt intensiv mit der Verstoffwechslung von Medikamenten beschäftigt.
Durch die Erfahrung an mir selbst als ich zwei Medikamente 2005 bei einer eheren leichteren Depression bekam, und ich dann so brutal darauf reagierte und auch 1996 genauso bei einer schweren Depression, wollte ich einfach wissen, was dahintersteckte.
Eigentlich ist das auch für Laien verständlich. Stell dir einen Trichter (Mund) vor, hier wirfst Du eine Tablette ein, jedes Medikament wird verstoffwechselt, also wieder durch Entzyme zb.2D6,3A4,2C19 usw. abgebaut nehmen wir an über die Leber, die meisten Psychopharmaka werden über die Leber verstoffwechselt. Jetzt kommt es darauf an wie jeder Mensch verstoffwechselt ( Wie lange ist dieses Medikament im Körper, bis es ganz abgebaut ist= Halbwertzeiten)
zb. Poor Metabolizer-langsamster Verstoffwechslertyp sind 2-6 mal so lange Halbwertzeiten.Bei mir hetrozygoter Typ= etwas besser wie Poor Metabolizer aber immer noch etwa 2-3 mal so lange Halbwertzeit. Da Du ja alle 24Std deine Medis einnimmst,aber die vorherige Dosis nocht nicht abgebaut ist, kommt es zu überhöhten Dosen, die eben diese brutalen Nebenwirkungen verursachen.
Das kannst Du in den Berichten von Userin Schneeflöckchen gut sehen. Neben Ihrem Benzoentzug mit seinen Entzugserscheinungen, dann noch andere Medis ohne Stoffwechseltyp Bestimmung gegeben, das wenn Sie zb. Poor oder Hetrozygot ist wie ich, würde Ihre brutalen Reaktionen erklären.

Lg Uli
Bipolar Betroffener
Sehr sehr langer Benzodiazepinentzug überstanden!
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schneefloeckchen
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Re: Genotypisierung - welcher Verstoffwechslertyp

Beitrag von schneefloeckchen » Mittwoch, 11.09.13, 15:14

Hallo Ulrich!
Danke,das Du mich erwähnt hast.Auch dadurch wird mir im nachhinein klar,warum ich immer noch so leiden muss (geht aber schon besser).
Bei mir war ja das Benzo noch nicht mal ganz aus dem Körper raus,da gab man mir Citalopram 20 mg um es dann nach 3 Wochen auf 60 mg zu
erhöhen.Das schlimmste war aber,das ich die ersten 14 Tage bei der Citalopramgabe noch das Phentanylpflaster am Körper hatte und dieses alle 3 Tage erneuert
wurde.Aber alles hätte,wenn und aber nützt mir heute nichts mehr.Mit dem Wissen von heute und diesem Forum hier,wäre doch einiges anders gelaufen.
liebe Grüsse Schneefloeckchen
Folgende Benutzer bedankten sich beim Autor schneefloeckchen für den Beitrag:
Dia_HB
Seit 1995 Bromazanil 6 mg täglich
Seit 2004 Tramadol 3 mal 40 Tropfen
Seit 2007 Fentanylpflaster 25 mg/h
Seit 2008 Bromazanil 12 mg täglich
November 2010 Psychatrie für 12 Wochen,alles entzogen,dabei 7 Epi`s gehabt
2011 in der Psychatrie 20 mg Citalopram,1 Woche später 40 mg,am Entlassungstag (10.01.2011) erhöht auf 60 mg .Schwere Nebenwirkungen.Psychatrie war die Hölle.
bis 12.06. 2011 Cita genommen.Selbst abgesetzt 60-40-20-10-0,innerhalb von 3 Wochen.Ich dachte ich sterbe.
Juli 2011 Gallen Not-OP
Oktober 2011 3 Wochen Moclobemid,schwere Nebenwirkung,sofort abgesetzt
November 2011 Promethazin 25 mg 1-1-2
Ende Novenmber 2011 Venlafaxin 150 mg ,1 Tablette genommen,Hölle,ich dachte ich verbrenne innerlich.
Januar 2012 3 Tage Opipramol,schwere Nebenwirkung,abgesetzt
Juni 2014 Meine heutige Meditaion : mg Promethazin 1-0-2
Blutdrucktbl. Carmen 10/10 1-0-0
Betablocker 1-0-0
Pantoprazol 20 mg 1-0-0
Symptome:Wie Bleigewicht im Kopf,Kopfschmerzen,Tinnitus,Zungen und Lippenkribbeln,Nackenschmerzen,Nackenversteifung,
Arme und Beine wie gefesselt,Taubheitsgefühl in den Fingern und Füssen,brennen am und im ganzen Körper,Sehstörung,
verkrampfung der Extremitäten,Harndrang,Stuhldrang,Verzweiflung,Weinen,krampfartige Schmerzen im Oberbauch,Blutdrucksprünge,
körperliche Schwäche,Übelkeit,Appetitlosigkeit,Unwirklichkeitsgefühl,DR,Erkältungssymptome,starke innere Unruhe
Alle genannten Symptome mal mehr oder weniger,aber nie weg
18,10,2014 Promethazin 20 mg
27.11.2014 Promethazin 15 mg
24,01 2015 Promethazin 10 mg
13.06.2016 Promethazin 9 mg
11.07.2016 Promethazin 8 mg
28.03.2017 Promethazin 7,5 mg
03.04.2017 Promethazin 8 mg

Jamie
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Re: Genotypisierung - welcher Verstoffwechslertyp

Beitrag von Jamie » Sonntag, 15.09.13, 23:20

Hallo,

hier auch wieder etwas Interessantes:

http://www.pharmazeutische-zeitung.de/?id=40909


Amitriptylin und Clomipramin- Patienten sollten CYP2D6 und CYP2C19 testen lassen.
Venlafaxin-Konsumenten CYP2D6, Citalopram-Konsumenten CYP2C19.
Menschen, die Benzos einnehmen, sollten CYP3A4 austesten lassen.
...........SIGNATUR...............


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Ulrich
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Re: Genotypisierung - welcher Verstoffwechslertyp

Beitrag von Ulrich » Dienstag, 24.09.13, 11:19

Hier meine offizielle Anfrage und Antwort bei der Kassenärztlichen Vereinigung Berlin über Genotypisierung!

zunächst besten Dank für Ihre Anfrage per E-Mail vom 20.08.2013. Leider kam es zu einer verzögerten Weiterleitung an uns als Fachabteilung. Wir bitten deshalb die verspätete Antwort zu entschuldigen.



Im Einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM) gibt es keine eigene Gebührenordnungsposition für die Genotypisierung von Cytochrom P450 und seinen Untertypen. Ob diese Genotypisierung im stationären Bereich im Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen aufgenommen ist, entzieht sich leider unserer Kenntnis.



Im ambulanten Bereich obliegt es unserer Einschätzung nach den einzelnen Krankenkassen bei Antrag auf Kostenerstattung durch den Patienten darüber zu entscheiden, ob im Einzelfall eine Kostenübernahme möglich ist. Hier kann es aus unserer Erfahrung durchaus zu unterschiedlichen Entscheidungen je nach Krankenkasse und Fallkonstellation - so wie von Ihnen beschrieben - kommen.



Wir würden jedem Patienten empfehlen, vor Durchführung eines Tests, mit der eigenen Krankenkasse persönlich Kontakt aufzunehmen und eine mögliche Kostenübernahme im Vorfeld zu klären.



Mit freundlichen Grüßen



i.A.



Dr. med. Roman Schiffner



Abteilungsleiter

Kompetenzzentrum Labor



Beschreibung: Beschreibung: KBV-Logo_mail



Kassenärztliche Bundesvereinigung

Dezernat 3 Vergütung, Gebührenordnung und Morbiditätsorientierung

Herbert-Lewin-Platz 2, 10623 Berlin
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Re: Genotypisierung - welcher Verstoffwechslertyp

Beitrag von Jamie » Dienstag, 24.09.13, 12:20

Genau das habe ich befürchtet.

Ich wollte heute meinen Arzt bitten, den Test zu machen :(

Die Krankenkasse, mit der ich im Vorfeld Kontakt aufgenommen habe, war ahnungslos und hat mich an meinen Hausarzt verwiesen - der müsse Kontakt zur kassenärztlichen Vereinigung aufnehmen und nachfragen.
Das hat sich hiermit erledigt.

Ich werde ihn bitten, mir ein Dringlichkeitsattest auszustellen, das ich begleitend zu meinem Antrag der Kostenübernahme beilegen werde.
Vielleicht zeigt das mehr Wirkung.

Es ist ein einziger Kampf... :evil:

Grüße
Jamie
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Re: Genotypisierung - welcher Verstoffwechslertyp

Beitrag von Jamie » Mittwoch, 25.09.13, 21:22

Hallo Ulrich und alle Interessierten,

ich habe für mich gute Neuigkeiten zu vermelden:
siehe hier (erster Beitrag im Thread)

http://www.adfd.org/austausch/viewtopic.php?f=16&t=7920
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Re: Genotypisierung - welcher Verstoffwechslertyp

Beitrag von Ulrich » Montag, 30.09.13, 7:42

Hallo Jamie,

Das nenne ich mal eine super schnelle Lösung für eine Genotypisierung einzelner Gen Abschnitte. Nun bei einer Zusage durch die Krankenkasse, wird das Bugett des Arztes natürlich nicht betroffen. Was mich bei mir immer noch verwundert, daß ich überhaupt meine Krankenkasse nicht kontaktiert habe, und der Test auf 2D6 (Venlafaxin) bezahlt wurde.Habe mit einem Arzt der Psychiatrie Uni Klinik Freiburg gesprochen, warum sie das nicht vorher machen (kleinste Dosis dann Test) Antwort = zu teuer ) machen Blutspiegel bei kleinster Dosis jetzt.
Würde michmal interessieren wie lange Du schon Benzos nimmst und in welcher Höhe. Auch wenn Du höhere Dosen? hattest, und jetzt bei 15mg bist!

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Re: Genotypisierung - welcher Verstoffwechslertyp

Beitrag von Jamie » Montag, 30.09.13, 12:35

Hallo Ulrich,

heute war der "große Tag" - Blutabnahme.
Leider hat das Labor abgelehnt auf CYP3A4 zu testen; das sei nicht mehr zeitgemäß und die Ergebnisse seien da immer uneindeutig (oder so ähnlich).

Mir war nicht ganz bewusst, dass immer auch die Medikamente mitgetestet werden müssen; ich dachte, die checken den Genabschnitt und man wüsste es dann.
So musste ich mich jetzt entscheiden, was getestet werden soll und da hab ich angegeben: Sertralin, Amitriptylin, Mirtazapin, Zolpidem, Zopiclon und Diazepam.
Eigentlich wären noch mind. 10 weitere Substanzen für mich von Interesse gewesen, die ich auch alle nicht vertragen habe, aber da hat mein Arzt gestreikt.
Egal, also es wird jetzt getestet auf CYP2D6 und CYP2C19 - Ergebnisse in ca. 4 Wochen :( (ich dachte es geht schneller) -aber nein, eigentlich gehört hier ein smiley hin, weil ich Glück hatte und die KK es bezahlt :)

Zu meinen "Hochzeiten" habe ich 15mg Zolpidem, 11,25mg Zopiclon und zwischen 0,5-1mg Alprazolam genommen.
Jetzt nehme ich nur noch 7,5mg Zolpidem, 9,375 Zopiclon und ca. 8-11mg Diazepam; meine vorherige Berechnung mit 15mg Diazepam war falsch.

Grüße
Jamie
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