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Antidepressiva und sinnlose Gewalttaten / Andreas Lubitz

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Kassiopeia
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Antidepressiva und sinnlose Gewalttaten / Andreas Lubitz

Beitrag von Kassiopeia » Donnerstag, 26.03.15, 23:12

Liebe Foris,

bin ich die einzige, die angesichts der aktuellen Schlagzeilen und der Gerüchte um eine angebliche Depression des Copiloten wilde Phantasien in Bezug auf Zusammenhänge mit Psychopharmaka entwickelt?

Solche Gewalttaten werden ja mit AD und Co in Zusammenhang gebracht.

http://de.cchr.org/documentaries/the-hi ... odone.html


Außerdem habe ich Angst, dass diese Geschichte weiter zur Stigmatisierung von uns Depressiven beiträgt.... :cry:

Was denkt ihr darüber?

Alles Liebe
Kassiopeia
Zuletzt geändert von Murmeline am Freitag, 16.03.18, 13:01, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Im Titel Antidepressiva ausgeschrieben
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Diagnose 3/2013: Schwere/mittlere Depression/Burn-Out induzierte D.>>März 2013: Venlafaxin 75 mg>>auf 225 mg
nach Abklingen der NW gut vertragen>>Dezember 2013: Um Tiefs (Schmerzen am ganzen Körper, extreme Schwäche)abzufedern auf 300 mg: stabile Stimmung, jedoch körperlich ständig erschöpft, extrem hohes Schlafbedürfnis und neue NW: "Stöße" am Hinterkopf + kurzzeitig schwankender Gang>>5.2.2014:225 mg Absetzsymptome: Kopfschmerzen, Augenbrennen, Rachenschmerzen, Weinerlichkeit, intensive (auch Angst-) Träume, Nachtschweiß, Kälteschauer, Kribbeln an den Fußsohlen. Positiv: Bin seitdem tagsüber nicht mehr so erschöpft und müde! AS nach etwa drei Wochen abgeklungen>>9.3.2014: Reduktion auf 200 mg. Erst Hochgefühl (manische Phase?) Plötzliche AS nach zehn Tagen: Kopfschmerzen, Augenbrennen, Rachenschmerzen, intensive Träume, Kälteschauer, Tinnitus verstärkt, Müdigkeit, Erschöpfung, Niedergeschlagenheit, Gliederschmerzen, Verspannungen, Pessimismus, Konzentrationsschwäche, Antriebslosigkeit, Gefühl der Überforderung. Dann psychisch eine Besserung, jedoch werden die Krankheitssymptome heftiger: Kopf, Kiefer, Hals, Ohren, Zunge abwechselnd oder gleichzeitig, wechselnd besser und wieder schlechter>>26.4.2014:: 150 mg: Körperliche Schwäche und Gliederschmerzen. Halsschmerzen und Kopfschmerzen abwechselnd. Tinnitus, Müdigkeit. Nach etwa 1 Monat symptomfrei. Dann Tabletten vergessen: Alptraumnacht und massive körperliche Symptome. Wiedereindosiert nach 2 Tagen. Symptome nun wieder wie nach letztem Absetzschritt, mit Ausnahme von Halsschmerzen.
Absetzpause, Reha, Stabilisierung. Neue Diagnose: rezidivierende Depression und somatoforme Schmerzstörung
20.12.2014: Ca. 147,5 mg leichte Absetztsymptome
31.12.2014: Ca. 145 mg die ersten paar Tage nix, dann Schwitzen, Kälteschauer, Gliederschmerzen und Antriebslosigkeit
07.01.2015: Ca. 142,5 mg Schmerzen am ganzen Körper, grippig, morgens total im Eimer
17.01.2015: Ca. 140 mg
19.01: Bakterieller Infekt mit Fieber: Wegen heftiger Muskelzuckungen wieder zurück auf 142,5 mg
02.02. 140 mg
11.02. 137,5 mg
13.03. 132,5 mg
05.04. 127, 5 mg
23.04. 125 mg
27.05. 122,5 mg
10.06. 120 mg
04.08. 117.5 mg
18.08. 115 mg
08.09. 75 mg. hypomanische Phase, Schwitzen, Kälteschauer, Träume, dann Tief mit Traurigkeit, Antriebslosigkeit und Gliederschmerzen.
03.01. 7 Kügelchen weniger
08.02. 10 Kügelchen weniger
28.02. 15 Kügelchen weniger - also bei etwa 70,8 mg
14.03. 20 - etwas zu früh
Umstellung von morgendlicher Einnahme auf abends
2.5. 25 Kügelchen weniger
15.5. 30 Kügelchen
28.5. 35 Kügelchen
20.6. 40 Kügelchen
14.7. 45 Kügelchen
2.8. 55 Kügelchen - der Schritt war anscheinend zu groß. Enorme Erschöpfung und Schmerzen in den Fingern, Händen, Füßen, Oberarmen, Oberschenkeln, Kribbeln im Gesicht, Halsschmerzen. Jeder Schritt ist anstrengend.
1.9. 60 Kügelchen
20.9. 65 Kügelchen
5.10. -70 Kügelchen :schnecke: :o
16.10. -75 K.
30.10. -80 K.
20.11. -85 K.
20.12. -90 K. - immer noch ca. 50mg to go :frust:
weitergemacht in dem Tempo, bis ich gemerkt habe, dass eine vergessene Dosis mir kaum mehr etwas ausgemacht hat, da hab ich dann immer geschwindelt und bin am nächsten Tag deutlich niedriger eingestiegen.
Ab 1.5.2017 Countdown von 70 Kügelchen, jeden Tag eines weniger
1.7.2017 9 Kügelchen to go
10.07.2017 - 0. Ich bin gereizt und weinerlich, meine Muskeln ziehen, es kribbelt und mir schlafen die Gliedmaßen ein

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Re: Antidepressiva und sinnlose Gewalttaten

Beitrag von Kassiopeia » Donnerstag, 26.03.15, 23:33

http://www.cchrint.org/2012/07/20/the-a ... opic-drug/

Ich erinnere mich an eine Doku, in der Mitschnitte von Notrufen abgespielt wurden. Wurde eine Gewalttat gemeldet, dann war die erste Frage der Person in der Notrufstelle:

Is the person on some kind of medication?

Alles Liebe

eine sehr nachdenkliche

Kassiopeia
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Diagnose 3/2013: Schwere/mittlere Depression/Burn-Out induzierte D.>>März 2013: Venlafaxin 75 mg>>auf 225 mg
nach Abklingen der NW gut vertragen>>Dezember 2013: Um Tiefs (Schmerzen am ganzen Körper, extreme Schwäche)abzufedern auf 300 mg: stabile Stimmung, jedoch körperlich ständig erschöpft, extrem hohes Schlafbedürfnis und neue NW: "Stöße" am Hinterkopf + kurzzeitig schwankender Gang>>5.2.2014:225 mg Absetzsymptome: Kopfschmerzen, Augenbrennen, Rachenschmerzen, Weinerlichkeit, intensive (auch Angst-) Träume, Nachtschweiß, Kälteschauer, Kribbeln an den Fußsohlen. Positiv: Bin seitdem tagsüber nicht mehr so erschöpft und müde! AS nach etwa drei Wochen abgeklungen>>9.3.2014: Reduktion auf 200 mg. Erst Hochgefühl (manische Phase?) Plötzliche AS nach zehn Tagen: Kopfschmerzen, Augenbrennen, Rachenschmerzen, intensive Träume, Kälteschauer, Tinnitus verstärkt, Müdigkeit, Erschöpfung, Niedergeschlagenheit, Gliederschmerzen, Verspannungen, Pessimismus, Konzentrationsschwäche, Antriebslosigkeit, Gefühl der Überforderung. Dann psychisch eine Besserung, jedoch werden die Krankheitssymptome heftiger: Kopf, Kiefer, Hals, Ohren, Zunge abwechselnd oder gleichzeitig, wechselnd besser und wieder schlechter>>26.4.2014:: 150 mg: Körperliche Schwäche und Gliederschmerzen. Halsschmerzen und Kopfschmerzen abwechselnd. Tinnitus, Müdigkeit. Nach etwa 1 Monat symptomfrei. Dann Tabletten vergessen: Alptraumnacht und massive körperliche Symptome. Wiedereindosiert nach 2 Tagen. Symptome nun wieder wie nach letztem Absetzschritt, mit Ausnahme von Halsschmerzen.
Absetzpause, Reha, Stabilisierung. Neue Diagnose: rezidivierende Depression und somatoforme Schmerzstörung
20.12.2014: Ca. 147,5 mg leichte Absetztsymptome
31.12.2014: Ca. 145 mg die ersten paar Tage nix, dann Schwitzen, Kälteschauer, Gliederschmerzen und Antriebslosigkeit
07.01.2015: Ca. 142,5 mg Schmerzen am ganzen Körper, grippig, morgens total im Eimer
17.01.2015: Ca. 140 mg
19.01: Bakterieller Infekt mit Fieber: Wegen heftiger Muskelzuckungen wieder zurück auf 142,5 mg
02.02. 140 mg
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13.03. 132,5 mg
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18.08. 115 mg
08.09. 75 mg. hypomanische Phase, Schwitzen, Kälteschauer, Träume, dann Tief mit Traurigkeit, Antriebslosigkeit und Gliederschmerzen.
03.01. 7 Kügelchen weniger
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14.03. 20 - etwas zu früh
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28.5. 35 Kügelchen
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14.7. 45 Kügelchen
2.8. 55 Kügelchen - der Schritt war anscheinend zu groß. Enorme Erschöpfung und Schmerzen in den Fingern, Händen, Füßen, Oberarmen, Oberschenkeln, Kribbeln im Gesicht, Halsschmerzen. Jeder Schritt ist anstrengend.
1.9. 60 Kügelchen
20.9. 65 Kügelchen
5.10. -70 Kügelchen :schnecke: :o
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30.10. -80 K.
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weitergemacht in dem Tempo, bis ich gemerkt habe, dass eine vergessene Dosis mir kaum mehr etwas ausgemacht hat, da hab ich dann immer geschwindelt und bin am nächsten Tag deutlich niedriger eingestiegen.
Ab 1.5.2017 Countdown von 70 Kügelchen, jeden Tag eines weniger
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Monalinde
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Re: Antidepressiva und sinnlose Gewalttaten

Beitrag von Monalinde » Freitag, 27.03.15, 10:14

Hallo

Kassiopeia, du bist nicht die einzige, die eine mögliche Verbindung zwischen Antidepressivaeinnahme und Suizid sieht, evtl. auch im Zusammenhang mit der Flugzeugkatastrophe. Natürlich wissen wir nicht, ob in diesem Falle Antidepressiva im Spiel waren, aber als ich die Nachricht von einer früheren Depression gehört habe, habe ich aufgehorcht und sofort an eine antidepressive Medikation mit Folgewirkung gedacht. Ob die Presse, die ja ansonsten manchmal mehr als findig ist, evtl. Zusammenhänge sehen kann, wage ich zu bezweifeln. Wer will schon gegen einen Pharmakonzern vorgehen in einer solch unsicheren Sache? Und würde das den Angehörigen in ihrem Leid helfen?
Aus meiner Erfahrung heraus, ich habe u.a Venlafaxin eingenommen, kann ich berichten, dass ich zu diesem Zeitpunkt eine völlig veränderte Wahrnehmung hatte. Im Nachhinein kam mir der Gedanke, dass es mir auch an Impulskontrolle gefehlt hat. Ich kam mir irgendwie kaltblütig vor, und hätte viele Dinge zu tun gewagt, die ich ansonsten nicht mal gedacht hätte. Und das, obwohl ich in Wirklichkeit ein sehr gewissenhafter und nachdenklicher Mensch bin. Ich weiss nur, dass ich zu diesem Zeitpunkt zu der Einsicht kam, dass ich mich von diesen Medikamenten trennen müsse, koste es, was es wolle.
Denn das war nicht mehr ich. Und ..... ich habe es bis heute nicht bereut, dass ich die Medikamente abgesetzt habe, auch wenn ich noch immer unter heftigen Entzugserscheinungen leide.

Ich will nicht bestreiten, dass manche die Medikamente gut vertragen und auch gut damit zurechtkommen. Aber solange es eben auch die andere Variante gibt, halte ich es für grob fahrlässig die Medikamentenwirkung zu verharmlosen oder manchmal auch zu leugnen, von wem auch immer

Und ja,...... wahrscheinlich wird man eher auf die Depressiven losgehen, als eine mögliche Ursache in den Medikamenten zu sehen. Und ja, .......wann wird sich daran jemals etwas ändern?

Wie denkt ihr darüber?

Ebenfalls nachdenkliche Grüße

Mona
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2010 bis 2012 Trevilor 37,5 mg ausschließlich,
Dezember 2012 auf Null abgesetzt, ausschleichend alle drei Wochen 10 Prozent der ursprünglichen Dosis
Diagnose: Depression und Angststörung

Seit Dezembe 2012 im protahierten Entzug.
2013: Zahlreiche Symptome:

( Tinnitus 2011) , Speiseröhrenentzündung, Reflux, Schleim im Hals saures Aufstoßen seit 2014,
Albträume, Durchschlafstörungen, Erschöpfungszustände, Hautausschläge, Angstzustände,
Gelenkschmerzen, Schwindel, Schüttelfrost, Zwangsgedanken, Ohrwürmer, Neuroemotionen, Durchfälle)

2018: N i c h t mehr vorhanden: Reflux, saures Aufstoßen, Hautausschläge, Gelenkschmerzen, Schüttelfrost , Schwindel

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Re: Antidepressiva und sinnlose Gewalttaten

Beitrag von Murmeline » Freitag, 27.03.15, 10:21

Hallo,

ich hab mir die Frage auch gestellt.

Hab dazu bei einem Journalisten, der einen kritischen Blog über die Arbeit des Spiegel schreibt, diese Artikel gefunden:
http://www.spiegelblog.net/?s=ssri

Tenor ist bei allen, dass man in Berichterstattungen immer die "Erkrankung" verantwortlich macht und sich keiner fragt, wie die Auswirkungen/der Anteil der Medikamente sind.

Ich hatte zumeist beim Aufdosieren von Venlafaxin Gedanken, die ich sonst nicht hatte. Meiner Erfahrung von Veränderungen durch Medikamente stimmt mit Deinen überein, Monalinde, auch wenn es z.T. andere Veränderungen waren.
Grüße Murmeline
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Dein Behandler nimmt Absetzproblematik nicht ernst? Das geht anderen auch so, siehe hier
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Re: Antidepressiva und sinnlose Gewalttaten

Beitrag von FrauWolke2 » Freitag, 27.03.15, 11:46

Hallo ihr Lieben,
ich habe erwartet, hier so einen Thread zu finden.
Heute wird zumindest berichtet, dass der Co-Pilot 1,5 Jahre lang in psychiatrischer Behandlung war (wo es sicher nicht ums Reden ging und es noch viel wahrscheinlicher Medikamente gab). Es ist die Rede von einer schweren, depressiven Episode und auch wir haben auch sofort an einen Zusammenhang gedacht. Bereits als es hieß, er hätte die letzten Minuten lang völlig normal geatmet und nicht auf Zurufe reagiert, hatte ich viele viele Situationen aus unserer eigenen Vergangenheit im Kopf, in denen mein Mann trotz dramatischer Umstände keinerlei Zeichen von "Menschlichkeit" zeigte.

Mein Mann wäre in einer seiner Phasen vermutlich auch zu so einer Geschichte in der Lage gewesen. :( Er hatte ja (auch) eine ganz extreme Form des Absetzsyndroms und lange damit zu kämpfen. Die Hetzjagd, die nun die Angehörigen des Copiloten trifft, finde ich grauenhaft und auch das, was die Medien aus der Geschichte machen.

Eigentlich hoffe ich, dass genau so etwas endlich einmal groß ans Licht kommt, fürchte aber auch, dass lt. offizieller Angaben - natürlich - die Depressionen zurückkamen. :evil:

Liebe Grüße
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Ich bin Angehörige und leide mit meinem Mann unter den Absetzerscheinungen von Paroxetin und Fluoxetin:
03/2013-08/2014 Paroxetin und Fluoxetin im Offlabeluse (bei Unstrukturiertheit und Problemen mit Unordnung). Seit 07/13 Absetzen / Reduzieren der Dosis mit jeweils extremen Schüben und Anfällen mit Aggressionen, Depression, Manie, Depersonalisation, Derealisation, Fluchten über Tage etc.
08/2014 Suizidversuch 4 Tage nach kaltem Absetzen von Fluoxetin, Paroxetin und Lamotrigin
10/2014 Klinikaufenthalt für 10 Tage

seit 08/14 keine SSRIs mehr, stattdessen erneut Lamotrigin zur Stimmungsstabilisierung und zum Auffangen der Absetzerscheinungen der SSRIs...

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Re: Antidepressiva und sinnlose Gewalttaten

Beitrag von MorulaMyomatosus » Freitag, 27.03.15, 12:40

Das war mit das erste was mir in den Sinn kam! Ich traue mich schon gar nicht mehr, irgendwas in die Richtung in meinem
Umfeld zu sagen, weil ich an den Reaktionen merke, dass ich bei einigen als bekloppte Verschwörungstheoretikerin gelte.
Das nervt mich so sehr! Dass ich sagen kann was ich will und meistens werde ich nett belächelt, weil ich ja nen Sockenschusd habe. Und leider erwische ich mich immer wieder dabei, mich selbst zu hinterfragen und den Entzug doch in Frage zu stellen :frust:

Lg
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Irgendwann 2007
Diagnose „Panikstörung“.
Erste Einnahme von Citalopram 20 mg.
Wegen Schlafstörungen Zopiclon 7,5 mg über ein halbes Jahr.
Zopiclon selbstständig innerhalb von 8 Wochen ausgeschlichen. Keine Entzugssymptome wahrgenommen.
Tiefenpsychologische Therapie über 2,5 Jahre.

Anfang/Mitte 2010
Citalopram nur noch unregelmäßig genommen, dann eigenständig kalt abgesetzt, da ich dachte ich wäre über den Berg.

Ende 2010
Nach einigen Monaten auf 0 mg setzt, von jetzt auf gleich, der verzögerte Entzug ein. Hauptsymptom: Extreme Suizidgedanken. Ich wusste allerdings nichts von einem Entzug!
Neue Diagnose: „Autoaggressive Zwangsgedanken“ und "mittelschwere bis schwere Depression".
Zweite Einnahme von Citalopram 30 mg und begleitend Lorazepam 1,5 mg
Lorazepam nach ca. 3 Wochen abgesetzt. Keine Entzugssymptome wahrgenommen.
Citalopram wirkt nach 3 Wochen wieder, die Suizidgedanken und alle anderen Symptome sind weg.
Verhaltenstherapie über 3 Jahre.

Ende 2013
Citalopram wieder unregelmäßig genommen, dann wieder eigenständig und kalt abgesetzt, da ich einigermaßen symptomfrei war.

Mai 2014
Nach ca. 5 Monaten auf 0 mg setzt wieder, von jetzt auf gleich, der verzögerte Entzug ein. Hauptsymptome: Schreckliche Suizidgedanken, Gedanken an Fremdgefährdung, völlige Appetitlosigkeit mit starkem Gewichtsverlust.
Auch hier wieder keinen Zusammenhang erkannt, deshalb Wiedereindosierung von Citalopram 40 mg, dazu Lorazepam 1,5 mg.
Lorazepam nach ca. 8 Wochen, ohne erkennbare Probleme, abgesetzt.
Auch nach wochenlanger Einnahme zeigt das Citalopram diesmal keinerlei Wirkung. Es wurde immer schlimmer.
Ich beschäftigte mich langsam mit der Problematik der Psychopharmaka.

Juli 2014
Stationärer Aufenthalt und kurze Umstellung auf Escitalopram. Auch dann kein Wirkeintritt und keine Besserung.
Viel zu schnelles und deshalb unbewusst kaltes Absetzen des Escitalopram innerhalb von 2 Wochen, unter ärtztlicher Begleitung in der Klinik.
Letzte C*pralex am 14.07.2014, seitdem im protrahierten Entzug!
Erst nach der letzen Tablette habe ich langsam verstanden was da eigentlich passiert ist und einen klaren Zusammenhang zu der SSRI-Einnahme erkannt.

Ende August/Anfang September 2014
Es stellen sich die typischen Wellen & Fenster ein.

Update Oktober 2015
Ich bin immer noch im protrahierten Entzug. Es ist extrem wechselhaft und betrifft besonders die Emotionen.

Update April 2016
Seit der letzten Tablette sind nun 21 Monate vergangen. Leider halten die Symptome immer noch an. Seit ca. Jahresbeginn wechseln sich die Wellen und Fenster fast täglich, häufig auch stündlich bis minütlich, ab. Das ist alles extrem anstrengend. Tja... Weiter geht's :schnecke:

Update Mai 2017
34 Monate nach Null. Immer noch im protrahierten Entzug.

Am Ende wird alles gut. Und wenn es nicht gut ist, ist es noch nicht das Ende!

Jamie
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Re: Antidepressiva und sinnlose Gewalttaten

Beitrag von Jamie » Freitag, 27.03.15, 13:35

So, und am Ende lesen wir dann vielleicht noch, dass er AD und NL genommen hat... :oops:

Die guten Pillen... :sick: ... und trotzdem so etwas....


Mir tut der F/O einfach nur leid, und seine Familie auch. Eine riesige menschliche Tragödie, die Unschuldige mit ihrem Leben bezahlten und unermessliches Leid für deren Angehörige bedeutet :cry: .
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Re: Antidepressiva und sinnlose Gewalttaten

Beitrag von Jamie » Freitag, 27.03.15, 13:45

Aus einem Piloten-Forum.
Dieser User trifft genau den Punkt.

"QDMQDMQDM, thanks for you post. I had to work with a psychotic chap for some years. Exactly what you say and for me it looks like it may be very relevant here. Depression itself is not really the issue here, it is the psychotic side of human nature.

What I remember from Germany: there is a bit lack of understanding of mental illness, or psychiatric injuries, or psychotic behavior. Its all put in just one big bowl by the psychiatrists and they probably just prescribe drugs: fatal if you get the wrong stuff! Makes some mentally ill people really crazy and a lot worse - they change from depressive to psychotic because of the wrong drug. Then the psychologists only see the family background and childhood and they have no idea of endocrine disorders. Even worse, in Germany all needs to be absolutely perfect. The cars , the houses, the streets and of course your profession and career. That must be big pressure on people with understandable little problems. With that pressure the problems get bigger. Some people just have a psychotic predisposition, it depends on the stress and pressure from the outside if this time bomb is triggered at some stage in their life - usually between the age of 15 and 35. Often this predisposition never comes out and never will be discovered. This week it looks like the hole World became aware of one persons very tragic mental rush hour.

Let's hope all friends and relatives of the victims, including the co-pilot family, all witnesses and rescue staff on site, get the help they need in the next days, months and years to come."

Quelle: http://www.pprune.org/rumours-news/5586 ... ce-99.html
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Re: Antidepressiva und sinnlose Gewalttaten

Beitrag von Peter_Ansari » Freitag, 27.03.15, 14:54

Mich hat das auch sehr bewegt. Und ganz Deutschland ist betroffen. So viele Tote und auch so viele Kinder.

Und ich befürchte auch, dass dadurch wieder alle Menschen mit psychischen Problemen von der Allgemeinheit in eine Psycho-Ecke gedrängt werden: "Aha, die Person ist depressiv, die ist wohl eine tickende Zeitbombe".

Und nichts ist falscher als das! :evil:

Nein, depressive Menschen benötigen Mitgefühl und Liebe <3 . Dann passieren so schlimme Sachen auch nicht.

Bislang ist nicht geprüft worden oder zumindest nicht bekannt, ob der Copilot Medikamente eingenommen hat oder eine Absetzpsychose entwickelt hat.

Ich habe deshalb einen Beitrag geschrieben:
http://www.depression-heute.de/blog/75- ... morde.html

Bitte lest den Beitrag und verbreitet ihn.
Danke Peter
Zuletzt geändert von Peter_Ansari am Samstag, 28.03.15, 8:44, insgesamt 1-mal geändert.
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Dr. Peter Ansari
Forscht an Depressionen und Antidepressiva. Möchte allen Menschen,
die unter der Einnahme der Antidepressiva leiden, eine Stimme geben.
http://www.depression-heute.de
Rät zur Vorsicht im Umgang mit Antidepressiva und warnt vor der Langzeiteinnahme.Gratuliert allen, die es geschafft haben, die Medikamente abzusetzen und wünscht denen, die gerade dabei sind die notwendige Kraft :sports: um den Weg weiter zu beschreiten. Auch wenn es dauert: Ihr schafft das :hug: !

Marko92
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Re: Antidepressiva und sinnlose Gewalttaten

Beitrag von Marko92 » Freitag, 27.03.15, 15:45

Bis jetzt ist nur die Stimmenaufzeichnung aus dem Cockpit ausgewertet, der Chip mit den technischen Daten noch nicht.
Es ist noch gar nicht klar, ob der Co-Pilot überhaupt das Flugzeug abstürzen lassen wollte.
Weder Suizidabsicht noch Tötungsabsicht sind bewiesen, nur, dass er die Flughöhe geändert hat. - Evtl. gab es dann einen Defekt oder der Co-Pilot hatte Probleme, Schlaganfall?
Die Industrie schiebt so einen Unfall doch lieber dem toten Co-Piloten in die Schuhe, als zuzugeben, dass der Airbus, wie schon bei anderen Unfällen, die Ursache war.

HG Marko
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Lisamarie
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Re: Antidepressiva und sinnlose Gewalttaten

Beitrag von Lisamarie » Freitag, 27.03.15, 18:24

Hallo ich hab mir da auch so meine Gedanken zu gemacht, aber die Tatsache das er den anderen Piloten wissentlich ausgesperrt hat spricht für einen erweiterten Selbstmord. Denn wenn er einfach nur ohnmächtig geworden wäre wäre der andere wieder reingekommen mit dem Notfallcode, doch der war gesperrt. Also noch deutlicher geht es nicht. Wieso und warum werden wir sicher in den nächsten Tagen erfahren, auch wenn er Antidepressiva genommen hat aber dann wird natürlich die Schuld nicht bei den Medikamenten gesucht sondern das ein psychisch kranker Mann Schuld ist weil er eventuell Abgesetzt hat oder ein neues Medikament bekommen hat oder aufdosieren musste oder weil er sie überhaupt genommen hat.

Ich hab tiefstes Mitleid mit ihm, seiner armen Familie, die nie wieder glücklich werden wird und natürlich für die armen Opfer. Die Schuld wird wieder nicht bei der Pharmalobby gesucht.
Lg und sehr traurig über soviele Tote. Petra
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Kassiopeia
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Re: Antidepressiva und sinnlose Gewalttaten

Beitrag von Kassiopeia » Freitag, 27.03.15, 19:20

Liebe Foris,

danke für eure Antworten. Irgendwie bin ich erleichtert, dass ich nicht als einzige solche Gedanken hatte.

Ich bin mir dessen bewusst, dass wir hier hoch spekulativ unterwegs sind, so wie die meisten Medien auch. Es gibt ja nur eine Person, die hier schlüssige Antworten geben könnte, und die lebt nicht mehr. Ich habe so viel Mitgefühl mit allen Beteiligten, dass es mich fast zerreißt. Aber ich habe einfach so viel Angst, dass wir mit unseren Diagnosen ein Stück weiter in die Stigmatisierung gedrängt werden, und da ich im Sozialbereich tätig bin, ist die Frage ja durchaus relevant, in welchen Zuständen es nicht mehr vertretbar ist, dass man auch noch Verantwortung für andere übernimmt. Zwar liegt nicht das Leben von anderen Menschen in meinen Händen, aber falsches Verhalten kann bestimmte psychosoziale Problemlagen der Betroffenen durchaus verschlimmern. Ich würde den Job aber nicht ausüben, wenn ich nicht hundertprozentig davon überzeugt wäre, dass ich in der Lage bin die Menschen zu unterstützen.
Sollten jedoch psychisch Kranke nun aber immer mehr aus dem Arbeitsleben hinausgedrängt werden, sehe ich das als eine kritische Entwicklung. Und ich habe auch persönlich Angst um meine Reputation, da ich in allen Kreisen, in denen ich mich bewege, offen über meine Depression gesprochen habe.

Und wenn dann auf den Titelseiten das Wort Depression gleich über dem Wort Amokpilot und Killer steht, dann muss sich das doch irgendwie in den Köpfen der Menschen niederschlagen und wir machen einen riesigen Rückschritt in der Aufklärung über psychische Krankheiten.

Das ist keine gute Sache.

Alles Liebe

eine sehr besorgte und traurige

Kassiopeia
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Diagnose 3/2013: Schwere/mittlere Depression/Burn-Out induzierte D.>>März 2013: Venlafaxin 75 mg>>auf 225 mg
nach Abklingen der NW gut vertragen>>Dezember 2013: Um Tiefs (Schmerzen am ganzen Körper, extreme Schwäche)abzufedern auf 300 mg: stabile Stimmung, jedoch körperlich ständig erschöpft, extrem hohes Schlafbedürfnis und neue NW: "Stöße" am Hinterkopf + kurzzeitig schwankender Gang>>5.2.2014:225 mg Absetzsymptome: Kopfschmerzen, Augenbrennen, Rachenschmerzen, Weinerlichkeit, intensive (auch Angst-) Träume, Nachtschweiß, Kälteschauer, Kribbeln an den Fußsohlen. Positiv: Bin seitdem tagsüber nicht mehr so erschöpft und müde! AS nach etwa drei Wochen abgeklungen>>9.3.2014: Reduktion auf 200 mg. Erst Hochgefühl (manische Phase?) Plötzliche AS nach zehn Tagen: Kopfschmerzen, Augenbrennen, Rachenschmerzen, intensive Träume, Kälteschauer, Tinnitus verstärkt, Müdigkeit, Erschöpfung, Niedergeschlagenheit, Gliederschmerzen, Verspannungen, Pessimismus, Konzentrationsschwäche, Antriebslosigkeit, Gefühl der Überforderung. Dann psychisch eine Besserung, jedoch werden die Krankheitssymptome heftiger: Kopf, Kiefer, Hals, Ohren, Zunge abwechselnd oder gleichzeitig, wechselnd besser und wieder schlechter>>26.4.2014:: 150 mg: Körperliche Schwäche und Gliederschmerzen. Halsschmerzen und Kopfschmerzen abwechselnd. Tinnitus, Müdigkeit. Nach etwa 1 Monat symptomfrei. Dann Tabletten vergessen: Alptraumnacht und massive körperliche Symptome. Wiedereindosiert nach 2 Tagen. Symptome nun wieder wie nach letztem Absetzschritt, mit Ausnahme von Halsschmerzen.
Absetzpause, Reha, Stabilisierung. Neue Diagnose: rezidivierende Depression und somatoforme Schmerzstörung
20.12.2014: Ca. 147,5 mg leichte Absetztsymptome
31.12.2014: Ca. 145 mg die ersten paar Tage nix, dann Schwitzen, Kälteschauer, Gliederschmerzen und Antriebslosigkeit
07.01.2015: Ca. 142,5 mg Schmerzen am ganzen Körper, grippig, morgens total im Eimer
17.01.2015: Ca. 140 mg
19.01: Bakterieller Infekt mit Fieber: Wegen heftiger Muskelzuckungen wieder zurück auf 142,5 mg
02.02. 140 mg
11.02. 137,5 mg
13.03. 132,5 mg
05.04. 127, 5 mg
23.04. 125 mg
27.05. 122,5 mg
10.06. 120 mg
04.08. 117.5 mg
18.08. 115 mg
08.09. 75 mg. hypomanische Phase, Schwitzen, Kälteschauer, Träume, dann Tief mit Traurigkeit, Antriebslosigkeit und Gliederschmerzen.
03.01. 7 Kügelchen weniger
08.02. 10 Kügelchen weniger
28.02. 15 Kügelchen weniger - also bei etwa 70,8 mg
14.03. 20 - etwas zu früh
Umstellung von morgendlicher Einnahme auf abends
2.5. 25 Kügelchen weniger
15.5. 30 Kügelchen
28.5. 35 Kügelchen
20.6. 40 Kügelchen
14.7. 45 Kügelchen
2.8. 55 Kügelchen - der Schritt war anscheinend zu groß. Enorme Erschöpfung und Schmerzen in den Fingern, Händen, Füßen, Oberarmen, Oberschenkeln, Kribbeln im Gesicht, Halsschmerzen. Jeder Schritt ist anstrengend.
1.9. 60 Kügelchen
20.9. 65 Kügelchen
5.10. -70 Kügelchen :schnecke: :o
16.10. -75 K.
30.10. -80 K.
20.11. -85 K.
20.12. -90 K. - immer noch ca. 50mg to go :frust:
weitergemacht in dem Tempo, bis ich gemerkt habe, dass eine vergessene Dosis mir kaum mehr etwas ausgemacht hat, da hab ich dann immer geschwindelt und bin am nächsten Tag deutlich niedriger eingestiegen.
Ab 1.5.2017 Countdown von 70 Kügelchen, jeden Tag eines weniger
1.7.2017 9 Kügelchen to go
10.07.2017 - 0. Ich bin gereizt und weinerlich, meine Muskeln ziehen, es kribbelt und mir schlafen die Gliedmaßen ein

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Re: Antidepressiva und sinnlose Gewalttaten

Beitrag von edgar » Freitag, 27.03.15, 21:11

Liebe Kassiopeia, :)

ich finde Deinen Thread sehr wichtig und mache mir auch Sorgen wegen der Stigmatiserung und auch darüber wie oft so etwas noch passieren kann.

Peter und ich haben Kontakt zu Zeitungen aufgenommen, um die potenzielle Zusammenhänge zwischen Psychopharmaka und Gewalttaten ins Blickfeld zu rücken. Wir warten noch auf Antwort. Meine Mai ging heute raus.

Eigentlich müsste man der ermittelnden Staatsanwalt auch noch eine Mail schicken, um diese Problematik ins Bewusstsein zu rücken und Ermittlungen dahingehend in Gang zu setzen, ob er ein Rezept in der Apotheke für ein Antidepressivum eingelöst hat. Ich warte diesbezüglich noch auf Peters Haltung dazu. Einen Versuch wäre es wert. Mehr als ignorieren dererseits kann ja nicht passieren.
Man müsste die Mail dann natürlich mit bisherigen Artikeln dazu untermauern.

Liebe Grüße
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Angehöriger, Dipl.-Sozialpädagoge (FH), seit 2008 Mitarbeiter im ambulanten Betreuten Wohnen für Menschen mit psychischer Erkrankung (u.a. auch Beratung und Unterstützung beim Absetzen von Medikamenten), davor 2 Jahre Mitarbeiter in einer Tagesstätte und 1 Jahr lang in einem Wohnheim (stationäres Wohnen) für Menschen mit psychischer Erkrankung. Seit 2013 Mitglied des Fachausschusses Psychopharmaka der DGSP.

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Re: Antidepressiva und sinnlose Gewalttaten

Beitrag von padma » Freitag, 27.03.15, 21:43

hallo zusammen, :)

auch mein erster Gedanke war, ob er ADs genommen hat, als von Depression die Rede war. Und die Wahrscheinlichkeit ist ja hoch.

Und sollte es nun tatsächlich mehr Stigmatisierung geben, wäre das sehr schlimm.

Edgar :) , ich finde es sehr gut, dass du und Peter :) Kontakt zu Zeitungen aufgenommen habt, danke euch. :hug:
Ich hoffe sehr, dass es aufgegriffen wird.

Das alles macht einfach fassungslos, soviele Menschen mussten sterben, so unendlich viel Leid.

mit traurigen Grüssen,
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Absetzverlauf:
► Text zeigen
1.07.2018: 0,2 mg :schnecke:


Neu: Infos rund um Antidepressiva, Absetzen, Umgang mit Entzug
: https://adfd.org/austausch/viewtopic.php?f=18&t=15490


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Re: Antidepressiva und sinnlose Gewalttaten

Beitrag von Peter_Ansari » Samstag, 28.03.15, 8:43

Wir sollten wirklich die Gelegenheit beim Schopf greifen und Aufklärung :shock: betreiben.

Depressive Menschen sind keine tickenden Zeitbomben, sondern Psychopharmaka können aus Menschen tickende Zeitbomben machen.

Meiner Ansicht nach sollten wir klarstellen:

1. Depressive Menschen begehen keine Amokläufe, da ihnen die Kraft dazu fehlt.
2. Wenn Amoktaten von einem depressiven Täter verübt wurden, muss der Täter vorher Psychopharmaka eingenommen haben oder kurz vorher abgesetzt haben.
3. Psychopharmaka versetzen Täter in die Lage eine Gewalttat durchzuführen. Die Analyse unterschiedlicher Amoktaten zeigt, dass die Medikamente in der Lage sind, aus unauffälligen, ruhigen Menschen gewaltbereite Amoktäter zu formen.
3. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Mensch der Psychopharmaka einnimmt, Amok läuft oder sich umbringt ist sehr gering.
4. Je mehr Menschen Psychopharmaka einnehmen, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass sich Amokläufe und Suizide ereignen. Tatsächlich gibt es einen Zusammenhang zwischen Suiziden und der Verschreibung von Antidepressiva.
5. Psychopharmaka und speziell Antidepressiva sind potentiell gefährliche Medikamente, deren Einsatz stets intensiv abgewägt werden muss und die nicht leichtfertig ohne sorgfältige Überwachung der Patienten verschrieben werden dürfen.
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Forscht an Depressionen und Antidepressiva. Möchte allen Menschen,
die unter der Einnahme der Antidepressiva leiden, eine Stimme geben.
http://www.depression-heute.de
Rät zur Vorsicht im Umgang mit Antidepressiva und warnt vor der Langzeiteinnahme.Gratuliert allen, die es geschafft haben, die Medikamente abzusetzen und wünscht denen, die gerade dabei sind die notwendige Kraft :sports: um den Weg weiter zu beschreiten. Auch wenn es dauert: Ihr schafft das :hug: !

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Re: Antidepressiva und sinnlose Gewalttaten

Beitrag von Peter_Ansari » Samstag, 28.03.15, 8:47

Und danke auch an Edgar, Kassiopeia und Murmeline.

Im Moment guckt ganz Deutschland auf Depressionen und sucht nach Erklärungen.

Wir sollten helfen, die richtige Lösung zu finden, um künftige Katastrophen zu verhindern, die (wie ihr ja alle bestens wisst) nicht immer so spektakulär sind - wie ein Flugzeugabsturz - aber sich im persönlichen Umfeld genauso anfühlen.

Peter
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Re: Antidepressiva und sinnlose Gewalttaten

Beitrag von fruehling » Samstag, 28.03.15, 9:11

Hallo zusammen,
ja, mein erster Gedanke war es auch, habe und würde es in meinem Umfeld auch nicht aussprechen.
Die Medien und die Pharmaindustrie sind einfach zu mächtig und solche Fakten würden nie ans Tageslicht kommen.
Ich habe hautnah erfahren, wie diese Medikamente einen Menschen verändern können. Ich werde diese Bilder nie aus meinem Kopf bekommen, wie meine Mutter argitiert (wer schon mal einen agitierten, richtig argitierten Menschen gesehen hat, weiß was ich meine!) durch das Haus rannte über Stunden, nachdem sie antriebsteigernde Medikamente nahm. Sie wäre nicht mehr da gewesen, wenn sie alleine gewesen wäre.
Der Arzt hat drauf bestanden weiterzumachen mit der Medikation und mit Tavor zu deckeln.
Was ich damit sagen wollte; ich kann es bestätigen, dass diese Medikamente hoch gefährlich sind und das Bewusstsein des Menschen auf eine schlimme Weise verändern können.
In Amerika gibt es ja eine Menge von Fällen, die Morde und Amokläufe unter Prozac begingen.
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Begleitung meiner Mutter
12. 2011 Kontrastmittelinduzierte SD-Überfunktion
Symptome;innere Unruhe und Gewichtsabnahme, Hypertonie,Schlafstörungen
03.2012, Behandlung in der Psychiatrie
mit Carbimazol, Cita und Olanzapin
12.2012; SD-Blocker abgesetzt
Plötzlich paradoxe Reaktion auf Cita (Erregtheit,innere Unruhe,Getriebenheit,Angst)
02.2013 Psychiatrie
Alles abgesetzt auf 0 (durchgedreht) es wurden sämtliche Psychopharmaka an ihr ausprobiert
- Verschlimmerung der Symptome, unbeschreiblich!
05.2013
Entlassungsmedikation;Lyrika 600mg, Mirtazapin 45mg
Verschlimmerung,Persönlichkeitsveränderung
Lyrika und Mirtazapin langsam abgesetzt
Starke Besserung aber Stimmungstief
Neurologe schlägt zur Stimmungsaufhellung wieder Citalopram vor:
schlimme Unruhe, Stromschläge, Hitzeströme im Nacken, Angst, sollte Tavor (3 mal 0,5mg)nehmen und weitermachen, nach 6 W. keine Besserung (Tavor auf eigene Faust ausgeschlichen)
07.2013
Diagn.: 4,5cm großer hormonaktiver Schilddrüsenknoten
08.2013 SD-OP
09.2013; Nachuntersuchung der SD
6 Wochen später erneute OP
Medikamente weiter ausgeschlichen, Besserung
11.2013 Citalopram in 14 Tagen abgesetzt,
2 Wochen später schlimme Bewegungsunruhe,Depressionen,Angstzustände,Gewichtsabnahme,Strom,-Hitzeströme im Nacken,Hoffnungslosigkeit
Psychiatrie
fast alle Medikamente wurden wieder eindosiert;
Entlassungsmedikation:
150mg Venlafaxin 1-0-0 (75mg)
10mg Olanzapin 0-0-1 (0!!)
7,5mg Zopiclon zur Nacht (0!!)
1mg Tavor 0,5-0,25-0 (0)
Substitution Diazepam (3,75)
Mirtazapin 15mg 0-0-0-1
Olanzapin Reduktion
11.04. - 1,5
01.05. - 1
01.06. - 1
04.07. -1,25 kontinuierliche Besserung, Antrieb/Freude, aushaltbare Absetzsymptome
01.08. -0,65
13.08. -0,65 Blutdruckanstieg, zwischendurch Anspannung, Weinerlichkeit
01.09. -0,65 verbesserter Schlaf, deutlich bessere Zuckerwerte
29.09. -0,65
zeitgleich wg Unruhe, Blutdruckanstieg, kleinen Magenblutungen
Venlafaxin -12,5
12.10. -12,5
27.10. -12,5
21.11. -12,5
25.05. -12,5
25.06. -12,5
10.08. -12,5
Zopiclon
07.11. -1,9mg, dann alle 4 Wochen 0,9mg reduziert,
seit dem 16.03.auf 0
Blutdruck normalisiert, weniger Unruhe, wirkt am Morgen aber sehr sediert
Olanzapin
06.04.
ca. alle 4-6 Wochen 0,7 mg (Bewegungsunruhe momentan so gut wie weg, Cholesterinwerte top,um fast 100 gesunken)
05.06; -0,6mg und immer etwas weniger
16.06. Olanzapin ade(!!?!!)
Lorazepam
16.07; -0,1mg am Mittag
08.08; -0,15mg
05.09. Substitution Lorazepam/Diazepam
In Tropfen: 3-1-3 (3,5mg)
30.10. Erhöhung wg Entzugssymptome
4-1-3 (4,0mg)
28.11.
4-1-2 (3,5mg)
08.12
3-1-2 (3mg)
18.12
2-1-2 (2,5mg) weinerlich, unruhig, Zunahme von Blepharospasmus
?
2-1-1 (2mg)
Erhöhung
11.01.
2-1-2 (2,5mg)
25.01
Umstellung auf 2,5mg am Morgen
Seit ca. Mai 0mg Diazepam :party2:

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Re: Antidepressiva und sinnlose Gewalttaten

Beitrag von Zuversicht » Samstag, 28.03.15, 11:06

Traurig.....einfach traurig.....heute steht im Express das er wohl Medikamente nahm und vor einer stationären Einweisung stand. ... :(
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Lyrica 1-4 Tag 0-0-25
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wegen Nw abgesetzt...alle die man kriegen kann von extremer Unruhe, schwere Depression, Benommenheit, Müdigkeit, extreme Panikatacken über körperliche Schmerzen, Sehvermögen war verschwommen,Gedanken die nicht aufhörten zu kreisen es war eine Endlosliste




Absetzerscheinungen : Schwindel , metallischer Geschmack ,Benommen ,Kraftlos, Schmerzen Schulter Hüfte , Müde ,traurig .. kann aber wieder weinen , Muskelschmerzen, appetitlos ,unruhig soziale Unruhe wenn jemand mit mir spricht , schwitzen , Schüttelfrost, schwere Beine und Arme....Angst das es nie wieder aufhört,

Ab dem Tag 28.auf 0 wurde es besser....es war ein harter Weg

In der 6 Woche auf null neue Symptomwelle ängstlich, depressiv, schmerzen in den Beinen bezw. Waden Hüftschmerzen , stündliches aufwachen, schwitzen in der Nacht. ..... ab der 8.Woche wurde es besser
9Woche erneute welle...ab der 11 Woche das meiste verschwunden bis auf Muskelschmerzen...und manchmal Unruhe ab der 13 Woche gehe ich wieder arbeiten.

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Re: Antidepressiva und sinnlose Gewalttaten

Beitrag von Kassiopeia » Samstag, 28.03.15, 12:18

Oh nein! :frust:

Den Mann hätte ich für gescheiter und informierter gehalten. Und dann sowas:

http://m.kurier.at/lebensart/gesundheit ... 21.830.533

Da wird er doch direkt auf die Gefährlichkeit von SSRI angesprochen und sagt sowas!

Eine schockierte und bald verzweifelte
Kassiopeia
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Absetzpause, Reha, Stabilisierung. Neue Diagnose: rezidivierende Depression und somatoforme Schmerzstörung
20.12.2014: Ca. 147,5 mg leichte Absetztsymptome
31.12.2014: Ca. 145 mg die ersten paar Tage nix, dann Schwitzen, Kälteschauer, Gliederschmerzen und Antriebslosigkeit
07.01.2015: Ca. 142,5 mg Schmerzen am ganzen Körper, grippig, morgens total im Eimer
17.01.2015: Ca. 140 mg
19.01: Bakterieller Infekt mit Fieber: Wegen heftiger Muskelzuckungen wieder zurück auf 142,5 mg
02.02. 140 mg
11.02. 137,5 mg
13.03. 132,5 mg
05.04. 127, 5 mg
23.04. 125 mg
27.05. 122,5 mg
10.06. 120 mg
04.08. 117.5 mg
18.08. 115 mg
08.09. 75 mg. hypomanische Phase, Schwitzen, Kälteschauer, Träume, dann Tief mit Traurigkeit, Antriebslosigkeit und Gliederschmerzen.
03.01. 7 Kügelchen weniger
08.02. 10 Kügelchen weniger
28.02. 15 Kügelchen weniger - also bei etwa 70,8 mg
14.03. 20 - etwas zu früh
Umstellung von morgendlicher Einnahme auf abends
2.5. 25 Kügelchen weniger
15.5. 30 Kügelchen
28.5. 35 Kügelchen
20.6. 40 Kügelchen
14.7. 45 Kügelchen
2.8. 55 Kügelchen - der Schritt war anscheinend zu groß. Enorme Erschöpfung und Schmerzen in den Fingern, Händen, Füßen, Oberarmen, Oberschenkeln, Kribbeln im Gesicht, Halsschmerzen. Jeder Schritt ist anstrengend.
1.9. 60 Kügelchen
20.9. 65 Kügelchen
5.10. -70 Kügelchen :schnecke: :o
16.10. -75 K.
30.10. -80 K.
20.11. -85 K.
20.12. -90 K. - immer noch ca. 50mg to go :frust:
weitergemacht in dem Tempo, bis ich gemerkt habe, dass eine vergessene Dosis mir kaum mehr etwas ausgemacht hat, da hab ich dann immer geschwindelt und bin am nächsten Tag deutlich niedriger eingestiegen.
Ab 1.5.2017 Countdown von 70 Kügelchen, jeden Tag eines weniger
1.7.2017 9 Kügelchen to go
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Re: Antidepressiva und sinnlose Gewalttaten

Beitrag von Murmeline » Samstag, 28.03.15, 12:32

Liebe kassiopeia, nicht jeder kann genug englisch um sich einen ueberlick zu diesem Thema im amerikanischen Forschungsraum zu verschaffen.... *Ironie off* wer sich wirklich informiert kann die Aussagen von ihm nicht mittragen. Grüße murmeline
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