Klick auf das Kreuzchen um das hier auszublenden ->

Liebe ADFDler,

die Organisation des Forums durch das Team ist weiterhin eingeschränkt.

Danke an alle die sich im Rahmen der gegenseitige Selbshilfe einbringen. Bitte schaut weiter gut auf euch und unterstützt euch aktiv untereinander mit euren Erfahrungen oder Hinweisen auf lesenswerte Threads. Wenn ihr mögt und könnt, begrüßt gerne Neuankömmlinge, verlinkt die Grundlageninfos oder lasst einfach ein gutes Wort da.

Bist Du neu und weißt nicht, wie du anfangen sollst?

Registriere Dich zunächst und wähle einen Benutzernamen, der mit Deinem echten Namen möglichst wenig zu tun hat, wenn Du anonym bleiben möchtest. Du darfst als Benutzernamen keine Marken- oder Medikamentennamen verwenden. Wenn Du ganz auf Nummer sicher gehen willst, verwende am Besten auch eine Wegwerf-Emailadresse. Wenn Du genaueres wissen möchtest, lies bitte auch unsere Regeln.

Stelle Dich und Dein Anliegen dann in einem neuen Thema vor. Du kannst als neu registrierter erstmal nur im Bereich "Hier bist Du richtig" schreiben. Beachte bitte, dass der Beitrag solange unsichtbar bis jemand aus dem Team ihn freigeschaltet hat. Da wir hier viel zu tun haben, kann das eine Weile dauern.

Hier klicken, um Dich zu registrieren.

Hier klicken, um neues Thema im Bereich "Hier bist Du richtig" zu erstellen".

Bitte lest euch auch zunächst selbst in unsere grundlegende Absetzinfos ein.
Ausführlicher Artikel zu Antidepressiva absetzen
Erste Hilfe - Benzodiazepine absetzen
Erste Hilfe - Neuroleptika absetzen

Das ADFD Team

Antidepressiva und sinnlose Gewalttaten / Andreas Lubitz

Allgemeine Diskussion über psychische Störungen, ihre Behandlung und alles Verwandte.
Murmeline
Team
Beiträge: 13468
Registriert: Sonntag, 11.01.15, 13:50
Hat sich bedankt: 14902 Mal
Danksagung erhalten: 13682 Mal

Re: Antidepressiva und sinnlose Gewalttaten

Beitrag von Murmeline » Donnerstag, 09.04.15, 9:40

Nochmal ein Hinweis. Offizielle Information gibt es ja nur von der Staatsanwaltschaft. da steht z.B.
Allerdings wurden Dokumente medizinischen Inhalts sichergestellt, die auf eine bestehende Erkrankung und entsprechende ärztliche Behandlungen hinweisen. Der Umstand, dass dabei u.a. zerrissene, aktuelle und auch den Tattag umfassende Krankschreibungen gefunden wurden, stützt nach vorläufiger Bewertung die Annahme, dass der Verstorbene seine Erkrankung gegenüber dem Arbeitgeber und dem beruflichen Umfeld verheimlicht hat.
Die entsprechenden ärztlichen Dokumentationen weisen bislang keine organische Erkrankung aus. Der Co-Pilot war vor mehreren Jahren - vor Erlangung des Pilotenscheines - über einen längeren Zeitraum mit vermerkter Suizidalität in psychotherapeutischer Behandlung. Im Folgezeitraum und bis zuletzt haben weitere Besuche bei Fachärzten für Neurologie, Psychiatrie und Psychotherapie mit entsprechenden Krankschreibungen stattgefunden, ohne dass dabei allerdings Suizidalität oder Fremdaggressivität attestiert worden ist.
Bei der Durchsuchung an der Wohnanschrift in Düsseldorf konnte darüber hinaus ein sog. Tablet sichergestellt und bereits ausgewertet werden. Der Name des Anmelders, die persönliche Korrespondenz und eingegebene Suchbegriffe tragen den Schluss, dass das Gerät im relevanten Zeitraum vom Co-Piloten genutzt wurde. Der Browserverlauf war nicht gelöscht, insbesondere konnten die in der Zeit vom 16.03. bis zum 23.03.2015 mit diesem Gerät aufgerufenen Suchbegriffe nachvollzogen werden. Danach hat sich der Nutzer zum Einen mit medizinischen Behandlungsmethoden befasst, zum Anderen über Arten und Umsetzungsmöglichkeiten einer Selbsttötung informiert. An mindestens einem Tag hat sich der Betreffende darüber hinaus über mehrere Minuten mit Suchbegriffen über Cockpittüren und deren Sicherheits-vorkehrungen auseinandergesetzt.
http://www.sta-duesseldorf.nrw.de/behoe ... /index.php

Er war also (durchgehend immer wieder) in Behandlung.

Autounfall, Sehstörung, Knalltrauma, Psychopharmaka - das kommt alles von der Bild (leider zumeist Bild plus, daher kann ich nicht verlinken, aber das greifen dann die anderen Medien auf, daher hab ich das auch.

Zu seinem bisherigen Leben Andreas L. wollte unbedingt Pilot werden berichtet der Focus z.B. das hier:
http://www.focus.de/panorama/welt/sein- ... 72511.html

Auszüge:
L. sei "100 Prozent flugtauglich" gewesen, versicherte Spohr. Allerdings mehren sich die Hinweise, dass L. mit psychischen Problemen zu kämpfen hatte. Andreas L. habe sich vor einigen Jahren ihrer Tochter anvertraut mit dem Hinweis, er habe in seiner Ausbildung eine Auszeit genommen, sagte die Mutter einer früheren Klassenkameradin zu „faz.net“. „Offenbar hatte er ein Burnout, eine Depression.“ L. sei ein „lieber Junge“. Ihre Tochter sei in Tränen aufgelöst. Sie habe L. zuletzt vor Weihnachten gesehen, da habe er ganz normal gewirkt. Dem wiederum widersprachen Nachbarn: Sie erzählten dem Nachrichtensender N24, L. sei wegen Depressionen in Behandlung.

Sein Vater sei „immer so stolz“ gewesen, „weil sein Sohn Pilot ist“, erzählte ein Nachbar FOCUS Online, der nach eigenen Angaben die Eltern „recht gut“ kennt.

Bereits am Mittwoch hatte der Fliegerverein LSC Westerwald, bei dem L. das Segelfliegen angefangen hatte, eine Traueranzeige im Netz geschaltet. Darin hieß es - ähnlich wie es Rücker beschrieb: "Er konnte sich seinen Traum erfüllen, den Traum, den er jetzt so teuer mit seinem Leben bezahlte". Und: "Er begann als Segelflugschüler und schaffte es bis zum Airbus A320-Piloten."

Der 27-Jährige liebte nicht nur den Luftsport. Seit Jahren nahm er regelmäßig am Halbmarathon der Lufthansa teil, außerdem an diversen Stadtläufen. 2013 beispielsweise nahm er am Silvesterlauf in Montabaur teil. Für die 10,7 Kilometer lange Strecke habe er knapp 48 Minuten gebraucht, berichtete die "Rhein Zeitung".

Er habe sich noch am Montag mit Andreas L. unterhalten, schrieb ein enger Bekannter auf Facebook, wie die "Rhein Zeitung" auf ihrer Online-Seite berichtet. Sie hätten sich offenbar darüber unterhalten, was sie nach seiner Rückkehr unternehmen würden.
Fragt sich denn keiner, was passiert ist, was diesen menschen so durcheinander gebracht hat???

Und was von anderen Medien von der Bild total gerne aufgegriffen wird ist das hier - und wer weiß, wie gut diese Aussage einer ehemaligen Affäre recherchiert oder einfach in den Mund gelegt ist. Aber alle alle alle übernehmen es und machen den Massenmörder draus.
Die „Bild“-Zeitung hat eine Ex-Freundin von Andreas L. ausfindig gemacht. Die Stewardess lernte den Germanwings-Piloten auf einem Flug kennen. Danach verbrachten die beiden mehrere Nächte heimlich zusammen in Hotels.

Sie erzählt der „Bild“, dass L. ein „netter und aufgeschlossener Mensch“ war. Doch es gab offenbar einen Unterschied zwischen seinem beruflichen und seinem privaten Ich. Wenn die Stewardess mit ihm allein war, sei er „weich“ gewesen, brauchte Liebe. Wenn sie über die Arbeit sprachen, sei er „ein anderer Mensch geworden“. Er habe die Arbeitsumstände kritisiert, sprach von zu wenig Geld und Druck.

Es hätte ihn so sehr beschäftigte, dass er sogar Albträume gehabt hätte: "Nachts ist er aufgewacht und schrie, wir stürzen ab, weil er Albträume hatte." Vor anderen Menschen hätte er jedoch gut verstecken können, "was wirklich mit ihm läuft".

Laut seiner Ex-Freundin hat L. seine Tat womöglich angedeutet. Sie erinnert sich gegenüber „Bild“, dass L. einmal sagte: "Eines Tages werde ich etwas tun, was das ganze System verändern wird, und alle werden dann meinen Namen kennen und in Erinnerung behalten.“

Aus Angst hätte sie schließlich einen Schlussstrich gezogen. "Ich habe mich dann von ihm getrennt, weil immer klarer wurde, dass er Probleme hat. Er ist in Gesprächen plötzlich ausgerastet und schrie mich an. Ich hatte Angst", sagt sie.
http://www.focus.de/panorama/welt/germa ... 76370.html
Folgende Benutzer bedankten sich beim Autor Murmeline für den Beitrag:
Oliver
Erfahrung mit Psychopharmaka (Citalopram, langjährig Venlafaxin und kurzzeitig Quetiapin), seit Sommer 2012 abgesetzt
Hinweis: Das Team sorgt für die Rahmenbedingungen im Forum und organisiert den Austausch. Ansonsten sind wir selbst Betroffene und geben vor allem Erfahrungswerte weiter, die sich aus unserer eigenen Geschichte und aus Erfahrungen anderer ergeben haben.

Dein Behandler nimmt Absetzproblematik nicht ernst? Das geht anderen auch so, siehe hier
Einer Deiner Ärzte erkennt Probleme mit Psychopharmaka an? Dann berichte doch hier

padma
Team
Beiträge: 15855
Registriert: Sonntag, 06.01.13, 17:04
Hat sich bedankt: 39433 Mal
Danksagung erhalten: 20909 Mal

Re: Antidepressiva und sinnlose Gewalttaten

Beitrag von padma » Donnerstag, 09.04.15, 19:16

hallo zusammen,

dieser Artikel / Liste ist in diesem Zusammenhang auch interessant:

Medikamente, die zu Selbstmord oder Mord führen können:
http://www.adfd.org/austausch/viewtopic.php?f=15&t=8605

Liebe Grüsse,
padma
Folgende Benutzer bedankten sich beim Autor padma für den Beitrag:
Murmeline

Azurjungfer
Beiträge: 3
Registriert: Mittwoch, 18.05.11, 23:13
Danksagung erhalten: 3 Mal

Re: Antidepressiva und sinnlose Gewalttaten

Beitrag von Azurjungfer » Freitag, 10.04.15, 14:50

Hallo!
Habt Ihr das gehört: "gefährliche Depressionen"! Das ist das Unwort des Jahrzehnts. Wahrscheinlich wird es nicht mal zum Unwort des Jahres gekührt, weil es inzwischen Konsens zu sein scheint, dass "Depressive" ein Gefahr darstellen.
Da sind sich Typen von CSU und SPD einig, dass Menschen mit "geährlichen Depressionen" Berufsverbot bekommen sollen, wenn sie sich einer Behandlung verweigern (was für eine Behandlung das sein wird, könnt Ihr Euch denken). Wenn man die falsche Diagnose erteilt bekommt, dürfte man dann nicht mal mehr Taxi fahren.
Es scheint fast, als wären diese Politiker froh, dass sie eine Gefahr für die Allgemeinheit ausgemacht haben, der sie jetzt mit energischen Mitteln begegnen können. Und diese Gefahr soll ausgerechnet von den Menschen ausgehen, die aufgrund ihrer Fähigkeit zu Sensibilität und Mitgefühl in dieser Gesellschaft auf der Strecke bleiben.
Ich möchte daran erinnern, dass die meisten Menschen, die ihr Leben vorzeitig verlieren, dies tun wegen der Verantwortungslosigkeit von Leuten, die wahrscheinlich keine Depressionen haben. Ob nun im Straßenverkehr, durch zweifelhafte Medikamente, die anhand von grausamen und sinnlosen Tierversuchen entwickelt wurden, wegen der ungerechen Weltwirtschaftsordnung, etc., etc.
Natürlich ist es immer problematisch, irgendeine Gruppe von Menschen zur besseren zu erklären, aber ich glaube wirklich, dass sich depressive Menschen mehr Gedanken über die Konsequenzen ihres Handelns machen als andere (und deswegen manchmal auch gar nichts tun). Dass sie viel mehr als andere darauf bedacht sind, niemanden zu schaden - wenn sie nicht gerade durch Medikamente und duch Ärzte/Therapeuten, die gar nichts kapieren, zur Verzweifelung getrieben werden.
Folgende Benutzer bedankten sich beim Autor Azurjungfer für den Beitrag (Insgesamt 3):
MurmelinepadmaOliver
Habe nie AD genommen und bin auch heilfroh darüber!! Mir wude aber mal von einer Therapeutin (ausgerechnet einer Heilpraktikerin für Psychotherapie!) sehr dazu geraten, welche zu nehmen. Mir war gleich klar, dass ich das nicht tun würde, fand aber, als ich mich näher darüber informieren wollte, nur Unmengen von Werbung für ADs. War dann wiederum heilfroh, als ich dieses Forum hier gefunden hatte, das mir den Rücken stärkt. Es ist ja schon blöd genug, depressiv zu sein, aber dass so dermaßen viel Desinformation darüber verbreitet wird und so wenig sinnvolles, das einem weiterhelfen könnte, macht es wirklich schlimm.

Murmeline
Team
Beiträge: 13468
Registriert: Sonntag, 11.01.15, 13:50
Hat sich bedankt: 14902 Mal
Danksagung erhalten: 13682 Mal

Re: Antidepressiva und sinnlose Gewalttaten

Beitrag von Murmeline » Samstag, 11.04.15, 8:28

In der heutgen Süddeutschen Zeitung ist ein Artikel über Depressionen, der mir gut gefällt.

Titel: Die im Dunkeln
Untertiel: Nach dem Flugzeugabsturz in den Alpen stehen psychisch Kranke unter Generalverdacht. Das ist ein großer Irrtum: Sie brauchen Hilfe.

Der Artikel beschreibt depressives Erleben anschaulich, trennt das gleichzeitig von "normalen" Belastungsreaktionen, thematisiert Stigmatisierung aber auch derzeitige mediale Überreaktionen und ist insgesamt informativ ohne auf eine pharmakologisch "supertolle" Behandlung hinzuweisen.

Besonders gut gefallen mir diese Absätze und Sätze:
Der Mangelversorgung vieler psychisch Kranker steht die Ausweitung von Krankheitszuschreibungen auf normale Varianten des Lebens und Erlebens gegenüber. Soziologen und Medizinhistoriker haben gezeigt, wie sich die Diagnose Depression mit der Einführung neuer Psychopharmaka in den Neunzigerjahren vervierfacht hat und aus normaler Trauer eine krankhafte Störung gemacht wurde.

Ärzte und Psychologen wissen, dass Suizide fast ausschließlich allein ausgeführt werden. Ein erweiterter Suizid, bei dem vor der Selbsttötung andere umgebracht werden, ist äußerst selten. Zumeist handelt es sich um nahe Angehörige, die der Betroffene nicht in der Situation zurücklassen möchte, die er als so ausweglos empfindet. Copilot Andreas Lubitz hat, nach allem, was bekannt ist, bei etlichen Ärzten und Therapeuten Rat gesucht - genauso akribisch hat er aber auch versucht, sein Leiden geheim zu halten. Er hatte Angst, nicht mehr fliegen zu dürfen und seinen Lebenstraum zu verlieren. So hat er weder einem Arzt noch seinem Arbeitgeber umfassend Einblick in seinen Seelenschmerz gewährt.

Ein umfassender Einblick ist auch gar nicht möglich. Es gibt keine Blutuntersuchung auf Depression, keine Schädel-CT, keinen Gentest und keine andere diagnostische Abklärung, mit denen die Erkrankung sicher vorausgesagt werden könnte, und es wird sie auch nie geben. Der Wunsch nach einer Erklärung, nach einer Diagnose für das, was zu dem schrecklichen Ereignis führte, verengt den Blick. Allerdings hat die Psychiatrie selbst zu diesem reduktionistischen Blick beigetragen. Gen-Varianten, Nervenerregungen im Gehirn, Rezeptorbindungen wurden mannigfach untersucht. Die biologistische Forschung wurde stärker unterstützt als die Suche nach psychischen und sozialen Faktoren, die seelisches Leid begünstigen.

Eine psychische Störung entsteht jedoch aus individuellen Entwicklungen, psychosozialen Belastungen und den biologischen Voraussetzungen, die bei jedem unterschiedlich sind. "Bei manchen Menschen können eine schwierige Persönlichkeitsentwicklung mit Selbstwertproblemen, übermäßiger Ehrgeiz und belastende aktuelle Lebensumstände für ihr Handeln viel entscheidender sein als eine gleichzeitig bestehende akute psychische Störung", schreibt Iris Haupt, Präsidentin der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde.

Depressionen und andere psychische Leiden gelten als Leiden am Rande der Gesellschaft. Es ist erst 40 Jahre her, dass die Reformpsychiatrie sich dafür eingesetzt hat, die "Irrenhäuser" von der sprichwörtlich grünen Wiese abseits der Gemeinwesen in die Städte zu holen. Auch äußerlich sollte auf diese Weise ein Zeichen gesetzt werden, dass die Übergänge zwischen "normal" und "verrückt" fließend und manchmal nur eine Frage der Definition sind.

Ein Leiden am Rande der Gesellschaft ist die Depression auch deswegen nicht, weil so viele Menschen davon betroffen sind. Krankhafte Schwermut betrifft jeden Vierten. 25 Prozent aller Menschen machen irgendwann in ihrem Leben eine Depression durch, unvermittelt trifft sie die trübe Finsternis. Die rapide Karriere der Diagnose Burnout hat die Blickrichtung zwar etwas verändert: Während bei der Depression das lädierte Selbst im Mittelpunkt stand, waren es beim Burnout die widrigen Umstände, die zur totalen Erschöpfung führten. Der unerbittliche Chef, der immer mehr forderte, oder die ständige Hetze zwischen den Anforderungen von Beruf, Familie und Freizeit. Der Perspektivwechsel brachte etwas Entlastung.

Doch das Unbehagen bleibt. Die Depression ist häufig, sie kann jeden treffen. Dazu braucht es weder Jobkrise noch Trennung noch den Verlust eines nahen Menschen. Das ist das Irritierende. Und dann kann auch die Medizin nicht sagen, wie sich das Leiden entwickelt. Ob es sich gibt, ob es wiederkommt - dann mit immer schwärzeren Anteilen, die von uns Besitz ergreifen, ohne dass wir für irgendetwas garantieren können. Aus diesem Unbehagen wächst der Wunsch nach der eindeutigen Diagnose und bitte auch gleich nach der wirksamen Therapie. Doch die kann die Medizin nicht bieten. Jetzt nicht und in Zukunft nicht.

Psychisch Kranke zu diskriminieren oder als gemeingefährlich darzustellen, hilft da nicht weiter. Es zeugt eher von einer Hilflosigkeit angesichts der Tat - und angesichts der Abgründe, die sich auftun können. In jedem von uns, jederzeit.
http://www.sueddeutsche.de/leben/essay- ... -1.2427110

Herr Werner Bartens hat eine Website http://werner-bartens.de, unter Impressum findet man seine Mailadresse. Ich werde mich bei ihm für diesen Artikel per Mail bedanken, dass er ein paar wichtige Punkte angesprochen hat.
Folgende Benutzer bedankten sich beim Autor Murmeline für den Beitrag (Insgesamt 4):
OliverJamiepadmaDane
Erfahrung mit Psychopharmaka (Citalopram, langjährig Venlafaxin und kurzzeitig Quetiapin), seit Sommer 2012 abgesetzt
Hinweis: Das Team sorgt für die Rahmenbedingungen im Forum und organisiert den Austausch. Ansonsten sind wir selbst Betroffene und geben vor allem Erfahrungswerte weiter, die sich aus unserer eigenen Geschichte und aus Erfahrungen anderer ergeben haben.

Dein Behandler nimmt Absetzproblematik nicht ernst? Das geht anderen auch so, siehe hier
Einer Deiner Ärzte erkennt Probleme mit Psychopharmaka an? Dann berichte doch hier

Kassiopeia
Beiträge: 334
Registriert: Freitag, 31.01.14, 21:59
Hat sich bedankt: 521 Mal
Danksagung erhalten: 545 Mal

Re: Antidepressiva und sinnlose Gewalttaten

Beitrag von Kassiopeia » Montag, 13.04.15, 8:51

Hallo meine Lieben :group:

Der erste Link führt zu einem sehr AD-kritischen Artikel, allerdings wird hier nur Ernährung als Ursache von Depressionen gesehen.

Der zweite fasst ganz gut zusammen, was ich befürchtet hatte. Die öffentliche Meinung über Depressive droht zu kippen :(


http://www.zentrum-der-gesundheit.de/pi ... en-ia.html

http://diepresse.com/home/leben/gesundh ... e/index.do

Alles Liebe
Kassiopeia
Folgende Benutzer bedankten sich beim Autor Kassiopeia für den Beitrag (Insgesamt 2):
Murmelinepadma
Diagnose 3/2013: Schwere/mittlere Depression/Burn-Out induzierte D.>>März 2013: Venlafaxin 75 mg>>auf 225 mg
nach Abklingen der NW gut vertragen>>Dezember 2013: Um Tiefs (Schmerzen am ganzen Körper, extreme Schwäche)abzufedern auf 300 mg: stabile Stimmung, jedoch körperlich ständig erschöpft, extrem hohes Schlafbedürfnis und neue NW: "Stöße" am Hinterkopf + kurzzeitig schwankender Gang>>5.2.2014:225 mg Absetzsymptome: Kopfschmerzen, Augenbrennen, Rachenschmerzen, Weinerlichkeit, intensive (auch Angst-) Träume, Nachtschweiß, Kälteschauer, Kribbeln an den Fußsohlen. Positiv: Bin seitdem tagsüber nicht mehr so erschöpft und müde! AS nach etwa drei Wochen abgeklungen>>9.3.2014: Reduktion auf 200 mg. Erst Hochgefühl (manische Phase?) Plötzliche AS nach zehn Tagen: Kopfschmerzen, Augenbrennen, Rachenschmerzen, intensive Träume, Kälteschauer, Tinnitus verstärkt, Müdigkeit, Erschöpfung, Niedergeschlagenheit, Gliederschmerzen, Verspannungen, Pessimismus, Konzentrationsschwäche, Antriebslosigkeit, Gefühl der Überforderung. Dann psychisch eine Besserung, jedoch werden die Krankheitssymptome heftiger: Kopf, Kiefer, Hals, Ohren, Zunge abwechselnd oder gleichzeitig, wechselnd besser und wieder schlechter>>26.4.2014:: 150 mg: Körperliche Schwäche und Gliederschmerzen. Halsschmerzen und Kopfschmerzen abwechselnd. Tinnitus, Müdigkeit. Nach etwa 1 Monat symptomfrei. Dann Tabletten vergessen: Alptraumnacht und massive körperliche Symptome. Wiedereindosiert nach 2 Tagen. Symptome nun wieder wie nach letztem Absetzschritt, mit Ausnahme von Halsschmerzen.
Absetzpause, Reha, Stabilisierung. Neue Diagnose: rezidivierende Depression und somatoforme Schmerzstörung
20.12.2014: Ca. 147,5 mg leichte Absetztsymptome
31.12.2014: Ca. 145 mg die ersten paar Tage nix, dann Schwitzen, Kälteschauer, Gliederschmerzen und Antriebslosigkeit
07.01.2015: Ca. 142,5 mg Schmerzen am ganzen Körper, grippig, morgens total im Eimer
17.01.2015: Ca. 140 mg
19.01: Bakterieller Infekt mit Fieber: Wegen heftiger Muskelzuckungen wieder zurück auf 142,5 mg
02.02. 140 mg
11.02. 137,5 mg
13.03. 132,5 mg
05.04. 127, 5 mg
23.04. 125 mg
27.05. 122,5 mg
10.06. 120 mg
04.08. 117.5 mg
18.08. 115 mg
08.09. 75 mg. hypomanische Phase, Schwitzen, Kälteschauer, Träume, dann Tief mit Traurigkeit, Antriebslosigkeit und Gliederschmerzen.
03.01. 7 Kügelchen weniger
08.02. 10 Kügelchen weniger
28.02. 15 Kügelchen weniger - also bei etwa 70,8 mg
14.03. 20 - etwas zu früh
Umstellung von morgendlicher Einnahme auf abends
2.5. 25 Kügelchen weniger
15.5. 30 Kügelchen
28.5. 35 Kügelchen
20.6. 40 Kügelchen
14.7. 45 Kügelchen
2.8. 55 Kügelchen - der Schritt war anscheinend zu groß. Enorme Erschöpfung und Schmerzen in den Fingern, Händen, Füßen, Oberarmen, Oberschenkeln, Kribbeln im Gesicht, Halsschmerzen. Jeder Schritt ist anstrengend.
1.9. 60 Kügelchen
20.9. 65 Kügelchen
5.10. -70 Kügelchen :schnecke: :o
16.10. -75 K.
30.10. -80 K.
20.11. -85 K.
20.12. -90 K. - immer noch ca. 50mg to go :frust:
weitergemacht in dem Tempo, bis ich gemerkt habe, dass eine vergessene Dosis mir kaum mehr etwas ausgemacht hat, da hab ich dann immer geschwindelt und bin am nächsten Tag deutlich niedriger eingestiegen.
Ab 1.5.2017 Countdown von 70 Kügelchen, jeden Tag eines weniger
1.7.2017 9 Kügelchen to go
10.07.2017 - 0. Ich bin gereizt und weinerlich, meine Muskeln ziehen, es kribbelt und mir schlafen die Gliedmaßen ein

Murmeline
Team
Beiträge: 13468
Registriert: Sonntag, 11.01.15, 13:50

Re: Antidepressiva und sinnlose Gewalttaten

Beitrag von Murmeline » Montag, 13.04.15, 9:04

Danke für Deine Recherche, Kassiopeia.
Erfahrung mit Psychopharmaka (Citalopram, langjährig Venlafaxin und kurzzeitig Quetiapin), seit Sommer 2012 abgesetzt
Hinweis: Das Team sorgt für die Rahmenbedingungen im Forum und organisiert den Austausch. Ansonsten sind wir selbst Betroffene und geben vor allem Erfahrungswerte weiter, die sich aus unserer eigenen Geschichte und aus Erfahrungen anderer ergeben haben.

Dein Behandler nimmt Absetzproblematik nicht ernst? Das geht anderen auch so, siehe hier
Einer Deiner Ärzte erkennt Probleme mit Psychopharmaka an? Dann berichte doch hier

Murmeline
Team
Beiträge: 13468
Registriert: Sonntag, 11.01.15, 13:50

Re: Antidepressiva und sinnlose Gewalttaten

Beitrag von Murmeline » Montag, 13.04.15, 9:33

Artikel wie diese machen mich so WAHNSINNIG wütend
Nach dem Germanwings-Absturz in den französischen Alpen mit 150 Toten werden neue Vorwürfe gegen die Lufthansa-Mediziner laut. Das flugmedizinische Zentrum der Lufthansa in Frankfurt am Main habe den Copiloten Andreas L. während seiner Ausbildung 2009 für flugtauglich erklärt, obwohl bekannt gewesen sei, dass er weiterhin psychologisch behandelt werden müsse, berichtete die "Bild am Sonntag". Dies gehe aus einer Akteneinsicht des Luftfahrtbundesamtes hervor. Ein Lufthansa-Sprecher wollte sich mit Verweis auf die laufenden Ermittlungen nicht zu dem Bericht äußern.

Laut bisherigen Ermittlungsergebnissen hatte der Copilot Andreas L. am 24. März einen Germanwings-Airbus auf dem Weg von Barcelona nach Düsseldorf bewusst gegen einen Alpenberg gesteuert, um sich das Leben zu nehmen. Dabei starben alle 150 Menschen an Bord. Schnell wurde danach bekannt, dass der 27-Jährige in der Vergangenheit wegen schwerer psychischer Probleme mit Suizidgefahr in Behandlung war.
https://de.nachrichten.yahoo.com/copilo ... 52283.html

Da ist ein junger Mann, der psychologisch an sich arbeitet, nachdem er in einer schweren und harten Ausbildung (mit der er seinen Lebenstraum verwirklicht) bei einer Auslandsaufenthaltsphase eine depressive Verstimmung hatte, und das wird ihm zum Vorwurf gemacht bzw. seinem Arbeitgeber?

Ihr könnt Euch sicher vorstellen, dass die Flugtauglichkeitsprüfungen allumfassend sind. Wenn jemand die besteht, auch nach einer Lebenskrise, dann hatte er die Lebenskrise gut in den Griff gekriegt. Und dafür verdient man ANERKENNUNG. Und GOTT SEI DANK hat er weiter an sich gearbeitet.

Wie kann man so einen einseitigen Blick auf das ganze haben? Ich fasse das nicht.
Erfahrung mit Psychopharmaka (Citalopram, langjährig Venlafaxin und kurzzeitig Quetiapin), seit Sommer 2012 abgesetzt
Hinweis: Das Team sorgt für die Rahmenbedingungen im Forum und organisiert den Austausch. Ansonsten sind wir selbst Betroffene und geben vor allem Erfahrungswerte weiter, die sich aus unserer eigenen Geschichte und aus Erfahrungen anderer ergeben haben.

Dein Behandler nimmt Absetzproblematik nicht ernst? Das geht anderen auch so, siehe hier
Einer Deiner Ärzte erkennt Probleme mit Psychopharmaka an? Dann berichte doch hier

Kimeta
Beiträge: 740
Registriert: Freitag, 07.09.12, 17:07

Re: Antidepressiva und sinnlose Gewalttaten

Beitrag von Kimeta » Montag, 13.04.15, 19:52

Hier ein tendenziell etwas differenzierterer Artikel zum Thema: http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/g ... 34146.html.

Und ein Kommentator weist auf die Gefahr durch Psychopharmaka hin: Ludwig Hillers - 13.04.2015 12:52 (kann ich leider nicht direkt verlinken)
- Doxepin zur Migräneprophylaxe seit mindestens 2002 in einer Dosierung von 5-10 mg.
- Absetzen von 10 mg ab dem 28.12.2013. Aktuell seit 29.11.2018: 2,125 mg.

Hintergründe und Absetzverlauf:
► Text zeigen
:schnecke: Mein Thread :schnecke:

padma
Team
Beiträge: 15855
Registriert: Sonntag, 06.01.13, 17:04

Re: Antidepressiva und sinnlose Gewalttaten

Beitrag von padma » Montag, 13.04.15, 20:49

den Artikel finde ich ziemlich grauenhaft, da er" kalten Hass" unterstellt. Aber der Kommentar ist gut.

lg padma

Murmeline
Team
Beiträge: 13468
Registriert: Sonntag, 11.01.15, 13:50

Re: Antidepressiva und sinnlose Gewalttaten

Beitrag von Murmeline » Montag, 13.04.15, 21:33

Soweit ich bisher gelesen haben, beziehen sich alle Einschätzungen hinsichtlich einer narzisstischen Persönlichkeit auf die angeblichen Aussagen einer angeblichen Äffäre, die angeblich gesagt haben soll, dass er angeblich gesagt hat: "Eines Tages werde ich etwas tun, was das ganze System verändern wird, und alle werden dann meinen Namen kennen und in Erinnerung behalten.“ http://www.focus.de/panorama/welt/germa ... 76370.html

Der Autor des FA Artikel ist Rainer M. Holm-Hadulla, Facharzt für Psychiatrie, Psychosomatische Medizin und Psychotherapie und Leiter der Psychosozialen Beratungsstelle des Studentenwerks am Universitätsklinikum Heidelberg. Wo findet der Informationen für seine Meinung? Vielleicht in Ärztezeitungen?

In der Ärzte Zeitung online, 27.03.2015 gibt es dann Artikel wie diesen: Was ging in Andreas L. vor?
Der Co-Pilot soll die Germanwings-Maschine mit 150 Menschen an Bord bewusst zum Absturz gebracht haben. Über seine möglichen Motive hat die "Ärzte Zeitung" mit Suizid-Experten gesprochen. Noch ist wenig bekannt über die Motive des jungen Piloten, der 149 weitere Menschen mit in den Tod riss, als er die Cockpittür hinter sich verschloss und den Sinkflug einleitete. Doch scheint Rache einer der möglichen Gründe zu sein - das Fanal eines Gekränkten.

Dieses Motiv hält Professor Manfred Wolfersdorf, Chefarzt der Psychiatrischen Klinik in Bayreuth, für durchaus wahrscheinlich, einen "depressiven Modus" hingegen weit weniger. Depressive, so der Psychiater im Gespräch mit der "Ärzte Zeitung", sterben meist alleine. Am ehesten nimmt die depressive Mutter aus pseudo-altruistischen Motiven noch das Kind mit, weil sie dieses bedroht sieht, oder schlicht, um es nicht alleine in dieser Welt zurückzulassen. "L. kennt seine Opfer nicht, er nimmt sie um ihrer Funktion willen mit. Hier geht es um den aggressiven Aspekt des Suizids, die Macht über andere, um Rache und Vorstellungen wie: ,Die Welt mag mich nicht, keiner will mich, niemand respektiert mich.‘ Hier geht es um eine Verletzung des eigenen Wertgefühls, des eigenen Narzissmus. Und dann setzt man ein solches Fanal."

Der Flugzeugabsturz erinnert den Psychiater an den Tod des FDP-Politikers Jürgen Möllemann: "Er stürzt aus dem Himmel, und die ganze Welt schaut zu." L. hat sich offenbar als "Flying Andi" bezeichnet. "Das spricht für gewisse Größenideen." Möglicherweise fühlte er sich aber in seinen Kompetenzen und seinem Können nicht anerkannt. Nach Medienberichten trug er den Spitznamen "Tomaten-Andi", als er eine Zeit lang als Flugbegleiter arbeitete. Vielleicht ließ die Diskrepanz zwischen den narzisstischen Vorstellungen und den erlebten Kränkungen seine Suizid-Idee aufblühen. Dann könnte ein Tropfen genügt haben, eine banale Bemerkung, eine weitere Kränkung, um das Fass zum Überlaufen zu bringen, vermutet Wolfersdorf. Auch wenn die Suizid-Idee mitunter jahrelang in jemandem gärt, die endgültige Entscheidung kann dann sehr kurzfristig fallen. "Sie wird bei etwa der Hälfte der Suizide erst in der Stunde vor dem Tod getroffen."
http://www.aerztezeitung.de/medizin/kra ... eas-l.html

Woltersdorf hat übrigens einen Tag vorher schon in der Süddeutschen ein Interview zum Thema gehabt.

Da sagt er dann solche Sachen:
Als Sachverständiger würde ich dennoch verlangen, dass - wenn möglich - seine Überreste medizinisch untersucht werden. Es könnten ja auch Drogen im Spiel gewesen sein. Bei Crystal Meth zum Beispiel kann es ganz plötzlich, binnen Minuten, zu psychotischen Zuständen kommen.
Wie Kassiopeia oben mal schreib: substanzinduziert aufgrund Drogen, soetwas gibt es. Der Begriff/die Vermutung SSRI fällt in diesem Artikel der SZ allerdings nirgens, also substanzindziert durch Psychopharmaka, das gibt es nicht.
http://www.sueddeutsche.de/politik/psyc ... -1.2411260

Immerhin, die Ärztezeitung diskutiert das:
"Vielleicht hat ihm in dieser Situation das Mitgefühl gefehlt und er wollte seinen Todeswunsch ohne Rücksicht auf das Leben der Passagiere umsetzen", sagte Dr. Wolfram Dorrmann, Psychotherapeut aus Fürth und Autor des Standardwerks "Suizid" im Gespräch mit der "Ärzte Zeitung".

Eine spontane Kurzschlussreaktion hält er dagegen für unwahrscheinlich: "Acht Minuten im Sinkflug sind eine lange Zeit, hier muss schon eine bewusste Entscheidung dahinter stehen."

Den Wunsch, sich selbst zu töten, können auch Medikamente verstärken oder gar auslösen, so der Psychotherapeut.

Im Verdacht stünden hier etwa Gyrasehemmer, das Akne-Mittel Isotretinoin oder eine beginnende SSRI-Therapie. Veränderungen des Hirnstoffwechsels scheinen auch bei Personen Suizid-Ideen zu begünstigen, die noch nie zuvor Selbsttötungsabsichten hatten. "Solche Menschen erleben diesen Wunsch aber dann häufig als ichfremd."

Kritisch seien die Zustände, wenn sie auf eine Situation treffen, in der ein Suizidwunsch nachvollziehbar erscheint, wenn sich die Personen als zuvor schon hoffnungslos oder von der Gemeinschaft ausgeschlossen fühlten. Dorrmann verweist auf ein weiteres interessantes Detail: Die meisten Selbsttötungen finden nicht lange nach einem Arztbesuch statt - auch L. war in ärztlicher Behandlung und am Flugtag krankgeschrieben.

"Oft klagen Männer vor dem Suizid über Gereiztheit und Schlaflosigkeit." Mitunter bekommen sie dann Anxiolytika verordnet, und diese lösen vielleicht auch die Angst vor dem eigenen Sterben. War das vielleicht ein Grund, weshalb L. acht Minuten völlig ruhig dem Ende entgegensah?

Auch der Psychiater Wolfersdorf hält psychoaktive Substanzen für eine alternative Erklärung: "Nimmt jemand Crystal Meth, dann kann das eine akute psychotische Episode mit Verfolgungsideen auslösen. So jemand kann durchaus die Tür zusperren, auf niemanden mehr reagieren und auf das Ende warten."
Ach, da isses doch wieder. Der Artikel schließt damit ab, das es auch Drogen gewesen sein können... Das haben andere Experten ja auch schon vermutet.
Erfahrung mit Psychopharmaka (Citalopram, langjährig Venlafaxin und kurzzeitig Quetiapin), seit Sommer 2012 abgesetzt
Hinweis: Das Team sorgt für die Rahmenbedingungen im Forum und organisiert den Austausch. Ansonsten sind wir selbst Betroffene und geben vor allem Erfahrungswerte weiter, die sich aus unserer eigenen Geschichte und aus Erfahrungen anderer ergeben haben.

Dein Behandler nimmt Absetzproblematik nicht ernst? Das geht anderen auch so, siehe hier
Einer Deiner Ärzte erkennt Probleme mit Psychopharmaka an? Dann berichte doch hier

Murmeline
Team
Beiträge: 13468
Registriert: Sonntag, 11.01.15, 13:50

Re: Antidepressiva und sinnlose Gewalttaten

Beitrag von Murmeline » Dienstag, 14.04.15, 8:30

Danke, Kimeta, für den Hinweis zu dem Kommentar.

Er zeigt mir wieder ganz deutlich, dass nur, wer Betroffen ist ODER Angehöriger ODER Freund einschätzen kann, was Psychopharmaka auslösen können und wie es Menschen dann geht.
Und warum man dann seine eigenne Spekulationen über das hat, wie es dem Piloten in diese Akutsituation ging.

Ich kopiere das Kommentar und die Diskussion mal hier rein, weil ich die echt sehr treffend finde.

Man sollte bei den Fakten bleiben und nicht mutmaßen, Herr Holm-Hadulla
Ludwig Hillers (ohnewennundaber) - 13.04.2015 12:52
Lubitz war bei verschiedenen Neurologen in Behandlung und jeder verschrieb andere Psychopharmaka-Tabletten. Siehe Ermittlungen Staatsanwaltschaft. Im Beipackzettel steht bei solchen Medikamenten, dass sie Auslöser für einen Suizid sein können. Wenn man verschiedene Sorten einnimmt, besteht die Gefahr der Wechselwirkung. Man muss immer eine Sorte zunächst über Wochen ausschleichen und dann die neue Sorte nehmen. Hielt sich Lubitz nicht an diese Regel, kam es bei ihm zu einem Serotonin-Syndrom. Und dieses Serotonin-Syndrom kann Menschen in den Wahnsinn treiben. Und das wird aufgrund der vorliegenden Fakten die Ursache gewesen sein. Hätten die Ärzte bei der Lufthansa oder vom Amt für Flugsicherheit, das Blut von Lubitz gründlich auf Psychopharmaka-Rückstände untersucht, wären sie fündig geworden. Dann hätte er schon lange nichts mehr in einem Cockpit zu suchen gehabt. Die 149 mit in den Tod gerissenen Menschen könnten noch leben.
Herr Hillers,
Johannes Eckstein 9 (dc-3) - 13.04.2015 14:40
Sie mutmaßen hier aber auch ganz schön! Auch wenn Ihre Hypothese genau so plausibel ist wie die des Herrn Holm-Hadulla.

was für mich hier nicht passt:

christian olivaer (olivaer) - 13.04.2015 14:47
"kann menschen in den wahnsinn treiben". gut, aber wie verhält sich diese annahme zu dem lockeren small-talk der beiden piloten miteinander? für mich passt das nicht so recht zusammen, so gerne ich die katastrophe auf eine medikamentöse ursache zurückführen würde.
Hallo Herr Eckstein ....
Ludwig Hillers (ohnewennundaber) - 13.04.2015 14:56
Ich habe im Bekanntenkreis einen solchen Fall erlebt. Da hatten die Neurologen hinsichtlich der Medikamentation auch einen gravierenden Verabreichungsfehler gemacht. Der Mann landete wegen mehrere Suizidversuche in der Psychiatrie und ist heute Invalide.

Herr Olivaer ....

Ludwig Hillers (ohnewennundaber) - 13.04.2015 15:28
Ein negativer Serotinspiegel ist maßgeblich für die Entstehung einer Depression. Deshalb gibt es zwei verschiedene Tablettenformen. Zum einen ein Medikament, dass dem Körper Serotonin zuführt. Auf der anderen Seite gibt es ein Medikament, dass den Abbau von Serotonin verhindert. Diese Sorte nennt man Serotonin-Blocker. Wechselt man nun von dem einen zum anderen Medikament ohne Ausschleichen des zuvor genommenen Präparates, hat man auf einmal viel zu viel Serotonin im Körper und dann überschlagen sich die Gedanken im Kopf bis hin zum Wahnsinn. Der Kopf ist permanent bei Top Speed auf der Überholspur und es wird mit der Zeit unerträglich und dann kommt es zu den besagten Nebenwirkungen, u.a. Suizidgefahr. Man merkt es den Patienten nicht immer an, obwohl es im Kopf nur noch total wirr zugeht und das Leben unerträglich wird. Und fasst dann ein solch schwer Depressiver den Entschluss sich das Leben zu nehmen, ist er so gefühllos, dass er das Umfeld nicht mehr wahrnimmt.
@Herrn Hillers: Die Hypothese von den SSRI etc. als "Ursache" stand bereits in der Ärztezeitung, nur
Thomas Heinzow (Oekooekonom) - 13.04.2015 17:20
ist es halt eben eine Hypothese. Hypothesen kann man diskutieren und ggfs. Schlüsse daraus ziehen, was man zukünftig tun kann, um die Folgen im Falle der Richtigkeit der Hypothese zu vereiteln. Als jemand, der in und in der Nähe eines Gebäudes gearbeitet hat, welches zu tödlichen Sprüngen mißbraucht wurde, habe ich mitbekommen, daß dann ein paar Tage später oder unmittelbar danach in den Lokalzeitungen stand, daß die Springer kurz zuvor in einer der Psychiatrien der Metropole behandelt wurden und erstmalig wieder die Station verlassen durften ... . Daß spricht für die Gefährdung der Patienten durch Medikamente während des Beginns der "Behandlung". Auch in den Beipackzetteln wird gewarnt vor erhöhter Suizidgefahr. Die Welt schrieb am 18.2.2013: "David Crespi, ein ehemaliger Banker, erstach seine beiden Zwillingstöchter nach sieben Tagen auf Prozac." Daraus folgt, daß die Pillen den Fall erklären könnten, aber nicht müssen. Mittel gegen die Pilleneinnahme? Kann man nicht verhindern.
http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/g ... 34146.html
Erfahrung mit Psychopharmaka (Citalopram, langjährig Venlafaxin und kurzzeitig Quetiapin), seit Sommer 2012 abgesetzt
Hinweis: Das Team sorgt für die Rahmenbedingungen im Forum und organisiert den Austausch. Ansonsten sind wir selbst Betroffene und geben vor allem Erfahrungswerte weiter, die sich aus unserer eigenen Geschichte und aus Erfahrungen anderer ergeben haben.

Dein Behandler nimmt Absetzproblematik nicht ernst? Das geht anderen auch so, siehe hier
Einer Deiner Ärzte erkennt Probleme mit Psychopharmaka an? Dann berichte doch hier

padma
Team
Beiträge: 15855
Registriert: Sonntag, 06.01.13, 17:04

Re: Antidepressiva und sinnlose Gewalttaten

Beitrag von padma » Dienstag, 14.04.15, 12:25

danke dir Murmeline :) für deine Erläuterungen und Ergänzungen.

lg padma

Peter_Ansari
Beiträge: 41
Registriert: Donnerstag, 06.11.14, 14:33
Wohnort: Niedersachsen
Hat sich bedankt: 3 Mal
Danksagung erhalten: 213 Mal
Kontaktdaten:

Re: Antidepressiva und sinnlose Gewalttaten

Beitrag von Peter_Ansari » Dienstag, 14.04.15, 19:38

Also wenn das mit dem Serotonin so einfach ist und stimmt, was ist dann mit Tianeptin?

Das ist doch wohl ein Antidepressivum, das seit 1988 in Frankreich eingesetzt wird und dessen klinische Wirksamkeit von mehreren Studien belegt ist.

Tianeptin senkt die Serotoninkonzentration.

Tut mir leid, wenn ich mich mal selbst zitiere:
http://www.depression-heute.de/vorurtei ... rlegt.html

Holm-Hadulla hat einen merkwürdigen Bericht in der FAZ geschrieben.

Da ist ein schüchterner und zurückhaltender Pilot, über den keiner der ihn kannte ein schlechtes Wort verliert und Holm-Hadulla schwadroniert in der FAZ in seinem Gastbeitrag: "Der kalte Hass kann so stark werden, dass ohne Rücksicht auf individuelles Leiden von Hunderten der eigene Narzissimus exekutiert wird". :sick:

Holm-Hadulla schreibt, dass eine narzistische Persönlichkeitsstörung eine Diagnose ist, die bei einem Prozent der Bevölkerung vorliegt.
... aber das ist gar keine richtige Diagnose. Im ICD-10 lässt sich so etwas zwar unter F60.8 einordnen. Aber das ist unspezifisch und spekulativ. Das ist nur eine Auffälligkeit und keine Krankheit.
Folgende Benutzer bedankten sich beim Autor Peter_Ansari für den Beitrag (Insgesamt 2):
padmaJamie
Dr. Peter Ansari
Forscht an Depressionen und Antidepressiva. Möchte allen Menschen,
die unter der Einnahme der Antidepressiva leiden, eine Stimme geben.
http://www.depression-heute.de
Rät zur Vorsicht im Umgang mit Antidepressiva und warnt vor der Langzeiteinnahme.Gratuliert allen, die es geschafft haben, die Medikamente abzusetzen und wünscht denen, die gerade dabei sind die notwendige Kraft :sports: um den Weg weiter zu beschreiten. Auch wenn es dauert: Ihr schafft das :hug: !

Murmeline
Team
Beiträge: 13468
Registriert: Sonntag, 11.01.15, 13:50

Re: Antidepressiva und sinnlose Gewalttaten

Beitrag von Murmeline » Dienstag, 14.04.15, 20:24

Kommentare zu Herrn Hiller oben ergänzt. Außerdem weitere Kommentare zum Thema psychiatrische Behandlung/Medikamente

Eigentlich eine Bankrotterklärung der Psychiatrie
Ralf Vormbaum 5 (R.Vormbaum) - 13.04.2015 16:30
Wenn es mehreren behandelnden Ärzten(Psychiatern) nicht möglich war, solche schwerwiegenden Persönlichkeitsstörungen zu erkennen, obwohl sich Andreas Lubitz selbst an diese Ärzte wandte, dann muss man schon die Frage stellen, wie es Psychiatern z.B. überhaupt möglich ist, Gutachten zu Rückfälligkeitsrisiken von Straftätern zu erstellen. Eines vermag der Gastbeitrag nicht aus der Welt zu schaffen, und zwar die Tat. Diese ist geschehen und dass sie geschehen konnte, stellt die Gesellschaft vor völlig neue Fragestellungen. Auch die Psychiatrie wird sich dieser veränderten Realität stellen müssen. Einfach zu konstatieren, dass man solche schwerwiegenden Persönlichkeitsstörungen nicht diagnostizieren könne, reicht wohl nicht aus.
Ohne Medikamente - diese Tat - kaum vorstellbar
Karola Schramm (Alorak) - 13.04.2015 21:11
Ja und wieder Ja. Aber vielleicht steckt noch was anderes hinter diesem Artikel, nämlich die Frage nach den Medikamenten, die Andreas Lubitz bekommen hat. Keiner Pharmafirma täte es gut, zu hören, dass ihre Medikamente Herrn Lubitz derart kalt, gefühlsarm und rücksichtslos gemacht hat, die ihn dann zu so einer Tat befähigten.
Hinter den Mauern der Psyschiatrie...
Ingried Heidenthal 3 (EyeCue) - 13.04.2015 18:31
... versteckt sich häufig das Unwissen, Arzt und Patient kann man oft nur am weißen Kittel unterscheiden. Erkrankungen der Seele haben ungeahnte Tiefen ... es wird Zeit für Auf/Erklärung, denn es wird die Volkskrankheit der folgenden Generationen.
Erfahrung mit Psychopharmaka (Citalopram, langjährig Venlafaxin und kurzzeitig Quetiapin), seit Sommer 2012 abgesetzt
Hinweis: Das Team sorgt für die Rahmenbedingungen im Forum und organisiert den Austausch. Ansonsten sind wir selbst Betroffene und geben vor allem Erfahrungswerte weiter, die sich aus unserer eigenen Geschichte und aus Erfahrungen anderer ergeben haben.

Dein Behandler nimmt Absetzproblematik nicht ernst? Das geht anderen auch so, siehe hier
Einer Deiner Ärzte erkennt Probleme mit Psychopharmaka an? Dann berichte doch hier

Kimeta
Beiträge: 740
Registriert: Freitag, 07.09.12, 17:07

Re: Antidepressiva und sinnlose Gewalttaten

Beitrag von Kimeta » Dienstag, 14.04.15, 20:45

padma hat geschrieben:den Artikel finde ich ziemlich grauenhaft, da er" kalten Hass" unterstellt. Aber der Kommentar ist gut.
Erstmal sorry, ich habe da einen Schnellschuss losgelassen, denn ich habe den Artikel bei der Arbeit während einer Recherche zu einem anderen Thema gesehen und nicht wirklich gelesen, sondern ihn nur überflogen, geschweige denn habe ich mich damit auseinandergesetzt und natürlich kenne ich mich im Thema nicht so richtig aus, deshalb halte ich mich in den Threads ja auch meistens sehr zurück. Was mir einfach auffiel war, dass hier die Depressionsthese nicht unterstützt wurde, und weil ja hier viele Befürchtungen hatten, dass Menschen mit Depressionen jetzt (wieder) ins Abseits gestellt werden, dachte ich, dass dieser Artikel ein positives Gegenbeispiel ist. Abends zuhause wollte ich ihn möglichst schnell zur Kenntnis geben und habe mich auch nicht mehr weiter damit befasst. Ich habe dann nur noch die Kommentare gelesen, weil neulich schon einmal einen Kommentator, ich glaube auf Spiegel Online, auf die Gefahr durch Medikamente hingewiesen hat, diesen Kommentar habe ich aber nicht mehr gefunden, als ich ihn hier verlinken wollte.

Tut mir leid, dass ich ohne Nachzudenken etwas empfohlen habe, was sich bei genauem Blick als zwar anders, aber genauso unbrauchbar darstellt, und Ihr deswegen sauer oder enttäuscht und frustriert gewesen seid.

Viele Grüße,
Kimeta
- Doxepin zur Migräneprophylaxe seit mindestens 2002 in einer Dosierung von 5-10 mg.
- Absetzen von 10 mg ab dem 28.12.2013. Aktuell seit 29.11.2018: 2,125 mg.

Hintergründe und Absetzverlauf:
► Text zeigen
:schnecke: Mein Thread :schnecke:

Murmeline
Team
Beiträge: 13468
Registriert: Sonntag, 11.01.15, 13:50
Hat sich bedankt: 14902 Mal
Danksagung erhalten: 13682 Mal

Re: Antidepressiva und sinnlose Gewalttaten

Beitrag von Murmeline » Dienstag, 14.04.15, 20:59

Kimeta, der Artikel war nicht so toll, aber mach Dir keinen Kopf!
Die Kommentare sind interessant, besonders der, auf den Du hingewiesen hast.

Ich denke, es ist verständlich, dass Menschen, die sehr negative Erfahrunge mit Psychopharmaka gemacht haben, die Handlung des Co-Piloten damit in Verbindung bringen. Es ist auch wiederum klar, dass andere eben andere Verbindungen machen.

Ich finde es allerdings sehr interessant zu sehen, dass fast alle Experten (Suizidforscher, Psychiater) viele Gründe finden, die nichts mit Medikamenten zu tun haben. Manchmal muss ich mich fragen, ob die das nicht können oder nicht wollen?

Die Kommentare zeigen jedenfalls, dass es auch außerhalb dieses Forums Menschen gibt, die eine pharmakologische Verbindung nicht für abwegig halten. Letztendlich kann man nur spekulieren, denn ob man da jemals etwas rekonstruieren/nachweisen kann, bleibt fraglich.

Viele Grüße Murmeline
Folgende Benutzer bedankten sich beim Autor Murmeline für den Beitrag:
Jamie
Erfahrung mit Psychopharmaka (Citalopram, langjährig Venlafaxin und kurzzeitig Quetiapin), seit Sommer 2012 abgesetzt
Hinweis: Das Team sorgt für die Rahmenbedingungen im Forum und organisiert den Austausch. Ansonsten sind wir selbst Betroffene und geben vor allem Erfahrungswerte weiter, die sich aus unserer eigenen Geschichte und aus Erfahrungen anderer ergeben haben.

Dein Behandler nimmt Absetzproblematik nicht ernst? Das geht anderen auch so, siehe hier
Einer Deiner Ärzte erkennt Probleme mit Psychopharmaka an? Dann berichte doch hier

padma
Team
Beiträge: 15855
Registriert: Sonntag, 06.01.13, 17:04
Hat sich bedankt: 39433 Mal
Danksagung erhalten: 20909 Mal

Re: Antidepressiva und sinnlose Gewalttaten

Beitrag von padma » Dienstag, 14.04.15, 21:25

liebe Kimeta, :)

alles ist gut :hug:
es ist sicher keiner sauer oder entäuscht.

liebe Grüsse,
padma
Folgende Benutzer bedankten sich beim Autor padma für den Beitrag:
fruehling
Diagnose: somatoforme Schmerzstörung ,Fibromyalgie
seit 2002 Fluoxetin zur Schmerztherapie

Quasi - Kaltentzug 2012, Wiedereindosierung, schleiche im :schnecke: Tempo aus
Absetzverlauf:
► Text zeigen
25.10.2018: 0,15 mg :schnecke:



Neu: Infos rund um Antidepressiva, Absetzen, Umgang mit Entzug
: https://adfd.org/austausch/viewtopic.php?f=18&t=15490


Hinweis:
Das Team sorgt für die Rahmenbedingungen im Forum und organisiert den Austausch. Ansonsten sind wir selbst Betroffene und geben vor allem Erfahrungswerte weiter, die sich aus unserer eigenen Geschichte und aus Erfahrungen anderer ergeben haben.

Peter_Ansari
Beiträge: 41
Registriert: Donnerstag, 06.11.14, 14:33
Wohnort: Niedersachsen
Kontaktdaten:

Re: Antidepressiva und sinnlose Gewalttaten

Beitrag von Peter_Ansari » Dienstag, 14.04.15, 21:33

Auch von mir noch mal ein Dankeschön für das Posten des Artikels

Denn die FAZ hat sich als erste Zeitung getraut eine Art Psychogramm zu kreieren.

Also das ganze ist genauso spekulativ wie das von allen anderen, die ihn nicht gekannt haben.

Ich finde interessant, dass hier ein Psychoanalytiker ausgewählt wurde, der seine Interpretation beschreibt.

Aber besser hätte mir natürlich die - viel besser belegte Amoktheorie - auf Medikamentenbasis gefallen.

... nun ja. Muss man wohl noch warten.
Dr. Peter Ansari
Forscht an Depressionen und Antidepressiva. Möchte allen Menschen,
die unter der Einnahme der Antidepressiva leiden, eine Stimme geben.
http://www.depression-heute.de
Rät zur Vorsicht im Umgang mit Antidepressiva und warnt vor der Langzeiteinnahme.Gratuliert allen, die es geschafft haben, die Medikamente abzusetzen und wünscht denen, die gerade dabei sind die notwendige Kraft :sports: um den Weg weiter zu beschreiten. Auch wenn es dauert: Ihr schafft das :hug: !

Jamie
Team
Beiträge: 16037
Registriert: Montag, 04.02.13, 22:37

Re: Antidepressiva und sinnlose Gewalttaten

Beitrag von Jamie » Dienstag, 14.04.15, 21:52

Hallo,

ich hätte mich gerne in die Diskussion auf der FAZ-Seite eingeklinkt, aber da geht nur Anmeldung unter Klarnamen... das ist einerseits ganz gut, andererseits kann ich mir das in meiner momentanen Lage wirklich nicht erlauben. Schade. :oops:
...........SIGNATUR...............


:arrow: Eure Mithilfe ist gefragt - wer benutzt die Wasserlösemethode?


:!: mein Erfahrungsbericht (AD absetzen / erzwung. Kaltentzug / SSRI / Akathisie): viewtopic.php?f=51&t=12478


Meine PN-Funktion ist deaktiviert. Ich danke für euer Verständnis.

-----------------------------

Infos über mich:
► Text zeigen

Oliver
Gründer
Beiträge: 8506
Registriert: Freitag, 10.10.03, 23:58

Re: Antidepressiva und sinnlose Gewalttaten

Beitrag von Oliver » Montag, 20.04.15, 0:07

Hallo,

hier ist ein englischer Gastartikel http://rxisk.org von Julie Wood (SSRI stories ): Pilots and Antidepressants

Allles Gute
Oliver

Antworten