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Antidepressiva und sinnlose Gewalttaten / Andreas Lubitz

Allgemeine Diskussion über psychische Störungen, ihre Behandlung und alles Verwandte.
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Re: Antidepressiva und sinnlose Gewalttaten

Beitrag von Murmeline » Dienstag, 21.04.15, 22:39

Die TAZ immerhin greift mal andere wichtige Punkte aus der Diskussion um den Co-Piloten auf:

„Hausarztsystem für Therapeuten“
Nach der Germanwings-Katastrophe werden mehr PsychotherapeutInnen gefordert. Doch auch Qualität und Verteilung der Hilfe sind wichtig.

Auszüge:
Der Fall des depressiven Kopiloten Andreas Lubitz hat die Diskussion über den Umgang mit der Volkskrankheit Depression neu entfacht. Die Präsidentin der Deutschen Gesellschaft für Psychologie, Andrea Abele-Brehm, 65, fordert ein neues System der Unterstützung für psychisch Kranke, eine Art Hausarztsystem auf Psychotherapeutenebene. „Akut Kranke bekommen nicht schnell genug Hilfe“, sagt die Professorin für Sozialpsychologie der taz. am wochenende.
Der Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach fordert in der taz. am wochenende, dass sich die Politik um die bessere Verteilung der PsychotherapeutInnen kümmern sollte. Er beobachtet eine Aufwertung der Psychotherapie. Man stelle fest, dass die unbalanchierten chemischen Prozesse im Gehirn vieler depressiver Menschen ihre Ursache in den Lebensumständen haben. Sie könnten durch Formen der Psychotherapie oft kausal geheilt werden.
Auch Gesine Schwan, die selbst Mitte der Neunzigerjahre an Depressionen litt, kritisiert die Stigmatisierung und Tabuisierung psychischer Erkrankungen. Diese nähme zu, je stärker autoritäre Menschenbilder in einer Gesellschaft vorherrschen, in der nur gesunde Menschen etwas wert seien. Allerdings übt die Präsidentin der Humboldt-Viadrina Governance Platform auch Kritik an der Qualität der Versorgung. „Man sollte psychische Erkrankungen nicht nur durch Medikamente angehen. Wir brauchen gute Psychotherapeuten. Beim Germanwings-Piloten hätte das aber wohl nicht gereicht“, sagt Schwan der taz.am wochenende.
Das findet auch Peter Lehmann, Inhaber des Antipsychiatrieverlags. Er fordert Therapeuten, die die Verabreichung von Antidepressiva kritisch sehen. Sie sollten ihren Klienten bei der Bewältigung ihrer sozialpsychologischen Probleme helfen. „Antidepressiva lösen keine Probleme“, sagt Lehmann: „Sie machen langfristig abhängig, chronifizieren Depressionen und können suizidale Handlungen auslösen.“
Gerhard Roth, Professor für Verhaltensphysiologie an der Universität Bremen, stimmt dem teilweise zu. „Psychopharmaka helfen meist nur kurzfristig, längerfristig gibt es keine Alternative zu Psychotherapie. Aber auch deren Wirksamkeit ist geringer als behauptet“, sagt er der taz.am wochenende. Der Direktor des Zentrums für Kognitionswissenschaften fordert deshalb eine bessere wissenschaftlich-empirische Fundierung von Psychotherapie.
http://www.taz.de/Die-Streitfrage/!157948/
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Re: Antidepressiva und sinnlose Gewalttaten

Beitrag von Murmeline » Samstag, 25.04.15, 16:23

Und hier noch eine deutsche Doku, die das Thema Suizid/Amok nach Medikamenteneinnahme thematisiert.
https://www.youtube.com/watch?v=G8mt4tFaDzI

Es kommt auch schroelo (Lothar Schröder) zu Wort, dessen Frau Selbstmord begangen hatte, nachdem sie positive Produktdarstellungen eines Antidepressivums in der Apotheken Umschau gelesen hatte und sich daraufhin das Präparat vorbeugend verschreiben ließ.
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Re: Antidepressiva und sinnlose Gewalttaten

Beitrag von Murmeline » Samstag, 25.04.15, 16:31

Auch Lothar Schröder schreibt eine Einschätzung zur Co-Piloten-Geschichte
http://www.gegen-pfizer.blogspot.de/201 ... unter.html
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Re: Antidepressiva und sinnlose Gewalttaten

Beitrag von Murmeline » Donnerstag, 30.04.15, 17:46

Das würde erklären, warum der Co-Pilot so verzeifelt war, als es ihm wieder nicht gut ging, er vielleicht mit Angst, Sorgen, Unruhe, Druckgefühlen und Grübeln zu kämpfen hatte. Warum er heimlich zu mehrere Ärzten ging, dort nicht alles erzählte, die Krankmeldung nicht abgab und auf irgendein Mittel hoffte, dass ihm schnell hilft, so dass er nicht "auffällig" wird und sich von seinem Lebenstraum und Lebenssinn verabschieden musste.

Ich spekuliere jetzt, dass er vielleicht dennoch erneut heimlich Medikamente genommen hat (damit es ihm schnell besser geht), was dann zu Denk-, Gefühls- und Affektstörungen und auch zu (verstärkten) Suizidtendenzen führte, die dann zu einer Kurzschlussreaktion geführt haben, als sich die Situation ergeben hat.

Falls er garnichts genommen hat, finde ich es zudem sehr schlimm, dass ein Arbeitgeber bzw. Behörden die "Macht" haben, dass Menschen nicht auch ein zweites Mal im Lebens psychisch durch den Wind sein dürfen, um dann erneut mit therapeutischer Unterstützung (niemals rein pharmakologischer Behandlung) zu einer "kompletter Remission" zu kommen. Das ist ein realitätsfern und setzt Menschen zusätzlich unter Druck.

Das ist doch das allermenschlichste, dass es auch mal Auf und Ab gehen kann, dass einen Lebensthemen oder psychische Durcheinander oder stärkere psychische Probleme auch mal wieder einholen. Arbeitgeber/Behörden sollten besser mal überlegen, wie sie den einzelnen Menschen individuell unterstützen können ohne ihn zusätzlichem Druck auszusetzen. Stress ist für eine Bewältigung und Heilung nämlich nicht förderlich.
Wie aus den Unterlagen der FAA hervorgeht, bestätigte ein deutscher Arzt die Tauglichkeit des späteren Todes-Piloten. Zwar hatte Germanwings-Mitarbeiter Andreas Lubitz, der in einer Flugschule in Arizona für seinen Pilotenschein trainierte, in einem ersten Schreiben aus dem Jahr 2010 darauf aufmerksam gemacht, dass er keine mentalen Leiden habe. In einem zweiten Dokument aus dem gleichen Jahr kreuzte er auf die Frage nach Depressionen oder Angststörungen "ja" an.

Die Luftfahrbehörde warnte Lubitz in der Folge davor, dass er aufgrund seiner Krankengeschichte möglicherweise nicht die Lizenz bekommen könnte und forderte von dem späteren Germanwings-Piloten eine Stellungnahme des behandelnden Arztes. Laut "Focus" diagnostizierte dieser bei ihm eine "schwere Depression ohne psychotische Symptome in kompletter Remission" – sprich Depressionen ohne Wahnvorstellung und komplett ausgeheilt. Der deutsche Mediziner, der das Gutachten erstellt hatte, gilt als Luftfahrt-Experte und arbeitet dem Bericht nach im Medizinischen Dienst der Lufthansa.

Die US-Behörde stellte Andreas Lubitz daraufhin sein Gesundheitszeugnis und die Fluglizenz aus – 2010 die Erlaubnis als Flugschüler, 2012 für das Führen von Privatflugzeugen. Allerdings nur unter bestimmten Einschränkungen: Bei einem Rückfall oder der erneuten Einnahme von Medikamenten wäre die Pilotenlizenz erloschen.
https://de.nachrichten.yahoo.com/trotz- ... 05228.html
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Re: Antidepressiva und sinnlose Gewalttaten

Beitrag von Murmeline » Donnerstag, 30.04.15, 17:58

Angaben zu Medikamenten bei der ersten Depression laut Spiegel:
Die FAA warnte Lubitz, die Lizenz könne nur erteilt werden, wenn er eine Erklärung seines Arztes vorlege. In dem Schreiben des Arztes heißt es: Lubitz habe unter einer "schweren depressiven Episode" gelitten "ohne psychotische Symptome". Lubitz sei aber "komplett geheilt". Behandelt worden war Lubitz mit den Psychopharmaka Cipralex und Mirtazapin.
http://www.spiegel.de/panorama/justiz/g ... 31500.html
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Re: Antidepressiva und sinnlose Gewalttaten

Beitrag von Murmeline » Donnerstag, 30.04.15, 18:18

Wortlaut der FAA
Because of your history of reactive depression, operation of aircraft is prohibited at any time new symptomes or adverse changes occur or at any time medication and/or treatment is required.
http://www.faa.gov/foia/electronic_read ... Lubitz.pdf
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Re: Antidepressiva und sinnlose Gewalttaten

Beitrag von fruehling » Samstag, 02.05.15, 8:38

Da wollen die einem erzählen, dass diese Mittel heilen können :frust:
Diese Mischung von einem SSRI am Morgen und was dämpfendes wird wohl gern genommen :evil:

Heute stand in der Tagespost ein Artikel über die Verfassung von Andreas L.
Er wäre geheilt gewesen, da er medikamentös behandelt wurde. Die Medikamente wurden langsam reduziert...
Jeder von uns weiß, was die Ärzte unter langsam verstehen :frust: . Er nahm ja auch Tavor, warum auch immer, entweder wegen der aufkommenden Unruhe während des Absetzens oder weil ein neues Medi, ament angesetzt wurde. Wir werden es nie erfahren und wir spekulieren ja nur...
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Begleitung meiner Mutter
12. 2011 Kontrastmittelinduzierte SD-Überfunktion
Symptome;innere Unruhe und Gewichtsabnahme, Hypertonie,Schlafstörungen
03.2012, Behandlung in der Psychiatrie
mit Carbimazol, Cita und Olanzapin
12.2012; SD-Blocker abgesetzt
Plötzlich paradoxe Reaktion auf Cita (Erregtheit,innere Unruhe,Getriebenheit,Angst)
02.2013 Psychiatrie
Alles abgesetzt auf 0 (durchgedreht) es wurden sämtliche Psychopharmaka an ihr ausprobiert
- Verschlimmerung der Symptome, unbeschreiblich!
05.2013
Entlassungsmedikation;Lyrika 600mg, Mirtazapin 45mg
Verschlimmerung,Persönlichkeitsveränderung
Lyrika und Mirtazapin langsam abgesetzt
Starke Besserung aber Stimmungstief
Neurologe schlägt zur Stimmungsaufhellung wieder Citalopram vor:
schlimme Unruhe, Stromschläge, Hitzeströme im Nacken, Angst, sollte Tavor (3 mal 0,5mg)nehmen und weitermachen, nach 6 W. keine Besserung (Tavor auf eigene Faust ausgeschlichen)
07.2013
Diagn.: 4,5cm großer hormonaktiver Schilddrüsenknoten
08.2013 SD-OP
09.2013; Nachuntersuchung der SD
6 Wochen später erneute OP
Medikamente weiter ausgeschlichen, Besserung
11.2013 Citalopram in 14 Tagen abgesetzt,
2 Wochen später schlimme Bewegungsunruhe,Depressionen,Angstzustände,Gewichtsabnahme,Strom,-Hitzeströme im Nacken,Hoffnungslosigkeit
Psychiatrie
fast alle Medikamente wurden wieder eindosiert;
Entlassungsmedikation:
150mg Venlafaxin 1-0-0 (75mg)
10mg Olanzapin 0-0-1 (0!!)
7,5mg Zopiclon zur Nacht (0!!)
1mg Tavor 0,5-0,25-0 (0)
Substitution Diazepam (3,75)
Mirtazapin 15mg 0-0-0-1
Olanzapin Reduktion
11.04. - 1,5
01.05. - 1
01.06. - 1
04.07. -1,25 kontinuierliche Besserung, Antrieb/Freude, aushaltbare Absetzsymptome
01.08. -0,65
13.08. -0,65 Blutdruckanstieg, zwischendurch Anspannung, Weinerlichkeit
01.09. -0,65 verbesserter Schlaf, deutlich bessere Zuckerwerte
29.09. -0,65
zeitgleich wg Unruhe, Blutdruckanstieg, kleinen Magenblutungen
Venlafaxin -12,5
12.10. -12,5
27.10. -12,5
21.11. -12,5
25.05. -12,5
25.06. -12,5
10.08. -12,5
Zopiclon
07.11. -1,9mg, dann alle 4 Wochen 0,9mg reduziert,
seit dem 16.03.auf 0
Blutdruck normalisiert, weniger Unruhe, wirkt am Morgen aber sehr sediert
Olanzapin
06.04.
ca. alle 4-6 Wochen 0,7 mg (Bewegungsunruhe momentan so gut wie weg, Cholesterinwerte top,um fast 100 gesunken)
05.06; -0,6mg und immer etwas weniger
16.06. Olanzapin ade(!!?!!)
Lorazepam
16.07; -0,1mg am Mittag
08.08; -0,15mg
05.09. Substitution Lorazepam/Diazepam
In Tropfen: 3-1-3 (3,5mg)
30.10. Erhöhung wg Entzugssymptome
4-1-3 (4,0mg)
28.11.
4-1-2 (3,5mg)
08.12
3-1-2 (3mg)
18.12
2-1-2 (2,5mg) weinerlich, unruhig, Zunahme von Blepharospasmus
?
2-1-1 (2mg)
Erhöhung
11.01.
2-1-2 (2,5mg)
25.01
Umstellung auf 2,5mg am Morgen
Seit ca. Mai 0mg Diazepam :party2:

Kassiopeia
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Re: Antidepressiva und sinnlose Gewalttaten

Beitrag von Kassiopeia » Samstag, 02.05.15, 10:41

Hallo,

nun wäre es aber wirklich spannend, zu wissen, wie es weiter gegangen ist. Ich vermute ja, dass die damalige Episode abgeklungen ist, er aber aus irgend einem Grund wieder Medis genommen hat, nur dieses Mal hatte er wohl weniger Glück und die Sache verlief nicht so harmlos.

Reine Spekulation natürlich. Abwarten, ob da in Deutschland noch irgendwelche Infos kommen.

Alles Liebe
Kassiopeia
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MurmelineOliver
Diagnose 3/2013: Schwere/mittlere Depression/Burn-Out induzierte D.>>März 2013: Venlafaxin 75 mg>>auf 225 mg
nach Abklingen der NW gut vertragen>>Dezember 2013: Um Tiefs (Schmerzen am ganzen Körper, extreme Schwäche)abzufedern auf 300 mg: stabile Stimmung, jedoch körperlich ständig erschöpft, extrem hohes Schlafbedürfnis und neue NW: "Stöße" am Hinterkopf + kurzzeitig schwankender Gang>>5.2.2014:225 mg Absetzsymptome: Kopfschmerzen, Augenbrennen, Rachenschmerzen, Weinerlichkeit, intensive (auch Angst-) Träume, Nachtschweiß, Kälteschauer, Kribbeln an den Fußsohlen. Positiv: Bin seitdem tagsüber nicht mehr so erschöpft und müde! AS nach etwa drei Wochen abgeklungen>>9.3.2014: Reduktion auf 200 mg. Erst Hochgefühl (manische Phase?) Plötzliche AS nach zehn Tagen: Kopfschmerzen, Augenbrennen, Rachenschmerzen, intensive Träume, Kälteschauer, Tinnitus verstärkt, Müdigkeit, Erschöpfung, Niedergeschlagenheit, Gliederschmerzen, Verspannungen, Pessimismus, Konzentrationsschwäche, Antriebslosigkeit, Gefühl der Überforderung. Dann psychisch eine Besserung, jedoch werden die Krankheitssymptome heftiger: Kopf, Kiefer, Hals, Ohren, Zunge abwechselnd oder gleichzeitig, wechselnd besser und wieder schlechter>>26.4.2014:: 150 mg: Körperliche Schwäche und Gliederschmerzen. Halsschmerzen und Kopfschmerzen abwechselnd. Tinnitus, Müdigkeit. Nach etwa 1 Monat symptomfrei. Dann Tabletten vergessen: Alptraumnacht und massive körperliche Symptome. Wiedereindosiert nach 2 Tagen. Symptome nun wieder wie nach letztem Absetzschritt, mit Ausnahme von Halsschmerzen.
Absetzpause, Reha, Stabilisierung. Neue Diagnose: rezidivierende Depression und somatoforme Schmerzstörung
20.12.2014: Ca. 147,5 mg leichte Absetztsymptome
31.12.2014: Ca. 145 mg die ersten paar Tage nix, dann Schwitzen, Kälteschauer, Gliederschmerzen und Antriebslosigkeit
07.01.2015: Ca. 142,5 mg Schmerzen am ganzen Körper, grippig, morgens total im Eimer
17.01.2015: Ca. 140 mg
19.01: Bakterieller Infekt mit Fieber: Wegen heftiger Muskelzuckungen wieder zurück auf 142,5 mg
02.02. 140 mg
11.02. 137,5 mg
13.03. 132,5 mg
05.04. 127, 5 mg
23.04. 125 mg
27.05. 122,5 mg
10.06. 120 mg
04.08. 117.5 mg
18.08. 115 mg
08.09. 75 mg. hypomanische Phase, Schwitzen, Kälteschauer, Träume, dann Tief mit Traurigkeit, Antriebslosigkeit und Gliederschmerzen.
03.01. 7 Kügelchen weniger
08.02. 10 Kügelchen weniger
28.02. 15 Kügelchen weniger - also bei etwa 70,8 mg
14.03. 20 - etwas zu früh
Umstellung von morgendlicher Einnahme auf abends
2.5. 25 Kügelchen weniger
15.5. 30 Kügelchen
28.5. 35 Kügelchen
20.6. 40 Kügelchen
14.7. 45 Kügelchen
2.8. 55 Kügelchen - der Schritt war anscheinend zu groß. Enorme Erschöpfung und Schmerzen in den Fingern, Händen, Füßen, Oberarmen, Oberschenkeln, Kribbeln im Gesicht, Halsschmerzen. Jeder Schritt ist anstrengend.
1.9. 60 Kügelchen
20.9. 65 Kügelchen
5.10. -70 Kügelchen :schnecke: :o
16.10. -75 K.
30.10. -80 K.
20.11. -85 K.
20.12. -90 K. - immer noch ca. 50mg to go :frust:
weitergemacht in dem Tempo, bis ich gemerkt habe, dass eine vergessene Dosis mir kaum mehr etwas ausgemacht hat, da hab ich dann immer geschwindelt und bin am nächsten Tag deutlich niedriger eingestiegen.
Ab 1.5.2017 Countdown von 70 Kügelchen, jeden Tag eines weniger
1.7.2017 9 Kügelchen to go
10.07.2017 - 0. Ich bin gereizt und weinerlich, meine Muskeln ziehen, es kribbelt und mir schlafen die Gliedmaßen ein

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Re: Antidepressiva und sinnlose Gewalttaten

Beitrag von Murmeline » Samstag, 02.05.15, 12:51

Hallo Kassiopeia,

so wie ich das verstehe hat er nichts genommen dazwischen und wenn, dann durfte es keiner mitbekommen, weil sonst die Fluglizenz weg gewesen wäre. Das ist natürlich ein enormer Druck, sich keine Abweichung in der Gefühlswelt erlauben zu dürfen.

Ich denke auch, dass er aufgrund von Belastungen, Sorgen etc. wieder (vielleicht auch nur leichte) Symptome hatte und dann eben versucht hat, etwas zu finden, was das ganze besser macht. Er hat sich ja im Zeitraum vom 16.03. bis zum 23.03.2015 nach medizinischen Behandlungsmethoden im Internet gesucht, er war auch bei mehreren Ärzten. Also irgendwas war durcheinander.

Und es ist ja auch hier von vielen Betroffenen bekannt: Selbst wenn man das erste Mal Psychopharmaka und das Absetzen auch gut vertragen kann, dass sagt nichts darüber aus, wie Körper und Psyche bei einer erneuten Einnahme reagieren. Es könnte gut sein, er hat irgendwas oder mehrere Sachen in den maximal zwei Wochen vor seiner Kurzschlussreaktionen wieder eingenommen. Irgendwo stand ja mal es wurde Lorazepam und ein Antidepressiva gefunden.

Mich beschäftigt weiterhin der emotionale Aspekt: Da hat man also in einer Belastungssituation (Ausbildung zum Traumberuf, Ausbildungsabschnitt im Ausland) Symtome, die dann als Krankheitszuschreibung Depression nicht nur mit Therapie sondern auch sofort mit zwei Medikamenten behandelt werden. Danach ist man "potentiell immer und ewig anfällig für Depressionen" kategorisiert. Man darf nicht mehr auffällig werden! Statt dass es Regelungen gibt, dass man sich bei erneuter Symptomatik offen an den AG wenden kann, der dann ein Team aus Therapeuten/Ärzten hat (die nicht rein und sofort Medikamente einsetzen) und man für eine gewisse Zeit Abstand gewinnen kann um das ganze für sich mit Hilfe zu klären, hat man zusätzlichen Druck "dass man soetwas nicht haben darf" sonst in die Fluglizenz einfach für immer weg und damit auch (erstmal) die Existenz. Ich meine, dass ist doch zusätzlich Stress pur!

Grüße Murmeline
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Re: Antidepressiva und sinnlose Gewalttaten

Beitrag von Kassiopeia » Dienstag, 05.05.15, 21:12

Also, was mich an der Geschichte immer noch stutzig macht, ist die Tatsache, dass ihm gedroht wurde, seine Fluglizenz sofort verfallen zu lassen, sobald er wieder Medikamente nehmen sollte, denn gerade die FAA hat doch seit 2010 beschlossen, Piloten mit der passenden Medikation das Fliegen sogar von Passagiermaschinen zu erlauben.

http://www.flugrevue.de/zivilluftfahrt/ ... iva/493134

Also dürfte ihm eher die deutsche Behörde Sorgen gemacht haben.

Aber ja, die Aussicht, den Traumberuf vielleicht für immer zu verlieren, das bedeutet psychischen Stress pur. Da kann man sich natürlich nicht drauf verlassen, dass PilotInnen psychische Probleme von selbst melden. Da steht zu viel auf dem Spiel. Aber die Psyche von außen beurteilen, das geht nicht. Dafür taugt kein Test der Welt. Das können immer nur die Betroffenen selbst (eventuell im Austausch mit einer versierten Vertrauensperson). Auch psychiatrische Gutachten kann man sich sonstwo--eh schon wissen, wie wir nur allzu gut wissen.

Schwierig, aber auf jeden Fall sollte ein offenes, transparentes System immer einem tabuisierenden und stigmatisierenden vorgezogen werden. Und natürlich muss man sich nun einmal die Komplexität und Dynamik von psychischen Phänomenen eingestehen.
Und die Illusion ihrer Beherrschbarkeit aufgeben.

Alles Liebe
Kassiopeia
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Diagnose 3/2013: Schwere/mittlere Depression/Burn-Out induzierte D.>>März 2013: Venlafaxin 75 mg>>auf 225 mg
nach Abklingen der NW gut vertragen>>Dezember 2013: Um Tiefs (Schmerzen am ganzen Körper, extreme Schwäche)abzufedern auf 300 mg: stabile Stimmung, jedoch körperlich ständig erschöpft, extrem hohes Schlafbedürfnis und neue NW: "Stöße" am Hinterkopf + kurzzeitig schwankender Gang>>5.2.2014:225 mg Absetzsymptome: Kopfschmerzen, Augenbrennen, Rachenschmerzen, Weinerlichkeit, intensive (auch Angst-) Träume, Nachtschweiß, Kälteschauer, Kribbeln an den Fußsohlen. Positiv: Bin seitdem tagsüber nicht mehr so erschöpft und müde! AS nach etwa drei Wochen abgeklungen>>9.3.2014: Reduktion auf 200 mg. Erst Hochgefühl (manische Phase?) Plötzliche AS nach zehn Tagen: Kopfschmerzen, Augenbrennen, Rachenschmerzen, intensive Träume, Kälteschauer, Tinnitus verstärkt, Müdigkeit, Erschöpfung, Niedergeschlagenheit, Gliederschmerzen, Verspannungen, Pessimismus, Konzentrationsschwäche, Antriebslosigkeit, Gefühl der Überforderung. Dann psychisch eine Besserung, jedoch werden die Krankheitssymptome heftiger: Kopf, Kiefer, Hals, Ohren, Zunge abwechselnd oder gleichzeitig, wechselnd besser und wieder schlechter>>26.4.2014:: 150 mg: Körperliche Schwäche und Gliederschmerzen. Halsschmerzen und Kopfschmerzen abwechselnd. Tinnitus, Müdigkeit. Nach etwa 1 Monat symptomfrei. Dann Tabletten vergessen: Alptraumnacht und massive körperliche Symptome. Wiedereindosiert nach 2 Tagen. Symptome nun wieder wie nach letztem Absetzschritt, mit Ausnahme von Halsschmerzen.
Absetzpause, Reha, Stabilisierung. Neue Diagnose: rezidivierende Depression und somatoforme Schmerzstörung
20.12.2014: Ca. 147,5 mg leichte Absetztsymptome
31.12.2014: Ca. 145 mg die ersten paar Tage nix, dann Schwitzen, Kälteschauer, Gliederschmerzen und Antriebslosigkeit
07.01.2015: Ca. 142,5 mg Schmerzen am ganzen Körper, grippig, morgens total im Eimer
17.01.2015: Ca. 140 mg
19.01: Bakterieller Infekt mit Fieber: Wegen heftiger Muskelzuckungen wieder zurück auf 142,5 mg
02.02. 140 mg
11.02. 137,5 mg
13.03. 132,5 mg
05.04. 127, 5 mg
23.04. 125 mg
27.05. 122,5 mg
10.06. 120 mg
04.08. 117.5 mg
18.08. 115 mg
08.09. 75 mg. hypomanische Phase, Schwitzen, Kälteschauer, Träume, dann Tief mit Traurigkeit, Antriebslosigkeit und Gliederschmerzen.
03.01. 7 Kügelchen weniger
08.02. 10 Kügelchen weniger
28.02. 15 Kügelchen weniger - also bei etwa 70,8 mg
14.03. 20 - etwas zu früh
Umstellung von morgendlicher Einnahme auf abends
2.5. 25 Kügelchen weniger
15.5. 30 Kügelchen
28.5. 35 Kügelchen
20.6. 40 Kügelchen
14.7. 45 Kügelchen
2.8. 55 Kügelchen - der Schritt war anscheinend zu groß. Enorme Erschöpfung und Schmerzen in den Fingern, Händen, Füßen, Oberarmen, Oberschenkeln, Kribbeln im Gesicht, Halsschmerzen. Jeder Schritt ist anstrengend.
1.9. 60 Kügelchen
20.9. 65 Kügelchen
5.10. -70 Kügelchen :schnecke: :o
16.10. -75 K.
30.10. -80 K.
20.11. -85 K.
20.12. -90 K. - immer noch ca. 50mg to go :frust:
weitergemacht in dem Tempo, bis ich gemerkt habe, dass eine vergessene Dosis mir kaum mehr etwas ausgemacht hat, da hab ich dann immer geschwindelt und bin am nächsten Tag deutlich niedriger eingestiegen.
Ab 1.5.2017 Countdown von 70 Kügelchen, jeden Tag eines weniger
1.7.2017 9 Kügelchen to go
10.07.2017 - 0. Ich bin gereizt und weinerlich, meine Muskeln ziehen, es kribbelt und mir schlafen die Gliedmaßen ein

fruehling
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Re: Antidepressiva und sinnlose Gewalttaten

Beitrag von fruehling » Mittwoch, 06.05.15, 20:03

Begleitung meiner Mutter
12. 2011 Kontrastmittelinduzierte SD-Überfunktion
Symptome;innere Unruhe und Gewichtsabnahme, Hypertonie,Schlafstörungen
03.2012, Behandlung in der Psychiatrie
mit Carbimazol, Cita und Olanzapin
12.2012; SD-Blocker abgesetzt
Plötzlich paradoxe Reaktion auf Cita (Erregtheit,innere Unruhe,Getriebenheit,Angst)
02.2013 Psychiatrie
Alles abgesetzt auf 0 (durchgedreht) es wurden sämtliche Psychopharmaka an ihr ausprobiert
- Verschlimmerung der Symptome, unbeschreiblich!
05.2013
Entlassungsmedikation;Lyrika 600mg, Mirtazapin 45mg
Verschlimmerung,Persönlichkeitsveränderung
Lyrika und Mirtazapin langsam abgesetzt
Starke Besserung aber Stimmungstief
Neurologe schlägt zur Stimmungsaufhellung wieder Citalopram vor:
schlimme Unruhe, Stromschläge, Hitzeströme im Nacken, Angst, sollte Tavor (3 mal 0,5mg)nehmen und weitermachen, nach 6 W. keine Besserung (Tavor auf eigene Faust ausgeschlichen)
07.2013
Diagn.: 4,5cm großer hormonaktiver Schilddrüsenknoten
08.2013 SD-OP
09.2013; Nachuntersuchung der SD
6 Wochen später erneute OP
Medikamente weiter ausgeschlichen, Besserung
11.2013 Citalopram in 14 Tagen abgesetzt,
2 Wochen später schlimme Bewegungsunruhe,Depressionen,Angstzustände,Gewichtsabnahme,Strom,-Hitzeströme im Nacken,Hoffnungslosigkeit
Psychiatrie
fast alle Medikamente wurden wieder eindosiert;
Entlassungsmedikation:
150mg Venlafaxin 1-0-0 (75mg)
10mg Olanzapin 0-0-1 (0!!)
7,5mg Zopiclon zur Nacht (0!!)
1mg Tavor 0,5-0,25-0 (0)
Substitution Diazepam (3,75)
Mirtazapin 15mg 0-0-0-1
Olanzapin Reduktion
11.04. - 1,5
01.05. - 1
01.06. - 1
04.07. -1,25 kontinuierliche Besserung, Antrieb/Freude, aushaltbare Absetzsymptome
01.08. -0,65
13.08. -0,65 Blutdruckanstieg, zwischendurch Anspannung, Weinerlichkeit
01.09. -0,65 verbesserter Schlaf, deutlich bessere Zuckerwerte
29.09. -0,65
zeitgleich wg Unruhe, Blutdruckanstieg, kleinen Magenblutungen
Venlafaxin -12,5
12.10. -12,5
27.10. -12,5
21.11. -12,5
25.05. -12,5
25.06. -12,5
10.08. -12,5
Zopiclon
07.11. -1,9mg, dann alle 4 Wochen 0,9mg reduziert,
seit dem 16.03.auf 0
Blutdruck normalisiert, weniger Unruhe, wirkt am Morgen aber sehr sediert
Olanzapin
06.04.
ca. alle 4-6 Wochen 0,7 mg (Bewegungsunruhe momentan so gut wie weg, Cholesterinwerte top,um fast 100 gesunken)
05.06; -0,6mg und immer etwas weniger
16.06. Olanzapin ade(!!?!!)
Lorazepam
16.07; -0,1mg am Mittag
08.08; -0,15mg
05.09. Substitution Lorazepam/Diazepam
In Tropfen: 3-1-3 (3,5mg)
30.10. Erhöhung wg Entzugssymptome
4-1-3 (4,0mg)
28.11.
4-1-2 (3,5mg)
08.12
3-1-2 (3mg)
18.12
2-1-2 (2,5mg) weinerlich, unruhig, Zunahme von Blepharospasmus
?
2-1-1 (2mg)
Erhöhung
11.01.
2-1-2 (2,5mg)
25.01
Umstellung auf 2,5mg am Morgen
Seit ca. Mai 0mg Diazepam :party2:

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Re: Antidepressiva und sinnlose Gewalttaten

Beitrag von Murmeline » Donnerstag, 11.06.15, 22:40

hallo,

heute gab es einen Artikel (SZ vom 12.06.2015), der auf den Ermittlungserkenntnissen zu den letzten Monate und Tage des Piloten aufbaut. Ich fand den Artikel insofern entlastend, dass er allen Interpretationen Richtung "narzisstische Persönlichkeit", Monster, das alle geplant mit in den Tod reißen will o.ä. entgegensteht.

Wichtig:
Vieles war falsch, was über den Piloten verbreitet wurde. Kein martialischen Benutzernamen "Skydevil", keine angeblichen Freundin (mit den ominösen Aussagen), Lubitz war nie mit Familie oder alleine in den Alpen, seine Freundin nicht schwanger, keinen Liebeskummer, und die angebliche bipolare Störung hat kein Arzt bei ihm diagnostiziert.

Zeitliche Rekonstruktion:
Ende 2014: Lubitz glaubt, er habe ein schweres Problem mit seinen Augen. 2 Arzttermine, Verdachtsdiagnose Augenkrankheit mit Ausgang Erblindung bestätigt sich nicht. Mit den Augen sei alles ok. Arztnotiz: Patient sei ängstlich.

Anfang 2015: Dann Arzte-Odyssee (Augenärzte, Fachkliniken): Alle sagen, die Augen sind gesund. Lubitz hat subjektiv ein anderes Empfinden. Zitat aus Brief: "Wenn die Augen nicht wären", schreibt er einem Mediziner, dem er vertraut, "wäre alles gut." Angehörige wissen von seinen Sorgen um die Augen und die Angst vor Erblindung, bemerken aber keine Einschränkungen bei ihm. Schlafprobleme nehmen wohl zu.

Besuch Neurologe und Psychiater Mitte März mit Mutter.
Lubitz spricht offenbar nur über die Augenstörung - die er nicht hat. Wegen der Augen könne er nachts nicht schlafen - sonst sei alles in Ordnung. Die Neurologen, zu denen er auch geht, tippen auf eine "Angststörung", etwa die panische Angst zu erblinden.
Ebenfalls Mitte März 2015:
Hinter Lubitz liegt eine Odyssee durch die Praxen all der Ärzte, Psychiater und Neurologen, und keiner konnte ihm helfen. Er hat sich krankschreiben lassen, zwischen dem 13. und dem 22. März steuert er kein Flugzeug. Gleich von drei Ärzten hat er sich Atteste besorgt: Einer diagnostiziert einen "psychosomatischen Beschwerdekomplex". Dieses Attest gibt Lubitz erst gar nicht bei seinem Arbeitgeber ab. Auch ein zweites Attest behält er für sich. Die Krankschreibung, die er bei Germanwings einreicht, ist allgemein gehalten: "Anhaltende Sehstörung, unklare Genese". Zwei Wochen vor dem Absturz der Germanwings-Maschine verbrachte die Familie ein Wochenende in Berlin. Es soll harmonisch gewesen sein, sagen sie den Ermittlern.
Von Mitte März 2015 an aber zeigen die Sucheinträge (auf dem Computer) eine dramatische Zuspitzung.
EDIT: Ergänzung New York Times:
In a March 10 e-mail to a doctor, Lubitz had indicated he could only sleep two hours a night and wanted urgent help, Robin said. Lubitz specified he was taking Mirtazapine, an antidepressant, and had even doubled the dosage from 15 to 30 milligrams in a failed bid to improve his sleep, and his fear of going blind continued, the prosecutor added.
http://mobile.nytimes.com/aponline/2015 ... &referrer=
(Er schrieb am 10. März eine E-Mail an einen Arzt, er könne nur zwei Stunden pro nacht schlafen und bräuchte dringend Hilfe. Er nehme Mirtazapin und habe seine Dosis von 15mg auf 30mg verdoppelt in einem gescheiterten Angebot (?) seinen Schlaf zu verbessern, und seine Angst zu Erblinden wäre weiter da.)

EDIT: Der Artikel ist auf der NYT nicht mehr aufzufinden! :shock: :frust:
Die o.a. Formulierung wra allerdings Teil einer Pressemeldung der Assciated Press nach der Pressekonferenz und lässt sich im Wortlaut an anderer Stelle im Netz finden: http://www.huffingtonpost.com/2015/06/1 ... 62258.html

EDIT: Der Artikel ist auch auf der Huffingtenpost nciht mehr zu finden :shock: :frust:
Neuer Versuch: http://www.chicagotribune.com/news/nati ... story.html

18. März, also sechs Tage vor der Katastrophe,
gibt es 67 Such-Einträge, er tippt: "Die schnellen Tode" und "wie viel kostet Zyankali und woher kriegt man das " oder "was passiert, wenn man zu viel Schlaftabletten nimmt?" Er sucht nach Giften und nach tödlichen Medikamentencocktails - aber auch nach Behandlungsmöglichkeiten von Sehstörungen. Nach mehr als sechs Stunden Suche bricht er ab. Tags darauf sucht er nach Tipps gegen Schlafstörungen, aber auch nach Giften, die für einen Suizid taugen.
4 Tage vorher:
klickt er abends, nach 20 Uhr, auf eine Seite mit Beschreibungen von Cockpit-Türen. Er blättert etliche Beiträge durch und schaut sich gegen 20.25 Uhr eine Reportage zu dem Thema an, die im Fernsehen zu sehen war.
Dann folgen die weiteren Tage Recherchen zu Tipps bei Schlafstörungen und, wieder, nach guten Behandlungsmöglichkeiten für Sehstörungen - und er liest einen Artikel über einen 18-Jährigen, der die Sehkraft verloren hat (am Tag vor dem Unglück). Mittags: Er und seine Freundin machen den Wocheneinkauf, später kocht er für sie. Zuletzt googelt er am Abend vorher Patientenverfügungen - vermutlich als Backup, falls ein Suizid nicht klappt.

Und dann das Unglück, am nächsten Tag, in einer Kurzschlussreaktion als der Pilot rausging. Auf dem Hinflug ging der Pilot ja auch mal raus. da hat er ja einen kurzen Beschleunigungtest gemacht, dann aber nichts weiter.

Ob er von den Psychiatern/Neurologen auch Rezepte bekam, ob die eingelöst wurden, ob und welche Psychopharmaka bei ihm gefunden wurden, ob welche aus der Packung genommen wurde - dazu steht nichts im Artikel. Interessant finde ich den zeitlichen Zusammenhang von Psychiater/Neurologenbesuche und dann den Suizidrecherchen allerdings. (EDIT mit Infos aus der New York Times eingefügt)
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Re: Antidepressiva und sinnlose Gewalttaten

Beitrag von Peter_Ansari » Freitag, 12.06.15, 14:38

Liebe ADFDler,

der neue Beitrag in der SZ ist endlich mal etwas ausgewogener. Aber ... nun ja.

Ich hab auch was dazu geschrieben. Danke an :D Murmeline!

Zuerst hatte ich überlegt, ob ich den Artikel: "Blind für Pharmakritik" nennen sollte.

http://www.depression-heute.de/blog/78- ... ungen.html

Bis bald
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Re: Antidepressiva und sinnlose Gewalttaten

Beitrag von Murmeline » Samstag, 13.06.15, 21:15

Ein interessanter Leserbrief im Ärzteblatt zum Thema Pilot von Dr. Björn Lotz (Arzt, aber nicht niedergelassenen, praktiziert nicht).
Titel: Germanwings-Flug: Helfen wir wirklich?

Es ist eine Antwort auf diesen Artikel: Absturz von Germanwings-Flug 4U9525: Das Stigma wurde verstärkt von Petra Bühring
http://www.aerzteblatt.de/archiv/169167 ... verstaerkt

Auszug:
Die Frage, die gestellt werden muss, und die von Frau Bühring nicht einmal angedeutet wird, ist die nach der Wirksamkeit der Behandlungen, die wir anbieten. Der Pilot war ja in der Vergangenheit und auch kurz vor dem Absturz in Behandlung (wie die Krankschreibung belegt) und es ist trotzdem passiert. Nun ist mir natürlich klar, dass man immer Fälle haben wird, denen man nicht helfen kann. Aber die Frage muss man trotzdem stellen! Und Fehler, die im Rahmen der Beantwortung dieser Frage entdeckt werden, muss man eingestehen und korrigieren.

Ich möchte verdeutlichen, was ich meine. Kürzlich wurde mir aus erster Hand von der stationären Behandlung eines Angstpatienten berichtet, der bereits sieben Psychopharmaka bekam (parallel), und dem jetzt zusätzlich ein achtes Psychopharmakon verabreicht wurde, da sich die Störung nicht besserte. Meines Erachtens kann die Wechselwirkung dieses Cocktails aus sieben Medikamenten schon niemand abschätzen, und bevor man da noch eins draufsetzt, sollte man bitteschön zunächst mal innehalten und die Therapie grundsätzlich überdenken.

Wir sollten uns als Ärzte ehrlich fragen: Helfen wir wirklich, oder stellen wir nur ruhig?

Vor dem Hintergrund von 150 Toten darüber zu jammern, dass jemand Patienten stigmatisiert, ohne auch nur einen Gedanken daran zu verschwenden, ob nicht von ärztlicher Seite etwas besser hätte gemacht werden können, ist völlig unangebracht.
http://www.aerzteblatt.de/archiv/170906 ... ch?s=pilot
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Re: Antidepressiva und sinnlose Gewalttaten

Beitrag von Murmeline » Samstag, 13.06.15, 21:33

Und noch eine interessanter Aspekt, eine Reaktion von Elisabeth Klug, Fachärztin für Psychosomatik und Psychotherapie auf den Artikel Das Stigma wurde verstärkt:
In Ihrem Leitartikel vermisse ich etwas, was über das allenthalben vernommene Beschwichtigen und In-Schutz-nehmen-Wollen psychisch Kranker hinausgeht: Wie fördere ich eine Kultur, in der wir miteinander darüber reden, was für seltsame Ideen und Impulse manchmal im eigenen Kopf auftauchen und uns so erschrecken und so peinlich sind, dass wir meinen, niemals mit jemandem darüber reden zu können. Das Ausweichen auf entsprechende anonyme Plattformen im Internet, wo sich ähnlich Betroffene finden lassen, hilft da nicht, da sie das Gefühl des Andersseins, Außenseiterseins noch zementieren.

Der Fall des jungen Piloten bietet meines Erachtens die Gelegenheit, erst einmal in unseren eigenen sozialen Kreisen, bei Freunden, Balint-Gruppen, Qualitätszirkeln und Ähnlichem exemplarisch den Mut aufzubringen, über wohlgehütete Geheimnisse zu sprechen, um es dann auch angstfrei mit unseren Patienten zu tun. Es braucht keine psychische Diagnose, um gelegentlich erschreckende Gedanken in sich zu entdecken. Die spannende Frage ist doch: Was hält die einen davon ab, sie in Taten umzusetzen und die anderen nicht? Bevor wir das erforschen können, müssen wir überhaupt erst einmal darüber reden dürfen. Vielleicht hätte der Pilot es nicht getan, wenn er, wenn wir alle in einer Kultur lebten, in der wir unsere Abgründe nicht voreinander verheimlichen müssten, sondern ihnen mit Mitgefühl, Verständnis und Lebenserfahrung begegneten. Daran können wir aktiv mitarbeiten.
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Re: Antidepressiva und sinnlose Gewalttaten

Beitrag von Murmeline » Sonntag, 14.06.15, 9:08

Mad in America berichtet unter Berufung auf die New York Times dass der Pilot Mirtazapin von 15 auf 30mg erhöht habe im März.

Soviel dazu wo wohl die Sehproblemen herkamen und ein Bezug zu den weiteren Suizidgedanken ist auch nicht abwegig.

http://www.madinamerica.com/2015/06/ger ... ore-crash/

Kleiner Rückgriff, er hat in der damaligen Krankheitsphase schon Mirtazapin genommen:
http://www.adfd.org/austausch/viewtopic ... 80#p100480
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Re: Antidepressiva und sinnlose Gewalttaten

Beitrag von Murmeline » Sonntag, 14.06.15, 9:11

Hier der Originalartikel. Wenn diese Info von den Ermittlungsbehörden herausgegeben würde, warum greift das hier in Deutschland niemand auf?

Ich finde keinen deutschen Artikel, der die Medikamente auch nur erwähnt. Ist nicht relevant anscheinend...

http://mobile.nytimes.com/aponline/2015 ... &referrer=

EDIT: Der Artikel ist auf der NYT nicht mehr aufzufinden! :shock: :frust:
Die o.a. Formulierung war allerdings Teil einer Pressemeldung der Assciated Press nach der Pressekonferenz und lässt sich im Wortlaut an anderer Stelle im Netz finden: http://www.huffingtonpost.com/2015/06/1 ... 62258.html

EDIT: Der Artikel ist auch auf der Huffingtenpost nciht mehr zu finden :shock: :frust:
Neuer Versuch: http://www.chicagotribune.com/news/nati ... story.html
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Re: Antidepressiva und sinnlose Gewalttaten

Beitrag von Lisamarie » Sonntag, 14.06.15, 9:23

Ich kann,s mir denken , da steckt die mächtige Pharmaindustrie hinter. Hab den Abschlussbericht in den Nachrichten gesehen, nicht ein einziges Wort von den Psychophamaka , Hut ab da hat die Pharmaindustrie ganze Arbeit geleistet. Wurde nur über seine Augenprobleme gesprochen und das er Angst hatte zu erblinden. Keine Silbe zu Psychopharmaka.
Bin sehr entsetzt wie mächtig die doch sind.
Lg Petra
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Re: Antidepressiva und sinnlose Gewalttaten

Beitrag von Murmeline » Sonntag, 14.06.15, 9:44

Originaltext:
Robin said that Lubitz sent an email to one doctor just two weeks before the crash, saying he had doubled his dose of an antidepressant he was taking in a failed attempt to end near-sleepless nights as a result of worries about his vision. Robin said it wasn't yet clear if the vision woes were real or imagined, but Lubitz clearly felt it was threatening his beloved career.

"He even said to some of those close to him that given this vision loss, life no longer had meaning," Robin said. Lubitz's girlfriend appeared to be aware of his vision woes, and his family to a lesser extent: Both she and his mother took him to some of his medical appointments, he added.

Robin's comments also exposed the long-term nature of Lubitz's troubles. He feared his vision troubles would spark a return of his depression that he once suffered, the prosecutor said.

In the last five years, Robin said Lubitz consulted with 41 different doctors.

In a March 10 e-mail to a doctor, Lubitz had indicated he could only sleep two hours a night and wanted urgent help, Robin said. Lubitz specified he was taking Mirtazapine, an antidepressant, and had even doubled the dosage from 15 to 30 milligrams in a failed bid to improve his sleep, and his fear of going blind continued, the prosecutor added.

Investigators were going over Lubitz's remains to determine whether he had taken any medications the day of the flight.

Four days after the crash, German prosecutors said there was no evidence that Lubitz had any physical ailment affecting his sight. Robin said Lubitz had complained of seeing flashing lights but that there was no apparent "organic" reason for Lubitz's apparent vision troubles.
http://mobile.nytimes.com/aponline/2015 ... &referrer=

Fazit: Er war seit irgendwann wieder auf Mirtazapin wegen der Schlafstörungen. Und das hat die Sehstörungen dann sicher verschlimmer. Ggf sind sie eine Folge der Medikamentation von damals. Das ist nicht abwegig finde ich. Ggf. getriggert im Dezember durch irgendetwas? Es gibt viele Betroffene hier, bei denen Nebenwirkungen oder Absetzprobleme erneut aufterten, wenn sie durch die gleiche oder eine andere Substanz (Antibiotikum, Kortison, Narkosemittel und vieles mehr) erneut getriggert werden.

Zu Sehstörungen unter Mirtazapin einige Beispiele:
Bei dem Spaziergang habe ich alles mögliche erlebt : Sehstörungen
http://www.adfd.org/austausch/viewtopic.php?t=4610
Aber das allerschlimmste ist der Schwindel und die noch stärkeren Sehstörungen. Hat jemand damit Erfahrungen und kann mich beruhigen?? Das Schlimmste ist das WIRRWARR vor den Augen! Eine so extreme Anfangsphase? Geht das Weg und hilft das Medikament? Der Arzt sagte, dass es auch bei einer geringeren Dosis zu solchen Nebenwirkungen kommen kann.
http://angstforum.info/phpbb3/viewtopic.php?t=11831
leichte Sehstörungen (beim lesen z.B. verschwimmen leicht die Buchstaben)
http://www.med1.de/Forum/Gesundheitswesen/125516/
Zudem habe ich auch Sehstörungen,entweder habe ich das Gefühl nicht scharf zu sehen oder beim sehen je nach Licht wie viele kleine schwarze Mücken.Sehr unangenehm.
http://www.qualimedic.de/Sprechstunde/a ... ng/9334978
Neuerdings nehme ich ein antidepressives Mittel (mirtazapin) und mein Eindruck ist, dass seit einiger Zeit diese Sehstörungen stärker geworden sind was vielleicht damit zu tun haben könnte. Ich erinner mich, dass ich schon einige Nächte hatte wo ich wenn ich die Augen geschlossen hatte oder auch wenn ich die Augen offen hatte richtig wilde Sehstörungen hatte die leider schwer zu beschreiben sind. Obwohl es wie gesagt dunkel ist sehe ich dennoch Dinge oder nehme Impulse wahr.
http://www.medizin-forum.de/phpbb/viewt ... 7&t=115098

Mir ist zum Heulen.

Die Suizidwarnungen kann man sich gut in den Fachinformationen anschauen, zu Sehstörungen steht da speziell nichts drin.
http://www.msd.de/fileadmin/files/fachi ... soltab.pdf
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padmaOliverKassiopeia
Erfahrung mit Psychopharmaka (Citalopram, langjährig Venlafaxin und kurzzeitig Quetiapin), seit Sommer 2012 abgesetzt
Hinweis: Das Team sorgt für die Rahmenbedingungen im Forum und organisiert den Austausch. Ansonsten sind wir selbst Betroffene und geben vor allem Erfahrungswerte weiter, die sich aus unserer eigenen Geschichte und aus Erfahrungen anderer ergeben haben.

Dein Behandler nimmt Absetzproblematik nicht ernst? Das geht anderen auch so, siehe hier
Einer Deiner Ärzte erkennt Probleme mit Psychopharmaka an? Dann berichte doch hier

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Re: Antidepressiva und sinnlose Gewalttaten

Beitrag von Murmeline » Sonntag, 14.06.15, 9:49

Die SZ schreibt am 12.06.2015 im Artikel BLIND VOR ANGST
Die tatsachliche Geschichte der Tragödie des Germanwings-Fluges 4U 9525 beginnt offenbar mit einer Beobachtung, die Andreas Lubitz Ende 2014 macht: Er glaubt, er habe ein schweres Problem mit seinen Augen. Am 23. Dezember besucht er einen Augenarzt in Düsseldorf. Der Mediziner hört sich die Beschwerden des Patienten an und trägt vorlaufig ein: "Mouches volantes". Der Begriff stammt aus dem Französischen, der deutsche Ausdruck lautet "fliegende Mücken"
Und jetzt nochmal in die Erfahrungsberichte oben schauen.

Und keiner der Ärzte stellt einen Zusammenhang zwischen seiner Medikamenteneinnahme und seinen Symptomen her. Keiner.
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padmaOliver
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