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sissi: 9 Monate nach Absetzen / Bromazepam

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Re: 9 Monate nach Absetzen / Bromazepam

Beitrag von Murmeline » Montag, 26.09.16, 17:43

Hallo Sissi,

danke für Dein Update, das mit der Welle ist natürlich schlimm.
Manchmal gibt es Auslöser, manchmal nicht. Möglich halte ich, dass das Qi-Gong getriggert hat. Ich hab es mal gemacht, und in meiner Erinnerung geht es viel um Bewegung, was zu viel für das zentrale Nervensystem sein kann. Phasenweise muss man es behandeln wie ein "rohes Ei" und ihm nicht zuviel zumuten. Vielleicht kannst Du es ersteinmal beim Yoga belassen? Es ist natürlich sehr frustrierend, so eingeschränkt zu sein. :(

Zu Magnesium gibt es hier einen Austauschthread. viewtopic.php?f=57&t=11189
Es kann individuell Unruhe verstärken und bei Unverträglichkeit (starke) Symptome auslösen.

Ich würde warten, bis sich die Welle beruhigt hat und es dann, wenn gewünscht, sehr vorsichtig antesten, maximal eine Minimenge, ein Bruchteil dessen, was "normale" Menschen, die kein hypersensibles ZNS haben, aufgrund der Werte empfohlen wird. Vielleicht ist das transdermale Spray eine Möglichkeit, erstmal auf ein Tuch sprühen und nur ein Eckchen über die Haut führen?

Viele Grüße, Murmeline
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Dein Behandler nimmt Absetzproblematik nicht ernst? Das geht anderen auch so, siehe hier
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Re: 9 Monate nach Absetzen / Bromazepam

Beitrag von Jamie » Montag, 26.09.16, 19:05

Liebe Sissi,

das tut mir sehr leid zu lesen :( .

Wir hören das oft, dass 6-9 Monate nach Null bei vielen extreme Wellen kommen; es scheint bei dir auch so zu sein.
Oft findet man nicht mal einen Grund und grübelt dann die ganze Zeit, woher es kommt.
Hier macht es Sinn, sich angemessen mit seinem Leben zu beschäftigen und kurz zu analysieren, ob es Faktoren geben könnte, die die Welle begünstigt haben, aber dann sollte man das Grübeln auch sein lassen, weil das einfach ein schlimmer Kraft- und Energieräuber ist und dir geht es eh schon schlecht :? .

Es könnte sein, dass der Qi-Gong Kurs für dich zu viel ist; aber das kannst nur du erspüren. Vielleicht gehst du das nächste Mal da hin, machst aber nur einen Teil der Übungen mit und schaust, wie dein Körper danach reagiert? Ich kann oft nicht mal 20min Yoga machen, weil mich das zu sehr pusht; echt total blöd, aber ich muss auf meinen Körper hören - es hilft ja nix. :x .

Magnesium halte ich für eine gute Sache - vorausgesetzt, man verträgt es. Wie Murmeline schrieb, könntest du es mal mit transdermalem Magnesiumöl probieren; ich habe das hier (aus einer natürlichen Quelle) (nur eine Info, keine Werbung: https://www.amazon.de/BetterYou-Mgnesiu ... B002VPDX4W).
Ich muss aber vorwarnen: es brennt etwas auf der Haut, ich nehme gaaaanz wenig und sprühe einen Klecks auf mein Wadenbein.

Weshalb diskutiert ihr bei euch im Forum Magnesium?
Also hier im ADFD wird immer wieder danach gefragt und gerade vielen Benzo-Leuten hilft es auch, aber wir schreiben immer dazu, dass man testen muss, ob man es verträgt. Manchen hilft es ganz toll, anderen gar nicht. Das muss man individuell austesten.

Ich lass dir einen dicken Aufmunterungsknuddler da :hug:
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Re: 9 Monate nach Absetzen / Bromazepam

Beitrag von Kevin05 » Dienstag, 27.09.16, 10:10

Hallo Sissi,

willkommen im Forum, ich "glaube" dass ich noch nichts geschrieben habe in deinem Beitrag, falls doch verzeih, dass sind meine Gedächtnisprobleme dann.

Zum Magnesium kann ich nichts sagen, oder doch, egal wie teuer und rein es war, welche Firma, ich hab keines vertragen, Magen-Darmprobleme.

Das Thema Wellen ist interessanter für mich. Dazu kann ich dir nur sagen, dass ich von Betroffenen weiß, dass grad bei Benzodiazepinen diese Wellen kommen, teilweise wie Jamie oder Murmeline geschrieben hat vielleicht auch ohne bestimmten Auslöser. Da ist es einfach wichtig, diese Phasen zu über tauchen, du hast ja immerhin einen Bluttest gemacht, aber bitte keine neuen Medikamente auch wenn deine Ärztin besorgt ist, weil die helfen nicht fürchte ich.

Diese Symptomwellen, die sehr stark und lästig sein können treten so weit mir bekannt ist bis zu einigen Jahren auf oder positiv formuliert "können" bis zu 3-5 Jahren nach der Einnahme auftreten. Wie gesagt wichtiger Punkt, der ja von Jamie angesprochen wurde, deine Lebensumstände durchforsten und schauen ob es da einen Grund geben könnte, wobei nicht jedes Problem ist ein Grund. Heißt man muss auch hier vorsichtig sein, ich meine, dass man nicht Sachen eliminiert, die vielleicht gar nicht verantwortlich sind, weil es einfach eine Eigendynamik ist.

Was ich so in Erinnerung habe, hast du wenig und kurz diese Substanz genommen, das wird dir auch helfen, dass diese Wellen vielleicht gar nicht mehr kommen, gehen wir mal von einem etwas besseren Verlauf aus, das kann ja auch sein. Ich kenne auch viele Gesunde, die Zeiten haben wo es ihnen gar nicht gut geht, also dem Ganzen versuchen so wenig Raum zu geben und so gut es geht ablenken und mit guten Dingen beschäftigen, mit Sachen die dir Spaß und Freude machen. Geh in den Wald, der Wald hat so viel positive Kraft, das könnte dir gut tun oder in die Berge, Meer, für mich alles positive Assoziationen.

Du hast so viel richtig gemacht, mit dem Absetzen, mit dem was du aktiv für dich tust, ich finde du kannst stolz sein, weil viele schaffen das nicht, weil auch diese Konsequenz aufzubringen ist nicht leicht und das was du machst ist genau richtig, du arbeitest aktiv an dir selbst, mehr kannst du nicht tun, LG Kevin

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Re: 9 Monate nach Absetzen / Bromazepam

Beitrag von sissi » Dienstag, 27.09.16, 11:29

HAllo!

herzlichen Dank Murmeline, Jamie und Kevin , es tut gut euch zu lesen.

Murmeline, hier eine dute Beschreibung vom Qi-gong . Ich dachte, das wäre ehe etwas , das dem Körper bei seiner Genesung helfen könnte, oder habe ich mich da total geirrt ?

http://qigong-stuttgart.com/was-ist-qigong

Ahston empfiehlt Übung (Aerobic, Laufen, Schwimmen, Wandern...), Yoga..., Meditation, Homöopathie, Akupuntur, Massagen usw...Wâre das also alles falsch ?

Jamie,

Magnesium, sowie andere Substanzen sind bei uns eine Streitfrage. Einige bei nehmen stets Magnesium, Omega 3, B-Vitamine und fühlen sich damit viel besser. Andere vertragen es überhaupt nicht. Viele probieren zur Zeit ätherische Öle, Pflanzen wie Ahshwaganda, Gomphrena, andere versuchen es mit Lithium in einer besonderen Form.

https://en.wikipedia.org/wiki/Lithium_orotate

Transdermales MAgnesiumöl kannte ich nicht, scheint aber eine interessante Alternative. DANKE !
Ich finde es sowieso sehr interessant , dass wir unsere Meinungen und Tipps austauschen können.

Kevin , es freut mich sehr dich kennezulernen. Aber, mein Gott, 3 bis 5 Jahre ! Auf unserem Forum spricht man von maximal 2 bis 3 Jahren ...Ja, ich arbeite aktiv an mir selbst, zu viel vielleicht ? Ich möchte so gern wieder walken, wandern . Ich habe das stets während meines Auschleichens gemacht und die Natur tat mir immer gut. Aber meine Ärztin meint, ich sei zur Zeit zu müde dafür...

Mein schwierigstes Symptom ist diese schreckliche Bauchweh im oberen Bereich des Bauches (Dickdarm ? Magen?). Es brennt bis unter die Rippen, schrecklich ! Und dieses ständige Aufstoßen ...Sind das Symptome oder ...?

Zum Schluss, ich finde es sehr interessant , dass wir unsere Meinungen und Tipps austauschen können. Wir haben Auch viele interessante Videos von Carole aus der Schweiz.
Hier eine:

https://www.youtube.com/watch?v=zc3S-GdOXv0

Aber alle Videos sind auf ...Französisch !

Liebe Grüße :group:

Sissi
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Re: 9 Monate nach Absetzen / Bromazepam

Beitrag von Kevin05 » Dienstag, 27.09.16, 16:17

Hallo Sissi,

freu mich auch dich kennenzulernen, Frankreich ist ein schönes Land, zumindest das was ich kennenlernen durfte vor einigen Jahren hat mir sehr gut gefallen.

Das mit der Dauer wie lange Wellen auftreten können, nun das würde ich nicht so eng sehen, ja, ich habe 3-5 Jahre geschrieben, aber ich bezog mich da eher auf Betroffene, die eine Substanz länger nahmen, das war bei dir ja so glaub ich nicht der Fall. Am besten ist, du stellst dich auf nichts ein und schaust einfach was passiert, im Idealfall wird vielleicht gar nichts mehr passieren im Sinne von weiteren Problemen. Geh mal vom Guten aus und ehrlich gesagt als jemand, der viel mit Ärzten und "dergleichen" zu tun hat, kann ich dir mit Garantie sagen, wenn die eine Prognose abgeben zu unserem Thema brauchst du das insofern nur sehr bedingt ernst nehmen, weil sie eben nicht Betroffene sind und hoffentlich nicht waren.

Ich denke, du solltest die Dinge machen, die dir Spaß und Freude machen, ich sag dir ehrlich mir geht es nicht gut meine "Ärzte" raten mir auch spazieren usw., irgendwas Leichtes, will ich aber nicht, ich will das machen, was mir entgegenkommt, sei dies nun Training bei meinem Kampfsportverein, was sehr hart ist oder was auch immer.

Ärzte sollen auch nicht über Dinge urteilen, die sie nicht kennen und so lange sie selber keinen Erfolg haben erst gar nicht.

Was ich dir damit sagen will bitte hör nicht auf deine Ärztin du selbst kennst deine Grenzen und weißt was möglich ist und was nicht.

Die Symptome, die du beschreibst - hm, viele berichten über Magen, Darmprobleme, habe ich auch stark, beides, einmal Magen, dann wieder Darm, sogar ärztlich festgestellt, bei einem Ultraschall meinte einer meiner Ärzte ich hätte sehr Luft in Magen und Darmbereich und das tut eben weh und er meinte nein, das sei vielleicht doch etwas mehr Luft als dort sein sollte. Aber machen kann man da wenig außer hoffen und warten.

Komplex ist das Thema aber allemal, weil was soll/muss man den nun ernst nehmen an Symptomen? Das wirklich schwer zu unterscheiden, auch für einen Arzt, ich bin in der "glücklichen" Situation so viele Symptome zu haben, dass man sie nicht abklären kann, ich muss vertrauen Großteils, ja einige Sachen lasse ich ansehen, aber bei 25 verschiedenen Sachen frag auch ich mich oft nach dem Sinn, so gesehen versuche ich etwas pragmatischer an die Sache heranzugehen, aber natürlich schwer, wenn man auch Angstpatient ist und na ja wer lebt nicht gerne?

Alles Gute und sorg dich nicht, wird sicher nicht so lange dauern, im Ernst, weil einfach Einnahmedauer und Dosis nicht lange bzw. hoch waren, LG Kevin

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Re: 9 Monate nach Absetzen / Bromazepam

Beitrag von sissi » Montag, 10.10.16, 16:24

Hallo alle,

herzlichen Dank Kevin für deine Antwort. Dank dieser habe ich weder neuen Mut gefasst.

Nach einigen Tagen wo es mir wirklich gut ging ist wieder eine neue Welle eingetreten. Aber ich glaube, dass ich jetzt stark genug bin, um dieser Welle den Stirn zu bieten ,ohne mich von ihr in die Tiefe reißen zu lassen.

Habt ihr das auch schon erlebt, dieses Gefühl, dass der Körper nicht richtig gerade ? ein seltsames Gefühl, was ich bisher noch nicht hatte...

Zur Zeit geht es vielen von unseren Mitgliedern ziemilich miserabel und wir fragen uns , ob dies etwas mit dem Jahreszeitwechsel zu tun hat...Viele beschweren sich über Weinkrämpfe, Müdigkeit, Lutlosigkeit...

Wir haben viele Problemfälle in letzter Zeit auf unserem Forum . Ich hätte gern eure Meinung für eine Dame (68 Jahre alt), der es zur Zeit gar nicht gut geht. Sie versucht es seit einigen Monaten 3 mg Bromazepam (kurze Halbwertzeit) abzusetzen und hat es mühsan auf 2.7 mg geschafft. Sie nimmt auch ein Antidepressivum, hat aber schon vor 3 Jahren ein Benzodiazepin zu schnell ausgeschlichen. Aber vor einigen Tagen ist ihr Mann plötzlich schwer erkrankt und seither geht es hier sehr schlecht, sie schläft nicht mehr und hat hat große Mühe zu essen.
Wir fragen uns, ob wir ihr nicht einfach raten sollten , ihr Absetzen aufzuhören, wieder auf 3 mg zurückzukommen (weil es für sie einfacher wäre) und vielleicht warten, bis sich die Lage ihres Mannes bessert und sie dann weniger Stress hat.
Was riskiert man , wenn man einige Zeit nicht absetzt? Bei uns sagt man, dass man nach vier Wochen in Toleranz gerät und dann immer mehr von diesem Zeug braucht ? Stimmt das ?

Liebe Grüße an alle :group:

Sissi

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Re: 9 Monate nach Absetzen / Bromazepam

Beitrag von LinLina » Montag, 10.10.16, 17:00

Liebe Sissi,

schön, dass du wieder Mut gefasst hast, und du ein paar gute Tage hattest. Die nächste Welle wird auch vorüber gehen, ich stelle mir dann immer vor dass sie über mich hinweg rollt, und ich mich so lange ducken und schonen muss.

Es ist wirklich schwer zu akzeptieren, wenn man so lange zu kämpfen hat nach dem Absetzen :hug:

Ja, ich denke dass es gerade vielen schlecht geht liegt bestimmt auch am Jahreszeitenwechsel. Jede Veränderung ist auch Stress, und das vertragen wir im Entzug ja gar nicht gut. Mir geht es aber mit dem kalten Wetter besser als mit der Hitze, und ich mag es dass es jetzt früher dunkel wird, alles etwas ruhiger und langsamer wird in der Stadt.

Zu deiner Frage wegen eures Foren-Mitglieds:

Ich glaube nicht, dass man nach 4 Wochen in die Toleranz kommt wenn man nicht weiter absetzt.

Es könnte sein, dass dies bei wenigen Menschen der Fall ist, bei den meisten denke ich nicht. Wie lange es dauert, bis die Toleranz eintritt ist denke ich ganz unterschiedlich. Bei manchen dauert es vielleicht Wochen, bei den meisten aber Monate-Jahre. Und die Toleranz tritt durch die Einnahmezeit an sich auf, und hat meiner Meinung nach nichts damit zu tun wieviel Abstand man zwischen den Schritten lässt.

Im Amerikanischen Forum Surviving Antidepressants lese ich immer wieder den Begriff "Tolerance Withdrawal" meinst du das? Das ist sehr umstritten. Hier sprechen wir eigentlich nicht davon bzw. habe ich noch nicht erlebt dass dies hier jemandem passiert ist.

Z.b. meine Mutter setzt jetzt auch ein Benzo ab (Lorazepam) und sie nahm es seit sehr vielen Jahren in derselben Dosis, ohne dass sie starke Entzugserscheinungen bekommen hat während der Einnahme, sie hat also nur ganz langsam Toleranz entwickelt.

Wenn es dieser Frau in eurem Forum akut schlecht geht und sie große Sorgen wegen ihrem Mann hat, würde ich an ihrer Stelle jetzt nicht weiter absetzen. Sonst kann sie vielleicht die schwierige Situation nicht durchstehen. Entweder, sie kann noch weiter auf 2,7 mg bleiben oder wenn es gar nicht geht wieder ein bisschen mehr nehmen, das wäre mein Rat. Welches Antidepressivum nimmt sie?

Den Entzug zu schnell zu machen ist denke ich gefährlicher, als länger auf einer Dosis zu bleiben, besonders bei Menschen die nicht mehr so jung sind.

Aber vielleicht kommen noch andere Meinungen dazu. Es ist immer schlimm, zu hören wenn manche kaum absetzen können, oder nur unter großen Qualen trotz langsamster Schritte :cry: da fühle ich mich oft hilflos. Aber es hilft wohl auch da nur viel Zeit und Geduld :hug:

Liebe Grüße
Lina
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Re: 9 Monate nach Absetzen / Bromazepam

Beitrag von sigli » Montag, 10.10.16, 17:26

"Es könnte sein, dass dies bei wenigen Menschen der Fall ist, bei den meisten denke ich nicht. Wie lange es dauert, bis die Toleranz eintritt ist denke ich ganz unterschiedlich. Bei manchen dauert es vielleicht Wochen, bei den meisten aber Monate-Jahre. Und die Toleranz tritt durch die Einnahmezeit an sich auf, und hat meiner Meinung nach nichts damit zu tun wieviel Abstand man zwischen den Schritten lässt."


Hallo Sissi,

es ist genauso, wie Lina schreibt. Die Toleranz hat nichts mit der Länge der Zeit bei der Reduktion zwischen den einzelnen Absetzschritten zu tun. Man kommt, wenn man ein Benzo nimmt, ganz langsam in eine Toleranz; bei mir war dies es erst viele Jahre später, und die Schwere der Toleranz wurde dann auch von Jahr zu Jahr mehr.

Für die Reduktion gilt eher das Gegenteil. Ich spreche hier immer aus eigener Erfahrung. Wenn man mal eine schwierige Phase hat, ist es immer gut, länger auf dem jeweiligen Stand zu bleiben. Es ist sogar besser und zahlt sich für das ZNS aus, wenn man sich immer gut zwischen den Reduktionsschritten stabilisiert. Ich war mehrmals 8 Wochen auf einer betimmten mg-Zahl. Es ging einfach nichts, weil immer etwas dazwischen kam. Dieses lange Warten hat sich IMMER bewährt und war wichtig.

Ob die Dame, von der du sprichst, erhöhen sollte, ist eine andere Frage. Es gibt einfach extreme Situationen, in denen es nicht zu vermeiden ist. Wenn sie erhöht, sollte sie aber, so meine Meinung, lange auf dieser Dosis bleiben, bis sich zum einen ihre Lebensumstände gebessert haben, zum anderen sie sich wirklich stabil fühlt. Dieses Zeitlimit von 4 Wochen sehe ich persönlich als falsch an.

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Re: 9 Monate nach Absetzen / Bromazepam

Beitrag von sissi » Montag, 10.10.16, 18:52

Hallo Sigli,

herzlichen Dank für deine Antwort. Ich teile deine Meinung.

Die Frau soll eine gewisse Zeit auf ihrer Dosis bleiben , bis sie sich stabilisiert hat und bis sie auch weniger Stress hat.

So wie ich sehe, bist du jetzt im Endspurt nach langem Kämpfen.
Ich sende dir von Herzen viel Kraft une Energie für diese letzte Runde.

Liebe Grüße

Sissi
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Re: 9 Monate nach Absetzen / Bromazepam

Beitrag von sigli » Dienstag, 11.10.16, 8:43

Hallo Sissi,

vielen Dank. Das wünsche ich dir auch.

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Re: 9 Monate nach Absetzen / Bromazepam

Beitrag von sissi » Dienstag, 15.11.16, 11:28

Hallo alle,

Frankreich meldet sich mal wieder...

Also kleine Bilanz 16 Monate nach Absetzen.

Es hat sich nicht viel geändert,abgesehen von einigen fast symptom freien Tagen, die ersten seit vielen Monaten ! Aber leider war es kurz, hinterher kam dann eine schreckliche Welle , die jetzt schon fast vier Wochen dauert. Ich glaube, dass der Jahreszeitwechsel zum Herbst und der Stundenwechsel dazu beigetragen hat. Ganz Ehrlich gesagt, ich dachte nicht , dass es nach 16 Monaten noch so schlimm sein konnte. Aber wir haben auf unserem Forum noch nicht genug Abstand über die Zeit nach dem Absetzen. Mit meinen 16 Monaten gehöre ich zu den "Pionieren" !

Was mir seit einigerZeit am meisten zu schaffen macht sind die Muskelspannungen und Krämpfe (besonders Magen/Darmkrämpfe und am schlimmsten Speiseröhre). Auch die Atemprobleme sind akuter geworden... Ich frage mich und wir fragen uns auf unseremForum, ob Pflanzenextrakte z.B. Baldrian oder Melisse... in der Periode nach Absetzen eine Hilfe sein können oder ob sie die Symptome triggern können. Was ist eure Stellung zu diesem Thema ?

Uns würde uch interessieren , ob ihr etwas zur Stärkung des Abwehrsystems vorschlagt. Bei uns nehmen viele Vitamin C wie Acerola, Magnesium, Spurenelemente (Kupfer...) und Siliciumdioxid.

Viele liebe Grüße an alle

Sissi

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Re: 9 Monate nach Absetzen / Bromazepam

Beitrag von Jamie » Dienstag, 15.11.16, 11:41

Hallo sissi, :)

schön mal wieder von dir zu hören.
Und auch schön, dass du mal ein paar gute Tage hattest :hug: .

Dass danach fieserweise eine umso schlimmere Welle zugeschlagen hat, das tut mir leid :( .

Ich halte aber alles für völlig normal, was du schilderst. Es deckt sich mit unseren Erfahrungen hier im Forum, dass ein Benzoentzug noch viele Jahre Nachwehen verursacht. Auch ich leide fortdauernd an Muskelproblemen und Verspannungen (und noch einiges mehr).

Kennst du das Zusatz-Manual von Professor Ashton? Es entstand 2013. Esperanza und ich haben es vor einiger Zeit übersetzt.
Da greift Prof. Ashton genau das auf:
viewtopic.php?f=16&t=11148
Wiederauftreten von Entzugserscheinungen trotz erfolgreichen Entzugs

Es ist nicht ungewöhnlich, dass augenscheinliche Entzugssymptome noch Jahre nach erfolgreichem Benzodiazepinentzug und der Rückkehr zu einem normalem Leben wieder auftreten. Das individuelle Muster der Symptome hängt vom körperlichen und seelischen Grundgerüst des Individuums ab und ohne Zweifel auch von der angeborenen Dichte der Benzodiazepinrezeptoren und dem Endozepingleichgewicht.

Die Erfahrung des durchlebten Benzodiazepinentzugs ist tief eingebrannt in das Gedächtnis desjenigen, der den Entzug durchgemacht hat, und er ist immer noch körperlich präsent in der Stärke und den Verbindungen der neuronalen Synapsen, so wie alle Erinnerungen. Diese wiederauftretenden Symptome sind alle Zeichen von GABA-Mangelaktivität mit dem damit einher gehenden Ausschütten erregender Neurotransmitter, was in einer Überaktivität und Überempfindlichkeit des ZNS resultiert.

Der Mechanismus ist genau der gleiche wie beim Entzug, daher sind auch die Symptome die gleichen.
In fast jedem Fall, bei dem Entzugssymptome wieder auftraten, war der zugrunde liegende Auslöser bei näherer Betrachtung die Zunahme von umweltbedingten Stressoren. Der Auslöser mag neuer Stress oder Sorgen gewesen sein, welche bis dato unentdeckt blieben, weshalb der Rückfall als „aus heiterem Himmel“ wahrgenommen wurde.

Weitere dazu beitragende Faktoren können gewesen sein: Infektionen, Operationen, Zahnprobleme, Probleme mit der Arbeit, Erschöpfung, Trauerfälle, familiäre Probleme, Schlafmangel, Nebenwirkungen von Arzneimitteln, Veränderungen der Umgebung –nahezu alles. Es könnte ebenso sein, dass mit zunehmendem Alter und dauerhaften Sorgen das Gehirn einfach irgendwann damit überfordert ist, mit dem anhaltenden Stress klarzukommen.

Hinzu kommt, dass noch ältere, im Unterbewusstsein begrabene Sorgen / Gedanken / Erinnerungen, wieder an die Oberfläche treten könnten, weil das Gehirn in der Vergangen-heit nicht in der Lage war, diese aufzuarbeiten. Bei denjenigen, die einen traumatischen Benzoentzug hinter sich haben, kann noch eine PTBS (Post-traumatische-Belastungs-Störung) eine Rolle spielen. Dieser Zustand der PTBS kann durch kleinste Erinnerungen an das Trauma jederzeit zurückkommen. Es ist so, als ob jeglicher neue Stress das Individuum über seine stressverarbeitenden Fähigkeiten bringt. Wie oben besprochen, haben einige ehemalige Langzeitanwender von Benzodiazepinen eine reduzierte Fähigkeit, mit Stress umzugehen und sind empfindlicher neuen und wiederkehrenden Stressoren gegenüber.

Es ist unklar, warum Einzelne Nebenwirkungen und paradoxe Wirkungen bei neuen Medikamenten zu erleiden haben oder auch bei alten Medikamenten, die bislang gut vertragen worden sind, bevor sie Benzodiazepine nahmen. Die betreffenden Medikamente sind so breit gefächert, dass es schwer ist, diese Reaktionen gewissen metabolischen Prozessen, Allergien und anderen bekannten Effekten zuzuordnen. Von Hautcremes über Augentropfen und Lokalanästhetika bis hin zu Antidepressiva und Steroiden war alles Mögliche vertreten.

Mutmaßlich potenziert das übererregbare Nervensystem potentielle Reaktionen des Körpers auf unbekannte Substanzen, aber eine aussagekräftige Erklärung hierfür wurde noch nicht gefunden. Eine Ausnahme sind die Gyrasehemmer-Antibiotika, auch Chinolone genannt, welche Benzodiazepine von ihren Bindungsstellen verdrängen und daher nicht von Menschen genommen werden sollen, die Benzodiazepine nehmen oder bis vor kurzem genommen haben.

Zu den anderen Punkten melde ich mich noch mal.

Viele Grüße
Jamie
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Re: 9 Monate nach Absetzen / Bromazepam

Beitrag von Lisamarie » Dienstag, 15.11.16, 12:32

Hallo Sissi, tut mir leid das du dich in einer Symthomewelle befindest. Ich bin noch am Absetzen und was mich seit ungefähr einem Jahr zusätzlich zu den anderen Abserzproblemen quält sind die Speiseröhrenkrämpe, über die du ja auch berichtest, wie und wann treten die bei dir auf, bei bestimmten Lebensmitteln ? Bei mir treten sie unabhängig von den Lebensmitteln auf, einen Speiseröhrenkrampf kann auch durch ein Schluck Wasser ausgelöst werden.

Bei mir dauert er zwischen zwei und sechs Stunden, in dieser Zeit geht nichtmals die Spucke runterschlucken, sehr unangenehm und schmerzhaft.Wie ist das bei dir ? Ich denke es kommt tatsächlich vom Benzoentzug , weil ich das vorher nie hatte. Hast du irgendwas rausgefunden was die lindern könnte. Hab von Tromcardin gelesen das es die etwas lindern kann, und den Schüsslersalzen Nr.7 Magnesium phosphoricum D6 .
Lg Petra
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2012 noch 5 Monate Mirtzapin,Pipamperon,Levomepromaxin
Bis auf die Praxiten von heute auf morgen kalt abgesetzt, erste Absetzbeschwerden nach sechs Wochen, aber dann
6 Monate heftigste Absetzproblematik.Magendarm 30 Kilo in vier Monaten abgenommen.Halbes Jahr bettlägerig.Schwer suzidal zum stabilisieren fast ein Jahr gebraucht.
Oxazepam reduzieren von umgerechnet 50 mg Diazepam:
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Re: 9 Monate nach Absetzen / Bromazepam

Beitrag von sissi » Dienstag, 15.11.16, 15:26

Hallo Jamie und Petra,

Jamie, herzlichen Dank für die Ahston-Seite. Ich kannte das Zusatz- Manual von Ahston nicht, werde aber bestimmt eure Übersetzung für unser Forum weiter auf Französisch übersetzen.

Petra, meine Krämpfe treten auch unabhängig von den Lebensmitteln auf, aber am akutesten sind sie in der Verdauungsphase oder kurz nachdem ich getrunken (Wasser natürlich :) habe. Ich habe es schon probiert, mehrmals am Tag zu essen, d.h. 5 kleine Malzeiten, nicht während dem Essen zu trinken, aber das hat nichts geändert.Diese Symptome hatte ich nie vor dem Absetzen und auch nicht in während dem Absetzen. Sie sind ca 1 Jahr nach dem Absetzen eingetreten.Ich dachte an Melissenextrakt,weil Melisse bekannt ist gegen Krämpfe. Aber ich habe immer noch diese Angst, etwas einzunehmen...aber Tromcardin scheint interessant. In Frankreich kennen wir die Schüsslersalze leider nicht...

Liebe Grüße

Sissi
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Re: 9 Monate nach Absetzen / Bromazepam

Beitrag von sissi » Donnerstag, 24.11.16, 10:29

Hallo alle,

die schreckliche Welle nimmt endlich etwas ab...Eine Darmgrippe am Wochende hatte alle Symptome getriggert, schlimm !
Heute nacht habe ich zum ersten Mal 8 Stunden durchgeschlafen ! :schnecke: Aber die Träume und Albträume sind furchtbar...

Der Herbst fängt ja gut an mit einer Darmgrippe...da ich mich einmal pro Woche ummeine kleine Enkelin kümmere, bin ich leider allen Viren ausgesetzt. Ich habe eure Seite (Ahston 2013 ) sehr genau gelesen , besonders den Abschnitt über Vitamine usw... Auf unserem Forum nehmen viele Vitamin C auf hohe Dosis und fühlen sich damit viel besser (fast keine Schmerze, keine Müdigkeit...). Seitdem ich eure Seite auf Französisch übersetzt habe, gibt es viele Fragen. Wie steht ihr zu dem Thema Vitamin C ?

Wir hatten Auch am 14. November diesen besonderen Vollmond und der hat bei uns vielen zu schaffen gemacht ( akute Schlafstörungen, Verstärkung der Symptome...). Habt ihr das auch so erlebt ?

Liebe Grüße
Sissi aus Frankreich

Jamie
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Re: 9 Monate nach Absetzen / Bromazepam

Beitrag von Jamie » Donnerstag, 24.11.16, 10:41

Liebe sissi,

schön von der zu lesen und Toi Toi Toi, dass die Welle jetzt weiter abebbt :hug: .
Ist schlimm, wenn es einem über Wochen und Monate so schlecht geht; das kenne ich auch :(.

Also wir haben hier im Forum keine feste Meinung zu Vitamin C.
Unsere allererste Botschaft ist: jeder soll es ausprobieren, wenn er denkt, es hilft ihm.
Zweitens: Wenn man es ausprobiert, dann immer mit einer ganz kleinen Menge starten und schauen ob man es verträgt. Wenn man es verträgt, kann man die Dosis steigern.
Drittens: Gerade bei Vitamin C berichten einige, dass sie natürliches Vitamin C (z.B. aus Acerola) besser vertragen als synthetisches. Das muss man auch ausprobieren, ob das für einen gilt.

Was ich jetzt geschrieben habe, gilt im Prinzip für alle Vitamine und Mineralstoffe.
Wir haben sehr viele hier, die verzweifelt sind und alles Mögliche ausprobieren - das wird in eurem Forum bestimmt nicht anders sein. :roll:

Wir warnen nur vor einzelnen Substanzen (und auch nicht immer), z.B. L-Tryptophan / Tryptophan, wenn man noch AD nimmt (Gefahr eines Serotoninsyndroms) oder auch Gaba. GABA halten wir für Benzoabhängige / Exabhängige für hoch problematisch.

Viele Grüße, schön, sich auch mit einem französischen Forum auszutauschen :)
Jamie
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Re: 9 Monate nach Absetzen / Bromazepam

Beitrag von Berlin-2013 » Donnerstag, 24.11.16, 10:43

http://benzo.org.uk/freman/index.htm

viele liebe Grüße Chrissi
viele Grüße und 2018 wird super
Ich war viel zu schnell unterwegs und es hat alles verschlimmert und den Entzug unnötig verlängert!! :schnecke: besser ZEIT UND GEDULD
über 3 Jahre und 10 Monate nach 0 mg :party2:

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sissi
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Re: 9 Monate nach Absetzen / Bromazepam

Beitrag von sissi » Donnerstag, 24.11.16, 14:47

Hallo Jamie, hallo Chrissi,

wie schön , mit einem deutschen Forum autauschen zu können. Es ist irgendwie ermutigend zu sehen, dass die Symptome, die Reihen von Fenstern und Wellen gleich sind.
Einige unserer Mitglieder schreiben über schreckliche "Wutanfälle" auch noch nach zwei Jahren nach langsamem Absetzen. Habt ihr Erfahrung zu diesem Thema ?
Wir diskutieren auch zur Zeit über das Thema "Drainage / Entgiftung"... Wir haben zwei Mitglieder die sie unabsichtlich mit Lebensmitteln "entgiftet" haben (wahrschinlich Zitrone, Zimt und Kräutertees". Nach langem Suchen haben wir gelesen , dass man in der Zeit nach dem Absetzen besonders auf Entgiftung aufpassen soll: sich ja nicht entgiften bis zu 3 Jahren nach dem Entzug, das triggert alle Symptome ! Habt ihr Erfahrung damit ?

Ein berühmter französischer Heilpraktiker empfiehlt das Fasten ...aber keiner auf unserem Forum hat sich noch getraut...

Chrissi, ich habe gelesen, dass du 2 Jahren nach dem Absetzen völlig symptomfrei bist. Fantastisch ! Das freut mich sehr. Hattest du langsame Besserung oder auch solche Wellen und Fenster ? Keine Rückfälle mehr ? Danke für den Link, wir kennen das Ahston Manual, das ist auch auf unserem Forum und alle , die ein Benzo oder ein AD absetzen wollen, sollen das zuerst lesen. Aber es gibt nicht genug Information über die Zeit nach dem Absetzen,manchmal ist es sehr hart, viel härter als das Absetzen selbst. So greifen viele zu ihrem Benzo zurück, besonders in der Periode zwischen1 und 3 Jahren nach dem Absetzen. Wir haben zur Zeit viele , die sich in dieser schlimmen Phase (vom1. bis 2. Jahr nach dem Absetzen ) befinden , ich gehöre auch dazu, und der Kampf ist sehr sehr hart.

Viele liebe Grüße
Sissi
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Re: 9 Monate nach Absetzen / Bromazepam

Beitrag von Berlin-2013 » Donnerstag, 24.11.16, 18:36

Hallo Sissi,

um deine Fragen zu beantworten, muss ich zuerst sagen das ich ja nie unter einer Angsterkrankung litt und deshalb ein Rückfall niemals in Betracht kam.

Ja, alle meine krassen Symtome hörten fast genau nach 2 Jahren nach 0 mg auf, d. h. einige Symtome gibt es noch aber so minimal das ich es meistens erst verspätet mit dem Entzug in Verbindung bringe.

Allerdings ist eine Sache beblieben und das ist diese Muskelsteife, die wird aber als Parkinson interpretiert was nicht - bis jetzt - geklärt ist. Dazu erhielt ich tolle Informationen von einem ehemaligen? Mitglied hier im Forum (henning - der leider nicht mehr aktiv ist, was ich zutiefst bedauere, der echt Ahnung von Stoffwechsel/Vitaminen etc. hat) er brachte mich auf die Idee einiges zu testen und Bingo, er hatte recht und jetzt nehme ich verschiedene Zusatzstoffe und bekomme hochdosiert Vitamin B12 und Vitamin D (extremer Mangel) bei meiner Hausärztin einmal die Woche.

Diese Steifigkeit und diese Muskelschmerzen belasten mich und schränken mein Leben ein, da ich sehr kontrolliert laufen und bewegen muss, was ja eigentlich mechanisch passiert.


.....bis zum Monat März 2015 also 6 Monate nach 0 mg hatte ich meine Symtome hier im Forum dokumentiert > in meinem Verlauf, deshalb hier jetzt die Infos zu der Zeit danach - aus dem GEDÄCHNIS. Nach etwa 9 Monaten hörte das Schwitzen auf, indem es einfach weniger wurde. Nach weiteren 3 Monaten bemerkte ich das die Nackensteife weniger wurde. Ab Monat 10 kehrte der Appetit zurück, Blutdruck und Gleichgewicht regulierten sich, immer mehr wurde weniger, also von der Heftigkeit her und Intensität schwächer und damit weniger belastent. Zu dieser Zeit begann ich aber eine andere sehr belastende Chemo-Therapie, die mir viel abverlangte und aber sehr erfolgreich war. Zwar machte sie meine kleinen Erfolge nicht zunichte aber brachte sie zum Stoppen - fast komplett :cry: . Erst ab Monat 18 ging es dann weiter, da ich für die Erholung insgesamt vier Monate brauchte, aber nun ging es endlich weiter. Nach 20 Monaten hörten sehr viele Symtome einfach auf. :whistle: In der Monaten 21 - 24 wurden meine Belastungsgrenzen immer höher und meine köperliche Schwäche ließ ganz allgemein immer mehr nach, was ich besonders beim Radfahren bemerkte und daran festmachen konnte. Im Urlaub stellte ich dann fest, das ich die Sonne gut vertrugt, die Laustärke am Strand bessser - wie früher - ertrug und mich besser konzentrieren konnte. Und ab Ende August 2016 stellten Freunde fest, das ich wieder fast die Alte bin, endlich konnte ich wieder auf Feste gehen und hielt Stunden durch und wagte ein Tänzchen (Hobby) trotz schwacher Muskeln.


hier die Liste von Juni 2015 --- auch fast alles weg
Kopfhautjucken - taube Stellen - Haarausfall --- weg
unscharfes Sehen - Helligkeitsempfindlichkeit --- weg
Ohrgeräusche - Rauschen - Lärmunverträglichkeit --- weg
extreme Gerüche - super empfindliche Nase --- weg
Metallischer Geschmack - ohne Geschmack --- weg
Schluckbeschwerden verbunden mit und ohne Hungergefühl ---- weg
Erbrechen - täglich - mit Gewichtsverlust um die 15 Kilo - KALTER ENTZUG !!! --- weg aber jetzt +++ Kilos
Appetitlosigkeit - auf nichts Lust, nicht mal Kuchen --- weg
Kopfschmerzen - musste liegen bleiben --- weg
Knistern im Kopf - erschreckend --- weg
Blutdrucksprünge - Kreislaufprobleme --- weg
Magenschmerzen mit Druckgefühl --- weg
Bauchweh - Krämpfe --- weg
Stuhldrang - Durchfall --- weg
Harndrang - Harnverhalten --- weg
Brennen der Haut - Oberschenkel --- weg
Heiße Hände - Heiße und kalte Hände und Füße --- weg
Taube Glieder --- weg
extreme Schweißattacken - tags und nachts --- nur bei Hitze sonst weg
Schlaflosigkeit - Ein-und-Durchschlafprobleme --- weg
Belastbarkeit in anstregenden Situationen --- weg
Konzentrationsprobleme - Lesen etc. --- weg
extreme Unruhe --- weg

Noch kann ich nichts schreiben zu den Veränderungen da ich erst eine Woche gespritzt werde und auch Vitamin D erst so kurz nehme. Mir geht es jedenfalls fast wieder normal. Du sollltest mal bei benzobuddies reinschauen, die schreiben sehr viel zu dem Them 2, 3, 4 Jahre danach

http://www.benzobuddies.org/forum/index.php?board=89.0

viele Grüße Chrissi
:pillowtalk:
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viele Grüße und 2018 wird super
Ich war viel zu schnell unterwegs und es hat alles verschlimmert und den Entzug unnötig verlängert!! :schnecke: besser ZEIT UND GEDULD
über 3 Jahre und 10 Monate nach 0 mg :party2:

Zur Zeit EIN kleines Licht am Ende des Tunnels


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sissi
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Re: 9 Monate nach Absetzen / Bromazepam

Beitrag von sissi » Donnerstag, 22.12.16, 15:29

Hallo alle,

Fankreich meldet sich mal wieder ...

Wir sind alle erschüttert von den Ereignissen in Berlin und sind in Gedanken mit den Berlinern und mit euch.

Vielen von unseren Mitgliedern geht es in letzter Zeit ziemlich mies. Hängt das vom Winter, vom Weihnachtsstress ab ? Mir geht es zur Zeit gar nicht gut...eine extrem strake Welle...so eine Welle hatte ich fast nie während meines Entzugs... Vor einem Jahr (6 Monate nach dem Entzug) ging es mir viel besser. Heutzutage, fast 18 Monate nach der letzten Benzoeinnahme werden die Symptome immer stärker. Ich frage mich , ob ich jemals wieder aus dieser Hölle rauskomme...

Ich will aber nichtlänger klagen, es gibt Schlimmeres zur Zeit.

An alle hier im Forum wünsche ich

ein frohes und friedliches Weihnachtsfest.

Es sei euch allen Gesundheit und Frieden zu diesem Fest beschieden
.


Herzliche Grüße

Sissi
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LinLinaJamieMurmeline

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