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Anna61: Lorazepam absetzen - ich schaffe es nicht

Benzodiazepine können schon nach wenigen Wochen abhängig machen. Der Entzug dieser Medikamente sollte dann langsam und vorsichtig stattfinden.
sigli
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Re: Lorazepam absetzen - ich schaffe es nicht

Beitrag von sigli » Montag, 11.09.17, 11:02

Hallo Anna,

ich würde dir raten, einen Teil des Tavors gegen z. B. Diazepam zu substituieren, damit du etwas ruhiger wirst. Diazepam hat im Gegensatz zu Tavor eine lange Halbwertszeit. Mein Vorschlag wäre, mal vorsichtig z. B. bei jeder Tavor 1/4 davon, also insgesamt 1/2 Tavor, gegen Diazepam auszutauschen. Das wären dann etwa 5 mg Diazepam. Mal sehen, ob du etwas ruhiger wirst.

lg von Sigli
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Re: Lorazepam absetzen - ich schaffe es nicht

Beitrag von LinLina » Montag, 11.09.17, 11:05

Liebe Anna :-)

Es tut mir sehr leid zu hören, dass es dir weiterhin nicht gut geht und du noch zusätzlichen finanziellen Stress hast :hug:

Leider kommt ja ganz oft alles zusammen, das geht leider vielen so :-(

Hast du denn jemanden, mit dem du sowas besprechen kannst, vielleicht gibt es ja die möglichkeit zusätzlich etwas Geld zu bekommen, Wohngeld o.ä.?

Bezüglich deiner Medikation: Bitte mach dich nicht fertig, weil es mit dem Dosisverteilen nicht geklappt hat. Es ist einfach sehr individuell wie man reagiert und was funktioniert. Ich denke aber, du solltest dich vielleicht doch mittelfristig der Notwendigkeit öffnen, auf ein anderes Benzodiazepin umzustellen, wenn das mit der Lorazepam-Reduktion einfach nicht funktioniert. Es hat einfach eine zu kurze Wirkdauer, ich habe ja diesen Entzug hinter mir, und es war teilweise wirklich eine totale Quälerei, Minute für Minute.

Aber erstmal ist es sehr gut, dass du es geschafft hast trotz deiner Sorgen die Dosis zu halten - das allein ist schon sehr stark, du kannst stolz sein.

Zu deiner Belastbarkeit möchte ich dir noch sagen, ich finde. dass 5 Stunden unterwegs sein mit Menschen und Hunden, und danach noch in einem Belebten Restaurant Essen gehen schwierige Parkplatzsuche dazu, schon ziemlich viel ist, ich würde das nicht schaffen. Ich verstehe dass es sehr schwer ist, aber vielleicht wäre es gut deine Erwartungen an deine Leistungsfähigkeit etwas zu vermindern. Du bist gerade in einer sehr schwierigen Situation, und einen Entzug kann man oft schon mit einer langwierigen chronischen Erkrankung vergleichen.

Hättest du akut die Grippe, würdest du ja auch nicht von dir verlangen so lange unterwegs zu sein, oder?

Auch wenn du noch nicht mit reduzieren angefangen hast, ich denke du bist dennoch schon ein bisschen im Entzug, durch die kurze Halbwertszeit und die Toleranzentwicklung, zumindest ist dein Nervensystem sehr gestresst und braucht wahrscheinlich eine sehr liebevolle und schonende Behandlung.

Es ist gut, wenn du weiterhin deine Kontakte pflegen kannst, aber vielleicht reichen schon 1-2 Stunden unterwegs sein, und danach zuhause noch gemütlich einen Tee trinken?

Jedenfalls kannst du hier immer jammern :hug: dafür ist dein Thread ja (auch) da, und wir verstehen dich sehr gut :hug: das mit den Medikamenten ist auch einfach eine sehr schwierige Situation, die leider kaum jemand außer uns Betroffenen verstehen kann.

Ich wünsche dir, dass sich dein Empfinden heute doch ein klein wenig noch bessert und du wieder einen kleinen Funken Hoffnung schöpfen kannst. So viele haben es vor uns schon geschafft aus schlimmen Situationen herauszukommen und wieder zu heilen, wir können das auch schaffen :hug:

Ich schicke dir ein Kraftpaket für den Tag :fly:

Ganz Liebe Grüße
Lina
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Re: Lorazepam absetzen - ich schaffe es nicht

Beitrag von Anna61 » Montag, 11.09.17, 12:04

Liebe Sigli,
Liebe Lina,

So, jetzt laufen die Tränen.

Vielen lieben Dank für Eure Antworten.

Und wißt Ihr was: Dank Euch spüre ich wieder einen Funken Hoffnung.

Ich melde mich später nochmals ausführlicher.

Liebe Grüsse bis später
Anna
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2007: extreme familiäre Belastung dch. schwerst krebskranken Vater, der noch im selben Jahr verstorben ist. Ich kümmerte mich (bin Einzelkind) um meine Mutter, die 250 km entfernt lebte. Zu dieser Zeit nahm ich keine Medikamente. Beruflich hatte ich einen anstrengenden oft 10-Stunden Arbeitstag, am Wochenende fuhr ich zu meiner Mutter, die immer hilfloser wurde, diese Belastung hielt ich noch 3 Jahre, bis 2010, durch.
2010: Entwicklung massiver Angstzustände und Panikattacken, die es mir letztlich unmöglich machten weiter zur Arbeit zu gehen.

2010/2011- 4 Aufenthalte in Psychosomatischen Kliniken, ich wurde arbeitsunfähig entlassen, mir wurde nahe gelegt die EU-Rente zu beantragen, was ich auch getan habe, diese erhalte ich inzwischen unbefristet.

2011: Beginn der Einnahme von Tavor 0,5 mg morgens und Mirtazapin 15 mg abends, damit ich überhaupt noch fähig war die Wohnung zu verlassen.

2013: Dosissteigerung auf 1,0 mg Tavor.
2014: Dosissteigerung auf 2,0 mg Tavor, bis heute.

2014: Versuch auf einer Entgiftungsstation das Tavor zu entziehen. Ich wurde in der zweiten Woche auf Rivotril (hoch dosiert) umgestellt. Das hat mich so umgehauen, dass ich fast nicht mehr fähig war die Treppe hoch- bzw. runter zu gehen. Das Rivotril wurde dann rapide runter dosiert, es war die Hölle ... ich bat um Entlassung. Ich kam kränker aus dieser Klinik als ich reinkam. Zu Hause begann ich dann wieder mit der Tavoreinnahme.

Aktuelle Medikation:
Morgens: 1 mg Tavor
Nachmittags: 1 mg Tavor
Abends: Mirtazapin 15 mg

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Re: Lorazepam absetzen - ich schaffe es nicht

Beitrag von Eva » Montag, 11.09.17, 14:05

Hallo,

es kann beim Absetzen Überraschungen geben, ich hätte z. B. vorher nicht geglaubt, dass eine Gesamt-Einnahme nachts für mich das Richtige sein würde, nachdem ich zig mal runter und umdosiert hatte ... keine Teilung brachte was bei mir, im Gegenteil, die Unruhe verteilte sich gleich mit.

Ich nehme allerdings Bromazepam, das ja eine 10-20 stündige Halbwertzeit hat. Trotzdem ist es für mich erstaunlich, wie es so klappen kann, denn die einmalige nächtliche Gabe (bei der ja auf jeden Fall vorher mindestens 4 Stunden im Entzug liegen) bleibt ohne Panik und Unruhe. Ich schreibe das, weil es mal wieder zeigt, wie jeder seinen "eigenen Entzug" hat.

Anna, das Wichtigste ist, dass Du den Mut nicht völlig sinken lässt, sondern die begründete Hoffnung hochhältst, dass es auch bei Dir eine Lösung geben wird, nur wirst Du dafür eben wohl noch ein bisschen brauchen. Langsames Ausschleichen kann schließlich auch bei Dir funktionieren. Ich fand die Idee gut, bei der Ex-Suchttherapeutin nachzufragen nach einem beim Enzug kooperierenden Arzt. Machst Du da weiter?

Ich drück Dir fest die Daumen. :hug:

Liebe Grüße, Pons
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Re: Lorazepam absetzen - ich schaffe es nicht

Beitrag von Anna61 » Montag, 11.09.17, 20:04

Liebe Lina,
Liebe Sigli,
Liebe Pons,

jetzt haben wir schon wieder Abend, mir geht es besser, die Depression ist weg, Dank Eurer Hilfe !!!

Ich habe einen ruhigen Tag verbracht und einen langen ruhigen Nachmittags-Spaziergang mit dem Hund gemacht, nur er und ich, das hat auch ihm gut getan, er liegt tief schlafend neben mir.

Nebenbei bemerkt: eben hat eine Nachbarin geklingelt, die auch einen Hund hat und gefragt wegen gemeinsamen Abendgassi. Ich habe ihr abgesagt. Ich mag die Frau gerne und auch ihren Hund, doch redet sie sehr sehr viel und das wäre mir jetzt zu viel. Jetzt habe ich schon wieder ein schlechtes Gewissen ... Immer wieder kommen diese Verhaltensmuster hoch.

Ich habe bis zu meiner Dekompensation im Jahr 2010 immer nur funktioniert: für die Arbeit, für meine Eltern, für andere. Ich habe mich selbst nicht mehr gespürt.

Wegen der Mieterhöhung muss ich schauen ob ich von der Wohngeldstelle einen Zuschuss erhalten kann.

Ich denke auch, dass ich langsam auf ein Benzo mit längerer Halbwertszeit umstellen sollte, doch ich lasse mir noch etwas Zeit. Zumindest habe ich mir diesbezüglich für nächste Woche einen Termin auf der Suchtberatungsstelle gemacht.

Irgendwie denke ich, dass ich jetzt wild durcheinander geschrieben habe, doch ich bin sehr müde und mir gehen viele Gedanken durch den Kopf.

Danke dafür, dass Ihr da seid und für Eure so verständnisvollen und lieben Antworten die mich durch den Tag gerettet haben.

Anna
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Re: Lorazepam absetzen - ich schaffe es nicht

Beitrag von Katharina » Dienstag, 12.09.17, 5:52

liebe Anna!

ich setze Lorazepm mit Hilfe des Ashtom Manual an, es wird ganz langsam durch Diazepam ausgetauscht;
das Diazepam wird dann in ganz kleinen Schritten aus geschlichen.

alles andere ist bei mir fehl geschlagen.

kurze Grüße,
von Herzen
Katharina
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Re: Lorazepam absetzen - ich schaffe es nicht

Beitrag von Anna61 » Dienstag, 12.09.17, 7:09

Liebe Katharina,

Danke für Deine Antwort.
Ja, ich denke ich schaffe das auch nur durch Substitution eines Benzos mit längerer Halbwertszeit, wobei ich Diazepam nicht kenne und das macht mir auch schon wieder Angst.
Liebe Grüsse an Dich
Anna
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Re: Lorazepam absetzen - ich schaffe es nicht

Beitrag von Lisamarie » Dienstag, 12.09.17, 8:50

Hallo Anna, du brauchst keine Angst vor einem Benzo zu haben mit längerer Halbwertzeit, wir hier im Forum raten zur langsamen Umstellung daher kann sich dein Körper stückweise an das neue Benzo gewöhnen , wir ersetzen erst 1/4 durch das neue Benzo , dann nach der Gewöhnung die Hälfte u.s.w . Mach dir nicht zuviele Sorgen.
Lg Petra
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6 Monate heftigste Absetzproblematik.Magendarm 30 Kilo in vier Monaten abgenommen.Halbes Jahr bettlägerig.Schwer suzidal zum stabilisieren fast ein Jahr gebraucht.
Oxazepam reduzieren von umgerechnet 50 mg Diazepam:
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Re: Lorazepam absetzen - ich schaffe es nicht

Beitrag von Anna61 » Dienstag, 12.09.17, 9:20

Liebe Petra,

Danke, Du machst mir Mut. Ich versuche, mir nicht so viele Sorgen zu machen.
Ich bin so froh und dankbar, dass ich Euch habe.

Liebe Grüsse
Anna
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Re: Lorazepam absetzen - ich schaffe es nicht

Beitrag von sigli » Dienstag, 12.09.17, 11:47

Hallo Anna,

ich habe deinen Thread mal kurz überflogen. Hättest du denn inzwischen die Möglichkeit, an Diazepam zu kommen?

Das könnte wirklich eine Erleichterung für dich werden, wenn du einen Teil des Tavors substituierst.

lg von Sigli
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Re: Lorazepam absetzen - ich schaffe es nicht

Beitrag von Anna61 » Dienstag, 12.09.17, 12:32

Liebe Sigli,

ich habe Adressen von Ärzten mit der Zusatzausbildung suchtmedizinische Grundversorgung (was immer das heißen mag), doch im Moment nicht die Kraft diese "abzuklappern".

Diesbezüglich habe ich nächste Woche einen Termin in der Suchtberatung. Ich hoffe, dass ich dort vielleicht explizit einen Arzt genannt bekomme, an den ich mich wenden kann. Vielleicht habe ich ja Glück.

Wenn dem nicht so ist, muss ich wohl o.g. Ärzte abklappern, wobei schon der Gedanke daran Stress und Panik bei mir auslöst. Es muss ja auch ein Arzt sein, der mir das langfristig rezeptiert.

Ich darf das jetzt gar nicht so vertiefen, ich spüre schon beim Schreiben wieder aufkommende Panik.
Ich muss zuversichtlich sein, ich werde das schaffen.

Liebe Grüsse
Anna
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Re: Lorazepam absetzen - ich schaffe es nicht

Beitrag von Eva » Dienstag, 12.09.17, 13:11

Liebe Anna,

ich kann Deine Scheu vor den Ärzten total nachvollziehen, es ist einfach keine angenehme Sache, dort vorstellig zu werden mit der Bitte um Substitution. ABER, und das sage ich mir auch immer mal wieder, wir müssen uns nicht SCHÄMEN, denn ganz im Gegenteil TUN wir etwas gegen die Medi-Abhängigkeit, und das dürfen wir auch erhobenen Hauptes vertreten. Vernünftige Ärzte werden dies honorieren und gern behilflich sein. Die anderen sind eh nichts für uns.

Bedenke bitte, Du kommst nicht dorthin, um eine unkontrollierte Sucht zu befriedigen. Das "Schlimmste", was Dir passieren kann bei der Suche ist, dass es nicht der erste, sondern der zweite oder dritte Arzt ist, der Dich richtig versteht. Aber ich selbst mache immer wieder die Erfahrung, wenn ich entschieden etwas suche, dann finde ich es oft überraschend schnell.
Was wir brauchen, ist Selbstwertgefühl! <3

Ermutigende Grüße,
die Pons :)
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Re: Lorazepam absetzen - ich schaffe es nicht

Beitrag von Anna61 » Dienstag, 19.09.17, 12:36

Hallo Ihr Lieben,
Liebe Lina,
Liebe Pons,

ein kurzes Update von mir: Medikation unverändert. Termin auf der Suchberatung ist am Donnerstag. Die letzte Zeit ging es mir nicht schlecht, doch heute ist ein rabenschwarzer Tag.

Ich habe morgen ZA-Termin, nur Zahnreinigung, absolut nichts schlimmes, doch ich habe eine Heidenangst.
Mich plagen ganz schlimme Ängste und Katastrophengedanken, die Stimmung ist sehr depressiv, ich bin absolut unruhig. Ich frage mich, was ist das denn jetzt, das Tavor habe ich heute morgen um 7 genommen, kann das ein Mini-Entzug sein, ausgelöst durch die plötzliche Zahnarztphobie.
Ich kann mich nur ganz schlecht ablenken. Es ist schwer auszuhalten.

Liebe Grüsse
Anna
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Re: Lorazepam absetzen - ich schaffe es nicht

Beitrag von Ululu 69 » Dienstag, 19.09.17, 16:09

Hallo Anna,

Ich denke bei dir kommt heute eins zum anderen.

Die Angst vor dem Zahnarzt Termin triggert dich sicher.
Dass Lorazepam eine kurze Halbwertzeit hat weißt du ja sicher. Deshalb kann es leider gut sein, dass du zwischendurch in Minientzüge rutschst.
Zumal du das Tavor ja schon lange nimmst und mit Sicherheit eine Toleranz entwickelt hast.

Ich hoffe, dass die Suchtberatung dir weiterhelfen kann .
Du bräuchtest ein Benzo mit einer längeren Halbwertzeit, um nicht immer in diese Entzüge zu rutschen.

Ich drücke dir die Daumen.
LG Ute
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Re: Lorazepam absetzen - ich schaffe es nicht

Beitrag von Eva » Dienstag, 19.09.17, 17:15

Liebe Anna,

zur Zahnreinigung war ich gestern. Dabei wurde dann gleich noch eine Entzündung unter einer Krone festgestellt, und ich "darf" dann demnächst nochmal hin zur Behandlung. :o

:wink: Für mich sind solche Termine in Wirklichkeit nicht schlimm, ich habe andere Ängste: allein, hilflos und verlassen zu sein - das ist wohl meine Urangst. Dagegen waren in jeder echten oder vermeintlichen Krise die Benzos wirksam und mein Halt, solange, bis dann die Nachteile weit überwogen ...

Ich meine, bei Dir könnte folgendes sein: Außer den sehr wahrscheinichen Minientzügen - stimmt, Lorazepam hat eine viel zu kurze Halbwertzeit - kann es auch sein, dass man unter den PP immer mehr in eine verminderte Stress-Resistenz kommt, was bedeutet: Die eigentlichen Empfindungen werden ständig unterdrückt, und die Psyche scheint dabei regelrecht zu verlernen, überhaupt noch mit Anspannung jedweder Art zurechtzukommen. Ich konnte zuletzt selbst an mir beobachten, wie ich immer empfindlicher und ängstlicher wurde, auch im Alltag.

Beides zusammen könnte gut Deinen Zustand erklären.

Lieber Gruß,
Pons
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Re: Lorazepam absetzen - ich schaffe es nicht

Beitrag von Anna61 » Dienstag, 19.09.17, 20:23

Liebe Ute,
Liebe Pons,

Liebe Ute, ja die Wirkung von 1 mg Tavor, die ich morgens um 7 nehme läßt meist so gegen 13/14 Uhr nach, um 16:00 nehme ich noch 1 mg und dann ist wieder alles gut.

Lina hat mir empfohlen die Dosis auf mehr als 2 Einnahmen aufzuteilen, um diese Zwischentzüge aufzufangen, was ja auch Sinn macht. Ich hab's probiert, es hat nicht so hingehauen. Jetzt warte ich den Termin am Donnerstag ab, vielleicht finde ich einen Arzt, der mir Diazepam rezeptiert.

Liebe Pons,

mit der verminderten Stress-Resistenz stimme ich absolut überein mit Dir. Ich werde auch immer empfindlicher und ängstlicher im Alltag. Früher habe ich eine Zahnreinigung in der Mittagspause machen lassen, da habe ich gar nicht darüber nachgedacht. Jetzt wird es zu einem Riesenproblem. Ich muß mich zusammenreißen, das geht so nicht.

Ängste hilflos und verlassen zu sein habe ich auch, alleine bin ich schon länger, nein, ganz alleine bin ich nicht, ich habe ja meinen treuen Hund. Er zwingt mich rauszugehen, das ist gut, physisch bin ich fit, was, denke ich, für den Entzug auch gut ist.
Alltagstauglich bin ich auch noch, zum Glück kann ich die Dosis von 2 mg halten auch bei Stress. Immerhin etwas.

Ich möchte diese Benzos los werden. Ich spüre ganz deutlich, wie ich mich verändert habe. Angst macht mir mittlerweile auch mein Alter, ich bin 56, wenn ich rechne 2 Jahre Entzug, und ich weiß ja nicht, was nach 0 noch kommt ... da wird mir ganz unterirdisch schlecht.

Gut, es muß weitergehen. Ich denke jetzt an die Dinge, die positiv waren heute und mache mit dem Hund die Abendrunde.

Liebe Grüsse an Euch beide, und Danke für Eure Antworten und Pons für Dich alles Gute, dass die Entzündung unter der Zahnkrone weggeht.

Anna
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2007: extreme familiäre Belastung dch. schwerst krebskranken Vater, der noch im selben Jahr verstorben ist. Ich kümmerte mich (bin Einzelkind) um meine Mutter, die 250 km entfernt lebte. Zu dieser Zeit nahm ich keine Medikamente. Beruflich hatte ich einen anstrengenden oft 10-Stunden Arbeitstag, am Wochenende fuhr ich zu meiner Mutter, die immer hilfloser wurde, diese Belastung hielt ich noch 3 Jahre, bis 2010, durch.
2010: Entwicklung massiver Angstzustände und Panikattacken, die es mir letztlich unmöglich machten weiter zur Arbeit zu gehen.

2010/2011- 4 Aufenthalte in Psychosomatischen Kliniken, ich wurde arbeitsunfähig entlassen, mir wurde nahe gelegt die EU-Rente zu beantragen, was ich auch getan habe, diese erhalte ich inzwischen unbefristet.

2011: Beginn der Einnahme von Tavor 0,5 mg morgens und Mirtazapin 15 mg abends, damit ich überhaupt noch fähig war die Wohnung zu verlassen.

2013: Dosissteigerung auf 1,0 mg Tavor.
2014: Dosissteigerung auf 2,0 mg Tavor, bis heute.

2014: Versuch auf einer Entgiftungsstation das Tavor zu entziehen. Ich wurde in der zweiten Woche auf Rivotril (hoch dosiert) umgestellt. Das hat mich so umgehauen, dass ich fast nicht mehr fähig war die Treppe hoch- bzw. runter zu gehen. Das Rivotril wurde dann rapide runter dosiert, es war die Hölle ... ich bat um Entlassung. Ich kam kränker aus dieser Klinik als ich reinkam. Zu Hause begann ich dann wieder mit der Tavoreinnahme.

Aktuelle Medikation:
Morgens: 1 mg Tavor
Nachmittags: 1 mg Tavor
Abends: Mirtazapin 15 mg

Anna61
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Re: Lorazepam absetzen - ich schaffe es nicht

Beitrag von Anna61 » Mittwoch, 27.09.17, 19:15

Hallo Ihr Lieben,

Ein kurzes Update von mir: Medikation unverändert.
Mein Termin bei der Suchtberatung war nicht erfolgreich. Mir wurde gesagt, dass die Patienten der Ärzte (mit Zusatzausbildung Suchtmedizin) vorwiegend Drogenabhängige (also Heroin) seien, mit meiner Benzodiazipinabhängigkeit hätte ich da wenig Chance auf Hilfe, zumal auch die Rückfallquote so hoch sei. Er nannte mir ein/zwei Adressen, wo ich es trotzdem versuchen könnte.
Gut, ich hatte mir fast schon gedacht, dass das so laufen würde.

Heute war ich bei meinem Psychiater und hab nochmal ganz offen über das Tavor gesprochen und auch über eine eventuelle Substitution mit Diazepam. Er war sehr aufgeschlossen, hat mir allerdings auch wieder ein paar Negativ-Beispiele genannt, wo die Umstellung halt nicht so geklappt hat und die Leute letztendlich dann von Diazepam und/oder beidem abhängig waren.

Doch was sehr sehr positiv war, er ist bereit, wenn ich das wirklich will, mich dabei zu unterstützen. Auch meine Frage, ob ich dann auch jederzeit, falls es mir wirklich ganz schlecht ergehen sollte bei dem Entzug zu ihm kommen kann, bejahte er.

So, für die Umsetzung gebe ich mir Zeit.

Ob ich jetzt nächste Woche oder übernächste damit anfange ist mir im Moment nicht wichtig, vielleicht schaffe ich es auch von dem Tavor noch ein wenig abzusetzen, ich glaube die Psyche spielt jetzt auch eine ganz große Rolle, da jetzt einfach Motivation da ist vor dem Hintergrund, dass ich jemanden habe, der mich unterstützt.

Liebe Grüsse an Euch und Danke dafür, dass Ihr immer für mich da seid und dass ich hier in diesem Forum sein kann.

Anna
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Re: Lorazepam absetzen - ich schaffe es nicht

Beitrag von Jamie » Mittwoch, 27.09.17, 19:45

Hallo Anna, :)

ich finde das hört sich positiv an! Bin echt froh, dass zu lesen.
Meine Erfahrung ist, dass ein kooperierender Arzt die halbe Miete beim Entzug ausmacht.
Er stellt dir die Medikamente und du musst es dann durchziehen. Länge des Umstellens und Absetzens ist erst einmal irrelevant, wichtig ist, sich überhaupt auf den Weg zu machen! :fly:

Ja, er hat recht, manches Mal klappt die Umstellung nicht, aber es gibt auch genug Fallbeispiele, wo es eben doch funktioniert. Und wenn es mit Diazepam nicht hinhaut, hat der Arzt auch noch die Option Oxazepam oder Clonazepam zu verordnen, die haben auch noch eine lange HWZ.

Ich hatte Glück, bei mir klappte das Umstellen sehr gut, aber ich habe mir auch sehr viel Zeit dafür gelassen; immerhin hatte ich zu diesem Zeitpunkt bereits 8 Jahre die gleichen Z-Drugs genommen; ich habe mir über ein dreiviertel Jahr Zeit für die Umstellung gelassen und konnte sogar, man glaubt es nicht, parallel noch abdosieren, weil ich gemerkt habe, dass ich weniger Diazepam gebraucht habe als berechnet.
Ich gebe zu, dass das wirklich optimale Umstände waren und auch welche, die mir sozusagen "geschenkt" wurden, aber einen Teil des Erfolgs meines Entzugs habe ich auch meiner gewissenhaften Vorbereitung und Durchführung zu verdanken *auf Schulter klopf* :D .

Ich war geduldig und hab mich weder verrückt gemacht noch unter Druck gesetzt.
Es hatte einfach Tausendprozentige Priorität in meinem Leben und ich habe alles hintenan gestellt.

Grüße
Jamie
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Re: Lorazepam absetzen - ich schaffe es nicht

Beitrag von Anna61 » Donnerstag, 28.09.17, 7:51

Hallo Jamie,

hab' Dank für Deine Antwort.

Du bist eine sehr kluge und starke Frau und ich finde es großartig wie Du den Entzug so erfolgreich durchgezogen hast.
Ich denke auch, dass eine gewissenhafte Vorbereitung und Geduld wichtige Voraussetzungen sind das ganze zu bewältigen. Das sind auch so meine Gedanken diesbezüglich und ich hoffe, dass es mir gelingt, das auch so umzusetzen.

Wenn ich an die Umstellung auf das Diazepam denke kommt schon wieder Angst hoch, es scheint ja doch anderst zu wirken, wie ich hier schon öfter gelesen habe und mein Psychiater sagte gestern, dass das langsamer anflutet als das Lorazepam. Hier muss ich noch sicher stellen, dass er mir, wenn das nicht hinhaut, dann eben Oxazepam oder Clonazepam verordnet.

Das alles macht mir schon große Angst (hab' schon wieder Panikgefühle).
Aber ich werde mich jetzt beruhigen und mit positiven Gedanken den Tag beginnen.

Liebe Grüsse

Anna
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Re: Lorazepam absetzen - ich schaffe es nicht

Beitrag von Lisamarie » Donnerstag, 28.09.17, 8:55

Hallo Anna, lass dir etwas Zeit zum umstellen, fang mit 1/4 Lorazepam an das umzustellen und warte dann 10 Tage bis du das nächste viertel umstellst. Diazepam muss erst einen Spiegel aufbauen das dauert einige Tage. Also nicht gleich am zweiten Tag denken das Diazepam ist zu wenig und dann gleich aufdosieren.
Lg Petra
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6 Monate heftigste Absetzproblematik.Magendarm 30 Kilo in vier Monaten abgenommen.Halbes Jahr bettlägerig.Schwer suzidal zum stabilisieren fast ein Jahr gebraucht.
Oxazepam reduzieren von umgerechnet 50 mg Diazepam:
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