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Anna61: Lorazepam absetzen - ich schaffe es nicht

Benzodiazepine können schon nach wenigen Wochen abhängig machen. Der Entzug dieser Medikamente sollte dann langsam und vorsichtig stattfinden.
Eva
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Re: Lorazepam absetzen - ich schaffe es nicht

Beitrag von Eva » Mittwoch, 01.11.17, 13:45

Hallo liebe Anna,

diese Zustände sind wirklich scheußlich, ich kann es Dir nachfühlen. Ja, Sleepless sieht es schon richtig, finde ich, manches bleibt nur zu akzeptieren, möglichst ohne innere Abwehr. Und es gibt ja wirklich nur die Gegenwart.

Dazu auch die Frage: Wie schauen Deine gegenwärtigen und überhaupt Deine Gedanken aus? Schaffst Du es, Deine inneren Selbstgespräche zu verfolgen? Wenn ja: Wie redest Du in Gedanken zu Dir bzw. mit Dir - gerätst Du rasch ins Ausmalen einer katastrophalen Zukunft? Grübelst Du über Ängste nach? Über den Entzug? Wieviel Zeit verbringst Du ggf. damit?

Auch wenn der Entzug eine große Rolle spielt, so ist es doch auch entscheidend wichtig, wie wir unsere Gefühle steuern, und das tun wir weitgehend mit unserem Denken. Deshalb ist es so wichtig, die Gedanken genau zu überprüfen. Wenn wir erst identifiziert haben, womit wir uns selbst sabotieren (und das geschieht sehr oft), können wir etwas dagegen unternehmen.

Mehr Tavor halte auch ich für keine gute Idee und einen Klinikaufenthalt nur sehr bedingt, nämlich höchstens da, wo gewährleistet wird, dass keine Medikamente zum Einsatz kommen - was leider ja sehr selten der Fall ist.

Liebe Grüße,
Eva (Pons)
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Re: Lorazepam absetzen - ich schaffe es nicht

Beitrag von Anna61 » Mittwoch, 01.11.17, 15:00

Liebe sleepless,

in meinem Leben ist viel schief gelaufen, leider.

Die Vergangenheit kann ich nicht ändern, die Zukunft ist ungewiß.
Es bleibt der heutige Tag und den gilt es zu bewältigen.

Mir geht es inzwischen besser, ich habe kein Tavor genommen und kein Promethazin. Die Unruhe ist immer noch da, aber diese schlimme Depression ist nicht mehr so stark.

Ich hänge so sehr an meinem Hund, und wenn es mir dann so schlecht geht wie heute, dann kommen die schlimmsten Gedanken, was passiert mit ihm wenn ich nicht mehr kann ...
Ich habe heute z.B. ein schlechtes Gewissen weil ich die Mittagsrunde abgekürzt habe, bzw. auf ein Minimum beschränkt, sonst laufe ich immer so eine Stunde. Und ich fühle mich schlecht weil er genau spürt, dass es mir dreckig geht. Ich möchte ihm ein schönes Hundeleben bieten, er ist so ein lieber cleverer Kerl.

Dann habe ich ein schlechtes Gewissen weil gestern die Enkelin einer Hundebekanntschaft bei mir Sturm klingelte, Halloween, die Kinder wollten Süßigkeiten und ich nicht geöffnet habe ...
Puh, ganz schön verrückt.

Nein, in die Klinik werde ich nicht gehen. Ich muss das jetzt durchstehen und vor allem zeitnah mit dem Entzug beginnen.
Den Job habe ich abgesagt, das wäre die totale Überforderung, ich muss mich schützen.

Danke, dass Du mir geantwortet hast, Deine Worte haben mich erreicht, sie werden mir durch den Tag helfen und mich begleiten.

Viele Grüsse von Anna
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2007: extreme familiäre Belastung dch. schwerst krebskranken Vater, der noch im selben Jahr verstorben ist. Ich kümmerte mich (bin Einzelkind) um meine Mutter, die 250 km entfernt lebte. Zu dieser Zeit nahm ich keine Medikamente. Beruflich hatte ich einen anstrengenden oft 10-Stunden Arbeitstag, am Wochenende fuhr ich zu meiner Mutter, die immer hilfloser wurde, diese Belastung hielt ich noch 3 Jahre, bis 2010, durch.
2010: Entwicklung massiver Angstzustände und Panikattacken, die es mir letztlich unmöglich machten weiter zur Arbeit zu gehen.

2010/2011- 4 Aufenthalte in Psychosomatischen Kliniken, ich wurde arbeitsunfähig entlassen, mir wurde nahe gelegt die EU-Rente zu beantragen, was ich auch getan habe, diese erhalte ich inzwischen unbefristet.

2011: Beginn der Einnahme von Tavor 0,5 mg morgens und Mirtazapin 15 mg abends, damit ich überhaupt noch fähig war die Wohnung zu verlassen.

2013: Dosissteigerung auf 1,0 mg Tavor.
2014: Dosissteigerung auf 2,0 mg Tavor, bis heute.

2014: Versuch auf einer Entgiftungsstation das Tavor zu entziehen. Ich wurde in der zweiten Woche auf Rivotril (hoch dosiert) umgestellt. Das hat mich so umgehauen, dass ich fast nicht mehr fähig war die Treppe hoch- bzw. runter zu gehen. Das Rivotril wurde dann rapide runter dosiert, es war die Hölle ... ich bat um Entlassung. Ich kam kränker aus dieser Klinik als ich reinkam. Zu Hause begann ich dann wieder mit der Tavoreinnahme.

Aktuelle Medikation:
Morgens: 1 mg Tavor
Nachmittags: 1 mg Tavor
Abends: Mirtazapin 15 mg

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Re: Lorazepam absetzen - ich schaffe es nicht

Beitrag von Clarissa » Mittwoch, 01.11.17, 16:23

Ach weisste, Anna,
in meinem Leben ist auch ganz viel schief gelaufen, das wird wohl bei vielen hier der Fall sein.
Es gab ja immer Anlässe/Gründe für uns, zu Psychopharmaka zu greifen.
Schwamm drüber.

Ich habe auch einen Hund, der auf mich angewiesen ist. Solche Gedanken, wie Du sie Dir seinetwegen machst, kenne ich nur zu gut. Ich richte fast mein gesamtes Leben auf seine Versorgung aus. Es gab Zeiten, da klappte es nicht. Ich versuchte, ruhig zu bleiben und eine Lösung zu finden, nur für die Betreuung des Hundes.

Es kommt, wie es kommt, egal, wie wir uns zergrübeln. Manches wird halb so wild, anderes, das gebe ich zu, kam schlimmer als erwartet. Vieles können wir gar nicht beeinflussen.

Wenn Du in der Tavorabhängigkeit verharrst, kannst Du Deinen Hund auch bald nicht mehr versorgen, soviel ist sicher. Kein Medikament kann Dir auf Dauer dabei helfen.
Promethazin hat mich total abgeschossen, da hätte ich keinen Hund versorgen können.
Vorsicht bei Kombination mit Benzos und Mirtazepin!

Ich habe tatsächlich mein ganzes Leben der Abstinenz von PP, besonders Benzos, untergeordnet. Und der Versorgung des Hundes. (Meiner bemerkt, glaube ich, übrigens nicht, wenn es mir schlecht geht :wink:. Ein Macho!)

Von 2 mg Tavor loszukommen, das müsste mit Geduld und Konsequenz zu schaffen sein. Eine schnelle Lösung wird es nicht geben.

Alles Gute für Dich und Dein Hundi!

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Re: Lorazepam absetzen - ich schaffe es nicht

Beitrag von Eva » Mittwoch, 01.11.17, 16:45

Hallo Anna,

ich hoffe, ich bin Dir in meinem Beitrag von heute nicht unbeabsichtigt "auf die Zehen getreten"? Das täte mir Leid.

Gruß, Pons
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Re: Lorazepam absetzen - ich schaffe es nicht

Beitrag von Anna61 » Mittwoch, 01.11.17, 16:56

Liebe Pons,

wie kommst Du denn darauf mir mit Deinem Beitrag irgendwie auf die "Zehen getreten" zu sein ? Ich werde Dir später antworten, habe im Moment nicht genug Kraft richtig auf Deine Antwort einzugehen. Bin etwas durcheinander.

Also nochmals, nichts braucht Dir leid zu tun. Ich melde mich später bei Dir.
Liebe Grüsse von Anna
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2013: Dosissteigerung auf 1,0 mg Tavor.
2014: Dosissteigerung auf 2,0 mg Tavor, bis heute.

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Re: Lorazepam absetzen - ich schaffe es nicht

Beitrag von Eva » Mittwoch, 01.11.17, 17:03

Liebe Anna,

alles okay. (Ich hatte plötzlich ein komisches Gefühl ... könnte mir schon vorstellen, dass man denkt, sie hat gerade gut reden, auf die Gedankenkreisel achten ist leicht gesagt ... oder so.)
Lass Dir alle Zeit, die Du brauchst. <3

LG Pons
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Re: Lorazepam absetzen - ich schaffe es nicht

Beitrag von Anna61 » Mittwoch, 01.11.17, 17:16

Liebe Sleepless,

Deine Antwort, dass, wenn ich in der Tavorabhängigkeit verharre, bald meinen Hund nicht mehr versorgen kann hat mich zutiefst getroffen und verletzt.

Ich habe mich hier im Forum angemeldet, eben weil ich mich von dieser Sucht befreien möchte und Dank der vielen hilfreichen Antworten die ich erhalten habe mich eben jetzt auch schon in die richtige Richtung bewege und den Entzug angehen werde, sei es auch mit Umstellung auf Diazepam, diesbezüglich kooperiert auch mein behandelnder Arzt inzwischen. Dieses war auch sehr wichtig für mich.

Ich erinnere mich nicht, jemals zu verstehen gegeben zu haben, in der Sucht zu verharren.
Ich gebe zu heute war es kritisch, sehr kritisch, aber ich habe es geschafft, meine Dosis nicht zu erhöhen !

Beste Grüsse
Anna
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Re: Lorazepam absetzen - ich schaffe es nicht

Beitrag von Clarissa » Mittwoch, 01.11.17, 18:00

Hallo Anna,

ich wollte Dir nicht zu nahe treten und Dich auch nicht verletzen.
Ich muß hier nicht mein Mütchen kühlen, das verletzt nun wieder mich, wenn diese Meinung entsteht.

Mir ist allerdings aufgefallen, daß Du mit dem Gedanken spieltest, das Tavor mal eben zu erhöhen. Meiner Meinung nach sollte das keine Alternative sein. Aber es geht mich nichts an, es ist Dein Leben.

Ich werde mich zurück nehmen.

VG von sleepless.

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Re: Lorazepam absetzen - ich schaffe es nicht

Beitrag von Lisamarie » Mittwoch, 01.11.17, 20:35

Hallo Anna, ich kenn die Gedanken gut , wenn es einem schlecht geht über eine Erhöhung nachzudenken, das sind aber zwei unterschiedliche paar Schuhe , da drüber nachdenken und es tun. Drüber nachgedacht hab ich auch oft wenn es mir tagelang schlecht ging, aber es auch zu tun würde niemals in Frage kommen. Aber das kennst du ja die Gedanken sind frei.
Lg Petra
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6 Monate heftigste Absetzproblematik.Magendarm 30 Kilo in vier Monaten abgenommen.Halbes Jahr bettlägerig.Schwer suzidal zum stabilisieren fast ein Jahr gebraucht.
Oxazepam reduzieren von umgerechnet 50 mg Diazepam:
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.

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Re: Lorazepam absetzen - ich schaffe es nicht

Beitrag von Jamie » Donnerstag, 02.11.17, 10:03

Guten Morgen,

uns anvertraute Tiere sind Ballast, aber noch viel stärker Heilmacher und unsere Seelenfreunde.
Sie machen jede Mühe, jede Sorge, jede Anstrengung, jede Verantwortung wett durch das, was sie sind und durch ihre Liebe. <3

Sich zu sorgen, wie es weitergeht, wenn es einem selbst nicht gut geht, ist absolut menschlich und nachvollziehbar; schlimm ist es, wenn man das nicht mehr kann und das schreibe ich wertfrei.

Anna, dein Hund wird dir eine große Kraft und Hilfe sein diesen Prozess durchzustehen.
Ich selbst kann auf Anhieb bestimmt 5-10 Menschen nennen, mich eingeschlossen, die eher hungern würden als ihre Tiere zu vernachlässigen und die sich auch noch mit einem gebrochenen Bein rausschleppen würden, um ihren Tierchen etwas Gassi zu ermöglichen.

Tiere sind gute "Disziplinatoren" sich aufzuraffen, auch wenn die Depression einen runterziehen will und wenn es das Einzige am Tag ist, was man noch macht!
Ich habe das schon zigfach gehört und gelesen.
Man sagt ja nicht umsonst, dass es gute Therapeuten sind.

Die meisten Menschen lieben ihre Tierchen viel zu sehr, als dass sie ihnen irgendeinen Mangel oder Defizit zugestehen würden und das ist auch gut; auch ich gehöre zu ihnen und auch wenn ich keinen Grund mehr hatte das Bett zu verlassen; für meine Piepser habe ich mich morgens noch immer rausgeschleppt und ihnen frisches Wasser, Futter etc. gegeben und Musik angestellt und sie zum Freiflug raus gelassen etc.

Unsere Haustiere lieben uns, auch wenn es uns nicht so gut geht und wir uns nicht so perfekt wie sonst kümmern können. Aber sie lieben uns trotzdem <3

MfG
Jamie
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Re: Lorazepam absetzen - ich schaffe es nicht

Beitrag von Anna61 » Donnerstag, 02.11.17, 10:58

Liebe Pons,

gestern habe ich ja gerade noch so die Kurve bekommen, das Tavor nicht zu erhöhen.

Die Nacht war nicht gut, doch sehe ich dem Tag heute zuversichtlicher entgegen zumal auch die Depression verschwunden ist.

Ich konnte gut mit dem Hund laufen, war einkaufen und habe noch einen Kaffee getrunken und noch ein paar Leute getroffen, das ging alles wieder. Die sozialen Kontakte sind wichtig für mich da ich sehr alleine bin, beide Eltern tot, keine Geschwister, keine Kinder ...
Gut, das zu dem Verlauf seit gestern bis jetzt.

Wenn ich in so einer Depression bin gerate ich rasch ins Ausmalen einer katastrophalen Zukunft, ich gerate in Panik und die Ängste sind nur schwer zu steuern, wenn überhaupt. Das macht noch mehr Angst und schon fängt das Gedankenkreisen wieder an ... es ist schwer zu erklären.

Ich kann es nur mit sehr einfachen Worten ausdrücken, aber in diesen Zuständen spielt mir mein Gehirn einen Streich.

Du hast einen sehr klugen Satz geschrieben, dass es entscheidend wichtig ist, wie wir unsere Gefühle steuern, und dass wir das weitgehend mit unserem Denken tun.

Ich habe die Wahl, zufrieden oder zutiefst unglücklich zu sein, Leben heißt mehr als Überleben.


Ganz liebe Grüsse an Dich
Anna
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2010: Entwicklung massiver Angstzustände und Panikattacken, die es mir letztlich unmöglich machten weiter zur Arbeit zu gehen.

2010/2011- 4 Aufenthalte in Psychosomatischen Kliniken, ich wurde arbeitsunfähig entlassen, mir wurde nahe gelegt die EU-Rente zu beantragen, was ich auch getan habe, diese erhalte ich inzwischen unbefristet.

2011: Beginn der Einnahme von Tavor 0,5 mg morgens und Mirtazapin 15 mg abends, damit ich überhaupt noch fähig war die Wohnung zu verlassen.

2013: Dosissteigerung auf 1,0 mg Tavor.
2014: Dosissteigerung auf 2,0 mg Tavor, bis heute.

2014: Versuch auf einer Entgiftungsstation das Tavor zu entziehen. Ich wurde in der zweiten Woche auf Rivotril (hoch dosiert) umgestellt. Das hat mich so umgehauen, dass ich fast nicht mehr fähig war die Treppe hoch- bzw. runter zu gehen. Das Rivotril wurde dann rapide runter dosiert, es war die Hölle ... ich bat um Entlassung. Ich kam kränker aus dieser Klinik als ich reinkam. Zu Hause begann ich dann wieder mit der Tavoreinnahme.

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Re: Lorazepam absetzen - ich schaffe es nicht

Beitrag von Anna61 » Donnerstag, 02.11.17, 11:21

Liebe Jamie,

Deine Worte haben mich so berührt, dass mir die Tränen gekommen sind.

Ja, es ist alles genauso wie Du schreibst.

Ich mache für meinen Hund alles, so wie Du für Deine Tierchen,
image.jpeg
und er gibt es mir tausend mal zurück. Er ist ein so fröhlicher, lebendiger, cleverer Kerl, er liebt die Menschen. Ich nehme ihn fast überall hin mit, selbst zu meinem Arzt darf er mit. Da sorgt er immer für Freude und zaubert einigen Patienten ein Lächeln ins Gesicht.

Er spürt, dass es mir wieder besser geht und im Moment schlummert er selig.

Liebe Grüsse an Dich
Anna
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2010/2011- 4 Aufenthalte in Psychosomatischen Kliniken, ich wurde arbeitsunfähig entlassen, mir wurde nahe gelegt die EU-Rente zu beantragen, was ich auch getan habe, diese erhalte ich inzwischen unbefristet.

2011: Beginn der Einnahme von Tavor 0,5 mg morgens und Mirtazapin 15 mg abends, damit ich überhaupt noch fähig war die Wohnung zu verlassen.

2013: Dosissteigerung auf 1,0 mg Tavor.
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Re: Lorazepam absetzen - ich schaffe es nicht

Beitrag von Eva » Donnerstag, 02.11.17, 19:58

Liebe Anna,

ich bin froh, dass es Dir schon besser geht, dass es Dir ohne die Tavor gelungen ist - und erst recht über das goldige Kerlchen auf dem Foto, dass Du ihn hast <3 - herzerwärmend!

Du hast sehr schön zu meinem Gedankengang geantwortet, ich danke Dir für Dein darauf Eingehen. Du bist eine kluge Frau und weißt, worauf es ankommt.

Herzlich, Eva (Pons)
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Re: Lorazepam absetzen - ich schaffe es nicht

Beitrag von Anna61 » Donnerstag, 21.12.17, 10:03

Guten Morgen Ihr Lieben,
Liebe Lina, liebe Eva, liebe Jamie, liebe Ute, liebe Petra,

seit Tagen überlege ich, ob ich schreiben soll. Ich weiss Ihr seid selbst belastet und ich möchte mit meinem Gejammer niemanden nerven. Doch befinde ich mich in einer Situation in der ich wirklich nicht mehr weiss was ich tun soll.

Ich hatte letzten Sonntag einen Zusammenbruch. Die Vorgeschichte diesbezüglich ist massives Mobbing durch eine Nachbarin. Sie beschimpft mich im Treppenhaus als Psycho, sie weiss, dass ich schon mal in der Psychiatrie war (mein Hund sei auch ein Psycho), jetzt habe sie zwei Psychos im Haus. Sie erzählt anderen Nachbarn ich müßte weg aus dem Haus und mein Hund müßte auch weg. Sie schreibt Briefe an die Hausverwaltung mit üblen Verleumdungen, die ich hier nicht weiter benennen möchte.

Ich bin im Mieterverein und kann mich dort auch anwaltlich vertreten lassen, was ich aber vermeiden möchte, da ich denke, dass dadurch sich alles noch mehr zuspitzt. Ausziehen gestaltet sich sehr sehr schwierig da ich in einer Stadt lebe, in der die Mieten unerschwinglich sind und ich für meine derzeitige schöne Wohnung eine sehr moderate Miete bezahle.

So, ich möchte mich jetzt kurz fassen. Zurück zu letzten Sonntag: Ein Freund von mir fuhr mich in die Psychiatrie da ich nur noch am heulen war und auch völlig kraftlos. Die diensthabende Ärztin steckte mich gleich in die geschlossene Abteilung (Albtraum). Ich bat um Entlassung nach 2 Stunden und der Freund von mir holte mich wieder ab und nahm mich mit zu sich und seiner Familie nach Hause, wo ich immer noch bin und auch über Weihnachten bleiben kann.

Die Ärztin in der Psychiatrie machte mir noch den Vorschlag dort auf einer offenen Station den Tavorentzug dch. Substitution mit Diazepam zu machen, sie veranschlagte 8 Wochen oder auch mehr ... (allerdings sprach sie auch von Seroquel, das habe ich so dunkel in Erinnerung, ich war so durch den Wind, dass ich Mühe hatte dem Gespräch zu folgen).
Ich bin nun völlig ratlos und merke wie es mir immer schlechter geht, auch im Hinblick auf meinen Hund, den ich in eine Hundepension geben müsste.

Ich habe morgen einen Termin bei meinem Psychiater und ich muss bis dahin eine Entscheidung treffen. Ich kann nicht erwarten, dass er für mich entscheidet.
Warum ich plötzlich so dekompensiere, ich verstehe es nicht.

Ich bin so entsetzlich depressiv, ein Gedanke jagt den anderen, ich weiss gar nicht mehr welches Problem ich zuerst angehen soll. Schlafen geht so gut wie gar nicht mehr und die Kraft lässt nach.

Ich weiss, dass Ihr alle selbst Probleme habt und habe jetzt ein ganz furchtbar schlechtes Gewissen, dass ich, und dass ausgerechnet vor Weihnachten, diesen so furchtbar negativen Beitrag schreibe. Das tut mir so leid, doch ich kann mit keinem darüber reden, die Familie, wo ich zur Zeit bin, die sind sehr nett, doch die verstehen das nicht und das kann ich auch nicht erwarten.

Was soll ich nur machen ?

Liebe Grüsse

Anna
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2010: Entwicklung massiver Angstzustände und Panikattacken, die es mir letztlich unmöglich machten weiter zur Arbeit zu gehen.

2010/2011- 4 Aufenthalte in Psychosomatischen Kliniken, ich wurde arbeitsunfähig entlassen, mir wurde nahe gelegt die EU-Rente zu beantragen, was ich auch getan habe, diese erhalte ich inzwischen unbefristet.

2011: Beginn der Einnahme von Tavor 0,5 mg morgens und Mirtazapin 15 mg abends, damit ich überhaupt noch fähig war die Wohnung zu verlassen.

2013: Dosissteigerung auf 1,0 mg Tavor.
2014: Dosissteigerung auf 2,0 mg Tavor, bis heute.

2014: Versuch auf einer Entgiftungsstation das Tavor zu entziehen. Ich wurde in der zweiten Woche auf Rivotril (hoch dosiert) umgestellt. Das hat mich so umgehauen, dass ich fast nicht mehr fähig war die Treppe hoch- bzw. runter zu gehen. Das Rivotril wurde dann rapide runter dosiert, es war die Hölle ... ich bat um Entlassung. Ich kam kränker aus dieser Klinik als ich reinkam. Zu Hause begann ich dann wieder mit der Tavoreinnahme.

Aktuelle Medikation:
Morgens: 1 mg Tavor
Nachmittags: 1 mg Tavor
Abends: Mirtazapin 15 mg

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Re: Lorazepam absetzen - ich schaffe es nicht

Beitrag von Anna61 » Donnerstag, 21.12.17, 11:52

Hallo Ihr Lieben,

ich nochmal.
Ich möchte bzw. muss die Klinik unter allen Umständen vermeiden, das ist mir inzwischen klar. Ich kann diesen Entzug nicht in 8 Wochen bewältigen, da bin ich mir sicher.

Ich werde morgen meinen Psychiater bitten, mich auf dem Entzug zu begleiten und wenn ich anfangs jeden Tag ihn in seiner Praxis aufsuche. Die Substitution hat er ja schon bewilligt. Beim Umrechnen brauche ich Eure Hilfe.

Ich habe, trotz all der Problematik, die Dosis nicht erhöht, d.h. ich nehme nach wie vor nach dem Aufstehen 1 mg und nachmittags um 16:00 Uhr 1 mg. Und abends Mirtazapin 15 mg.

Meine privaten Probleme gehören nicht hierher. Sorry, dass ich all das geschrieben habe, es war die pure Verzweiflung.
Ich muss das alles irgendwie bewältigen, das Leben muss weitergehen, das mache ich schon alleine für meinen Hund.

Liebe Grüsse
Anna
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2007: extreme familiäre Belastung dch. schwerst krebskranken Vater, der noch im selben Jahr verstorben ist. Ich kümmerte mich (bin Einzelkind) um meine Mutter, die 250 km entfernt lebte. Zu dieser Zeit nahm ich keine Medikamente. Beruflich hatte ich einen anstrengenden oft 10-Stunden Arbeitstag, am Wochenende fuhr ich zu meiner Mutter, die immer hilfloser wurde, diese Belastung hielt ich noch 3 Jahre, bis 2010, durch.
2010: Entwicklung massiver Angstzustände und Panikattacken, die es mir letztlich unmöglich machten weiter zur Arbeit zu gehen.

2010/2011- 4 Aufenthalte in Psychosomatischen Kliniken, ich wurde arbeitsunfähig entlassen, mir wurde nahe gelegt die EU-Rente zu beantragen, was ich auch getan habe, diese erhalte ich inzwischen unbefristet.

2011: Beginn der Einnahme von Tavor 0,5 mg morgens und Mirtazapin 15 mg abends, damit ich überhaupt noch fähig war die Wohnung zu verlassen.

2013: Dosissteigerung auf 1,0 mg Tavor.
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Re: Lorazepam absetzen - ich schaffe es nicht

Beitrag von Jamie » Donnerstag, 21.12.17, 11:59

Liebe Anna, :)

du darfst hier alles schreiben, was dir auf dem Herzen liegt :hug: und ich finde das schon wichtig zu erfahren, denn es erklärt meines Erachtens auch teilweise deinen schlechten Zustand.

Mach dir keine Sorgen, du behelligst uns nicht damit. Das hier ist ein mitfühlendes Forum und was du da mitmachst, das finde ich wirklich schlimm :(, wir sind nur leider heillos überlastet zur Zeit und es dauert mit Antworten.

Ich konnte dir noch nicht so schreiben wie ich wollte, weil ich am Dienstag Abend erst aus dem Krankenhaus entlassen worden bin und angeschlagen bin / die Forenarbeit nur dosiert aufnehmen kann.
Es geht alles momentan nur langsam und andere Mods sind leider auch ausgefallen.

Ich finde die Idee sehr gut, deinen Doc mit ins Boot zu holen.
Nur so kann es gehen! Ein 8 Wochen Entzug ist zum Scheitern verurteilt, erst recht wenn du eine derartige Belastung im Hintergrund hast; da müsstest du Übermenschliches leisten.

Ich finde es schön, dass du Halt und Obdach bei deinem Bekannten gefunden hast; es ist allerdings furchtbar, was diese bösartige Nachbarin da mit dir macht und da muss irgendwann vermutlich was geschehen, so geht das nicht!

Viele Grüße
Jamie
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Re: Lorazepam absetzen - ich schaffe es nicht

Beitrag von LinLina » Donnerstag, 21.12.17, 12:05

Liebe Anna :-)

es ist völlig ok, auch private Sorgen hierzulassen. Dafür ist das Forum auch da :hug:

Allein alles hier nochmal aufzuschreiben kann ja helfen sich zu sortieren und etwas entlastend wirken.

Es ist gut, dass dir das klar geworden ist dass die Klinik keine gute Option ist. Ich finde es auch super dass du die Umstellung auf Diazepam jetzt angehen willst. Du klingt entschlossen, das ist schön.

vielleicht kannst du irgendwie noch versuchen weitere Ressourcen/Unterstützung zu mobilisieren?

Das mit deiner Nachbarin ist ja wirklich eine üble Sache, und ganz schlimm, die Wohnung sollte ja möglichst ein sicherer Ort sein. Ich kann gut verstehen wie sehr dich das belastet. Gibt es denn auch Nachbarn, mit denen du gut zurecht kommst? Irgendwie müsste dieser Person einhalt geboten werden. Das ist ja wirklich Verleumndung oder üble Nachrede, was sie da betreibt, und damit strafbar. Aber ich verstehe auch, dass das einfach gerade alles zu viel Kraft kostet :hug:

Kannst du diese Person wenigstens stoppen/ihr eine klare Ansage machen, wenn sie dich im Treppenhaus beschimpft? Das geht ja gar nicht :evil:

Liebe Grüße
Lina
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Re: Lorazepam absetzen - ich schaffe es nicht

Beitrag von albertine » Donnerstag, 21.12.17, 12:25

Hallo Anna,
Was soll ich nur machen ?
Entscheiden musst du selbst. Ich kann dir nur von mir schreiben. Für mich war der Weg in die Klinik die richtige Entscheidung.

Ich war vor 7 Jahren zum Entzug in der Psychiatrie. Mir ging es damals so schlecht, dass ich froh war in eine Klinik gehen zu können. Ich bin kurz vor Weihnachten hin, und man hat sich dort wirklich bemüht, Weihnachten für die Patienten schön zu gestalten. Wir haben gebacken und einen Baum geschmückt etc. Es war richtig familiär. Meine Depression hat sich schnell gebessert.

Es folgten einige harte Entzugswochen. Da muss man durch, Leute die langsam entziehen leiden auch. Da ich dann ein AD bekam was mir gut half, ging es mir aber nach einigen Wochen schon wieder richtig gut.

Ich durfte 16,5 Wochen in der Klinik sein, die letzten 6 Wochen war ich nur noch in der Tagesklinik.

Grüße von Margot
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1976 angefangen mit Adumbran
1977 ging es weiter mit Lexotanil und Praxiten
irgendwann gab es dann nur noch Lexotanil bis zu 7 Tabletten pro Tag
1997 - 400mg Sulpirid - es ging mir immer schlechter - bin körperlich immer schwächer geworden, konnte letztendlich nicht mehr laufen und nichts mehr essen, lag nur noch im Bett - die Aussage meines jetzigen Psychiaters: "Sulpirid wirkt so" :frust:
musste dann weil ja nichts mehr ging ins Krankenhaus, lag 8 Wochen auf der Station für innere Medizin, Sulpirid wurde sofort auf 200 mg reduziert, Lexotanil in diesen 8 Wochen von 42 mg auf 3 mg - war hart, abes es ging, die letzten 3 mg Lexotanil in 1,5 er Schritten zuhause abgesetzt, ging prima, das restliche Sulpirid nach einigen Monaten auch ausgeschlichen, ging auch gut
2002 ging es los mit Diazepam, und ziemlich schnell hing ich wieder in der Suchtfalle
2009 kam eine heftige Depression hinzu
Dez. 2010 - Apr. 2011 war ich in der Psychiatrie zum Diazepam-Entzug
entlassen mit Amitriptylinoxid 210 mg
ein neues , viiiiiel besseres Leben begann :)
es folgten 2,5 Jahre Therapie bei einer Suchtberatung, Einzelgespräche und Gruppe
das AD wurde inzwischen reduziert auf 90 mg
ab 22.3. 2014 - 82,5 mg
ab 11.5 - 75 mg
bin jetzt bei 60 mg u. werde die Dosis jetzt erstmal beibehalten solange ich in der Therapie meine traumatische Kindheit verarbeite, vertrage es gut, keinerlei Nebenwirkungen
ab 10.7.2015 - 52,5 mg Amitriptylinoxid
ab 15.2.2016 - 45 mg
10.5.2016 - 37,5 mg
19.6.2016 - 30 mg
28.9.2017 - 22,5 mg
1.1.2018 - 15 mg

2014 Traumatherapie begonnen - nach einigen Monaten abgebochen, war mit der Therapeutin nicht zufrieden

März 2015 neue Therapie begonnen bei einer sehr engagierten Therapeutin + gehe weiterhin zu einer Selbsthilfegruppe

mein Leben ist lebenswert :)

mein Ziel: NIE WIEDER BENZOS!!!

WER KÄMPFT, KANN VERLIEREN, WER NICHT KÄMPFT, HAT SCHON VERLOREN!

Wer vom Leben nicht lernt, dem erteilt es seine Lektionen!

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Re: Lorazepam absetzen - ich schaffe es nicht

Beitrag von Anna61 » Donnerstag, 21.12.17, 17:05

Liebe Jamie,

hab' vielen Dank für Deine so liebe empathische Antwort.
Es tut mir so leid, dass Du im Krankenhaus sein musstest und ich wünsche Dir von ganzem Herzen gute Besserung. Bitte mach ganz ganz langsam jetzt und schone Dich. Du leistet im Forum so unglaublich viel, wo Du doch selbst so viele Sorgen hast.
Ich kann Dich nur bewundern.

Ganz kurz nur zu mir.
Mich rief heute Mittag ein Arzt aus der Psychiatrie an, die ich am Sonntag aufgesucht hatte; er hat mir angeboten, mich noch vor Weihnachten aufzunehmen. Ich habe ihm ganz offen gesagt, dass ich einen Entzug in 8 Wochen nicht stemmen kann und, was mich sehr wunderte, er hat mir zugestimmt. Er gab mir trotzdem seine Tel.Nr. und meinte, falls ich mich doch noch für einen Klinikaufenthalt entscheiden würde, oder wenn es mir schlecht gehen würde, könnte ich mich jederzeit melden. Das fand ich schon sehr nett.

Ich will die Umstellung auf Diazepam ambulant mit meinem Psychiater angehen, morgen habe ich ja den Termin.

So, jetzt lass ich Dich in Ruhe.
Ich wünsche Dir alles erdenklich Gute und bitte pass gut auf Dich auf !
Ich schicke Dir liebe Grüße.
Anna
2007: extreme familiäre Belastung dch. schwerst krebskranken Vater, der noch im selben Jahr verstorben ist. Ich kümmerte mich (bin Einzelkind) um meine Mutter, die 250 km entfernt lebte. Zu dieser Zeit nahm ich keine Medikamente. Beruflich hatte ich einen anstrengenden oft 10-Stunden Arbeitstag, am Wochenende fuhr ich zu meiner Mutter, die immer hilfloser wurde, diese Belastung hielt ich noch 3 Jahre, bis 2010, durch.
2010: Entwicklung massiver Angstzustände und Panikattacken, die es mir letztlich unmöglich machten weiter zur Arbeit zu gehen.

2010/2011- 4 Aufenthalte in Psychosomatischen Kliniken, ich wurde arbeitsunfähig entlassen, mir wurde nahe gelegt die EU-Rente zu beantragen, was ich auch getan habe, diese erhalte ich inzwischen unbefristet.

2011: Beginn der Einnahme von Tavor 0,5 mg morgens und Mirtazapin 15 mg abends, damit ich überhaupt noch fähig war die Wohnung zu verlassen.

2013: Dosissteigerung auf 1,0 mg Tavor.
2014: Dosissteigerung auf 2,0 mg Tavor, bis heute.

2014: Versuch auf einer Entgiftungsstation das Tavor zu entziehen. Ich wurde in der zweiten Woche auf Rivotril (hoch dosiert) umgestellt. Das hat mich so umgehauen, dass ich fast nicht mehr fähig war die Treppe hoch- bzw. runter zu gehen. Das Rivotril wurde dann rapide runter dosiert, es war die Hölle ... ich bat um Entlassung. Ich kam kränker aus dieser Klinik als ich reinkam. Zu Hause begann ich dann wieder mit der Tavoreinnahme.

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Re: Lorazepam absetzen - ich schaffe es nicht

Beitrag von Anna61 » Donnerstag, 21.12.17, 17:09

Liebe Lina,

auch Dir möchte ich für Deine liebe Antwort danken.

Ich melde mich später am Abend nochmals bei Dir, ich habe im Moment so wenig Kraft und muss jetzt noch mit meinem Hund raus.

Nochmals danke danke für alles.

Liebe Grüsse
Anna
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2007: extreme familiäre Belastung dch. schwerst krebskranken Vater, der noch im selben Jahr verstorben ist. Ich kümmerte mich (bin Einzelkind) um meine Mutter, die 250 km entfernt lebte. Zu dieser Zeit nahm ich keine Medikamente. Beruflich hatte ich einen anstrengenden oft 10-Stunden Arbeitstag, am Wochenende fuhr ich zu meiner Mutter, die immer hilfloser wurde, diese Belastung hielt ich noch 3 Jahre, bis 2010, durch.
2010: Entwicklung massiver Angstzustände und Panikattacken, die es mir letztlich unmöglich machten weiter zur Arbeit zu gehen.

2010/2011- 4 Aufenthalte in Psychosomatischen Kliniken, ich wurde arbeitsunfähig entlassen, mir wurde nahe gelegt die EU-Rente zu beantragen, was ich auch getan habe, diese erhalte ich inzwischen unbefristet.

2011: Beginn der Einnahme von Tavor 0,5 mg morgens und Mirtazapin 15 mg abends, damit ich überhaupt noch fähig war die Wohnung zu verlassen.

2013: Dosissteigerung auf 1,0 mg Tavor.
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2014: Versuch auf einer Entgiftungsstation das Tavor zu entziehen. Ich wurde in der zweiten Woche auf Rivotril (hoch dosiert) umgestellt. Das hat mich so umgehauen, dass ich fast nicht mehr fähig war die Treppe hoch- bzw. runter zu gehen. Das Rivotril wurde dann rapide runter dosiert, es war die Hölle ... ich bat um Entlassung. Ich kam kränker aus dieser Klinik als ich reinkam. Zu Hause begann ich dann wieder mit der Tavoreinnahme.

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