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LittleMissSunshine: Tavor/Diazepam Entzug

Benzodiazepine können schon nach wenigen Wochen abhängig machen. Der Entzug dieser Medikamente sollte dann langsam und vorsichtig stattfinden.
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LittleMissSunshine
Beiträge: 3
Registriert: Donnerstag, 18.01.18, 20:49

LittleMissSunshine: Tavor/Diazepam Entzug

Beitrag von LittleMissSunshine » Donnerstag, 18.01.18, 21:35

Hallo liebes ADFD-Team,

Ich habe eine Frage und hoffe, ihr könnt sie mir beantworten.
Ich nehme seit ca 3 Jahren Tavor; anfangs nur sehr sporadisch, seit etwas über einem Jahr regelmäßig ca 3-4x die Woche jeweils 0,5-1 mg. Etwas länger als eine Woche nahm ich Tavor höherdosiert 3-4x am Tag (also insgesamt ca 2-3mg). Das ist aber schon ein paar Monate her, seitdem nehme ich es wie gesagt 3-4x pro Woche.
Sehr selten kombinierte ich es zusätzlich mit Alkohol. Zusätzlich nehme ich seit ca. einem Jahr ca. 3-5x die Woche Diazepam in Tropfenform, ca. 5-15mg.
Eine Zeit lang nahm ich zusätzlich noch Zopiclon zum Schlafen.
Ich habe diese Medikamente wegen einer Panikstörung und PTBS verschrieben bekommen und nahm es, wie vom Arzt empfohlen, nach Bedarf. Wobei ich immer häufiger Bedarf hatte.
Trotzdem empfand ich meine Einnahme nie als viel oder übermäßig, weil ich es ja immer nur "bedarfsmäßig" nahm.
Vor zwei Wochen überlegte ich mir dann trotzdem, dass ich weniger von dem Zeug konsumieren wollte, weil ich mittlerweile sofort wenn es mir schlecht ging Tavor nahm und sehr oft daran dachte.
Ich habe letzte Woche etwas weniger genommen und diese Woche gar nichts mehr.
Seit Freitag habe ich jetzt ziemlichen Schwindel, Herzrasen, starke Kreislaufprobleme, Muskelschmerzen, extreme innere Angst und Unruhe; komisches Gefühl, wie Lähmung, im rechten Arm; Schweißausbrüche, Hitzewallungen, dann wieder Kälteschocks, und, was ich am beängstigsten fand, richtige Krampfanfälle vor allem in den Beinen. Zusätzlich starkes Restless-Legs-Syndrom, was ich schon als Nebenwirkung von Neuroleptika kannte.
Ich dachte, ich hätte mir einen komischen Virus eingefangen (hatte auch leichtes Halsweh) und legte mich ins Bett.
Diese starke innere Angst und Unruhe nervt mich am meisten, da ich die ganze Zeit weiß, dass, wenn ich Tavor/Diazepam nehmen würde, sie auch wegginge. Ich dachte erst, ich würde nur psychisch an dem Zeug hängen, aber nachdem ich mir nun ein paar Beiträge über die typischen Benzo-Entzugserscheinungen durchgelesen habe, bin ich mir nicht mehr so sicher.
Kann es wirklich sein, dass ich auch körperliche Entzugssymptome habe? War meine Einnahme dafür nicht zu unregelmäßig/niedrig?
Und wenn ja; also falls das wirklich Entzugserscheinungen sind: Wie geh ich dann damit um? Wollte das Teufelszeug eigentlich nie mehr anrühren (hab extra auch fast nichts mehr; nur noch ca. 5 Tavor á 0,5mg und ca 10 mg Diazepam). Wenn das wirklich Absetzerscheinungen sind: Wie lange dauert das bis die weggehen?
Ich wäre euch für euren Rat sehr dankbar.
Ganz herzliche Grüße,
Judith

Gwen
Team
Beiträge: 1833
Registriert: Donnerstag, 12.01.17, 12:31

Re: Tavor/Diazepam Entzug???

Beitrag von Gwen » Donnerstag, 18.01.18, 22:00

Hallo Judith,
herzlich Willkommen hier im Forum!

Da ich selbst kaum Erfahrung habe mit Benzodiazepinen, möchte ich Dir gar nicht so viel schreiben. Deine Symptome sprechen aber eigentlich deutlich für Absetzsymptome und damit für eine Abhängigkeit, die bei diesen Medikamenten auch schon nach einer kurzen oder unregelmäßigen Einnahme entstehen kann.
Du wirst aber bestimmt noch Antworten von erfahreneren Mitgliedern bekommen. Manchmal kann es ein wenig dauern, da alle hier im Forum selbst betroffen sind.

Was Du jetzt schon tun könntest, wäre eine Signatur anzulegen. Geh dazu bitte auf deinen Namen oben recht, dann auf persönlicher Bereich, Profil und Signatur ändern. Schreib dort bitte Deine Diagnose und Deinen Medikamentenverlauf auf. Schreib auch dazu, falls Du noch andere Medikamente oder Nahrungsergänzungsmittel nimmst.

Viele Grüße Gwen
Diagnose: schwere rezidivierende Depressionen
Escitalopram: aktuell 2,0mg (12.03.2018)
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Ululu 69
Team
Beiträge: 3412
Registriert: Donnerstag, 04.05.17, 17:43

Re: Tavor/Diazepam Entzug???

Beitrag von Ululu 69 » Freitag, 19.01.18, 14:16

Hallo LittleMissSunshine,

wenn du seit einem Jahr drei bis fünf mal in der Woche Diazepam und zusätzlich noch das Tavor genommen hast, bist du höchstwahrscheinlich abhängig.
Auch die Symptome, die du beschreibst, klingen nach typischen Entzugserscheinungen.

Ich kann dir auch nicht dazu raten, das aussitzen zu wollen, das kann ziemlich nach hinten losgehen und im übelsten Fall sogar echte Krampfanfälle auslösen.

Ich lasse dir mal erste Informationen zum Benzoentzug da. Du kannst dich einlesen und wenn du Fragen dazu hast, diese hier in deinem Thread stellen.

viewtopic.php?f=16&t=12883

LG Ute
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Eva
Beiträge: 1963
Registriert: Sonntag, 23.07.17, 13:47

Re: Tavor/Diazepam Entzug???

Beitrag von Eva » Freitag, 19.01.18, 14:53

Hallo, und willkommen! :)
weil ich mittlerweile sofort wenn es mir schlecht ging Tavor nahm und sehr oft daran dachte.
So habe ich es mit "meinem" Benzo auch erlebt, und das ist der typische Verlauf, der schnurstracks in die Abhängigkeit oder auch Sucht führt. Es ist also aufmerksam von Dir, dies registriert zu haben und nun absetzen zu wollen. Dies sollte allerdings nie ruckartig, sondern immer in kleinen, vorsichtigen und schonenden Schritten geschehen.

Wie Du es für Dich beschrieben hast, ist es ziemlich sicher, dass Du voll in den Entzug geraten bist. Ich wurde ebenfalls nervös und ängstlich und merkte es in der Hauptsache daran (der typische Rebound-Effekt eines Benzos).

Ich habe mir zum Entzug den ungefähren Tagesdurchschnitt meiner Einnahme ausgerechnet und dann - nach Maßgabe des Forums - mit 10 % Reduktion über ca. 4 Wochen mit dem Ausschleichen begonnen; das klappt bis heute sehr gut; so gut, dass ich inzwischen wochenweise den Rest absetzen kann. Die Absetzintervalle richten sich auch danach, ob man sich vor einem neuen Schritt stabil fühlt.

Das vollständige Absetzen dauert auf diese Art natürlich vergleichweise lange; ich bin seit dem Sommer dabei, und noch ein paar Wochen werde ich brauchen. Das macht aber nichts, wenn man auf diese Art das Zeug ohne größere Probleme los wird. Es gehört eben nur ein Umdenken dazu: nicht: "möglichst schnell", sondern: "möglichst gut". Ich kann es Dir nur empfehlen.

Liebe Grüße, Eva
Zuletzt geändert von Eva am Freitag, 19.01.18, 15:16, insgesamt 2-mal geändert.
Zolpidem und Bromazepam abgesetzt.
Erst kürzlich Rückfall mit beidem (zum Schlafen :cry: gehabt) glücklicherweise wieder losgeworden.

Neu: Trimipramin 25 mg,
verordnet als regelmäßige Einname am Abend zum Schlafen.

Vor 5 Wochen mit 25 mg begonnen und dann gleich 50 mg, weiter auf 75 mg und 100 mg hochdosiert - höchste erlaubte Menge zum Schlafen.

Erst bei 100 mg spürte ich nach 2 Stunden (!) Müdigkeit. Trotzdem hat das Einschlafen kaum geklappt, allerdings das Durchschlafen, wenn es mal gelangt, in den Schlaf zu kommen; das war dann bemerkenswert tief und ohne zwischendurch zu erwachen. Aber der Körper hatte sich rasend schnell angepasst, das Durchschlafen klappte nämlich dann auch schon mit 100 mg nicht mehr.

19.08.2018 - 12,5 mg Trimi. abgesetzt

LittleMissSunshine
Beiträge: 3
Registriert: Donnerstag, 18.01.18, 20:49

Re: Tavor/Diazepam Entzug???

Beitrag von LittleMissSunshine » Freitag, 19.01.18, 15:09

Vielen Dank für eure Antworten!! Ich hab mir jetzt mal die Liste mit den typischen Entzugssymptomen durchgelesen und da trifft leider schon einiges zu. :-(
Hatte gestern wieder sehr starkes RLS und Muskelzuckungen und hab deshalb sehr niedrig dosiert Diazepam genommen. Ging mir dadurch sofort wesentlich besser, obwohl ich es so niedrig dosiert hatte.
Ich habe mir jetzt mal für Montag einen Termin bei meiner Psychiaterin geben lassen, weil ich nicht weiß wie ich das Zeug richtig und mit möglichst wenig Entzugserscheinungen absetzen soll.
War vlt keine so gute Idee, einfach so von heute auf morgen und ohne mit einem Arzt darüber zu sprechen abzusetzen... Aber ich hätte echt nicht gedacht, dass ich irgendetwas anderes als psychische Entzugserscheinungen davon kriege. Dachte wenn man es nur bedarfsweise nimmt könnte man irgendwie körperlich davon nicht abhängig werden... :?
Habt ihr einen Tipp für mich, was ich bis Montag machen soll? Nochmal Diazepam/Tavor nehmen, wenn die Symptome zu schlimm werden? Oder lieber kalt mit gar nichts durchstehen?
Liebe Grüße und ein schönes Wochenende euch allen,
Mara

Eva
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Re: Tavor/Diazepam Entzug???

Beitrag von Eva » Freitag, 19.01.18, 15:14

Hallo,

sei nicht überrascht, wenn Deine Psychiaterin etwas anderes rät als dieses Forum. Das ist leider sogar meistens der Fall, und häufig lesen wir dann hier die Auswirkungen ... Ärzte sind mit der Absetzproblematik leider nur selten wirklich vertraut und raten meist zu einem zu schnellen Absetzen.

Du hast jetzt selbst schon das Richtige getan mit der Wiedereinnahme der kleinen Menge Diazepam. Wenn es so ausreicht, dass es Dir damit besser geht, könntest Du es sogar dabei belassen und eine Weile beibehalten, bevor Du Dich dann davon ganz, aber diesmal wie eine :schnecke: :) , herunterarbeitest. Schau, wie es Dir damit geht, und dann würden wir Dir hier auch weiterhelfen.

Liebe Grüße, Dir ebenfalls ein schönes Wochenende,
Eva
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Zolpidem und Bromazepam abgesetzt.
Erst kürzlich Rückfall mit beidem (zum Schlafen :cry: gehabt) glücklicherweise wieder losgeworden.

Neu: Trimipramin 25 mg,
verordnet als regelmäßige Einname am Abend zum Schlafen.

Vor 5 Wochen mit 25 mg begonnen und dann gleich 50 mg, weiter auf 75 mg und 100 mg hochdosiert - höchste erlaubte Menge zum Schlafen.

Erst bei 100 mg spürte ich nach 2 Stunden (!) Müdigkeit. Trotzdem hat das Einschlafen kaum geklappt, allerdings das Durchschlafen, wenn es mal gelangt, in den Schlaf zu kommen; das war dann bemerkenswert tief und ohne zwischendurch zu erwachen. Aber der Körper hatte sich rasend schnell angepasst, das Durchschlafen klappte nämlich dann auch schon mit 100 mg nicht mehr.

19.08.2018 - 12,5 mg Trimi. abgesetzt

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Rückfall-umgang mit psychischen Entzugserscheinungen

Beitrag von LittleMissSunshine » Montag, 18.06.18, 23:03

Hallo liebes Forum,

letztes Jahr gelang es mir endlich von Diazepam, Tavor und Zopiclon loszukommen. All dies hatte ich Jahre- bzw. Monatelang recht oft und regelmäßig genommen, eigentlich täglich.
Nach einem ziemlich kalten Entzug hatte ich ein paar Wochen heftige körperliche und psychische Entzugserscheinungen. Mit der Zeit wurden diese aber zumindest schwächer und ich lernte, Probleme auch ohne Benzos zu bewältigen.
Ich trank stattdessen nun wesentlich mehr Alkohol.
Seit letzter Woche hatte ich dann auf einmal ein sehr starkes Bedürfnis, wieder zu Benzos zu greifen. Es wurde zu einem sehr starken Suchtdruck und auch die körperlichen Absetzsymptome kehrten irgendwie zurück.
Irgendwann gab ich nach und nahm zum ersten Mal nach langer Zeit 2 Tavor mit Alkohol ein.

Ich kann mir einfach nicht vorstellen für immer auf das Zeug zu verzichten. Was macht man denn gegen diese psychische Abhängigkeit? Das körperliche find ich leichter zu bewältigen als diese ständige Sehnsucht sich damit zu betäuben, vor allem bei Problemen, Stress usw.
Geht es irgendjemand ähnlich?
Oder hat jemand einen guten Umgang damit gefunden?

Liebe Grüße!

Murmeline
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Re: Tavor/Diazepam Entzug???

Beitrag von Murmeline » Dienstag, 19.06.18, 6:58

Neuer Beitrag mit altem Thread zusammengelegt, bitte schreib jetzt hier weiter! Murmeline
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Dein Behandler nimmt Absetzproblematik nicht ernst? Das geht anderen auch so, siehe hier
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Re: LittleMissSunshine: Tavor/Diazepam Entzug

Beitrag von Gwen » Dienstag, 19.06.18, 7:07

Hallo,
Du schreibst in Deinem ersten Beitrag, dass Du eine PTBS hast. Machst Du Psychotherapie? Das wäre sehr sinnvoll, um alternative Strategien im Umgang mit Stress zu entwickeln bzw zu schauen, was Dich warum so stresst/triggert.

Viele Grüße Gwen
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Re: LittleMissSunshine: Tavor/Diazepam Entzug

Beitrag von Jamie » Dienstag, 19.06.18, 10:56

Hallo Miss Sunshine :),

die Kardinalfrage lautet doch:
Was in deinem Leben läuft so blöd, dass du dich betäuben willst?

Und bestehen da Möglichkeiten Änderungen einzuleiten?

Das ist die Kernfrage hinter jeder Form von Sucht - wovor will man fliehen? Was kot*t einen so an, dass man es nicht ertragen kann oder will?

Es ist auf jeden Fall toll, dass du es geschafft hast den Benzos so lange zu entsagen; ich kann deinen "Rückfall" nicht einordnen - meinst du du bist damit direkt in eine neue Abhängigkeit gerutscht?

Beim Alkoholkonsum gibt es ja den Begriff des ´Quartalsäufers´ - der also viele Wochen abstinent bleibt und sich dann an einem Wochenende richtig volllaufen lässt - wäre das bei dir auch so - übertragen auf Benzos?
Es wäre nach wie vor schädliches Verhalten. Könnte aber auch eine bewusst getroffene Entscheidung sein, wenn du es denn so handhaben willst. Halt mit allen möglichen Konsequenzen.

Viele Grüße
Jamie
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Re: LittleMissSunshine: Tavor/Diazepam Entzug

Beitrag von Clarissa » Dienstag, 19.06.18, 11:27

Hallo, Miss Sunshine.

Ich sehe es genau wie Jamie: in Deinem Leben läuft was schief, was Du nicht aushalten kannst und betäuben musst. Dem müsstest Du an den Kragen!

Ich bin mit meiner psychischen Abhängigkeit fertig geworden, indem ich meine Ansprüche an mich umd mein Leben drastisch heruntergeschraubt habe.
Das ist nicht jedermanns Sache, das verstehe ich.
Aber, wie Jamie schrieb: andernfalls und bei andauernder Abhängigkeit hast Du mit Konsequenzen zu rechnen ...

VG von Clarissa
früher als sleepless2014 im Forum unterwegs gewesen, aber nicht mehr schlaflos :party2:

seit Mai 2015 EU-Rentnerin letztlich wegen der Entzugsproblematik

los ging alles mit lebenslangen Schlafproblemen, die sich in Lebenskrisen mit depressiven Episoden verstärkten

leidvolle Erfahrungen mit Elektro"heil"krampftherapie und ziemlich allen AD, zahlreichen NL und anderen Psychopharmaka wie z.B. Pregabalin, Carbamazepin, Valproat, Johanniskraut, leider auch Diazepam und Zolpidem (von letzteren beiden abhängig geworden) und dem Kaltabsetzen

Diazepam-frei seit November 2013, Zolpidem-frei seit Mitte April 2014, ohne jegliche Psychopharmaka seit September 2014 (zuletzt das "deckelnde" NL Dominal forte abgesetzt nach raschem Abdosieren)

aktuell im protrahierten Entzug (?) mit sehr unangenehmen, v.a. körperlichen Symptomen

Inzwischen fast 4 Jahre frei von Medikamenten. NR, keinerlei Alkohol und Koffein mehr, weil alles triggert. "Reizarmes" Leben einschließlich Ernährung, soweit sich das machen lässt.

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