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Liebe Mitglieder des ADFD-Forums, liebe Interessierte,

Update: Die Wiedereröffnung für neue Teilnehmer verzögert sich noch ein wenig. Geplanter Termin ist der 1.8. Das neue Konzept steht aber mittlerweile und wir arbeiten im Hintergrund an der Umsetzung.

Erste Veränderungen in Form zweier neuen Rubriken sind nun eingestellt, Erläuterungen siehe den Artikel über die geplanten Änderungen.


Seit dem 31.03.2019 Ist das Forum für Neuanmeldungen geschlossen. Bislang freigeschaltete Mitglieder können das Forum natürlich wie gewohnt nutzen und dort schreiben.

Es tut uns leid für diejenigen, die sich nun gerne anmelden möchten und nicht können, aber aufgrund einer völligen Überlastungssituation sind wir nicht mehr in der Lage noch mehr Mitglieder zu betreuen. Wir müssen uns in den kommenden Wochen auch überlegen, wie das Forum künftig organisiert werden kann, so dass es fortbestehen kann. Das Forum wurde in den letzten Wochen geradezu mit Neuanmeldungen geflutet und es ist uns nicht mehr möglich, diese Massen an Anfragen auf Basis unseres ehrenamtlichen Engagements zu bewältigen.

Trotzdem wollen wir keinen von Euch hängen lassen.
Zum einen steht in diesem Forum wirklich alles Relevante, was Ihr wissen müsst, wenn Ihr Eure Psychopharmaka verantwortungsvoll, schonend und nachhaltig absetzen wollt und zum anderen haben wir auch extra noch mal die allerwichtigsten Artikel und Tipps für Euch zusammengestellt.
Nehmt Euren Wunsch, Eure Medikamente auszuschleichen aktiv in die Hand, lest die Infoartikel, wühlt Euch durch die Threads der anderen Betroffenen und erlebt, dass alle im gleichen Boot sitzen, benutzt gerne auch die Suchfunktion... Ihr werdet sehen, so gut wie keine Frage wird unbeantwortet bleiben.

=> Hier sind nochmal häufige Fragen von Neuankömmlingen für Euch beantwortet. <=

Für unsere Bestandsmitglieder und natürlich auch für diejenigen, die an den tiefer gehenden Gründen interessiert sind, weswegen wir den Anmeldestopp verhängt haben, haben wir eine genauere Erklärung verfasst.

Wir danken für Euer Verständnis und erbitten zahlreiches und konstruktives Mitwirken
Das Team des ADFD

Dan092: Tavor Abhängigkeit?

Benzodiazepine können schon nach wenigen Wochen abhängig machen. Der Entzug dieser Medikamente sollte dann langsam und vorsichtig stattfinden.
Dan092
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Re: Dan092: Tavor Abhängigkeit?

Beitrag von Dan092 » Dienstag, 15.01.19, 9:03

Hallo Forum,

leider verstärken sich die Gefühle der Entfremdung noch zunehmend, so das ich wirklich den ganzen Tag ununterbrochen das Gefühl habe gleich
die Kontrolle über mein Denken und Bewusstsein zu verlieren. Ich wundere mich nur, dass ich nicht in Panik verfalle deswegen. Vermutlich weil
ich es schon "gewöhnt" bin.

Mir ist aufgefallen, dass wenn ich in eine Sache sehr vertieft bin (beispielsweise beim online spielen an der Playstation) nehme ich diese Gefühle
nicht in der gewohnten Stärke wahr. Ist das dann weil das Gehirn abgelenkt ist? Und wenn ja, würde das nicht bedeuten das vieles von dem mit
dem ich zu Kämpfen habe an Symptomen auch von meinen Gedanken und dem ständigen grübeln kommt?

Es schwankt auch sehr, am Freitag beispielsweise habe ich wie gewohnt morgens meine 0,5mg Tavor genommen und zwei Stunden später ging
es mir zumindest für meine Verhältnisse recht "normal" für ein paar Stunden. Da konnte ich dann auch aufstehen und einige Hausarbeiten
erledigen was sonst eigentlich der blanke Horror wäre wegen den Gefühlen im Kopf. Das ist sogar meinen Eltern und meiner Freundin
aufgefallen, dass das manchmal wirklich eigenartig ist mit diesen Schwankungen.

Morgens nach dem aufwachen bin ich sehr zerstreut und ich fühle mich wie getrennt vom Körper, das legt sich dann nach ein paar Minuten
ein wenig. Das hält dann etwa bis zum späten Nachmittag/frühen Abend an und dann kommt gegen Abend ein weiteres Gefühl hinzu.
Abends fühle ich mich dann zusätzlich als ob mein Kopf auf hochtouren laufen würde und überhaupt nicht abschalten kann. Gleichzeitig
fühle ich mich wie erschlagen und erschöpft.

In der Klinik damals wollten sie mir weiß machen, dass das alles von der Angst käme. Selbst auf der Entzugsstation auf der ich für einen
Tag gewesen bin. Aber das kann doch alles nur von den ganzen Psychopharmaka Tavor/Mirtazapin sein wenn ich derartiges vorher noch
nie hatte.

LG
Dan
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Clarissa
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Re: Dan092: Tavor Abhängigkeit?

Beitrag von Clarissa » Dienstag, 15.01.19, 9:41

Hallo, Dan.

Ich halte auch die PP bzw. deren Entzüge für ursächlich.
Mitunter gelingt es ja dem Tavor, Deinen Zustand zu verbessern.

Es könnte sein, es braucht nach Null auch noch viel Geduld und Nachsicht mit sich selbst, ehe wieder Normalisierung eintritt. Aber eine andere langfristige Option sehe ich nicht.

Alles Gute und VG von Clarissa.
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Re: Dan092: Tavor Abhängigkeit?

Beitrag von Ululu » Mittwoch, 16.01.19, 11:15

Hallo Dan,

Entzugs- und Absetzsymptome sin körperlicher Natur, auch wenn sie sich auf psychischer Ebene zeigen.

Das heißt jedoch nicht, dass es überhaupt nicht gelingen kann, sie für sich selbst erträglicher zu machen.
Zum Beispiel durch Ablenkung, wie du ja selbst schon gemerkt hast.
Du veränderst in dem Moment deine Wahrnehmung, richtest sie auf andere Dinge.

Das kann ja auch bei Schmerzen funktionieren. Wenn man abgelenkt ist, nimmt man diese oft auch nicht so stark wahr, auch wenn die Ablenkung an den eigentlichen Schmerzen nichts ändert.

Die starken Schwankungen der Symptome sind leider typisch. Viele hier beschreiben das und empfindet es als extrem belastend, weil man nie weiß, was als nächstes kommt. Man rückt mehr und mehr in eine "Hab-Acht-Stellung" und wartet immer auf das schlimmste.
Damit nährt man aber wieder die Angst. Das hält sich oft genug gegenseitig am Leben.

Der Versuch sich abzulenken, um diese Abwärtsspirale zu unterbrechen ist da sicher, wenn möglich, ratsam.

LG Ute
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Re: Dan092: Tavor Abhängigkeit?

Beitrag von Dan092 » Mittwoch, 16.01.19, 13:39

Hallo Ute :)

das mit dem ablenken klappt wirklich nur an der Playstation wenn ich beispielsweise Fernsehen schaue oder im Internet surfe bin ich weitem
nicht so fokussiert und die Gefühle sind deshalb trotzdem da. Die letzten Tage komme ich wie auch heute nahezu überhaupt nicht mehr aus
dem Bett. Zum einen weil die Symptome im Kopf beim laufen oder im sitzen wesentlich stärker/unangenehmer sind als im liegen und zum
anderen weil ich eine nie dagewesene Antriebslosigkeit verspüre die mich wirklich an allem hemmt. Am halbwegs sichersten fühle ich mich
schon seit geraumer Zeit nur noch in meinem Bett bzw. Schlafzimmer. Selbst ein kurzer Gang ins Bad oder in die Küche sind eine Qual.

Liegt das auch an den Entzugssymptomen, dass die Symptome beim laufen oder im sitzen stärker sind als im liegen? Oder ist das eher der
Hinweis darauf, dass da auch viel psychisch bzw. Ängste mit reinspielen? Mir ist aufgefallen, dass ich seit Monaten nur noch über eine einzige
Sache grübele, nämlich mein Bewusstsein. Darauf habe ich mich total eingeschossen, da ich mir aufgrund der ganzen Vorkommnisse im
letzten Jahr regelrecht den Kopf zerbrochen habe was da dahinterstecken könnte. In dem Zusammenhang habe ich mir alle möglichen Fragen
gestellt und mit der Zeit immer mehr und mehr Sachen in Frage gestellt. Meine Hauptangst war ja von Anfang an, dass bei mir neurologisch
etwas nicht stimmt. Mit jedem Anfall den ich letztes Jahr hatte und mit jedem Symptom das hinzugekommen ist wurde ich davon überzeugter.
Gleichzeit wurde nie etwas körperlich gefunden bei Ärzten oder wie so oft in der Notaufnahme. Das hat mir dann jedes mal noch viel mehr
Kopfzerbrechen bereitet und Angst gemacht, weil ich mir dachte da muss doch etwas sein wieso kann man mir nicht helfen?

Mit der Zeit habe ich mich dann immer weiter reingesteigert und angefangen mich immer mehr zu beobachten und Dinge in Frage zu
stellen. Mittlerweile läuft das automatisch ab, und ich kann es irgendwie nicht richtig durchbrechen. Wenn überhaupt nur sehr sehr
kurzfristig wenn ich wirklich massiv abgelenkt bin. Mit der Zeit ist mir dann mein eigenes "Ich" immer merkwürdiger vorgekommen,
das denken, fühlen etc. Dann ist mir klar geworden wie komisch und surreal sich das eigentlich alles anfühlt. Dann kamen merkwürdige
Fragen hinzu wie z.B. "was ist das Bewusstsein eigentlich" oder "wie genau wird es erzeugt, wo genau sitzt es im Hirn". Man kann es
ja physisch nicht greifen, als mir das klar wurde hat es mir Angst gemacht. Ich dachte mir wie kann es sein, dass ich beginne das
scheinbar selbstverständlichste komisch/befremdlich zu finden und zu hinterfragen.

Viele Dinge werden wie bereits gesagt Entzugssymptome sein von Tavor und auch noch von dem Kaltentzug Mirtazapin. Aber einige
Leute hier im Forum wie z.B. Jamie haben mir schon sehr früh als ich hier neu war in meinem Thread geschrieben, dass ich dringend
eine Psychotherapie benötige. Ich glaube, dass ich viele meiner Dinge einfach auf zu leicht auf Entzugssymptome schiebe
obwohl sie psychischer Natur sind (Angststörung etc). Ich hätte letztes Jahr viel früher damit beginnen müssen mich damit
mit fachmännischer Hilfe auseinanderzusetzen anstatt mich lange Zeit auf eine körperliche Ursache einzuschießen und von
Krankenhaus zu Krankenhaus zu rennen in der Hoffnung dass endlich etwas gefunden wird. Im Nachhinein hat mir das glaube ich
nur geschadet, da ich jedes mal als nichts gefunden wurde was meine komischen Symptome erklären könnte verunsicherter wurde.
Irgendwann war da nur noch eine totale Resignation und Verzweiflung.

Ich habe jetzt nach fast einem Monat wieder einen Termin bei meiner Psychologin und hoffe da ein paar Fortschritte machen
zu können.

LG
Dan
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Dan092
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Re: Dan092: Tavor Abhängigkeit?

Beitrag von Dan092 » Montag, 21.01.19, 17:00

Hallo Forum,

ich bin nach wie vor auf meiner Dosis und muss leider sagen, dass sich die Symptome der DR / DP noch weiter verstärken.
Ich hatte am Samstag einen für meine Verhältnisse recht "guten" Tag, die Symptome waren zwar alle da aber erträglich.
Ich konnte sogar einkaufen und in die Stadt gehen nachdem ich gut einen Monat das Haus nicht mehr verlassen hatte.
Der Sonntag war auch nicht der schlechteste Tag. Heute Morgen allerdings habe ich schon gemerkt, dass heute kein guter
Tag werden wird, da die Symptome schon unmittelbar nach dem aufwachen sehr stark ausgeprägt waren. Das hält dann
in der Regel auch den ganzen Tag über an. Nun bin ich mir unsicher wie ich weiter verfahren soll, da ich langsam nervlich
wirklich an mein Limit komme. Ich habe das Gefühl wenn ich jetzt nichts mache wird sich das ganze noch weiter
verschlechtern und das möchte ich natürlich nicht. Die Frage (wenn überhaupt) was für Optionen ich momentan denn
überhaupt habe. Ich möchte natürlich auch nicht wieder irgendwelche Schnellschüsse vom Zaun brechen wie
in der Vergangenheit. Um da jetzt auszuloten was ich konkret versuchen könnte fehlt mir einfach das nötige Wissen.
Ich merke eben nur, dass sich die Symptome der Depersonalisation mit der Zeit verschlechtern und ich deshalb
immer mehr abdrifte und neben mir stehe. Das selbst nichts tun anstrengend sein kann hätte ich früher nicht für
möglich gehalten. Das schlimmste ist das Gefühl permanent leiden zu müssen und die einzige Pause die man
davon bekommt ist es wenn man schläft und nicht bei Bewusstsein ist.


Leider habe ich aktuell keinen professionellen Ansprechpartner/Arzt der mir bei dem Entzug zur Seite steht oder mal den
ein oder anderen Ratschlag erteilen könnte. Mit meiner Psychologin kann ich mögliche Optionen aktuell auch nicht besprechen,
da sie sich damit nicht auskennt. Ich habe aber am Donnerstag einen Termin bei meinem Neurologen vereinbart in der Hoffnung,
dass er eventuell doch noch die Sache mit dem Umstieg auf Diazepam mit mir wagt. Womöglich wird er mir aber wieder raten
in eine Klinik zu gehen. Da ich aber mittlerweile weiß, dass die dortigen Substitutionen wie beispielsweise Atosil etc.
Entzugssymptome von Benzos nicht deckeln können sondern lediglich müde machen ist das keine Option für mich.
Mein Vertrauen in Psychopharmaka ist ohnehin schwer beschädigt.

LG :)
Dan
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Re: Dan092: Tavor Abhängigkeit?

Beitrag von Dan092 » Mittwoch, 23.01.19, 15:30

Hallo an alle, :)

ich war heute bei einer neuen Psychologin die sich ein wenig besser mit Medikamenten wie Benzos auskennt und hatte ein langes Gespräch
mit ihr über meine Situation. Zuerst einmal hat sie mich gelobt, dass ich es eigenständig geschafft habe von 2mg so weit herunterzudosieren.
Zum anderen aber hat sie mich ein wenig verunsichert als ich ihr von meinen Symptomen erzählt habe. Gerade in Bezug auf die bei mir sehr
stark ausgeprägten Entfremdungsgefühle fragte sie mich, ob ich diese Symptomatik mal bei einem Neurologen habe abklären lassen, da bei ihr
bei Entfremdungsgefühlen immer "ein wenig die Alarmglocken läuten" mit Blick auf eine mögliche psychotische Störung.

Das hat mich nun wieder ein wenig verunsichert. Morgen früh habe ich nochmal einen Termin bei meinem Neurologen bei dem ich das
Thema ansprechen werde. Es ist die letzten Tage sehr eigenartig, ich bekomme zwar wieder mehr Dinge geregelt wie z.B. das Haus zu
verlassen und Termine wahrzunehmen aber auf der anderen Seite verstärken sich die Entfremdungsgefühle und das Gefühl die Kontrolle
zu verlieren massiv. Jetzt gerade geht es mir wieder dermaßen schlecht, dass ich am liebsten eine hohe Dosis Tavor einnehmen würde
um zu schauen ob sich die Symptome dann zumindest kurzfristig bessern würden. Aber dieser "Selbsttest" wäre wohl ein großer Fehler.
Auf der anderen Seite sehe ich momentan aber keine andere Option ein wenig Verbesserung zu erzielen und diesen quälenden
Zustand ein wenig erträglicher zu machen. Bevor ich diesen Schritt gehen würde, würde ich mir aber sehr gerne noch einmal
eure Meinungen dazu anhören ob es beispielsweise einen Sinn machen würde sich vorübergehend auf eine Dosis zu stabilisieren
mit der es einem halbwegs erträglich geht und dann wenn man sich besser fühlt in vernünftigen Schritten abzudosieren.

Das die Symptome noch etwas mit dem Mirtazapin zu tun haben glaubte sie persönlich nicht. Sie kannte das Medikament auch nicht,
was mich ein wenig gewundert hat. Ich wäre gerne bei meiner alten Psychologin geblieben da wir uns auch sehr gut verstanden haben
aber sie konnte mir leider nicht wirklich weiter helfen und hatte auch keine Ansätze. Es blieb letztendlich immer alles sehr oberflächlich
und oft hatte ich das Gefühl, dass sie einfach nicht die richtige für meine Probleme gewesen ist. Deswegen habe ich mich dafür entschieden
zu wechseln und hoffe nun mit meiner neuen Psychologin einen Schritt weiter zu kommen. Sie ist auch sehr nett und scheint mir wesentlich
kompetenter zu sein und über mehr Erfahrung zu verfügen.

Leider haben sich auch meine ohnehin schon seit 8 Jahren bestehenden Schlafstörungen verstärkt und schlafe momentan höchstens 6 Stunden
mit häufigen Erwachungsphasen dazwischen. Dementsprechend schlapp und kraftlos fühle ich mich tagsüber.

Ich hoffe der Neurologe wird morgen nicht wieder sofort alles nur auf das Tavor schieben sondern auch mal alternative (psychische)
Möglichkeiten für meine Beschwerden in Betracht ziehen. Das von dem Tavor ist glaube ich mittlerweile nämlich fast auch nicht mehr
wirklich.

LG an alle
Dan
Zuletzt geändert von Dan092 am Mittwoch, 23.01.19, 15:46, insgesamt 1-mal geändert.
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FineFinchen
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Re: Dan092: Tavor Abhängigkeit?

Beitrag von FineFinchen » Mittwoch, 23.01.19, 15:45

Hi Dan,

ich bin gerade hier vorbeigezappt und habe die letzte Seite Deines Threads gelesen. Ich bin mein Benzo seit einiger Zeit los, wie Du in meiner Signatur sehen kannst.
Alles, was Du beschreibst <<Tinnitus, Brain Zaps, Gangunsicherheit, trockener Husten sowie schwankenden Blutdruck und allgemeine Schwäche. Gefühle von DP / DR dauern an >> hatte ich auch - sogar noch eine ganze Zeit nach 0.
Und ich hatte auch, dass ich mich bei manchen Sachen gut konzentrieren konnte, bei anderen gar nicht. Für mich war das aber ein echter Hoffnungsschimmer: immerhin konnte sich mein Kopf richtig gut konzentrieren! Und wo er es noch nicht konnte, musste ich eben Geduld haben. Geduld ist echt das Zauberwort - ohne geht's im Entzug nicht.

Und was ich auch gelernt habe: mich über ganz kleine Fortschritte zu freuen! Jeder Tag, an dem ich irgendetwas geschafft habe, war ein guter Tag. Die kleinen Dinge finden sich und ergeben dann ein großes Ganzes.

Schlafgestört bin ich bis heute - es ist eben so. Ich habe mich damit arrangiert. Ändern kann ich es nicht. Und deswegen nochmal Tabletten nehmen? Nie im Leben.

Alles gute für Deine weitere Entzugsreise. Mit viel Kraft erreichst Du den Zielbahnhof.

Liebe Grüße
Das Finchen <3
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Clarissa
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Re: Dan092: Tavor Abhängigkeit?

Beitrag von Clarissa » Mittwoch, 23.01.19, 16:32

Hallo, Dan.

Erhoffe Dir nicht zu viel von Deinen Ärzten und Therapeuten.

Am Ende bekommst Du wirklich noch die Diagnose "Psychose" aufgedrückt.

Unsere Meinung zu Deinen Symptomen haben wir Dir schon geschrieben. Du hast sicher ein durch Medikamente und Entzüge gereiztes ZNS. Dem wirst Du Dich stellen müssen und nicht ewig nach anderen Erklärungen suchen.

All Deine Symptome kenne ich und hatte bestimmt keine Psychose. Ja, diese Zustände sind quälend.

In einer Dosiserhöhung des Tavor zur Stabilisierung sehe ich nur eine kurzfristige Lösung. Das könnte Augenauswischerei sein.

Alles Gute und VG von Clarissa.
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gioia
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Re: Dan092: Tavor Abhängigkeit?

Beitrag von gioia » Donnerstag, 24.01.19, 9:45

hab das doppelt gepostet, da ich Fehlermeldung hatte... :?
Zuletzt geändert von gioia am Donnerstag, 24.01.19, 9:58, insgesamt 1-mal geändert.
Schlafstörung/Burnout Sommer 2016
2 Monate Einnahme Escitalopram und MIrtazapin: bettlägrig, stromempfindungen, zittern, extreme Schwäche, Hitze im Körper, Ängste wie nie zuvor im Leben
Auch nach absetzen, über Monate zittrig und schwach
12/2016: Pregabalin, nach 3 Monaten Einnahme: wieder bettlägrig, massives inneres und äußeres Zittern, extreme Schwäche, Gangstörungen, kaum mehr Morgenharn, Wasseransammlung im Gewebe, Krampfanfall, Atemnot , massiv verstärkte Ängste, massive Anspannung
Schnelles absetzen, (08.03.2017)massive Symptome über Monate, stromartige Spannung jeden Tag, Ängste, die ich vorher nie hatte, zittern wie bei Parkinson
04/2017: Deanxit aus Verzweiflung, Spannung hört langsam auf, kann Benzo absetzen, jedoch fühle ich mich nicht wie früher oder gesund, viel viel ängstlicher als ich je war
10/2017: Absetzen deanxit über einige Wochen, danach bricht Stromspannung mit aller Gewalt wieder los, wie im März zuvor
Muss wieder praxiten nehmen, da unaushaltbare Zustände
Benzo (praxiten/Halcion) konnte ich problemlos reduzieren, auch nach langer Einnahmedauer kaum Toleranz, Benzo für mich Lebensretter
2018: war in meinem ganzen Leben noch nie so krank wie durch dieses Dreckszeug, SSRI, SNRI, Pregabalin,
03/2018: starkes Vergiftungsgefühl, Blasenprobleme
ab 06/2018: massiver Haarausfall, netzartige Flecken auf Armen und Bauch
10/2018: Atemprobleme kommen verstärkt dazu
03/2019: je mehr Folterspannung zurückgeht, desto weniger Praxiten brauch ich, Atmungsprobleme bessern sich langsam, Haare wieder normal, totale Erschöpfung
04/2019: an guten Tagen kurz spazieren gehen, total erschöpft, Spannung ab Mitte April langsam besser, Nervenschmerzen, Nervenbrennen, immer wieder starkes Ziehen in den Armen , bei Zyklus wie in andere Galaxie geschossen, Schlaf immer noch gestört, werde immer noch nicht normal müde wie früher vor diesem Tablettenalptraum
Beine zittern vor Erschöpfung, kein Einkaufen , kein Autofahren möglich

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Re: Dan092: Tavor Abhängigkeit?

Beitrag von gioia » Donnerstag, 24.01.19, 9:55

Hi Dan
Dan092 hat geschrieben:
Mittwoch, 23.01.19, 15:30
da bei ihr
bei Entfremdungsgefühlen immer "ein wenig die Alarmglocken läuten" mit Blick auf eine mögliche psychotische Störung.
Leider stellen sich die meisten Ärzte schützend vor die Medikamente und weigern sich anzuerkennen, dass diese auch lang anhaltende und sehr schwerwiegende Symptome verursachen können. Lieber verpassen sie dir ein paar flotte Diagnosen, als dass sie das eingestehen würden. Oft oder meistens auch, weil sie es wirklich nicht wissen und sich nicht wirklich damit beschäftigen. Sie haben in ihrer Ausbildung das gelernt, dass Medikamente helfen und wir alle sind wohl ursprünglich so damit aufgewachsen, dass wir das geglaubt haben.

Aber wenn man gewisse Medikamente nicht verträgt (nicht verstoffwechseln kann) oder falsch absetzt, kann man sehr große Probleme kriegen. Das ist im Bewusstsein der Ärzte noch überhaupt nicht verankert.

Als Ursache für deine Beschwerden ist bei mir das Mirtazapin immer noch ganz vorne. Es ist ein dirty drug. Es gibt hier im Forum sehr viele, die mit Mirtazapin schwere und lang anhaltende Beschwerden auch lange nach Null gekriegt haben.

Alles Gute :hug:
Gioia
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Schlafstörung/Burnout Sommer 2016
2 Monate Einnahme Escitalopram und MIrtazapin: bettlägrig, stromempfindungen, zittern, extreme Schwäche, Hitze im Körper, Ängste wie nie zuvor im Leben
Auch nach absetzen, über Monate zittrig und schwach
12/2016: Pregabalin, nach 3 Monaten Einnahme: wieder bettlägrig, massives inneres und äußeres Zittern, extreme Schwäche, Gangstörungen, kaum mehr Morgenharn, Wasseransammlung im Gewebe, Krampfanfall, Atemnot , massiv verstärkte Ängste, massive Anspannung
Schnelles absetzen, (08.03.2017)massive Symptome über Monate, stromartige Spannung jeden Tag, Ängste, die ich vorher nie hatte, zittern wie bei Parkinson
04/2017: Deanxit aus Verzweiflung, Spannung hört langsam auf, kann Benzo absetzen, jedoch fühle ich mich nicht wie früher oder gesund, viel viel ängstlicher als ich je war
10/2017: Absetzen deanxit über einige Wochen, danach bricht Stromspannung mit aller Gewalt wieder los, wie im März zuvor
Muss wieder praxiten nehmen, da unaushaltbare Zustände
Benzo (praxiten/Halcion) konnte ich problemlos reduzieren, auch nach langer Einnahmedauer kaum Toleranz, Benzo für mich Lebensretter
2018: war in meinem ganzen Leben noch nie so krank wie durch dieses Dreckszeug, SSRI, SNRI, Pregabalin,
03/2018: starkes Vergiftungsgefühl, Blasenprobleme
ab 06/2018: massiver Haarausfall, netzartige Flecken auf Armen und Bauch
10/2018: Atemprobleme kommen verstärkt dazu
03/2019: je mehr Folterspannung zurückgeht, desto weniger Praxiten brauch ich, Atmungsprobleme bessern sich langsam, Haare wieder normal, totale Erschöpfung
04/2019: an guten Tagen kurz spazieren gehen, total erschöpft, Spannung ab Mitte April langsam besser, Nervenschmerzen, Nervenbrennen, immer wieder starkes Ziehen in den Armen , bei Zyklus wie in andere Galaxie geschossen, Schlaf immer noch gestört, werde immer noch nicht normal müde wie früher vor diesem Tablettenalptraum
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Re: Dan092: Tavor Abhängigkeit?

Beitrag von Lithium » Donnerstag, 24.01.19, 10:24

Dan092 hat geschrieben:
Mittwoch, 23.01.19, 15:30
Das die Symptome noch etwas mit dem Mirtazapin zu tun haben glaubte sie persönlich nicht. Sie kannte das Medikament auch nicht,
was mich ein wenig gewundert hat.

Hi Dan,

ich frage mich wie gut man sich als Psychologin mit Psychopharmaka auskennen kann wenn man von Mirtazapin noch nie etwas gehört hat. Ich tippe mal dass Mirtazapin in Deutschland unter den Top 3 der ADs ist.

Hör dir ihre Tipps an aber sei dir immer bewusst dass es gut möglich ist, dass sie weniger über Psychopharmaka weiß wie du.

Viele Grüße

Lithium
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13.05.2019 10,5mg Mirtazapin

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Re: Dan092: Tavor Abhängigkeit?

Beitrag von Dan092 » Freitag, 25.01.19, 8:19

Hallo an alle,

mich hat es auch gewundert, dass sie Mirtazapin nicht kannte als Psychologin. Zumal sie auch mal in einer Psychiatrie tätig gewesen ist.
Jedenfalls war ich gestern bei meinem Neurologen bei dem nicht viel rum gekommen ist. Er war etwas verdutzt darüber wie schnell ich
es auf meine jetzige Dosis geschafft habe. Mich hat auch das ein wenig gewundert, denn wenn es nach ihm gegangen wäre Anfang
Dezember hätte ich die Dosis noch schneller reduzieren sollen. Zumindest hat er mir in dem Punkt recht gegeben, dass es wenig Sinn
gemacht hätte in eine Klinik zu gehen wenn ich dort ohnehin keine zusätzlichen Medikamente hätte nehmen wollen. Das Thema ist jetzt
wenigstens vom Tisch. Er hat mir auch geraten noch eine Weile auf der jetzigen Dosis zu bleiben und dann langsam weiter zu reduzieren.

Zu den Symptomen hat er sich auch noch mal geäußert indem er gesagt hat, dass Tavor nahezu alles an Symptomen auslösen kann.
Bei mir würden leider die psychischen Symptome überwiegen. Eine psychotische Störung konnte er aber ausschließen.
Man hätte mir in meinem Fall und überhaupt niemals ein dermaßen potentes Medikament verschreiben dürfen, das seinen Platz in
der Akut/Notfallmedizin hat.

Momentan schwankt es von der Intensität der Symptome sehr, ich nehme meine Tagesdosis ja auf einmal morgens und stehe dann auf.
Bis zum Nachmittag ist es dann meist halbwegs erträglich und verstärkt sich dann ab dem Nachmittag stetig. Meist beginnt es so
4 bis 5 Stunden nach der Einnahme das ich merke es wird schlechter. Aktuell ist es leider auch wieder sehr schlimm, vermutlich
weil ich wenig schlafen konnte was die Symptome bei mir triggert wie ich gemerkt habe. Ich habe jetzt etwas früher als gewöhnlich
meine Tavor eingenommen und versuche mich ein wenig selbst zu beruhigen und abzulenken. Aber die Gedanken kommen immer wieder
auf die Symptome zurück. Am schlimmsten wie immer die Entfremdungsgefühle, totale Todesangst und das Gefühl, dass im Kopf bei mir
überhaupt nichts mehr stimmt.

LG
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Re: Dan092: Tavor Abhängigkeit?

Beitrag von Dan092 » Sonntag, 27.01.19, 16:39

Hallo an alle, :)

ich fürchte das es sich gerade so richtig rächt, dass ich das Tavor so schnell abdosiert habe. Gerade ist es überhaupt nicht mehr auszuhalten
und ich bekomme keinen einzigen Gedanken mehr so richtig zustande. Schon heute Morgen beim aufwachen war es unerträglich ich habe dann
um 8 Uhr 0,5mg Tavor genommen damit war es halbwegs erträglich für 2,3 Stunden aber jetzt gerade ist es unerträglich. Mein Kopf ist einfach
nur so leer wie noch nie und ich zittere am ganzen Körper und denke jeden Moment in Ohnmacht zu fallen. Ich weiß nicht wie ich mich jetzt
verhalten soll, ich habe morgen den nächsten Termin bei meiner neuen Psychologin aber in diesem Zustand würde ich diesen wohl nicht
wahrnehmen können.

Ich frage einfach mal ganz direkt wie ich mich jetzt verhalten soll. Ich wüsste ins Krankenhaus zu gehen oder den RTW zu rufen würde mir kein
bisschen etwas bringen. Wenn das jetzt wirklich davon kommt, dass ich einfach viel zu schnell unterwegs gewesen bin müsste ich dann die
Dosis nicht anpassen so das ich halbwegs stabil bin? Ich weiß nicht ob das aktuell einen Sinn macht die aktuelle Dosis zu halten in Anbetracht
der Umstände? Was meint ihr? Ich komme mit der aktuellen Dosis hinten und vorne nicht hin das merke ich jetzt wirklich von Tag zu Tag mehr.
Meine Eltern verstehen nicht so recht, dass sich ein Entzug zeitlich nicht beschleunigen lässt und machen dahingehend auch etwas Druck.
Aber ich schätze mit meinem Körper lässt sich nicht verhandeln, das habe ich ihnen auch schon gesagt. Letztlich bin ich derjenige der die
Symptome zu ertragen hat. Wenn ich die Dosis jetzt wieder leicht erhöhen würde wäre das sicherlich ein Rückschritt und für meine Eltern
enttäuschend (für mich natürlich auch) aber ich muss einfach auch mal anfangen auf mich zu schauen und zu gucken wie es geht, und so
wie es aktuell ist geht es definitiv nicht.

Ärzte wage ich mich schon überhaupt nicht mehr zu fragen weil jeder etwas anderes sagt, Psychologen hatten alle noch weniger bis gar
keine Ahnung bezüglich Medikamenten/Entzügen und meine Eltern sind fokussiert darauf, dass ich so schnell wie möglich auf 0 komme.
Zum Glück habe ich dieses Forum gefunden, denn mir konnte wirklich niemand so weiterhelfen als ihr mir bis jetzt.

Ich hoffe ihr könnt mir raten wie ich jetzt am besten vorgehe.

LG
Dan
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Jamie
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Re: Dan092: Tavor Abhängigkeit?

Beitrag von Jamie » Sonntag, 27.01.19, 16:51

Hallo Dan,

ein zu schnell durchgeführter Benzoentzug kann unerträgliche Ausmaße annehmen.
Du weißt, dass ich dich von vornherein davor gewarnt habe, dass du zu schnell unterwegs bist und ich will hier auch nicht als Klugschei*er dastehen, aber ich war selbst abhängig und habe darum eine Ahnung, wie sehr Entzügigkeit zuschlagen kann und was das für Zustände sind und was du beschreibst, das klingt schon danach, dass es so keinesfalls bleiben kann und auch nicht auszuhalten ist.

Dir wird gar nichts anderes übrig bleiben als wieder aufzudosieren, allerdings musst du die Dosis selber ausloten.

Ich muss dich auch vorwarnen, dass ein solches Vorgehen die Ärzte evtl. verprellt (nicht nur dich selber und die Eltern ärgert).

Es wäre nicht nur gesundheitlich, sondern auch taktisch klüger gewesen langsam runterzugehen, sodass der Arzt sieht, dass die Kurve wenigstens in der Tendenz stetig nach unten geht (langsame Dosisreduktion).

So musst du jetzt wieder hochgehen, was als Versagen interpretiert werden könnte und als Unzulänglichkeit deinerseits, selbst den Entzug durchzuführen.
Damit kann dir möglicherweise die Unterstützung des Arztes abhanden kommen, wenn´s blöd läuft. :(
Das ist leider alles furchtbar anstrengend, frustrierend, diffizil und belastend.

Ich hoffe auf ganz viel Verständnis in deinem Umfeld :hug:

Grüße
Jamie
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Re: Dan092: Tavor Abhängigkeit?

Beitrag von Dan092 » Sonntag, 27.01.19, 17:57

Hallo Jamie :)

erstmal ist das natürlich keineswegs besserwisserisch, ich bin für jeden guten Rat dankbar den ich hier bekomme.
Ich habe deinen Thread gelesen und weiß was du schon durchgemacht hast und nicht zuletzt deswegen über wertvolle Erfahrungswerte
verfügst.

Ich werde nun die Notbremse ziehen und mich stabilisieren denn das ist wirklich nicht mehr tragbar so wie es jetzt ist.
Ich habe auch eben mit meinen Eltern reden können und mittlerweile haben sie es eingesehen, dass sich ein Entzug nicht beschleunigen
oder zeitlich erzwingen lässt. Oberste Priorität hat für mich jetzt, dass ich meine Symptome halbwegs in den Griff bekomme und mich
wieder wie ein Mensch fühlen kann. Im Nachhinein ärgere ich mich gerade über mich selbst, ich hätte viel früher einschreiten müssen
als ich gemerkt habe, dass es so nicht funktioniert. Ich hoffe nun, dass sich mein Körper auf einer "angemessenen" Dosis schnell wieder
stabilisieren kann damit diese Zustände bald ein Ende haben.

LG
Dan
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Re: Dan092: Tavor Abhängigkeit?

Beitrag von Dan092 » Montag, 28.01.19, 15:52

Hallo Jamie :) Hallo Forum :)

ich bin mir nun unsicher auf welche Dosis ich gehen sollen, da ich natürlich auch nicht zu viel nehmen möchte.
In meinem Kopf sind gerade unendlich viele Fragezeichen dazu fühle ich mich von Tag zu Tag benommener und stehe
immer mehr neben mir. Ich habe heute bis jetzt insgesamt nochmal die reguläre Dosis von 0,75mg genommen.

Ich habe Mitte November angefangen herunterzudosieren von einer Ausgangsdosis von 2mg täglich. Ist eine Besserung der
Symptomatik unterhalb dieser Dosis überhaupt möglich oder wie wahrscheinlich ist das? Ich kenne mich leider nicht so gut
aus und befürchte, dass der Körper sich schon längst an die 2mg gewöhnt hat und ich diese Dosis womöglich überschreiten
müsste damit ich mich wieder halbwegs wohl und "normal" fühlen kann. Die letzten Wochen und Monate waren ein einziger Kampf sowas
wünscht man keinem Menschen. Ich hätte es nicht für möglich gehalten wie sehr ein Mensch leiden kann. Ich brauche davon
jetzt unbedingt eine Pause sonst werde ich im wahrsten Sinne des Wortes verrückt, denn meine Kräfte sind am Ende sowohl
körperlich als auch psychisch. Es ist als würde man permanent gequält werden 24 Stunden/30 Tage im Monat ohne Unterbrechung.
Man schläft ein und wenn man aufwacht ist man sofort wieder dran. Es ist als wäre mein Bewusstsein an sich das Problem geworden
und diesem kann ich logischerweise nicht entfliehen.

Ich weiß, dass ich das mit der Dosis wohl selbst werde ausprobieren müssen aber ich habe Angst wieder etwas falsch zu machen.
Die größte Sorge ist das ich eine zu hohe Dosis nehme und mir damit noch mehr schade.
Kann man anhand meiner Entzugsgeschwindigkeit (die wie wir alle wissen viel viel zu schnell gewesen ist) und der Ausgangsdosis
ungefähr ableiten welche Dosis realistisch wäre um wieder einen gewissen "Wohlfühleffekt" zu erlangen um mich stabilisieren zu können?
Oder komme ich ums experimentieren nicht herum?

LG an alle
Dan
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Clarissa
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Re: Dan092: Tavor Abhängigkeit?

Beitrag von Clarissa » Montag, 28.01.19, 17:03

Hallo, Dan.

Es ist zu befürchten, daß Du mehr als Deine Ausgangsdosis benötigst, um Dich einigermaßen normal zu fühlen. Und dann möglicherweise noch mehr und noch mehr, wenn Du diesen Anspruch an Dein Befinden hast.
Ein Teufelskreis, der Toleranz geschuldet.

Ich kenne den Kampf, den Du gerade führst. Sowas wünscht man keinem Menschen und es ist vollkommen unvorstellbar, absolut richtig.
Immerhin schläfst Du, nichtmal diese Pause war mir vergönnt.
Ich bin weder daran gestorben noch verrückt geworden.

Irgendwann wirst Du die Schlacht schlagen müssen, um von den Benzos wegzukommen.

Alles Gute und VG von Clarissa.
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seit Mai 2015 EU-berentet letztlich wegen der Entzugs/PP-Problematik, auch wenn die offiziellen Diagnosen anders lauteten :wink:

los ging alles mit lebenslangen Schlafproblemen, die sich in Lebenskrisen mit depressiven Episoden verstärkten

leidvolle Erfahrungen mit Elektro"heil"krampftherapie und ziemlich allen AD, zahlreichen NL und anderen Psychopharmaka wie z.B. Pregabalin, Carbamazepin, Valproat, Johanniskraut, leider auch Diazepam und Zolpidem (von letzteren beiden abhängig geworden) und dem Absetzen; reichlich Erfahrungen auch mit Psychotherapien

Diazepam-frei seit November 2013, Zolpidem-frei seit Mitte April 2014, ohne jegliche Psychopharmaka seit September 2014 (zuletzt das "deckelnde" NL Dominal forte abgesetzt nach raschem Abdosieren)

Inzwischen fast 5 Jahre frei von Medikamenten.
NR, keinerlei Alkohol und kaum Koffein, weil alles triggert.
"Reizarmes" Leben einschließlich Ernährung, soweit sich das machen lässt. Streßvermeidung!

Leider nicht symptomfrei :( .

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Re: Dan092: Tavor Abhängigkeit?

Beitrag von Lithium » Montag, 28.01.19, 17:12

Hi Dan,

wie du ja schon angedeutet hast wird die Dosis mit der du temporär einen gewissen "Wohlfühleffekt" erreichen würdest bei über 2mg liegen. Aber das wäre natürlich nicht empfehlenswert.

Die Dosis bei der du etwas die Absetzsymptome abmildern könntest würde so zwischen 0,80 und 1mg liegen. Aber es wird dabei eher keinen "Wohlfühleffekt" geben. Eine konkretere Dosis kann ich dir mangels Erfahrung leider nicht nennen. Aber wahrscheinlich werden sich bald noch mehr Leute melden die da mehr Erfahrung haben wie ich.

Ich hoffe deine Situation entspannt sich dadurch etwas.

Liebe Grüße :)

Lithium
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Re: Dan092: Tavor Abhängigkeit?

Beitrag von Kaenguru » Montag, 28.01.19, 18:29

Hallo Dan,

Es klingt wirklich schlimm, was du durchmachst.
Auf welche Dosierung du genau gehen solltest, weiß ich nicht, ich hätte persönlich aber empfohlen auf jeden Fall unter den 2 mg zu bleiben, sonst waren die letzten Wochen doch umsonst.

Eine Anpassung nach oben könnte sinnvoll sein, wie wäre es mit 1mg?

Ich hatte während meines gesamten Absetzverlaufs keine Wohlfühlphasen mehr. Ich denke es ging mir etwas besser als dir, aber auch ich dachte fast täglich, dass ich das nicht weiter aushalte.
Meine Absetzmenge war überschaubar und ich wollte es unbedingt schaffen, also habe ich weiter gemacht.

Ich kann dir nur mit auf den Weg geben, dass auch du es schaffen wirst, wenngleich es eine sehr schwere Erfahrung ist.

Ich kann es immer noch nicht fassen, dass die Ärzte dir ganz am Anfang so hohe Dosen Lora verabreicht haben. Die sind doch Schuld an dem Dilemma :cry: .

Noch zur Ergänzung, mit der kurzen Halbwertszeit von Lora ist ein Wohlfühleffekt wenn überhaupt nur für kurze Zeit nach der Einnahme möglich.
Man ist ja quasi dauerhaft entzügig.

Es tut mir leid, dir nichts wirklich aufbauendes sagen zu können.

Anteilnehmende Grüße
Sarah
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Re: Dan092: Tavor Abhängigkeit?

Beitrag von Dan092 » Montag, 28.01.19, 23:46

Hallo Clarissa, Lithium und Sarah 🙂

erstmal wieder ein Dankeschön für eure Antworten!

Ich möchte natürlich auch nicht zu hoch gehen, und hoffe
mit maximal 1mg eine Besserung zu erzielen so das es halbwegs erträglich ist. Unter keinen Umständen möchte ich wieder bei 2mg landen, denn dann wäre ja wie bereits oben gesagt alles umsonst gewesen die letzen Monate.

Ich bin optimistisch, dass es mit 1mg erträglicher werden wird und wenn ich mich dann stabilisieren sollte in einem vernünftigen Tempo herunterdosieren kann. Ich werde natürlich weiter berichten!

Gruß
Dan
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